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7. München: Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt
8. Frankfurt Städele: MARIA MAGDALENA SIN. PRAY. LOVE.
9. Rosenheim Lokschuppen: RÖMER – Gesichter eines Weltreiches
10. Buchheim Museum: ES HAT SICH SELBST AUS MIR GEMALT - Joachim Ringelnatz als...
11. Penzberg: BERND UND HILLA BECHER im Dialog mit Penzberg
12. München Kunstfoyer: Ragnar Axelsson. Greenland.
Samstag 19.09.2026
München: Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt
Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt
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Ausstellung vom 19. September 2026 bis 04. Oktober 2026
Museumszelt, Oide Wiesn, Oktoberfest München

Die Ausstellung im Museumszelt auf der Oidn Wiesn beleuchtet die Entwicklung der Jahrmarktsfotografie von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur digitalen Gegenwart. Artefakte aus Schaustellerbuden, fotografische Apparate und deren Bilder erwecken in der Ausstellung historische Praktiken der Fotografie auf dem Jahrmarkt zum Leben. So können Besucher*innen die spannende Verbindung zwischen Fotografie und Jahrmarktskultur direkt nachvollziehen.

"Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt" zeigt, wie Fotografie einst als Attraktion und Souvenir auf Jahrmärkten populär wurde und sich mit der Technik weiterentwickelte. Heute ist Fotografie mit dem Smartphone verschmolzen und für alle jederzeit verfügbar. So sind Fotografiebuden heute zu einem nostalgischen Vergnügen geworden, das auf dem Oktoberfest fortlebt. Vor Ort können Besucherinnen und Besucher Scherzfotografien im Retro-Look von Schausteller Chris Doherty aufnehmen lassen. Erweitert wird die Ausstellung in diesem Jahr durch ein spannendes neues Kapitel: die Oktoberfestpostkarte als populäres Massenmedium um die Jahrhundertwende.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit von Münchner Stadtmuseum und der Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.

Museumszelt, Oide Wiesn, Oktoberfest München
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Donnerstag 17.09.2026
Frankfurt Städele: MARIA MAGDALENA SIN. PRAY. LOVE.
MARIA MAGDALENA
SIN. PRAY. LOVE.

Ausstellung vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027
Städele Museum Frankfurt/Main

Frankfurt am Main, 30. Juli 2026. Zwischen Heiliger, Sünderin und enger Gefährtin Christi: Als eine der facettenreichsten Frauenfiguren der biblischen Überlieferung und der Kunstgeschichte fasziniert Maria Magdalena seit Jahrhunderten. Ihre Geschichte ist eine Geschichte der Wandlungen: von der Apostelin und treuen Anhängerin Jesu zur Sünderin und asketischen Büßerin, von der ekstatischen Heiligen zur modernen, selbstbestimmten Frau und Identifikationsfigur. Mit „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ präsentieren das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027 die erste umfassende Ausstellung im deutschsprachigen Raum, die der außergewöhnlichen Gestalt Maria Magdalenas gewidmet ist. Dabei erscheint diese nicht nur als Projektionsfläche kultureller und religiöser Vorstellungen, sondern auch als eigenständige, vielstimmige Figur, an der sich unterschiedliche Vorstellungen von Körper, Glaube und gesellschaftlichen Rollen zeigen.
Ausgehend von zentralen Werken der Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung vereint die Ausstellung insgesamt über 100 hochkarätige Gemälde, Skulpturen und Grafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Dazu gehören bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen, darunter fünf exzellente Werke aus der National Gallery in London sowie weitere aus der Berliner Gemäldegalerie, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Louvre in Paris, den Vatikanischen Museen und der National Gallery of Art in Washington. Gemeinsam eröffnen die Werke einen umfassenden Blick auf die künstlerische und emotionale Bandbreite der Darstellungen Maria Magdalenas und verdeutlichen, wie jede Epoche ihre eigenen Fragen, Vorstellungen und Sehnsüchte in die Figur eingeschrieben hat. Eine besondere Facette der Ausstellung bilden Arbeiten von Künstlerinnen wie Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, Lotte Laserstein, Kiki Smith, Marlene Dumas und Nieves González; daneben werden Hauptwerke bedeutender Künstler wie Albrecht Dürer, Pedro de Mena, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Arnold Böcklin, Max Beckmann und David LaChapelle präsentiert.
„Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ wird durch die Förderung der Gemeinnützigen Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH, der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Städelvereins ermöglicht und erfährt weitere Unterstützung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung.

