Neunzehn Solo-Programme hat Andreas Rebers seit 1991 auf die Bühnen gebracht. Hinzu kommen Theaterproduktionen und Koproduktionen mit Josef Hader oder Michael Seiler. Dem Mann aus dem Weserbergland brennt so einiges unter den Nägeln und er hat entsprechend etliches zu erzählen. Er nennt sich selbst den Hausmeister des Herrn und Blockwart Gottes, den Freizeitexorzisten, den Volkskommissar für Rache und Vergeltung, oder den Erfinder der Dachlattenpädagogik. Er war Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen natürlich den Deutschen- und den Bayrischen Kabarettpreis und wurde 2020 zum ordentlichen Mitglied (Darstellende Kunst) in die Bayerische Akademie der Schönen Künste gewählt. Im letzten Jahr hat Rebers den Münchhausen-Preis der Stadt Bodenwerder an der Oberweser erhalten - nur wenige Kilometer entfernt von seinem Geburtsort.
Am 08. Dezember gastiert Andreas Rebers um 20.00 Uhr im Waitzinger Keller in Miesbach „Rein geschäftlich“ versteht sich. Nur einen Tag später fragt er sich und sein Publikum um 19.30 Uhr im Garchinger Bürgerhaus: „Was ist das Leben? Zufall? Witz? Oder eben doch nur ein Geschäft?“ Und am 19. Januar noch einmal "rein geschäftlich" im PUC in Puchheim
KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Andreas Rebers: zwei jahre irak und saudi arabien als bauarbeiter. zehn jahre portugal als revolutionspraktikant auf einer agrarcooperative. hausbesetzer, anti akw demonstrant mit räumungserfahrung und erkennungsdienstlicher behandlung. lehrer an einer integrierten gesamtschule. politischer straßenmusikant und leiter der schauspielmusik am staatstheater braunschweig und vielen anderen theatern. autor fürs theater und irgendwann autor für mich selbst.
KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
AR: alle die, die kommen.
KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
AR: neid, bewußtes mißverstehen und pseudolinkes trallala von leuten die ihren aktivismus über die bühnenkunst stellen.
KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
AR: die befreiung von 42 bergarbeitern im indischen teil des himalaya
KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
AR: wenn ich spüre, dass das publikum bei mir ist.
KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
AR: klaviermusik von bach, russische streichquartette, irish folk, eminem, umme block….
KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
AR: da ich viel im auto sitze, dann doch leider spotify
KK: Was lesen Sie momentan?
AR: bücher von der wiener philosophin Lisz Hirn und dem medienpfilosophen byung shul han.
KK: Was ärgert Sie maßlos?
AR: die tugendwächter, die in der kabarettszene mir erklären, was kabarett muss.
KK: Was freut Sie ungemein?
AR: dass zu mir sehr viele menschen kommen, denen es gefällt, was mein kabarett kann.
KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
AR: ich habe an der uni in hannover technisches werken studiert und mir stand eine professionelle schreinerei zur verfügung. ich habe tische und bänke für meine wg´s gebaut und mein meisterwerk war ein siebeneckiges hochbett!
KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
AR: ich bin großer fan von josef haders arbeit und den schauspielern matthias brandt und joachim krol. und wenn ich ehrlich bin, bin ich ein bisschen verliebt in rooney mara und kate blanchett. das soll aber niemand wissen.
KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
AR: krebstherapien ohne nebenwirkungen.
KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
AR: eher einzelkämpfer, obwohl ich auch mit größeren ensembles arbeite.
KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
AR: wenn ich das wüßte, hätte ich ja nur gute einfälle.
KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
AR: bergfex und alle möglichen internationalen newsportale.
KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
AR: kultur als systhemrelevant in der verfassung verankern und budgetkürzungen verbieten.
KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
AR: eine gibt es schon. sie heißt „der kleine kaukasus“. das zweite buch ist in arbeit. arbeitstitel, „der große kaukasus“.
KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
AR: wie mein letztes programm. „götterdämmerung - die rückkehr der religion!!“
























