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LEISE VIRTUOSITÄT
Lautenmusik von Sylvius Leopold Weiss
Jacopo Sabina konzertiert in Italien und Deutschland und arbeitete mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Andrea Marcon, Stefano Montanari, Andrea De Carlo, Ivor Bolton und Gianluca Capuano. Als Continuo-Spieler ist er regelmäßig mit der Bayerischen Staatsoper, den Münchner Philharmonikern, der Hofkapelle München, dem Teatro Real Madrid und dem Münchener Bach-Orchester zu hören. Zudem gastiert er bei zahlreichen Festivals für Alte Musik.
Silvius Leopold Weiss (1687–1750) gehört zu den faszinierendsten, aber oft unterschätzten Figuren der Barockmusik. Geboren 1687 in Breslau (heute Wroc?aw), entwickelte er sich zu einem der größten Lautenisten seiner Zeit – und das in einer Epoche, in der die Laute langsam von anderen Instrumenten verdrängt wurde. Schon als Kind erhielt Weiss Unterricht von seinem Vater, der selbst Lautenist war. Doch sein Talent ging weit darüber hinaus: Früh zog es ihn an europäische Höfe, wo er als Virtuose und Komponist auftrat. Besonders prägend war seine Zeit am Dresdner Hof, einem der kulturellen Zentren Europas. Dort stand er im Dienst von Kurfürst August der Starke und machte sich einen Namen als musikalisches Ausnahmetalent. Was Weiss so besonders macht, ist nicht nur seine technische Brillanz, sondern auch die emotionale Tiefe seiner Musik.
Seine Werke für Laute – vor allem die sogenannten „Suiten“ – verbinden Eleganz, Virtuosität und eine fast intime Ausdruckskraft. Anders als viele seiner Zeitgenossen schrieb er kaum für andere Instrumente; die Laute war seine Welt, und er schöpfte ihre Möglichkeiten vollständig aus. Ein besonders spannender Aspekt seines Lebens ist seine Begegnung mit Johann Sebastian Bach. Die beiden Musiker sollen sich in Leipzig getroffen und gemeinsam musiziert haben. Man erzählt sogar von einem musikalischen Wettstreit zwischen ihnen – ein Duell zweier Giganten der Barockzeit, bei dem es weniger um Sieg als um gegenseitige Bewunderung ging.
Trotz seiner Berühmtheit zu Lebzeiten geriet Weiss nach seinem Tod 1750 – im selben Jahr wie Bach – lange in Vergessenheit. Erst im 20. Jahrhundert wurde seine Musik wiederentdeckt. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Komponisten für Laute überhaupt, und seine Werke werden von Spezialisten der Alten Musik weltweit aufgeführt.
Seine Musik lädt dazu ein, innezuhalten: Sie ist nicht laut oder dramatisch im modernen Sinne, sondern subtil, fein und voller Nuancen. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine Klangwelt, die gleichzeitig fremd und überraschend vertraut wirkt – wie ein leises Gespräch aus einer anderen Zeit.
Programm:
Sylvius Leopold Weiss (1687-1750)
- Sonate in B-Dur
- Prelude, Entrée, Bourée I, Bourée II, Gavotte I, Gavotte II, Sarabande, Menuet I, Menuet II, Saltarella
- Prelude und Allegro in Es-Dur
- Ciaccona in Es-Dur
- Sonate in a-moll “L’infidele”
- Entrée, Courante, Sarabande, Menuet, Musette, Paysanne
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