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Start: Freitag 30.11.2018; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.05.2019
Münchner Stadtmuseum: LAND__SCOPE - Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff
Bilder
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LAND__SCOPE
Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff
aus der DZ BANK Kunstsammlung

Ausstellung des Münchner Stadtmuseums
30. November 2018 – verlängert bis 26. Mai 2019

Die Ausstellung widmet sich der Landschaftsdarstellung in der zeitgenössischen Fotokunst. In einer breiten Übersicht mit Werken aus der DZ BANK Kunstsammlung wird durch verschiedene thematische Schwerpunkte verdeutlicht, dass im fotografischen Naturbild nicht nur die tradierte malerische Gattung adaptiert wird, sondern vielmehr neue Darstellungskonventionen hervorgebracht werden. Mit dem Blick auf Bilder der letzten fünf Jahrzehnte wird der medienspezifischen Erschließung der Welt bis ins digitale Zeitalter nachgegangen. Ob analog odercomputerbasiert, den fotografischen Landschaften liegen oft gesellschaftliche Debatten und politische Diskurse zugrunde, die auch in der Ausstellung unter die Lupe genommen werden.Landschaftsdarstellungen sind, als ästhetische Phänomene und Produkte kultureller Konnotation, seit jeher Bedeutungsträger für eine große Vielfalt an Projektionen, Weltentwürfen und Geschichtsschreibungen. Sie dienen Identifikationsprozessen oder sind durch Abstraktionen verfremdet.

Die anhaltenden Debatten um ein neues Erdzeitalter – dem Anthropozän, in dem der Mensch zum wesentlichen Gestalter der Natur und zum Akteur geologischer und atmosphärischer Veränderungen wurde – regen dazu an, künstlerische Aneignungen von Landschaften neu zu betrachten und zu befragen: Was verraten uns die Darstellungen über das Verhältnis von Mensch und Natur? Was repräsentieren Landschaften heute, in unserer globalisierten und digitalisierten Weltordnung? Mit welchen philosophischen, ökologischen und ökonomischen Bedeutungen sind sie aufgeladen? Und wie bestimmen (trans-)historische, (trans-)kulturelle, geopolitische und hegemoniale Ordnungen unsere Wahrnehmung von Natur und Gelände?Der Titel der Ausstellung ist ein Kunstwort, das die programmatische Ausrichtung des Projekts andeutet: LAND__SCOPE leitet sich vom Englischen „landscape“ (Landschaft) ab und setzt den Englischen Begriff „scope“ ein, der unter anderem mit Aussicht, Horizont oder Geltungsbereich übersetzt werden kann und dem altgriechischen „σκοπε ν“ (beschauen), entstammt. Diesen ῖGeltungsbereich der Landschaft, in der zeitgenössischen Kunst, in ökologischen und gesellschaftspolitischen Debatten, möchte die Ausstellung aufzeigen und hinterfragen. Sie ist in sieben große Kapitel unterteilt, die die zahlreichen Spektren fotokünstlerischer Landschaftsdarstellung aufnehmen:Im Fokus der Sektion Ideallandschaften stehen die Kompositionsschemata, Darstellungsmodi und Bildtypen tradierter, malerischer Vorbilder von Naturbetrachtung.

Die hier versammelten Arbeiten von Beate Gütschow, Stephen Shore und Sascha Weidner adaptieren und unterlaufen dieBedingungen kanonisierter Bildordnungen der westlich geprägten Kunstgeschichte. Sie befragen das Wechselverhältnis ästhetischer und moralischer Diskurse, die in der Gattung der Landschaftsmalerei bis in die Renaissance zurückreichen.Der Bereich Wüstungen mit Arbeiten von Inge Rambow, Walter Niedermayr und Andreas Müller-Pohle widmet sich einer großen Bandbreite an Landschaftstransformationen. Von der massentouristischen Eroberung der Alpen bis hin zu postindustriellen Brachflächen werden verschiedene Formen der Naturzerstörung vor Augen geführt. In Anlehnung an Methoden mikrobiologischer Wasseranalyse werden Problematiken der standortbezogenen Verschmutzung unserer Flüsse ins Visier genommen.Das Kapitel Politische Territorien thematisiert historische und gegenwärtige Konflikte anhand ihrer Schauplätze. So verweisen großformatige Tapisserien von Stephan Schenk mit detaillierten Ansichten von natürlichem und scheinbar alltäglichem Gelände auf Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges.

Die illegale Besiedlung der Sperrzone um den explodierten Atomreaktor in Tschernobyl in den Arbeiten von Andrej Krementschouk kündet von der Alternativlosigkeit und vom Willen der Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben – aller gesundheitlichen Gefährdungen zum Trotz.Die großformatige Thermoaufnahme eines Flüchtlingslagers in der Türkei des Künstlers Richard Mosse – entstanden mittels eines militärischen Kamerasystems, das Wärme noch aus 30 Kilometern Entfernung aufzeichnet – durchkreuzt die Bildordnung einer idealtypischen Weltenlandschaft, indem sie die prekäre Lage ihrer „Bewohner“ impliziert.Unter dem Titel Landschaft als Konzept sind Werke zusammengetragen worden, die sich der Gattung als Folie für medienreflexive, kunsttheoretische und abstrakte Überlegungen annähern und sich diese zu Eigen machen. So legt Klaus Rinke durch die in der Bildfläche wiederholte und gestaffelte Figur seiner selbst in der Landschaft Parameter von Zeit und Raum fest. Claudia Angelmaier, die das Motiv von Albrecht Dürers Lindenbäumen aus verschiedenen Ausstellungskatalogen abfotografiert, verweist auf das diskrepante Verhältnis von Original und Reproduktion. Fragen danach, was wir eigentlich in einem Bild sehen und ob wir unseren Augen trauen können, stellen sich auch bei Fotografien der täuschend echten Natursimulationen von Miniaturmodellen und Dioramen der Künstlerin Sonja Braas oder in Form von Präparaten heimischer Tiere, die von Marc Cellier in nächtlichen Stadtlandschaften inszeniert werden.Dass der Natur selbst bildhafte Strukturen immanent sind oder entlockt werden können, führt das Kapitel Formkräfte der Natur vor Augen: Geländeoberflächen von Gebirgsmassiven lancieren zu abstrakten Bildformationen von Olivo Barbieri. Serielle Langzeitbeobachtungen eines Seestückes von Lucinda Devlin verdeutlichen die enormen Veränderungen auf die Erscheinung eines Ortes, die von Witterung, Tages- und Jahreszeit bestimmt wird. Die Idee, eine Fotografie entstünde mit dem „Zeichenstift der Natur“, wie sie vom Fotopionier Henry Fox Talbot formuliert wurde, wird von einer kameralosen Fotografie des Künstlers Raphael Hefti aufgegriffen; während das Bild Assoziation zu astronomischen Aufnahmen evoziert, wurde das Fotopapier tatsächlich mit Hilfe hochentzündlicher Bärlappsporen belichtet.Die landwirtschaftliche Nutzung und Kleingärtnerei sind das Thema der Sektion Agrarlandschaften, in der Bilder von satten Kohlfeldern Heinrich Riebesehls, Schrebergärten und Grabeland der Künstlerin Simone Nieweg und kunstvolle Heuskulpturen von Claus Bury das über Jahrhunderte geformte und prägende Erscheinungsbild unserer Breitengrade präsentieren. Dies geschieht nicht, ohne einen ironischen Bruch zur nach wie vor anhaltenden Romantisierung des „Landlebens“ zu erzeugen, wie Manfred Willmann uns in seinen Werken zeigt.

Der computerbasierten Bearbeitung und Erzeugung von Naturdarstellungen widmet sich die Sektion Digitale Landschaften. Lagen Werken von Jörg Sasse und Caroline Dlugos aus den 1990er Jahren noch analoge Fotografien zugrunde, die mit ihrer digitalen Nachbearbeitung die zunehmende Instabilität des fotografischen Mediums ankündigten, so werden mittlerweile, wie in den Arbeiten von Dan Holdsworth komplette Landschaften digital konstruiert. Gleichzeitig bietet das Internet zunehmend einen öffentlichen Zugang zu Fotografien professioneller Bildarchive wie der NASA und ermöglicht Künstlern wie Thomas Ruff die Aneignung dieser Bildwelten, unter anderem die dreidimensionale Erfahrung des Planeten Mars im musealen Raum.In der Zusammenschau von über 130 Kunstwerken, die zwischen 1972 und 2018 entstanden sind,zeichnet die Ausstellung den Facettenreichtum der fotografischen Naturdarstellungen bis in die Gegenwart nach, setzt die Weiterentwicklung und nicht selten die Überwindung der Gattung Landschaft mit Hilfe des Lichtbildes ins Relief.

Die Ausstellung zeigt Werke von Claudia Angelmaier, Olivo Barbieri, Peter Bialobrzeski, Sonja Braas, Claus Bury, Marc Cellier, Lucinda Devlin, Caroline Dlugos, William Eggleston, Dörte Eißfeldt, Andre Gelpke, Jochen Gerz, Luigi Ghirri, Mario Giacomelli, Beate Gütschow, Naoya Hatakeyama, Raphael Hefti, Anton Henning, Dan Holdworth, Carsten Höller, Roni Horn, Axel Hütte, Magdalena Jetelová, Sven Johne, Timo Kahlen, Peter Keetmann, Andrej Krementschouk, Jean Le Gac, Zoe Leonard, Robert Longo, Richard Mosse, Andreas Mühe, Andreas Müller-Pohle, Walter Niedermayr, Simone Nieweg, Detlef Orlopp, Jorma Puranen, Inge Rambow, Heinrich Riebesehl, Klaus Rinke, Thomas Ruff, Sebastião Salgado, Victoria Sambunaris, Adrian Sauer, Stephan Schenk, Maria Sewcz, Stephen Shore, Oriol Vilanova, Anna Vogel, Sascha Weidner und Manfred Willmann.

