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Start: Sonntag 02.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 09.07.2017
Buchheim Museum: PURRMANN UND DER EXPRESSIONISMUS
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PURRMANN UND DER EXPRESSIONISMUS

Hans Purrmann lehnte es 1956 ab, einen Nachruf auf Emil Nolde zu verfassen. Er stehe seiner Kunst »wenig nahe« und habe »außer einer Gegnerschaft« keinerlei Beziehungen zu ihm gehabt. Andere Brücke-Künstler sah Purrmann positiver. Er berichtet, dass er bei einem Besuch im Atelier Ernst Ludwig Kirchners so sehr »von dessen starker und spontaner Malerei« beeindruckt gewesen sei, dass er sogleich »zwei Bilder« von ihm erworben habe. Erich Heckel habe er »um seine Aufsehen erregenden schönen Einsendungen« bei der Berliner Sezession beneidet. Auch Purrmann ging es in gewisser Weise darum, »den Ausdruck eines Kunstwerkes in einer vereinfachten Malerei aufs Höchste zu steigern«. Einem zum Prinzip erhobenen Expressionismus wollte er sich aber nicht verschreiben. Sein großer Auftritt im Buchheim Museum wird gleichwohl von Werken der Expressionisten flankiert. Die nach Stillleben, Landschaften und Akten gegliederte Ausstellung umfasst 95 Gemälde und 23 Papierarbeiten von Purrmann. Werke von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Lothar-Günther Buchheim hängen für die vergleichende Betrachtung zwischen den Werken Purrmanns. Darüber hinaus gibt es im Expressionistensaal Purrmann-Werke zu entdecken, die mit den Sammlungsstücken in Dialog treten. Diese erstmalig gewagte Konfrontation Purrmanns mit seinen expressionistischen Zeitgenossen bietet intensive Seherlebnisse. Gemeinsamkeiten und Eigenheiten werden intensiv vor Augen geführt. Deutlich wird, dass auf beiden Seiten eine Synthese aus Abstraktion und Figuration gesucht wird. Die harten Kontraste, die reinen Farben, die schnellen Striche, die Kirchner, Heckel und ihre Kollegen zur Steigerung der Expressivität einsetzten, waren jedoch nicht Purrmanns Sache. Ihm ging es vielmehr darum, durch differenzierte Farbakkorde und eine helle Palette die Bildgegenstände farbenfroh erglühen zu lassen – und den Blick in heitere Freiheit zu lenken. Das Buchheim Museum lädt dazu ein, diesen mitreißend gemalten Optimismus des Künstlers zu entdecken und zu genießen!

Glücksbringer der Farben

Die Frühjahrsausstellung im Buchheim Museum ist dem großen Koloristen Hans Purrmann (1880 – 1966) gewidmet. Eine ähnlich umfangreiche Präsentation des Malers hatte es in Bayern zuletzt 1962 im Haus der Kunst und 1976 in der Villa Stuck gegeben. Purrmann, in Speyer aufgewachsen, studierte bis 1905 bei dem Münchner Malerfürsten Franz von Stuck. Über Berlin zog es ihn schließlich nach Paris, wo er Anschluss an die internationale Avantgarde fand. Er schloss Freundschaft mit Henri Matisse. In dem heiteren Kolorit, dem spielerischen Bildaufbau und der Leichtigkeit der Bildthemen zeigt Purrmann sich durch ihn beeinflusst. In Paris, Berlin, am Bodensee, in Florenz und nach 1945 im Tessin entfaltet Purrmann ein ¼uvre, das sich mit reich nuancierten, glühenden Farben, maßvollen Stilisierungen und verständlichen Bildgegenständen als eigenständiger Beitrag zur Moderne behauptet. Das Publikum liebte stets seine prachtvollen Kompositionen. Die Kunstkritik würdigte ihn zunächst jedoch zurückhaltend. In Deutschland wurde er als »Französling« beargwöhnt, in Frankreich 1914 als Deutscher nicht geduldet. Von den Nationalsozialisten wurde er als »entartet« verfemt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der abstrakte Zeitgeist gegen ihn. Es ist ein Glück, dass die heutige Kunstgeschichte zu einer neutraleren Betrachtung der Moderne vorangeschritten ist. Nicht mehr nur das Schwergängige, Abstrakte, Hässliche hat Chance auf Würdigung, sondern auch das Einnehmende, Erkennbare und Schöne. »Neue Wege zu Hans Purrmann« wurden in jüngster Zeit mit der gleichnamigen Purrmann- Monografie beschritten. Das Buchheim Museum lädt dazu ein, Purrmann als »Glücksbringer der Farben« neu zu entdecken. Dank der Unterstützung der Familie Purrmanns, des Hans Purrmann Archivs sowie zahlreicher privater und institutioneller Leihgeber konnte eine exquisite Ausstellung zusammengestellt werden, welche zum Genuss der unverhohlenen Schönheit der Werke des Künstlers einlädt. Katalog und die Audioguide zur Ausstellung gibt es an der Museumskasse.

Buchheim und Purrmann

1962 gab der Verleger Lothar-Günther Buchheim einen Jahreskalender über »Moderne Malerei« heraus, der neben Bildern von Pablo Picasso und Henri Matisse auch ein Werk von Hans Purrmann enthält. Wohl im selben Jahr besuchte Buchheim Purrmann in Montagnola, wobei er den älteren Maler in einer Reihe von Fotografien festhielt. 1964 äußerte Buchheim in einem Brief an Purrmann den Wunsch, ein Bild von ihm zu erwerben. Buchheims galt in Deutschland als Meinungsmacher in Sachen Kunst. Seine Haltung Purrmann gegenüber ist also von exemplarischer Bedeutung. Obschon er seine farbglühenden Bilder offensichtlich liebte, schrieb der Vielschreiber kunsthistorischer Literatur keine Zeile über Purrmann. In erster Linie trat er für die Rehabilitierung der deutschen Expressionisten ein. Wie Purrmann waren sie von den Nationalsozialsten als »entartet« verfemt worden; und wie Purrmann spannten sie einen phantasieanregenden Bogen zwischen Wirklichkeitsbezug und freier kompositorischer Ordnung. In einem Punkt unterschied sich der Europäer Purrmann aber doch von seinen deutschen Kollegen. Das für die Expressionisten so typische Suchen nach einer Wahrheit hinter den Dingen interessierte ihn nicht. Er beteiligte sich nicht an dem metaphysischen Überbietungskampf der Avantgarden. Bar aller Bedeutungsschwere verkündete er vielmehr eine optimistische Weltsicht. Wie seinem Mentor Matisse ging es ihm darum, »Erholung von den Mühen des Alltags« zu gewähren. Vielleicht wollte sich Buchheim nach dem langen Kampf um sein Museum der Phantasie, der 1999 mit dem Baubeginn zur Ruhe gekommen war, endlich auch einmal Erholung gönnen. Im selben Jahr erwarb er mit dem Gemälde »Garten am Bodensee« endlich sein erstes Werk von Purrmann – als einen seiner letzten Ankäufe überhaupt.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1,
D-82347 Bernried

Bilder:
Hans Purrmann, Häuser am Hafen, 1957,
Privatbesitz © VG Bild-Kunst, Bonn 2017


Hans Purrmann, Meereslandschaft Cassis, 1909,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Hans Purrmann, Anemonen und Farn, 1954,
Privatbesitz © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Hans Purrmann, Selbstbildnis, 1961,
Privatbesitz Süddeutschland © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Start: Mittwoch 12.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 07.08.2017
München Neue Pinakothek: BELLINZONA UND MEHR ... GEMÄLDE UND ÖLSKIZZE N VON JOHANN CHRISTI AN ZIEGLER
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Johann Christian Ziegler (1803-1833) gehört zu den frühen realistischen Landschaftsmalern in Deutschland. Die Neue Pinakothek zeigt ab dem 12. April Gemälde und Ölskizzen, die sie als Leihgabe der Museumsstiftung zur Förderung der staatlichen bayerischen Museen aus dem Besitz der Nachkommen des Künstlers erhalten hat.  In Wunsiedel als Sohn eines Tuchmachers geboren, kam Ziegler 1821 nach München, wo er an der Kunstakademie Landschaftsmalerei studierte. Während der Sommermonate verbrachte er immer wieder Zeit auf Wanderungen in der Umgebung von München und im Alpenvorland. Ab 1823 war er regelmäßig mit Gemälden auf den Ausstellungen der Kunstakademie und des Münchner Kunstvereins vertreten. 1828 und 1829 reiste er in das Tessin und nach Oberitalien. Neben Landschaftsbildern und Genredarstellungen in der Nachfolge von Wilhelm Kobell und Max Joseph Wagenbauer schuf Ziegler Zeichnungen und Ölstudien, die von unmittelbarer Naturbeobachtung zeugen. Sein Tod 1833 im Alter von nur 30 Jahren setzte seiner vielversprechenden Entwicklung ein frühes Ende. Bereits in den 1920er Jahren wurden zwei Ölskizzen Zieglers für die Neue Pinakothek erworben, die an einem der oberitalienischen Seen entstanden sind. Dieser Bestand konnte 2014 um weitere sechs Gemälde und Ölskizzen erweitert werden, als sich die Nachfahren des Künstlers entschlossen, die noch in ihrem Besitz befindlichen Gemälde, Zeichnungen und Skizzenbücher den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen sowie der Staatlichen Graphischen Sammlung durch Zustiftung in die Museumsstiftung zur Förderung der staatlichen bayerischen Museen zu übergeben. Dazu gehört eine Ansicht von Bellinzona, die sich durch besondere Frische der Darstellung auszeichnet. Die Präsentation in einem Kabinett der Neuen Pinakothek stellt die Gemälde und Ölskizzen nun erstmals der Öffentlichkeit vor und ergänzt diese um Werke seiner Münchner Zeitgenossen. Die als gemeinnützig anerkannte Museumsstiftung ermöglicht privaten Stiftern die steuerlich begünstigte Förderung der staatlichen bayerischen Museen durch Entgegennahme von Kulturgütern sowie finanziellen Zuwendungen.

Neue Pinakothek
Barer Str. 29
80799 München
Start: Freitag 14.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 24.09.2017
Museum Fürstenfeldbruck: Leidenschaft für Heilige
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Leidenschaft für Heilige
25 Jahre Museum Fürstenfeldbruck

Mit großer Leidenschaft und kunsthistorischer Kenntnis sammelte der Fürstenfeldbrucker Bäckersohn und Geistliche August Aumiller (1868-1929) Skulpturen und Gemälde von heiligen Männern und Frauen. Mit seinen Erwerbungen aus Klöstern und Kirchen, von Händlern und Bauern brachte er es auf eine Sammlung von über 2000 Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Zeit des Rokoko.

Im Fürstenfeldbrucker Kulturleben spielte Aumiller eine wichtige Rolle. Als Hofkaplan der königlichen Landhofkirche Fürstenfeld erwarb er zahlreiche Objekte aus der säkularisierten Zisterzienserabtei Fürstenfeld und betrieb zusammen mit Brucker Bürgern die Gründung eines historischen Museums.

Neuerwerbungen und Bestände des Museums Fürstenfeldbruck, Leihgaben aus dem Diözesanmuseum Freising und aus Privatbesitz gewähren erstmals Einblick in die hochwertige Sammlung, die nach dem Tod des Geistlichen zerstreut wurde.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Funktionen der Heiligen im Wandel der Zeit, zeigt, wie sich Heilige „zu erkennen geben“ und thematisiert Heiligenschein und Märtyrertod unter aktuellen Gesichtspunkten.

Katalog zur Ausstellung ¤ 8,90

Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein museumspädagogisches Programm.


Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck
Start: Freitag 14.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.10.2017
München Pinakothek der Moderne: GLOBAL PREKÄR - FLUCHT, TRAUMA UND E RINNERUNG IN DER ZEI TGENÖSSISCHEN FOTOGRAFIE
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Eva Leitolf, Überfahrt, Melilla – Almería, Mittelmeer 2009 (aus: "Postcards from Europe")
Politische und gesellschaftliche Konflikte zu dokumentieren gehört seit jeher zu den zentralen Aufgaben von Fotografie. Die neu eingerichtete Präsentation aus den Sammlungsbeständen widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit Krieg und Vertreibung sowie Entwurzelung und Flucht. Die ausgestellten Künstlerinnen und Künstler entwickeln ihre Arbeiten aus der Beschäftigung mit den noch immer nachwirkenden Folgen des 2. Weltkriegs. Sie fokussieren ihren Blick jedoch auch auf die Konflikte zwischen der sogenannten Ersten und der Dritten Welt, sei es entlang des amerikanisch-mexikanischen Grenzzauns oder an den europäischen Außengrenzen. Ihre vielschichtigen visuellen Erzählungen gehen von konkreten Ereignissen aus, deren historische Überlieferung und gesellschaftliche Relevanz sie kritisch reflektieren. Den Bildern der Medien wie den offiziellen Verlautbarungen setzen sie eine andere, aus der persönlichen Perspektive gewonnene Lesart entgegen.

