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Start: Freitag 05.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.01.2018
München Haus der Kunst: Thomas Struth: Figure Ground
Bilder
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Thomas Struth: Figure Ground

Haus der Kunst
Ausstellung vom 05. Mai 2017 bis 07. Januar 2018

Die Übersichtsausstellung des wegweisenden deutschen Fotografen Thomas Struth (*1954) ist die bislang umfangreichste Präsentation seines genrebestimmenden ¼uvres. Sie umfasst vier Jahrzehnte und jede Phase seiner bedeutenden künstlerischen Karriere. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen dabei die Aspekte seiner gesellschaftlichen Interessen, die die wichtigsten Triebkräfte in Struths international einflussreicher künstlerischen Entwicklung darstellen. Von seiner ersten Serie Unbewusste Orte, die 1987 publiziert wurde, bis zu seinen jüngsten Arbeiten, die sich mit Wissenschaft und Technologie in einer globalisierten Welt befassen, entfaltet Struths Arbeit ihre eigene analytische Qualität – durch seine Themenwahl, deren fotografische Umsetzung und die Arten der Präsentation. Befragt werden die Relevanz des öffentlichen Raums und die Transformation der Großstadt, der Faktor des sozialen Zusammenhalts durch familiäre Solidarität, die Bedeutung der Beziehung zwischen Natur und Kultur und die Grenzen und Chancen neuer Technologien. Weiterhin sind Struths Zielsetzungen durch einen teilhabenden Impuls charakterisiert, da seine Bilderfindungen und Bildstrategien auf der Basis kollektiven Wissens individuelle Interpretationen zulassen. Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal frühe Arbeiten sowie Ressourcen zu Struths Themen, die er über Jahrzehnte gesammelt hat, die Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers vermitteln. Zusammen mit den Fotografien beleuchtet dieses Material die über lange Zeit bestehenden Interessen, die den verschiedenen Serien zugrunde liegen, und zeigen den Prozess der künstlerischen Umsetzung bis zur Fertigstellung des Bildes. Mit rund 130 Werken, zwei Mehrkanal-Videoinstallationen und einer Auswahl von Archivmaterial liefert die Ausstellung im Haus der Kunst den bislang vollständigsten Überblick über Struths künstlerische Entwicklung bis zum heutigen Tag. Seine frühen Ideen werden mit bekannten Serien in Zusammenhang gebracht, darunter Straßen, Unbewusste Orte, Portraits, Museumsbilder, Paradise, und Audiences, die wiederum mit ortsspezifischen Arbeiten wie dem Löwenzahnzimmer in Dialog treten, Fotografien von Landschaften undBlumen für die Krankenzimmer der Klinik Lindberg imschweizerischen Winterthur. Weiterhin vertreten sind Fotografien, die vor kurzem in der Ausstellung Nature & Politics gezeigt wurden. Innerhalb dieses Wechselspiels wird durch die Fähigkeit des Künstlers, Analyse und individuelle Bildfindung in facettenreichen Werken und Techniken zusammenzuführen, eine übergreifende Idee erzeugt, wie den fundamentalen Belangen von heute zu begegnen ist.

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Bilder:

- Crosby Street, Soho, New York 1978
Silver gelatin print
66,0 x 84,0 cm
© Thomas Struth

- Kyoko und Tomoharu Murakami, Tokio, 1991
Chromogenic print
105,5 x 126,0 cm
© Thomas Struth

National Gallery 2, London 2001
Chromogenic print
148,0 x 170,4 cm
© Thomas Struth
Start: Freitag 19.05.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.01.2018
Dachau Bezirksmuseum: 500 Jahre Reformation
Bilder
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Bezirksmuseum Dachau

500 Jahre Reformation
Zur Geschichte der Protestanten im Dachauer Land

19. Mai 2017 bis 28. Januar 2018

Die öffentliche Kritik Martin Luthers an den kirchlichen Missständen, insbesondere am Ablasshandel, verbreitete sich infolge der Erfindungen im Buchdruck im ganzen deutschsprachigen Raum wie ein Lauffeuer. Sie traf den Nerv der Menschen und stieß zunächst auch in Bayern auf Sympathien.
Die Bauern im Landgericht Dachau blickten über den Lech auf die blutigen Kämpfe ihrer unterdrückten Standesbrüder. Auch in den Hofmarken und Klöstern gärte es: 1528 wurden die adeligen Brüder Augustin und Christoph Perwanger, Anhänger der Täufer-Bewegung und Hofmarkbesitzer von Günzlhofen und Vogach, als Ketzer hingerichtet. Im Kloster Altomünster begeisterte sich Johannes Hausschein, genannt Oecolampadius für die reformatorische Sache und auf Schloss Odelzhausen finden wir in Johannes Mathesius, den ersten Biografen Martin Luthers.
Was als Widerspruch begann, endete mit der Abspaltung der evangelischen Kirche. Doch Bayern blieb gemäß dem Grundsatz cuius regio, eius religio katholisch. Erst in Folge des Religionsedikts von 1803 wanderten protestantische Familien aus der Pfalz ins Dachauer Land ein. Barbara Strohms Tagebuch verrät, wie sie sich fühlte, als sie zusammen mit ihren Eltern 1819 Wagenried im Landgericht Dachau erreichte: in einem fremden Land und nicht katholisch. Damals entstanden in Kemmoden und Lanzenried die ersten evangelischen Kirchenbauten. Doch war der Weg zum toleranten Miteinander nicht selten mühevoll. Man wolle wohl auch lieber ächt katholische Dornen, Disteln und Sümpfe, als ketzerische Wiesen und Futterkräuter haben, vermutete der Protestant Friedrich Nicolai auf seiner Reise durch das Bayernland im Jahr 1781.
Schließlich wurde durch die gewaltigen Flüchtlings- und Vertriebenenströme nach dem Zweiten Weltkrieg die konfessionelle Spaltung allerorten greifbar. In Dachau und Karlsfeld machten die Protestanten nun fast ein Viertel der Bevölkerung aus. Wie aber erging es den andersgläubigen Fremden, wie den alteingesessenen Katholiken? Zuwanderung, Vorurteile, Ausgrenzung und Integration fanden damals statt.
Die Ausstellung geht der regionalen Historie mit vielen interessanten Objekten nach, darunter Ablassbriefen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, einer frühen Ausgabe der Lutherbiografie von Johannes Mathesius aus dem Jahr 1570 und Filmausschnitten über die protestantischen Neusiedler aus der Pfalz.
Zu Beginn der kalten Jahreszeit wird die Ausstellung um das Thema ›Protestantische Weihnachtszeit‹ ergänzt.
Zur Ausstellung erscheint ein informativer Begleitband.


Bezirksmuseum Dachau
Augsburger Straße 3
85221 Dachau
Start: Dienstag 01.08.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 07.01.2018
München Jüdisches Museum: Never Walk Alone - Jüdische Identitäten im Sport
Bilder
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Ausstellung vom 15. April 2017 bis 07. Januar 2018