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen:

- El Greco
Büßende Maria Magdalena
Öl auf Leinwand
108 x 101,3 cm
Worcester Art Museum / Bridgeman Images

- Giovanni Girolamo Savoldo
Maria Magdalena, ca. 1535-40
Öl auf Leinwand
89,1 x 82,4 cm
National Gallery, London
© The National Gallery, London

- Georges de la Tour
Büßende Maria Magdalena, ca. 1635-40
Öl auf Leinwand
113 x 92,7 cm
National Gallery of Art, Washington
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Sonntag 23.08.2026
Rosenheim Lokschuppen: RÖMER – Gesichter eines Weltreiches
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Fotos: Axel Jusseit
RÖMER – Gesichter eines Weltreiches

Ausstellung vom 20. März 2026 bis 01. August 2027
Lokschuppen Rosenheim

Aufstieg. Blütezeit. Zerfall. Die Geschichte des Römischen Reiches über rund 1.400 Jahren in einer Ausstellung zusammenzufassen, scheint eine herausfordernde Aufgabe. Von einem weit verzweigten Straßennetz über technische und architektonische Innovationen bis hin zu einer gemeinsamen Sprache und einem allgemeingültigen Rechtssystem. Das Imperium hinterließ sichtbare Spuren, die Europa bis heute prägen. Der Lokschuppen Rosenheim richtet deshalb seinen Blick auf den Menschen.
Die neue Ausstellung „RÖMER – Gesichter eines Weltreiches“, die vom 20. März 2026 bis zum 1. August 2027 zu sehen ist, führt die Besucherinnen und Besucher durch die römischen Provinzen. Faszinierende Alltagsgegenstände, Schatzfunde, Werkzeuge, Schmuck, Kinderspielzeug und vieles mehr vermitteln das Leben in der Antike. Mit anschaulichen Hörgeschichten bekannter Fantasy-Schriftstellerinnen und -schriftsteller und einigen Originalen zum Anfassen macht sie die verstaubte Vergangenheit buchstäblich begreifbar. Interaktive Stationen wie die weltgrößte Römerstadt aus LEGO®, an der jeder mitbauen kann, ein digitales Wagenrennen im Circus Maximus und eine ganz analoge römische Spielemeile runden das Erlebnis ab.

Die Antike zum Anfassen
Die RÖMER-Ausstellung verfolgt bewusst einen erlebnisorientierten Ansatz. Statt langer Wandtexte stehen Ausprobieren und Mitmachen im Vordergrund. Besucherinnen und Besucher können beispielsweise Mosaiksteine zu Mustern legen, auf Wachstäfelchen schreiben oder römische Gewandung anprobieren. Auch ein römisches Marschgepäck lässt sich anheben – eine Erfahrung, die den Alltag eines Legionärs unmittelbar nachvollziehbar macht. Besonders ungewöhnlich ist, dass in vielen Räumen ein originales römisches Objekt berührt werden darf. Münzen, Fibeln, Keramikscherben und Ziegel vermitteln so einen direkten Zugang zur Vergangenheit.
Beim digitalen Wagenrennen im Circus Maximus schlüpfen Besucherinnen und Besucher selbst in die Rolle eines Wagenlenkers. Auf der Rennbahn sorgen Äpfel für zusätzlichen Schub, während Pfützen den Wagen ausbremsen.
Ein spektakulärer Höhepunkt der Ausstellung ist zudem die 45 Quadratmeter große idealtypische Römerstadt „LOCDVNVM“ aus über einer halben Million LEGO®-Steinen. Gäste bauen einzelne Gebäudemodule, die anschließend vom Lokschuppen-Team im großen Stadtmodell platziert werden. Zur Belohnung darf eine Münze geprägt werden.