Zu den ausgestellten Werken:In der als 124-teilige Serie angelegten Arbeit »There and Gone« (Dort und Fort) entwickelt John Gossage (*1946, New York City) in drei Kapiteln einen fotografischen Essay über das zwischen den USA und Mexiko liegende Grenzgebiet. Von US-amerikanischer Seite aus betrachtet, zeigt er schemenhaft Menschen am Strand von Tijuana, das Bildmaterial wurde mit Teleobjektiven aufgenommen oder stammte aus Überwachungskameras. Im zweiten Kapitel »Spurenlesen« dokumentiert er in präzisen Ausschnitten das Niemandsland des durch einen Zaun gesicherten Grenzstreifens mit ausgetretenen Pfaden, Verstecken und illegalen Durchbrüchen.
Das letzte Kapitel verbindet Detailansichten aus dem kalifornischen Alltagsleben mit Begriffen, wie sie auf mexikanischen Lotteriekarten zu finden sind, ohne dass sich zwischen Bild und Text ein unmittelbarer Sinnzusammenhang herstellen lässt.Eva Leitolf (*1966, Würzburg) untersucht in der Serie »Postcards from Europe«, die sich seit 2006 als work in progress fortschreibt, das Verhältnis Europas zu seinen Außengrenzen und dem zunehmenden Strom von Flüchtlingen.
Nicht das vielfach dokumentierte Leid der Migranten, sondern der gesellschaftliche und politische Umgang mit ihnen steht im Mittelpunkt. Die dargestellten Orte sind  Schauplätze von Konflikten, die sich hier abgespielt haben, bevor die Künstlerin sie aufgesucht hat. Die in den Fotografien nur andeutungsweise sichtbaren Spuren von Ausgrenzung, Gewalt und Elend nehmen durch sachliche, auf Fakten gestützte Texte, die in Form von Postkarten mitgenommen werden können, konkret Gestalt an und verschränken Bild und Text zu einer gleichermaßen bedrückenden wie aufrüttelnden Zeitstudie. 

In Form eines fotografischen Re-Enactements zeigt Jeff Wall (*1946, Vancouver) einen aus Anatolien stammenden jungen Mann, den er kurz zuvor kennengelernt hatte. Seine nachträglich in Szene gesetzte Ankunft ereignet sich in Mahmutbey, einen durch monotone Ansiedlungen und ausufernde Gewerbegebiete stark expandieren Vorort von Istanbul. Mahmutbey erscheint weder urban noch dörflich, sondern wie ein Transitraum, der weder Orientierung noch Halt bietet. Die gewählte Ansicht öffnet den Blick in die Ferne, nicht aber zu dem Ort, der Ziel der Reise ist.Roy Arden (*1957, Vancouver) widmet die Serie »Abjection« (Unterwürfig-keit) dem lange in der kanadischen Geschichte verdrängten Thema der Enteignung, Internierung und zeitweisen Deportation der japanisch-stämmigen Bevölkerung nach dem Angriff Japans auf Pearl Harbor im Dezember 1941. Aufnahmen von beschlagnahmten Automobilen, die in einem Freizeitpark abgegeben werden mussten, sind eingerahmt von Darstellungen eingesperrt wirkender, sich unterwürfig und ergebend bewegender Asiatinnen.
Die historischen Zeitungsaufnahmen werden in der vertikalen Bildkomposition jeweils von schwarzen monochromen Flächen dominiert, die stellvertretend für das gelesen werden können, was nicht als Bild überliefert ist.   Die beiden auf Dokumentenpapier vergrößerten Aufnahmen zeigen den Blick in das Dachbodenatelier von Anselm Kiefer (*1945, Donaueschingen). Erst bei genauerer Betrachtung sind auf dem sandigen Boden kleine Figuren und Modelle zu erkennen. Es handelt sich um Panzer und Soldaten, die Szenerie erinnert an die Versuchsanordnung einer Schlacht oder eines Angriffs. Während über einer Aufreihung von Soldaten eine Dreieinigkeit aus Modellstühlen schwebt, zeigt das zweite Bild unvermittelt herabhängende Seile, die wie gekappt scheinen. Kiefer verwendete diese und weitere Fotografien, die er teils mit Sand und Öl überarbeitete, in seinen 1976 erschienenen Künstlerbüchern mit dem Titel »Märkischer Sand«. Sie nehmen Bezug auf die deutsche Geschichte, auf Krieg und Verwüstung.»Waffenruhe«, ein Buch- und Ausstellungsprojekt, das rund 50 Bilder umfasst, kann als eine Art mentaler Zustandsbericht gelesen werden, ins Bild gesetzt anhand von Aufnahmen, die Michael Schmidt (1945-2014, Berlin) in den 1980er-Jahren im Westteil Berlins geschaffen hat. Kein funktionierendes Stadtgefüge mehr, sondern nur noch Fragment einer einstigen Metropole, durch die Mauer von der westlichen Welt wie vom Ostteil abgetrennt, als kapitalistischer Outpost wie ein dahinsiechender Patient am Tropf bundesdeutscher Zuschüsse hängend hatte sich in Berlin eine streitbare Subkultur entwickelt, von einer radikalisierten Hausbesetzer-Szene bis hin zur Punk-Bewegung. Obwohl in einer Vielzahl der Bilder die Mauer erkennbar ist, geht es nicht um eine Dokumentation der geteilten Stadt, sondern um eine Analyse, in der Trauer, Verlust, Schmerz und Widerstand auf verstörende Weise unvermittelt aufeinandertreffen.

Kuratorin: Dr. Inka Graeve Ingelmann,
Sammlung Fotografie und Neue Medien

Pinakothek der Moderne,
Sammlung Moderne Kunst
Start: Samstag 15.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.01.2018
München Jüdisches Museum: Never Walk Alone - Jüdische Identitäten im Sport
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Ernst Emanuel Simon verließ den Berliner Sport Club nach antisemitischen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg. Er trat 1918 dem Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba bei. Neben seinem Medizinstudium in Würzburg wurde er 1919 Berlin-Brandenburgischer Meister sowie 1921 Bayerischer Meister im 800-Meter-Lauf. Er war Mitbegründer des Makkabi-Weltverbandes und wanderte 1924 nach Palästina aus. Dort setzte er sich für die Institutionalisierung des Sportunterrichtes ein. Er war Mitorganisator der ersten Makkabiade 1932, den ersten jüdischen Weltsportspielen in Palästina. Vor allem war er ein Pionier der Sportmedizin. Sein Foto beim Zieleinlauf im August 1919 ist das Eröffnungsbild der Ausstellung Never Walk Alone. Jüdische Identitäten im Sport.In den beiden Ausstellungsebenen positionieren sich Sportlerinnen und Sportler und Fans jüdischer Herkunft in der Sportarena. Die Konzentration auf einzelne Biografien erlaubt es einerseits, die Selbstwahrnehmung der Sportlerinnen und Sportler zu betrachten und andererseits auch Zuschreibungen von außen offenzulegen. Die Anfänge der Sportbegeisterung sind ebenso Thema wie die facettenreichen 1920er Jahre sowie Ausgrenzung und Verfolgung während des Nationalsozialismus. Der Bogenwird von jüdischen Überlebenden in den Displaced-Person Camps der deutschen Nachkriegszeit über sportliche Positionierungen von Deutschen jüdischer Herkunft in der Emigration gespannt; bis hin zu athletischen Leistungen, die in den letzten Jahren Beiträge zum lokalen Sportgeschehen liefern.Der Titel der Ausstellung Never Walk Alone ist inspiriert von dem Lied You'll Never Walk Alone, das ursprünglich für das Musical Carousel geschrieben wurde. Der Liedtexter Oscar Hammerstein II. und der Komponist Richard Rodgers, übrigens beide jüdisch-amerikanischer Herkunft, vermitteln hierin Zugehörigkeit, Motivation, Trost und Unterstützung für die Protagonistin. In den Sportarenen ist die Idee der Singenden — inzwischen nicht mehr nur beim FC Liverpool — vergleichbar.

Jüdisches Museum München
St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

Fotos:
- Der Läufer Ernst E. Simon | Berlin, um 1919 | Familie Simon, Israel
- Die Ringer Julius (links) und Hermann Baruch vor der Sammlung ihrer Medaillen, Pokale und Urkunden | Bad Kreuznach, um 1927 | Baruch-Archiv, Wiesbaden
Start: Samstag 15.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 27.08.2017
München Kunsthalle: PETER LINDBERGH - FROM FASHION TO REALITY
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Copyright: © Peter Lindbergh Courtesy line: Courtesy of Peter Lindbergh, Paris / Gagosian Gallery
DIE KUNSTHALLE MÜNCHEN PRÄSENTIERT EINE GROSSE AUSSTELLUNG ÜBER PETER LINDBERGH

Peter Lindbergh (*1944 in Lissa) ist einer der einlussreichsten Modefotografen der letzten 40 Jahre. Diese spektakuläre Schau zeigt über 220 seiner Fotograien. Neben seinen ikonischen Bildern, mit denen Lindbergh das Supermodel-Phänomen der 1990er-Jahre begründete, werden bisher unveröffentlichte Fotograien und weiteres, nie gezeigtes Material präsentiert; darunter persönliche Notizen, Storyboards, Requisiten, Polaroids, Kontakt-Abzüge, Filme und großformatige Drucke.

In einer Welt mit fest etablierten ästhetischen Codes bezog Lindbergh mit seinen wegweisenden Bildern klare Position zu gesellschaftlichen Themen: Er war der Erste, der den Fokus auf den einzigartigen Charakter seiner Modelle legte und so der oberlächlichen Künstlichkeit der Modefotograie eine Abfuhr erteilte. Anstatt hübsch ausstafierter menschlicher ›Kleiderständer‹ zeigt er selbstbewusste, ausdrucksstarke Fraueniguren, von der Femme Fatale bis zur Heldin; aber auch Tänzerinnen und Schauspielerinnen. Für sein Werk sind Porträts bestimmend, die Unbefangenheit und körperliche Anmutausstrahlen. Lindbergh revolutionierte damit die Bildsprache der bekannten Magazine und Mode-Labels und führte mit seinen meist schwarz-weißen, den lüchtigen Moment einfangenden Fotograien einen neuen Realismus in die Modefotograie ein, deren Entwicklung er seit den 1980er-Jahren maßgeblich mitbestimmte.

Kurator Thierry-Maxime Loriot, der in der Kunsthalle München bereits »Jean Paul Gaultier. From the Sidewalk to the Catwalk« inszenierte, erklärt: »Diese Ausstellung bietet keinen chronologischen, sondern einen thematischen Überblick. Die Besucher können die Welt von Peter Lindbergh erkunden, seinen einmaligen Blick auf jene Themen kennenlernen, zu denen er immer wieder zurückkehrt, aber auch solche Werke entdecken, die zusammen mit anderen Künstlern wie Pina Bausch oder Jenny Holzer entstanden. Zudem beleuchtet die Ausstellung die Bedeutung des Menschlichen in Lindberghs Werk. Sie verrät viel über seine Werte und über seine Einstellung zu Alter, Schönheit und Weiblichkeit sowie zu großen gesellschaftlichen Fragen. Dabei wird auch Lindberghs grenzenlose Kreativität und Imaginationskraft in seinen Fotos  offensichtlich.«

ÜBER DIE AUSSTELLUNG
Die Ausstellung »From Fashion to Reality« ist eine Hommage an Lindberghs facettenreiches ¼uvre von 1978 bis heute. Sie zeigt seine künstlerische Entwicklung anhand der Themen, die er über die Jahre mit besonderer Leidenschaft verfolgte: »Supermodels«, »Couturiers«, »Zeitgeist«, »Tanz«, »Die Dunkelkammer«, »Das Unbekannte«, »Silver Screen« und »Ikonen«.

SUPERMODELS
Models wie Naomi Campbell, Linda Evangelista, Kate Moss, Christy Turlington und Tatjana Patitz waren jung und unbekannt, als Lindbergh sie in den späten 1970ern und den 1980ern fotograierte; danach reichte es, ihre Vornamen zu nennen, um zu wissen, von wem die Rede war. Stand bis dato in den einlussreichen Modemagazinen wie Harper’s Bazaar oder Vogue die Kleidung im Vordergrund, ging es nun um die Frauen, die diese Mode präsentierten.Neben den Kultfotos der 1990er-Jahre werden in diesem Kapitel Interviews und Fotograien von der Wiedervereinigung der Supermodels (veröffentlicht in der italienischen Vogueim September 2015) gezeigt, die deutlich machen, dass sie auch 25 Jahre später nichts von ihrer Schönheit und ihrer ausdrucksstarken Persönlichkeit verloren haben.

COUTURIERS
1978 nahm Lindbergh einen Auftrag des Stern-Magazins an und porträtierte bekannte Couturiers wie Yves Saint Laurent, aber auch junge angesagte Designer wie Giorgio Armani oder Thierry Mugler. Seitdem arbeitet er immer wieder mit wichtigen Personen der Modewelt zusammen: mit deutschen Größen wie Karl Lagerfeld, Jil Sander und Thomas Maier oder mit Azzedine Alaïa, Jean Paul Gaultier und Rei Kawakubo von Comme des Garçons. Lindbergh gelang es, mit den starren Codes der Modeindustrie zu brechen und das Bild dieser Marken zu prägen. Im Kapitel »Couturiers« wird seine Zusammenarbeit mit 25 Designern aus vier Jahrzehnten vorgestellt, denen Lindbergh half, das Image ihrer Modehäuser zu formen.