Ernst Emanuel Simon verließ den Berliner Sport Club nach antisemitischen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg. Er trat 1918 dem Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba bei. Neben seinem Medizinstudium in Würzburg wurde er 1919 Berlin-Brandenburgischer Meister sowie 1921 Bayerischer Meister im 800-Meter-Lauf. Er war Mitbegründer des Makkabi-Weltverbandes und wanderte 1924 nach Palästina aus. Dort setzte er sich für die Institutionalisierung des Sportunterrichtes ein. Er war Mitorganisator der ersten Makkabiade 1932, den ersten jüdischen Weltsportspielen in Palästina. Vor allem war er ein Pionier der Sportmedizin. Sein Foto beim Zieleinlauf im August 1919 ist das Eröffnungsbild der Ausstellung Never Walk Alone. Jüdische Identitäten im Sport.In den beiden Ausstellungsebenen positionieren sich Sportlerinnen und Sportler und Fans jüdischer Herkunft in der Sportarena. Die Konzentration auf einzelne Biografien erlaubt es einerseits, die Selbstwahrnehmung der Sportlerinnen und Sportler zu betrachten und andererseits auch Zuschreibungen von außen offenzulegen. Die Anfänge der Sportbegeisterung sind ebenso Thema wie die facettenreichen 1920er Jahre sowie Ausgrenzung und Verfolgung während des Nationalsozialismus. Der Bogenwird von jüdischen Überlebenden in den Displaced-Person Camps der deutschen Nachkriegszeit über sportliche Positionierungen von Deutschen jüdischer Herkunft in der Emigration gespannt; bis hin zu athletischen Leistungen, die in den letzten Jahren Beiträge zum lokalen Sportgeschehen liefern.Der Titel der Ausstellung Never Walk Alone ist inspiriert von dem Lied You'll Never Walk Alone, das ursprünglich für das Musical Carousel geschrieben wurde. Der Liedtexter Oscar Hammerstein II. und der Komponist Richard Rodgers, übrigens beide jüdisch-amerikanischer Herkunft, vermitteln hierin Zugehörigkeit, Motivation, Trost und Unterstützung für die Protagonistin. In den Sportarenen ist die Idee der Singenden — inzwischen nicht mehr nur beim FC Liverpool — vergleichbar.

Jüdisches Museum München
St.-Jakobs-Platz 16
80331 München

Fotos:
- Der Läufer Ernst E. Simon | Berlin, um 1919 | Familie Simon, Israel
- Die Ringer Julius (links) und Hermann Baruch vor der Sammlung ihrer Medaillen, Pokale und Urkunden | Bad Kreuznach, um 1927 | Baruch-Archiv, Wiesbaden
Start: Donnerstag 03.08.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 03.12.2017
Rosenheim: PHARAO - LEBEN IM ALTEN ÄGYPTEN
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Ausstellung vom 24. März bis 03. Dezember 2017

Zwischen Menschen und Göttern, zwischen Himmel und Erde. Gewaltige Grabanlagen und steinerne Monumente königlicher Allmacht, die den Himmelsaufstieg des Pharaos und seine Eingliederung in den Kreislauf der Sonne symbolisieren. Hier lebten Menschen, die arbeiteten und feierten, an Kulten und Kriegen teilnahmen, liebten und litten, Kinder zeugten und starben.

Vom 24. März bis 03. Dezember 2017 dreht sich im AUSSTELLUNGSZENTRUM LOKSCHUPPEN in Rosenheim alles um die legendären Pharaonen und ihr Reich, das Alte Ägypten. Die Ausstellung eröffnet einen neuartigen Blick auf die älteste Hochkultur der Welt.

Was hielt diese Gesellschaft über Jahrtausende zusammen? Wer erkämpfte Ägyptens Größe? Wer baute die monumentalen Grabanlagen, Tempel und Paläste?

Über 300 originale, bis zu 4.500 Jahre alte Artefakte vermitteln eine einmalige „Aura“ der Geschichte‍‍(n). Detailgetreue Modelle und spannende Medienstationen machen das Leben im Alten Ägypten erfahrbar. Erleben Sie eine Kultur, die im Kreislauf von fruchtbarer Überschwemmung und sengender Trockenheit, in Zeiten des Umbruchs und des Aufstiegs über sich hinaus wuchs.

Lüften Sie die Geheimnisse. Erleben Sie die Faszination. Entdecken und verstehen Sie die mächtige Welt der Pharaonen.

Eine Ausstellung der VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizeaus-Museum Hildesheim, dem Universitätsmuseum Aberdeen und MuseumsPartner  Die Kunstspedition.


Ausstellungszentrum Lokschuppen | Rathausstr. 24 | 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 18 Uhr | Sa, So, Fei: 10 – 18 Uhr
Information und Buchung: Tel.: 08031 365 9036 | E-Mail: lokschuppen@vkr-rosenheim.de
www.lokschuppen.de

Fotos:
Kopf eines Königs
Basalt, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statue des sitzenden Nefer-ihi
Rosengranit, Altes Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Relief eines stehenden Mannes mit Stabstrauß
Kalkstein, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Statuetten des Amenophis III. und der Teje
Ebenholz und Gold, Neues Königreich
Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Foto: Andreas Jacob

Bronzefigur einer Katze
Bronze, Spätzeit
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob

Statuette einer Frau
Holz, Altes Königreich
King’s Museum, University of Aberdeen, © Foto: Andreas Jacob
Start: Freitag 15.09.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.03.2018
München Haus der Kunst: Oscar Murillo & Polina Kanis
Bilder
Bilder
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Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation

Kapsel 08 / Polina Kanis
The ProcedureMünchen

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 18. März 2018

Vom 15. September 2017 bis zum 18. März 2018 zeigt das Haus der Kunst die vierte Ausgabe seiner Kapsel-Ausstellungen. Diese Reihe eröffnet Einblicke in gegenwärtige künstlerische Produktionen und Methoden. Sie bietet jungen, international aufstrebenden Künstlern mit einer markanten konzeptuellen Vision die Gelegenheit, eine neue Arbeit zu entwickeln und vorzustellen. In diesem Herbst wurden der aus Kolumbien stammende, in London lebende Künstler Oscar Murillo (*1986) und die derzeit in Amsterdam lebende, russische Künstlerin Polina Kanis (*1985) eingeladen. 

Oscar Murillo
In nur wenigen Jahren hat Oscar Murillo eine der aufregendsten Positionen der Gegenwartskunst entwickelt. Seine ursprüngliche Fokussierung auf die Malerei hat er durch die Integration von Videos, Zeichnungen, Drucktechniken, Skulptur, installativen und performativen Elementen wesentlich erweitert.  Aufsehen erregend war seine Installation „Signalling devices in now bastard territory“ auf der 56. Biennale von Venedig (2015). Dort verhängte er den Zentralpavillon mit einer Reihe schwerer schwarzer Leinwände. Diese waren im selben Jahr erstmalig bei einer Präsentation in Bogotá aufgetaucht. Raumgreifend und extrem dicht, bestehen diese Installationen aus schweren, teilweise zerrissenen und wieder zusammengenähten Leinenstoffen, beidseitig mit schwarzer Ölkreide und Ölfarbe bemalt. Sie sind auf Stahlkonstruktionen drapiert, die an Obduktionstische oder an die Gerüste von Stockbetten erinnern, oder wie an Wäscheleinen aufgehängt, die den Raum ihrerseits neu ordnen. Historische, ökonomische, gesellschaftliche und philosophische Assoziationsfelder sind gegenwärtig: Waagen, die an industriell gefertigten Haken montiert sind, repräsentieren ein System des Messens; ein Gemisch aus Ton und Mais setzt skulpturale Akzente, Lebenszeichen ähnlich. Boden, Wände und Blickachsen verbinden sich zu einer vibrierenden Raumkonstellation. 

Polina Kanis

Für ihre Ausstellung im Haus der Kunst hat Polina Kanis erstmals eine Dreikanalinstallation geschaffen. Damit erweitert sie ihre bisherige filmische Praxis.  Die Protagonisten von Polina Kanis' bisherigen Filmwerken bewohnen geschlossene räumliche Systeme. Sie führen automatisierte und ritualisierte Handlungen aus, die von einer unsichtbaren Instanz gelenkt zu sein scheinen. Mit dieser Art Mikrokosmos drückt Polina Kanis ihr Interesse daran aus, wie architektonische Gegebenheiten Machtstrukturen begünstigten, Menschen beeinflussen und sogar pervertieren. Bereits in ihrem 2016 realisierten Projekt „The Shift“ diente ein Museumsgebäude als Ausgangspunkt für Reflexionen über Gemeinschaft und Isoliertheit. Auch in ihrer eigens für das Haus der Kunst neu geschaffenen Installation „The Procedure“ ist das Gebäude ein Museum, doch diesmal liegt es in Trümmern – es fiel einer nicht genauer benannten Katastrophe zum Opfer. Zwar werden Maßnahmen angestrengt um herauszufinden, was geschehen ist, doch bleiben diese vage und stumm. Alle Befragten antworten mit demselben Satz: „Ich habe nichts gesehen.“  Der Film führt den Betrachter in eine geteilte Welt. Das ehemalige Museum und der umgebende Wald sind zum Sperrgebiet geworden, die Zone und ihre Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Die Personen dürfen die andere Seite erst nach einem Verhör an der Grenze betreten, und vielleicht auch nur dann, wenn sie Artefakte aus dem Museum - die sie ausgegraben, gesammelt undherausgeschmuggelt haben –, zum Tausch anbieten.