Das Projekt ist eine Kooperation der DZ BANK Kunstsammlung und des Münchner Stadtmuseums.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildungen:

Caroline Dlugos, Aus fremden Gärten (Kühe II),
1995, 100 x 129 cm, © Caroline Dlugos

Naoya Hatakeyama, Blast 5707,
1998/1999, 100,5 x 150 cm, © Naoya Hatakeyama

Simone Nieweg, Brombeerranken im Schnee,
Holzheim, Rheinland, 2003, 139,5 x 180,2 cm © courtesy Galerie m Bochum
Start: Freitag 01.02.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 30.06.2019
München Kunsthalle: SAMURAI - Pracht des japanischen Rittertums
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SAMURAI - Pracht des japanischen Rittertums

Die Sammlung Ann und Gabriel Barbier-Mueller
Ausstellung vom 1. Februar – 30. Juni 2019
Kunsthalle München


Über Jahrhunderte prägten die Samurai die Geschichte Japans – nicht nur als Krieger, sondern auch als politische Elite. Ihr Mythos erzählt von Tapferkeit und Disziplin, von Loyalität und nobler Selbstaufopferung – aber auch von Verrat, Intrigen und erbarmungsloser Gewalt. Ihre mit höchster Handwerkskunst aus edlen Metallen und kostbaren Stoff en hergestellten Rüstungen waren nicht nur wirkungsvolle Schutzpanzer, sondern auch imposante Statussymbole. Das Ehepaar Ann und Gabriel Barbier-Mueller hat in knapp 30 Jahren eine hochkarätige Sammlung solcher Samurai-Rüstungen sowie Helme und Masken, Pferdeausrüstung und Waff en aus dem 13. bis 19. Jahrhundert zusammengetragen, die nun erstmals in Deutschland präsentiert wird. Anhand von mehr als 100 Exponaten lässt die Ausstellung die spannungsvolle Geschichte des japanischen Rittertums lebendig werden.Was macht einen Mann zum Krieger? Der Samurai besaß Waff en, beherrschte Kampftechniken und lebte nach hohen ethischen Wertmaßstäben. Kennzeichnend für sein Erscheinungsbild war jedoch vor allem eins: seine Rüstung.

Die Qualität einer Rüstung entschied über Leben und Tod – sie musste nicht nur Schutz bieten, sondern auch Bewegungsfreiheit und Identifi zierbarkeit im Schlachtgetümmel. Bis heute veranschaulicht sie auf faszinierende Weise, mit welchen Mitteln sich der Samurai im Wechselspiel von Angriff  und Verteidigung im Kampf behauptete: Meisterhaft verarbeitete Metalle, Leder, Holz, Lack und Stoff e gewährten materiellen Schutz. Als Schutzsymbole und zur Abschreckung des Feindes dienten Verzierungen verschiedenster Formen und Motive, wie Dämonen, Drachen oder andere mythologische Wesen, gefährliche Tiere, buddhistische Schutzgötter und Sternenkonstellationen, siegverheißende Pfl anzen oder Symbole, die für Glück, Mut und ein langes Leben stehen. Dass extravagante Rüstungen und Masken sowie Helme mit aufwendigem Schmuck jedoch auch gerade in Friedenszeiten verbreitet waren, zeugt von ihrer ebenso bedeutsamen repräsentativen Funktion: Rüstungen wurden in der weitgehend friedlichen Edo-Zeit (1603–1868) zunehmend zu Statussymbolen der Eliten.

Fast 700 Jahre lang prägten die Samurai die Geschichte Japans. Als Ende des 12. Jahrhunderts der Shogun als oberster militärischer Befehlshaber die Regierungsmacht vom japanischen Kaiser, dem tennō, übernahm, stieg der Kriegeradel anstelle des Hofadels zur politischen und sozialen Elite des Landes auf. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu einer weiteren Schwächung der zentralen Staatsgewalt. Regionale Samurai-Fürsten (daimyō), die durch Landbesitz und militärische Macht an Einfl uss gewonnen hatten und nun gegeneinander kämpften, beherrschten das in zahllose Territorien zerfallene Japan. Die Epoche der erbitterten Kämpfe dieser Territorialherrscher ist als »Zeit der streitenden Reiche« (Sengoku-Zeit, 1477–1573) in die japanische Geschichte eingegangen und prägt bis heute die Vorstellung des Samurai als martialischer Krieger, der in seinem Todesmut auch nicht vor dem rituellen Selbstmord (das im Westen als Harakiri geläufi ge seppuku) zurückschreckt.

Die Sengoku-Zeit trieb die Weiterentwicklung militärischer Taktiken und die Verwendung neuer Waff en voran, zum Beispiel die 1543 von den Portugiesen eingeführten Gewehre. Damit wurde auch eine Anpassung der Rüstungen an die neuen Errungenschaften der Kriegsführung erforderlich. Es setzten sich neue Rüstungstypen durch, die nicht mehr ausschließlich als Schutzkleidung fungierten, sondern in Zeiten der Massenheere zunehmend auch die Persönlichkeit ihres Trägers zum Ausdruck bringen sollten. Diese Entwicklung spiegelt zugleich, wie die Verbreitung von Feuerwaff en im Kampf das Selbstverständnis der Samurai erschütterte: Individuelles Können und die Zugehörigkeit zur berittenen Elite verloren angesichts von Fernwaff en, die auch niederrangige Fußsoldaten bedienen konnten, an Bedeutung. Dies ist einer der Gründe, warum sich Feuerwaff en in Japan nicht im selben Maße durchsetzten wie in Europa. Die Samurai hielten lange an traditionellen Waff en wie Pfeil und Bogen, Lanze und Schwert fest. Besonders das Schwert, das als Seele des Samurai gilt, hatte als sichtbares Zeichen der Ehre des Kriegers immensen Symbolwert. Nur den Samurai war es erlaubt, zwei Schwerter zu tragen. Kostbare Exemplare galten als Kunstwerke, deren Herstellung höchstes technisches Know-how erforderte.

Unzählige Schichten Stahl wurden tagelang zur Schwertform geschmiedet, danach aufwendig gehärtet und geschliff en. Schwertschmiede gehörten stets dem Krieger- oder Hofadel an und waren nicht nur spezialisierte Handwerker, sondern führten zugleich rituelle und priesterliche Handlungen durch. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Japan mit militärischer Gewalt geeint. Der neue Shogun verlegte seinen Regierungssitz nach Edo, das heutige Tokio, und mit der sogenannten Edo-Zeit brach eine über 250 Jahre währende Friedensepoche an, die mit der Abschottung Japans von der restlichen Welt einherging. Während im Kriegerstand zuvor Kämpfertugenden wie Tapferkeit, Disziplin und Loyalität im Fokus gestanden hatten, repräsentierten die Samurai in der Edo-Zeit vor allem das Ideal einer Einheit von ziviler Kultur und Kriegertugend: Sie übten sich weiterhin im Dienst an der Waff e, übernahmen aber auch neue Aufgaben in der Verwaltung, im Finanzwesen, im Strafvollzug und in der Zensur. Von zentraler Bedeutung war dabei der Ehrenkodex des bushi-dō (der Weg des Kriegers), der Elemente aus den Religionen des Shintōismus und Buddhismus sowie aus dem Konfuzianismus vereint: Er legitimierte die Existenz von Kriegern in Friedenszeiten, indem er die Samurai als moralische Erzieher und Garanten der öff entlichen Ordnung darstellte.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München


Abbildungen:

Rüstung (Yokohagidō tōsei gusoku) (Detail)
Nanboku-chō-Zeit und mittlere Edo-Zeit: 1333-1392 (Helm), 18. Jh. (Rüstung)
Eisen, shakudō, Lack aus Gold und Silber, Schnürung, Leder, Bronze, Holz, Seide, Brokat, Bärenfell
© The Ann & Gabriel Barbier-Mueller Museum, Dallas, Foto: Brad Flowers

Rüstung (Nimaitachidō tōsei gusoku) (Detail)
Zugeschrieben: Myōchin Yoshimichi (Helmschale),  Myōchin Munenori (Rüstung)
Frühe Muromachi-Zeit und mittlere Edo-Zeit: um 1400 (Helmschale), 18. Jh. (Rüstung),
Eisen, shakudō, Schnürung, Silber, Holz, Gold, Brokat, Fell, Bronze, Messing, Leder
© The Ann & Gabriel Barbier-Mueller Museum, Dallas, Foto: Brad Flowers
Start: Donnerstag 14.02.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.05.2019
München Pinakothek der Moderne: TOUCH. PRINTS BY KIKI SMITH
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TOUCH. PRINTS BY KIKI SMITH

Pinakothek der Moderne
Ausstellung vom 14. Februar bis 26. Mai 2019


Mit der Ausstellung TOUCH. Prints by Kiki Smith erweist die Staatliche Graphische Sammlung München der international renommierten New Yorker Künstlerin Kiki Smith ihre Reverenz für eine außergewöhnlich großzügige Schenkung: Kiki Smith hat ihr gesamtes, in Auflage erschienenes druckgraphisches ¼uvre –Einzelblätter, Serien und Künstlerbücher – gestiftet; rechnet man Serien und Bücher in ihren Einzeldrucken, ergibt sich eine Zahl von nicht weniger als 800 Blatt. Als eine der ersten Adressen für Kunstauf Papier in Europa schätzt sich die Graphische Sammlung glücklich, durch diesen Vertrauensbeweis nunmehr weltweit den größten Bestand an druckgraphischen Werken von Kiki Smith zu bewahren. Die Generosität der Künstlerin greift sogar in die Zukunft aus, denn sie will dem Museum von jeder neu entstehenden Auflage ein Exemplar zuwenden.  Aus der umfangreichen Schenkung zeigt die Staatliche Graphische Sammlung München in ihren Ausstellungsräumen in der Pinakothek der Moderne über 160 ausgewählte Werke und gibt einen faszinierenden Einblick in das druckgraphische Schaffen der Künstlerin von 1985 bis heute.

Im großen quadratischen Ausstellungssaal (Temporär 1) werden unter dem Titel Lebenslauf – Werklauf Meisterblätter aus vier Jahrzehnten präsentiert. Sie erweisen, wie eng Leben und Werk der Künstlerin aufeinander bezogen sind. Die benachbarten Räume zeigen die Druckgraphiken nach thematischen Aspekten: Das Entree empfängt mit Motiven aus der Welt zwischen Leben und Tod, die Folgeräume sind überschrieben Die Welt des menschlichen Körpers und In der weißen Zelle.

