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Konzert Fürstenfeld: Chris Gall & Bernhard Schimpelsberger
JazzFirst
Chris Gall & Bernhard Schimpelsberger
Myriad
Chris Gall (piano)
Bernhard Schimpelsberger (drums & percussion)

Vor einer Dekade spielten Pianist Chris Gall und Drummer Bernhard Schimpelsberger gemeinsam in der Formation „Taalism“, für ein Studiokonzert trafen die zwei Musiker nun wieder aufeinander. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Während Schimpelsberger intensiv in die Welt indischer Rhythmik eintauchte und vor Ort mit Meistern wie Akram Khan Erfahrungen sammelte, musizierte Gall mit seinem Klaviertrio sowie als Gast bei „Quadro Nuevo“ und experimentierte als Solist in verschiedenen Genres. Beide Künstler waren also bei ihrem Aufeinandertreffen musikalisch in neuen Sphären beheimatet, gleichwohl aber aufgeschlossen für Neues. Miteinander vertraut, kommunizieren sie in spannenden Dialogen und präsentieren ihre musikalische Vision von „East meets West“. Schimpelsberger übernimmt mit speziell angefertigten Perkussionsinstrumenten wie dem Garrapata die Melodiefunktion, während Gall seinem Klavier groovende Begleit-Rhythmen entlockt − und umgekehrt. So ergibt sich eine vielschichtige Matrix aus Weltmusik, Neo-Klassik und Jazz in der aufregenden Duo-Konstellation aus Klavier und Perkussion.

Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Fürstenfeld 12
82256 Fürstenfeldbruck
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Tipp Fürstenfeld: Chris Gall & Bernhard Schimpelsberger
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Chris Gall & Bernhard Schimpelsberger
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Chris Gall (piano)
Bernhard Schimpelsberger (drums & percussion)

Vor einer Dekade spielten Pianist Chris Gall und Drummer Bernhard Schimpelsberger gemeinsam in der Formation „Taalism“, für ein Studiokonzert trafen die zwei Musiker nun wieder aufeinander. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Während Schimpelsberger intensiv in die Welt indischer Rhythmik eintauchte und vor Ort mit Meistern wie Akram Khan Erfahrungen sammelte, musizierte Gall mit seinem Klaviertrio sowie als Gast bei „Quadro Nuevo“ und experimentierte als Solist in verschiedenen Genres. Beide Künstler waren also bei ihrem Aufeinandertreffen musikalisch in neuen Sphären beheimatet, gleichwohl aber aufgeschlossen für Neues. Miteinander vertraut, kommunizieren sie in spannenden Dialogen und präsentieren ihre musikalische Vision von „East meets West“. Schimpelsberger übernimmt mit speziell angefertigten Perkussionsinstrumenten wie dem Garrapata die Melodiefunktion, während Gall seinem Klavier groovende Begleit-Rhythmen entlockt − und umgekehrt. So ergibt sich eine vielschichtige Matrix aus Weltmusik, Neo-Klassik und Jazz in der aufregenden Duo-Konstellation aus Klavier und Perkussion.

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Zugabe Landsberg Filmforum: ON THE MILKY ROAD
ON THE MILKY ROAD
Emir Kusturica entfesselt mit überbordendem Einfallsreichtum die furiose Bilderflut eines modernen Märchens.

Mitreißend erzählt der preisgekrönte Regisseur von der Liebe in Zeiten des Krieges im ehemaligen Vielvölkerstaat Jugoslawien. Sein buntes, oft schrilles und zuweilen wunderbar sentimentales Werk umspannt die letzten Tage der jüngsten Balkankriege bis fast in die Gegenwart, und es ist, wie bei ihm üblich, Melodram und Slapstick, Heimatfilm und Musikvideo, Abenteuerfilm und romantisches Märchen zugleich. Erzählt wird die Geschichte des liebenswürdigen Musikers und Lebemannes Kosta, der jeden Tag aufs Neue die Frontlinien durchbricht, um den kämpfenden Soldaten von einem Bauernhof frische Milch zu bringen. Traumatisiert von der Ermordung seines Vaters macht er sich mit seinem treuen Esel immer wieder auf den gefährlichen Weg. Auf dem Hof trifft er stets die athletische Turnerin Milena, die bereits ein Auge auf ihn geworfen hat. Doch als Kosta die rätselhafte italienische Schönheit sieht, ist es um ihn geschehen. Leider ist diese mysteriöse Frau bereits vergeben. Sie soll einen wilden Kriegshelden heiraten, Milenas Bruder. Gleichzeitig ist ihr auch ein  rachsüchtiger Nato-General verfallen, der für sie seine Frau umgebracht hat. Trotz allem düsteren Hintergrund strahlt die Fabel über die Liebe eine Lebensfreude aus, die einfach ansteckt. Ein selbstverliebtes Huhn, in Blut badende Gänse, explodierende Schafe, zahme Wanderfalken und eine Milch trinkende Schlange, die Menschenleben rettet – es ist ein reichlich verrücktes Bestiarium, das sein neues Epos  mit magischem Realismus bevölkert. Emir Kusturica, der zweimalige Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, feiert einen bildlichen Sieg des Autorenkinos über das Mainstream-Hollywood.
R+B: Emir Kusturica – D: Monica Bellucci, Emir Kusturica, Sloboda Micálovic, Maria Darkina, Sergej Trifunovic – Serbien/ Großbritannien/ USA 2016, L:125 Min.

