Termine
Blickpunkt
KultKomplott Start
KultKomplott versteht sich als ein
unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes
und reflektierendes Portal für München und Umgebung.
KultKomplott Start
KonzertKabarettTheaterKinderMuseenZugabeTipp
MusikLiteraturFilmEchoPortraitsKosmosAbzug
Anmelden zum 14-täglichen Newsletter

Inhaltsverzeichnis:

VOR 40 JAHREN: Stevie Wonder „Songs In The Key Of Life“ Motown

1

Holger Czukay „Movie!“ Grönland

2

OHRENGLÜCK 19: Absolutely Sweet Marie "Another Side Of Blonde On Blond...

3

The Red Hot Serenaders „Down The Big Road“

4

Pianoforte (5)

5

OHRENGLÜCK 18: Wolfmother "Victorious" Universal

6

Ältere Artikel finden Sie im Archiv:
Startseite, Seite 1, Seite 2, Seite 3, Seite 4, Seite 5, Seite 6, Seite 7,


VOR 40 JAHREN: Stevie Wonder „Songs In The Key Of Life“ Motown

Bilder

Es gab Zeiten, da waren wirtschaftlicher Erfolg und künstlerische Qualität im Pop kein Widerspruch. Eines der besten Beispiel hierfür: Stevie Wonders „Songs In The Key Of Life“. Bis heute ist dieses ambitionierte Werk des amerikanischen Soul Stars allein in den USA weit mehr als 10 Millionen Mal verkauft worden. Es rangierte 44 Wochen in den Top 40 der Billboard-Charts und die insgesamt vier Singles, die aus dem Doppelalbum ausgekoppelt wurden, schafften es alle mühelos in die Hitparaden - weltweit.
Und die Musik selbst? Sie klingt frisch und belebend, ist voller Energie und politischer Provokation. Es sind Songs, die auf der Soul-Tradition der Motwon Ära aufbauen und doch musikalisch in neue Welten vorstoßen. Jazz, Rock, Pop, Folk, Gospel, Blues - Stevie Wonder schert sich weder um die stilistischen Grabenkämpfe jener Zeit, noch hatte er Berührungsängste, Randgruppen ins Zentrum seiner Songs zu stellen. Über 130 Musiker waren an diesem Mammutwerk beteiligt, das in einem Zeitraum von über zwei Jahren entstand.
Das alles miteinander verbindende Thema dieser über 100 Minuten Musik sind das Fehlen von Liebe und Gerechtigkeit im menschlichen Sein. Und welches Tun dies ändert. Stevie Wonder war damals gerade einmal 26 Jahre, arbeitete aber mit der Intensität und Akribie eines alten und erfahrenen Instrumentalisten und schuf mit dieser Arbeit etwas bis heute sowohl musikalisch als auch inhaltlich Gültiges.
Abgesehen von dem Gassenhauer „Sir Duke“ (dem großen Jazz Pianisten, Komponisten und Orchesterleiter Duke Ellington gewidmet, der zu Beginn der Arbeit an „Songs In The Key Of Life“ 1974 starb) und der etwas klischeehaften Ballade „Ebony Eyes“ sind alle Songs eher unkonventionell aufgebaut. Sie besitzen starke rhythmische Strukturen, die elektronischen Keyboards brodeln aufrührerisch im Untergrund, der hymnische Charakter der Themen hat etwas positiv zum Licht strebendes. Das Hi-Hat des Schlagzeugs faucht unerbittlich, der Gospelchor intoniert ekstatisch die Messages und die scharfzüngigen Bläsersätze zerschneiden manche Idylle schlagartig. Und darüber verkündet Stevie Wonder mit apodiktischer Stimme seine (auch religiösen) Überzeugungen, die aufgrund seiner sozialen und geschichtlichen Erfahrungen nur eines bedeuten: Friede und Gerechtigkeit.
Dieses Album hat aber auch wunderbare Balladen, die in ihrer Ruhe und Ausgeglichenheit beeindrucken und von persönlichem Glück und Hoffnung gezeichnet sind. Songs voller innerer Wärme und geheimnisvoller Schönheit
„Songs In The Key Of Life“ ist eines der persönlichsten Alben des blinden Ausnahmekünstlers geworden, entstanden in seiner kreativsten Zeit. Hier finden sowohl globale, als auch ganz private Themen ihren Platz und es kann getrost in einem Atemzug mit Marvin Gayes Soul-Opus „What`s Going On“ genannt werden.
Im Vorwort des Begleittextes äußert sich Stevie Wonder: „Ich habe mich nie als ein Redner oder Politiker betrachtet, nur als eine Person, die dank Euch allen glücklich genug war, ein Küsntler zu werden, der die Chance hat, seine Gefühle und hoffentlich die Gefühle vieler anderer Menschen auszudrücken.“
hans j.