Deutschland und dem Freistaat Bayern fühlt sich Kiki Smith als geborene Nürnbergerin besonders verbunden. Sie kam 1954 in der Dürerstadt auf die Welt, als sich ihre Eltern, die Opernsängerin und Schauspielerin Jane Smith und der aufstrebende Architekt und später als Maler und Bildhauer international bekannte Tony Smith, im Rahmen eines Engagements der Mutter in Europa aufhielten; 1955 kehrte die Familie nach New Jersey zurück. 1976 zog es die junge Künstlerin nach New York, wo sie seitdem lebt und arbeitet. Auch wenn das New Yorker Umfeld und die Kunst der Minimal Art, Pop Art oder Performance-Kunst Kiki Smith beeinflussten, fand sie doch zu einer ganz eigenen künstlerischen Sprache, die ihren Stellenwert als international viel beachtete Künstlerin bis heute prägt.

Zentrales Thema in ihrem Werk ist die Frage nach dem Dasein des Menschen. Parallel zu richtungsweisenden Künstlern wie Nancy Spero, Louise Bourgeois, Robert Gober oder Félix González-Torres begann sie in ihrem Frühwerk der 1980er-Jahre den menschlichen Körper zunächst in der Form von Fragmenten zu thematisieren. Zeitaktuelle politische Fragen, wie der Umgang mit AIDS oder die Emanzipation, fanden in ihren Werken Resonanz. Seit 1992 wendet sie sich auch dem Tier als Begleiter des Menschen zu. Gleichzeitig begann sie in biblischen Geschichten und seit 1999 auch in Märchen die wechselvolle Existenz des Menschen zu ergründen. Seit Ende der 1990er-Jahre spürt sie zudem der Verbindung des Menschen zu Natur und Kosmos nach.  Viele ihrer Sujets finden in der Druckgraphik ihren Ausgangspunkt, um anschließend in Skulptur, Glaskunst, Tapisserie und andere Medien übersetzt zu werden. Seit Beginn ihrer Karriere experimentiert Kiki Smith mit druckgraphischen Techniken auf vielfältigste Weise und ergründet in Kooperation mit Druckwerkstätten und Verlegern immer wieder neue Wege und kommt dabei zu einer Material- und Technikvielfalt, wie sie nur wenige Künstler beherrschen.  Es ist vor allem die Sensualität der Oberfläche, durch die Kiki Smiths Drucke begeistern – eine Qualität, die im Titel der Ausstellung TOUCH zum Ausdruck kommt. Er ist im direkten und übertragenen Sinne zu verstehen: Zum einen sind die Druckgraphiken in ihrer Wirkung haptisch, so dass man sie gerne anfassen möchte. Zum anderen berührt Kiki Smiths Kunst durch ihre Inhalte – die Themen gehen hinter die Oberflächen und damit im Sinn des Wortes unter die Haut. 

Pinakothek der Moderne
Barer Str. 40
80333 München


Abbildungen:

Lithographie mit Vergoldung auf Arches Cover White-Papier, 551 x 764 mm
Staatliche Graphische Sammlung München, Schenkung der Künstlerin
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Photogravüre und Lithographie auf En Tout Cas-Papier, 1110 x 1391 mm
Staatliche Graphische Sammlung München, Schenkung der Künstlerin
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Radierung, Aquatinta, Kaltnadel und Aquarell auf En Tout Cas-Papier, 1295 x 1899 mm
Staatliche Graphische Sammlung München, Schenkung der Künstlerin
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Start: Freitag 08.03.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.07.2019
München Haus der Kunst: El Anatsui. Triumphant Scale
Bilder
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El Anatsui. Triumphant Scale

Haus der Kunst München
Ausstellung vom 08. März bis 28. Juli 2019

„El Anatsui. Triumphant Scale“ bietet einen umfassenden Überblick über die Arbeit des renommierten Künstlers El Anatsui (*1944 in Anyako, Ghana), des vielleicht bekanntesten lebenden afrikanischen Künstlers überhaupt. Diese bislang größte Überblicksausstellung seiner Arbeit wird den gesamten Ostflügel des Museums einnehmen und zeigt alle Medien, in denen er in seiner bislang fünfzigjährigen Karriere gearbeitet hat. Wie der Titel vermittelt, konzentriert sich die Ausstellung auf das Triumphale und Monumentale von Anatsuis Skulpturen, wobei die typischen Arbeiten aus Kronkorken aus den letzten zwei Jahrzehnten im Mittelpunkt stehen. Neben diesen ambitionierten Arbeiten, ihrer imposanten Präsenz und ihren schillernden Farben zeigt die Ausstellung auch Holzskulpturen und Wandreliefs von Mitte der 1970er- bis zu den späten 1990er-Jahren, dazu Keramikskulpturen aus den späten 1970er-Jahren sowie Zeichnungen, Drucke und Bücher. Darüber hinaus entwickelt Anatsui mehrere neue Skulpturen, die auf die monumentale Architektur des Museums eingehen, darunter eine große Außenarbeit an der Süd-Fassade des Gebäudes.

Anatsuis Arbeit ist beispielhaft für eine kritische Suche nach alternativen Modellen künstlerischer Praxis, die die fundamentalen Ideale der Moderne – künstlerische Autonomie und „ästhetische Reinheit“ – infrage stellen. Anatsui lebt seit 1975 in Nigeria, wo er zuerst als Dozent an der Fakultät für Schöne und Angewandte Künste der Universität von Nigeria in Nsukka unterrichtete. In dieser dynamischen Umgebung kristallisierten sich die zentralen Ideen seines Werks heraus, das von künstlerischer Experimentierfreude, ästhetischer Forschung und kreativer Energie geprägt ist. Sie kennzeichnen sich durch die Überzeugung, dass überall auf der Welt große Kunst entstehen kann, auch unabhängig von den sogenannten Kunstzentren des Westens. Anatsui und seine Mitstreiter in Nsukka, darunter weltberühmte Künstler/innen, Schriftsteller/innen, Dichter/innen und Dramaturgen/innen, wollten und wollen mit ihrer Arbeit dazu beitragen, den Geltungsbereich künstlerischer Arbeit innerhalb einer sich immer weiter ausdehnenden, globalen zeitgenössischen Kunstwelt zu erweitern.

„Kunst erwächst aus jeder spezifischen Situation“, hat Anatsui einmal gesagt, „[…] und ich glaube, Künstler sollten besser mit dem arbeiten, was ihre jeweilige Umgebung gerade bereitstellt“.

Die Ausstellung zeichnet die vielfältigen schöpferischen Wege nach, die Anatsui eingeschlagen hat, um eine neue Herangehensweise an das Medium Skulptur zu definieren, was ihn schließlich zu einem der herausragendsten Bildhauer der Gegenwart gemacht hat.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die wesentliche Förderung der Art Mentor Foundation Lucerne. Wir danken ferner für die großzügige Unterstützung eines anonymen Mäzens und für die zusätzliche Unterstützung der Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst e. V., der Jack Shainman Gallery, New York, Kavita Chellaram, Reni Folawiyo, Bolaji Balogun und Yvonne Fasinro. Der Katalog erscheint im Prestel Verlag.

Kuratiert von Okwui Enwezor und Chika Okeke-Agulu (Assistent: Damian Lentini)

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1,
80538 München


Abbildungen:

El Anatsui
Gbeze, 1979
Ceramic, manganese
© El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York#

El Anatsui
Stressed World, 2011
Aluminum and copper wire
174 x 234 inches (442 x 594.4 cm)
© El Anatsui. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York

El Anatsui
Gravity and Grace, 2010
aluminum and copper wire, 190 x 441 inches (482 x 1120cm)
Collection of the Artist, Nsukka, Nigeria,
Courtesy Jack Shainman Gallery, New York
Start: Freitag 15.03.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 22.09.2019
Münchner Stadtmuseum: Jugendstil skurril. Carl Strathmann
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Jugendstil skurril. Carl Strathmann

Ausstellung des Münchner Stadtmuseums
15. März – 22. September 2019

Die Kunst Carl Strathmanns (1866-1939) entzieht sich jeder Kategorisierung, sie ist höchst originell, bisweilen bizarr und skurril. Mit einer ornamentverliebten Detailversessenheit schuf sich der Künstler eigene Welten von karikaturhaften Märchen, fantastischen Blumenstillleben und Landschaften, symbolistischen Historienbildern und kunsthandwerklichen Entwürfen. Aufgrund seiner aus dem Rahmen fallenden Bildwelten wie auch wegen seiner geselligen, dandyhaften Persönlichkeit war Strathmann den Zeitgenossen weit über München hinaus ein Begriff. Speziell Lovis Corinth und Wassily Kandinsky schätzten seine Kunst sehr. Obwohl Strathmann in der Fachliteratur über den deutschen Symbolismus und Jugendstil zwar regelmäßig hervorgehoben wird, ist er der Allgemeinheit heute kaum mehr bekannt. Dies soll die große Ausstellung mit ca. 150 Objekten, die sich zum größten Teil in der Sammlung des Münchner Stadtmuseums befinden, ändern. Hier nämlich befindet sich sein künstlerischer Nachlaß, der alle Aspekte seines ¼uvres abdeckt. Dieses Konvolut wurde in seiner Gesamtheit bisher von der Forschung übersehen und damit auch nicht publiziert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unter anderem finden sich hier auch zahlreiche seiner (Haupt-)Werke, die allgemein als verschollen oder zerstört gelten. Aus Anlass der Ausstellung werden einige dieser Werke restauriert und erstmals seit den Lebzeiten des Künstlers wieder einem Publikum präsentiert.Diese Ausstellung bietet die Gelegenheit, mit Carl Strathmann eine besonders schillernde Künstlerpersönlichkeit Münchens um 1900 zu entdecken und seine außergewöhnliche Kunst neu kennenzulernen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Wienand Verlag, der an der Museumskasse und im Online Shop erhältlich sein wird.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildungen:

Carl Strathmann, Frauenkopf im Profil, 1898,
Aquarell und Feder auf Karton
© Münchner Stadtmuseum

Carl Strathmann, Satan, 1896, Aquarell
© Münchner Stadtmuseum

Carl Strathmann, Medusa, um 1897,
Aquarell auf Pappe © Münchner Stadtmuseum
Start: Samstag 16.03.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.06.2019
Penzberg: Stadt - Land - Werner Berg
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Stadt - Land - Werner Berg
Wahlheimat Expressionismus