Funde, die Geschichte erzählen
1.228 Exponate aus rund 30 Museen und Privatsammlungen sind in der Ausstellung zu sehen, viele davon erstmals öffentlich. Zu den besonderen Highlights zählt der monumentale Augsburger Siegesaltar, ein etwa 1,70 Meter hohes Steinmonument aus der Spätantike. Die weiteste Anreise hatten die spektakulären Metallobjekte eines Wagengrabs aus dem ungarischen Nationalmuseum. Berührende Mumienporträts geben einem das Gefühl, Auge in Auge antiken Menschen gegenüberzustehen. Luxuriöse Grabbeigaben mit einer Vielzahl herausragender filigraner Gläser aus dem Gräberfeld in Krefeld-Gellep zeigen den Reichtum nördlich der Alpen in der Spätantike. Heraus sticht der einzigartige Rüsselbecher!
Darüber hinaus sind zahlreiche Alltagsgegenstände ausgestellt: römische Öllämpchen, Feldflaschen, Fibeln, Götterstatuetten, Münzen oder alles, was man sonst zum Leben brauchte.
Aufgrund der langen Laufzeit der Ausstellung werden einige Objekte im Verlauf der Zeit ausgetauscht. So gibt es immer wieder neue Exponate zu entdecken, darunter später im Ausstellungszeitraum die vergoldete Replik des Pferdekopfs von Waldgirmes oder ein spektakulärer Schatzfund mit silbernem Klappstuhl aus der Pfalz.
Das Imperium vor der eigenen Haustür
Zweifelsohne waren die Römer in unserer Region überaus präsent, was sich in zahlreichen Siedlungen und Fundstellen zeigt. Deshalb darf sie in dieser Ausstellung auch nicht fehlen. Die Brücke in Pfaffenhofen am Inn, nördlich des Rosenheimer Stadtgebiets, gab Pons Aeni – also Brücke über den Inn auf Latein – seinen Namen. Dies war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Provinz.
Besonders bedeutend waren in Rosenheim außerdem die Töpfereien von Westerndorf, die zu den wichtigsten Produktionsstätten römischer Keramik in Raetien gehörten. Ihre Produkte wurden weit über die Region hinaus gehandelt.

Die Protagonisten der Ausstellung
Wann ist man eigentlich Römer? Rechtlich ist das einfach zu beantworten: wenn man das römische Bürgerrecht erhält. Zum Beispiel nach 25 Jahren Dienst im Militär. Als Römer fühlte man sich sicherlich aber schon viel früher durch Kultur und Lebensart. Als Römer oder Römerin musste man nicht zwangsläufig in Rom geboren sein. Die emotionale Ebene wird in der Ausstellung durch den besonderen Erzählstrang fiktiver, aber historisch fundierter Persönlichkeiten beleuchtet. Ihre einfühlsamen Geschichten wurden von zehn bekannten Fantasy-Autorinnen und -Autoren, darunter Bernhard Hennen, Theresa Hannig oder Markus Heitz, geschrieben. Schwarz-Weiß-Porträts und Hörgeschichten erwecken sie zum Leben.
Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, dass die Menschen der Antike uns näher sind, als man vielleicht denkt: Sie haben gelacht, gedacht, gehofft, gefeiert und sich verliebt – und ihren Alltag mit denselben menschlichen Emotionen gelebt wie wir heute.

Ein Blick auf die Gegenwart
Die Ausstellung beginnt und endet mit Fragen, die auch heute noch aktuell sind: Woran glaubst Du? Was ist Dir wichtig? Zum Abschluss gelangen Besucherinnen und Besucher in einen Raum, der den Niedergang des Imperiums symbolisiert. Eine zerbrochene Statue und das Forum Romanum in Trümmern stehen sinnbildlich für das Ende einer Epoche. Aber lebt das Reich nicht eigentlich noch viel länger weiter?
Noch einmal werden dort die zentralen Identitätsfaktoren des römischen Reiches aufgegriffen und Sie selbst müssen aktiv werden: Welche dieser Faktoren haben für Sie heute noch Bedeutung?

Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24,
83022 Rosenheim
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Samstag 22.08.2026
Buchheim Museum: ES HAT SICH SELBST AUS MIR GEMALT - Joachim Ringelnatz als Maler
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ES HAT SICH SELBST AUS MIR GEMALT
Joachim Ringelnatz als Maler

Ausstellung vom 25. Juli 2026 bis 04. Oktober 2026
Buchheim Museum

Bernried - Joachim Ringelnatz zählt als Schriftsteller, Kabare ist und Vortragskünstler zu den prägenden Persönlichkeiten der Weimarer Republik. Mit seinen skurrilen, poetischen und bisweilen abgründigen Gedichten und Prosatexten schuf er Figuren und Sprachwelten, die bis heute zum
literarischen Gedächtnis Deutschlands gehören.
Weniger bekannt ist, dass Ringelnatz auch ein bemerkenswertes malerisches Werk hinterließ. Die Ausstellung „Es hat sich selbst aus mir gemalt. Joachim Ringelnatz als Maler“ widmet sich dieser lange übersehenen Seite seines Schaffens.
1883 als Hans Gustav Bötticher in Wurzen geboren, führte Ringelnatz ein bewegtes Leben. Nach einer abgebrochenen kaufmännischen Ausbildung ging er zur See. Seine Erlebnisse als Seemann spiegeln sich in zahlreichen literarischen Texten und Gemälden wider. Vor dem Ersten Weltkrieg ließ er sich in München nieder und wurde als Hausdichter der legendären Künstlerkneipe Alter Simpl zu einer festen Größe der Kabare szene. Seine Literatur verließ die Buchseiten und wurde auf der Bühne lebendig.
Parallel zu seiner schriftstellerischen Arbeit entstand ein eigenständiges malerisches Werk. Ringelnatz verstand das Malen als unmi elbaren schöpferischen Prozess – ganz im Sinne des Ausstellungstitels: „Es hat sich selbst aus mir gemalt.“ Seine meist kleinformatigen Gemälde verbinden Fantasie, Humor und feine Beobachtung. Landschaften, Figurenszenen, maritime Motive und poetische Bildwelten zeugen von einem Künstler, der die Grenzen zwischen Wort und Bild spielerisch überschrieb.
Bereits 1923 präsentierte die renommierte Berliner Galerie von Alfred Flechtheim Ringelnatz in einer Einzelausstellung als Maler und verhalf ihm damit zum künstlerischen Durchbruch. Im Jahr darauf wurden seine Werke gemeinsam mit Gemälden von Oo Dix und George Grosz gezeigt.
Nach 1933 geriet sein bildnerisches Scha en jedoch weitgehend in Vergessenheit.
Die Ausstellung bringt Ringelnatz als Maler nun zurück in das Münchner Umfeld, das seine künstlerische Entwicklung entscheidend geprägt hat. Der Großteil der Exponate stammt aus dem 2002 gegründeten Joachim-Ringelnatz-Museum in Cuxhaven, das heute die bedeutendste
Sammlung von Dokumenten und bildkünstlerischen Werken des Künstlers beherbergt. Ergänzt wird die Präsentation durch Leihgaben aus weiteren Museen und Privatsammlungen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Joachim-Ringelnatz-Museum Cuxhaven und dem Ernst Barlach Haus – Stiftung Hermann F. Reemtsma, Hamburg, und wurde von Dr. Ulrich Luckhardt und Dagmar Lott M.A. kuratiert.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See


Abbildungen:

- Joachim Ringelnatz
Kindheit, 1928
Öl auf Leinwand
Joachim-Ringelnatz-Museum, Cuxhaven

- Joachim Ringelnatz
Seegang, vmtl. 1927
Öl auf Leinwand
Joachim-Ringelnatz-Museum, Cuxhaven

- Joachim Ringelnatz
Zirkus in der Ebene, um 1926
Öl auf Holz
Privatbesitz
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Montag 17.08.2026
Penzberg: BERND UND HILLA BECHER im Dialog mit Penzberg
BERND UND HILLA BECHER im Dialog mit Penzberg

