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3 | März 2017
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Start: Samstag 25.02.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 30.04.2017
Olching Musikschule 3klang: Ausstellung des Olchinger Fotograf Thomas J. Krebs
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Fotos TJ Krebs: Antonio Sanchez, Roy Haynes, Carla Bley
Der Olchinger Fotograf Thomas J. Krebs ist seit vielen Jahren begeisterter Porträt-Fotograf und legt dabei sein Hauptaugenmerk auf Musikerinnen und Musiker der Jazz Szene. Seine Aufnahmen, zum großen Teil in einem der renommiertesten Clubs der internationalen Jazzszene entstanden – der Münchener Unterfahrt – laden in den kommenden Wochen interessierte Betrachter zum Verweilen ein.

Die Vernissage am 25. Februar um 19 Uhr ist offen für alle Foto- und Jazzliebhaber: der Fotograph Thomas J. Krebs berichtet an dem Abend über seine Arbeit und führt mit Humor und Geschichten durch die Ausstellung. Mit Philippe Beetz (Klavier) und Vlad Cojocaru (Akkordeon), zwei Musikern der Münchner und internationalen Jazz Szene, erhält der Abend einen feinen musikalischen Rahmen.

Herzliche Einladung ergeht an alle Fotografie- und auch Musikinteressierten.  Wer Aufnahmen erstehen möchte, kann dabei auch Gutes tun: der Erlös von Fotoaufnahmen geht an ein Hilfsprojekt für benachteiligte Kinder! Die Vernissage ist in den Räumen von 3klang im Amperhof, Adlerweg 15 in Olching. Weitere Infos erhalten Sie unter 08142 – 41 00 36.  Der Eintritt ist frei!

Ausstellung kann zu den Bürozeiten täglich mo - fr von 10 bis 12 Uhr besucht werden, zu anderen Zeiten nach Absprache - Tel. 08142 41 00 36! (In den Faschingsferien 27.02. - 5.03. ist leider geschlossen!)

Die Ausstellung ist in den Räumen von 3klang im Amperhof, Adlerweg 15 in Olching.
Weitere Infos erhalten Sie unter 08142 – 41 00 36.  Der Eintritt ist frei!
Start: Montag 27.02.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Freitag 31.03.2017
Landsberg Statdtverwaltung: Georg Bernhard
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Georg Bernhard zu Gast im Verwaltungsgebäude

Der Künstler Georg Bernhard ist eine Persönlichkeit, die die Region Schwaben über 50 Jahre kulturell geprägt hat, insbesondere durch Ausgestaltungen von kirchlichen Räumen. Über 20 Jahre lang war er Professor der FH Augsburg im Fachbereich Gestaltung. Der Träger zahlreicher Preise wie des Kunstpreises der Stadt Augsburg (1963), des Bundesverdienstkreuzes am Bande (1996) und des Kunstpreises des Bezirks Schwaben (1997), zeigt in den Räumlichkeiten der Stadtverwaltung Landsberg am Lech eine Ausstellung mit über 40 Werken der vergangenen zehn Jahre, insbesondere Zeichnungen mit Rohrtusche. Diese Technik stellt in ganz besonderem Maße die zeichnerische Stärke des Künstlers heraus.

Immer wieder steht der Mensch im Mittelpunkt von Bernhards Zeichnungen. Ein gewisses Markenzeichen ist dabei die Verwirbelung der Linien, quasi ein Schwingen und Ineinandergreifen gekonnter Zeichenschwünge. Konturen und Umrisse der Körper scheinen verloren zu gehen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In der Werkreihe „Totentänze“ begegnen uns immer wieder Figuren, die kopfüber in eine andere hineingezeichnet sind oder mit dem als Knochenmann dargestellten Tod ringen. So bauen sich in lockeren Kreisen Figuren auf, entsteht Spannung und Bewegung durch sich wiederholende Elemente in paralleler, ab- oder aufsteigender Folge.

Bernhards profundes kunsthistorisches Interesse führte zur Rezeption bekannter Bildmotive, so unter anderem mit Arbeiten zur griechischen Mythologie, die mit Titeln wie „Orpheus“, „Sappho“ oder „Villa dei Misteri“ in der Ausstellung vertreten sind.

Die durch das Neue Stadtmuseum organisierte Ausstellung mit Arbeiten von Georg Bernhard ist im Foyer und den beiden oberen Stockwerken des Verwaltungsgebäudes in der Katharinenstraße vom 17. Februar bis 31. März zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Zur Eröffnung am Donnerstag, den 16. Februar um 19 Uhr mit Künstlergespräch wird um Anmeldung per Email (neues_stadtmuseum@landsberg.de) gebeten.

Öffnungszeiten ZVG
Mo, Di, Fr: 8 -16 Uhr Mi: 8 -12 Uhr,
Do: 8 -18 Uhr, 1. Sa im Monat: 9 -12 Uhr

Stadt Landsberg am Lech
Katharinenstr. 1
86899 Landsberg am Lech
Start: Montag 27.02.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 24.09.2017
Museum Fürstenfeldbruck: Leidenschaft für Heilige
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Leidenschaft für Heilige
25 Jahre Museum Fürstenfeldbruck

Mit großer Leidenschaft und kunsthistorischer Kenntnis sammelte der Fürstenfeldbrucker Bäckersohn und Geistliche August Aumiller (1868-1929) Skulpturen und Gemälde von heiligen Männern und Frauen. Mit seinen Erwerbungen aus Klöstern und Kirchen, von Händlern und Bauern brachte er es auf eine Sammlung von über 2000 Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Zeit des Rokoko.