Museum Penzberg – Sammlung Campendonk
Ausstellung vom 16. März bis 23. Juni 2019

Mit einer echten Entdeckung wartet das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk auf: »Stadt - Land - Werner Berg. Wahlheimat Expressionismus« heißt es von Samstag, 16.03.2019 bis Sonntag, 23.06.2019. Das österreichische Werner Berg Museum Bleiburg / Pliberk hegt einen in Deutschland weitgehend unbekannten Schatz, der direkten Bezug zum Blauen Land und den Expressionisten hat. Mit über 110 Werken aus Kärnten – Ölgemälde, Holzschnitte, Zeichnungen – wird das markante, ebenso zupackende wie packende Werk Werner Bergs (1904-1981) erlebbar. Ebenso seine Nähe zu Klassikern der Moderne und zu den Brücke-Künstlern, aber auch seine eigenständige, unverwechselbare Entwicklung. Arbeiten von Emil Nolde, Max Beckmann, Edvard Munch, Alfred Kubin und Oskar Kokoschka zeigen die Vernetzung des Wahl-Österreichers auf. Zudem ist Werner Berg typisch für die Biographien, die das kriegsgebeutelte 20. Jahrhundert schrieb. Nicht zuletzt sind Parallelen zur Vita und zum Werk Heinrich Campendonks zu entdecken. Gezeigt wird das auch anhand von Interventionen mit dem Werk Campendonks im Alt- und Neubau des Museums. In den drei Stockwerken des Altbaus ist die Ausstellung sowohl chronologisch wie thematisch gegliedert, der Rundgang entspricht zugleich einem Gang durch die Jahreszeiten. Begriffe wie Heimat, Alltag, bäuerliches Leben, Beziehungen und (Künstler-) Freundschaften, Grundfragen der Existenz und ihrer Fragilität werden dabei fokussiert.   

"In Wien habe ich zeichnen gelernt, stur und streng, in München wurde ›gesäbelt‹, ›gemoln‹", kommentierte Werner Berg seine Lehrjahre, die er an den Akademien der beiden Städte verbracht hatte. Reich an Erfahrungen in der Kunstszene, aber vom Studienbetrieb tief enttäuscht, zog er im Alter von 26 Jahren samt seiner Familie auf einen entlegenen Bauernhof in Südkärnten, um fortan unter einfachen Lebensbedingtheiten als Maler und Landwirt zu leben. Hier im Grenzgebiet zu Slowenien suchte er eine Existenz "nahe den Dingen" und wählte Motive aus dem ländlichen Milieu seiner unmittelbaren Umgebung, die er in expressiven Bildern festhielt. Als stiller Beobachter brachte er die vom arbeitsreichen  Leben geprägte slowenische Landbevölkerung und den vom Glauben bestimmten Alltag der Bevölkerung auf Papier und Leinwand. Seine innere Distanz erlaubte es ihm, die herbe Physiognomie der Einheimischen und das bunte Markttreiben in allen Facetten zu charakterisieren. Rege Briefwechsel und gegenseitige Besuche verbanden Werner Berg mit seinen Künstler- freunden, Literaten und Förderern wie Emil Nolde, Arnulf Rainer, Thomas Bernhard, Christine Lavant, Gabriele Münter, Erich Kuby und Wieland Schmied. Sie führten ihn immer wieder nach Berlin und in andere Großstädte, wo er an zahlreichen Ausstellungen teilnahm und Austausch fand. Heute genießt Werner Berg in Österreich große Anerkennung, wird jedoch – anders als zu seinen Lebzeiten – in Deutschland nur noch wenig wahrgenommen. Sein entschlossener Rückzug von der Stadt aufs Land und in die Berge erlaubte ihm, weitgehend als Selbstversorger den Alltag zu stemmen – ein Lebenskonzept, das bereits Künstler des frühen 20. Jahrhunderts umzusetzen versuchten und von Werner Berg bis in die letzte Konsequenz durchgezogen wurde. Sein umfassendes ¼uvre aus Ölgemälden, Aquarellen, Holzschnitten und Zeichnungen schildert das Auf und Ab einer bewegten Künstlerpersönlichkeit und ist Ausdruck einer gelungenen Verbindung von Kunst und Leben in einer selbstbestimmten Heimat.
 
Ein soziokultureller und pädagogischer Ansatz füttert das Konzept, das die Kuratorinnen Anne Funck und Friederike Breier mit der Museumsleiterin Freia Oliv erstellt haben – in Kooperation mit dem Kärntner Kurator des Werner Berg Museums Dr. Harald Scheicher, dem Enkel von Werner Berg. 
 

Museum Penzberg – Sammlung Campendonk 
Am Museum 1,
82377 Penzberg


Abbildungen:

- Werner Berg, Junge Familie (1932) © Bildrecht, Wien.

- Werner Berg, Liebe (1932) © Bildrecht, Wien
Start: Samstag 16.03.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 23.06.2019
Buchheim Museum: ERWIN PFRANG. GEDACHT DURCH MEINE AUGEN
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ERWIN PFRANG. GEDACHT DURCH MEINE AUGEN

Ausstellung vom 16. März bis 23. Juni 2019
Buchheim Museum Bernried

Erwin Pfrang ist vor allem in den USA und in Deutschland bekannt. Die New York Times bescheinigt ihm für die Ausstellung seiner Zeichnungen zum »Ulysses« von James Joyce in der David Nolan Gallery 1992 »ein brillantes Solo-Debüt«. 1994 stellt er in der Neuen Pinakothek in München seinen Zyklus »Odysseus und kein Ende« aus. Das MoMA erwirbt 2002 seinen Zyklus »Colazione con Sant‘Agata«. 2007 werden die mit Tusche bezeichneten Ziegenhäute seines »Hades«-Zyklus in der Pinakothek der Moderne in München präsentiert.
Das Buchheim Museum betritt dennoch in zweierlei Hinsicht Neuland mit dem Künstler. Die Gemälde, die in den letzten zehn Jahren zunächst in Catania, dann ab 2010 in Berlin entstanden, wurden noch nie zuvor in einem Museum gezeigt; und noch nie zuvor wurde der große Sonderausstellungssaal des Buchheim Museums für einen Künstler geöffnet, der in keinem Bezug zur Sammlung steht. Dass dies nun endlich passiert, ist gut so, denn Lothar-Günther Buchheim selbst war mitnichten an einer »starren Präsentation eines Kunstschatzes« interessiert. Vielmehr lag ihm an einem »lebendigen Museum«.
Mit seinem Motto »Gedacht durch meine Augen« ist Pfrang seinem  Joyce treu geblieben. Er sammelt Eindrücke aus der alltäglichen Anschauung, dem unmittelbar Erlebten, bei einem Blick aus dem Fenster oder in den Spiegel, aber auch aus Zeitschriften sowie Filmen und lässt diese dann in das kompositorische Muster seiner Gedanken einfließen.

Wie Pfrang durch seine Augen denkt
Hören Sie sofort auf zu lesen! Pfrang ist kein Freund kunsthistorischer Prosa. Wenn Sie ihn verstehen wollen, schauen Sie sich seine Bilder an. Wer dann noch Fragen hat, darf an dieser Stelle weiterlesen. Diese Ausstellung ist eine Aufforderung, sich dem Sinn-lichen zu widmen. Denn es ist der Ursprung allen Denkens. Trotzdem ist es ganz nützlich, das ein oder andere über den Künstler zu wissen. Wo kommt er her? Welche Anregungen hat er aufgenommen? Was bewegt ihn? Und warum denkt er durch seine Augen?

Musikalische Konditionen
Pfrang kommt aus einer Musikerfamilie. Der Vater war Kaffeehaus-Pianist, der Großvater Volks-schauspieler und Sänger. Auch seine Gemälde unterlägen »musikalischen Konditionen«, sagt der Künstler. Die Augen des Betrachters entfal-te-ten beim Wandern über die Bilder musikalische Dynamik: »ausschwärmende, stürzende, sich verkrampfende Bewegungsabläufe, die einem Rhythmus folgen«.

Gemalte Gedankengänge
Pfrang studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Mac Zimmermann. Zimmermann war ein deutscher Vertreter des Surrealismus. In Anlehnung an Sigmund Freud ging es den Surrealisten darum, Verdrängungen zu enthüllen, das Unbewusste bewusst zu machen. Mit Zimmermann verbinde ihn künst-lerisch nichts, sagt Pfrang. Die Surrealisten versuchen durch automatische Malweise die Vernunft auszuschalten. Sie möchten intuitiv erträumte Gebilde aus dem Unter-bewusstsein bergen und sie auf die Leinwand bringen. Bei ihm gebe es da nichts zu entdecken, sagt Pfrang. Das Unbewusste sei ihm stets bewusst gewesen. Seine Bilder sind Ergebnisse des intensiven Nachdenkens über die Menschen, die ihm begegnen. Er erstattet malerisch Bericht bis in die letzte Windung seines Gehirns hinein. Dabei ist er gnadenlos ehrlich, vor allem mit sich selbst.

Vieldeutigkeit, Offenheit
An der Akademie fühlte sich Pfrang durch Rudi Tröger inspiriert, dessen Werk mit den üblichen Begriffen wie Realismus, Expressionismus oder Surrealismus nicht beizukommen ist. Wider-sprüchlichkeit, Vieldeutigkeit, Offenheit, das sind die Leitideen Pfrangs. Seine Bilder sind gespickt mit absurden Pointen. Das Kind geht am Stock und die Oma spielt Fußball. Die Geisteskranken sind die einzigen Normalen im wahnsinnigen Treiben der Welt.

Sammler des Alltäglichen
Pfrang sammelt Eindrücke im unmittel-baren Erleben des Alltags, sei es bei einem Blick aus dem Fenster oder in den Spiegel, aber auch beim Lesen von Zeitschriften oder beim Fernsehen. Er tastet seine Umgebung auf Gesichter, Figuren, Tiere und Sachen ab. Die so gewonnenen Motive verweben sich mit Erinnerungen und Vorstellungen zu malerischen Kompositionen. Oft spielen seine Frau, sein Sohn, seine Tochter, seine Mutter, sein Vater und seine Hunde darin eine wichtige Rolle. Auch tauchen jene »Schläfer« immer wieder auf: Obdachlose, Arbeitslose, Hoffnungslose, denen er in Catania Unter-schlupf gab. Hinzu kommen Passanten, Nachbarn und Bekannte. Auch die auf den Bildern wieder-gegebenen Orte sind unmittelbar erlebt. Es ist spürbar, ob es sich um einen Schauplatz in Italien, Rumänien oder Berlin handelt.