TANZ
Immer wieder lässt Lindbergh seine Leidenschaft für den Tanz, eine seiner Hauptinspirationsquellen, in seine Modefotograie einließen. In mehreren Serien arbeitete er an einer visuellen Geschichte des Tanzes. Sie basieren auf der Auseinandersetzung mit berühmten Choreografen und Tänzern, darunter Sergei Diaghilev, Georges Balanchine oder Blanca Li sowie die Ensembles vom Bolschoi Ballett, dem Berliner Staatsballett und dem New York City Ballet. Über seine inzwischen verstorbene Freundin Pina Bausch drehte er den Film Pina Bausch. Der Fensterputzer (2001). Madonna porträtierte er – eingekleidet von japanischen Designern – als Hommage an die große amerikanische Choreograin Martha Graham.

ZEITGEIST
Lindbergh unterlief die rigiden Konventionen des Mode-Business: Seine Werke zeugen von einer humanistischen Haltung und einem spielerischen Umgang mit Männlichkeit und Weiblichkeit. Diese Auseinandersetzung mit geschlechtlichen und politischen Fragen wird im Kapitel »Zeitgeist« versammelt. Die Serie »Give Peace a Chance« zeigt beispielweise Models bei einer inszenierten Antikriegsdemonstration, die er 2004 für Harper’s Bazaar gestaltete. Ähnlich die Serie »A New Age«, die er 2014 für die italienische Vogue in enger Zusammenarbeit mit der amerikanischen Konzeptkünstlerin Jenny Holzer schuf.In Zeiten exzessiven Retuschierens bevorzugt Lindbergh natürliche Schönheit. Er betont die Persönlichkeit seiner Modelle anstatt sie auf ihr äußeres Erscheinungsbild zu reduzieren. Durch diesen Ansatz veränderte er die Standards der Modefotograie nachhaltig. Er feiert die Eleganz und Sinnlichkeit reiferer Frauen, wie aktuell im Pirelli-Kalender von 2017. In einem Interview erklärte er 2014: »Darin sollte heute die Verantwortung der Fotografen liegen: Frauen und letztlich jedermann vom Terror des Jugend- und Perfektionswahns zu erlösen.« Lindbergh ist der festen Überzeugung, dass es mehr gibt, was eine Person interessant macht, als die Standardvorstellungen von Schönheit und Jugend.

DAS UNBEKANNTE
Als Erster nutzte Lindbergh Modefotograie, um Geschichten zu erzählen. Oftmals gleichen seine Fotograien Film-Stills, die mit ihrer Momenthaftigkeit den Betrachter dazu anregen, sich eine Story vorzustellen, die hinter dem Dargestellten liegt. Das Kapitel »Das Unbekannte« bezieht sich auf Lindberghs Faszination für Science-Fiction-Filme. Gezeigt wird u.a. seine berühmte Serie von 1990 mit dem dänischen Model Helena Christensen und der Schauspielerin Debbie Lee Carrington. Diese gilt als Vorläufer narrativer Bilderfolgen in Modemagazinen.

SILVER SCREEN
Lindbergh fand stilistische Inspirationen u.a. in der Ästhetik der internationalen Filmavantgarden der 1920er- bis 1950er-Jahre: Seine Kulissen zitieren die Maschinenräume aus Fritz Langs Metropolis ebenso wie das Kabarett aus Josef von Sternbergs Der Blaue Engel und die Filmsets von Alfred Hitchcocks Die Vögel oder Psycho. Außerdem nutzt er immer wieder schroffe Industriearchitektur als Setting, wie er sie in seiner Kindheit und Jugend in Duisburg erlebt hatte, und setzt diese in ein spannungsvolles Verhältnis zu seinen Modellen. Das Kapitel »Silver Screen« zeigt diese ilmischen Einlüsse in Lindberghs Werk.

IKONEN
In der Presse wird Lindbergh als »Fotograf der Wahrheit«, aber auch als  »Poet des Glamour« bezeichnet. Da er in seinen Bildern alle Anzeichen von sozialem Status vermeidet, empindet er seine Arbeit selber eher als anti-glamourös. Er setzt keinerlei Hierarchien ins Bild, wodurch es ihm gelingt, wahrhaftige Momente einzufangen und die natürliche Schönheit und Eleganz der Person vor seiner Kamera zu zeigen. Das Kapitel »Ikonen« nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch vierzig Jahre zeitloser Bilder: Lindbergh lichtete Größen der Popkultur ab: von Kate Winslet bis Charlotte Rampling, von Eddie Redmayne bis Christoph Waltz, von Tina Turner bis Pharrell Williams.

EINBLICKE IN LINDBERGHS SCHAFFEN
Bedingt durch die Veröffentlichung in lüchtigen Printmedien, wie monatlich erscheinenden Mode-Zeitschriften, ist ein Teil von Lindberghs Werk trotz seiner historischen Bedeutung heute in Vergessenheit geraten; weitere Arbeiten wurden niemals der Öffentlichkeit gezeigt. Lindbergh gestattete Thierry-Maxime Loriot uneingeschränkten Zutritt zu seinem Archiv: Mit Objekten aus diesem riesigen Fundus konnte der Kurator das ofizielle Werk Lindberghs z. B. um Making-of- und Behind-the-Scenes-Material ergänzen und gewährt damit einen neuen Einblick in die Geschichte der Fotograie der letzten Jahrzehnte. Neben einer ilmischen Biograie über Lindbergh ist seine Dokumentation Models. The Film (1991, 52 Minuten) zu sehen sowie Interviews mit Mitarbeitern, Models und Schauspielern, darunter Grace Coddington, Nicole Kidman, Cindy Crawford und dem deutschen Supermodel Nadja Auermann.

ÜBER DEN KÜNSTLER
Peter Lindbergh ist bekannt für seine einprägsamen ilmischen Bilder und gilt als einer der einlussreichsten zeitgenössischen Fotografen. Er wurde 1944 in Lissa (Polen, damals von Deutschland besetzt) geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Duisburg. Dort arbeitete er für ein Kaufhaus als Schaufensterdekorateur, bis er sich in den frühen 1960er-Jahren an der Kunstakademie in Berlin einschrieb. In Erinnerung an diese Jahre bemerkt er: »Statt die obligatorischen Porträts und Landschaften zu malen,  wie sie an der Kunstschule unterrichtet wurden, suchte ich vielmehr die Anlehnung an mein Idol van Gogh ...«.
Inspiriert  von diesem Künstler zog er für fast ein Jahr nach Arles, bevor er per Anhalter nach Spanien und Nordafrika aufbrach. Später studierte er freie Malerei an der Kunsthochschule in Krefeld. Dort lernte er die Werke von Joseph Kosuth und die Konzeptkunst-Bewegung kennen. Noch vor seinem Abschluss wurde er 1969 von der anerkannten Avantgarde-Galerie Denise René–Hans Mayer eingeladen, seine Arbeiten auszustellen.1971 zog Lindbergh nach Düsseldorf, wo er sich der Fotograie zuwandte und zwei Jahre bei Hans Lux assistierte, bevor er 1973 sein eigenes Studio eröffnete. Durch ein Angebot des Stern-Magazins, für das vor ihm bereits Foto-Legenden wie Helmut Newton, Guy Bourdin und Hans Feurer gearbeitet hatten, wurde er in Deutschland bekannt. 1978 zog er nach Paris, um seine Karriere weiter voranzutreiben.1988 erntete Lindbergh erstmals internationale Anerkennung als Fotograf und bahnte einer neuen Generation von Models, die er kurz zuvor entdeckt hatte, den Weg zum Erfolg – aufgrund eines ganz bestimmten Fotos, auf dem er sie in schlichten weißen Hemden zeigte. Ein Jahr später fotograierte er Linda Evangelista, Naomi Campbell, Cindy Crawford, Christy Turlington und die in Hamburg geborene Tatjana Patitz erstmals zusammen für das legendäre Cover der amerikanischen Vogue vom Januar 1990. Lindberghs Fotograien und insbesondere dieses Cover läuteten das Zeitalter der Celebrity-Models ein. Sie sollten das Bild der modernen Frau neu deinieren und inspirierten u.a. George Michael zu seinem legendären Musik-Video Freedom! ’90.In der Ausgabe vom Mai 2016 des bekannten Magazins Art Forum erklärte Lindbergh in einem Interview mit der Journalistin Isabel Flower: »Ein Modefotograf sollte dazu beitragen, Bilder von Frauen und Männern in ihrer jeweiligen Zeit zu verorten und ihre soziale und menschliche Realität widerzuspiegeln. Ist die Absicht der Werbung, alle Zeichen des Lebens und der Erfahrung zu retuschieren, alle individuelle Wahrheit aus dem Gesicht zu löschen, nicht surreal?«Seit den späten 1970er-Jahren arbeitete Lindbergh mit den prestigeträchtigsten Modelabels und Magazinen zusammen, sowohl für die internationalen Ausgaben der Vogue, wie auch für The New Yorker, Rolling Stone, Vanity Fair, Harper’s Bazaar US, Wall Street Journal Magazine, Visionaire, Interview und W. 2016 bekam Lindbergh den Auftrag, die 2017-Ausgabe des Pirelli-Kalenders zu gestalten – in der 50-jährigen Geschichte des Kultkalenders ist er der Erste, der dreimal gebucht wurde. Seine Arbeiten sind Teil ständiger Sammlungen in vielen Kunstmuseen auf der ganzen Welt und wurden bereits in einigen renommierten Museen und Galerien gezeigt; u.a. in Gruppenausstellungen im Victoria & Albert Museum (London) oder dem Centre Pompidou (Paris), sowie in Einzelausstellungen im Hamburger Bahnhof (Berlin), dem Bunkamura Museum für Kunst (Tokio) und dem Puschkin-Museum (Moskau). Zudem hat Lindbergh eine ganze Reihe an gefeierten Filmen und Dokumentationen gedreht: Models. The Film (1991), Inner Voice (1999), der 2000 den Preis für die beste Dokumentation auf dem Toronto International Film Festival gewann, Pina Bausch. Der Fensterputzer (2001) und Everywhere at Once (2007), der von Jeanne Moreau gesprochen wird und sowohl in Cannes als auch auf dem Tribeca Film Festival gezeigt wurde. Lindbergh wird von der Gagosian Gallery und von 2b Management vertreten.Er lebt in Paris, Arles und New York.Die Ausstellung »Peter Lindbergh. From Fashion to Reality« wurde von der Kunsthal Rotterdam in Zusammenarbeit mit dem Kurator Thierry-Maxime Loriot und Peter Lindbergh unter dem Titel »Peter Lindbergh. A Different Vision on Fashion Photography« entwickelt. Im Taschen-Verlag erschien begleitend ein hochwertiges Buch mit 472 Seiten.

Anlässlich der Ausstellung hat Peter Lindbergh die Schaufenster von Ludwig Beck am Münchner Marienplatz gestaltet.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München
Start: Dienstag 18.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.05.2017
München Haus der Kunst: Harun Farocki - Counter Music
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Harun Farocki (1944-2014) war Leitfigur in einer Szene von Filmemachern und Intellektuellen, die sich in Europa Ende der 1960er-Jahre im Zuge brisanter politischer Debatten entwickelt hatte. In dieser Zeit kamen auch die Fragen nach den Produktionsbedingungen des Filmemachers und Autorenfilmers, sowie nach der analytischen Rolle des Kinos mit Blick aufgesellschaftspolitische Ereignisse auf.
In seiner langen, einflussreichen Karriere schuf Farocki über 90 Filme, darunter Spielfilme und Filmessays, Fernseh- und Dokumentarfilme; weiterhin Installationen, Texte, Ausstellungen und Projekte in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern.
„Harun Farocki: Counter Music“ greift auf dieses umfangreiche Gesamtwerk zurück. Die aktuelle Unzufriedenheit mit Praktiken der Arbeitswelt, und auch die massenhafte Vertreibung von Arbeitskräften unter dem Deckmantel der Globalisierung geben Farockis Nachforschungen und seinem facettenreichen Werk neue Dringlichkeit und Nachdruck. Die Spannungen und Widersprüche der Arbeitswelt haben in Farockis filmischem Vermächtnis zentrale Bedeutung. Insbesondere haben ihn die verschiedenen Arten von Produktion und Konsum interessiert, und wie sich diese im Laufe der Jahrzehnte entwickelt haben.
In dem filmischen Essay „Arbeiter verlassen die Fabrik“ (1995) etwa richtet sich die Kamera auf die Tore von Fabriken, die sich bei Schichtende öffnen und einen Strom von Arbeiterinnen und Arbeitern entlassen. Sie haben es eilig, das Fabrikgelände zu verlassen, als habe ihnen der Arbeitstag Lebenszeit gestohlen, die es nun nachzuholen gilt. Auch wenn das Produkt, an dessen Herstellung die Arbeitskräfte in „Arbeiter verlassen die Fabrik“ beteiligt sind, nicht genannt wird und in diesem Zusammenhang nicht von Interesse ist: es ist ein greifbares Produkt. In „Nothing Ventured“ (2004) ist dies noch indirekt der Fall.
Der Film zeigt zwei Repräsentanten einer Firma, die berührungslose Sensoren herstellt, in der Verhandlung mit Investoren. Die Gesprächsführung ist zentrales Thema. Beide Seiten beherzigen das Konzept von Kaufmannsehre. Dass die Vertreter der Firma Vertrauen in ihre Aufträge und in ihr Produkt haben, beeindruckt wiederum die Investoren und bewirkt, dass sie sich entgegenkommend verhalten. Der Film zeigt die tatsächlichen Verhandlungen über den Kredit mit den ‚echten‘ Akteuren – wobei das Bewusstsein, gefilmt zu werden, sowohl den Akteur in der Handlung beeinflussen mag, als auch den Betrachter in der Wahrnehmung.  Als Beispiel für immateriell gewordene Arbeit zeigt Farocki die Leistung von Beraterfirmen, die sich beim Kunden mit ihrem Portfolio um Aufträge bewerben. Mit seinen Filmen dokumentiert Farocki, wie sehr auch Sprachgewohnheiten und Fachjargons – von Unternehmenskultur, Visionen, Investmentkapital u.Ä. – dem Zeitgeist unterworfen sind, wie etwa das Modell eines wechselnden Arbeitsplatzes (Open-Space-Office) im Firmengebäude, an dem der Angestellte morgens „eincheckt“.