Im Fürstenfeldbrucker Kulturleben spielte Aumiller eine wichtige Rolle. Als Hofkaplan der königlichen Landhofkirche Fürstenfeld erwarb er zahlreiche Objekte aus der säkularisierten Zisterzienserabtei Fürstenfeld und betrieb zusammen mit Brucker Bürgern die Gründung eines historischen Museums.

Neuerwerbungen und Bestände des Museums Fürstenfeldbruck, Leihgaben aus dem Diözesanmuseum Freising und aus Privatbesitz gewähren erstmals Einblick in die hochwertige Sammlung, die nach dem Tod des Geistlichen zerstreut wurde.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Funktionen der Heiligen im Wandel der Zeit, zeigt, wie sich Heilige „zu erkennen geben“ und thematisiert Heiligenschein und Märtyrertod unter aktuellen Gesichtspunkten.

Katalog zur Ausstellung ¤ 8,90

Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein museumspädagogisches Programm.


Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck
Start: Montag 27.02.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Dienstag 31.10.2017
München Lenbachhaus: BILDSCHÖN – ANSICHTEN DES 19. Jahrhunderts
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Lovis Corinth Frühstück in Max Halbes Garten, 1899 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München; Mathias Schmid Die Feuerb'schau, um 1888 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München; Karl Millner Vorderer Gosausee mit Dachstein, um 1855 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Dauerleihgabe der Christoph Heilmannn Stiftung.
BILDSCHÖN – ANSICHTEN DES 19. Jahrhunderts

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bilder. Sie erreichten eine größere Öffentlichkeit als je zuvor. Künstlerinnen und Künstler prägten auf wirkmächtige Weise die Kultur ihrer Zeit, ein sehr viel breiteres Themenspektrum wurde bildwürdig und im Idealfall vom Publikum als »bildschön«gelobt. Die damals erfundenen Motive bestimmen bis heute, was wir als romantisch, als traurig oder als schön empfinden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand ein enorm vielfältiges erzählerisches Bilduniversum, das immer wieder durch seine formale Innovationskraft begeistert.Bildschön unternimmt eine Neuinterpretation der Sammlungsbestände der Kunst des 19. Jahrhunderts im Lenbachhaus.
Um andere Perspektiven auf diese reiche Bildkultur zu eröffnen, pr  äsentiert die neue Ausstellung bewusst eine große Bandbreite von künstlerischen Stilen und Inhalten. Sie erschließt, ergänzt von Fotografien, Film­ und Hörbeispielen, nicht nur den zeitgenössischen Kontext der Themen und Bildwelten, sondern beleuchtet schlaglichtartig den Nachhall des langen 19. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart.
Die Ausstellungsbesucher und Kunstsammler des 19. Jahrhunderts, die Leser von Büchern, Zeitschriften oder Reiseführern erwarteten anschauliche Darstellungen und unterhaltsame Geschichten, weshalb viele Künstler die bestehenden Verhältnisse eher bestätigten, als sie kritisch zu hinterfragen. Doch ließen sie gelegentlich ironisch durchblicken, dass ihre Produktionen oft auf Modellen und Attrappen beruhten. Die Erfahrungswelt des Einzelnen erweiterte sich drastisch mitder immer reicheren Bilderwelt.Durch die Hand der Künstler wurden Naturansichten zu den Postkartenlandschaften, die wir heute noch aufsuchen. Trachten und bäuerliches Brauchtum wurden im 19. Jahrhundert wiederbelebt oder gar neu erfunden und die entstehenden Bilder so einflussreich, dass auf Oktoberfesten weltweit heute »Bayer« gespielt wird.
Zentral für die Beziehung zur Natur war und ist im Bewusstsein der Deutschen der Wald, als visueller und emotionaler Projektionsraum.Wenn Maler auf dem Land lebten, interpretierten sie nicht nur Ländliches, sondern sie experimentierten auch mit modernen Lebensformen, und ihre Kunst vermittelte dann ein von urbanen Zwängen befreites Lebensgefühl. Als Porträtisten des Bürgertums und der Aristokratie entwarfen Künstler deren öffentliches Image, sie verhandelten Geschlechterverhältnisse und Standesunterschiede. Für das ganze »große Theater« der modernen Welt galt es nun, visuelle Entsprechungen zu finden: für so unterschiedliche Phänomene wie die Begeisterung für die Vergangenheit, die Fragen der Naturwissenschaften oder die Verlockungen des Spiritismus.
Kuratiert von Susanne Böller

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
Start: Donnerstag 09.03.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Samstag 08.04.2017
München Alpines Museum: Hoch hinaus! Hütten und Wege in den Alpen.
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Die Höllentalangerhütte
Hoch hinaus! Hütten und Wege in den Alpen.

Matratzenlager, Kaiserschmarrn und schweißtreibende Anstiege – für Bergbegeisterte keine Fremdwörter. An den 500 Schutzhütten und 30.000 Kilometer Wegen, die die Alpenvereine in den letzten 150 Jahren aufbauten und seitdem pflegen, kommt der Alpenbesucher heute nicht vorbei.