Permalink zum Artikel Nach oben scrollen

Holger Czukay „Movie!“ Grönland

Bilder
Bilder

Sein erstes Album nannte er „Cannaxis 5“ und wurde 1968 in ganz geringer Auflagenhöhe als eine Art „private Schwarzpressung“, wie Holger Czukay in einem Interview dem Magazin „Alert“ erzählte, herausgebracht. „ …sie war sofort weg … . Die hat so ein Typ aus München, der heute „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ macht, Karlo heißt der, gepresst. Der hat die dann auch verkauft, und ich habe nie einen Pfennig gesehen, was das betraf. Er hat die alle verkauft und dummerweise dann auch noch das Master verbummelt.“ Aufgenommen wurde das Album in einer Nacht- und Nebelaktion im Studio von Karlheinz Stockhausen, bei dem Czukay damals Schüler war. Zu gleicher Zeit gründete das als Holger Schüring in Danzig geborene Enfant Terrible der elektronischen Musikszene auch die stilbildende und bis heute legendäre Band Can.
Elf Jahre später, nachdem Can aufgelöst war, spielte Czukay sein zweites Album ein. Herbert Grönemeyers Plattenlabel Grönland Records hat dieses Werk nun noch einmal (überarbeitet) veröffentlicht. Dabei ist aus „Movies“ nun „Movie!“ geworden. Als Bonus Track gibt es noch eine Instrumental-Version des Openers „Cool In The Pool“. Eine auch heute noch wunderbar erfrischende Musik, die sich alle klanglichen Freiheiten dieser Welt nimmt und deutlich werden lässt, dass Pop, Avantgarde, Elektroniks und Humor sehr wohl vereinbar sind. Typisch Czukay eben.
Grundlage aller Kompositionen auf „Movie!“ sind treibende Rhythmen, die all den Tonband- und Radioschnipseln, den Fernsehausschnitten, dem Bellen des Nachbarhundes, Hawaigitarren, Computerfiepen und tibetanischen Mönchsgesängen (analog) unterlegt sind. „Wenn du den Rhythmus hast, hast du eine Grundlage, und mit dieser Grundlage kannst du, um mit Stockhausen zu sprechen, die Wand durchbrechen. Du kannst dann keine Fehler mehr machen, der Rhythmus trägt dich. Du wirst zum Medium“, erläuterte der Multiinstrumentalist sein Musik-Prinzip vor einigen Jahren dem „Spiegel“. Manches klingt in seiner Fülle und der Umsetzung der Sampletechnik wie ein Remix aus unseren Tagen. Nur weitaus komplexer und vielschichtiger. Dabei entstand dieses Album noch Jahre vor  Brian Enos und David Byrnes wegweisendem Album „My Life in the Bush of Ghosts“. Czukay ist ein Freigeist, der seine Musik ebenso hemdsärmelig, wie auch leidenschaftlich umsetzt. Mal zärtlich jubilierend, mal berechnend ungestüm. Übrigens sagte Ennio Morricone, der große italienische Filmkomponist einmal über ihn: „Dass Sie irre sind, war mir ja bewusst. Aber Sie sind ja vollkommen irre!“ Ein Genie eben.
Jörg Konrad