„Counter Music“ (2004) zeigt Bilder der Lebensadern einer Stadt bei Nacht, aufgenommen von Überwachungskameras ohne menschliches Zutun, in den Haltestellen der U-Bahn oder an Straßenecken. Die menschliche Arbeit besteht im Sichten dieser Flut von Bildern auf einer Vielzahl von Monitoren. Regulationsmethoden der Überwachung in privaten und öffentlichen Bereichen sowie die zunehmende Digitalisierung und Verbreitung stehender und bewegter Bilder sind eine weitere Konstante im Werk von Farocki. Zu seinen filmischen Verfahren gehören Wiederholung, Zusammenschnitt, Montage und Fetischisierung. Der Film „Ein Bild“ (1983) widmet sich der Produktion des Playmate-Cover-Fotos für ein Hochglanzmagazin: die Vorbereitungen und Einbauten im Studio, das Shooting mit Modell, und anschließend der Rückbau des Studios. Fetisch ist hier der weibliche Körper. Farockis Werk erschließt sich als eine Archäologie der Arbeitsprozesse, die sich in den vergangenen Jahrzehnten ständig weiter verändert haben und zusätzlich durch mediale Verbreitung und Rezeption verschoben wurden.  „Harun Farocki: Counter Music“ wird vom Haus der Kunst in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz organisiert und durch die Galerie Thaddaeus Ropac, Paris / Salzburg und Greene Naftali Gallery, New York unterstützt. Haus der Kunst bedankt sich bei der Harun Farocki GbR für die Unterstützung.

Fotos: Harun Farocki "Arbeiter verlassen die Fabrik" © Harun Farocki, 1995 und Harun Farocki "Arbeiter verlassen die Fabrik in elf Jahrzehnten" © Harun Farocki, 2006

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Start: Dienstag 18.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 20.08.2017
München Haus der Kunst: Free Music Production / FMP - The Living Music
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Seit den 1950er-Jahren haben Jazzmusiker in den USA und in Europa versucht, ihre Produktions- und Arbeitsbedingungen selbst zu gestalten. Aus dem Bedürfnis nach Aufführungsmöglichkeiten und musikalischer Selbstbestimmung gründeten sie Kollektive, mit denen sie unabhängig von den Marktmechanismen der Musikindustrie arbeiten konnten. Sowohl hinsichtlich Langlebigkeit als auch Vielfalt der Projekte ist dabei eine deutsche Produktionsfirma bis heute einzigartig: die Free Music Production (FMP).

Die Ausstellung widmet sich der Geschichte dieses von Berlin aus wirkenden Labels, das von 1968 bis 2010 als Plattform für die Produktion, Präsentation und Dokumentation von Musik Unvergleichliches geleistet hat. Weil der Saxophonist Peter Brötzmann den Veranstaltern der Berliner Jazz Tage (heute Jazzfest Berlin) nicht garantieren konnte, dass seine Gruppe in schwarzen Anzügen auftreten würde und deshalb ausgeladen wurde, organisierte er 1968 zusammen mit dem Bassisten Jost Gebers das erste Total Music Meeting (TMM). Auf Einladung kamen die wichtigsten Vertreter des europäischen Jazz sowie eine Handvoll US-amerikanischer Musiker. Diese erste auch in den Medien gefeierte Alternative zum Jazzfest Berlin bildete den Startschuss für die Free Music Production.

1969 organisierte die FMP erstmals eine Veranstaltung in der Akademie der Künste in Westberlin, aus der dann 1970 der WorkshopFreie Musik entstand. Auf zwei Bühnen wurde öffentlich geprobt und mit dem Publikum diskutiert; über fünf Tage bildeten sich neue musikalische Gruppierungen und Dynamiken. Die FMP verließ damit die gewohnten Räume, Konzertsaal und Club; Musiker und Zuhörer lernten die Möglichkeiten anderer, offenerer Räume zu nutzen. Zunächst gab es dabei durchaus auch „Missverständnisse“, so Jost Gebers, nämlich „Musiker und Gruppen, die aus der offenen Form des Workshops wieder geschlossene Konzerte mit festgelegten Abläufen machen wollten, Publikumsgruppierungen, die mitspielen oder dagegen spielen wollten“.

Im Laufe der Jahre wurden diese Formate, der Workshop Freie Musik und das Total Music Meeting, jedoch selbstverständlich und waren der Beginn einer 40-jährigen Erfolgsgeschichte.
Ebenfalls 1969 begann die FMP auch mit der Dokumentation der Musik auf Schallplatten. Die Aufnahmetechnik war von allen Beteiligten noch zu erlernen und sollte authentisch vermitteln, wie sich improvisierte Musik aus dem Moment heraus entwickeln kann. Die Tonträgerproduktion der FMP und ihrer Sublabels umfasst annähernd 500 Einspielungen, die mittlerweile Kultstatus genießen. Das international bekannteste Produkt ist die LP (mittlerweile CD) Machine Gun des Brötzmann Octets.
In die eher von Männern beherrschte Welt des Jazz hat die FMP, angefangen mit Maggie Nicols und Irène Schweizer, von Beginn an feministische Positionen integriert. Außerdem war es das erste westliche Label, das Musiker aus der DDR sowohl in West- als auch in Ostberlin aufnahm.

1988 brachte die FMP einen Protagonisten der amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts, Cecil Taylor, in einem vierwöchigen Programm erstmals mit seinen europäischen Zeitgenossen zusammen. So entstand die international mit den meisten Preisen gewürdigte Veröffentlichung, die Box Cecil Taylor in Berlin '88 - eine einzigartige Dokumentation auf 11 CDs von Konzerten in unterschiedlichsten Besetzungen. Hergestellt in einer Auflage von 1.000 Stück wie eine künstlerische Edition, war sie bald nach Bekanntgabe des Subskriptionsangebots ausverkauft.

Die FMP hat früh afrikanische und asiatische Volksmusiken einbezogen. Im Rahmen des Workshops Freie Musik gab es Kooperationen mit Tänzern wie Pina Bausch, Min Tanaka, Ono Kazuo und Christine Brunel. Mit bildenden Künstlern wie tomas schmid, A.R. Penck, Günther Förg und Martin Kippenberger oder Literaten wie Günter Grass wurden Projekte verwirklicht. Die Ausstellung dokumentiert mit Fotografien, Postern, Flyern, Originaldokumenten, Interviews, dokumentarischen Videos und bisher unveröffentlichten Aufnahmen aus dem FMP-Archiv von Jost Gebers die verschiedenen FMP-Formate, die Arbeits- und Produktions-bedingungen des Labels und seiner Musiker, und stellt die gesamte Tonträgerproduktion vor. Kurator ist Markus Müller.Free Music Production (FMP): The Living Music ist eine Kooperation mit dem Goethe-Institut und wird durch die Kulturstiftung des Bundes unterstützt. 

In Zusammenarbeit mit Peter Brötzmann bietet das Haus der Kunst zwei im Sinne der Free Music Production gestaltete Abende an: Am 5. und 6. Mai 2017 stehen neben anderen die Gründungsväter von FMP Peter Brötzmann (Holzblasinstrumente) und Alexander von Schlippenbach (Klavier) in bewährten und neuen Kombinationen auf der Bühne. 

Konzerte 
Fr 5. Mai, 20 - 23 Uhr (mit Pause) Einlass/Westflügel: 19.30 Uhr
Sa 6. Mai, 19 – 23 Uhr (mit Pause) Einlass/Westflügel: 18.30 Uhr
„Brötzmann plus ...“ Peter Brötzmann, reeds mit Toshinori Kondo, electric trumpet; Joe McPhee, reeds, trumpet;  Heather Leigh, pedal steel guitar, Marino Pliakas, electric bass; Alexander von Schlippenbach, piano; Michael Wertmüller, drums; Han Bennink, drums
Eintritt Freitag 15 Euro / Samstag 15 Euro Freitag und Samstag 25 Euro 
Karten sind an der Kasse Haus der Kunst und online über www.hausderkunst.de erhältlich.

Fotos:
Cecil Taylor: p, Günter „Baby“ Sommer: dr, Improvised Music II, 1988
Photo: Dagmar Gebers
Copyright: Dagmar Gebers/FMP-Publishing

Joelle Léandre, Total Music Meeting 1988
Photo: Dagmar Gebers
Copyright: Dagmar Gebers/FMP-Publishing

Peter Kowald, A.R. Penck, Workshop Freie Musik 1984
Photo: Dagmar Gebers
Copyright: Dagmar Gebers/FMP-Publishing

Africa Djolé, Workshop Freie Musik 1984
Photo: Dagmar Gebers
Copyright: Dagmar Gebers/FMP-Publishing

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Start: Dienstag 18.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Dienstag 03.10.2017
Kochel Franz Marc Museum: Per Kirkeby – Torso-Ast
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Per Kirkeby – Torso-Ast

Die Aufstellung der Skulptur Torso-Ast von Per Kirkeby im Museumspark gegenüber dem Haupteingang soll die für das Franz Marc Museum wesentliche Idee des Dialogs von Kunst und Natur für jeden Besucher erfahrbar machen, noch bevor er das Museum betritt. Die begleitende Ausstellung mit Skulpturen, Zeichnungen und Arbeiten auf Papier Per Kirkebys macht die Bedeutung von Torso-Ast vor dem Hintergrund dieser Phase seines Werks deutlich.

In den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts schuf Per Kirkeby eine Reihe von Bronzeplastiken, die den Prozess organischer Entwicklung als Analogie der bildhauerischen Praxis anschaulich machen. Ein Arm oder ein Bein oder ein anderes Glied wird zu einem ganzen Körper. Groesseres zu denken durch `Fragmente`. Rodins Radikalisierung des Torsos. Im Rückgriff auf Rodin geht Kirkeby von Fragmenten aus – Armen, Gesichtern, Torsi, die die Materie, in die sie eingebunden sind, wie von innen her durchdringen, was sich in den vielfaeltig strukturierten, das Licht einfangenden Oberflaechen der Skulpturen spiegelt.

Die Skulptur Torso-Ast gehört zu den groessten Plastiken aus dieser Schaffensphase Per Kirkebys. Sie variiert ein traditionelles Thema der Skulptur, indem sie den menschlichen Torso zum pflanzlichen Torso werden laesst und umgekehrt. Der Rumpf koennte ein Baumstamm sein und der abzweigende Ast ein Arm. Die bewegungslose Massivitaet der Plastik laesst die Erinnerung an den antiken Herkulestorso aufscheinen, verbindet die Skulptur aber auch mit den umstehenden Baeumen, denn wie sie scheint sie aus dem Boden herauszuwachsen, in dem sie fest verwurzelt ist.

Das Verhaeltnis von Kunst und Natur ist fuer das Franz Marc Museum seit seiner Gruendung, 1986, konzeptionell grundlegend. Otto Stangl, die Gemeinde Kochel und die Franz Marc Stiftung siedelten das Franz Marc Museum damals in Kochel an, um die Kunst Franz Marcs und des Blauen Reiters in der Landschaft zu zeigen, in der sie entstand und die Inspirationsquelle dieser Kuenstler war. Diese Idee ist neben dem Leitgedanken, Franz Marc im Kontext des 20. Jahrhunderts zu praesentieren, auch seit der Eroeffnung des Neubaus und der Erweiterung der Sammlung weiterhin praesent. Seit der Neueroeffnung 2008 geht das Selbstverstaendnis des Hauses ueber die Auseinandersetzung mit der Klassischen Moderne hinaus. In Ausstellungen der letzten Jahre wurde Franz Marc Joseph Beuys, Georg Baselitz oder Per Kirkeby gegenuebergestellt und damit die Kontinuitaet bestimmter, theoretischer und gestalterischer Positionen in der Kunst des 20. Jahrhunderts thematisiert und anschaulich gemacht.

Die Ausstellung findet anlaesslich der Aufstellung der Skulptur Torso-Ast (1988) von Per Kirkeby im Park des Franz Marc Museums statt.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Fotos:
Per Kirkeby „Torso Ast“, 1988
Bronze patiniert
Auflage: 6 + 0 Guß 1/6 · 643 kg
208 x 158 x 78 cm
Galerie Michael Werner, Märkisch Wilmersdorf, Köln und New York

Per Kirkeby Ohne Titel (bez.:Laeso), 1986
Tusche, Pastell, Gouache
Galerie Michael Werner, Märkisch Wilmersdorf, Köln und New York
Start: Dienstag 18.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.12.2017
Rosenheim: PHARAO - LEBEN IM ALTEN ÄGYPTEN
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Zwischen Menschen und Göttern, zwischen Himmel und Erde. Gewaltige Grabanlagen und steinerne Monumente königlicher Allmacht, die den Himmelsaufstieg des Pharaos und seine Eingliederung in den Kreislauf der Sonne symbolisieren. Hier lebten Menschen, die arbeiteten und feierten, an Kulten und Kriegen teilnahmen, liebten und litten, Kinder zeugten und starben.