Die neue Sonderausstellung „Hoch hinaus! Wege und Hütten in den Alpen“ des Deutschen Alpenvereins (DAV) untersucht erstmalig das Phänomen der alpinen Schutzhütten sowohl aus kultur- als auch architekturgeschichtlicher Sicht. Im Mittelpunkt steht die Frage, was die Besonderheit der alpinen Wege und Hütten ausmacht und wie der Typus „Hütte“ entstand. Parallel zur Ausstellungseröffnung wird auch die alte Höllentalangerhütte, die 2013 im Wetterstein abgetragen und auf der Praterinsel wiederaufgebaut wurde, feierlich eingeweiht. „Eines unserer schönsten Ausstellungsstücke ist die Ur-Hölle“, freut sich Friederike Kaiser, Geschäftsbereichsleiterin Kultur beim Deutschen Alpenverein. „Sie ist ein wundervolles Beispiel für die Anfänge des Schutzhüttenbaus und erzählt ungewöhnliche Geschichten. In ihr können unsere Besucher Bergleben um 1900 hautnah erleben.“ Zu sehen ist die Ausstellung vom 9. März 2017 bis 8. April 2018 im Alpinen Museum auf der Praterinsel.


Erbe mit Aussicht: Von Schutzhütten und „Berg-Hotels“

1893 rückten die Hütten des damaligen Deutschen und Österreichischen Alpenvereins das erste Mal in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit. Auf einem mehrere Meter breitem Panorama konnten 27 Millionen Besucher der Weltausstellung in Chicago die Braunschweiger Hütte bewundern.
 

Dabei dominierten auf dem Monumentalgemälde die Gipfel der „Oetzhaler Eiswelt“, die Hütte war kaum zu finden. Das Panorama macht deutlich, wofür Hütten und Wege stehen: Sie ermöglichen, sich in der abweisenden Bergwelt zu bewegen. Gleichzeitig fällt auf: Die Hütte ist klein, einfach und nicht bewirtschaftet. Das bauliche Konzept der Sektion Braunschweig war weit entfernt von den „Berg-Hotels“, die bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert zur Zeit des beginnenden Fremdenverkehrs in den Alpentälern der Ostalpen gebaut wurden. Das Anliegen der Sektion Braunschweig war der „alpine Zweck“: bei Wanderungen zu touristisch unbekannten Spitzen eine Übernachtung und körperliche Stärkung zu ermöglichen.

9. März 2017 bis 8. April 2018
im Alpinen Museum, Praterinsel 5, 80538 München
Öffnungszeiten Di - So 10 bis 18 Uhr
Start: Freitag 10.03.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.05.2017
München Haus der Kunst: Harun Farocki - Counter Music
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Harun Farocki (1944-2014) war Leitfigur in einer Szene von Filmemachern und Intellektuellen, die sich in Europa Ende der 1960er-Jahre im Zuge brisanter politischer Debatten entwickelt hatte. In dieser Zeit kamen auch die Fragen nach den Produktionsbedingungen des Filmemachers und Autorenfilmers, sowie nach der analytischen Rolle des Kinos mit Blick aufgesellschaftspolitische Ereignisse auf.
In seiner langen, einflussreichen Karriere schuf Farocki über 90 Filme, darunter Spielfilme und Filmessays, Fernseh- und Dokumentarfilme; weiterhin Installationen, Texte, Ausstellungen und Projekte in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern.
„Harun Farocki: Counter Music“ greift auf dieses umfangreiche Gesamtwerk zurück. Die aktuelle Unzufriedenheit mit Praktiken der Arbeitswelt, und auch die massenhafte Vertreibung von Arbeitskräften unter dem Deckmantel der Globalisierung geben Farockis Nachforschungen und seinem facettenreichen Werk neue Dringlichkeit und Nachdruck. Die Spannungen und Widersprüche der Arbeitswelt haben in Farockis filmischem Vermächtnis zentrale Bedeutung. Insbesondere haben ihn die verschiedenen Arten von Produktion und Konsum interessiert, und wie sich diese im Laufe der Jahrzehnte entwickelt haben.
In dem filmischen Essay „Arbeiter verlassen die Fabrik“ (1995) etwa richtet sich die Kamera auf die Tore von Fabriken, die sich bei Schichtende öffnen und einen Strom von Arbeiterinnen und Arbeitern entlassen. Sie haben es eilig, das Fabrikgelände zu verlassen, als habe ihnen der Arbeitstag Lebenszeit gestohlen, die es nun nachzuholen gilt. Auch wenn das Produkt, an dessen Herstellung die Arbeitskräfte in „Arbeiter verlassen die Fabrik“ beteiligt sind, nicht genannt wird und in diesem Zusammenhang nicht von Interesse ist: es ist ein greifbares Produkt. In „Nothing Ventured“ (2004) ist dies noch indirekt der Fall.
Der Film zeigt zwei Repräsentanten einer Firma, die berührungslose Sensoren herstellt, in der Verhandlung mit Investoren. Die Gesprächsführung ist zentrales Thema. Beide Seiten beherzigen das Konzept von Kaufmannsehre. Dass die Vertreter der Firma Vertrauen in ihre Aufträge und in ihr Produkt haben, beeindruckt wiederum die Investoren und bewirkt, dass sie sich entgegenkommend verhalten. Der Film zeigt die tatsächlichen Verhandlungen über den Kredit mit den ‚echten‘ Akteuren – wobei das Bewusstsein, gefilmt zu werden, sowohl den Akteur in der Handlung beeinflussen mag, als auch den Betrachter in der Wahrnehmung.  Als Beispiel für immateriell gewordene Arbeit zeigt Farocki die Leistung von Beraterfirmen, die sich beim Kunden mit ihrem Portfolio um Aufträge bewerben. Mit seinen Filmen dokumentiert Farocki, wie sehr auch Sprachgewohnheiten und Fachjargons – von Unternehmenskultur, Visionen, Investmentkapital u.Ä. – dem Zeitgeist unterworfen sind, wie etwa das Modell eines wechselnden Arbeitsplatzes (Open-Space-Office) im Firmengebäude, an dem der Angestellte morgens „eincheckt“.