Literarische Erzählmuster
Wir sehen in Pfrangs Bildern städtische Brachflächen, Straßenzüge, Interieurs oder Farbräume, bevölkert von Gestalten aller Art, Kuscheltieren, Barbiepuppen, Comicfiguren, Hunden, anderen Tieren und vor allem Menschen. Alles ist wiedererkennbar, alles stammt aus dem Leben, und doch ist alles ganz anders, als wir es gewohnt sind. Die Größen-verhältnisse der Bildelemente passen nicht zueinander. Der sie umgebende Raum muss sich krümmen und biegen, um sie alle aufzunehmen. Wo wir Zusammenhänge erwarten, bestehen keine. Wo wir sie nicht vermuten, zeigt Pfrang Zusammen-hänge auf. Er lässt Figuren in Beziehung treten, die eine emotionale Grundhaltung teilen, die Ähnliches durchleben, die in dieselbe Richtung schauen oder aber aversiv aufeinander reagieren. Seine Bildkompositionen gleichen literarischen Erzählmustern, die Lebensläufe parallel verfolgen und dann, an einer vom Autor gesetzten Stelle, in Beziehung zueinander treten lassen. Pfrang liest viel. Ein besonderes Verhältnis hat er zu James Joyce.

James Joyce
1992 erregte Pfrang Aufsehen mit seinen Zeichnungen zum »Ulysses« von James Joyce. Das Motto dieser Ausstellung »Gedacht durch meine Augen« ist dem »Ulysses« entnommen. Es steht im Kontext erkenntnistheoretischer Über-legungen, die Stephen Dedalus anstellt, eine Romanfigur, die autobiografische Züge trägt. Wie können wir etwas über die Welt außerhalb unseres Bewusstseins in Erfahrung bringen? Dedalus sucht bei Aristoteles nach Antworten. In seinem Buch »Über die Seele« legt der antike Philosoph dar, dass sich die grundlegenden Formen der Erkenntnis in den Gegenständen befinden. Mittels der Sinne hinterlassen sie Eindrücke in uns. Die Vor-stellungskraft konserviert diese, um sie dann der Vernunft zur gedanklichen Verarbeitung zur Verfügung zu stellen. Joyce interpretiert Aristoteles offener. Für ihn sind die Gegen-stände Zeichen, die Vorstellungen hervorrufen. Joyce beschreibt im »Ulysses« den Strom der gedanklichen Verarbeitung dieser Vorstellungen. Nicht über die Erlebnisse der Romanfiguren schreibt er, sondern über ihre Gedanken und Assoziationen.

Ursprung im Sinnlichen
Joyces erkenntnistheoretische Ansätze unter-scheiden sich von den aristotelischen. Aristoteles sieht eine substanzhafte Entsprechung zwischen Gegenstand und Vorstellung. Joyce stellt sich hier vielmehr einen freien Interpretationsprozess vor, der mit dem Lesen von Schriftzeichen zu vergleichen ist. Doch eines hat er ganz sicher von Aristoteles gelernt: Am Anfang steht immer der sinnliche Eindruck, ganz gleich, ob er durch Sprache, Text, Bilder oder Erlebnisse hervor-gerufen wird. »Gedacht durch meine Augen« – alle Vorstellungen und Gedanken entspringen dem Sinnlichen. Über diesen bedeutungsgenerierenden Bewusstseinsprozess wollen Joyce und Pfrang Bericht erstatten, der eine mit Worten, der andere mit Bildern.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See


Abbildungen:

Erwin Pfrang
Requiem für V, 2018
© 2019 Erwin Pfrang

Erwin Pfrang
Schäferhundbesitzer nebst Ehefrau und Kind, 2016
© 2019 Erwin Pfrang

Erwin Pfrang
Ohne Titel, 2008
© 2019 Erwin Pfrang

Start: Donnerstag 04.04.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.07.2019
Fürstenfeldbruck: „Ausbildung – Enthemmung – Verbrechen: Die Polizeischule Fürstenfeldbruck im Nationalsozialismus“
Bilder
Bilder
Bilder
„Ausbildung – Enthemmung – Verbrechen: Die Polizeischule Fürstenfeldbruck im Nationalsozialismus“

Museum Fürstenfeldbruck
Ausstellung vom  04. April bis 07. Juli 2019

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Hochschule der Bayerischen Polizei Fürstenfeldbruck
Donnerstag, 4. April bis Sonntag, 7. Juli 2019

Das Museum Fürstenfeldbruck zeigt ab 4. April 2019 die Ausstellung „Ausbildung – Enthemmung – Verbrechen: Die Polizeischule Fürstenfeldbruck im Nationalsozialismus“. Verbände unter dem Kommando von den in Fürstenfeldbruck ausgebildeten Polizeioffizieren begingen im Zweiten Weltkrieg grauenhafte Verbrechen. Sie waren beteiligt an Massenerschießungen und Deportationen von Juden in die Vernichtungslager sowie der Liquidation von Dörfern in den besetzten Ostgebieten. Die Rolle der Polizeischule Fürstenfeldbruck im nationalsozialistischen Rassen- und Vernichtungskrieg war bislang kaum bekannt. Mit der Doktorarbeit von Sven Deppisch über die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei änderte sich das im Jahr 2017. Die Studie zeigt das Kloster Fürstenfeld als einen zentralen Täterort des „Dritten Reiches“ und als einen wichtigen „Knotenpunkt im Koordinatensystem des Holocausts“. Nur wenige der Täter wurden nach dem Krieg juristisch zur Rechenschaft gezogen.

Die Geschichte der Polizeischule
Seit 1924 beherbergte das Kloster Fürstenfeld eine Gendarmerie- und Polizeischule. 1937 ging diese in die Befehlsgewalt des Reichsführers der SS und Polizei, Heinrich Himmler, über. Die Polizeischule prägte als lokaler Machtfaktor des nationalsozialistischen Regimes den Ort Fürstenfeldbruck. Knapp 1.700 Polizeioffiziere durchliefen zwischen 1937 und 1945 in Fürstenfeldbruck die angebotenen Lehrgänge. Ein Ausbildungsschwerpunkt war „Partisanenbekämpfung und Bandenkrieg“.

Kooperation mit Hochschule der Bayerischen Polizei
Die Ausstellung findet statt in Kooperation mit der Hochschule der Bayerischen Polizei. 
Die Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck als nationalsozialistische Kaderschmiede wird in den größeren Kontext einer bereits bestehenden Ausstellung zur Geschichte der „Münchner Polizei und der Nationalsozialismus“ eingebettet.

Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein museumspädagogisches Programm.

Informationen:
Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6b
82256 Fürstenfeldbruck
Tel. Museum: 08141/611313

Abbildungen:

- Aufmarsch am Adolf-Hitler-Platz in Fürstenfeldbruck
Die Polizeischule zeigte in Fürstenfeldbruck bei vielen Gelegenheiten wie bei Feiern und Gedenkveranstaltungen Präsenz.
Fürstenfeldbruck, o.D., Slg. Siegfried Späth, Mammendorf, Fotograf: Wolfgang Pulfer

- Präsenz der Polizei in Fürstenfeldbruck
Aufmärsche, Parade, Standkonzerte. Die Polizeischule prägte das Stadtbild. Die kirchenfeindlichen Aktionen, brutale Gewalt und Denunziationen der Schüler wurden unter den Teppich gekehrt.
Fürstenfeldbruck, 1933-1945, Wolfgang Pulfer

- Sammelaktion für das Winterhilfswerk
Die Polizeischule versuchte sich als „Freund und Helfer“ zu inszenieren, fielen aber immer wieder durch ihr brutales und rüpelhaftes Verhalten im Ort auf.
Fürstenfeldbruck, Februar 1942, Sammlung Siegfried Späth, Mammendorf
Start: Samstag 06.04.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.07.2019
Buchheimmuseum: "BRÜCKE". FREUNDINNEN UND FREUNDE
Bilder
"BRÜCKE". FREUNDINNEN UND FREUNDE

Ausstellung vom 06. April bis 07. Juli 2019
Buchheim Museum der Phantasie

Die Künstler der »Brücke« wollten sich von der akademischen Malerei ihrer Zeit abheben und neue, authentische und zeitgemäße Ausdrucksformen finden. Kunst und Leben bildete für sie eine Einheit. Ihre Motive schöpften sie aus ihrem unmittelbaren Umfeld. Das gilt insbesondere auch für die Personendarstellungen. Nicht mit professionellen Modellen, sondern mit ihren Freundinnen und Freunden befassten sie sich in ihren Werken. Dazu gehören die Künstlerfreunde der »Brücke«, die sich immer wieder gegenseitig porträtieren, ihre Frauen und Freundinnen, aber auch andere Freunde, etwa Förderer, Sammler, Galeristen, Kunstkritiker, Museumsleute, Malerschüler, Musiker, Dichter oder Nachbarn. Die Ausstellung zeigt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Arbeiten auf Papier und ein Gemälde aus den Sammlungen Gerlinger und Buchheim, auf denen Freundinnen und Freunde von »Brücke«-Künstlern zu sehen sind; und sie stellt die Personen in ihren Verhältnissen zu den Künstlern vor.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:

Ernst Ludwig Kirchner
Kopf Doris, 1907
Farblithografie
Buchheim Museum der Phantasie
Start: Samstag 27.04.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.05.2019
Stoffen Kunstraum: Hans Schork - Lichtkinetische Objekte
Bilder
Bilder
Bilder
Hans Schork  
Lichtkinetische Objekte

Hans Schork - ein Pionier der lichtkinetischen Kunst - zeigt eine Auswahl von 28 Werken
aus den letzen 40 Jahren. "Das Universum in schwarzen Kästen" nennt Wilhelm Zohner Schorks Arbeiten. Und weiter: "Lichtpunkte tauchen kometenhaft auf, ziehen langsam ihre Bahn wie Sterne am nächstlichen Himmel, kreuzen sich, ehe sie ins Dunkel entschwinden. Kosmisches klingt an. Wir vermeinen Sphärenklänge zu hören".