Vom 24. März bis 03. Dezember 2017 dreht sich im AUSSTELLUNGSZENTRUM LOKSCHUPPEN in Rosenheim alles um die legendären Pharaonen und ihr Reich, das Alte Ägypten. Die Ausstellung eröffnet einen neuartigen Blick auf die älteste Hochkultur der Welt.

Was hielt diese Gesellschaft über Jahrtausende zusammen? Wer erkämpfte Ägyptens Größe? Wer baute die monumentalen Grabanlagen, Tempel und Paläste?

Über 300 originale, bis zu 4.500 Jahre alte Artefakte vermitteln eine einmalige „Aura“ der Geschichte‍‍(n). Detailgetreue Modelle und spannende Medienstationen machen das Leben im Alten Ägypten erfahrbar. Erleben Sie eine Kultur, die im Kreislauf von fruchtbarer Überschwemmung und sengender Trockenheit, in Zeiten des Umbruchs und des Aufstiegs über sich hinaus wuchs.

Lüften Sie die Geheimnisse. Erleben Sie die Faszination. Entdecken und verstehen Sie die mächtige Welt der Pharaonen.

Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizeaus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und MuseumsPartner  Die Kunstspedition.


Ausstellungszentrum Lokschuppen | Rathausstr. 24 | 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 18 Uhr | Sa, So, Fei: 10 – 18 Uhr
Information und Buchung: Tel.: 08031 365 9036 | E-Mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de
www.lokschuppen.de

Fotos:
Kopf eines Königs
Basalt, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statue des sitzenden Nefer-ihi
Rosengranit, Altes Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Relief eines stehenden Mannes mit Stabstrauß
Kalkstein, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Statuetten des Amenophis III. und der Teje
Ebenholz und Gold, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Bronzefigur einer Katze
Bronze, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statuette einer Frau
Holz, Altes Königreich
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob
Start: Dienstag 18.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.07.2017
München Stadtmuseum: No secrets! – Bilder der Überwachung
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Brieftaubenkamera von Julius Neubronner, die im Ersten Weltkrieg zu Luftbildaufnahmen verwendet wurde, um 1910 © Münchner Stadtmuseum
No secrets! – Bilder der Überwachung

Nicht nur Geheimdienste generieren Daten aus der Nutzung von Medientechnologien; auch im "Internet der Dinge" und in den Fantasien von "Big Data" werden mediale Vorgänge, Ereignisse und Kommunikationen automatisierten Auswertungen unterzogen, die die Kontrolle des Menschen zum Ziel haben. In einem kurzen historischen Rückblick werden die Vorfahren der staatlichen Kontrolle von Mensch und Raum, etwa die Einführung der öffentlichen Straßenbeleuchtung oder die erkennungsdienstliche Fotografie als einem Vorläufer aktueller biometrischer Erfassungsmethoden, verortet. Der Hauptteil der Ausstellung präsentiert zeitgenössische Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Video, Malerei, Plakat und Installation. Mittels unterschiedlichster Taktiken versuchen sie, die heutigen Praktiken der Überwachung zu torpedieren, zu reflektieren oder zumindest sichtbar zu machen.

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist deutlich geworden, in welchem  Ausmaß Netzwerke und Datenströme die Ziele von Überwachung und Kontrolle sind. Aber nicht  nur Geheimdienste generieren Daten aus der Nutzung von Medientechnologien; auch im "Internet  der Dinge" und in den Fantasien von "Big Data" werden mediale Vorgänge, Ereignisse und  Kommunikationen einer automatisierter Auswertung unterzogen, die Schlüsse aus dem Verhalten  des Menschen zieht.
Das meist sehr emotional und kontrovers diskutierte Thema „Überwachung“ wird im Rahmen einer  zweiteiligen Ausstellung im Münchner Stadtmuseum und in der ERES-Stiftung, München, beleuchtet.
In einem historischen Rückblick thematisiert die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum zunächst verwandte Phänomene staatlicher wie privater Raumerfassung und Personenkontrolle. So bedeutete die Einführung der öffentlichen Straßenbeleuchtung zwar einen Gewinn an Sicherheit, war zugleich aber auch ein Instrument der Macht. Die Standardisierung der Verbrecherfotografie durch Alphonse Bertillon in den 1880er-Jahren und die Erfassung von Fingerabdrücken ab 1900 erleichterten den Polizeibehörden die Identitätsfeststellung. Diese Verfahren finden gegenwärtig in der Videoüberwachung ihre Aktualisierung.
Als Mitte des 19. Jahrhunderts Fotografen wie Nadar oder James Wallace Black Heißluftballons bestiegen, waren ihre Luftbilder noch eine ganz neue, schwindelerregende Erfahrung. Mittlerweile sind Aufnahmen von Satelliten und Drohnenkameras längst schon zum Inbegriff einer allwissendenÜberwachungsästhetik mutiert.

Der Hauptteil der Ausstellung präsentiert zeitgenössische Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Video, Malerei, Plakat und Installation. Einige dieser Werke verweisen ihrerseits wiederum auf Phänomene historischer Überwachungspraxis wie etwa das Video „Panopticon“ von Hyojoo Jang. Ihre Arbeit nimmt Bezug auf Jeremy Benthams aus dem 18. Jahrhundert stammenden Entwurf eines kreisrunden Gefängnisbaus, in dem die Insassen potenziell beständig unter Bewachung standen, ohne zu wissen, ob und wann sie beobachtet würden. Benthams Idee sollte später zum Synonym für das Arsenal an Überwachungskulturen und -praktiken werden.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Start: Dienstag 18.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.07.2017
München Stadtmuseum: Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach
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EINFAHRT und SCHIESSANLAGE, aus der Serie: „Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach“, 2013
Alessandra Schellnegger – Einblicke. Hinter den Mauern des BND in Pullach

Aus der Zeit gefallene Architektur und verwaist wirkende Gebäude reflektieren vergangene deutsche Geschichte und werfen Fragen auf. Von hier aus wurde tatsächlich die Welt bespitzelt? Mit feinem Gespür für Brüche und unbeabsichtigte Absurditäten schafft die Fotografin Fotodokumente, auf denen eine historische Kontinuität sichtbar wird, die beunruhigt - und die vom Selbstverständnis eines Teils der Staatsmacht im 20. Jahrhundert erzählt.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Start: Dienstag 18.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Dienstag 31.10.2017
München Lenbachhaus: BILDSCHÖN – ANSICHTEN DES 19. Jahrhunderts
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Lovis Corinth Frühstück in Max Halbes Garten, 1899 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München; Mathias Schmid Die Feuerb'schau, um 1888 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München; Karl Millner Vorderer Gosausee mit Dachstein, um 1855 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Dauerleihgabe der Christoph Heilmannn Stiftung.
BILDSCHÖN – ANSICHTEN DES 19. Jahrhunderts

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bilder. Sie erreichten eine größere Öffentlichkeit als je zuvor. Künstlerinnen und Künstler prägten auf wirkmächtige Weise die Kultur ihrer Zeit, ein sehr viel breiteres Themenspektrum wurde bildwürdig und im Idealfall vom Publikum als »bildschön«gelobt. Die damals erfundenen Motive bestimmen bis heute, was wir als romantisch, als traurig oder als schön empfinden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand ein enorm vielfältiges erzählerisches Bilduniversum, das immer wieder durch seine formale Innovationskraft begeistert.Bildschön unternimmt eine Neuinterpretation der Sammlungsbestände der Kunst des 19. Jahrhunderts im Lenbachhaus.
Um andere Perspektiven auf diese reiche Bildkultur zu eröffnen, pr  äsentiert die neue Ausstellung bewusst eine große Bandbreite von künstlerischen Stilen und Inhalten. Sie erschließt, ergänzt von Fotografien, Film­ und Hörbeispielen, nicht nur den zeitgenössischen Kontext der Themen und Bildwelten, sondern beleuchtet schlaglichtartig den Nachhall des langen 19. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart.
Die Ausstellungsbesucher und Kunstsammler des 19. Jahrhunderts, die Leser von Büchern, Zeitschriften oder Reiseführern erwarteten anschauliche Darstellungen und unterhaltsame Geschichten, weshalb viele Künstler die bestehenden Verhältnisse eher bestätigten, als sie kritisch zu hinterfragen. Doch ließen sie gelegentlich ironisch durchblicken, dass ihre Produktionen oft auf Modellen und Attrappen beruhten. Die Erfahrungswelt des Einzelnen erweiterte sich drastisch mitder immer reicheren Bilderwelt.Durch die Hand der Künstler wurden Naturansichten zu den Postkartenlandschaften, die wir heute noch aufsuchen. Trachten und bäuerliches Brauchtum wurden im 19. Jahrhundert wiederbelebt oder gar neu erfunden und die entstehenden Bilder so einflussreich, dass auf Oktoberfesten weltweit heute »Bayer« gespielt wird.
Zentral für die Beziehung zur Natur war und ist im Bewusstsein der Deutschen der Wald, als visueller und emotionaler Projektionsraum.Wenn Maler auf dem Land lebten, interpretierten sie nicht nur Ländliches, sondern sie experimentierten auch mit modernen Lebensformen, und ihre Kunst vermittelte dann ein von urbanen Zwängen befreites Lebensgefühl. Als Porträtisten des Bürgertums und der Aristokratie entwarfen Künstler deren öffentliches Image, sie verhandelten Geschlechterverhältnisse und Standesunterschiede. Für das ganze »große Theater« der modernen Welt galt es nun, visuelle Entsprechungen zu finden: für so unterschiedliche Phänomene wie die Begeisterung für die Vergangenheit, die Fragen der Naturwissenschaften oder die Verlockungen des Spiritismus.
Kuratiert von Susanne Böller

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
Start: Freitag 28.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.09.2017
Dachau Gemäldegalerie: Zu Gast in Dachau. 125 Jahre Münchener Secession
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Zu Gast in Dachau. 125 Jahre Münchener Secession

28. April bis 3. September 2017

Am 4. April 1892 traten 96 Künstler offiziell aus der Münchner Künstlergenossenschaft aus und gründeten den »Verein Bildender Künstler Münchens. Münchener Secession«. Die Künstler, zum größten Teil Maler, wollten moderne Ausstellungen auf hohem künstlerischem Niveau, an denen sich auch ausländische Kollegen beteiligten, und suchten dafür nach eigenen Möglichkeiten.
Die Münchener Secession war die erste Vereinigung dieses Namens, später folgten die Wiener (1897) und die Berliner Secession (1898). Schon 1913 spaltete sich dann bereits eine Gruppe ab, die sich von der immer konservativer gewordenen Künstlergruppe nicht mehr angemessen vertreten fühlte und »Münchener Neue Secession« nannte.
Ihre meist naturalistisch arbeitenden Künstler gaben der Kunst richtungweisende Impulse, die, ausgehend von der Landschaftsmalerei Barbizons, in den europäischen Künstlerkolonien entwickelt wurden. So ist es nicht verwunderlich, dass von den elf Künstlern, die am 29. Februar 1892 den von Ludwig Dill verfassten Aufruf zur Abspaltung von der Künstlergenossenschaft unterzeichneten, mehr als die Hälfte zum Malen in die der Künstlerkolonie Dachau fuhr.

Erstmals nach über 40 Jahren zeigt die Gemäldegalerie Dachau ausgewählte Gemälde aus der wertvollen Sammlung der Secession, vor allem der ersten beiden Jahrzehnte ihrer Sammeltätigkeit. Darunter sind Bilder prominenter Maler wie Albert von Keller, Franz von Stuck, Wilhelm Trübner oder Gabriele Münter aber auch Bilder zahlreicher Dachauer Maler wie Adolf Hölzel, Ludwig Dill, Arthur Langhammer, Hans von Hayek, Leo Putz, Rudolf Schramm-Zittau und Fritz von Uhde sowie einige wenige Skulpturen.

Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3
85221 Dachau
Tel 08131/5675-0
Start: Sonntag 30.04.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Dienstag 03.10.2017
Kochel Franz Marc Museum: Blaues Land und Großstadtlärm - Die Fondazione Braglia im Franz Marc Museum
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Die Sammlung der Fondazione Braglia mit Schwerpunkt auf dem deutschen Expressionismus wurde bisher nur für einige Wochen in den 2015 eröffneten Museumsräumen der Stiftung in Lugano präsentiert. Im diesem Sommer zeigt das Franz Marc Museum diese herausragende Sammlung für sechs Monate im Rahmen einer Ausstellung, die als „expressionistischer Spaziergang durch Kunst und Literatur“ konzipiert ist. Im Zentrum der Sammlung der Fondazione Braglia steht die Kunst des „Blauen Reiters“, insbesondere Paul Klees, Gabriele Münters und Marianne von Werefkins. Sie umfasst darüberhinaus wichtige Arbeiten von Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und Lyonel Feininger.Diese Perspektive auf den deutschen Expressionismus ist von der Vorliebe für Farbintensität, Poesie und erzählerische Elemente geprägt. Sie blendet Momente von Melancholie, Depression oder Verzerrung weitgehend aus.Im Dialog mit der Sammlung des Franz Marc Museums werden diese charakteristischen Aspekte des deutschen Expressionismus berücksichtigt, so dass –auch im Zusammenspiel mit Werken der ahlers collection, die ab 2017 den Bestand des Museums ergänzt –einerseits ein abgerundetes Bild entsteht, andererseits viele, bisher in der Öffentlichkeit kaum präsentierte Exponate gezeigt werden können.Die Ausstellung –ein Dialog zwischen der Sammlung des Franz MarcMuseums und Werken der FondazioneBraglia ist thematisch strukturiert: „Blaues Land“, „Paare,Passanten“, „Kinderspiele“ lauten einige der Überschriften zu den Ausstellungskapiteln. Unter diesen Themen werden nicht nur Bilder, sondern auch Texte zusammengefasst, denn Motive, Gedankengut und emotionale Haltung des Expressionismus in der bildenden Kunst hatten Parallelen in der Literatur, sie waren inspiriert von Texten des Symbolismus und Naturalismus und wiesen voraus auf Literatur des fortschreitenden 20. Jahrhunderts. Dieses Zusammenspiel zwischen Kunst und Literatur erweitert die Perspektive auf den deutschen Expressionismus, der durch seine Rezeption insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg auf Ausdrucksstärke, Farbintensivität und Innovationskraft beschränkt wurde, während die „dunkleren“, hintergründigen Seiten dieser Kunstepoche vernachlässigt wurden.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Abbildungen:
- August Macke
Badende mit Lebensbäumen, 1910
Öl auf Leinwand
Sammlung Braglia

- Ernst Ludwig Kirchner
Blaue Artisten, 1914
Öl auf Leinwand
Franz Marc Museum, Kochel am See
Dauerleihgabe aus Privatbesitz

- Marianne von Werefkin
Der Tänzer Sacharoff, 1912/13
Gouache auf Bütten
Sammlung Braglia
Start: Samstag 06.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.10.2017
München Lenbachhaus: Mentales Gelb. Sonnenhöchststand
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Maria Lassnig Maria Lassnig, Sanduhr, 2001 © Maria Lassnig Stiftung Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Sammlung KiCo; Maria Lassnig Die Braut badet den Bräutigam, 2005 © Maria Lassnig Stiftung Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Sammlung KiCo
Mentales Gelb. Sonnenhöchststand

Die Sammlung KICO

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus bereitet in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bonn die Ausstellung »Mentales Gelb. Sonnenhöchststand« vor. Die Präsentation ist der Sammlung KiCo von Doris und Hans-Gerd Riemer aus Bonn gewidmet, die seit Mitte der 1990er Jahre an beiden Museen in Bonn und München beheimatet ist. Der Schwerpunkt der Sammlung lag in ihren Anfängen auf monochromer Farbmalerei, hat sich jedoch im Lauf von zwei Jahrzehnten auf ein weites Spektrum von Gegenwartskunst bis hin zu raumgreifenden Installationen ausgedehnt. Ankäufe erfolgen unter der Prämisse, vollständige Werkgruppen oder ganze Raumkonzepte in die Sammlung zu integrieren. Die erworbenen Werke sollen den öffentlichen Museen dauerhaft zur Verfügung stehen. In enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den Sammlern und den beiden Museen wird die Sammlung kontinuierlich erweitert und ermöglicht so die sinnvolle Ergänzung auch der Museumsbestände. Die Sammlung KiCo unterstützt das Lenbachhaus ebenso wie das Kunstmuseum Bonn ganz maßgeblich dabei, ihre jeweils eigene Sammlungspolitik auch in den kommenden Jahren entsprechend fortzusetzen.


Künstlerinnen und Künstler in der Münchner Ausstellung:
Franz Ackermann, Thomas Bechinger, Karla Black, Monica Bonvicini, Martin Boyce, Angela Bulloch, Heinz Butz, Antonio Calderara, Thomas Demand, Inge Dick, Thea Djordjadze, Ólafur Eliasson, Ceal Floyer, Isa Genzken, Katharina Grosse, Wade Guyton, Marcia Hafif, Charline von Heyl, Daniel Knorr, Maria Lassnig, Erik van Lieshout, Sarah Morris, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Rolf Rose, Karin Sander, Tomas Saraceno, Thomas Scheibitz, Adrian Schiess, Wolfgang Tillmans, Corinne Wasmuht

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Luisenstraße 33
80333 München
Start: Freitag 12.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.07.2017
Dachau Neue Galerie: Natur // Kultur Positionen der Münchener Secession aus Skulptur und Malerei
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Natur // Kultur
Positionen der Münchener Secession aus Skulptur und Malerei

Ausstellung vom 12. Mai - 16. Juli 2017 in der Dachauer Neue Galerie


Die Münchener Secession, die als Künstlervereinigung 2017 ihr 125-jähriges Bestehen feiert, zählt heute 75 Mitglieder, die in verschiedenen Disziplinen arbeiten und eine Vielfalt künstlerischer Positionen vertreten. In der Neuen Galerie ist eine Ausstellung zu sehen, die Werke von Bildhauern und Malern vereint, die sich dem Wechselverhältnis von Natur und Kultur widmen.


Christoph Drexler, der Münchner Maler, Druckgraphiker und Zeichner ist mit sechs seiner Leinwandbilder vertreten. Sein Thema sind Landschaften, in die wir wie durch ein Fenster blicken. Sie sind auf dem Land, am Meer oder am See, immer außerhalb der Städte, wo es noch Landschaft gibt. Da sie sich aus wenigen, meist horizontal angeordneten Farbstreifen zusammensetzen, haben sie auch keine Tiefe, sondern wirken ein wenig kulissenhaft. Die Farbigkeit ist - selbst in den Rottönen - meist kühl. Vor allem sind darin Wiesen, Berge, Wasser, Wald und natürlich Himmel zu sehen, immer aber auch einzelne Häuser, Hütten oder Boote als Relikte menschlichen Daseins.

Andreas Legath ist Maler, Gestalter von Bühnenbildern, Musiker und Konzertveranstalter, vor allem aber Maler und als solcher Schüler von Rudi Tröger, dem im Landkreis lebenden Maler und langjährigen Professor an der Münchner Kunstakademie. Seine Inspiration holt er sich bei Wanderungen in verschiedenen Regionen Italiens und es sind meist karge Landschaften, die ihn interessieren, im Süden oder auf den äolischen Inseln. Immer faszinieren ihn die Strukturen, die entstehen, wenn äußere Kräfte auf die Landschaften einwirken. Das kann, muss aber nicht der Mensch sein, der diese steuert.

Auch Konrad Loder lässt sich in seinen Skulpturen von den Formen der Natur inspirieren. Der gebürtige Münchner, der seit vielen Jahren in Frankreich lebt und heute Professor an der Haute Ecole des arts du Rhin in Straßburg ist, präsentiert insgesamt vier Arbeiten, davon drei neue, die dieses Jahr entstanden sind.
Loders Skulpturen wachsen wie eine Pflanze mit jedem weiteren Element und nach und nach entstehen aus kleinen einfachen Grundformen große komplexe Strukturen.

Hartmut Pfeuffer widmet sich in seiner Kunst der Wüste, die er viele Jahre lang immer wieder bereiste. Auf strapaziösen Touren in schwer erreichbare Gegenden der Sahara fertigte er Skizzen an, die Grundlage sind für die später im Atelier auf der großen Leinwand entstandenen Wüstenlandschaften. Von der realen, selbst gesehenen Landschaft entfernen sich seine Bilder im Lauf der Arbeit jedoch mehr und mehr. Details verschwinden und nur wenige monumentale Dünen, Granit- und Vulkanformationen bleiben.

Dorothea Reese-Heim, ursprünglich Textilkünstlerin, schafft mit Vorliebe raumgreifende Installationen und zwar bevorzugt mit Materialien der modernsten Werkstofftechnik. Doch hier geht es nicht nur um die Ästhetik des Artifiziellen. Es geht auch inhaltlich um die künstlichen Bedingungen, unter denen das erzeugt wird, was wir oft als Natur ansehen. Bei den „Behausungen“ werden auf vielseitige, unregelmäßig geformte Körper Bilder von Pflanzen und Blumen projiziert. Ihre Flächen reflektieren die Bilder an die umliegenden Wände.

Timm Ulrichs kommt aus Hannover. Das sich der als „Totalkünstler“ definierende Pionier der Konzeptkunst Mitglied der Münchener Secession ist, ist Dorothea Reese-Heim zu verdanken. Sie lernte ihn bei einer gemeinsamen Ausstellung im Gerhard-Marx-Haus in Bremen kennen. Sie hatte damals eine Professur in Paderborn, er war Professor in Münster. Es gelang ihr, ihn von den Vorteilen einer Mitgliedschaft bei der Münchener Secession zu überzeugen und seitdem ist er dabei.
In den beiden in der Neuen Galerie vertretenen Arbeiten hat er ein Selbstporträt mit der Natur in Verbindung gebracht. Wurzel-Werk I, II und III, ist eine in drei Fotos dokumentierten Arbeit, bei der der Kopf des Künstlers, d.h. dessen in Beton gegossene Negativform, zum Pflanztopf für Buchsbäume wurde. In der Hohlform konnte sich das Wurzelwerk ausbreiten, der Hals ist der Stamm des Buchbaums.
Bei „In der Versenkung“ (1978/89), einer Installation aus 16 Hackklötzen und einer Sackkarre, ist die Negativform des Gesichts von Timm Ulrichs in die Schnittflächen der Hackklötze gefräst. Das Menschenbild ist den Baumstücken wie mit dem Beil eingeschlagen. Zum An- und Abtransport der Abzuhackenden bzw. Abgehackten steht die Sackkarre bereit. Mit seiner sehr persönlichen Signatur steht der Künstler stellvertretend für die Spezies Mensch, die sich vor allem durch die gewaltsame Einwirkung auf die Natur ausgezeichnet hat.

Neue Galerie Dachau
Konrad-Adenauer-Straße 20
85221 Dachau
Tel 08131/56 75-0

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Abbildungen:

Christoph Drexler,
Drei Häuser am Ufer, 2010,
Öl auf Leinwand, 110 x 140 cm
Dachau Neue Galerie

Andreas Legath
San Angiolo 1, 2016

Konrad Loder
Pansen, 2017 II
Start: Freitag 12.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.10.2017
München Stadtmuseum: Kurt Eisner
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Revolutionär und Ministerpräsident – Kurt Eisner (1867-1919)

"Die hundert Tage der Regierung Eisners haben mehr Ideen, mehr Freuden der Vernunft,
mehr Belebung der Geister gebracht, als die fünfzig Jahre vorher. Sein Glaube an die Kraft
des Gedankens, sich in Wirklichkeit zu verwandeln, ergriff selbst Ungläubige."
(Heinrich Mann in seiner Gedächtnisrede anlässlich der Trauerfeier für Kurt Eisner im Münchner
Odeon am 16. März 1919)