FILMFORUM im Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381
86899 Landsberg am Lech
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Museen München Haus der Kunst: Thomas Struth: Figure Ground
Thomas Struth: Figure Ground

Haus der Kunst
Ausstellung vom 05. Mai 2017 bis 07. Januar 2018

Die Übersichtsausstellung des wegweisenden deutschen Fotografen Thomas Struth (*1954) ist die bislang umfangreichste Präsentation seines genrebestimmenden ¼uvres. Sie umfasst vier Jahrzehnte und jede Phase seiner bedeutenden künstlerischen Karriere. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen dabei die Aspekte seiner gesellschaftlichen Interessen, die die wichtigsten Triebkräfte in Struths international einflussreicher künstlerischen Entwicklung darstellen. Von seiner ersten Serie Unbewusste Orte, die 1987 publiziert wurde, bis zu seinen jüngsten Arbeiten, die sich mit Wissenschaft und Technologie in einer globalisierten Welt befassen, entfaltet Struths Arbeit ihre eigene analytische Qualität – durch seine Themenwahl, deren fotografische Umsetzung und die Arten der Präsentation. Befragt werden die Relevanz des öffentlichen Raums und die Transformation der Großstadt, der Faktor des sozialen Zusammenhalts durch familiäre Solidarität, die Bedeutung der Beziehung zwischen Natur und Kultur und die Grenzen und Chancen neuer Technologien. Weiterhin sind Struths Zielsetzungen durch einen teilhabenden Impuls charakterisiert, da seine Bilderfindungen und Bildstrategien auf der Basis kollektiven Wissens individuelle Interpretationen zulassen. Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal frühe Arbeiten sowie Ressourcen zu Struths Themen, die er über Jahrzehnte gesammelt hat, die Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers vermitteln. Zusammen mit den Fotografien beleuchtet dieses Material die über lange Zeit bestehenden Interessen, die den verschiedenen Serien zugrunde liegen, und zeigen den Prozess der künstlerischen Umsetzung bis zur Fertigstellung des Bildes. Mit rund 130 Werken, zwei Mehrkanal-Videoinstallationen und einer Auswahl von Archivmaterial liefert die Ausstellung im Haus der Kunst den bislang vollständigsten Überblick über Struths künstlerische Entwicklung bis zum heutigen Tag. Seine frühen Ideen werden mit bekannten Serien in Zusammenhang gebracht, darunter Straßen, Unbewusste Orte, Portraits, Museumsbilder, Paradise, und Audiences, die wiederum mit ortsspezifischen Arbeiten wie dem Löwenzahnzimmer in Dialog treten, Fotografien von Landschaften undBlumen für die Krankenzimmer der Klinik Lindberg imschweizerischen Winterthur. Weiterhin vertreten sind Fotografien, die vor kurzem in der Ausstellung Nature & Politics gezeigt wurden. Innerhalb dieses Wechselspiels wird durch die Fähigkeit des Künstlers, Analyse und individuelle Bildfindung in facettenreichen Werken und Techniken zusammenzuführen, eine übergreifende Idee erzeugt, wie den fundamentalen Belangen von heute zu begegnen ist.

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Bilder:

- Crosby Street, Soho, New York 1978
Silver gelatin print
66,0 x 84,0 cm
© Thomas Struth

- Kyoko und Tomoharu Murakami, Tokio, 1991
Chromogenic print
105,5 x 126,0 cm
© Thomas Struth

National Gallery 2, London 2001
Chromogenic print
148,0 x 170,4 cm
© Thomas Struth
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Museen Dachau Bezirksmuseum: 500 Jahre Reformation
Bezirksmuseum Dachau