Kunstraum Stoffen
Otto Scherer
Stadler Str. 2 
D-86932 Stoffen
Start: Mittwoch 01.05.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Freitag 01.11.2019
Kloster Beuerberg: HEIMAT - Gesucht. Geliebt. Verloren
Bilder
HEIMAT
Gesucht. Geliebt. Verloren

Eine Ausstellung des Diözesanmuseums Freising in Kooperation
mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V.
im Kloster Beuerberg, 1. Mai bis 3. November 2019

Seit einigen Jahren zeigt das Diözesanmuseum Freising im Kloster Beuerberg Ausstellungen zu Aspekten klösterlichen Lebens und nimmt dabei auch höchst aktuelle Themen der Welt jenseits der Klostermauern in den Blick. So ist das ehemalige Klausurkloster zu einem besonders lebendigen Ort der Inspiration und des Austauschs geworden. Am 1. Mai öffnet nun die nächste Ausstellung unter dem Titel „HEIMAT. Gesucht. Geliebt. Verloren“. Dabei wird der Begriff „Heimat“ in all seinen kulturellen, religiösen und politischen Facetten untersucht – der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. bildet in diesen Fragen den idealen Kooperationspartner.
So stellt die Schau letztlich die große Frage: Was ist sie eigentlich, die Heimat? In einem groß angelegten Rundgang kann man sich anhand zahlreicher Exponate und interaktiver Stationen durch die spannende Geschichte des Heimatbegriffs bewegen und hat dabei stets die Gelegenheit, seine eigene, ganz persönliche Perspektive auf dieses emotionale Thema zu überprüfen.

Ein vielfältiges Kultur- und Kreativprogramm begleitet die Ausstellung: Spannende Gesprächsreihen werden vom Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler und dem Kulturjournalisten Wilhelm Warning geleitet. Das Klosteratelier bietet für Klein und Groß Führungen und Workshops an und abendliche Konzerte bringen die Klostermauern zum Klingen.
Die Klosterküche bietet außerdem im historischen Refektorium und im blühenden Klostergarten regionale Köstlichkeiten und lädt zum Verweilen und Genießen ein.

Kloster Beuerberg
Königsdorfer Straße 7
82547 Eurasburg-Beuerberg
Start: Freitag 10.05.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.09.2019
Dachau Gemäldegalerie: Die Anfänge der Künstlergruppe Dachau
Bilder
Bilder
Die Anfänge der Künstlergruppe Dachau
Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag der Künstlervereinigung Dachau

10. Mai – 15. September 2019

Kurz nach dem Ende der Räterepublik ging aus dem „Rat der geistigen Arbeiter“ die Künstlergruppe Dachau hervor. Ihr gehörten 44 Künstler an, die nach dem Ersten Weltkrieg in Dachau geblieben waren. Nachdem die erste Schloss-Ausstellung 1919 erfolgreich beendet war, wurden dort immer wieder Ausstellungen organisiert, bis die Dachauer Künstler 1927 ihrer Gruppe den Namen „Künstlervereinigung Dachau“ (KVD) gaben. Von einer kurzen Unterbrechung nach dem Zweiten Weltkrieg abgesehen besteht sie bis heute. Als eine der letzten selbständigen Künstlervereinigungen in Bayern feiert sie heuer ihr 100-jähriges Bestehen.
Mit einer Ausstellung blickt die Gemäldegalerie Dachau in die Gründerzeit dieser traditionsreichen Gruppe zurück und zeigt Werke von 38 der 44 Künstler, die in der ersten Schlossausstellung 1919 ausstellten. Über 150 Arbeiten der Gründungsmitglieder vermitteln einen Eindruck von der Kunst der unruhigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3
85221 Dachau

Abbildungen:

Carl Friedrich Felber
1918

Felix Bürgers
Im Atelier
Start: Sonntag 12.05.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Freitag 13.09.2019
München Alpines Museum: Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein
Bilder
Bilder
Bilder
Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein
Jubiläumsausstellung im Alpinen Museum
Vom 12. Mai bis 13. September 2019

Seit über 150 Jahren lieben die Menschen die Berge, seit 150 Jahren organisieren sie sich im Deutschen Alpenverein. Die Liebe zu den Bergen bleibt bestehen, nur die Bedeutung der Berge für die Menschen verändert sich. Die Ausstellung „Die Berge und wir“ und das gleichnamige Buch zeigen Kontinuitäten und Brüche – und machen deutlich, wie sich mit ihnen auch der Alpenverein wandelte.
Am 9. Mai 1869 gründeten 36 Bergbegeisterte den Deutschen Alpenverein, um „die Kenntnis von den Deutschen Alpen zu erweitern und zu verbreiten und ihre Bereisung zu erleichtern“. Seitdem wurden die Kenntnisse erweitert und vertieft und die Bereisung so sehr erleichtert, dass mancherorts von Massentourismus gesprochen werden kann.

Der 150. Geburtstag ist für den Alpenverein Anlass, sich mit seiner teils widersprüchlichen Geschichte auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen, die sich im Alpenverein engagieren und ihn gestalten. Sie zeigen stellvertretend, wie sich Vorlieben, Haltungen und Werte wandelten, aber auch, wer überhaupt in die Berge reiste, wie die Menschen sich dort bewegten, mit wem und wie sie unterwegs waren. Eine Reise durch anderthalb Jahrhunderte Berggeschichte, das bedeutet auch: Von der Entdeckerfreude über den Schwierigkeitsalpinismus bis hin zur Individualisierung des Bergsports – die Entwicklungen im Verein spiegeln oftmals auch gesamtgesellschaftliche Veränderungen wider.

Neue Erkenntnisse aus 150 Jahren Alpenverein
Die umfangreiche Jubiläumsausstellung „Die Berge und wir“ löst die bisherige Dauer- und Sonderausstellung ab und ist ab 12. Mai 2019 bis 13. September 2020 zu besichtigen.
„Als die jetzige Dauerausstellung vor 25 Jahren konzipiert wurde, war sie absoluter Vorreiter“, berichtet Friederike Kaiser, Leiterin des Alpinen Museums. „Inzwischen haben wir aber noch einiges mehr über die Geschichte des Vereins herausgefunden und diese neuen Erkenntnisse wollen wir natürlich in einer modernen Ausstellung den Mitgliedern und der Öffentlichkeit präsentieren.“
Die Ausstellungsobjekte, Bilder und Dokumente stammen größtenteils aus den Sammlungen von ÖAV und DAV, ihrer Sektionen und Mitglieder. Viele von ihnen werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und ermöglichen einen neuen Blick darauf, wie sich der Alpenverein entwickelte und sich das Interesse an den Bergen und dem In-die-Berge-Gehen verschob.
Zum ersten Mal wird es die Geschichte des Alpenvereins auch als digitale Variante geben. Interessierte können sie ab 8. Mai unter alpenverein.de/geschichte virtuell erleben.
Außerdem gibt es verschiedene Führungen durch die Ausstellung im Alpinen Museum – neu sind die Führungen in einfacher Sprache, Gebärdensprache und in Fremdsprachen. Infos und Termine gibt es im Veranstaltungskalender.

Bergbegeisterung und Vereinsgeschichte in neun Ausstellungs-Kapiteln
Der Deutsche Alpenverein zählt inzwischen fast 1,3 Millionen Mitglieder. Ihr Blick auf die Berge und den Bergsport hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Einen scharfen Kontrast dieser Sichtweisen zeichnet das erste Kapitel der Ausstellung: Das Alpenbild verschiedener Gemälde der Sammlung des Museums gegenüber dem der Fotoplattform Instagram. Offensichtlich wird dabei auch die zunehmende Verschiebung der Berge in den urbanen Raum.
Die weiteren Kapitel beleuchten die Organisation Alpenverein, von seiner Gründung und Anfangszeit bis heute. Während zu Beginn vor allem touristische Erschließung, Wissenschaft und Bildungsarbeit zu den Aufgaben des Vereins zählten, gewann der Schwierigkeits- und Gefahrenalpinismus um die Jahrhundertwende zunehmend an Bedeutung. In der Weimarer Republik nahm der Deutsche Alpenverein den Naturschutz in seine Satzung auf und setzte sich für den Erhalt unerschlossener Gebirgslandschaften ein. Bereits 1925 fand in München eine Protestveranstaltung mit 4.000 Personen gegen die Erschließung der Zugspitze statt. Gleichzeitig wurden nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg vermehrt jüdische Mitglieder ausgegrenzt. Die Ausstellung widmet der Phase des Antisemitismus im Verband ein eigenes Kapitel. „Dass der DAV zur NS-Zeit und schon davor jüdische Mitglieder ausgeschlossen hat, ist uns heute jeden Tag eine Mahnung, dass wir offen und tolerant sein wollen und müssen gegenüber allen – egal welche Herkunft, sexuelle Orientierung, körperliche oder geistige Einschränkung sie haben“, betont DAV-Präsident Josef Klenner.
Mit seiner Neugründung 1950 distanzierte sich der Verein von seiner deutsch-nationalen Ausrichtung. Das Leitbild des heroischen Bergsteigens blieb jedoch weiter erhalten. Erst die „1968er“ setzten dem „Bergsteigen der alten Schule“ das Freiklettern und die Philosophie von persönlicher Freiheit und Genuss entgegen. In der Ausstellung vermitteln die spektakulären Aufnahmen von Reinhard Karl das neue Lebensgefühl seiner Generation.
Heute steht der Deutsche Alpenverein nicht mehr allein für Berge und Natur – auch Bergsport in der Stadt und Wettkampfsport prägen den Verein. Aktuelle Porträts illustrieren die Bedeutung des Bergsports in unserer heutigen Welt und schlagen damit den Bogen zum ersten Kapitel der Ausstellung.

Alpines Museum,
Praterinsel 5,
80538 München

Abbildungen:

Treten und Steigen. Berg- und Kletterschuhe, 1880 bis heute.
Copyright Alpines Museum DAV,
Aufnahme Bettina Warnecke, 2018

Auf der Hochebene.
Aufnahme Eugen Albrecht, um 1900,
Copyright Archiv DAV

Auf der Ruderhofspitze,
Aufnahme Otto Schob, 1912.
Copyright Alpines Museum DAV
Start: Samstag 18.05.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.01.2020
Buchheim Museum: WELCOME HOLMEAD!
Bilder
WELCOME HOLMEAD!