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN

Bilder:

- Polina Kanis
Celebration
2014
HD Video, Loop
13:27 Min
Courtesy of the artist

- Polina Kanis
Eggs
2010
HD Video
17:16 Min
Courtesy of the artist

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter
Start: Freitag 15.09.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Mittwoch 18.04.2018
München Haus der Kunst: Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst
Bilder
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Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 08. April 2018

„Again and Again“ veranschaulicht, wie formale und räumliche Strategien der Wiederholung – wie etwa Loop, Mehrkanal-installationen, Split Screen, mehrfache Perspektiven oder Experimente mit Serialität – das erzählerische Instrumentarium digitaler Videoarbeiten der 1990er- und 2000er-Jahre erweitert haben. Die hier versammelten Arbeiten beschäftigen sich mit einem zersplitterten Bild vom Selbst um die Jahrtausendwende. Ein deutliches Interesse an Entwürfen von individueller und kultureller Identität verbinden die Künstlerinnen und Künstler mit einem analytischen Blick auf die Massenmedien, Genderforschung, wissenschaftlichen Fortschritt sowie auf ihr eigenes Medium, den Film. Schon die ersten Beispiele von Videokunst aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren zeigen, wie dieses Medium von Anfang an mit Ideen des Selbst verbunden war. Die Beziehung zwischen dem gefilmten Objekt (oft der Künstler oder die Künstlerin selbst), der Kamera und dem Wiedergabe-Monitor bedeutete, dass die Künstler die Bilder, die sie schufen, simultan anschauen und sofort mit ihrem eigenen Abbild interagieren konnten. Das führte dazu, dass der Wiedergabe-Monitor oft in das Kunstwerk selbst integriert wurde: Künstler benutzten ihn wie einen Spiegel. Diese Verschmelzung der physischen Reflexion mit dem kognitiven Akt der Selbstreflexion hatte zur Folge, dass in der Videokunst der psychologische Zustand elementarer Bestandteil des Werks geworden ist. Um diese Verquickung von Psychologie und bewegtem Bild geht es in den Arbeiten von Kristin Lucas, Doug Aitken und Tracey Emin. In „The Interview“ führt Tracey Emin beispielsweise einen psychoanalytischen Dialog mit sich selbst, der als Gespräch zwischen zwei verschieden gekleideten Traceys inszeniert ist. Die eine Tracey, die auf der Couch sitzt, repräsentiert das Irrationale, während die zweite den Advocatus Diaboli spielt und eine rationalere Version der Ereignisse vorbringt; eine Anordnung, die eindeutig freudianischen Konzepten verpflichtet ist. 

Eine kritische Analyse der Verbindung zwischen persönlicher Identität und Massenmedien prägt mehrere Werke in der Ausstellung, die populärere Formen der Mainstream-Bildproduktion unter die Lupe nehmen: Kino, Fernsehen und Werbung. Mathilde ter Heijne und Candice Breitz verwenden beispielsweise gefundenes Filmmaterial und Sampling-Techniken, um zu zeigen, wie die Medien die Entwicklung der weiblichen Identität beeinflussen. Für die Arbeit „Becoming“ (2003) schlüpft Breitz in die Rolle weiblicher Hollywoodstars, um die abgenutzten Klischees weiblichen Verhaltens im Kino zu analysieren. Der Titel bezieht sich auf das Buch „Das Andere Geschlecht“ (1949), in dem Simone de Beauvoir die Theorie aufstellt, "man wird nicht als Frau geboren, man wird es", sowie auf die populäre MTV-Show „Becoming“, die ehrgeizigen Fans die Gelegenheit bot, Musikvideos ihrer Lieblingsstars nachzustellen. Beim Betreten des Raumes begegnet man einer Hollywoodschau-spielerin, z.B. Meg Ryan, Cameron Diaz oder Julia Roberts, die stereotype und sexistische Sprüche rezitiert, wie sie im Mainstream-Kino oft vorkommen. Umrundet man die Installation, sieht man, wie Breitz diese Szenen in Schwarzweiß nachspielt und dabei besonders auf Körpersprache und Mimik achtet. In Kombination mit ihrem Kurzhaarschnitt und ihrem strengen weißen Hemd stellt Breitz' Nachahmung dieser Gesten die Absurdität von Hollywoods Simplifizierungen des Weiblichen bloß.  Die Arbeiten von Cindy Sherman, Mark Leckey, Ryan Trecartin und Brice Dellsperger sind weitere Beispiele für das sich stets wandelnde Verständnis von Gender-Identität in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren. In der fortlaufenden Serie „Body Double“ (1995) stellt Dellsperger bekannte Filme nach, indem er sich auf einen einzigen oder wenige Protagonisten konzentriert, die dann mithilfe visueller Effekte zur Replik werden. Für „Body Double #17“ stellt er David Lynchs Kultfilm „Twin Peaks: Fire Walk with Me“ (1992) nach.

Dabei lässt er nur zwei Schauspielerinnen auftreten: zwei Schwestern, die sich zwar ähnlich sehen, aber keine eineiigen Zwillinge sind. Szene für Szene werden sowohl Männer- als auch Frauenrollen immer nur von diesen beiden Frauen gespielt; Erwartungen des Publikums werden enttäuscht, da ihm jegliche visuellen Gender-Codes verweigert sind. Im Ergebnis muss der Betrachter ihr „wahres Geschlecht“ mittels Verhaltensdynamik und Handlungen der Charaktere bestimmen. Ryan Trecartin erweitert das Genderspektrum in seiner Arbeit „What’s the Love Making Babies For“ (2003), die sich gegen heteronormative Modelle sexueller Identität und traditionelle Vorstellungen von Fortpflanzung stellt. Indem er eine alternative, "faggy gay"-Existenz vorstellt, bezieht Trecartin kritisch Stellung gegen das klassisch heterosexuelle Familienmodell mit seinen Konnotationen von Selbstoptimierung und Erfolg. Auch Matthew Barneys einflussreicher „Cremaster Cycle“ und Bjørn Melhus’ Achtkanal-Installation „Again and Again (the borderer)“ (1998) befassen sich mit der Biologie der menschlichen Fortpflanzung und gehen auf potenziell verheerende Folgen der Reproduktionstechnologie zum Klonen von Menschen ein. Mit diesen Momenten einer Spaltung oder Replikation des Selbst veranschaulicht die Ausstellung, wie Medien und gesellschaftliche Konstrukten wiederkehrende Identitätsmodelle zyklisch fortschreiben. Das Spektrum von Konzepten des Selbst in „Again and Again“ reicht von Autobiografie und Geständnis (etwa bei Leckey oder Emin) über das Typologische bis hin zum Schematischen (wie bei Sherman oder Melhus). Indem die Arbeiten unterschiedliche Entwürfe persönlicher Identität zwischen Subjekthaftigkeit und Objekthaftigkeit vorstellen, hinterfragen sie den Stellenwert des Individuums am Anbruch des neuen Jahrtausends. Again and Again wird von Daniel Milnes kuratiert.

