Blickpunkt:
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heute
Kinder Münchner Theater für Kinder: Frau Holle
Frau Holle

In einem kleinen Dorf lebt die Witwe Besenstiel mit ihrer Tochter Mariechen, die sie über alles liebt und verwöhnt. Sie hat aber auch noch eine Stieftochter, Marie, die alle Arbeiten verrichten muss, doch kaum ein gutes Wort zu hören bekommt.

Eines Abends erzählt der Großvater von Mariechens Freund Erich den Kindern, dass der Brunnen auf dem Dorfplatz ein Zauberbrunnen sei, von dem sie sich fernhalten sollen.

Noch am selben Abend gibt die Stiefmutter der Marie eine neue Arbeit: Sie soll am Brunnenrand Wolle spinnen. Als der Marie die Spindel in den Zauberbrunnen fällt, befiehlt ihr die Stiefmutter, in den Brunnen zu steigen, um sie zurück zu holen. Ihr bleibt keine Wahl und sie tut es…

Nach einem Jahr steigt sie mit Gold beladen wieder aus dem Brunnen und berichtet Mariechen, wie sie dazu gekommen ist. Die Witwe Besenstiel befiehlt ihrer eigenen Tochter, ebenfalls in den Brunnen zu steigen. Doch seid gespannt, was passiert!

Geeignet ab 4 Jahren
Dauer: 1:40 Stunden
Beginn: 10.00 Uhr

Münchner Theater für Kinder
Dachauer Str. 46
80335 München

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Kinder Münchner Theater für Kinder: Ronja Räubertochter
Ronja Räubertochter

nach Astrid Lindgren

Im Mattiswald, in einer Gewitternacht, kommt Ronja zur Welt. Der Blitz schlägt in dieser Nacht in die Mattisburg und teilt diese entzwei.

Doch viel stärker als der Blitz trifft Ronjas Vater Jahre später die Nachricht, dass sein Erzfeind, der Räuberhauptmann Borka mit seiner Bande in den abgespaltenen Teil seiner Burg eingezogen ist. Und die Entdeckung, dass sich seine geliebte Räubertochter Ronja mit dem Borka-Sohn Birk angefreundet hat, bringt Mattis fast um den Verstand. Er verstößt sein Kind.

Birk und Ronja ziehen zusammen in eine verlassene Bärenhöhle im Wald. Doch dann wird es langsam Winter und nicht nur Birk beginnt, sich Sorgen um Ronja zu machen …

Geeignet ab 7 Jahren
Dauer: 2:15 Stunden
Beginn: 15.00 Uhr

Münchner Thater für Kinder
Dachauerstr. 46
80335 München



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Kinder Münchner Marionettentheater: Kinderkrimi: Ein Fall für Felix Spürnase
Kinderkrimi: Ein Fall für Felix Spürnase

Die Liste der weltberühmten Detektive ist groß: James Bond, Sherlock Holmes oder auch 
Hercule Poirot. Aber jetzt kommt ein neuer Name dazu: Felix Spürnase!

Unser heutiger Fall beginnt an einem trüben, regnerischen Tag. Felix Spürnase sitzt in seinem kleinen Büro und wartet mal wieder auf einen Auftrag, als Herr Häberlein ihm Neuigkeiten berichtet: Bei Herrn Zeigerlein, dem Uhrenladenbesitzer der Stadt, ist eingebrochen worden. Zwei Uhren sind verschwunden, alle anderen verstellt. Als sich Detektiv Spürnase mit Hilfe von Krimifreund Häberlein auf Spurensuche begibt, ereignet sich auch bei Bäckermeister Mehlig ein Einbruch. Die Stadt ist in heller Aufregung, auch Polizeimeister Willi Wichtig tappt im Dunkeln. Doch der unbekannte Einbrecher hinterlässt Spuren. Als Detektiv Felix Spürnase dann einer Spur in die Kanalisation folgt und von dem Ganoven dort eingesperrt wird scheint die Lösung des Falls in weite Ferne gerückt, bis beim Faschingsladenbesitzer Ludwig Lustig ein Mann auftaucht der einen falschen Bart kaufen möchte.

Ob Spürnase aus seiner Falle entkommt und den Ganoven schnappt? Findet es heraus!


für Kinder ab 5 Jahren

Münchner Marionettentheater, Blumenstraße 32 (Nähe Sendlinger-Tor-Platz)

Beginn: 15.00 Uhr

Dauer: ca. 90 Min. inkl. Pause













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Museen München Pinakothek der Moderne: HELLA JO NGERIUS & LOUISE SCH OUWENBERG. BEYOND THE NEW
HELLA JONGERIUS & LOUISE SCHOUWENBERG. BEYOND THE NEW
PINAKOTHEK DER MODERNEDIE NEUE SAMMLUNG – THE DESIGN MUSEUM