Permalink zum Artikel Nach oben scrollen

OHRENGLÜCK 19: Absolutely Sweet Marie "Another Side Of Blonde On Blonde" Tiger Moon Records

Bilder
Bilder

Seit Jahrzehnten wird Bob Dylan als Kandidat für den Literatur-Nobelpreis gehandelt. Mutige Philologen haben seine eindringlichen, aber oft rätselhaften Songtexte sogar mit den dunklen Versen eines Rimbaud oder William Blake verglichen. Musikalisch ist Dylan dagegen weniger rätselhaft, wenn auch schillernd - seine Songs wurzeln in Folk, Blues, Rock, Gospel, Country und mehr. Was in dieser Mixtur alles drinsteckt bzw. wohin das alles führen kann, zeigt das deutsche Jazzquartett Absolutely Sweet Marie. Auch auf ihrem zweiten Album widmet sich die Band ausschließlich der Musik von Bob Dylan, und zwar diesmal den kompletten Songs aus Dylans Album „Blonde On Blonde“, das dieser Tage 50 Jahre alt wird. Das Quartett um den Saxofonisten Alexander Beierbach ist eine Art Blaskapelle, aber eine ganz besondere. Nur mit Trompete, Posaune, Saxofon und Schlagzeug rückt man Dylans Songs zuleibe, verwandelt sie in kraftvolle Brassband-Märsche, delikate Blueswalzer oder kollektive Improvisationen. „Rainy Day Women“, „Just A Woman“, „I Want You“ - nicht immer ist der Song gleich zu erkennen, denn manchmal sind es bloße Fragmente daraus, die als Ausgangsmaterial dienen. Der bläserische Witz aber verblüfft jederzeit, dieser Spaß am Schrägen, zuweilen Wilden und Chaotischen, zuweilen Sanften und Hintersinnigen. Die taz schrieb vor zwei Jahren: „Das Quartett hat einen Weg gefunden, die Songs von Bob Dylan so in Jazz-Arrangements zu übersetzen, dass man andächtig staunen muss.“ Das gilt auch diesmal. Nashville trifft Freejazz, und der Blues tanzt dazu in der Second Line.  

Hans-Jürgen Schaal
Mehr vom Autor: www.hjs-jazz.de


Permalink zum Artikel Nach oben scrollen

The Red Hot Serenaders „Down The Big Road“

Bilder
Bilder
Bilder

Rainer Wöffler und Tanja Wirz, gemeinsam als die Red Hot Serenaders unterwegs, haben den Blues. Diese ebenso larmoyante, wie schiefe Lebenslagen bewältigende Musikform beherrschen sie wie das kleine Einmaleins. Und es fällt ihnen nicht allzu schwer, die verschiedenen Grundrechenarten des Blues noch um einige artverwandte Stile zu erweitern: Boogie Woogie, Ragtime und auch ein wenig Soul. All das schüttelt dieses Duo völlig locker aus dem Ärmel. Mit einem ganzen Arsenal an Gitarren und bis heute erfrischenden Songs aus den 1920er bis 1950er Jahren haben die Schweizerin und der Deutsche ein wunderbares Album eingespielt: „Down The Big Road“. Eine Straße, die sie mitten durch die Geschichte des Blues führt. Über die weiten Ebenen des in den Südstaaten populären Country Blues, entlang den irrsinnigen Verzweigungen des Mississippi im archaischen Delta Blues und dann auch noch mitten hinein, in die urbane Metropolen Chicago und Memphis. Natürlich weitab jedweder Trendlokale. Blues eben in seiner unerschöpflichen Vielfalt. Zwischendurch schauen immer wieder Gäste und alte Freunde vorbei, die, ganz zufällig, ihre Instrumente dabei haben. Wie zum Beispiel Klaus "Mojo" Kilian an der Bluesharp, Christoph Politzer an der Gitarre oder Dirk Vollbrecht am Bass.
Bei den Red Hot Serenaders wird deutlich, wo die Wiege von Jazz und Rock`n Roll steht. Sie zelebrieren den Blues mit Herz und Seele und mit Verstand. Stark im Ausdruck und doch unverkrampft verspielt. Musik, in der man sich sofort zu Hause fühlt. Hier kommen nicht nur strenge Traditionalisten auf ihre Kosten! Und wer dieses wunderschön gestaltete Kleinod in etwas großzügiger Form in der Hand halten möchte, für den gibt es Ende Juli „Down The Big Road“ auch auf Vinyl.
Jörg Konrad
Zu beziehen über: rainer.woeffler@sons-of-the-desert.de