Mit Arbeiten von:
Doug Aitken (*1968, Redondo Beach, CA)
Matthew Barney (*1967, San Francisco, CA)
Candice Breitz (*1972, Johannesburg)
Brice Dellsperger (*1972, Cannes)
Tracey Emin (*1963, Croydon)
Mathilde ter Heijne (*1969, Straßburg)
Mark Leckey (*1964, Birkenhead)
Kristin Lucas (*1968, Davenport, IA)
Bjørn Melhus (*1966, Kirchheim unter Teck)
Cindy Sherman (*1954, Glen Ridge, NJ)
Ryan Trecartin (*1981, Webster, TX)

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Bilder:

- Brice Dellsperger
Body Double 17 (Filmstill)
2001
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton)
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Bjørn Melhus
Again & Again (The borderer) (Filmstill)
1998
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton), auf 8 Monitoren
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
Start: Freitag 22.09.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 28.01.2018
München Kunsthalle: GUT. WAHR. SCHÖN. Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d'Orsay
Bilder
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GUT. WAHR. SCHÖN.
Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d'Orsay
22. September 2017 – 28. Januar 2018

Im 19. Jahrhundert war der jährlich stattfindende »Salon de Paris«   die größte und bedeutendste Ausstellung des internationalen Kunstbetriebs und das gesellschaftliche Ereignis par excellence. Eine dem antiken Schönheitsideal verpflichtete Jury bestimmte, welche Werke hier gezeigt werden durften. Die Künstler sollten das Gute und Wahre in der Schönheit der Form zum Ausdruck bringen. Doch die klassische akademische Norm war mit der modernen Lebenswelt schwer in Einklang zu bringen. In diesem Spannungsfeld schufen französische Maler wie Jean-Léon Gérôme (1824–1904), Alexandre Cabanel (1823–1889), William Bouguereau (1825–1905) und Ernest Meissonier (1815–1891) Werke, die im Salon gefeiert, aber auch kontrovers diskutiert wurden. Obwohl diese Künstler zu den berühmtesten und einflussreichsten ihrer Zeit zählten und Werke von herausragender Qualität und kulturhistorischer Bedeutung schufen, sind sie heute kaum bekannt – das Interesse der Kunstgeschichte galt bislang vor allem zeitgleichen Avantgardebewegungen wie dem Impressionismus. Anhand von über 100 Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und kunsthandwerklichen Objekten aus dem Musée d’Orsay, die größtenteils noch nie in Deutschland zu sehen waren, rückt die Ausstellung nun die Protagonisten des Salons in den Fokus.Die bereits von Ludwig XIV. (1638–1715) ins Leben gerufene Salon-Ausstellung war ursprünglich den Mitgliedern der Académie royale vorbehalten. Die Schau, die ab 1725 im namensgebenden »Salon Carré«   des Louvre stattfand, wurde nach der französischen Revolution verstaatlicht. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Salon im für die Weltausstellung errichteten Palais de l’Industrie präsentiert, wo jährlich Hunderttausende Besucher aller sozialen Schichten die neuesten Entwicklungen in der Kunst verfolgten.Im ersten von insgesamt sieben Kapiteln schildert die Ausstellung den Weg, den ein junger Künstler im Paris des 19. Jahrhunderts einschlagen musste, um ›salonfähig‹  zu werden: Ohne die streng reglementierte akademische Ausbildung hatte man kaum Chancen, im staatlich gelenkten Kunstbetrieb Fuß zu fassen. Eine Karriere startete mit demKunststudium an der École des Beaux-Arts.  Es galt als höchstes Ziel, den »Grand Prix«   zu erringen, ein bis zu fünfjähriges Rom-Stipendium, das den ersten Schritt zur offiziellen Anerkennung des Künstlers bedeutete. Die Ausstellung zeigt sowohl Skizzen für diesen Wettbewerb als auch in Rom entstandene Werke, die zur Begutachtung nach Paris geschickt und im Salon ausgestellt wurden.Im Zentrum der Maler-   und Bildhauerausbildung stand die Wiedergabe der menschlichen Figur und damit das Aktstudium. Perspektiv-, Anatomie-   und Proportionenlehre dienten vor allem der Darstellung des Menschen als Bedeutungsmittelpunkt heroischer Sujets. Solche Szenen aus der antiken Mythologie oder der biblischen Geschichte bildeten die Themen der Historienmalerei, die in der Hierarchie der Gattungen den ersten Platz einnahm. Auch im Salon rangierte diese »grande peinture«   ganz oben im System der Auszeichnungen –   auf diese Weise schuf der Staat einen Anreiz, an der Historie festzuhalten, während der Geschmack von bourgeoisen Kunstsammlern gleichzeitig in eine ganz andere Richtung ging.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München

Bilder: 

- Gustave Guillaumet (1840-1887)
Al-Aġwāṭ, algerische Sahara, 1879
122 x 180 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Hervé Lewandowski

- Alphonse Osbert (1857-1939)
Die Gesänge der Nacht, 1896
76,5 x 123,2 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Patrice Schmidt

- Jean-Paul Laurens (1838-1921)
Die Exkommunikation Roberts des Frommen, 1875
130 x 218 cm, Öl / Leinwand
Musée d’Orsay
© bpk | RMN – Grand Palais | Hervé Lewandowski
Start: Samstag 23.09.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Mittwoch 17.01.2018
Penzberg Sammlung Campendonk: Tiefenlicht
Bilder
Max Ernst: La mer, 1925, 48,5 x 44 cm ©VG Bild-Kunst, Bonn 2017
TIEFENLICHT
Malerei hinter Glas von August Macke bis Gerhard Richter
Ausstellung vom 23.9.2017 bis zum 7.1.2018

Mit dieser Ausstellung zeigt das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk die erste umfassende Schau von Hinterglasbildern des 20. sowie 21. Jahrhunderts. Zu entdecken sind fragile Arbeiten von überraschender Strahlkraft, die sich stilistisch weit von der traditionellen Hinterglasmalerei entfernt haben. Das Licht, das sich auf magische Art in den Bildern fängt, macht in den Werken ein leuchtendes und doch nuanciertes Spiel von Farben und Formen erlebbar.

Um die Bandbreite und den Variantenreichtum der modernen Hinterglasmalerei anzudeuten, zeigt die Ausstellung Werke aus dem Zeitraum von 1912 bis zu den Zeitgenossen, die auch mit Lichtkästen, Videoarbeiten und Installationen hieran anschließen.

Als „Tiefenlicht“ wird das Phänomen von ungewöhnlichem Glanz und Strahlkraft der Farbe speziell in der Hinterglasmalerei bezeichnet, die sich dem Glas als Bildträger verdankt. Die Ambivalenz von Oberflächenglanz und Transparenz, Lichtbrechung und Reflexen verleiht den Werken durch die innige Verbindung von Glas und Farbe „ein seltsam funkelndes Leben“. Hervorgerufen wird es durch den unmittelbaren Kontakt der rückwärtig auf das Glas aufgebrachten Farbe, die das Licht in besonderer Weise reflektiert.

Die Hinterglasmalerei ist als künstlerische Technik der Klassischen Moderne weitgehend unbekannt und kaum erforscht. Dabei wurde sie als nicht-akademische Anregung von vielen und namhaften Künstlern aufgenommen, um ihre besonderen Möglichkeiten auszuloten – vom frei spielerischen Experiment bis zur höchsten technischen Vollendung. Auch zeitgenössische Maler zeigen an der Hinterglasmalerei ein besonderes Interesse.

Die Ausstellung ist Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes zur Hinterglasmalerei der Klassischen Moderne von 1905 bis 1955, das die VolkswagenStiftung dem Museum Penzberg ermöglicht.