„Counter Music“ (2004) zeigt Bilder der Lebensadern einer Stadt bei Nacht, aufgenommen von Überwachungskameras ohne menschliches Zutun, in den Haltestellen der U-Bahn oder an Straßenecken. Die menschliche Arbeit besteht im Sichten dieser Flut von Bildern auf einer Vielzahl von Monitoren. Regulationsmethoden der Überwachung in privaten und öffentlichen Bereichen sowie die zunehmende Digitalisierung und Verbreitung stehender und bewegter Bilder sind eine weitere Konstante im Werk von Farocki. Zu seinen filmischen Verfahren gehören Wiederholung, Zusammenschnitt, Montage und Fetischisierung. Der Film „Ein Bild“ (1983) widmet sich der Produktion des Playmate-Cover-Fotos für ein Hochglanzmagazin: die Vorbereitungen und Einbauten im Studio, das Shooting mit Modell, und anschließend der Rückbau des Studios. Fetisch ist hier der weibliche Körper. Farockis Werk erschließt sich als eine Archäologie der Arbeitsprozesse, die sich in den vergangenen Jahrzehnten ständig weiter verändert haben und zusätzlich durch mediale Verbreitung und Rezeption verschoben wurden.  „Harun Farocki: Counter Music“ wird vom Haus der Kunst in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz organisiert und durch die Galerie Thaddaeus Ropac, Paris / Salzburg und Greene Naftali Gallery, New York unterstützt. Haus der Kunst bedankt sich bei der Harun Farocki GbR für die Unterstützung.

Fotos: Harun Farocki "Arbeiter verlassen die Fabrik" © Harun Farocki, 1995 und Harun Farocki "Arbeiter verlassen die Fabrik in elf Jahrzehnten" © Harun Farocki, 2006

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Start: Freitag 10.03.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 20.08.2017
München Haus der Kunst: Free Music Production / FMP - The Living Music
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Seit den 1950er-Jahren haben Jazzmusiker in den USA und in Europa versucht, ihre Produktions- und Arbeitsbedingungen selbst zu gestalten. Aus dem Bedürfnis nach Aufführungsmöglichkeiten und musikalischer Selbstbestimmung gründeten sie Kollektive, mit denen sie unabhängig von den Marktmechanismen der Musikindustrie arbeiten konnten. Sowohl hinsichtlich Langlebigkeit als auch Vielfalt der Projekte ist dabei eine deutsche Produktionsfirma bis heute einzigartig: die Free Music Production (FMP).

Die Ausstellung widmet sich der Geschichte dieses von Berlin aus wirkenden Labels, das von 1968 bis 2010 als Plattform für die Produktion, Präsentation und Dokumentation von Musik Unvergleichliches geleistet hat. Weil der Saxophonist Peter Brötzmann den Veranstaltern der Berliner Jazz Tage (heute Jazzfest Berlin) nicht garantieren konnte, dass seine Gruppe in schwarzen Anzügen auftreten würde und deshalb ausgeladen wurde, organisierte er 1968 zusammen mit dem Bassisten Jost Gebers das erste Total Music Meeting (TMM). Auf Einladung kamen die wichtigsten Vertreter des europäischen Jazz sowie eine Handvoll US-amerikanischer Musiker. Diese erste auch in den Medien gefeierte Alternative zum Jazzfest Berlin bildete den Startschuss für die Free Music Production.

1969 organisierte die FMP erstmals eine Veranstaltung in der Akademie der Künste in Westberlin, aus der dann 1970 der WorkshopFreie Musik entstand. Auf zwei Bühnen wurde öffentlich geprobt und mit dem Publikum diskutiert; über fünf Tage bildeten sich neue musikalische Gruppierungen und Dynamiken. Die FMP verließ damit die gewohnten Räume, Konzertsaal und Club; Musiker und Zuhörer lernten die Möglichkeiten anderer, offenerer Räume zu nutzen. Zunächst gab es dabei durchaus auch „Missverständnisse“, so Jost Gebers, nämlich „Musiker und Gruppen, die aus der offenen Form des Workshops wieder geschlossene Konzerte mit festgelegten Abläufen machen wollten, Publikumsgruppierungen, die mitspielen oder dagegen spielen wollten“.

Im Laufe der Jahre wurden diese Formate, der Workshop Freie Musik und das Total Music Meeting, jedoch selbstverständlich und waren der Beginn einer 40-jährigen Erfolgsgeschichte.
Ebenfalls 1969 begann die FMP auch mit der Dokumentation der Musik auf Schallplatten. Die Aufnahmetechnik war von allen Beteiligten noch zu erlernen und sollte authentisch vermitteln, wie sich improvisierte Musik aus dem Moment heraus entwickeln kann. Die Tonträgerproduktion der FMP und ihrer Sublabels umfasst annähernd 500 Einspielungen, die mittlerweile Kultstatus genießen. Das international bekannteste Produkt ist die LP (mittlerweile CD) Machine Gun des Brötzmann Octets.
In die eher von Männern beherrschte Welt des Jazz hat die FMP, angefangen mit Maggie Nicols und Irène Schweizer, von Beginn an feministische Positionen integriert. Außerdem war es das erste westliche Label, das Musiker aus der DDR sowohl in West- als auch in Ostberlin aufnahm.