Ausstellung vom 19. Juli bis 18. Oktober 2026
Museum Campendonk Penzberg

Ein Moment, der alles veränderte:
Die Schließung des Bergwerks am 30. September 1966 löste in Penzberg einen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Wandel aus. Oberflächlich gibt es heute nur wenige Hinweise auf die Bergbau-Vergangenheit.
Bernd und Hilla Becher (1931–2007, 1934–2015) machten diese Industrielandschaften, verschwindende Orte, zu ihrem Lebensthema. Mit präzisem Blick und unverwechselbarer Bildsprache schufen sie ein fotografisches Gedächtnis der Industriezeit. Im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk begegnen ihre Arbeiten nun einer Stadt, deren Geschichte selbst untrennbar mit dem Bergbau verbunden ist.
Die Ausstellung „Das Ende als Anfang. Bernd & Hilla Becher im Dialog mit Penzberg“ setzt die international bekannten Fotografien der Bechers in Bezug zur Geschichte Penzbergs, die über 170 Jahre vom Kohlebergbau geprägt wurde. Bereits Ende der 1950er Jahre begann das Künstlerpaar Industrieanlagen systematisch zu fotografieren. Auch wenn sie Penzberg nie bereist haben, so teilt die Stadt mit vielen der von den Bechers dokumentierten Orte eine ähnliche Erfahrung des Strukturwandels: Über Generationen hinweg zeichneten Fördertürme, Aufbereitungsanlagen und Maschinenhallen das Erscheinungsbild und das Selbstverständnis der Stadt aus.

Nach dem Ende des Bergbaus 1966 verschwanden zahlreiche dieser Bauwerke. Die Fotografien der Bechers fungieren daher auch als visuelle Stellvertreter einer verlorenen industriellen Identität. Dank zahlreicher Leihgaben des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen, der Konrad Fischer Galerie, der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und der Pinakothek der Moderne der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ist erstmals seit 2004 wieder eine große Präsentation des Künstlerpaares in Süddeutschland zu sehen.
Ergänzt wird die Ausstellung durch zeitgenössische Arbeiten der Künstlerin Lena Schabus, die sich in ihrer künstlerischen Praxis mit Landschaft und Transformationsprozessen auseinandersetzt. Gemeinsam eröffnen die Werke einen Resonanzraum für Fragen zu Verlust, Wandel und dem Fortwirken industrieller Geschichte in der Gegenwart. Zugleich verweist die Schau auf die Vergänglichkeit von Industriearchitektur und ordnet die lokale Geschichte in einen größeren historischen Zusammenhang ein.
Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich einem Oral-History-Projekt. Dabei sind die Bürger:innen Penzbergs eingeladen, ihre persönlichen Erinnerungen an die Schließung des Bergwerks und die Umbruchsjahre zu teilen. Durch Erzählungen, individuelle Perspektiven und erhaltene Objekte entsteht ein kollektives Gedächtnis der Stadt, das die künstlerischen Positionen der Ausstellung um eine unmittelbare menschliche Ebene ergänzt. Die persönlichen Stimmen machen erfahrbar, welche Chancen der Wandel mit sich brachte und wie er bis heute nachwirkt.
Die Ausstellung ist kuratiert von Diana Oesterle in Zusammenarbeit mit Anne Götzelmann.

Museum Penzberg – Sammlung Campendonk,
Am Museum 1,
82377 Penzberg

Abbildungen:

- Bernd und Hilla Becher, Förderturm, Zolder
Mijn, Zolder, B 1991, Silbergelatineabzug, Ifa – Institut für Auslandsbeziehungen
© Estate Bernd & Hilla Becher, represented by
Max Becher

- Meine Knappenprüfung - nach der praktischen Prüfung, um 1956
Foto Stadtarchiv Penzberg

- Eine Schicht im Schnupperkurs – Volker
Halbmeyer und Kumpel, 1964, Foto: privat.
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Dienstag 21.07.2026
München Kunstfoyer: Ragnar Axelsson. Greenland.
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Ragnar Axelsson. Greenland.

Ausstellung vom 24. Juli bis 01. November 2027
Kunstfoyer - Versicherungskammer Kulturstiftung