10. NOVEMBER 2017 – 16. SEPTEMBER 2018 (PATERNOSTER-HALLE)

Die niederländische Produktdesignerin Hella Jongerius und die Designtheoretikerin Louise Schouwenberg sind eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwickeln. Die Neue Sammlung – The Design Museum präsentiert bereits seit 2015 ihr zehnmonatiges Ausstellungsformat für zeitgenössische Designpositionen in der zweigeschossigen Paternoster-Halle in der Pinakothek der Moderne, deren architektonische Besonderheit vor allem durch die stete Bewegung der beiden Paternosteraufzüge definiert wird.Hella Jongerius hat insbesondere durch ihre charakteristische Arbeitsweise, eine Verbindung aus Handwerk und industriellen Prozessen, sowie durch ihre markanten Textil- und Farbentwürfe internationale Anerkennung erlangt. Louise Schouwenberg ist Kunst- und Designtheoretikerin und leitet den Fachbereich für Contextual Design an der renommierten Design Academy in Eindhoven. Jongerius und Schouwenberg verfassten 2015 das Manifest „Beyond the New. A Search for Ideals in Design“, welches sie auf dem Salone del Mobile in Mailand vorstellten. Darin kritisieren sie das vorrangige Interesse der Produktindustrie an der Idee des ewig Neuen um der Neuheit willen und plädieren stattdessen für eine wahrhaftige kulturelle Innovation.Die Idee des Neuen wird in der Ausstellung nun auf das Museum und seine Sammlung übertragen. Wie ist Design hier definiert? Wie unterscheiden sich die Anforderungen des Marktes von denkulturellen Ansprüchen des Museums? Kann kulturelle Innovation im Museum verortet sein?  „Ja und Nein”, sagen Jongerius und Schouwenberg. „Auf der einen Seite ist das Museum der ideale Ort, um die vielfältigen kulturellen Bedeutungen von Design verständlich zu machen. Der Besucher kann hier nachvollziehen, welche Exponate zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung das Ergebnis einer kulturellen Innovation waren und im Laufe der Zeit nichts an Bedeutung eingebüßt haben. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, ob in einem Museum die Diskrepanz zwischen Design als kulturellem Artefakt und Design als kommerziellem Gut überzeugend veranschaulicht wird. Kann das Museum tatsächlich Erkenntnisse über die Bedeutung von Design im Alltagsleben der Menschen vermitteln, wenn die Objekte im musealen Kontext ihres Funktionswertes beraubt sind?”Ein thematischer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Aspekt des Sammelns und Ausstellens in der Neuen Sammlung – The Design Museum vor dem Hintergrund ihrer geschichtlichen Entwicklung. Anhand verschiedener Installationen wird beleuchtet, wie unterschiedliche Kontexte die Wertschätzung funktionaler Dinge beeinflussen können. Jongerius und Schouwenberg: “Designobjekte sind Vermittler zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Sobald man sich ihrer enormen Wirkung bewusst wird, erkennt man auch welche Entwürfe hochwertiger undbedeutungsreicher sind als andere.”

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Bilder:

- Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Foto / Photo: Roel van Tour

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg. Beyond the New. Installationsansicht.
Foto: Labadie / Van Tour
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Museen München Haus der Kunst: Kiki Smith - Procession
In über drei Jahrzehnten hat die amerikanische Künstlerin Kiki Smith (geb. 1954 in Nürnberg) ein facettenreiches Werk geschaffen, das sich mit den politischen und sozialen, den philosophischen und spirituellen Aspekten der menschlichen Natur befasst. Ihre analytische Durchdringung des Körpers - ohne Scheu vor Tabus und Grenzen der Scham - stellt die Bedingungen menschlichen Daseins zur Diskussion: Alter, Tod und Sterben, Verwundung und Heilung, Ganzheit und Fragmentierung, Sexualität und Geschlecht, Identität und Erinnerung. Dabei nutzt Kiki Smith neben der Skulptur eine Vielzahl anderer Medien, insbesondere Zeichnung, Radierung und Lithografie, auch Buch, Fotografie und Video. Sie verwendet eine Fülle von Materialien, z.B. Bronze, Gips, Glas, Porzellan, Papier, Pigment, Aluminium, Latex, Federn, Haar und Bienenwachs.

Obwohl Kiki Smith im Bewusstsein einer kunstinteressierten Öffentlichkeit präsent ist, fand die Wertschätzung ihres Werks in europäischen Museen vorwiegend in kleineren Projekten Ausdruck: in der Kestner Gesellschaft, Hannover (1998), im Ulmer Museum (2001), der Fondazione Querini Stampalia, Venedig (2005), im Museum Haus Esters, Krefeld, der Kunsthalle Nürnberg (2008), der Fundació Joan Miró, Barcelona (2009) und dem Palais des Papesses, Avignon (2013). Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste größere Museumspräsentation in Europa. Die ausgewählten Werke verflechten sich zu einer Gesamtdarstellung des gedanklichen Kosmos der Künstlerin. Der Schwerpunkt liegt auf den Skulpturen vom Beginn der Werkentwicklung in den 1980er-Jahren bis zu jüngst entstandenen Arbeiten.

Der Titel der Ausstellung leitet sich etymologisch von „vorbeischreiten" (lat. procedere) ab; er stellt einen Bezug her zur Inszenierung des Künstlers Francis Alÿs aus dem Jahr 2002: Alÿs konzipierte den temporären Auszug von Kunstwerken aus dem MoMA wegen Baumaßnahmen als „The Modern Procession". Repliken bedeutender Werke von Alberto Giacometti oder Marcel Duchamp oder Pablo Picassos Gemälde „Demoiselles d'Avignon" wurden wie Reliquien durch die Straßen von New York getragen, mit Kiki Smith - für viele selbst eine Ikone der Kunst -, über den Köpfen thronend.

Die Werke der 1990er-Jahre zeigen isoliert einzelne menschliche Körperteile: Bauch, Kopf, Hände, Gedärm, oder Gefäße mit den Körperflüssigkeiten Blut, Schweiß, Milch und Tränen. Vom Ganzen abgetrennt präsentiert, wirken sie wie archäologische Funde, oder Reliquien. Dabei machen die Radikalität der Bilderfindungen und die Magie des Materials das Werk von Kiki Smith so einzigartig. Durch ihre Hingabe an das „Drama" des Körpers, vor allem des weiblichen Körpers, ist das gesamte emotionale Spektrum von Gewalt und Verletzlichkeit, von Harmonie und Geborgenheit gegenwärtig.

In diesen Werken kommen so unterschiedliche handwerkliche Techniken wie Glasbläserei, Glasmalerei, Herstellung und Verarbeitung von Porzellan, Gipsabguss, Papiermaché oder Filz zum Einsatz. Mit „Glass Stomach" (1985) präsentiert Kiki Smith den Magen als durchsichtiges Gefäß. Der organische Ort der chemischen Spaltung von Nährstoffen und ihre Umwandlung in Energie ist Laborgerät für alchemistische Experimente. Ihre Entscheidung für einen bestimmten Werkstoff bezeichnet Kiki Smith als „eine nützliche Art zu denken".