Das Münchner Stadtmuseum fokussiert die Ausstellung zum 150. Geburtstag von Kurt Eisner
(Berlin 1867-München 1919) auf den publizistischen und politischen Werdegang einer  charismatischen, noch heute von unterschiedlichen Interessengruppen vereinnahmten  Persönlichkeit. Die biografische Darstellung bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen die Landeshauptstadt München 2018 / 2019 den historischen Ereignissen der  Revolution nachspüren wird.
Bis in die 1990er-Jahre, man kann sagen bis zur Veröffentlichung der Biografie von Bernhard Grau (München, 2001), die die gesamten historischen Quellen zu Kurt Eisners Leben auswertete, hielt  sich im historischen Gedächtnis nachhaltig dessen Beurteilung als Idealist und Utopist, als ein  Mann, der von Politik nichts verstand. Die Ausstellung hingegen nutzt die Gelegenheit, den  gesamten Lebensweg Eisners aufzubereiten und die ca. 105 Tage der Regierung Eisner an der  Spitze des Volksstaates Bayern zu thematisieren. Sie zeigt Kurt Eisner als engagierten  Journalisten und Politiker und macht so seinen Weg vom „Gefühlssozialisten“ zur prägenden  Persönlichkeit der Revolution vom November 1918 nachvollziehbar.
Während der Tod Eisners zunächst eine allgemeine Betroffenheit auslöste, brachen die Trennlinien einer zukünftigen Entwicklung wieder sehr bald auf. Die Ausstellung erzählt in Schlaglichtern diese  bis Mai 1919 währende Zeit der Auseinandersetzungen um die Frage „repräsentativer  Parlamentarismus oder Räterepublik“. Die Darstellung einzelner Schicksale daran Beteiligter  vertiefen das Geschehen zusätzlich.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Start: Samstag 13.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 09.07.2017
Ismaning Kallmann Museum: Erna Schmidt-Caroll - Retrospektive
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Erna Schmidt-Caroll (1896 –  1964) gehört wie Hans Jürgen Kallmann zu einer Generation von Künstlern, deren Biographien durch die NS-Herrschaft stark beeinträchtigt wurden. Ab 1914 studierte sie an der Kunstakademie Breslau, 1917 wechselte sie nach Berlin, wo sie zuletzt Meisterschülerin bei Emil Orlik war, bei dem auch Kallmann eine kurze Zeit lernte.
Ihre in den Folgejahren entstandenen Arbeiten, die durch eine facettenreiche Darstellung der Gesellschaft bestechen, bilden den ersten Schwerpunkt der Ausstellung im Kallmann-Museum. Insbesondere das pulsierende, hektische Großstadtleben war ihr Thema. Dabei erinnert ihr kritischer Blick durchaus an Werke ihrer Zeitgenossen George Grosz und Otto Dix. Skizzenhaft, mit feiner psychologischer Charakterisierung stellt sie Menschen im Café dar, Passanten auf der Straße und im Getriebe der Metropole - und vor allem  die modische, moderne Frau der zwanziger Jahre.
Für Schmidt-Caroll war neben der  freien  künstlerischen Arbeit die Lehre von besonderer Bedeutung. Sie  unterrichtete  rund zwei Jahrzehnte an der Berliner Schule Reimann, bis sie 1943 nach deren Zerstörung durch einen Bombenangriff die Stadt verließ. Die dortige Atmosphäre wird in der Ausstellung beispielhaft durch Schmidt-Carolls Illustrationen für das Programmheft eines Gauklerfestes lebendig. Nach dem Krieg  lehrte die Künstlerin in Hannover und Hamburg.
Ihre Arbeit als Modezeichnerin und Buchillustratorin ist in der Ausstellung durch einige repräsentative Beispiele vertreten.Dass die NS-Zeit einen tiefen Einschnitt im Leben Schmidt-Carolls darstellte, wird an den freien Arbeiten dieser Zeit sichtbar. Auch wenn sich die Figuren in etwas stärkerem Realismus und einer gewissen Lieblichkeit ein Stück weit an die Ästhetik der Zeit anzunähern scheinen, strahlen ihre Kinder-  und Frauenbildnisse durchwegs neben menschlicher Wärme eine gewisse Nachdenklichkeit aus. Außerdem wurde nach 1933 zunehmend die Natur in ihrer Einsamkeit und Ursprünglichkeit ein wichtiges Motiv im Schaffen der Künstlerin. Insbesondere Gebirgslandschaften, wie die der Alpen und des Riesengebirges, in das sich Schmidt-Caroll nach dem Weggang aus Berlin zurückzog, faszinierten die Malerin.
Auch die Küstenlandschaften Italiens, eines Sehnsuchtsortes der Künstlerin, den sie in den 1930er Jahren und später mehrfach bereiste, inspi-rierten sie mit ihrem südlichen Licht zu farben frohen Arbeiten.Mit Erna  Schmidt-Caroll widmet das Kallmann-Museum einer Künstlerin, die den Besuchern aus verschiedenen Gruppen-ausstellungen der letzten Jahre bereits bekannt ist, jetzt eine Einzelausstellung. So waren  Arbeiten von ihr beispielsweise erst 2016 in der Ausstellung »›Entartete Kunst‹. 
Werke aus der Sammlung Gerhard Schneider« zu sehen. Die aktuelle Ausstellung präsentiert, bis auf wenige Ausnahmen, Arbeiten aus dem umfangreichen Nachlass der Künstlerin. Nach einem bewegten Leben, das in hohem Maße beeinfl usst war von der wechselhaf-ten Zeitgeschichte, verstarb Erna Schmidt-Caroll 1964 im Kreise Ihrer Familie in München.

Das Kallmann-Museum gehört zu den besonderen Kleinoden in der oberbayerischen Museumslandschaft. Idyllisch im alten Schlosspark von Ismaning gelegen, ist es ein ideales Ausflugsziel für alle Kunstbegeisterten. Nur gute 20 Minuten mit der S-Bahn vom Marienplatz entfernt, lässt sich das Kallmann-Museum von München aus auch bequem mit dem Fahrrad über die schöne Strecke entlang der Isar erreichen. Weitere lohnende Ziele im Schlosspark sind das Schloss museum sowie die Galerie im Schlosspavillon. Ein uriger Biergarten sowie mehrere Wirtshäuser und Restaurants in unmittelbarer Nähe las-sen auch kulinarisch keine Wünsche offen.
Das Kallmann-Museum wurde 1992 gegründet und  ist im Nachbau einer klassizistischen Orangerie aus dem frühen 19. Jahr-hundert untergebracht. Das Museum ist dem Werk des Malers Hans Jürgen Kallmann (1908 –  1991) gewidmet, das regelmäßig in umfangreichen Präsentationen vorgestellt wird. Daneben werden jährlich  mehrere  Ausstellungen  moderner  und  zeitgenössischer  Kunst gezeigt.

Kallmann-Museum
Ismaningschloßstr. 3b
85737 Ismaning

Abbildungen:

- Erna Schmidt-Caroll, Reisende, 1955, Tempera-Mischtechnik, 43,5 x 56 cm, Nachlass Erna Schmidt-Caroll

- Erna Schmidt-Caroll, Talkessel im Herbst, um 1955, Tempera-Mischtechnik, 38 x 54 cm, Nachlass Erna Schmidt-Caroll
Start: Freitag 19.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.01.2018
Dachau Bezirksmuseum: 500 Jahre Reformation
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Bezirksmuseum Dachau

500 Jahre Reformation
Zur Geschichte der Protestanten im Dachauer Land

19. Mai 2017 bis 28. Januar 2018

Die öffentliche Kritik Martin Luthers an den kirchlichen Missständen, insbesondere am Ablasshandel, verbreitete sich infolge der Erfindungen im Buchdruck im ganzen deutschsprachigen Raum wie ein Lauffeuer. Sie traf den Nerv der Menschen und stieß zunächst auch in Bayern auf Sympathien.
Die Bauern im Landgericht Dachau blickten über den Lech auf die blutigen Kämpfe ihrer unterdrückten Standesbrüder. Auch in den Hofmarken und Klöstern gärte es: 1528 wurden die adeligen Brüder Augustin und Christoph Perwanger, Anhänger der Täufer-Bewegung und Hofmarkbesitzer von Günzlhofen und Vogach, als Ketzer hingerichtet. Im Kloster Altomünster begeisterte sich Johannes Hausschein, genannt Oecolampadius für die reformatorische Sache und auf Schloss Odelzhausen finden wir in Johannes Mathesius, den ersten Biografen Martin Luthers.
Was als Widerspruch begann, endete mit der Abspaltung der evangelischen Kirche. Doch Bayern blieb gemäß dem Grundsatz cuius regio, eius religio katholisch. Erst in Folge des Religionsedikts von 1803 wanderten protestantische Familien aus der Pfalz ins Dachauer Land ein. Barbara Strohms Tagebuch verrät, wie sie sich fühlte, als sie zusammen mit ihren Eltern 1819 Wagenried im Landgericht Dachau erreichte: in einem fremden Land und nicht katholisch. Damals entstanden in Kemmoden und Lanzenried die ersten evangelischen Kirchenbauten. Doch war der Weg zum toleranten Miteinander nicht selten mühevoll. Man wolle wohl auch lieber ächt katholische Dornen, Disteln und Sümpfe, als ketzerische Wiesen und Futterkräuter haben, vermutete der Protestant Friedrich Nicolai auf seiner Reise durch das Bayernland im Jahr 1781.
Schließlich wurde durch die gewaltigen Flüchtlings- und Vertriebenenströme nach dem Zweiten Weltkrieg die konfessionelle Spaltung allerorten greifbar. In Dachau und Karlsfeld machten die Protestanten nun fast ein Viertel der Bevölkerung aus. Wie aber erging es den andersgläubigen Fremden, wie den alteingesessenen Katholiken? Zuwanderung, Vorurteile, Ausgrenzung und Integration fanden damals statt.
Die Ausstellung geht der regionalen Historie mit vielen interessanten Objekten nach, darunter Ablassbriefen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, einer frühen Ausgabe der Lutherbiografie von Johannes Mathesius aus dem Jahr 1570 und Filmausschnitten über die protestantischen Neusiedler aus der Pfalz.
Zu Beginn der kalten Jahreszeit wird die Ausstellung um das Thema ›Protestantische Weihnachtszeit‹ ergänzt.
Zur Ausstellung erscheint ein informativer Begleitband.


Bezirksmuseum Dachau
Augsburger Straße 3
85221 Dachau
Start: Dienstag 30.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 17.09.2017
München Lenbachhaus: After the Fact. Propaganda 2001-2017
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After the Fact. Propaganda 2001-2017

Die beste Propaganda erscheint im Gewand der Entertainments.
(N.J. O'Shaughnessy)

Mit dem 21. Jahrhundert beginnt eine neue Ära politischer Propaganda. Geopolitische Ereignisse wie der 11. September, der von Georg W. Bush erklärte War on Terror, die Einführung der Gemeinschaftswährung der Europäischen Union und die Kriege im Nahen Osten haben über die Jahre zu verhärteten Fronten geführt: Okzident und Orient, Freiheitsk ämpfer und Terroristen, Wutbürger und Lügenpresse, die Europäische Union als Wunschziel (für Migranten aus kriegsversehrten und ärmeren Ländern) und Fluchtgrund zugleich (Brexit) ­­ diese und andere polarisierende Kategorien prägen seitdem die politische Diskussion. Propaganda als strategische Praxis der Kommunikation und Einflussnahme ist in aktuellen gesellschaftlichen Prozessen allgegenwärtig. Dennoch wird der Propagandabegriff heute zumeist gebraucht, um historische Phänome oder Missstände 'anderswo' zu bezeichnen. Euphemismen wie "strategische Kommunikation", »politisches Management« oder schlicht »Marketing« werden in westlichen Demokratien anstelle des negativ besetzten Ausdrucks verwendet, um Methoden unterschiedlich gearteter Meinungsmache zu umschreiben. Künstler*innen finden verschiedene Wege des Umgangs mit Propaganda. Sie adaptieren ihre historische Formensprache, karikieren oder fiktionalisieren politische Täuschungsmanöver und sehen sich zugleich mit neuen Tendenzen konfrontiert, die ihre Kunst zu instrumentalisieren suchen. Anhand von künstlerischen Positionen sowie tagespolitischer Berichterstattung beabsichtigt After the Fact, Propaganda in ihren Verfahren und Zielen im Hier und Jetzt zu lokalisieren und als Konzept neu zubeleuchten.
Begleitend zur Ausstellung findet in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen ein Veranstaltungsprogramm statt.
Mit Coco Fusco, Alfredo Jaar, Carlos Motta, Khalil Rabah, Aura Rosenberg, Sean Snyder, Franz Wanner, u.a.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Luisenstraße 33
80333 München

Fotos:
1. Coco Fusco
A Room of One's Own: Women and Power in the New America (Ein eigenes Zimmer: Frauen und Macht im Neuen Amerika)
Performance, Whitney Biennial 2008
Photo Eduardo Aparicio. Courtesy der Künstlerin und Alexander Gray Associates / Courtesy the artist and Alexander Gray Associates
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2017

2. Coco Fusco
A Room of One's Own: Women and Power in the New America (Ein eigenes Zimmer: Frauen und Macht im Neuen Amerika)
Performance, Whitney Biennial 2008
Photo Eduardo Aparicio. Courtesy der Künstlerin und Alexander Gray Associates / Courtesy the artist and Alexander Gray Associates
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2017
Start: Freitag 02.06.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 01.10.2017
Landsberg Museum: Servus Transall! Zum Abschied der Luftwaffe in Penzing
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Ausstellung 02.06. – 01.10.2017

Ein Kapitel Luftfahrtgeschichte geht zu Ende. Seit 1971 startet die Transall vom Heimatflughafen Penzing aus in weltweite Einsätze. Die Ablösung durch ein neues Flugzeugmuster beendet die tägliche Präsenz der Transall im Luftraum der Stadt Landsberg und die Geschichte des Lufttransportgeschwaders 61 in der Region.

Die Soldaten des Geschwaders berichten von ihrer Arbeit in einem fliegenden Verband. Objekte der Luftwaffe verdeutlichen den Arbeitsalltag und erzählen tragische und berührende Geschichten: wie die Dankschreiben aus Bergrettung oder das Wrackteil einer verunglückten Transall. Technikfreaks können sich ins Cockpit setzen oder das Schnittmodell eines Transall-Fahrwerks studieren. Auf den Führungen am Fliegerhorst bietet sich den Besuchern eine der wenigen Gelegenheiten, eine Transall zu besichtigen, bevor die letzten verbliebenen Maschinen den Fliegerhorst Penzing im Herbst verlassen.

Museum Landsberg
Von-Helfenstein-Gasse 426
86899 Landsberg
Start: Freitag 02.06.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 05.11.2017
München Literaturhaus: OSKAR MARIA GRAF - Rebell, Weltbürger, Erzähler
OSKAR MARIA GRAF
Rebell, Weltbürger, Erzähler

Zum ersten Mal seit über 20 Jahren ist er mit einer großen Schau in München neu zu entdecken: Oskar Maria Graf (1894–1967), der Rebell, Weltbürger und große Erzähler. Im Mittelpunkt seines Schreibens und unserer Ausstellung: die Zeit des Exils und die Frage nach der »wahren Heimat«.
Schreiben war für Graf ein politischer Akt, ob in München, Wien, Brünn oder New York, wo er über 30 Jahre seines Lebens verbrachte. Sein Hauptwerk »Das Leben meiner Mutter«, von Thomas Mann als »einzigartiges Monument der Liebe und der Pietät« gepriesen, ist dort entstanden. Als Erzähler beschwört
er Landschaften der Erinnerung; in seiner Überzeugung gegen jede Art von Ideologie steht Graf fest wie ein Baum, sein Leben lang. Ein Baum bildet daher das Zentrum der der Ausstellung.