500 Jahre Reformation
Zur Geschichte der Protestanten im Dachauer Land

19. Mai 2017 bis 28. Januar 2018

Die öffentliche Kritik Martin Luthers an den kirchlichen Missständen, insbesondere am Ablasshandel, verbreitete sich infolge der Erfindungen im Buchdruck im ganzen deutschsprachigen Raum wie ein Lauffeuer. Sie traf den Nerv der Menschen und stieß zunächst auch in Bayern auf Sympathien.
Die Bauern im Landgericht Dachau blickten über den Lech auf die blutigen Kämpfe ihrer unterdrückten Standesbrüder. Auch in den Hofmarken und Klöstern gärte es: 1528 wurden die adeligen Brüder Augustin und Christoph Perwanger, Anhänger der Täufer-Bewegung und Hofmarkbesitzer von Günzlhofen und Vogach, als Ketzer hingerichtet. Im Kloster Altomünster begeisterte sich Johannes Hausschein, genannt Oecolampadius für die reformatorische Sache und auf Schloss Odelzhausen finden wir in Johannes Mathesius, den ersten Biografen Martin Luthers.
Was als Widerspruch begann, endete mit der Abspaltung der evangelischen Kirche. Doch Bayern blieb gemäß dem Grundsatz cuius regio, eius religio katholisch. Erst in Folge des Religionsedikts von 1803 wanderten protestantische Familien aus der Pfalz ins Dachauer Land ein. Barbara Strohms Tagebuch verrät, wie sie sich fühlte, als sie zusammen mit ihren Eltern 1819 Wagenried im Landgericht Dachau erreichte: in einem fremden Land und nicht katholisch. Damals entstanden in Kemmoden und Lanzenried die ersten evangelischen Kirchenbauten. Doch war der Weg zum toleranten Miteinander nicht selten mühevoll. Man wolle wohl auch lieber ächt katholische Dornen, Disteln und Sümpfe, als ketzerische Wiesen und Futterkräuter haben, vermutete der Protestant Friedrich Nicolai auf seiner Reise durch das Bayernland im Jahr 1781.
Schließlich wurde durch die gewaltigen Flüchtlings- und Vertriebenenströme nach dem Zweiten Weltkrieg die konfessionelle Spaltung allerorten greifbar. In Dachau und Karlsfeld machten die Protestanten nun fast ein Viertel der Bevölkerung aus. Wie aber erging es den andersgläubigen Fremden, wie den alteingesessenen Katholiken? Zuwanderung, Vorurteile, Ausgrenzung und Integration fanden damals statt.
Die Ausstellung geht der regionalen Historie mit vielen interessanten Objekten nach, darunter Ablassbriefen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, einer frühen Ausgabe der Lutherbiografie von Johannes Mathesius aus dem Jahr 1570 und Filmausschnitten über die protestantischen Neusiedler aus der Pfalz.
Zu Beginn der kalten Jahreszeit wird die Ausstellung um das Thema ›Protestantische Weihnachtszeit‹ ergänzt.
Zur Ausstellung erscheint ein informativer Begleitband.


Bezirksmuseum Dachau
Augsburger Straße 3
85221 Dachau
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Museen München Jüdisches Museum: Never Walk Alone - Jüdische Identitäten im Sport
Ausstellung vom 15. April 2017 bis 07. Januar 2018

Ernst Emanuel Simon verließ den Berliner Sport Club nach antisemitischen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg. Er trat 1918 dem Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba bei. Neben seinem Medizinstudium in Würzburg wurde er 1919 Berlin-Brandenburgischer Meister sowie 1921 Bayerischer Meister im 800-Meter-Lauf. Er war Mitbegründer des Makkabi-Weltverbandes und wanderte 1924 nach Palästina aus. Dort setzte er sich für die Institutionalisierung des Sportunterrichtes ein. Er war Mitorganisator der ersten Makkabiade 1932, den ersten jüdischen Weltsportspielen in Palästina. Vor allem war er ein Pionier der Sportmedizin. Sein Foto beim Zieleinlauf im August 1919 ist das Eröffnungsbild der Ausstellung Never Walk Alone. Jüdische Identitäten im Sport.In den beiden Ausstellungsebenen positionieren sich Sportlerinnen und Sportler und Fans jüdischer Herkunft in der Sportarena. Die Konzentration auf einzelne Biografien erlaubt es einerseits, die Selbstwahrnehmung der Sportlerinnen und Sportler zu betrachten und andererseits auch Zuschreibungen von außen offenzulegen. Die Anfänge der Sportbegeisterung sind ebenso Thema wie die facettenreichen 1920er Jahre sowie Ausgrenzung und Verfolgung während des Nationalsozialismus. Der Bogenwird von jüdischen Überlebenden in den Displaced-Person Camps der deutschen Nachkriegszeit über sportliche Positionierungen von Deutschen jüdischer Herkunft in der Emigration gespannt; bis hin zu athletischen Leistungen, die in den letzten Jahren Beiträge zum lokalen Sportgeschehen liefern.Der Titel der Ausstellung Never Walk Alone ist inspiriert von dem Lied You'll Never Walk Alone, das ursprünglich für das Musical Carousel geschrieben wurde. Der Liedtexter Oscar Hammerstein II. und der Komponist Richard Rodgers, übrigens beide jüdisch-amerikanischer Herkunft, vermitteln hierin Zugehörigkeit, Motivation, Trost und Unterstützung für die Protagonistin. In den Sportarenen ist die Idee der Singenden — inzwischen nicht mehr nur beim FC Liverpool — vergleichbar.

Jüdisches Museum München
St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

Fotos:
- Der Läufer Ernst E. Simon | Berlin, um 1919 | Familie Simon, Israel
- Die Ringer Julius (links) und Hermann Baruch vor der Sammlung ihrer Medaillen, Pokale und Urkunden | Bad Kreuznach, um 1927 | Baruch-Archiv, Wiesbaden
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Museen Rosenheim: PHARAO - LEBEN IM ALTEN ÄGYPTEN
Ausstellung vom 24. März bis 03. Dezember 2017

Zwischen Menschen und Göttern, zwischen Himmel und Erde. Gewaltige Grabanlagen und steinerne Monumente königlicher Allmacht, die den Himmelsaufstieg des Pharaos und seine Eingliederung in den Kreislauf der Sonne symbolisieren. Hier lebten Menschen, die arbeiteten und feierten, an Kulten und Kriegen teilnahmen, liebten und litten, Kinder zeugten und starben.