Von diesen anatomisch angelegten Darstellungen ausgehend hat sich im Werk der Kiki Smith seitdem ein Universum entfaltet, das von Mädchen und Frauen, Mischwesen, Tieren vieler Art, Gewächsen und Gestirnen bevölkert ist. Mit „Jersey Crows" (1995/2017) setzt Kiki Smith 20 Krähen, die Opfer von Pestiziden wurden und tot vom Himmel fielen, ein Denkmal. Eine solche Installation schafft Kreaturen, deren Habitat durch den Menschen bedroht ist, einen Raum der Wertschätzung, der an den Ritus des Übersetzens sowie an das Bewahren, an Totenbarke und Arche Noah, erinnert. Kiki Smith fragt nach unserem Verhalten gegenüber der Schöpfung. Die Haltung der Künstlerin ist klar: „Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht."

Die Ausstellung lässt diese Geschöpfe am Betrachter vorbeiziehen wie in einer Prozession. Oft sind die verschiedenen Wesenheiten ineinander verwoben: ein abgetrennter Kopf auf dessen Kinn ein Rabenvogel sitzt („Head with Bird II", 1994); oder eine Frau - die Künstlerin selbst -, die eine leblose Katze im Arm hält („Pietà", 1999); eine andere, deren Fuß wie bei einer Geburt noch mit einem Reh verbunden ist („Born", 2002). In der Ausstellung hat „Born", sowie die Skulptur von einer Frau, die dem Bauch eines Wolfes entsteigt („Rapture", 2001), umgeben von den Tapisserien einen ganzen Raum für sich. Die Begegnungen zwischen Mensch und Kreatur drücken Innigkeit und Vertrautheit aus. Insgesamt wird bei den Wesen von Kiki Smith die Grenze zwischen Mensch, Natur und Kosmos durchlässig.

Die Serie von zwölf Tapisserien ist hier erstmals vollständig ausgestellt. Bei ihrer ersten Reise nach Europa erfüllte sich die Künstlerin den Wunsch, die Tapisserien „Zyklus zur Apokalypse" zu sehen, die Herzog Ludwig I. von Anjou in den Jahren 1377-1382 für seine Residenz in Angers fertigen ließ. Dieser 140m breite Wandteppich stellt die Visionen aus der Offenbarung des Johannes dar. In ihrer eigenen Serie von Tapisserien erzählt Kiki Smith eine Art Schöpfungsgeschichte. Schlange, Wolf, Rabenvogel, Eva, Adam, Reh, Berge, Flüsse, Meer und Gestirn sind zu einem bekenntnishaften Weltentwurf verwoben.

Die Ausstellung wird von Petra Giloy-Hirtz kuratiert. Der Katalog erscheint bei Prestel, mit Beiträgen von Julia Bryan Wilson, Petra Giloy-Hirtz, Virginia Raguin und Ulrich Wilmes; gebundenes Buch, 224 Seiten, 23,0 x 27,0 cm, 110 farbige Abbildungen, ISBN: 978-3-7913-5625-9, 49,95 Euro.

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Germany

Bilder:

Kiki Smith
Untitled
1995
Braunes Papier, Methylzellulose, Pferdehaar
134,6 x 45,7 x 127 cm
Photograph by Ellen Labenski, courtesy Pace Gallery
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Kiki Smith
Head with Bird
1994
Phosphorbronze und Silberbronze
30,5 x 30,5 x 16,5 cm
Unikat
Photograph by Ellen Page Wilson, courtesy Pace Gallery
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery
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Museen München Pinakothek der Moderne: GERMAINE KRULL. MÉTAL
GERMAINE KRULL. MÉTAL
PINAKOTHEK DER MODERNE
SAMMLUNG MODERNE KUNST
AUSSTELLUNG VOM 28. SEPTEMBER 2017 – 10. JUNI 2018

Ihre Bedeutung als Künstlerin der Avantgarde verdankt die Fotografin Germaine Krull (Wilda 1897 – 1985 Wetzlar) ihrem wegweisenden Mappenwerk „Métal“, das 1928 in Paris bei A. Calavas, Librairie des Arts Décoratifs in kleiner Auflage erschien. In 64 Lichtdrucktafeln setzt sie darin eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene. Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten „Tanz der nackten Metalle“ werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Es war wohl gerade diese Veröffentlichung, die Walter Benjamin veranlasste, Germaine Krull in seiner „Kleinen Geschichte der Fotografie“ (1931)  in einem Atemzug mit den bedeutenden Fotografen August Sander und Karl Blossfeldt zu nennen.Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Zusätzlich ist der Kurzfilm „De Brug“ (1928) des niederländischen Filmemachers und Dokumentaristen Joris Ivens zu sehen. Hier zeigt sich nicht nur die persönlich künstlerische Verbindung der beiden, sondern auch die wechselseitige Inspiration der technischen Bildmedien Film und Fotografie in der Moderne.Germaine Krull, die ihre Ausbildung an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie absolviert hatte und 1920 aufgrund ihrer politischen Gesinnung aus Bayern ausgewiesen wurde, lebte nach Stationen in Moskau, Berlin und Amsterdam ab 1926 in Paris. Dort avancierte sie zu einer gefragten Werbe- und Porträtfotografin und arbeitete als Fotojournalistin. Trotz reger Ausstellungs- und Publikationstätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren geriet sie nach 1945 in Vergessenheit.Ann und Jürgen Wilde konnten Germaine Krull 1974 in Nordindien ausfindig machen und richteten ihr 1977 eine erste Retrospektive in Deutschland aus. Diese leitete die Wiederentdeckung der Fotografin und ihres bedeutenden Werkes ein.

PINAKOTHEK DER MODERNE
Barer Straße 40
80333 München

Bild:

- Germaine Krull, Tour Eiffel, um 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen
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Museen München Deutsches Museum: energie.wenden
energie.wenden
Deutsches Museum MünchenAusstellung vom 15. Februar bis 19. August 2018

Schon der Titel der neuen Sonderausstellung des Deutschen Museums ist eine Aufforderung: „energie.wenden“ heißt sie – und lässt ein hochpolitisches, kontroverses und komplexes Thema lebendig und anschaulich werden. Die Ausstellung ist ab 15. Februar 2017 auf der Museumsinsel zu sehen – und zu erleben. Der Ansatz ist für das Deutsche Museum etwas völlig Neues: Im Zentrum der Ausstellung steht ein multimediales Rollenspiel, bei dem die Besucher selbst die Entscheidungen zur Energiewende treffen.
 