Ausstellung Buchheim Museum
Vom 19. Mai 2019 bis 26. Januar 2020

Der amerikanisch-europäische Künstler Holmead (1889 –1975) gilt als kunsthistorische Entdeckung der letzten Jahre. Motive seiner anfangs noch impressionistisch, später expressionistisch geprägten Malerei sind Porträts, Landschaften, Stadtansichten und literarische Themen. Holmeads Spätwerk gleicht einem Paukenschlag! Nach einer mehr als 50 Jahre langen künstlerischen Arbeit, die zwei Weltkriege und einen Schlaganfall überdauert, entwickelt er die neue Malweise des »Shorthand Painting«. Mit einigen Spachtelhieben bringt der greise Maler in wenigen Minuten seine Bilder zielsicher auf den Malgrund. Bei seinen grandiosen Porträts gehen abstrakter und figurativer Expressionismus eine einzigartige Synthese ein. Der Künstler selbst nennt seinen Stil »kruden Expressionismus«.

Nach Zustiftung der Kulturstiftung der Uni Bremen / Holmead Foundation 2016 hat das Buchheim Museum nun zwei weitere Zuwächse in Sachen Holmead erhalten: die Zustiftung der Freien Hansestadt Bremen aus der Schenkung von Frau Elisabeth Marie Wilhelmine Philipps sowie eine Schenkung des privaten Sammlers Alfred Moeke. Mit über 70 Gemälden und zahlreichen Papierarbeiten dieses wunderbaren Sonderlings ist das Buchheim Museum nun das größte Holmead-Museum der Welt. Die Bestände sollen in wechselnden Zusammenstellungen dem Publikum vorgeführt werden.


Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried

Abbildung:

Clifford Holmead Phillips, Frauenkopf,1973
© Nachlass Holmead
Start: Dienstag 21.05.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.09.2019
München Lenbachhaus: Body Check - Martin Kippenberger / Maria Lassnig
Bilder
Bilder
Body Check

Die Ausstellung BODY CHECK. Martin Kippenberger – Maria Lassnig wagt eine unerwartete Begegnung: Erstmals werden die Werke dieser wirkmächtigen Protagonisten der Malerei des 20. Jahrhunderts einander unmittelbar gegenübergestellt. Beide Künstler rücken den eigenen Körper ins Zentrum ihrer malerischen Auseinandersetzung. Der hinfällige und fragmentierte Leib dient ihnen als Metapher für soziale und psychologische Konflikte. Schmerz und Leid, Absurdes und Humor sind in diesen Körperwelten untrennbar miteinander verbunden. Maria Lassnig und Martin Kippenberger suchten der Misere des menschlichen Daseins eine Form zu geben: als Inszenierung des weiblichen und des männlichen Körpers. Die Bilder dieser Inszenierung sind Selbstporträts im klassischen Sinne; das Heroische der Gattung haben sie jedoch abgestreift. Beide zeigen sich körperlich entstellt, von Krankheit gezeichnet, von selbstmitleidiger Beobachtung, ins Lächerliche gezogen – immer in Distanz zum Topos des bedeutenden Künstlers und seiner tradierten Attitüden. Das Ergebnis sind berührende Selbsterkundungen, die sich bei Lassnig ins Obsessive und Introvertierte wenden und deren Setzungen sich an der Rolle der Künstlerin abarbeiten – heute würden wir auch von einer feministischen Perspektive sprechen. Kippenbergers Bilder, Skulpturen und Zeichnungen bezeugen einen Humor, der dem Witz von Lassnig das Hintergründig-Groteske beifügt. Im Ausstellungsparcours werden mehr als 60 aus internationalen Sammlungen zusammengetragene und selten gezeigte Werke in einen Dialog gestellt. Es entsteht ein Zwiegespräch, das Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten, aber auch unterschiedliche Zugänge zur Thematik aufscheinen lässt.

STÄDTISCHE GALERIE IM LENBACHHAUS UND KUNSTBAU MÜNCHEN
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:

Maria Lassnig
Die Lebensqualität, 2001 © Maria Lassnig Stiftung

Martin Kippenberger
Ohne Titel (aus der Serie „Das Floß der Medusa"), 1996 © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
Start: Freitag 24.05.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 25.08.2019
München Stadtmuseum: Sebastian Riemer – Archivarische Empathie
Bilder
Sebastian Riemer – Archivarische Empathie

Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum
24. Mai – 25. August 2019

In seinen Fotografien geht der Düsseldorfer Künstler Sebastian Riemer (geb. 1982 in Oberhausen )den spezifischen Eigenschaften des fotografischen Bildes auf den Grund. Dabei geht er häufig von historischen Aufnahmen aus, die mitunter sogar aus der Anfangszeit der Fotografie stammen.In seiner seit 2013 entstehenden Serie „Press Paintings“ greift Riemer auf amerikanische Pressefotos der 1920er- bis 1970er-Jahre zurück. Diese wurden als Druckvorlagen genutzt und vor der Drucklegung manuell bearbeitet, um die Bildinhalte den Anforderungen der jeweiligen Presseartikel anzupassen. So wurden etwa mit Pinsel und Farbe die Veränderungen direkt auf die Foto-Oberfläche aufgetragen. In Reimers hochauflösenden Reproduktionen erscheinen diese Eingriffe in übersteigerter Skurrilität und lassen ihren Ursprung weit hinter sich. Abgebildete Personen werden nahezu Körpergröße den Betrachtern gegenübergestellt.
Vormals feine Pinsel-striche der Retuschen erscheinen als expressive Trompe-l'oeil-Malerei. Reimers seit 2015 entstehende Werkgruppe der „Instant Photos“ beruht auf historischen Daguerreotypien, von denen er Polaroidaufnahmen anfertigt. Dieser Zyklus thematisiert die Fehler der Repräsentation durch die frühen unausgereiften Techniken: Es sind Personen wie Aussparungen im milchigen Lichtkegel zu sehen, der Umraum ist aufgewühlter abstrakter Gestus aus Entwicklerflüssigkeit, der das Bild in ein verwaschenes Blau taucht. Über die Oberfläche ziehen sich einzelne Kratzer. Indem die Personen, die mit dem Habitus der Mitte des 19. Jahrhunderts sowieso aus der Zeit gefallen wirken, wie freigestellt im Bild auftreten, wird ihre Bedeutung und ihre Erzählung mysteriös. Natürlich wird die Aussagekraft und die Lesbarkeit des Porträtfotos befragt, zugleich wird die Distanz veranschaulicht, die zur Gegenwart besteht, und doch sind Riemers Bilder ganz im Heute positionieren.Riemers Arbeiten gehen über die bloße Aneignung der Vorlagen hinaus, vielmehr wirft er medienspezifische und rezeptionsgeschichtliche Fragen auf. Er befragt das "Postfaktische" der Fotografie, dass ihr seit ihrer Erfindung innewohnt. Die Macht der technischen Bilder ist im digitalen Zeitalter präsenter denn je, weshalb Riemers Revisionen an Aktualität nichts missen lassen; vielmehr werden die bis heute gültigen Mechanismen der Bildproduktion in ihren Anfängen sichtbar und ihr Wirken in Frage gestellt.


Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Abbildung:

Sebastian Riemer,
"Double Gothic", 2016,
137x197cm, C-Print © Sebastian Riemer
Start: Donnerstag 30.05.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 29.09.2019
München Literaturhaus: ALEXANDER KLUGE: PLURIVERSUM
Bilder
Foto: © Catherina Hess
ALEXANDER KLUGE: PLURIVERSUM*
*DIE POETISCHE KRAFT DER THEORIE

Eine Ausstellung im Literaturhaus München
29.5.2019 bis 29.9.2019

Idee und für München adaptiertes Konzept: Alexander Kluge,
nach gleichnamigen Ausstellungen in Essen (Museum Folkwang) und Wien (Belvedere 21)

Neue Ausstellung in München: Alexander Kluge, der poetische Chronist, Autor, Filmemacher und erste Multimedia-Künstler der Gegenwart, Träger des Kulturellen Ehrenpreises und des Jean-Paul-Preises für sein literarisches Lebenswerk, ist einer der bedeutendsten hier ansässigen Künstler. Nun richtet er im Literaturhaus München seine Denkwerkstatt ein: »PLURIVERSUM. DIE POETISCHE KRAFT DER THEORIE« gewährt erstmals Einblick in Kluges künstlerisches und philosophisches Schaffen sowie in sein umfangreiches Bilder-Archiv.

Nach Stationen in Essen (Folkwang Museum) und Wien (Belvedere 21) variiert und ergänzt der in Halberstadt geborene Alexander Kluge (*1932) die Schau mit Bezug auf 30 Jahre Wiedervereinigung. Nach dem Motto »Ohne von anderen Gestirnen beleuchtet zu werden, leuchtet mein Mond nicht« sind für Kluge der Austausch und die Zusammenarbeit mit Künstlerkollegïnnen essenziell: So sind im Literaturhaus Werke von Kerstin Brätsch, Thomas Demand, Anselm Kiefer und Thomas Thiede zu sehen, von Stefan Moses und Paul Klee.

Kluges Arbeiten suchen die Verbindung zum Publikum; sie sprechen Verstand und Gefühl gleichermaßen an und setzen auf den Reiz der Assoziation. Biografische Besonderheiten treffen dabei auf universelle Themen wie Arbeit, Evolution, Liebe, Krieg und andere Katastrophen. Neben seinen sogenannten Minutenfilmen werden eigens für die Ausstellung entstandene filmische Arbeiten präsentiert.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Themenführungen, Abendveranstaltungen u.a. mit Helge Schneider und eine Auswahl seiner berühmtesten Langfilme begleiten die Ausstellung.

"Wir brauchen erneut jene Wunderkammern, die das enthalten, was wir Poeten als Ahnungsvermögen bezeichnen. Also Kunst, Wissenschaft und nach vorwärts gerichtete Erzählungen."