Vom 24. März bis 03. Dezember 2017 dreht sich im AUSSTELLUNGSZENTRUM LOKSCHUPPEN in Rosenheim alles um die legendären Pharaonen und ihr Reich, das Alte Ägypten. Die Ausstellung eröffnet einen neuartigen Blick auf die älteste Hochkultur der Welt.

Was hielt diese Gesellschaft über Jahrtausende zusammen? Wer erkämpfte Ägyptens Größe? Wer baute die monumentalen Grabanlagen, Tempel und Paläste?

Über 300 originale, bis zu 4.500 Jahre alte Artefakte vermitteln eine einmalige „Aura“ der Geschichte‍‍(n). Detailgetreue Modelle und spannende Medienstationen machen das Leben im Alten Ägypten erfahrbar. Erleben Sie eine Kultur, die im Kreislauf von fruchtbarer Überschwemmung und sengender Trockenheit, in Zeiten des Umbruchs und des Aufstiegs über sich hinaus wuchs.

Lüften Sie die Geheimnisse. Erleben Sie die Faszination. Entdecken und verstehen Sie die mächtige Welt der Pharaonen.

Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizeaus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und MuseumsPartner  Die Kunstspedition.


Ausstellungszentrum Lokschuppen | Rathausstr. 24 | 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 18 Uhr | Sa, So, Fei: 10 – 18 Uhr
Information und Buchung: Tel.: 08031 365 9036 | E-Mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de
www.lokschuppen.de

Fotos:
Kopf eines Königs
Basalt, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statue des sitzenden Nefer-ihi
Rosengranit, Altes Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Relief eines stehenden Mannes mit Stabstrauß
Kalkstein, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Statuetten des Amenophis III. und der Teje
Ebenholz und Gold, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Bronzefigur einer Katze
Bronze, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statuette einer Frau
Holz, Altes Königreich
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob
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Museen München Haus der Kunst: Oscar Murillo & Polina Kanis
Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation

Kapsel 08 / Polina Kanis
The ProcedureMünchen

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 18. März 2018

Vom 15. September 2017 bis zum 18. März 2018 zeigt das Haus der Kunst die vierte Ausgabe seiner Kapsel-Ausstellungen. Diese Reihe eröffnet Einblicke in gegenwärtige künstlerische Produktionen und Methoden. Sie bietet jungen, international aufstrebenden Künstlern mit einer markanten konzeptuellen Vision die Gelegenheit, eine neue Arbeit zu entwickeln und vorzustellen. In diesem Herbst wurden der aus Kolumbien stammende, in London lebende Künstler Oscar Murillo (*1986) und die derzeit in Amsterdam lebende, russische Künstlerin Polina Kanis (*1985) eingeladen. 

Oscar Murillo
In nur wenigen Jahren hat Oscar Murillo eine der aufregendsten Positionen der Gegenwartskunst entwickelt. Seine ursprüngliche Fokussierung auf die Malerei hat er durch die Integration von Videos, Zeichnungen, Drucktechniken, Skulptur, installativen und performativen Elementen wesentlich erweitert.  Aufsehen erregend war seine Installation „Signalling devices in now bastard territory“ auf der 56. Biennale von Venedig (2015). Dort verhängte er den Zentralpavillon mit einer Reihe schwerer schwarzer Leinwände. Diese waren im selben Jahr erstmalig bei einer Präsentation in Bogotá aufgetaucht. Raumgreifend und extrem dicht, bestehen diese Installationen aus schweren, teilweise zerrissenen und wieder zusammengenähten Leinenstoffen, beidseitig mit schwarzer Ölkreide und Ölfarbe bemalt. Sie sind auf Stahlkonstruktionen drapiert, die an Obduktionstische oder an die Gerüste von Stockbetten erinnern, oder wie an Wäscheleinen aufgehängt, die den Raum ihrerseits neu ordnen. Historische, ökonomische, gesellschaftliche und philosophische Assoziationsfelder sind gegenwärtig: Waagen, die an industriell gefertigten Haken montiert sind, repräsentieren ein System des Messens; ein Gemisch aus Ton und Mais setzt skulpturale Akzente, Lebenszeichen ähnlich. Boden, Wände und Blickachsen verbinden sich zu einer vibrierenden Raumkonstellation. 