Flucht, Exil, Aufbrechen, Ankommen – diese großen Themen spiegelten sich in den beeindruckenden und berührenden Fotografien von Herlinde Koelbl. Sie zeigt Geflüchtete nach ihrer Ankunft in Deutschland, Italien oder Griechenland, zeigt Aufnahmen des Wartens, des Sich-Einrichtens in einer unbestimmt langen Zwischenzeit.

Und auch unsere neue Ausstellung beschäftigt sich mit diesen Themen, denn die Lebensgeschichte des bayerischen Rebellen Oskar Maria Graf (1894–1967) ist eine Geschichte der Emigration. Seine langjährige Staatenlosigkeit und sein Rückzug in die sprachliche Isolation bieten Anknüpfungspunkte für die heutigen weltpolitischen Fragen nach Flucht und Asyl.
Die Ausstellung zeigt Oskar Maria Graf als internationalen und modernen Schriftsteller. Im Mittelpunkt steht sein Leben und Schreiben in den Jahren des Exils und die Frage nach der »wahren Heimat«. Oskar Maria Graf und seine Frau Mirjam lebten von 1933 bis 1938 in Wien und Brünn und ab 1938 in New York. Schreiben war für Graf ein politischer Akt. Sein Hauptwerk »Das Leben meiner Mutter«, von Thomas Mann als »einzigartiges Monument der Liebe und der Pietät« gepriesen, ist in New York  entstanden. Als Erzähler beschwört er Landschaften der Erinnerung; in seiner Überzeugung gegen jede Art von Ideologie steht Graf fest wie ein Baum, sein Leben lang. Ein Baum bildet daher das Zentrum der der Ausstellung.

Der Besucher folgt bei seinem Weg durch die Ausstellung den Stationen einer Emigration. Begleitet von Oskar Maria Grafs biografischem Weg, werden die in den jeweiligen Phasen wichtigen Themen inszeniert. Die Räume und Denkbilder ermöglichen eine überzeitliche Auseinandersetzung mit den großen Konzepten Politik, Vernetzung, Erinnerung, Sprache und Heimat. Zugleich entfaltet das erzählerische Werk Oskar Maria Grafs seine ganze Kraft, indem die Themen anhand von literarischen Werken versinnbildlicht werden. Neben den politischen Artikeln und der Lyrik sowie dem New York Roman »Flucht ins Mittelmäßige« nimmt der große autobiografische Roman »Das Leben meiner Mutter« eine zentrale Rolle ein.

Eine Ausstellung des Literaturhauses München in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek und der Monacensia
Kulturpartner: Bayerischer Rundfunk
Leitung Literaturhaus: Tanja Graf
Kuratorinnen: Laura Mokrohs und Karolina Kühn
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Elisabeth Tworek, Prof. Waldemar Fromm, Prof. Wilfried F. Schoeller
Gestaltung und Szenografie: unodue{ münchen
Audiobegleitung: Friedrich Ani
Filmberatung: Andreas Ammer

Mit freundlicher Unterstützung durch die Freunde und Förderer des Literaturhauses München

Mo-Mi & Fr 11-19 Uhr
Do 11-21.30 Uhr
Sa/So/Feiertage 10-18 Uhr
Start: Donnerstag 22.06.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 24.09.2017
Fürstenfeldbruck Kunsthaus: Graphzines aus dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte
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Graphzines aus dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte
„New Lung Seeded Inside“ Installation von Stéphane Blanquet
Museum Fürstenfeldbruck und Zentralinstitut für Kunstgeschichte München
Donnerstag, 22. Juni bis Sonntag, 24. September 2017

Mit der Ausstellung „Graphzines“ zu französischen Künstlerpublikationen leistet das Museum Fürstenfeldbruck zusammen mit dem Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) Pionierarbeit: Zum ersten Mal überhaupt werden französische Graphzines in einem Museum
in Deutschland zu sehen sein. Über 100 Werke aus der bedeutenden Graphzines-Sammlung
der Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte laden ab Donnerstag, 22. Juni 2017 ein
zur Entdeckung einer künstlerischen Szene, die seit der Mitte der 1970er abseits des großen Kunstbetriebes besteht und bis heute in immer neuen Formen lebendig ist. Begleitend zur Bücherausstellung zeigt Stéphane Blanquet (Paris), einer der wichtigsten Künstler der Szene,
auf rund 250m² Quadratmetern die begehbare Installation „New Lung Seeded Inside“, die
als begehbares Buch konzipiert ist.

Graphzines
Graphzines sind graphische, figurative Künstlerpublikationen, die eng mit dem alternativen Comic strip und den Fanzines verbunden sind. Sie werden in der Regel in kleineren Auflagen hergestellt,
oft im Siebdruckverfahren, und bei spezialisierten Buchhandlungen, Galerien und Festivals angeboten. Das formale Spektrum reicht vom fotokopierten Zine bis zu großformatigen serigraphischen Meisterleistungen und Unikaten.
Die Ausstellung über Graphzines liegt im Trend. Zahlreiche Ausstellungen über Comics, darunter umfangreiche Schauen wie Pioniere des Comic in der Schirn Kunsthalle Frankfurt 2016 und Comics! Mangas! Graphic Novels! in der Bundeskunsthalle Bonn 2017 zeigen, dass der Comic und verwandte Genres nicht mehr als Produktionen einer Subkultur gelten, sondern als bedeutende kulturelle Medien wahrgenommen werden.
Vorgestellt werden einige der wichtigsten Künstler bzw. Künstlerproduzenten von den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Im Fokus steht die französische Szene
der achtziger und neunziger Jahre, die große, prägende Zeit der Graphzines. Folgende Namen strukturieren die Ausstellung: Bazooka, Elles sont de sortie (mit Pascal Doury und Bruno Richard),
Le Dernier Cri (Pakito Bolino), Stéphane Blanquet (Chacal Puant / United Dead Artists), ferner Y5P5, Pierre La Police, Philippe UG (CBO éditions), Thierry Guitard, Blexbolex und Charles Burns als Repräsentant der angloamerikanischen Verbindungen. Seltene Plattenhüllen erinnern an die enge Verbindung der graphischen mit der musikalischen Szene. Werbegraphiken, Pop-up-Bücher, Jugendbücher und Graphic Novels verdeutlichen, dass die Graphikkünstler verschiedenste Formate nutzen. Einige sind bereits einem größeren Publikum bekannt (Stéphane Blanquet, Blexbolex, Charles Burns, Kiki Picasso, Philippe UG).

Die Installation
Der 1973 geborene französische Künstler Stéphane Blanquet zählt zu den wichtigsten Vertretern
der internationalen Comic-Avantgarde. Als Schöpfer und Produzent von Graphzines begann er seine künstlerische Laufbahn in den späten achtziger Jahren. Mit seiner Produktionsstruktur United Dead Artists ist er heute einer der bedeutendsten Verleger französischer und internationaler graphischer Künstlerpublikationen. Einem größeren Publikum wurde er durch seine unverwechselbaren Kinderbücher und graphischen Erzählungen in Scherenschnitt-Technik, seine Presseillustrationen und seine Zeichentrick-Kurzfilme für Canal+ bekannt. Großformatige Wandmalereien schuf er 2008
in den Gewölben der KABINETTpassage im Wiener Museumsquartier. Seit vielen Jahren entwirft er für den Theaterregisseur Jean Lambert-wild Bühnenbilder und Kostüme, zuletzt für dessen spektakuläre Inszenierung von Shakespeares Richard III. am Théâtre de l’Union Limoges. Blanquet ist multimedial tätig, er produziert Lithographien, Tapisserien, Porzellan - und Bronzeplastiken sowie elektronische Graphik und Musik. Umfangreich Installationen waren im Kunstmuseum Singapur 2012 und 2016 im Centre Georges Pompidou in Paris zu sehen.
New Lung Seeded Inside ist Blanquets erste Installation in Deutschland. Sie ist als begehbares monumentales Buch angelegt, das im Innern die Fantasiewelt Blanquets sinnlich überwältigend zur Anschauung bringt und gleichzeitig den Anstoß dafür geben will, Graphzines als künstlerisches Medium in die Zukunft zu tragen.
Die Sammlung des ZI
Mit mehr als 1.800 Titeln besitzt die Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte (ZI)
in München die umfangreichste Sammlung französischer Graphzines außerhalb Frankreichs.
Sie wurde seit einem 2013 in Paris erfolgten Ankauf eines größeren Bestandes kontinuierlich ausgebaut. Eine auf der ZI-Sammlung beruhende Publikation zum Thema ist in Vorbereitung
und soll 2018 erscheinen (Verlag der Buchhandlung Walther König).
Künstlerbücher im Museum Fürstenfeldbruck
Mit der Ausstellung knüpft das Museum Fürstenfeldbruck an zwei erfolgreiche Künstlerbuch – Präsentationen an: „Künstlerbücher. Die Sammlung Reinhard Grüner“ (2004) und „ Freundschaften und tiefe Einblicke in die Zeit. Künstlerbücher aus der Sammlung Reinhard Grüner“ (2015/16).

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation.

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Abbildungen:

- Blexbolex (*1966): Cahier de Jef. - Selbstverlag, 1992. - 9 Blätter, 38 x 30 cm, Serigraphie, Fadenbindung, Auflage 35 Exemplare. (Foto: Wolfgang Pulfer)

- Thierry Guitard (*1966): 2ème round. - Paris: Monotrash Édition, 1997. - 8 Blätter, 21 x 14,7 cm, Serigraphie, Auflage: 100 Exemplare, nummeriert und signiert. (Foto: Wolfgang Pulfer)

- Thierry Guitard (*1966): Fantastik. - Liancourt: CBO éditions, 1998. - 9 Blätter in Leporellofaltung, 21 x 21 cm, Serigraphie. (Foto: Wolfgang Pulfer)

- Stéphane Blanquet, (*1973): Ame Chimique. Paris 2015. 27 x 39 cm, Mischtechnik auf Papier.
(Foto: Stéphane Blanquet)
Start: Dienstag 31.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.04.2018
München Lenbachhaus: Gabriele Münter
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Gabriele Münter Gasse in Tunis, 1905 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Gabriele Münter Abstrakt, 1914 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Gabriele Münter Buddha-Legende, 1931 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.
Gabriele Münter

Bevor Gabriele Münter sich der Malerei zuwandte, hatte sie bereits fotografiert, um 1900 und zwar
zum ersten Mal in den USA. Bald wird sie anfangen zu malen, fast täglich, ihr Leben lang. Und Gabriele Münter geht ins Kino! Sie war eine offene und experimentierfreudige Künstlerin, vieles, was sie geleistet hat, ist bisher nur wenig wahrgenommen worden, weil ihr Werk meist durch den engen Fokus ihrer Biografie und ihrer Beziehung zu Kandinsky interpretiert wurde.
Bis heute sind daher fast nur ihre Bilder aus der Zeit des »Blauen Reiter« im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen. Und so ist der Name Münter vorwiegend mit dem deutschen Expressionismus assoziiert, mit Murnau und dem Münter­ Haus. Münters Werk ist jedoch deutlich facettenreicher, fantasievoller und stilistisch breitgefächerter als bisher bekannt. Mit der ihr im Lenbachhaus gewidmeten Ausstellung wollen wir diese reduzierte Rezeption ihrer Arbeit erweitern. Wir wollen die Komplexität und Eigenständigkeit von Münters Schaffen anhand kunsthistorischer Fragen sichtbar machen und neu bewerten.
Im Mittelpunkt der Schau wird ihr malerisches Oeuvre stehen, welches in verschiedenen thematischen Sektionen präsentiert wird. Von den klassischen Gattungen wie Porträt und Landschaft über Interieur, Abstraktion bis hin zum »Primitivismus« werden wir das reiche Gesamtwerk der Künstlerin vorstellen.
Da Münter ihre künstlerische Laufbahn mit der Fotografie begann, was nachhaltige Spuren in ihrer Malerei hinterließ, werden wir auch eine kleine Sektion dieser Technik widmen. Wir zeigen daher Fotografien, die sie 1899/­1900 während ihrer Reise in die USA geschaffen hat. Zudem wird ihr frühes Interesse für das neue Medium »Film« durch Filmstationen dokumentiert. Ein großer Teil der 130 Gemälde in der Ausstellung wurde noch nie oder letztmals vor Jahrzehnten der Öffentlichkeit präsentiert. Er stammt aus dem Nachlass der Künstlerin, der sich inder Gabriele Münter­ und Johannes Eichner ­Stiftung befindet. Diese Werke werden durch internationale und selten ausgestellte Leihgaben ergänzt.
Die Ausstellung wird durch die Städtische Galerie im Lenbachhaus und durch die Gabriele Münter­ und Johannes Eichner­ Stiftung erarbeitet und findet anlässlich des 140. Geburtstags von Gabriele Münter und des 60. Jubiläums ihrer Schenkung 1957 von Werken der Blaue Reiter ­Künstler an das Lenbachhaus statt.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
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