1988 brachte die FMP einen Protagonisten der amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts, Cecil Taylor, in einem vierwöchigen Programm erstmals mit seinen europäischen Zeitgenossen zusammen. So entstand die international mit den meisten Preisen gewürdigte Veröffentlichung, die Box Cecil Taylor in Berlin '88 - eine einzigartige Dokumentation auf 11 CDs von Konzerten in unterschiedlichsten Besetzungen. Hergestellt in einer Auflage von 1.000 Stück wie eine künstlerische Edition, war sie bald nach Bekanntgabe des Subskriptionsangebots ausverkauft.

Die FMP hat früh afrikanische und asiatische Volksmusiken einbezogen. Im Rahmen des Workshops Freie Musik gab es Kooperationen mit Tänzern wie Pina Bausch, Min Tanaka, Ono Kazuo und Christine Brunel. Mit bildenden Künstlern wie tomas schmid, A.R. Penck, Günther Förg und Martin Kippenberger oder Literaten wie Günter Grass wurden Projekte verwirklicht. Die Ausstellung dokumentiert mit Fotografien, Postern, Flyern, Originaldokumenten, Interviews, dokumentarischen Videos und bisher unveröffentlichten Aufnahmen aus dem FMP-Archiv von Jost Gebers die verschiedenen FMP-Formate, die Arbeits- und Produktions-bedingungen des Labels und seiner Musiker, und stellt die gesamte Tonträgerproduktion vor. Kurator ist Markus Müller.Free Music Production (FMP): The Living Music ist eine Kooperation mit dem Goethe-Institut und wird durch die Kulturstiftung des Bundes unterstützt. 

In Zusammenarbeit mit Peter Brötzmann bietet das Haus der Kunst zwei im Sinne der Free Music Production gestaltete Abende an: Am 5. und 6. Mai 2017 stehen neben anderen die Gründungsväter von FMP Peter Brötzmann (Holzblasinstrumente) und Alexander von Schlippenbach (Klavier) in bewährten und neuen Kombinationen auf der Bühne. 

Konzerte 
Fr 5. Mai, 20 - 23 Uhr (mit Pause) Einlass/Westflügel: 19.30 Uhr
Sa 6. Mai, 19 – 23 Uhr (mit Pause) Einlass/Westflügel: 18.30 Uhr
„Brötzmann plus ...“ Peter Brötzmann, reeds mit Toshinori Kondo, electric trumpet; Joe McPhee, reeds, trumpet;  Heather Leigh, pedal steel guitar, Marino Pliakas, electric bass; Alexander von Schlippenbach, piano; Michael Wertmüller, drums; Han Bennink, drums
Eintritt Freitag 15 Euro / Samstag 15 Euro Freitag und Samstag 25 Euro 
Karten sind an der Kasse Haus der Kunst und online über www.hausderkunst.de erhältlich.

Fotos:
Cecil Taylor: p, Günter „Baby“ Sommer: dr, Improvised Music II, 1988
Photo: Dagmar Gebers
Copyright: Dagmar Gebers/FMP-Publishing

Joelle Léandre, Total Music Meeting 1988
Photo: Dagmar Gebers
Copyright: Dagmar Gebers/FMP-Publishing

Peter Kowald, A.R. Penck, Workshop Freie Musik 1984
Photo: Dagmar Gebers
Copyright: Dagmar Gebers/FMP-Publishing

Africa Djolé, Workshop Freie Musik 1984
Photo: Dagmar Gebers
Copyright: Dagmar Gebers/FMP-Publishing

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Start: Samstag 11.03.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.05.2017
Kunstraum Stoffen: Künstlerbücher
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Kunstraum Stoffen: Künstlerbücher

In seiner siebten Ausstellung zeigt der Kunstraum Stoffen – in Kooperation  mit dem Kunstraum Schwifting –
Künstlerbücher von Georg Baselitz, Hajo Düchting, Bettina Elsässer, Janos Fischer, Waltraud Flickinger, Eric Gand, Rolf Hegetusch, Daniela Kammerer, Mechthild Lobisch, Fred Jürgen Rogner, Max Schmelcher, Gislinde Schröter, Gerhard Stachora, Annette Vogel und Peter Weiersmüller.

Kunstraum Stoffen
Stadler Str. 2 
D-86932 Stoffen
Tel.: 08196 - 998795
info@kunstraum-stoffen.com
www.kunstraum-stoffen.com
Start: Freitag 24.03.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.12.2017
Rosenheim: PHARAO - LEBEN IM ALTEN ÄGYPTEN
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Zwischen Menschen und Göttern, zwischen Himmel und Erde. Gewaltige Grabanlagen und steinerne Monumente königlicher Allmacht, die den Himmelsaufstieg des Pharaos und seine Eingliederung in den Kreislauf der Sonne symbolisieren. Hier lebten Menschen, die arbeiteten und feierten, an Kulten und Kriegen teilnahmen, liebten und litten, Kinder zeugten und starben.

Vom 24. März bis 03. Dezember 2017 dreht sich im AUSSTELLUNGSZENTRUM LOKSCHUPPEN in Rosenheim alles um die legendären Pharaonen und ihr Reich, das Alte Ägypten. Die Ausstellung eröffnet einen neuartigen Blick auf die älteste Hochkultur der Welt.

Was hielt diese Gesellschaft über Jahrtausende zusammen? Wer erkämpfte Ägyptens Größe? Wer baute die monumentalen Grabanlagen, Tempel und Paläste?