Polina Kanis

Für ihre Ausstellung im Haus der Kunst hat Polina Kanis erstmals eine Dreikanalinstallation geschaffen. Damit erweitert sie ihre bisherige filmische Praxis.  Die Protagonisten von Polina Kanis' bisherigen Filmwerken bewohnen geschlossene räumliche Systeme. Sie führen automatisierte und ritualisierte Handlungen aus, die von einer unsichtbaren Instanz gelenkt zu sein scheinen. Mit dieser Art Mikrokosmos drückt Polina Kanis ihr Interesse daran aus, wie architektonische Gegebenheiten Machtstrukturen begünstigten, Menschen beeinflussen und sogar pervertieren. Bereits in ihrem 2016 realisierten Projekt „The Shift“ diente ein Museumsgebäude als Ausgangspunkt für Reflexionen über Gemeinschaft und Isoliertheit. Auch in ihrer eigens für das Haus der Kunst neu geschaffenen Installation „The Procedure“ ist das Gebäude ein Museum, doch diesmal liegt es in Trümmern – es fiel einer nicht genauer benannten Katastrophe zum Opfer. Zwar werden Maßnahmen angestrengt um herauszufinden, was geschehen ist, doch bleiben diese vage und stumm. Alle Befragten antworten mit demselben Satz: „Ich habe nichts gesehen.“  Der Film führt den Betrachter in eine geteilte Welt. Das ehemalige Museum und der umgebende Wald sind zum Sperrgebiet geworden, die Zone und ihre Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Die Personen dürfen die andere Seite erst nach einem Verhör an der Grenze betreten, und vielleicht auch nur dann, wenn sie Artefakte aus dem Museum - die sie ausgegraben, gesammelt undherausgeschmuggelt haben –, zum Tausch anbieten.

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN

Bilder:

- Polina Kanis
Celebration
2014
HD Video, Loop
13:27 Min
Courtesy of the artist

- Polina Kanis
Eggs
2010
HD Video
17:16 Min
Courtesy of the artist

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter
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heute
Museen München Haus der Kunst: Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst
Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 08. April 2018

„Again and Again“ veranschaulicht, wie formale und räumliche Strategien der Wiederholung – wie etwa Loop, Mehrkanal-installationen, Split Screen, mehrfache Perspektiven oder Experimente mit Serialität – das erzählerische Instrumentarium digitaler Videoarbeiten der 1990er- und 2000er-Jahre erweitert haben. Die hier versammelten Arbeiten beschäftigen sich mit einem zersplitterten Bild vom Selbst um die Jahrtausendwende. Ein deutliches Interesse an Entwürfen von individueller und kultureller Identität verbinden die Künstlerinnen und Künstler mit einem analytischen Blick auf die Massenmedien, Genderforschung, wissenschaftlichen Fortschritt sowie auf ihr eigenes Medium, den Film. Schon die ersten Beispiele von Videokunst aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren zeigen, wie dieses Medium von Anfang an mit Ideen des Selbst verbunden war. Die Beziehung zwischen dem gefilmten Objekt (oft der Künstler oder die Künstlerin selbst), der Kamera und dem Wiedergabe-Monitor bedeutete, dass die Künstler die Bilder, die sie schufen, simultan anschauen und sofort mit ihrem eigenen Abbild interagieren konnten. Das führte dazu, dass der Wiedergabe-Monitor oft in das Kunstwerk selbst integriert wurde: Künstler benutzten ihn wie einen Spiegel. Diese Verschmelzung der physischen Reflexion mit dem kognitiven Akt der Selbstreflexion hatte zur Folge, dass in der Videokunst der psychologische Zustand elementarer Bestandteil des Werks geworden ist. Um diese Verquickung von Psychologie und bewegtem Bild geht es in den Arbeiten von Kristin Lucas, Doug Aitken und Tracey Emin. In „The Interview“ führt Tracey Emin beispielsweise einen psychoanalytischen Dialog mit sich selbst, der als Gespräch zwischen zwei verschieden gekleideten Traceys inszeniert ist. Die eine Tracey, die auf der Couch sitzt, repräsentiert das Irrationale, während die zweite den Advocatus Diaboli spielt und eine rationalere Version der Ereignisse vorbringt; eine Anordnung, die eindeutig freudianischen Konzepten verpflichtet ist. 

Eine kritische Analyse der Verbindung zwischen persönlicher Identität und Massenmedien prägt mehrere Werke in der Ausstellung, die populärere Formen der Mainstream-Bildproduktion unter die Lupe nehmen: Kino, Fernsehen und Werbung. Mathilde ter Heijne und Candice Breitz verwenden beispielsweise gefundenes Filmmaterial und Sampling-Techniken, um zu zeigen, wie die Medien die Entwicklung der weiblichen Identität beeinflussen. Für die Arbeit „Becoming“ (2003) schlüpft Breitz in die Rolle weiblicher Hollywoodstars, um die abgenutzten Klischees weiblichen Verhaltens im Kino zu analysieren. Der Titel bezieht sich auf das Buch „Das Andere Geschlecht“ (1949), in dem Simone de Beauvoir die Theorie aufstellt, "man wird nicht als Frau geboren, man wird es", sowie auf die populäre MTV-Show „Becoming“, die ehrgeizigen Fans die Gelegenheit bot, Musikvideos ihrer Lieblingsstars nachzustellen. Beim Betreten des Raumes begegnet man einer Hollywoodschau-spielerin, z.B. Meg Ryan, Cameron Diaz oder Julia Roberts, die stereotype und sexistische Sprüche rezitiert, wie sie im Mainstream-Kino oft vorkommen. Umrundet man die Installation, sieht man, wie Breitz diese Szenen in Schwarzweiß nachspielt und dabei besonders auf Körpersprache und Mimik achtet. In Kombination mit ihrem Kurzhaarschnitt und ihrem strengen weißen Hemd stellt Breitz' Nachahmung dieser Gesten die Absurdität von Hollywoods Simplifizierungen des Weiblichen bloß.  Die Arbeiten von Cindy Sherman, Mark Leckey, Ryan Trecartin und Brice Dellsperger sind weitere Beispiele für das sich stets wandelnde Verständnis von Gender-Identität in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren. In der fortlaufenden Serie „Body Double“ (1995) stellt Dellsperger bekannte Filme nach, indem er sich auf einen einzigen oder wenige Protagonisten konzentriert, die dann mithilfe visueller Effekte zur Replik werden. Für „Body Double #17“ stellt er David Lynchs Kultfilm „Twin Peaks: Fire Walk with Me“ (1992) nach.