Werke von folgenden Künstlern sind in der Ausstellung zu sehen:

modern
Erich Buchholz, Heinrich Campendonk, Walter Dexel, Willi Dirx, Max Ernst, Josef Horn, Floris Jespers, Ida Kerkovius, Hanns Lamers, Edith van Leckwijck, August Macke, Josef Mader, Carlo Mense, Reinhold Nägele, Erwin Pohl, Valentine Prax, Albert Schamoni, Oskar Schlemmer, Werner Schriefers, Arnold Topp, Marianne Uhlenhuth, Nell Walden, Ernst Weiers, Max Wendl

zeitgenössisch

Florian L. Arnold, Juschi Bannaski, Michael Burges, Gabriella Gerosa, Marina Herrmann, Herbert Nauderer, Jochem Poensgen, Gerhard Richter, Thilo Westermann, Bernd Zimmer

Museum Penzberg —
Sammlung Campendonk
Am Museum 1, 82377 Penzberg
(Ehemalige Karlstraße 61)
Start: Donnerstag 28.09.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 10.06.2018
München Pinakothek der Moderne: GERMAINE KRULL. MÉTAL
Bilder
GERMAINE KRULL. MÉTAL
PINAKOTHEK DER MODERNE
SAMMLUNG MODERNE KUNST
AUSSTELLUNG VOM 28. SEPTEMBER 2017 – 10. JUNI 2018

Ihre Bedeutung als Künstlerin der Avantgarde verdankt die Fotografin Germaine Krull (Wilda 1897 – 1985 Wetzlar) ihrem wegweisenden Mappenwerk „Métal“, das 1928 in Paris bei A. Calavas, Librairie des Arts Décoratifs in kleiner Auflage erschien. In 64 Lichtdrucktafeln setzt sie darin eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene. Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten „Tanz der nackten Metalle“ werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Es war wohl gerade diese Veröffentlichung, die Walter Benjamin veranlasste, Germaine Krull in seiner „Kleinen Geschichte der Fotografie“ (1931)  in einem Atemzug mit den bedeutenden Fotografen August Sander und Karl Blossfeldt zu nennen.Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Zusätzlich ist der Kurzfilm „De Brug“ (1928) des niederländischen Filmemachers und Dokumentaristen Joris Ivens zu sehen. Hier zeigt sich nicht nur die persönlich künstlerische Verbindung der beiden, sondern auch die wechselseitige Inspiration der technischen Bildmedien Film und Fotografie in der Moderne.Germaine Krull, die ihre Ausbildung an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie absolviert hatte und 1920 aufgrund ihrer politischen Gesinnung aus Bayern ausgewiesen wurde, lebte nach Stationen in Moskau, Berlin und Amsterdam ab 1926 in Paris. Dort avancierte sie zu einer gefragten Werbe- und Porträtfotografin und arbeitete als Fotojournalistin. Trotz reger Ausstellungs- und Publikationstätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren geriet sie nach 1945 in Vergessenheit.Ann und Jürgen Wilde konnten Germaine Krull 1974 in Nordindien ausfindig machen und richteten ihr 1977 eine erste Retrospektive in Deutschland aus. Diese leitete die Wiederentdeckung der Fotografin und ihres bedeutenden Werkes ein.

PINAKOTHEK DER MODERNE
Barer Straße 40
80333 München

Bild:

- Germaine Krull, Tour Eiffel, um 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen
Start: Freitag 06.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 21.01.2018
Münchner Stadtmuseum: Adolphe Braun
Bilder
Bilder
Bilder
Adolphe Braun. Ein europäisches Photographie-Unternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert

6. Oktober 2017 – 21. Januar 2018

Der Franzose Adolphe Braun (1812-1877) zählt zu den erfolgreichsten Fotografen im Europa des 19. Jahrhunderts. Mit einer mehr als 300 Aufnahmen umfassenden Serie von Blumenstillleben gelang ihm1855 auf der Pariser Weltausstellung der künstlerische Durchbruch. Von 1860 an fotografierte Braun mit seiner großformatigen Kamera die alpinen Landschaften und Städte der Schweiz, die gelegentlich von Gustave Courbet als Vorlagen für Gemälde verwendet wurden. Nicht nur in der französischen und deutschen Kunst von Claude Monet, Rosa Bonheur, Eugène Fromentin, Ernest Meissonier oder Anselm Feuerbach waren die Fotografien von Braun als Studien beliebt, auch die amerikanische Stilllebenmalerei von William Harnett verdankt dem Elsässer wesentliche Impulse. Die Tradition des Familienunternehmens wurde nach dem Tode von Adolphe Braun von dem Sohn Gaston Braun weitergeführt, der spektakuläre Fotokampagnen von Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan sowie in Ägypten anläßlich der Eröffnung des Suez-Kanals 1869 realisierte. Ein Sonderkapitel stellt die Zusammenarbeit von Braun mit dem bayerischen Königshaus unter Ludwig II. für die Einrichtung der Königsschlösser Linderhof und Herrenchiemsee dar.

Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


Bilder:

Adolphe Braun, Schafherde, 1860-1862, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Adolphe Braun, Chrysanthemen, um 1855, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum

Gaston Braun und Amédée Mouilleron, Sphinx und Pyramiden von Gizeh, 1869, Albuminpapier
© Münchner Stadtmuseum
Start: Freitag 13.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.02.2018
Bernried Buchheim Museum: NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
Bilder
NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
13. Oktober bis 18. Februar 2018

NONNENSPIEGEL UND ZIRKUSSCHWEINE
Dass eine ländliche Hauskunst aus Bayern, Böhmen und Schlesien impulsgebend für die Moderne gewesen sein soll, klingt absurd. Dass es aber doch wahr ist, kehrt der Autor der ersten Monographie über den »Blauen Reiter« hervor: Lothar-Günther Buchheim. Den Malern der Künstlervereinigung des »Blauen
Reiters« habe die Hinterglasmalerei mit ihrer »volksliedhaft kraftvollen Formensprache«, ihren leuchtenden Farben und der vereinfachten Perspektive Inspiration gegeben. Mit ihrem »Almanach« hätten sie die künstlerische Botschaft aus den Dörfern aufgegriffen und weitergetragen.
Als Expressionist im Geiste der »Brücke« und des »Blauen Reiters« kaufte Buchheim Hinterglasbilder des 19. Jahrhunderts. Bei den Darstellungsinhalten seiner Sammlungsstücke handelt es sich nahezu ausnahmslos um Gnadenbilder und Andachtsbilder. Eine besondere Gruppe bilden die »Nonnenspiegel«, bei denen die Darstellungen hinter Glas von einer Metallbeschichtung hinterfangen sind. Den Nonnen dienten sie zur Sündenverschleierung. Während sie die Heiligendarstellungen erblickten, konnten sie sich doch am Rande eitel selbst in Betracht nehmen. Als Künstler malte Buchheim schließlich seine eigenen »Heiligen« hinter Glas: Clowns, Akrobaten und Zirkustiere. Das Material ist ihm Quell herrlichster Phantasie und Experimentierfreude. Die Ausstellung im Buchheim Museum spürt seiner Beschäftigung mit dem Thema in ganzer Breite nach – und sie lädt die Besucher dazu ein, sich gleich vor Ort unter fachlicher Betreuung selbst in dieser spannenden Technik auszuprobieren.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung:
Lothar-Günther Buchheim
"Bimbina und Kompanie – dieZirkuswunderschweine", 1945/46
Buchheim Museum
Start: Sonntag 15.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.02.2018
Kochel Franz Marc Museum: Franz Marc - Wie sieht ein Pferd die Welt?
Bilder
Bilder
Franz Marc - Wie sieht ein Pferd die Welt?

15. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

»Gibt es für einen Künstler eine geheimnisvollere Ideeals die, wie sich wohl die Natur in dem Auge eines Tieresspiegelt? Wie sieht ein Pferd die Welt oder ein Adler,ein Reh, ein Hund?« –Als Franz Marc 1911/12 diese Zeilenschrieb, hatte er in jahrelanger, intensiver Arbeit dieKomposition für seine großen Pferdebilder entwickelt,für seine heute so bekannten und beliebten Gemälde, aufdenen die Tiere und ihre innige Verbindung zur Natur daszentrale Motiv sind und zum Symbol für sein Natur-undWeltverständnis werden.Als Franz Marcs Gemälde „Große Landschaft I“ im September 2016 als Dauerleihgabe ins Franz Marc Museum nach Kochel am See kam, löste diese große Leinwand eine Folge von Fragen und Recherchen aus, die sichzu einem spannenden „Krimi“ entwickelten. Nicht nur ist das Gemälde selbst geheimnisvoll, indem kompositorisch alles darauf angelegt ist, eine geradezu sehnsuchtsvolle Spannung zwischen der Pferdegruppe am rechten unteren Bildrand und der sich vor den Tieren in die Tiefe entwickelnden Hügellandschaft aufzubauen. Auch der aus der Erinnerung, um 1934/35, formulierte Kommentar von Maria Marc zu dem Bild erschien rätselhaft. In ihren Aufzeichnungen für die 1936 erschienene Monographie zu Franz Marc von AloisSchardt heißt es zur Entstehungsgeschichte des Gemäldes: „... das Bild (wurde) im Frühling mit lichten Farben begonnen. Den ganzen Sommer bis tief in den Herbst hinein in den veränderten Farben der Natur weitergemalt und dann zerschnitten.“Der restauratorische Befund zeigt jedoch, dass das Gemälde nicht zerschnitten wurde, sondern an zwei Seiten beschnitten: Franz Marc schnitt an der oberen, horizontalen Kante der Leinwand einen schmalen Streifen, etwa 5 cm, ab und reduzierte die Leinwand am linken Rand um49,5 cm. Dieser Eingriff war wohlüberlegt. Der Maler unterstrich die in der Komposition angestrebte „Sogwirkung“ der Landschaft, die die Pferdegruppe in der rechten unteren Ecke in ihren Bann zieht. Das links abgetrennte Teilstück der Komposition konnte in der Staatsgalerie Stuttgart unter verschiedenen hier bewahrten Gemäldefragmenten Franz Marcs identifiziert werden. Aus der kompositorisch und farblich wahrnehmbaren Zusammengehörigkeit der beiden Teilstücke ergab sich die Frage, ob dieser visuelle Eindruck sich durch naturwissenschaftliche Untersuchungen bestätigen lässt. Eine Kooperation des Franz Marc Museums und des Doerner Institutes, München machte diese aufwendigen und kostspieligen Untersuchungen möglich.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

- Franz Marc
Große Landschaft I, 1910
Öl auf Leinwand, 110,5 x 211,5 cm
Franz Marc Museum.Kochel a. See
Stiftung Etta und Otto Stangl
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Nicole Wilhelms

- Franz Marc, Pferde auf Bergeshöhe gegen die Luft stehend, 1906, 12,5 x 10,2 cm
Rote und schwarze Kreide und Deckweiß auf Papier, laviert,
Aus Skizzenbuch IV, p.2 Franz Marc Museum, Kochel a. See, Franz Marc Stiftung
Foto: Claus Hansmann, Stockdorf
Start: Sonntag 15.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 18.02.2018
Kochel Franz Marc Museum: Hinterglasmalerei - Zwischen Volkskunst und Avantgarde
Bilder
Bilder
Hinterglasmalerei - Zwischen Volkskunst und Avantgarde

15. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

Die Künstler und Künstlerinnen des »Blauen Reiters»waren fasziniert von allen antiakademischen Kunstäußerungen. Besonders schätzten sie die traditionelle bayerische Hinterglasmalerei mit ihren strahlenden Farben. Die Ausstellung im Franz Marc Museum zeigt in zwei Kapiteln, wie die Technik der Hinterglasmalerei den Künstlern als Inspiration und künstlerisches Experimentierfeld diente.Gabriele Münters Ölgemälde„Mann im Sessel (Paul Klee)“von 1913wird in einem Kabinett als Teil einer Rauminstallation präsentiert. Die im Gemälde dargestellte, kunstvoll gestaltete Einrichtung ihres Wohnzimmers lebt in einem Arrangement ausgewählter Objekte und Hinterglasbilder vor einer grünen Wand wieder auf. So entsteht ein atmosphärischer Eindruck der Lebenswelt der Künstlergruppe des »Blauen Reiters«. Es wird deutlich, welchen Stellenwert die Hinterglasbilder für das alltägliche Leben und das Schaffen im kreativen häuslichen Umfeld hatten. In einem zweiten Kabinett sind erstmals das Hinterglasbild Franz Marcs, „Landschaft mit Tieren und Regenbogen“sowie die nach ihm entstandene Stickereiseiner Frau Maria Marc in direkter Gegenüberstellung zu sehen. Bei Marcs Hinterglasbild von 1911 handelt es sich um ein wichtiges Zeugnis seiner künstlerischen Entwicklung. Die Technik der Hinterglasmalerei begünstigt das Streben nach intensiver Farbigkeit und Abstraktion der Formen und ermöglicht das Experimentieren mit Perspektive und Räumlichkeit. Anhand der kunsttechnologischen Dokumentation der Restaurierung des Hinterglasbildes kann nachvollzogen werden, wie Franz Marc die volkstümliche Technik des Hinterglasbildes für seine künstlerischen Anliegen fruchtbar machte: zum Beispiel integrierte er bemalte Silberfolie in das Bild, um eine neuartige Farbwirkung zu erzielen. Maria Marc wiederum griff 1914, also drei Jahre später, die Vorskizze ihres Mannes auf, um die Stickerei „Landschaft mit Tieren und Regenbogen“zu realisieren. Aus den Briefen, welche Franz und Maria Marc während des Krieges austauschten, wird deutlich, welch kreativer Impuls von Franz Marcs Skizzen für das Schaffen seiner Frau Maria ausging. Die gegenseitige künstlerische Inspiration in dem Spannungsfeld zwischen traditioneller Volkskunst und dem avantgardistischen Streben kann in der Kabinettausstellung visuell nachvollzogen werden.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

- Gabriele Münter, Johannisgasse in Herford, um 1913
Hinterglasmalerei, 22,1 x 22,1 cm
Franz Marc Museum, Kochel a. See
ahlers collection
© VG Bild Kunst Bonn 2017, Foto: Simone Bretz

- Wassilly Kandinsky, Mythologische Szene (Reiter und Apfelpflückerin), 1911
Öl auf Glas, 15,5 x 19,8 cm
Franz Marc Museum, Kochel a. See
ahlers collection
Foto: Walter Bayer, München
Start: Samstag 21.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.04.2018
München Museum Brandhorst: SETH PRICE - SOCIAL SYNTHETIC
Bilder
Bilder
SETH PRICE
SOCIAL SYNTHETIC