Warum gerade dieses Thema? Generaldirektor Wolfgang M. Heckl erklärt, warum diese Ausstellung perfekt zum Deutschen Museum der Zukunft passt: „Die Energiewende ist eines der großen globalen Themen für das 21. Jahrhundert. Es stellt Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Technik gleichermaßen vor große Herausforderungen. Wir möchten mit der Ausstellung dazu beitragen, dieses Projekt voranzutreiben – und die Herausforderung zu bewältigen.“

Sabine Gerber, Leiterin der naturwissenschaftlichen Ausstellungen beim Deutschen Museum, ist stolz auf die Ausstellung – und auf das Rollenspiel: „Das eine Art Übungsraum für die Gesellschaft, eine Welt im Kleinen.“ Denn das Herzstück der Ausstellung ist ein Spiel, das die Besucher auf das „politische Parkett“ und in den zentralen Raum der Ausstellung führt. Dort begegnen ihnen auf großen Bildschirmen von Schauspielern dargestellte Akteure der Energiewende. Von einer Atomkraft-Lobbyistin bis zu einer Frau, die Wasserkraftwerke baut, von einem Bauern bis zu einem Techniker für das Stromnetz ist alles dabei. Und alle haben gute Argumente für ihre Sache. Es sind zwar Lobbyisten, aber sie wissen, wovon sie sprechen. Alle Akteure haben Forderungen an die Besucher – wie „Baut die Stromnetze aus!“ oder „Mehr Elektroautos!“ Die Besucher müssen in diesem Geflecht von Forderungen und Argumenten entscheiden, was für eine Energiewende sie wollen – und übernehmen praktisch die Rolle eines Politikers.

Für die Auswertungen dieser von den Besuchern gefällten Entscheidungen haben sich die Ausstellungsmacher einen liebenswert analogen Weg ausgedacht. Die Besucher bekommen am Anfang eine Karte in die Hand. Ihre Entscheidungen stanzen sie selbst in diese Karte. Und am Ende schiebt man die entstandene Lochkarte  in ein Lesegerät, das einem verrät, was für ein „Energiewende-Typ“ man ist. „Das macht richtig viel Spaß, erweitert aber gleichzeitig das Wissen um die Energiewende erheblich“, sagt Sarah Kellberg, Leiterin des Sonderausstellungsteams. Und Sabine Gerber ergänzt: „Die Ausstellung ist alles andere als trivial, denn das Thema ist es auch nicht. Auch deshalb haben wir uns einen spielerischen Zugang zu dem Thema ausgedacht.“ Auf dem Weg durch das „Spiel“ werden die Besucher immer wieder eingeladen, in die Themenfelder abzubiegen. Rechts und links des gelben Spielparcours befinden sich insgesamt neun Ausstellungsbereiche zu Themen wie Solar-, Wasser- und Windenergie, aber auch zu Mobilität oder zur Atomenergie.

Die Liste der beeindruckenden Exponate ist lang: Das erste davon sehen die Besucher schon im Museumsinnenhof. Eine große Blume mit Blütenblättern aus Solarzellen. Sie sammelt Sonnenenergie, dreht sich immer der Sonne zu und klappt abends ihre „Blütenblätter“ ein. Und sie ist mehr als ein Gag: Sie liefert im Jahr rund 4000 Kilowattstunden Strom – in etwa der Jahresverbrauch eines europäischen Durchschnittshaushalts.

In der Ausstellung selbst steht ein Tesla Roadster, der es als erstes Serien-Elektroauto 2012 einmal um die Welt geschafft hat. In 127 Tagen. Oder ein „Brandloch“ in einem Stück Metall, das sehr eindringlich die Kraft der Sonne dokumentiert – es wurde in einem Solarkraftwerk erzeugt. „Das Thema  Energiewende hat ganz viele Facetten“, erzählt Sarah Kellberg. Es geht um Themen wie „Smart Home“, Emissionshandel, Speichermedien und Radioaktivität. Und es geht eben nicht nur um die deutsche Energiewende, sondern um die Auswirkungen auf der gesamten Erde. Kellberg: „Die Energiewende ist eine Jahrhundertaufgabe. Und sie muss von der Gesellschaft getragen werden. Wir wollen mit der Ausstellung zeigen: Ja, die Energiewende ist möglich – aber wie? Die Ausstellung soll Orientierungswissen zur Verfügung stellen, aber auch zu Handlungen motivieren. Und zeigen, dass man etwas ändern kann.“

Sarah Kellberg lobt die Gestaltung der Ausstellung: „Dem Architekturbüro Space4 und der Medienproduktionsfirma teamstratenwerth ist es gelungen, die Vielschichtigkeit und Dichte des Ausstellungskonzeptes so aufzubereiten, dass den Besuchern eine Orientierung leichtfällt. Es gibt keine feste Besucherführung - aber klare Strukturen. Und ein tolles Raumkonzept.“

Auch sehr persönliche Gegenstände finden sich in der Ausstellung. Kellberg: „Wir haben eine Galerie ‚unsinniger Dinge‘ zusammengetragen, die uns Menschen für die Ausstellung geschenkt oder geliehen haben. Da kann man sich dann auch mal fragen, wozu ein batteriebetriebener jodelnder Flamingo aus Plüsch gut sein soll, wie viel Energie für seine Produktion aufgewendet worden ist und ob’s den denn wirklich für unser Leben braucht.“ Und es gibt auch ein Themenfeld zum Thema Mobilität, wo Menschen ihre tollen Freizeiterlebnisse teilen – aber sich auch überlegen können, mit welchen energetischen Kosten und welchem CO2-Ausstoß ihr letzter Urlaub bezahlt worden ist. Lieblingsinstallation von Sarah Kellberg ist ein Periskop, mit dem man über die Ausstellung hinwegblicken kann – und mit einer Handsteuerung selbst einen bestimmten Grad der Luftverschmutzung einstellen kann.