Permalink zum Artikel Nach oben scrollen

Pianoforte (5)

Bilder
Bilder
Bilder
Bilder

Delta Saxophon Quartet with Gwilym Simcock „Crimson“ / Daniel Karlsson „At The Feel Free Falafel“ / Hiromi „Spark“ / Luigi Palombi „Duke Ellington - Piano Works“

Im Herbst sind sie nach 13 Jahren erstmals wieder in Deutschland. Mit drei Schlagzeugern und drei Bassisten! King Crimson waren schon immer eine Band der Superlative. Dank Robert Fripp, Gründungsvater, Gitarrist, Produzent und Enfant Terrible dieser 1969 gegründeten ProgRock Formation. Nun hat sich der walisische Pianist Gwilym Simcock einige der älteren Songs dieser Band vorgeknöpft und sie für Saxophon-Quartett und Klavier neu bearbeitet. Simcock steckt damit einige der  raubeinigsten Kompositionen wie „Vroom“ oder „Dinosaur“ in eine Art musikalische Abendgarderobe - die ihnen aber hervorragend steht. Denn durch diese Kammermusikattitüde bekommen die Stücke eine völlig andere Dimension, ohne dabei an Substanz oder Ausdruck zu verlieren. Das britische Delta Saxophon Quartet existiert seit immerhin über drei Jahrzehnten und ist mit der Vertonung von klassischen Vorlagen als auch Jazzmaterial bestens vertraut. Hier gelingt ihnen dank der Arrangements der Spagat zwischen Rock, Psychedelic, Jazz und Klassik. Ein veredeltes Werk, halsbrecherisch schön und anspruchsvoll. Auch ohne Bass und Schlagzeug!

Daniel Karlsson, Pianist aus Schweden, arbeitet fast ausschließlich mit Bass und Schlagzeug. Vorzugsweise mit seinen Landsleuten Christian Spering (b) und Fredrik Rundqvist (dm). Was diese drei musikalisch auf „At The Feel Free Falafel“ bieten, gehört mit zum erfrischensten und dynamischsten, was unter dem Oberbegriff KLAVIERTRIO derzeit geboten wird. Ihnen gelingt das seltene Kunststück, die Unbedarftheit losgelöster Melodien, die handwerklich anspruchsvolle Kunst der Improvisation und ein rhythmisches Minenfeld unter einen Hut zu bringen. Musik als Stimmungsaufheller und Antidepressiva, ohne auch nur ansatzweise banal oder ordinär zu klingen. Karlsson bewegt sich zwischen Klavier, Orgel, Mellotron und Synthesizer mit der Abgeklärtheit eines Artisten. Dabei scheint die Musik in manchen Momenten vor Vitalität zu explodieren. Man spürt förmlich den Spaß, den alle drei miteinander haben - auch wenn das scheinbar Leichte im vorliegenden Fall aus Disziplin und Handwerk besteht.