Museum Brandhorst
Vom 21. Oktober 2017 bis 08. April 2018

Das Museum Brandhorst präsentiert die international erste Überblicksausstellung des US-amerikanischen Künstlers Seth Price (*1973). Die mehr als 100 Werke umfassende Ausstellung zeigt Skulpturen, Filme, Fotografien, Zeichnungen, Malerei, Videos, Kleider und Textilien, Web-Design, Musik und Dichtung. Price dringt seit seinen künstlerischen Anfängen programmatisch in Territorien jenseits der bildenden Kunst vor. Er greift die Produktions- und Vertriebsformen der Musikindustrie, der Modewelt und des Literaturbetriebs auf und nutzt ihre Dynamiken für seine Kunst. Dabei beschäftigt er sich mit den fundamentalen Veränderungen der visuellen Kultur, die mit der flächendeckenden Etablierung digitaler Medien der jüngsten Gegenwart einhergehen. Seth Price gehört jener Zwischengeneration an, die noch vor der Etablierung des Internets geboren wurde und seine Ausbreitung in allen Schritten hautnah miterlebt hat: die ersten Computerspiele und -programme der 1980er-Jahre, die demonstrativ ihre pixeligen Ästhetiken zur Schau stellten; das Internet als Ort politischer Utopien der 1990er-Jahre, die in der neuen Technologie demokratisierende Potentiale vermuteten; und schließlich die alle Lebensbereiche durchdringende Digitalisierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch Web 2.0 und Smartphone. Die Digitalisierung fungiert ab 2001 zunehmend als Katalysator aufziehender gesellschaftlicher Krisen, vom „War on Terror“, der auch als Krieg der Bilder geführt wurde, bis zu den Krisen des Finanzsystems. Die künstlerische Praxis von Seth Price entwickelt sichentlang dieser Konflikte und der Begehrensmuster, die das Leben in einer globalen neoliberalen Gesellschaft antreiben.Eines der zentralen Themen in Prices Arbeiten ist der bedrohte Status des Subjekts. Angesichts der dramatischen Umwälzungen einer mediatisierten Gegenwart zieht sich dieses Selbst zunehmend an seine Oberflächen zurück oder scheint in seiner Abwesenheit auf: die „Vacuum Forms“   (2004-12) zeigen in Kunststoff abgeformte Körperteile, die „Silhouettes“   (2007-09) greifen digitale Aufnahmen aus dem Internet auf, die intime Gesten menschlicher Verständigung – wie der Handschlag oder Kuss – nur noch als Negativraum fassbar werden lassen, und die im Untergeschoss des Museums Brandhorst gezeigten Leuchtkästen (2016-17) basieren auf fotografischen Studien menschlicher Haut, die sich auf kartographische Technologien der Firma Google stützen. Einige der Werke besitzen keine feste Form, sondern können je nach Raum und Kontext unterschiedlich installiert werden: Geknickt, gefaltet, ausgerollt oder zerknittert werden sie an Wände, Decke oder auf dem Boden platziert. Sie spielen nicht zuletzt auf die Flexibilität und Ortlosigkeit der digital zirkulierenden Bilddateien – im Falle der „Mylars“   (2004-8) handelt es sich um Stills aus dschihadistischen Propagandavideos – an. Die in der Ausstellung gezeigten Werke vermitteln ein Bild der emotionalen Landschaft des beginnenden 21. Jahrhunderts. Wir sehen Fleisch und Haut, kommerzielle Logos, Abfall und Trash, Mode und Design, Verpackungen, Horrorbilder, leuchtende Screens, Humor und Brutalität, Computerspiele und Luxusobjekte. Einzelne Arbeiten besitzen inzwischen einen geradezu ikonischen Status. In seinen „Bomber Jackets“   etwa reflektiert Price den Mechanismus ständiger Reproduktion und Umwertung im digitalen Zeitalter. Während des 1. Weltkriegs für Piloten entwickelt, wurde die Bomberjacke bald zum Emblem konkurrierender Identitätsmuster. Als Modeartikel wurde sie zum Aushängeschild von Subkulturen wie der Punk- und Skinheadszene. Später wurde sie zum Signet von Hetero- und für Homosexualität, und erlebt in den letzten Jahren ein Revival sowohl als Massenware wie als Haute Couture. Festgefroren in ein Objekt, der linke Ärmel hängt schlaff herab, zeigt die „Bomber Jacket“   die Hülle menschlicher Präsenz, die zunehmend von kommerziellen Interessen und gesellschaftlichen Vereinnahmungen bestimmt wird.

MUSEUM BRANDHORST
Türkenstraße 19
80333 München

Fotos:

- Different Kinds of Art, 2004 (Detail)
Vakuum-geformtes schlagfestes Polystyrol
82,6 x 129,5 cm
Collection of Candace and Michael Barasch, Courtesy of Petzel Gallery
© Seth Price

- Seth Price vor "Vintage Bomber, 2008"
Foto: Margarita Platis
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München
Start: Donnerstag 26.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 15.04.2018
Museum Fürstenfeldbruck: „…dann brach der Krieg herein!“
Bilder
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Sonderausstellung „…dann brach der Krieg herein!“
Grafische Arbeiten aus der Sammlung Kretschmer 1900-1918
26. Oktober 2017 bis 15. April 2018

Der europäische Kunstbetrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts war zum großen Teil geprägt vom Austausch zwischen den Kulturnationen. Fast alle Maler und Grafiker verbrachten einige Zeit in der Kunstmetropole Paris. In den großen Ausstellungen in Berlin und München fanden sich neben deutschen auch Künstler aus zahlreichen anderen europäischen Ländern. Walther Klemm (1883-1957), Margarethe Geibel (1876-1955), Karel Vik (1883-1964) und andere bedeutende Grafikkünstler zeichneten ein idyllisches Bild der Welt vor dem Ersten Weltkrieg mit traditionsreichen Städten, romantischen Landschaften und intakter Natur.

Der Erste Weltkrieg beendete jäh eine lebendige europäische Kunstszene und veränderte Leben und künstlerische Arbeit vieler Künstler nachhaltig. Der Kunstbetrieb – sofern er überhaupt noch stattfand – verlagerte sich auf die nationale Ebene. Insbesondere die Grafik diente allen Regimen als Propagandainstrument. Waren die Bestrebungen in der Kunst Deutschlands vor dem Krieg vom Stolz auf kulturelle Errungenschaften, auf Respekt vor Denkern und Künstlern geprägt, wurden aus bedeutenden Personen und Kunstwerken nun deutsch-nationale Leitbilder, mit deren Hilfe man einen Anspruch auf eine Vormachtstellung in der Welt abzuleiten suchte.

Viele Künstler waren Kriegsteilnehmer, manche auch offizielle Kriegsberichterstatter, und dokumentierten das Grauen des Krieges mehr oder weniger deutlich. In der Kunst Erich Gruners, Josef Weiszs, Raimund Moslers und vieler anderer fanden erschütternde Kriegserlebnisse bis in die 20er Jahre ihren Niederschlag. Die künstlerische Reflektion war zwar subjektiv, dennoch gab es Gemeinsamkeiten. Das Kunstschaffen änderte sich mit dem Krieg radikal - die Unbeschwertheit hatte es auf immer verloren.

Dr. Hans Kretschmer (1913-1992) war nicht nur ein beliebter Fürstenfeldbrucker Arzt, sondern auch ein passionierter Kunstkenner. Jede freie Minute widmete er seiner Tätigkeit als Sammler, ständig auf der Suche nach neuen Stücken. Kretschmer hinterließ über 3000 Blätter - Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen-  aus der Frühzeit druckgrafischer Verfahren im 15. Jahrhundert bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. 2005 übereignete die Familie die Sammlung an das Museum Fürstenfeldbruck. Für die aktuelle Ausstellung wurden von mehr als 30 Künstlern über 100 Blätter aus den Entstehungsjahren 1900-1918 ausgewählt.

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Bildnachweis:

01 Brücke, Walther Klemm (1883-1957), Farbholzschnitt, Museum Fürstenfeldbruck

02 Kriegsgefangenen-Lager Krasnojarsk, Otto Schmatt, Farbholzschnitt, 1917, Museum Fürstenfeldbruck

03 Soldaten im Schützengraben, aus „Kriegstagebuch“, Erich Gruner (1881-1966), 1915, Holzschnitt, Museum Fürstenfeldbruck
Start: Donnerstag 26.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 04.03.2018
München Pinakothek der Moderne: ARAKI.TOKYO
Bilder
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ARAKI.TOKYO
PINAKOTHEK DER MODERNE
SAMMLUNG MODERNE KUNST
26. OKTOBER 2017 - 04. MÄRZ 2018