Und es gibt viele skurrile Dinge in der Ausstellung – wie zum Beispiel einen Atomenergie-Experimentierkasten für Kinder. „Gerade in Zusammenhang mit der Atomenergie wurde früher gern versprochen, man habe damit eine Lösung für alle Menschheitsprobleme gefunden“, sagt Kellberg. „Wir hingegen würden nie behaupten, eine globale Lösung für die Energiewende in der Ausstellung gefunden zu haben. Aber wir können sagen, wo etwas geklappt hat - und welche Möglichkeiten sich auftun.“ Die Ausstellung ist übrigens als internationale Wanderausstellung konzipiert. Die erste Station nach dem Deutschen Museum könnte Japan sein. Man hat dort bereits Interesse bekundet.

Deutsches Museum
Museumsinsel 1,
80538 München


Abbildungen:
1. Das Herzstück der Ausstellung: Die Besucher bewegen sich auf einem „politischen Parkett“ und müssen in einem Rollenspiel Entscheidungen treffen.

2. Verschiedene Akteure der Energiewende – vom Kraftwerksbetreiber bis zur Chemikerin – sprechen die Besucher auf dem Weg an. An den Spielstationen können die Besucher dann zum jeweiligen Thema eine Entscheidung treffen, die per Stanze in die Spielkarte gelocht wird.
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Museen München Kunsthalle: DU BIST FAUST
DU BIST FAUST
Goethes Drama in der Kunst
23. Februar – 29. Juli 2018
Goethes ›Faust‹ ist das weltweit bekannteste Werk der deutschen Literatur. Seit seiner Veröffentlichung im frühen 19. Jahrhundert hat es unzählige Künstler fasziniert und zu eigenen Schöpfungen herausgefordert. Die Ausstellung »Du bist Faust. Goethes Drama in der Kunst« in der Kunsthalle München präsentiert zahlreiche Gemälde, Grafi ken, Skulpturen, Fotografien, Vertonungen und Filme von rund 70 Künstlern aus Europa und den USA wie Eugène Delacroix (1798–1863), Charles Gounod (1818–1893), Max Beckmann (1884–1950), Karl Lagerfeld (*1933), Sigmar Polke (1941–2010), Martin Scorsese (*1942), Anselm Kiefer (*1945) und Robert Mapplethorpe (1946–1989).
Die innovativ inszenierte Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch das Drama und macht sie zu Weggefährten Fausts auf seiner rastlosen Suche nach Sinn und Ziel des modernen Lebens.Goethes ›Faust‹ ist ein Menschheitsdrama von größter Aktualität: Der Pakt mit dem Teufel, die Liebesbegegnung mit Margarete, der Treuebruch, die Selbstbetäubung im orgiastischen Treiben der Walpurgisnacht, Margaretes soziale Ächtung, ihr verzweifelter Kindsmord, das tragische Ende im Wahnsinn – all diese Szenen haben die europäische Kulturgeschichte bis in die Gegenwart geprägt und in verschiedenen Ländern zu sehr unterschiedlichen Formen der Auseinandersetzung angeregt.
Für eine Kunstausstellung mit literarischem Thema ist »Du bist Faust« nicht nur in Bezug auf die Werkauswahl, sondern auch hinsichtlich der Präsentation ein Novum: Die Besucher betreten selbst die Bretter, die die Welt bedeuten, und werden zu Wegbegleitern Fausts, Margaretes und Mephistos. Durch die theatrale Ausstellungsgestaltung wird das Publikum Teil der Inszenierung und sieht sich unmittelbar mit den zentralen Fragen des Goethe-Dramas konfrontiert. Im Titel der Ausstellung »Du bist Faust« klingt an, dass uns Goethes Faust, Margarete und Mephisto den Spiegel vorhalten: Themen wie Verführbarkeit, Jugendwahn, Egoismus und ein unstillbarer Hunger nach mehr bestimmen auch unser Leben.
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München
Aktuelle Veranstaltung
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Museen München Galerie Thomas: PAUL KLEE - MUSIK UND THEATER IN LEBEN UND WERK
PAUL KLEE
MUSIK UND THEATER IN LEBEN UND WERK

Austellung vom 23. Februar bis 12. Mai 2018
VERLÄNGERT BIS 9. JUNI!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Die Ausstellung „Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk“ in der Galerie Thomas folgt Paul Klees musikalischen Spuren und seinem großen Interesse an der Oper und dem Theater. Paul Klee (1879-1940)  war nicht nur bildender Künstler, sondern auch Musiker. In seiner Jugend hatte er sich nur schwer zwischen den beiden Professionen entscheiden können, und obwohl er der Malerei schließlich den Vorzug gab, blieb er der Musik zeitlebens eng verbunden: als  passionierter Geiger und als ebenso begeisterter wie kritischer Besucher von Konzerten und Opernaufführungen, vor allem auch in München. Musik und bildende Kunst gingen aber nicht nur in Klees Leben, sondern auch in seinem Werk eine enge Verbindung ein. Rhythmen und Melodien spiegeln sich in Landschaften, Architekturen und abstrakten Kompositionen, Pathos und Witz des Bühnenspiels liegen
 vielen seiner Figurenszenen zu Grunde. Mit rund 40 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von 1914 bis 1939 veranschaulicht die Galerie Thomas, wie Klee das Thema Musik durch alle Werkphasen hindurch beschäftigte. Darunter sind bekannte Werke, aber auch solche, die bisher nur selten oder gar nicht in Ausstellungen zu sehen waren. Die Ausstellung setzt dabei vor allem zwei Schwerpunkte: Auf der einen Seite sind dies Bühnenfiguren und Masken, also Werke, die aus seiner Leidenschaft für Oper, Theater und Puppenspiel entstanden, auf der anderen Seite zeichenhaftabstrakte Aquarelle und Gemälde, deren Bildgestaltung das Vorbild musikalischer Strukturen spiegelt.