Dabei lässt er nur zwei Schauspielerinnen auftreten: zwei Schwestern, die sich zwar ähnlich sehen, aber keine eineiigen Zwillinge sind. Szene für Szene werden sowohl Männer- als auch Frauenrollen immer nur von diesen beiden Frauen gespielt; Erwartungen des Publikums werden enttäuscht, da ihm jegliche visuellen Gender-Codes verweigert sind. Im Ergebnis muss der Betrachter ihr „wahres Geschlecht“ mittels Verhaltensdynamik und Handlungen der Charaktere bestimmen. Ryan Trecartin erweitert das Genderspektrum in seiner Arbeit „What’s the Love Making Babies For“ (2003), die sich gegen heteronormative Modelle sexueller Identität und traditionelle Vorstellungen von Fortpflanzung stellt. Indem er eine alternative, "faggy gay"-Existenz vorstellt, bezieht Trecartin kritisch Stellung gegen das klassisch heterosexuelle Familienmodell mit seinen Konnotationen von Selbstoptimierung und Erfolg. Auch Matthew Barneys einflussreicher „Cremaster Cycle“ und Bjørn Melhus’ Achtkanal-Installation „Again and Again (the borderer)“ (1998) befassen sich mit der Biologie der menschlichen Fortpflanzung und gehen auf potenziell verheerende Folgen der Reproduktionstechnologie zum Klonen von Menschen ein. Mit diesen Momenten einer Spaltung oder Replikation des Selbst veranschaulicht die Ausstellung, wie Medien und gesellschaftliche Konstrukten wiederkehrende Identitätsmodelle zyklisch fortschreiben. Das Spektrum von Konzepten des Selbst in „Again and Again“ reicht von Autobiografie und Geständnis (etwa bei Leckey oder Emin) über das Typologische bis hin zum Schematischen (wie bei Sherman oder Melhus). Indem die Arbeiten unterschiedliche Entwürfe persönlicher Identität zwischen Subjekthaftigkeit und Objekthaftigkeit vorstellen, hinterfragen sie den Stellenwert des Individuums am Anbruch des neuen Jahrtausends. Again and Again wird von Daniel Milnes kuratiert.

Mit Arbeiten von:
Doug Aitken (*1968, Redondo Beach, CA)
Matthew Barney (*1967, San Francisco, CA)
Candice Breitz (*1972, Johannesburg)
Brice Dellsperger (*1972, Cannes)
Tracey Emin (*1963, Croydon)
Mathilde ter Heijne (*1969, Straßburg)
Mark Leckey (*1964, Birkenhead)
Kristin Lucas (*1968, Davenport, IA)
Bjørn Melhus (*1966, Kirchheim unter Teck)
Cindy Sherman (*1954, Glen Ridge, NJ)
Ryan Trecartin (*1981, Webster, TX)

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Bilder:

- Brice Dellsperger
Body Double 17 (Filmstill)
2001
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton)
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Bjørn Melhus
Again & Again (The borderer) (Filmstill)
1998
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton), auf 8 Monitoren
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Kunsthalle: GUT. WAHR. SCHÖN. Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d'Orsay
GUT. WAHR. SCHÖN.
Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d'Orsay
22. September 2017 – 28. Januar 2018