RAGNAR AXELSSON
Schon mehr als vier Jahrzehnte lang fotografiert Ragnar Axelsson (*1958 in Reykjavik), auch bekannt als RAX, die Menschen, Tiere und Landschaften der Arktis. Seit seiner ersten Reise nach Grönland in den frühen 1980er-Jahren kehrt er Jahr für Jahr dorthin zurück und hat damit eine der weltweit umfangreichsten fotografischen Chroniken des Lebens im hohen Norden geschaffen. Allein in den vergangenen sieben Jahren ist er im Durchschnitt dreimal jährlich nach Grönland gereist und setzt damit ein Werk fort, das mehrere Generationen überspannt.
Ragnars Fotografien, die fast ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind, beleuchten die fragile Beziehung zwischen Menschen, Tieren und der Natur. Sein Werk ist von Geduld und langjährigem Engagement vor Ort geprägt und nicht etwa von einer Beobachtung aus der Distanz. Seit mehr als 30 Jahren dokumentiert er das Leben des grönländischen Jägers Hjelmer Hammeken. Er begleitet ihn auf seinen Streifzügen über das Eismeer während wechselnder Jahreszeiten, durch verschwindende Jagdgebiete und eine sich rasant wandelnde Arktis. Ihre Freundschaft ist zu einem der prägenden Themen in Ragnars Werk geworden und bildet die Grundlage für eines der umfangreichsten Langzeit-Dokumentationsprojekte, die jemals in Grönland durchgeführt wurden.
Nur wenige Fotografen sind über einen so langen Zeitraum hinweg immer wieder in dieselben arktischen Gemeinden zurückgekehrt. Ragnars Fotografien sind sowohl zu einer historischen Dokumentation als auch zu einem intimen Porträt des Lebens am Rande der bewohnten Welt geworden. Anstatt lediglich den Klimawandel zu veranschaulichen, offenbaren seine Aufnahmen, wie Umweltveränderungen von den Menschen erlebt werden, deren Lebensgrundlage von Land, Meer und Eis abhängt.
Von 1976 bis 2020 arbeitete Ragnar als Fotojournalist für die isländische Tageszeitung Morgunblaðið und übernahm zugleich Aufträge in ganz Europa, Afrika und Asien. Seine Fotografien erschienen in Publikationen wie The New Yorker, National Geographic, TIME, Newsweek, LIFE, GEO, Stern und Polka und international im Rahmen von Ausstellungen gezeigt.
Seine Retrospektive Where the World is Melting (Wo die Welt schmilzt), begleitet von der gleichnamigen Publikation des Kehrer Verlags, präsentiert Fotografien aus über 40 Jahren aus Grönland, Island und Sibirien. Die viel beachtete Ausstellung wurde 2021 von Isabel Siben für das Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung kuratiert und anschließend in den Deichtorhallen Hamburg und im Ernst-Leitz-Museum in Wetzlar gezeigt. Sie spiegelt die wachsende internationale Anerkennung seines Werks als bedeutendes visuelles Zeugnis des Wandels in der Arktis wider.
Ragnar hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter Faces of the North (Gesichter des Nordens), Jökull, Arctic Heroes (Helden der Arktis), Behind Mountains (Hinter den Bergen) und Where the World is Melting (Wo die Welt schmilzt). Sein fotografisches Werk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der isländische Literaturpreis für Sachliteratur, der Leica Oskar-Barnack-Preis (ehrenvolle Erwähnung), der Grand Prix Photo de Mer in Vannes sowie das Ritterkreuz des Falkenordens, Islands höchste nationale Auszeichnung.
Auch heute noch kehrt Ragnar mehrmals im Jahr nach Grönland zurück. Seine Fotografien sind ein seltenes, langfristig dokumentiertes Zeugnis einer Welt, die einen tiefgreifenden ökologischen und kulturellen Wandel durchläuft. Dabei halten sie nicht nur verschwindende Landschaften im Bild fest, sondern auch die Erinnerungen, das Wissen und die Widerstandskraft der Menschen, für die die Arktis nach wie vor ihre Heimat ist.

Kunstfoyer
Versicherungskammer Kulturstiftung
Maximilianstrasse 53
80530 München

Abbildungen:
- Ragnar Axelsson ©
Apapa, ein Jäger auf dem Meereis, Kangertittivaq, Grönland, 2013

- Ragnar Axelsson ©
Eisbär auf dem Meereis, Grönland, 2010

- Ragnar Axelsson ©
Hjelmer Hammeken auf dem Eis mit seinen Schlittenhunden, Grönland, 1995

- Ragnar Axelsson ©
Ein grönländischer Schlittenhund hält Ausschau nach Eisbären, Grönland, 2026
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