Über 300 originale, bis zu 4.500 Jahre alte Artefakte vermitteln eine einmalige „Aura“ der Geschichte‍‍(n). Detailgetreue Modelle und spannende Medienstationen machen das Leben im Alten Ägypten erfahrbar. Erleben Sie eine Kultur, die im Kreislauf von fruchtbarer Überschwemmung und sengender Trockenheit, in Zeiten des Umbruchs und des Aufstiegs über sich hinaus wuchs.

Lüften Sie die Geheimnisse. Erleben Sie die Faszination. Entdecken und verstehen Sie die mächtige Welt der Pharaonen.

Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizeaus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und MuseumsPartner  Die Kunstspedition.


Ausstellungszentrum Lokschuppen | Rathausstr. 24 | 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 18 Uhr | Sa, So, Fei: 10 – 18 Uhr
Information und Buchung: Tel.: 08031 365 9036 | E-Mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de
www.lokschuppen.de

Fotos:
Kopf eines Königs
Basalt, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statue des sitzenden Nefer-ihi
Rosengranit, Altes Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Relief eines stehenden Mannes mit Stabstrauß
Kalkstein, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Statuetten des Amenophis III. und der Teje
Ebenholz und Gold, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Bronzefigur einer Katze
Bronze, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statuette einer Frau
Holz, Altes Königreich
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob
Start: Freitag 24.03.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.07.2017
München Stadtmuseum: No secrets! – Bilder der Überwachung
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Brieftaubenkamera von Julius Neubronner, die im Ersten Weltkrieg zu Luftbildaufnahmen verwendet wurde, um 1910 © Münchner Stadtmuseum
No secrets! – Bilder der Überwachung

Nicht nur Geheimdienste generieren Daten aus der Nutzung von Medientechnologien; auch im "Internet der Dinge" und in den Fantasien von "Big Data" werden mediale Vorgänge, Ereignisse und Kommunikationen automatisierten Auswertungen unterzogen, die die Kontrolle des Menschen zum Ziel haben. In einem kurzen historischen Rückblick werden die Vorfahren der staatlichen Kontrolle von Mensch und Raum, etwa die Einführung der öffentlichen Straßenbeleuchtung oder die erkennungsdienstliche Fotografie als einem Vorläufer aktueller biometrischer Erfassungsmethoden, verortet. Der Hauptteil der Ausstellung präsentiert zeitgenössische Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Video, Malerei, Plakat und Installation. Mittels unterschiedlichster Taktiken versuchen sie, die heutigen Praktiken der Überwachung zu torpedieren, zu reflektieren oder zumindest sichtbar zu machen.

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist deutlich geworden, in welchem  Ausmaß Netzwerke und Datenströme die Ziele von Überwachung und Kontrolle sind. Aber nicht  nur Geheimdienste generieren Daten aus der Nutzung von Medientechnologien; auch im "Internet  der Dinge" und in den Fantasien von "Big Data" werden mediale Vorgänge, Ereignisse und  Kommunikationen einer automatisierter Auswertung unterzogen, die Schlüsse aus dem Verhalten  des Menschen zieht.
Das meist sehr emotional und kontrovers diskutierte Thema „Überwachung“ wird im Rahmen einer  zweiteiligen Ausstellung im Münchner Stadtmuseum und in der ERES-Stiftung, München, beleuchtet.
In einem historischen Rückblick thematisiert die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum zunächst verwandte Phänomene staatlicher wie privater Raumerfassung und Personenkontrolle. So bedeutete die Einführung der öffentlichen Straßenbeleuchtung zwar einen Gewinn an Sicherheit, war zugleich aber auch ein Instrument der Macht. Die Standardisierung der Verbrecherfotografie durch Alphonse Bertillon in den 1880er-Jahren und die Erfassung von Fingerabdrücken ab 1900 erleichterten den Polizeibehörden die Identitätsfeststellung. Diese Verfahren finden gegenwärtig in der Videoüberwachung ihre Aktualisierung.
Als Mitte des 19. Jahrhunderts Fotografen wie Nadar oder James Wallace Black Heißluftballons bestiegen, waren ihre Luftbilder noch eine ganz neue, schwindelerregende Erfahrung. Mittlerweile sind Aufnahmen von Satelliten und Drohnenkameras längst schon zum Inbegriff einer allwissendenÜberwachungsästhetik mutiert.

Der Hauptteil der Ausstellung präsentiert zeitgenössische Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Video, Malerei, Plakat und Installation. Einige dieser Werke verweisen ihrerseits wiederum auf Phänomene historischer Überwachungspraxis wie etwa das Video „Panopticon“ von Hyojoo Jang. Ihre Arbeit nimmt Bezug auf Jeremy Benthams aus dem 18. Jahrhundert stammenden Entwurf eines kreisrunden Gefängnisbaus, in dem die Insassen potenziell beständig unter Bewachung standen, ohne zu wissen, ob und wann sie beobachtet würden. Benthams Idee sollte später zum Synonym für das Arsenal an Überwachungskulturen und -praktiken werden.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Start: Freitag 24.03.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.07.2017
München Stadtmuseum: Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach
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EINFAHRT und SCHIESSANLAGE, aus der Serie: „Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach“, 2013
Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach

Aus der Zeit gefallene Architektur und verwaist wirkende Gebäude reflektieren vergangene deutsche Geschichte und werfen Fragen auf. Von hier aus wurde tatsächlich die Welt bespitzelt? Mit feinem Gespür für Brüche und unbeabsichtigte Absurditäten schafft die Fotografin Fotodokumente, auf denen eine historische Kontinuität sichtbar wird, die beunruhigt - und die vom Selbstverständnis eines Teils der Staatsmacht im 20. Jahrhundert erzählt.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Start: Sonntag 26.03.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Dienstag 03.10.2017
Kochel Franz Marc Museum: Per Kirkeby – Torso-Ast
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Per Kirkeby – Torso-Ast

Die Aufstellung der Skulptur Torso-Ast von Per Kirkeby im Museumspark gegenüber dem Haupteingang soll die für das Franz Marc Museum wesentliche Idee des Dialogs von Kunst und Natur für jeden Besucher erfahrbar machen, noch bevor er das Museum betritt. Die begleitende Ausstellung mit Skulpturen, Zeichnungen und Arbeiten auf Papier Per Kirkebys macht die Bedeutung von Torso-Ast vor dem Hintergrund dieser Phase seines Werks deutlich.