Im 19. Jahrhundert war der jährlich stattfindende »Salon de Paris«   die größte und bedeutendste Ausstellung des internationalen Kunstbetriebs und das gesellschaftliche Ereignis par excellence. Eine dem antiken Schönheitsideal verpflichtete Jury bestimmte, welche Werke hier gezeigt werden durften. Die Künstler sollten das Gute und Wahre in der Schönheit der Form zum Ausdruck bringen. Doch die klassische akademische Norm war mit der modernen Lebenswelt schwer in Einklang zu bringen. In diesem Spannungsfeld schufen französische Maler wie Jean-Léon Gérôme (1824–1904), Alexandre Cabanel (1823–1889), William Bouguereau (1825–1905) und Ernest Meissonier (1815–1891) Werke, die im Salon gefeiert, aber auch kontrovers diskutiert wurden. Obwohl diese Künstler zu den berühmtesten und einflussreichsten ihrer Zeit zählten und Werke von herausragender Qualität und kulturhistorischer Bedeutung schufen, sind sie heute kaum bekannt – das Interesse der Kunstgeschichte galt bislang vor allem zeitgleichen Avantgardebewegungen wie dem Impressionismus. Anhand von über 100 Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und kunsthandwerklichen Objekten aus dem Musée d’Orsay, die größtenteils noch nie in Deutschland zu sehen waren, rückt die Ausstellung nun die Protagonisten des Salons in den Fokus.Die bereits von Ludwig XIV. (1638–1715) ins Leben gerufene Salon-Ausstellung war ursprünglich den Mitgliedern der Académie royale vorbehalten. Die Schau, die ab 1725 im namensgebenden »Salon Carré«   des Louvre stattfand, wurde nach der französischen Revolution verstaatlicht. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Salon im für die Weltausstellung errichteten Palais de l’Industrie präsentiert, wo jährlich Hunderttausende Besucher aller sozialen Schichten die neuesten Entwicklungen in der Kunst verfolgten.Im ersten von insgesamt sieben Kapiteln schildert die Ausstellung den Weg, den ein junger Künstler im Paris des 19. Jahrhunderts einschlagen musste, um ›salonfähig‹  zu werden: Ohne die streng reglementierte akademische Ausbildung hatte man kaum Chancen, im staatlich gelenkten Kunstbetrieb Fuß zu fassen. Eine Karriere startete mit demKunststudium an der École des Beaux-Arts.  Es galt als höchstes Ziel, den »Grand Prix«   zu erringen, ein bis zu fünfjähriges Rom-Stipendium, das den ersten Schritt zur offiziellen Anerkennung des Künstlers bedeutete. Die Ausstellung zeigt sowohl Skizzen für diesen Wettbewerb als auch in Rom entstandene Werke, die zur Begutachtung nach Paris geschickt und im Salon ausgestellt wurden.Im Zentrum der Maler-   und Bildhauerausbildung stand die Wiedergabe der menschlichen Figur und damit das Aktstudium. Perspektiv-, Anatomie-   und Proportionenlehre dienten vor allem der Darstellung des Menschen als Bedeutungsmittelpunkt heroischer Sujets. Solche Szenen aus der antiken Mythologie oder der biblischen Geschichte bildeten die Themen der Historienmalerei, die in der Hierarchie der Gattungen den ersten Platz einnahm. Auch im Salon rangierte diese »grande peinture«   ganz oben im System der Auszeichnungen –   auf diese Weise schuf der Staat einen Anreiz, an der Historie festzuhalten, während der Geschmack von bourgeoisen Kunstsammlern gleichzeitig in eine ganz andere Richtung ging.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München

Bilder: 

- Gustave Guillaumet (1840-1887)
Al-Aġwāṭ, algerische Sahara, 1879
122 x 180 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Hervé Lewandowski

- Alphonse Osbert (1857-1939)
Die Gesänge der Nacht, 1896
76,5 x 123,2 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Patrice Schmidt

- Jean-Paul Laurens (1838-1921)
Die Exkommunikation Roberts des Frommen, 1875
130 x 218 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Hervé Lewandowski
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Penzberg Sammlung Campendonk: Tiefenlicht
TIEFENLICHT
Malerei hinter Glas von August Macke bis Gerhard Richter
Ausstellung vom 23.9.2017 bis zum 7.1.2018

Mit dieser Ausstellung zeigt das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk die erste umfassende Schau von Hinterglasbildern des 20. sowie 21. Jahrhunderts. Zu entdecken sind fragile Arbeiten von überraschender Strahlkraft, die sich stilistisch weit von der traditionellen Hinterglasmalerei entfernt haben. Das Licht, das sich auf magische Art in den Bildern fängt, macht in den Werken ein leuchtendes und doch nuanciertes Spiel von Farben und Formen erlebbar.

Um die Bandbreite und den Variantenreichtum der modernen Hinterglasmalerei anzudeuten, zeigt die Ausstellung Werke aus dem Zeitraum von 1912 bis zu den Zeitgenossen, die auch mit Lichtkästen, Videoarbeiten und Installationen hieran anschließen.

Als „Tiefenlicht“ wird das Phänomen von ungewöhnlichem Glanz und Strahlkraft der Farbe speziell in der Hinterglasmalerei bezeichnet, die sich dem Glas als Bildträger verdankt. Die Ambivalenz von Oberflächenglanz und Transparenz, Lichtbrechung und Reflexen verleiht den Werken durch die innige Verbindung von Glas und Farbe „ein seltsam funkelndes Leben“. Hervorgerufen wird es durch den unmittelbaren Kontakt der rückwärtig auf das Glas aufgebrachten Farbe, die das Licht in besonderer Weise reflektiert.

Die Hinterglasmalerei ist als künstlerische Technik der Klassischen Moderne weitgehend unbekannt und kaum erforscht. Dabei wurde sie als nicht-akademische Anregung von vielen und namhaften Künstlern aufgenommen, um ihre besonderen Möglichkeiten auszuloten – vom frei spielerischen Experiment bis zur höchsten technischen Vollendung. Auch zeitgenössische Maler zeigen an der Hinterglasmalerei ein besonderes Interesse.

Die Ausstellung ist Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes zur Hinterglasmalerei der Klassischen Moderne von 1905 bis 1955, das die VolkswagenStiftung dem Museum Penzberg ermöglicht.