Der Höhepunkt der Ausstellung ist das Bild  „Die Sängerin L. als Fiordiligi“, 1923, ein Werk, das Klee nicht nur genau vorbereitet, sondern auch mehrfach wiederholt hat. Nicht weniger als fünfmal hat er die Figur gestaltet, so häufig wie kein anderes Motiv in seinem Werk. Zwei Fassungen sind in der Ausstellung zu sehen: Das Hauptstück von 1923 und die davon abgeleitete handkolorierte Lithographie, die Klee nur an ausgewählte Sammler verschenkte. Eine weitere Fassung ist im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München und wird zeitgleich in der Ausstellung der Pinakothek der Moderne zu sehen sein. Neben privaten Leihgebern wurde die Ausstellung dankenswerter Weise auch von
 öffentlichen Museen mit Leihgaben unterstützt: Bechtler Museum of Modern Art, Charlotte (North Carolina, USA); Kunsthalle Karlsruhe; Franz Marc Museum, Kochel am See; Ulmer Museum, Ulm und andere.
Die Kuratorin der Ausstellung „Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk“ ist Dr. Christine Hopfengart, ehemalige Leiterin der Paul-Klee-Stiftung, Bern.

DOKUMENTATION
Die ausgestellten Werke werden von einer umfangreichen Dokumentation zu Klees „musikalisch-theatralischer Biographie“ begleitet. Seine Auftritte als Geiger kommen hier ebenso zur Sprache, wie seine Tätigkeit als Musikund Theaterkritiker oder der Einfluss der Musik auf seinen Unterricht am Bauhaus. Besondere Aufmerksamkeit gilt darüber hinaus seinen Verbindungen zur Münchner Musik- und Theaterszene. Hier empfing er nicht nur prägende Eindrücke in den Aufführungen des Münchner Hoftheaters und bei seinen zahlreichen Konzertbesuchen, hier machte er vor allem auch die entscheidenden Schritte hin zu seiner „musikalischen Bildsprache“. Parallel zur thematischen Ausstellung bietet die Galerie eine gesonderte Auswahl von Werken Paul Klees zum Verkauf an.

BEGLEITPROGRAMM
Die Galerie Thomas veranstaltet begleitend zur Ausstellung „Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk“ fünf Themenabende, die Klees Verbindung zu Musik und Theater vertiefen.Die Klee-Abende in der Galerie Thomas umfassen Konzerte, in denen Werke von Bach und Mozart zur Aufführung kommen, sowie die Arie der „Fiordiligi“ aus „Così fan tutte“, weil Klee diese Werke besonders liebte; andererseits Werke zeitgenössischer Komponisten nach Bildmotiven Paul Klees, eine Auf führung mit Repliken von Klees Handpuppen sowie eine Lesung aus seinen Schriften, Briefen und Tagebüchern. Paul Klee gehörte nicht nur zu den bildenden Künstlern des 20. Jahrhunderts, die sich am intensivsten mit Musik auseinandergesetzt haben, er war auch der jenige, der mit seinem malerischen Werk das umfangreichste Echo bei Musikern und Komponisten gefunden hat. Klee  selber nahm Anregungen aus der Musik auf und gab sie auch wieder zurück. Mehr als 450 Kompositionen sind seit den 1940er-Jahren bis heute entstanden, die sich auf Klee und einzelne seiner  Bilder beziehen. Die Inspiration durch Klee reicht bis in die Jetzt-Zeit hinein. Eine Vielzahl prominenter Kompositionen wird an den musikalischen Begleitabenden in unterschiedlichen Besetzungen interpretiert, darunter ein kompletter Zyklus des französischen Komponisten Francis Poulenc, bestehend aus sieben Liedern.

KATALOG
Ausstellungsbegleitend erscheint im Wienand Verlag das von Christine Hopfengart herausgegebene, gleichnamige Katalogbuch. Mit mehreren Beiträgen von kunst historischer und auch  musikwissenschaftlicher Seite gibt der reich bebilderte Katalog Einblick in Klees „Doppel-Leben“ als Maler und Musiker – seine besondere Existenz als „Maler-Geiger“ – und das künstlerische Spannungsfeld, in dem er sich bewegte. Das Katalogbuch zeigt neben zahlreichen Photographien aus dem privaten Leben Klees sowie der Theater- und
 Musikszene der Zeit sämtliche ausgestellten Werke in
 farbigen, ganzseitigen Abbildungen.


GALERIE THOMAS
Expressionism&Classic Modern
Türkenstrasse 16
80333 München


Abbildungen:

- PAUL KLEE
Komische Alte
Feder, Bleistift und Aquarell auf Papier auf Karton 1923
32,5 x 18 cm Dale Taylor & Angela Lustig
© Zentrum Paul Klee, Bern, Archiv / courtesy Galerie Thomas

- PAUL KLEE
Mephisto als Pallas Kreide,
Aquarell und Tempera auf Grundierung auf Papier 1939
48,5 x 30,9 cm Museum Ulm
© Museum Ulm / courtesy Galerie Thomas
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Kochel Franz Marc Museum: Paul Klee - Landschaften
Paul Klee - Landschaften
Eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis

Franz Marc Museum
25. Februar - 10. Juni 2018

Paul Klee, dessen Oeuvre über 10.000 Werke umfasst, hat sehr viele Landschaften gemalt. Dies ergibt zumindest ein Blick in sein Werkverzeichnis, wo der Begriff Landschaft in zahlreichen Bildtiteln vorkommt. Nur sehr selten wird er allerdings auf konkrete Orte bezogen, wie es bei einem traditionellen Verständnis der
Bildgattung zu erwarten wäre. Noch weniger entsprechen die Werke selbst dieser Erwartung.
„Landschaft“ ist bei Paul Klee kein wirklicher, sondern ein imaginärer Ort, der die allgemeine Vorstellung von Landschaft als Folie nutzt, um eine „kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis zu unternehmen“.
In seinem ersten kunsttheoretischen Text, „Schöpferische Konfession“ (1920) nutzt Klee das Bild der Reise, um den Rezipienten seiner Werke mit der zeitlichen Dimension der Bildbetrachtung vertraut zu machen und ihm die Assoziationsbreite der bildnerischen Zeichen zu vermitteln: „Entwickeln wir, machen wir unter Anlegung eines topographischen Planes eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis. Über den
toten Punkt hinweggesetzt sei die erste bewegliche Tat (Linie). Nach kurzer Zeit Halt, Atem zu holen. (Unterbrochene oder bei mehrmaligem Halt gegliederte Linie.) Rückblick, wie weit wir schon sind. (Gegenbewegung). Im Geiste den Weg dahin und dorthin erwägen (Linienbündel). Ein Fluß will hindern, wir bedienen uns eines Bootes (Wellenbewegung). Weiter oben wäre eine Brücke gewesen (Bogenreihe).“...
Der Spaziergang in einer Landschaft wird zum Gleichnis der Bildbetrachtung, die sich ebenso Schritt für Schritt vollzieht, wie die Erschaffung des Kunstwerks. Die spielerische Distanzierung von dem traditionellen Verständnis der Landschaftsmalerei ermöglicht es Klee, immer wieder neue Varianten dieser Gattung zu entwerfen und sich dabei völlige Freiheit von möglichen Naturvorbildern zu schaffen oder diese ganz zu verwerfen und sich nur auf imaginäre Bilder zu beziehen.
Die Ausstellung im Franz Marc Museum lädt dazu ein, den poetischen Text Paul Klees neben seinen Bildern zu betrachten und zu lesen und dabei die Vielfalt seiner Landschaften zu entdecken. Im Katalog, wie
an den Wänden der Ausstellungsräume wird der Text Paul Klees „inszeniert“. Die Buchstaben geraten in Bewegung und nehmen den  Ausstellungsbesucher mit auf die Reise durchs Bild.