Stiftung Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München
Start: Sonntag 02.06.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 06.10.2019
Kochel: Anthony Cragg - Skulpturen und Zeichnungen
Bilder
Anthony Cragg
Skulpturen und Zeichnungen

Franz Marc Museum, Kochel am See
Ausstellung vom 02. Juni bis 06. Oktober 2019

Anlässlich der Aufstellung der Skulptur "Gabelung" im Juni 2019 von Anthony Cragg im Park des Franz Marc Museums werden Zeichnungen und Skulpturen des international bekannten Bildhauers gezeigt.
Die Skulptur Gabelung wurzelt formal in der Gruppe der etwa seit dem Jahr 2000 entstehenden Rational Beings, die den besonderen Naturbezug der Plastik Craggs anschaulich werden lassen. Diese Skulpturen gehen von geometrischen Grundformen wie Kreisen und Ellipsen aus, die durch eine versetzte „Stapelung“ scheinbar in Bewegung geraten.
„Es ist die zugrundeliegende Struktur, die der Haut die Spannung einer Membran verleiht, auf die von innen her der Druck der sich entlang der Achse abbildenden Kreise einwirkt und die ihrerseits die Grundstruktur zahlreicher Organismen, Organe, Pflanzen und Tiere wiedergibt, wobei sich gelegentlich sogar flüchtige, körperlich-erotische Eindrücke ergeben.“
Diese besondere, von Tony Cragg beschriebene Reflektion natürlicher Wachstums- und Entwicklungsvorgänge durch seine Skulpturen wird im Park des Franz Marc Museums, inmitten der Natur, für die Besucher auf ihrem Weg ins Museum erfahrbar. In der Ausstellung lässt sich dieser Eindruck vertiefen.

Franz Marc Museum,
Franz Marc Park 8-10,
Kochel am See

Abbildung:

Tony Cragg, Gabelung, 2018
Franz Marc Museum,Kochel a. See
© VG Bild-Kunst,Bonn 2019
Start: Sonntag 02.06.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 06.10.2019
Kochel: 100 Werke - Neuer Blick
Bilder
100 Werke
Neuer Blick

Franz Marc Museum, Kochel am See
Ausstellung vom 02. Juni bis 06. Oktober 2019

Die Ausstellung "100 Werke. Neuer Blick" bietet einen breiten und neu akzentuierten Blick auf die Sammlung des Franz Marc Museums. Dabei hat ein vorbereitendes Seminar, in dem sich Kunstgeschichtsstudenten der LMU München mit dem Thema „Sammlungskatalog“ befassten, Impulse zur Auswahl und Gliederung der Präsentation gegeben: Gezeigt werden neben den wichtigsten Gemälden und Arbeiten auf Papier aus den drei Sammlungsbereichen des Museums, „Blauer Reiter“, „Brücke-Expressionismus“ und „Nachkriegsabstraktion“, auch selten gezeigte Malerbücher und Mappenwerke.
Darüber hinaus sind durch Volkskunst inspirierte Arbeiten, eine Präsentation zum Almanach „Blauer Reiter“ sowie zu den illustrierten Postkarten und wichtigen Archivalien des Museums zu sehen.
Anlass für die Ausstellung ist die Herausgabe des neuen Sammlungskatalogs, der auch die zahlreichen und wichtigen Neuerwerbungen des Franz Marc Museums seit seiner Eröffnung 2008 umfasst.

Franz Marc Museum,
Franz Marc Park 8-10,
Kochel am See

Abbildung:

Franz Marc, Zwei Pferde blaugrün, 1911 (aus Skizzenbuch XXII, p.18)
Franz Marc Museum, Kochel am See
Franz Marc Stiftung, Schenkung W. Winterstein
Start: Donnerstag 06.06.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 24.11.2019
Fürstenfeldbruck: „Wetter und Mensch“
Bilder
Wetter und Mensch

Das Museum Fürstenfeldbruck zeigt ab Donnerstag, 6. Juni 2019 die Ausstellung „Wetter und Mensch“ mit Werken von bedeutenden historischen Malern sowie kulturhistorischen Exponaten. Wetter ist eine zentrale menschliche Erfahrung und einer der beliebtesten Gesprächsinhalte, wenn Menschen sich unverbindlich unterhalten. Wetter umgibt und beeinflusst den Menschen tagtäglich mit seiner Schönheit, aber auch mit seiner Bedrohlichkeit. „Wetter und Mensch“ untersucht Wetter zum einen als kulturellen Faktor, als ein Phänomen, das das Leben des Menschen tangiert und das sich entsprechend in der Kunst spiegelt. Zum anderen wird anhand historischer meteorologischer Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert gezeigt, wie sich das Wetter als existenzieller Faktor auf das alltägliche Leben auswirkte. Zudem präsentiert die Ausstellung zu allen Aspekten aktuelle Erkenntnisse zum Klimawandel.

Das Wetter in der Kunst
Herausragende Künstler wie Heinrich Reinhold, Carl Rottmann, Eduard Schleich, Théodore Gudin und Carl Spitzweg beweisen mit ihren eindrucksvollen Gemälden die Faszination für Wetterphänomene. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem Studium der Wolken. Kunsthistorisch bedeutsame Werke belegen, dass Künstler sich vor allem in der Romantik mit der emotionalen Seite des Wetters beschäftigten. Die künstlerische Darstellung des Wetters hat beinahe so viele Facetten wie das Wetter selbst. Jede Epoche hatte ihre Vorlieben und stellte bestimmte Wetterphänomene heraus. In der Ausstellung wird diese Tatsache durch herausragende Gemälde insbesondere aus der Zeit der Romantik, aber auch der sogenannten Münchner Schule des 19. Jahrhunderts vor Augen geführt. 

Das Wetter als existenzieller Faktor
Dass das Wetter seit jeher von existenzieller Bedeutung war – als Auslöser von Naturkatastrophen, von Dürren und Hungersnöten – zeigen meteorologische Aufzeichnungen des Klosters Fürstenfeld aus dem 16. und 18. Jahrhundert, aber auch ungewöhnliche kulturhistorische Objekte, mit denen die Menschen versuchten, sich und ihr Hab und Gut vor Wetterereignissen zu schützen. Die soziale und politische Problematik von klimatischen Veränderungen belegen Erhebungen zu bayerischen Auswanderern im 19. Jahrhundert. Die Ausstellung zeigt, wie extreme Wettereignisse immer wieder mittel- oder unmittelbar Einfluss auf die Geschichte genommen oder sie zumindest beschleunigt haben. Sie ermöglicht dem Besucher, sich mit dem komplexen und aktuellen Thema „Wetter und Mensch“ auf anregende Weise auseinanderzusetzen.


Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6b
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildung

Andreas Achenbach (1815-1910)
Seerettung, 1891, Öl auf Holz, 50x60 cm
Kunsthandel Michael Vogt, Fürstenfeldbruck
Start: Samstag 20.07.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 30.11.2019
München: Zero Gravity - Apollo 11 and the new notion of space
Bilder
Zero Gravity
Apollo 11 and the new notion of space

Ausstellung vom 20. Juli bis 30. November 2019


Projekt

Vor 50 Jahren, in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969, betritt zum ersten Mal ein Mensch den Mond. Neil Armstrongs historischer Satz »Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit« und die Bilder von Astronauten, die in ihren Raumanzügen leichtfüßig über die Mondoberfläche springen, entfachen weltweite Euphorie.

Der Erfolg von Apollo 11 markiert den Höhepunkt eines Zukunftsoptimismus, der mit den ersten Weltraummissionen Anfang der 60er-Jahre einsetzt und nahezu alle Lebensbereiche erfasst. Innovative Technologien und Materialien, mit denen der Kosmos erobert wird, formen eine »Space«-Ästhetik, die international von der bildenden Kunst über Architektur, Musik, Film und Design bis hin zu Mode und Kinderspielzeug den Zeitgeist bestimmt. Das Vordringen in unbekannte Dimensionen durch die Raumfahrt verschiebt die bislang gültigen Grenzen und Raumerfahrungen. Begriffe und Konzepte von Raum und Zeit, von Außen und Innen werden neu definiert. Gerade der Blick und die Bilder aus dem All schärfen das Bewusstsein für die Begrenztheit und Fragilität der Erde.

Wie dynamisch sich in der Folge Raum- und Grenzerweiterungen in Kunst und Wissenschaft entwickeln, umkreist die Ausstellung ZERO GRAVITY. Sie zeigt künstlerische Positionen im Kontext einer eigens für die Schau entwickelten heterotopischen Rauminstallation des Medienkünstlers Peter Kogler. Ein verspiegeltes Environment ermöglicht es dem Betrachter, in einen virtuellen Kosmos einzutauchen, der raumreflektive Arbeiten der 60er-Jahre von Andy Warhol, Robert Rauschenberg oder Sol LeWitt mit aktuellen Werken von Gregor Hildebrandt, Hans Schabus oder Sonia Leimer schwerelos verbindet.

Gleichwertig neben der Kunst werden technische Exponate rund um die Raumfahrt, visionäre Architekturentwürfe sowie Ikonen der Popkultur präsentiert. Ebenso umfasst die Ausstellung eine kritische Auseinandersetzung mit historischen Wegbereitern der Raumfahrt wie dem Raketeningenieur Wernher von Braun. Ein umfassendes Wissenschaftsprogramm wirft Schlaglichter auf aktuelle Forschungsprojekte rund um den Mond als Rohstoffquelle und Zwischenstation für künftige Marsmissionen. Denn: Plötzlich ist der Mond wieder wichtig!


Künstler

Thomas Bayrle, Martha Boto, Lygia Clark, Attila Csörgő, Stano Filko, Dan Flavin, Gregor Hildebrandt, Anna Jermolaewa, Lukas Kindermann, Peter Kogler, Gyula Kosice, Annie Leibovitz, Sonia Leimer, Sol LeWitt, Otto Muehl, Lowell Nesbitt, Nam June Paik, Walter Pichler, Michelangelo Pistoletto, Sigmar Polke, Robert Rauschenberg, Fred Sandback, Hans Schabus, Richard Serra, Mark Wallinger, Andy Warhol, Lawrence Weiner

sowie

    Architekturentwürfe und –modelle (Galina Balaschowa, Richard Buckminster Fuller, Wolf D. Prix u.a.)
    Musik (John Cage, Brian Eno, György Ligeti u.a.)
    Film, TV, Radio, Print
    Technische Exponate aus der Raumfahrt

ERES-Stiftung
Römerstr. 15
80801 München
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