Werke von folgenden Künstlern sind in der Ausstellung zu sehen:

modern
Erich Buchholz, Heinrich Campendonk, Walter Dexel, Willi Dirx, Max Ernst, Josef Horn, Floris Jespers, Ida Kerkovius, Hanns Lamers, Edith van Leckwijck, August Macke, Josef Mader, Carlo Mense, Reinhold Nägele, Erwin Pohl, Valentine Prax, Albert Schamoni, Oskar Schlemmer, Werner Schriefers, Arnold Topp, Marianne Uhlenhuth, Nell Walden, Ernst Weiers, Max Wendl

zeitgenössisch

Florian L. Arnold, Juschi Bannaski, Michael Burges, Gabriella Gerosa, Marina Herrmann, Herbert Nauderer, Jochem Poensgen, Gerhard Richter, Thilo Westermann, Bernd Zimmer

Museum Penzberg —
Sammlung Campendonk
Am Museum 1, 82377 Penzberg
(Ehemalige Karlstraße 61)
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Pinakothek der Moderne: GERMAINE KRULL. MÉTAL
GERMAINE KRULL. MÉTAL
PINAKOTHEK DER MODERNE
SAMMLUNG MODERNE KUNST
AUSSTELLUNG VOM 28. SEPTEMBER 2017 – 10. JUNI 2018

Ihre Bedeutung als Künstlerin der Avantgarde verdankt die Fotografin Germaine Krull (Wilda 1897 – 1985 Wetzlar) ihrem wegweisenden Mappenwerk „Métal“, das 1928 in Paris bei A. Calavas, Librairie des Arts Décoratifs in kleiner Auflage erschien. In 64 Lichtdrucktafeln setzt sie darin eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene. Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten „Tanz der nackten Metalle“ werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Es war wohl gerade diese Veröffentlichung, die Walter Benjamin veranlasste, Germaine Krull in seiner „Kleinen Geschichte der Fotografie“ (1931)  in einem Atemzug mit den bedeutenden Fotografen August Sander und Karl Blossfeldt zu nennen.Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Zusätzlich ist der Kurzfilm „De Brug“ (1928) des niederländischen Filmemachers und Dokumentaristen Joris Ivens zu sehen. Hier zeigt sich nicht nur die persönlich künstlerische Verbindung der beiden, sondern auch die wechselseitige Inspiration der technischen Bildmedien Film und Fotografie in der Moderne.Germaine Krull, die ihre Ausbildung an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie absolviert hatte und 1920 aufgrund ihrer politischen Gesinnung aus Bayern ausgewiesen wurde, lebte nach Stationen in Moskau, Berlin und Amsterdam ab 1926 in Paris. Dort avancierte sie zu einer gefragten Werbe- und Porträtfotografin und arbeitete als Fotojournalistin. Trotz reger Ausstellungs- und Publikationstätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren geriet sie nach 1945 in Vergessenheit.Ann und Jürgen Wilde konnten Germaine Krull 1974 in Nordindien ausfindig machen und richteten ihr 1977 eine erste Retrospektive in Deutschland aus. Diese leitete die Wiederentdeckung der Fotografin und ihres bedeutenden Werkes ein.

PINAKOTHEK DER MODERNE
Barer Straße 40
80333 München

Bild:

- Germaine Krull, Tour Eiffel, um 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen
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Museen Münchner Stadtmuseum: Adolphe Braun
Adolphe Braun. Ein europäisches Photographie-Unternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert

6. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Der Franzose Adolphe Braun (1812-1877) zählt zu den erfolgreichsten Fotografen im Europa des 19. Jahrhunderts. Mit einer mehr als 300 Aufnahmen umfassenden Serie von Blumenstillleben gelang ihm1855 auf der Pariser Weltausstellung der künstlerische Durchbruch. Von 1860 an fotografierte Braun mit seiner großformatigen Kamera die alpinen Landschaften und Städte der Schweiz, die gelegentlich von Gustave Courbet als Vorlagen für Gemälde verwendet wurden. Nicht nur in der französischen und deutschen Kunst von Claude Monet, Rosa Bonheur, Eugène Fromentin, Ernest Meissonier oder Anselm Feuerbach waren die Fotografien von Braun als Studien beliebt, auch die amerikanische Stilllebenmalerei von William Harnett verdankt dem Elsässer wesentliche Impulse. Die Tradition des Familienunternehmens wurde nach dem Tode von Adolphe Braun von dem Sohn Gaston Braun weitergeführt, der spektakuläre Fotokampagnen von Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan sowie in Ägypten anläßlich der Eröffnung des Suez-Kanals 1869 realisierte. Ein Sonderkapitel stellt die Zusammenarbeit von Braun mit dem bayerischen Königshaus unter Ludwig II. für die Einrichtung der Königsschlösser Linderhof und Herrenchiemsee dar.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


Bilder:

Adolphe Braun, Schafherde, 1860-1862, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Adolphe Braun, Chrysanthemen, um 1855, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Gaston Braun und Amédée Mouilleron, Sphinx und Pyramiden von Gizeh, 1869, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum
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