Mit über 60 Exponaten stellt unsere Ausstellung eine kleine Landschaftstypologie Paul Klees vor. Von dem
„Blick auf einen Fluß“ (1912) und anderen, durch die sehr spezifische Auseinandersetzung Klees mit dem Impressionismus geprägten Naturstudien ausgehend, führt sie über die frühen, durch die Begegnung mit Kandinsky inspirierten Aquarelle, etwa „Die Erinnerung an Romanshorn“ (1913) oder „Friedhofsbau“ (1913), zu Bildern, die sich von einem traditionellen Verständnis der Gattung endgültig lösen. So könnte die Darstellung „Winterlich“ mit Klees Kommentar (landschaftlich, abstract) von 1923 eine Illustration der „kleinen Reise ins Land der besseren Erkenntnis“ sein. Auch „Burglandschaft m .d. schwarzen Blitz“ (1920), die „ Landschaft mit gelbem Kirchturm“ (1920) oder „Dünenlandschaft“ (1924) zeigen einen spielerischen, ironischen Umgang mit dem Konzept Landschaft. Schließlich kann Landschaft zum Synonym für Sinneseindrücke, Träume oder psychische Befindlichkeiten werden, etwa in der Zeichnung „Landschaft in Adur“ (1939), oder dem Gemälde „Landschaft für Verliebte“ (1924).

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Sammlung Moderne in der Pinakothek der Moderne statt. Dort wird parallel vom 01.03. bis 10.06.2018 die Ausstellung „Paul Klee, Konstruktion des Geheimnisses“  gezeigt. Die beiden Projekte verbindet ein gemeinsames  Begleitprogramm.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

Paul Klee, Ohne Titel (Schwarzes Herz und schwarzer Baum), 1939, 347 (Y 7)
Privatbesitz, Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee, Ermüdung in einer weitläufigen Stadt, 1915
Aquarell, Bleistift und Feder, 20 x 26,4 cm
Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Haus der Kunst: Blind Faith - Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion
Blind Faith: Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion

Ausstellung, von 02.03.18 — 19.08.18

Harte Tatsachen verlieren zunehmend an Gewicht in einer Zeit, in der sich in heutigen Gesellschaften ein Gefühl „blinden Vertrauens“ breit macht. Die Gegenwartskunst reagiert auf diese Tendenz, indem sie sich intensiv mit Körper und Geist beschäftigt: mit dem Viszeralen und dem Kognitiven. Die Ausstellung versammelt 28 international aufstrebende Künstler, die Konzepte von Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Meinung und Glauben mit den unterschiedlichsten Mitteln unter die Lupe nehmen:
Ed Atkins, Kader Attia, Olga Balema, Melanie Bonajo, Mariechen Danz, Cécile B. Evans, Andrea Éva Győri, Benedikt Hipp, Nicholas Hlobo, Marguerite Humeau, KAYA, Hanne Lippard, Wangechi Mutu, Otobong Nkanga, Naufus Ramírez-Figueroa, Jon Rafman, Mary Reid Kelley, Lili Reynaud-Dewar, Raphael Sbrzesny, Jeremy Shaw, Teresa Solar Abboud, Jol Thomson und David Zink Yi.

Die Ausstellung wird um ein ausführliches Programm an Live-Events, Performances und Vorträgen ergänzt sowie von einer Publikation begleitet.

Kuratiert von Julienne Lorz, Daniel Milnes und Anna Schneider


Fotos:
Mary Reid Kelley mit Patrick Kelley,
This is Offal, 2016
1-Kanal-Video, HD, Ton 12:30 Min

Ed Atkins,
Safe Conduct 2016,
3-Kanal HD Video mit Ton (Filmstandbild), 9:05 Min.
Courtesy the artist, Isabella Bortolozzi Galerie, Cabinet Gallery, Gavin Brown’s Enterprise, Dépendance
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Penzberg Museum: „Werdet wie ich: Johannes Grützke!“
„Werdet wie ich:  Johannes Grützke!“

Ausstellung vom 09.03.2018 bis 03.06.2018

Museum Penzberg
Sammlung Campendonk

 „Zeichnet die Wege nach, die ihr gegangen seid: Hinterlaßt Spuren! Setzt Zeichen! Seid selbst Zeichen! Manifestiert euch! Dokumentiert euch! Werdet wichtig! Werdet wie ich: Johannes Grützke!“
 
So beendete Johannes Grützke seine Reden im Progressiven Museum Basel 1970 sowie 1977 im Theater Cordial Köln und in der Berliner Galerie Natubs. Meinte er das ernst? War das Eitelkeit? Oder war das reine Provokation? Klar ist, dass der Berliner Künstler (19372017) die Selbstinszenierung zentral in seinem Werk verankerte. Damit ist er heute, ein Jahr nach seinem Tod, aktueller denn je: Nicht zuletzt eine Vielzahl an Medien rückt die Selbstdarstellung und die Dokumentation des eigenen Lebens zunehmend in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft. Grützke brauchte dazu allerdings keine digitalen, sozialen Netzwerke. Das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk zeigt, wie genial Grützke sich ganz klassisch malerisch in Szene setzte in seinen üppigen Ölbildern, leuchtenden Pastellen und zarten Grafikzyklen. Er verstand sich dabei stets als Vertreter des Volkes – und somit sind seine Bilder auch immer der Spiegel des Volkes.