In den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts schuf Per Kirkeby eine Reihe von Bronzeplastiken, die den Prozess organischer Entwicklung als Analogie der bildhauerischen Praxis anschaulich machen. Ein Arm oder ein Bein oder ein anderes Glied wird zu einem ganzen Körper. Groesseres zu denken durch `Fragmente`. Rodins Radikalisierung des Torsos. Im Rückgriff auf Rodin geht Kirkeby von Fragmenten aus – Armen, Gesichtern, Torsi, die die Materie, in die sie eingebunden sind, wie von innen her durchdringen, was sich in den vielfaeltig strukturierten, das Licht einfangenden Oberflaechen der Skulpturen spiegelt.

Die Skulptur Torso-Ast gehört zu den groessten Plastiken aus dieser Schaffensphase Per Kirkebys. Sie variiert ein traditionelles Thema der Skulptur, indem sie den menschlichen Torso zum pflanzlichen Torso werden laesst und umgekehrt. Der Rumpf koennte ein Baumstamm sein und der abzweigende Ast ein Arm. Die bewegungslose Massivitaet der Plastik laesst die Erinnerung an den antiken Herkulestorso aufscheinen, verbindet die Skulptur aber auch mit den umstehenden Baeumen, denn wie sie scheint sie aus dem Boden herauszuwachsen, in dem sie fest verwurzelt ist.

Das Verhaeltnis von Kunst und Natur ist fuer das Franz Marc Museum seit seiner Gruendung, 1986, konzeptionell grundlegend. Otto Stangl, die Gemeinde Kochel und die Franz Marc Stiftung siedelten das Franz Marc Museum damals in Kochel an, um die Kunst Franz Marcs und des Blauen Reiters in der Landschaft zu zeigen, in der sie entstand und die Inspirationsquelle dieser Kuenstler war. Diese Idee ist neben dem Leitgedanken, Franz Marc im Kontext des 20. Jahrhunderts zu praesentieren, auch seit der Eroeffnung des Neubaus und der Erweiterung der Sammlung weiterhin praesent. Seit der Neueroeffnung 2008 geht das Selbstverstaendnis des Hauses ueber die Auseinandersetzung mit der Klassischen Moderne hinaus. In Ausstellungen der letzten Jahre wurde Franz Marc Joseph Beuys, Georg Baselitz oder Per Kirkeby gegenuebergestellt und damit die Kontinuitaet bestimmter, theoretischer und gestalterischer Positionen in der Kunst des 20. Jahrhunderts thematisiert und anschaulich gemacht.

Die Ausstellung findet anlaesslich der Aufstellung der Skulptur Torso-Ast (1988) von Per Kirkeby im Park des Franz Marc Museums statt.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Fotos:
Per Kirkeby „Torso Ast“, 1988
Bronze patiniert
Auflage: 6 + 0 Guß 1/6 · 643 kg
208 x 158 x 78 cm
Galerie Michael Werner, Märkisch Wilmersdorf, Köln und New York

Per Kirkeby Ohne Titel (bez.:Laeso), 1986
Tusche, Pastell, Gouache
Galerie Michael Werner, Märkisch Wilmersdorf, Köln und New York
Start: Samstag 01.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.05.2017
Landsberg Stadtmuseum: Jesuitenmission in China. Jesuitenfriedhof in Peking
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Jesuitenmission in China. Jesuitenfriedhof in Peking

Ausstellung vom 1. April bis 21. Mai 2017

Die Chinamission der Jesuiten vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war eine Epoche der fruchtbarsten Begegnungen zwischen China und Europa.
Als Missionare kamen nur Jesuiten in Frage, die Spitzenleistungen in naturwissenschaftlichen Disziplinen, vorwiegend Astronomie, Physik und Landvermessung aufweisen konnten, darunter Adam Schall von Bell und der gebürtige Landsberger Jesuit Ignaz Kögler (1680-1746).

Als Direktor der kaiserlichen Sternwarte zu Peking und mit dem Ehrentitel eines Mandarins zweiten Ranges genoss Kögler hohes Ansehen am kaiserlichen Hof. Dies belegt auch die Ausführung seines Grabmals auf dem Pekinger Friedhof „Tenggong Zhalan“.

Die Ausstellung der Stadt Ingolstadt, kuratiert durch Dr. Dr. Gerd Treffer, bietet einen „Nachbau“ des Pekinger Jesuiten-Friedhofs mit Lebensbeschreibungen der dort beerdigten Jesuiten. Astronomische Messinstrumente und Objekte zur Jesuiten-Mission wie die Tafeln mit Szenen aus der Missionsarbeit treten aus dem Landsberger Sammlungsbestand ergänzend hinzu.
 