Die japanische Pianistin Hiromi mags virtuos. Ebenso wie ihre Begleiter Anthony Jackson (Bass) und Simon Phillips (Drums). Was die beiden letzteren auf „Spark“ an komplexen und hochkomplizierten Rhythmen aus dem Stegreif zaubern, ist ungeheuerlich. Ihr Groove geht ins Blut, ihre ungeraden Metren sind kaum auszuzählen. Lodernd vor Vitalität spielen sie sich die Ideen wie Bälle zu, sind Einheizer und Begleiter, solieren in den kürzesten Pausen und brillieren als verlässliche Gefährten, in dem sie für Sicherheit sorgen. Und Hiromi? Sie setzt Akkorde und schaufelt Harmonien, spielt funkensprühende Improvisationen und ist extrovertiertes Bindeglied zwischen Jackson und Phillips, Ein Missing Link zwischen Rock und Jazz und Funk. „Wenn ich spiele, ist es mein Ziel, in Gefilde vorzudringen, die ich zuvor noch nicht erkundet habe. Neue Erfahrungen zu sammeln bedeuten auch immer das Eingehen neuer Risiken, die einen durchaus auch Furcht einflößen können.“ Furcht macht uns Hörern, die kühne Geschwindigkeit, mit der sich das Trio in die Kurve wirft, oder holpriges Kopfsteinpflaster nimmt.

Zum Schluss noch eine ganz besondere Empfehlung. Welche Stellung Duke Ellington weit über die Grenzen des Jazz hinaus einnimmt, ist vielleicht bekannt. Der italienische Pianist Luigi Palombi hat nun einige Kompositionen Ellingtons solistisch eingespielt. Aufnahmen, die dem Stride Piano und dem Blues so nahe sind, wie sie von Debussy oder Ravel beeinflusst erscheinen. Ohne Rhythmusgruppe und Bläser, sozusagen im spartanischen Klang des Pianos, zeigt sich dieses musikalische Zwischenreich, in dem sich der Autodidakt Ellington so sicher bewegte. Es sind wunderbar interpretierte Kompositionen, deren Komplexität auch in den sparsam notierten Vorlagen zum Ausdruck gelangt. Ausgeschriebene Momentaufnahmen, deren schlanke Eleganz besticht. Angesiedelt zwischen der Alten und der Neuen Welt.
Jörg Konrad

Delta Saxophon Quartet with Gwilym Simcock „Crimson“ (Basho)
Daniel Karlsson „At The Feel Free Falafel“ (Brus & Knaster / Galileo MC)
Hiromi „Spark“ (Telarc)
Luigi Palombi „Duke Ellington - Piano Works“ (Naxos)


Permalink zum Artikel Nach oben scrollen

OHRENGLÜCK 18: Wolfmother "Victorious" Universal

Bilder
Bilder

Es gibt Urklänge der 1970er-Jahre-Rockmusik, die allen, die damals jung waren, bis heute durch die Blutbahn kreisen. Etwa die elementaren Gitarrenriffs der frühen Black Sabbath und Led Zeppelin - aber auch ihre knurrenden Bässe, ihre ungezähmten Schlagzeugrhythmen, der leicht übersteuerte Sound und natürlich die krähenden Stimmen ihrer Leitwölfe Ozzy Osbourne und Robert Plant. Der Australier Andrew Stockdale war damals noch gar nicht geboren. Aber seine Band klingt, als wäre sie die Mutter dieser rockenden Steppenwölfe von einst - passenderweise heißt die Band Wolfmother. Andrew Stockdale schreibt nicht nur alle Stücke, er singt auch, spielt die Gitarre und den Bass, macht also fast alles allein. Nur einen Drummer hat er noch dabei und ab und zu ein paar Orgel- oder Klaviertöne - der Sound ist asketisch wie Brot ohne Butter. Falls hier überhaupt ein nennenswerter Produktionsaufwand betrieben wurde, dann dafür, dass die Musik klingt, als käme sie direkt aus dem Jahr 1970 - kompromisslos, fundamental, urtümlich. Während die Gitarrenriffs Harmonien andeuten, stampfen und shuffeln die Trommeln, und Mr. Stockdale kräht genauso schön wie die Rockwölfe der Frühzeit. Alle seine Stücke sind schmucklos knapp und (bis auf eine Ballade) krachig laut - sie kommen sofort auf den Punkt. Die Essenz des Rock in Drei-Minuten-Häppchen. Donnernder Urstoff. Endlich Nachschub für die Blutbahn.

Hans-Jürgen Schaal
Mehr vom Autor: www.hjs-jazz.de


Permalink zum Artikel Nach oben scrollen
Bird
© 2016 kultkomplott.de | Impressum