„Malen ist Denken.“
 
Das war die felsenfeste Überzeugung von Johannes Grützke. Gekonnte Technik und eine subtile Gesellschaftsanalyse waren dafür sein Handwerkszeug. Frechheit und Ironie waren seine ganz besonderen Zutaten. Das Ergebnis sind Bilder, die manchmal fast altmeisterlich und historisierend, dann wieder frei schwingend, aber immer ganz klar figurativ sind. Auch wenn man auf Anhieb die Motive schnell umreißen kann, so merkt man bald: Hier brodeln viele Bild- und Gedankenebenen unter der Oberfläche. Johannes Grützke spielt mit Zitaten aus der Malerei und der Geschichte.

"Malen ist Erkenntnis."
 
Grützke traute sich, radikal subjektiv und radikal gegenständlich seine ureigene Wahrnehmung von Welt, Mensch und Leben zu malen. Mutig wechselte er dabei die Blickwinkel, probierte verschiedene Rollen aus und scheute sich auch nicht davor, mit einer ordentlichen Portion Humor den Perspektivenwechsel anzugehen. Heraus gekommen sind dabei oft schonungslose (Selbst-) Inszenierungen als gebündelte Erkenntnisse über Historie, menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Werte. 
 
„Kunst ist nicht modern, sondern immer!“
 
Gemäß dieser Devise des Berliners werden die Besucher in der Ausstellung auf drei Stockwerken mit rund 60 Werken zu einem Gedankenaustausch mit Johannes Grützke eingeladen: Im Erdgeschoss dreht sich alles um die Themenkomplexe Gesellschaft und Individuum, Selbstinszenierung und Rollenspiele in opulenten Ölbildern. Im Obergeschoß geht es zudem um die Hinterfragung des künstlerischen Selbst. Während im Dachgeschoß Grützkes Bezüge zu Kunst, Musik und Theater in Pastellen und Grafiken nachvollziehbar werden. 
 
Johannes Grützke (1937-2017) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin u.a. als Meisterschüler von Peter Janssen. 1962 war er Schüler von Oskar Kokoschka an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg. 1965 gründete er das Musikensemble „Die Erlebnisgeiger“, 1973 setzte er als Mitbegründer der „Schule der Neuen Prächtigkeit“ weitere provokante Maßstäbe, die er auch am Theater und im Film auslebte: Ab 1979 war er Bühnenbildner für Peter Zadek und von 1985-88 sein künstlerischer Berater am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. In den 1980er Jahren arbeitet er als Schauspieler u.a. mit Otto Waalkes und Ulrich Schamoni zusammen. 1976/77 lehrte er als Gastdozent an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, 1987 war er Dozent an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Künste Salzburg. 1992 bis 2002 war er Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Er malte bis zu seinem Tod 2017. 
 
Die Ausstellung ist entstanden in Kooperation mit der Galerie KK Klaus Kiefer, Essen. Alle Bildrechte: Galerie KK Klaus Kiefer, Essen

Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Am Museum 1(Ehemalige Karlstraße 61)
82377 Penzberg

Abbildungen:

Grützke
Authentizität Realität Idealität Demut, 1995

Grützke
Wildung mit Affe 2011
© Galerie KK Klaus Kiefer

Johannes Grützke
Die Gans, 2004
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Murnau Schlossmuseum: Wladimir von Bechtejeff - Wiederentdeckt!
Wladimir von Bechtejeff - Wiederentdeckt!
Schlossmuseum Murnau

Ausstellung vom 22. März bis 01. Juli 2018

Alexej von Jawlensky lobte ihn als Naturtalent, Franz Marc hielt ihn für feinfühlig und melancholisch. Der Maler und Illustrator Wladimir von Bechtejeff ist heute kaum
noch bekannt, obwohl sich sein monumentales Ölbild „Rossebändiger“ von 1912 in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, und weitere Bilder in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Von der Heydt-Museum Wuppertal, und in zahlreichen Privatsammlungen befinden.

Der geborene Moskauer studierte Malerei an der dortigen Akademie der Künste und
führte ab 1902 seine Kunststudien in München und Paris fort. Später war er als Mitglied
der Neuen Künstlervereinigung München (N.K.V.M.) erfolgreich, musste aber 1914 wie
so viele ausländische Künstler, Deutschland Hals über Kopf verlassen. Nach der Rückkehr
in die Heimat erfuhr Bechtejeff dort bald Verbannung und Malverbot.
 
Nicht nur sein Frühwerk verdient eine Wiederentdeckung, sondern auch seine ganz andersartigen Arbeiten der russischen Periode. Dem Schloßmuseum Murnau und
Jelena Hahl-Fontaine ist es geglückt, in dieser ersten Retrospektive Bechtejeffs über sechzig Gemälde und Grafiken des Künstlers zusammenzuführen und damit Einblick in
das vielfältige Werk eines Künstlers zu geben, der in politisch schwierigen Zeiten allzu schnell in Vergessenheit geraten und dessen Wiederentdeckung längst überfällig war.

Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Begleitpublikation mit erstmals ver-öffentlichten Werken, Dokumenten und Fotografien, einer das erste Mal auf Deutsch publizierten Autobiografie sowie Fachbeiträgen von Jelena Hahl-Fontaine und Annegret Hoberg

Schlossmuseum Murnau
Schloßhof 2-5,
82418 Murnau am Staffelsee

Abbildungen:

Wladimir von Bechtejeff, Amazonenjagd, um 1910, Aquarell,
Privatsammlung

Wladimir von Bechtejeff, Bacchanal (Vorstudie), um 1911, Öl auf Karton,
Privatbesitz, Ursprünglich im Besitz von Adolf Erbslöh

Wladimir von Bechtejeff, Pferde am Meer, 1912, Aquarell auf Papier,
Privatsammlung, Schweiz
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