Neues Stadtmuseum
Von-Helfenstein-Gasse 426
86899 Landsberg am Lech
Start: Freitag 12.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.10.2017
München Stadtmuseum: Kurt Eisner
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Revolutionär und Ministerpräsident – Kurt Eisner (1867-1919)

"Die hundert Tage der Regierung Eisners haben mehr Ideen, mehr Freuden der Vernunft,
mehr Belebung der Geister gebracht, als die fünfzig Jahre vorher. Sein Glaube an die Kraft
des Gedankens, sich in Wirklichkeit zu verwandeln, ergriff selbst Ungläubige."
(Heinrich Mann in seiner Gedächtnisrede anlässlich der Trauerfeier für Kurt Eisner im Münchner
Odeon am 16. März 1919)

Das Münchner Stadtmuseum fokussiert die Ausstellung zum 150. Geburtstag von Kurt Eisner
(Berlin 1867-München 1919) auf den publizistischen und politischen Werdegang einer  charismatischen, noch heute von unterschiedlichen Interessengruppen vereinnahmten  Persönlichkeit. Die biografische Darstellung bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen die Landeshauptstadt München 2018 / 2019 den historischen Ereignissen der  Revolution nachspüren wird.
Bis in die 1990er-Jahre, man kann sagen bis zur Veröffentlichung der Biografie von Bernhard Grau (München, 2001), die die gesamten historischen Quellen zu Kurt Eisners Leben auswertete, hielt  sich im historischen Gedächtnis nachhaltig dessen Beurteilung als Idealist und Utopist, als ein  Mann, der von Politik nichts verstand. Die Ausstellung hingegen nutzt die Gelegenheit, den  gesamten Lebensweg Eisners aufzubereiten und die ca. 105 Tage der Regierung Eisner an der  Spitze des Volksstaates Bayern zu thematisieren. Sie zeigt Kurt Eisner als engagierten  Journalisten und Politiker und macht so seinen Weg vom „Gefühlssozialisten“ zur prägenden  Persönlichkeit der Revolution vom November 1918 nachvollziehbar.
Während der Tod Eisners zunächst eine allgemeine Betroffenheit auslöste, brachen die Trennlinien einer zukünftigen Entwicklung wieder sehr bald auf. Die Ausstellung erzählt in Schlaglichtern diese  bis Mai 1919 währende Zeit der Auseinandersetzungen um die Frage „repräsentativer  Parlamentarismus oder Räterepublik“. Die Darstellung einzelner Schicksale daran Beteiligter  vertiefen das Geschehen zusätzlich.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Start: Dienstag 31.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.04.2018
München Lenbachhaus: Gabriele Münter
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Gabriele Münter Gasse in Tunis, 1905 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Gabriele Münter Abstrakt, 1914 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Gabriele Münter Buddha-Legende, 1931 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.
Gabriele Münter

Bevor Gabriele Münter sich der Malerei zuwandte, hatte sie bereits fotografiert, um 1900 und zwar
zum ersten Mal in den USA. Bald wird sie anfangen zu malen, fast täglich, ihr Leben lang. Und Gabriele Münter geht ins Kino! Sie war eine offene und experimentierfreudige Künstlerin, vieles, was sie geleistet hat, ist bisher nur wenig wahrgenommen worden, weil ihr Werk meist durch den engen Fokus ihrer Biografie und ihrer Beziehung zu Kandinsky interpretiert wurde.
Bis heute sind daher fast nur ihre Bilder aus der Zeit des »Blauen Reiter« im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen. Und so ist der Name Münter vorwiegend mit dem deutschen Expressionismus assoziiert, mit Murnau und dem Münter­ Haus. Münters Werk ist jedoch deutlich facettenreicher, fantasievoller und stilistisch breitgefächerter als bisher bekannt. Mit der ihr im Lenbachhaus gewidmeten Ausstellung wollen wir diese reduzierte Rezeption ihrer Arbeit erweitern. Wir wollen die Komplexität und Eigenständigkeit von Münters Schaffen anhand kunsthistorischer Fragen sichtbar machen und neu bewerten.
Im Mittelpunkt der Schau wird ihr malerisches Oeuvre stehen, welches in verschiedenen thematischen Sektionen präsentiert wird. Von den klassischen Gattungen wie Porträt und Landschaft über Interieur, Abstraktion bis hin zum »Primitivismus« werden wir das reiche Gesamtwerk der Künstlerin vorstellen.
Da Münter ihre künstlerische Laufbahn mit der Fotografie begann, was nachhaltige Spuren in ihrer Malerei hinterließ, werden wir auch eine kleine Sektion dieser Technik widmen. Wir zeigen daher Fotografien, die sie 1899/­1900 während ihrer Reise in die USA geschaffen hat. Zudem wird ihr frühes Interesse für das neue Medium »Film« durch Filmstationen dokumentiert. Ein großer Teil der 130 Gemälde in der Ausstellung wurde noch nie oder letztmals vor Jahrzehnten der Öffentlichkeit präsentiert. Er stammt aus dem Nachlass der Künstlerin, der sich inder Gabriele Münter­ und Johannes Eichner ­Stiftung befindet. Diese Werke werden durch internationale und selten ausgestellte Leihgaben ergänzt.
Die Ausstellung wird durch die Städtische Galerie im Lenbachhaus und durch die Gabriele Münter­ und Johannes Eichner­ Stiftung erarbeitet und findet anlässlich des 140. Geburtstags von Gabriele Münter und des 60. Jubiläums ihrer Schenkung 1957 von Werken der Blaue Reiter ­Künstler an das Lenbachhaus statt.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
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