Der Japaner Nobuyoshi Araki (*1940) zählt zu den wohl produktivsten, aber auch provokativsten Fotografen unserer Zeit. Seit den 1960er-Jahren eignet sich Araki die ihn umgebende Welt täglich und obsessiv mit Hilfe der Kamera an, eine Aneignung, die bis heute in mehr als 500 Büchern und Hundertausenden von Fotografien Niederschlag gefunden hat. Sein künstlerisches Werk umspannt ein vielfältiges Spektrum an Themen, von hocherotischen Frauendarstellungen, die international großes Aufsehen erregten, über artifizielle Stillleben, Pflanzenfotografien, reportagehaft anmutende Alltagsdarstellungen und Architekturaufnahmen bis hin zu sehr persönlichen, fast tagebuchartigen Fotografien von sich und seiner früh verstorbenen Frau Yoko. 2004 konnte mit Unterstützung von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne die Originalvorlage von Arakis Buch „Tokyo“ erworben werden. Bestehend aus 28 exquisiten Diptychen zählt „Tokyo“ zu den frühesten eigenständigen Buchprojekten Arakis und erschien 1973 in kleiner Auflage, eingeleitet durch einen Text von Kōji Taki, dem legendären Gründer der avantgardistischen Zeitschrift „Provoke“. Mit „Tokyo“, das mit den beiden ersten Künstlerbüchern „Sentimental Journey“ und „Okinawa“ eine Trilogie bildet, führt sich Araki als Künstler und Fotograf ein. Es steht am Beginn seiner intensiven, bis heute andauernden Auseinandersetzung mit dem Lebens- und Stadtraum seiner Heimatstadt.In dieser frühen, konzeptuell ausgerichteten Arbeit kombiniert Araki Momentaufnahmen namenloser Passanten, die er an belebten Straßenkreuzungen beobachtete, mit den anspielungsreichen erotischen Selbstinszenierungen einer jungen Frau. Die Kombination aus schnappschussartigen Straßenfotografien mit Aufnahmen eines in eindeutig sexuellen Posen in Szene gesetzten Frauenkörpers bedeuten für Araki bis heute die adäquate Form, Tokio zu beschreiben, eine Verbindung, die sein gesamtes fotografisches Werk kennzeichnet. Die Gegensätze zwischen anonym und vertraut, bekleidet und nackt wie Innen- und Außenwelt fungieren alssubtile Verweise auf die Trennung zwischen öffentlicher und privater Lebenswelt, zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Passanten erscheinen wie der Betrachter in der Rolle der anonymen Zuschauer und dringen zugleich in die verborgene Sphäre einer Stadt ein, die sich der Überwachung und Normierung entziehen will.

PINAKOTHEK DER MODERNE
Barer Straße 40
80333 München

Bilder:

- Silbergelatineabzug, je ca. 8,5 x 13 cm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München
2004 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne (GV 162)
© Nobuyoshi Araki

- Silbergelatineabzug, je ca. 8,5 x 13 cm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München
2004 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne (GV 162)
© Nobuyoshi Araki
Start: Samstag 28.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 25.02.2018
Buchheim Museum: BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
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BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
Ausstellung im Buchheim Museum vom 28. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018

Die Sammlung „Die Maler der Brücke" von Hermann Gerlinger kommt ins Buchheim Museum! Die Sammlungen Buchheim und Gerlinger ergänzen sich auf das Trefflichste. Buchheim kann mit glanzvollen frühen Hauptwerken der Brücke-Künstler punkten. Gerlinger erschließt das Thema systematisch in seiner gesamten historischen Tiefe und in der gesamten Breite der Gattungen. Die immer noch wachsende Sammlung umfasst mehr als 1.030 Titel, darunter Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken, Dokumente, Skulpturen, Kunsthandwerk und derzeit 48 Gemälde der Brücke-Künstler. Mit dem Umzug der Bestände des Würzburger Sammlers nach Bernried und die Zusammenführung mit der Sammlung Buchheim wird die Bedeutung des Buchheim Museums als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland weiter ausgebaut. Es kann nun seinen Schwerpunkt „Brücke" mit mehr als 2000 Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe belegen. Die Ankunft wird mit der Auftaktausstellung BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM – einer großen monografischen Zusammenschau beider Sammlungen zum Thema „Brücke“ – gewürdigt. Diese spektakuläre Vereinigung wird sich auf über 1.500 Quadratmeter erstrecken.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried

Bilder:

Erich Heckel, Kinder, 1910, Öl auf Leinwand, Sammlung Hermann Gerlinger © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Am Waldteich, 1910, Öl auf Leinwand, Buchheim Museum der Phantasie © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Zwei Mädchen am Wasser, 1910, Öl auf Pappe, Sammlung Hermann Gerlinger © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen
Start: Dienstag 31.10.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 08.04.2018
München Lenbachhaus: Gabriele Münter
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Gabriele Münter Gasse in Tunis, 1905 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Gabriele Münter Abstrakt, 1914 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Gabriele Münter Buddha-Legende, 1931 Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.
Gabriele Münter

Bevor Gabriele Münter sich der Malerei zuwandte, hatte sie bereits fotografiert, um 1900 und zwar
zum ersten Mal in den USA. Bald wird sie anfangen zu malen, fast täglich, ihr Leben lang. Und Gabriele Münter geht ins Kino! Sie war eine offene und experimentierfreudige Künstlerin, vieles, was sie geleistet hat, ist bisher nur wenig wahrgenommen worden, weil ihr Werk meist durch den engen Fokus ihrer Biografie und ihrer Beziehung zu Kandinsky interpretiert wurde.
Bis heute sind daher fast nur ihre Bilder aus der Zeit des »Blauen Reiter« im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen. Und so ist der Name Münter vorwiegend mit dem deutschen Expressionismus assoziiert, mit Murnau und dem Münter­ Haus. Münters Werk ist jedoch deutlich facettenreicher, fantasievoller und stilistisch breitgefächerter als bisher bekannt. Mit der ihr im Lenbachhaus gewidmeten Ausstellung wollen wir diese reduzierte Rezeption ihrer Arbeit erweitern. Wir wollen die Komplexität und Eigenständigkeit von Münters Schaffen anhand kunsthistorischer Fragen sichtbar machen und neu bewerten.
Im Mittelpunkt der Schau wird ihr malerisches Oeuvre stehen, welches in verschiedenen thematischen Sektionen präsentiert wird. Von den klassischen Gattungen wie Porträt und Landschaft über Interieur, Abstraktion bis hin zum »Primitivismus« werden wir das reiche Gesamtwerk der Künstlerin vorstellen.
Da Münter ihre künstlerische Laufbahn mit der Fotografie begann, was nachhaltige Spuren in ihrer Malerei hinterließ, werden wir auch eine kleine Sektion dieser Technik widmen. Wir zeigen daher Fotografien, die sie 1899/­1900 während ihrer Reise in die USA geschaffen hat. Zudem wird ihr frühes Interesse für das neue Medium »Film« durch Filmstationen dokumentiert. Ein großer Teil der 130 Gemälde in der Ausstellung wurde noch nie oder letztmals vor Jahrzehnten der Öffentlichkeit präsentiert. Er stammt aus dem Nachlass der Künstlerin, der sich inder Gabriele Münter­ und Johannes Eichner ­Stiftung befindet. Diese Werke werden durch internationale und selten ausgestellte Leihgaben ergänzt.
Die Ausstellung wird durch die Städtische Galerie im Lenbachhaus und durch die Gabriele Münter­ und Johannes Eichner­ Stiftung erarbeitet und findet anlässlich des 140. Geburtstags von Gabriele Münter und des 60. Jubiläums ihrer Schenkung 1957 von Werken der Blaue Reiter ­Künstler an das Lenbachhaus statt.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
Start: Freitag 03.11.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 11.03.2018
Dachau Gemäldegalerie: Önningeby - Eine Künstlerkolonie auf den finnischen Ålandinseln
Bilder
Önningeby
Eine Künstlerkolonie auf den finnischen Ålandinseln

Gemäldegalerie Dachau
3. November 2017 bis 11. März 2018

Die Künstlerkolonie Önningeby wurde von dem bekannten finnischen Landschaftsmaler Victor Westerholm (1860–1919) begründet, der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und die Académie Julian in Paris besucht hatte. Er kam 1880 zum ersten Mal auf die Ålandinseln, wo er ein malerisch gelegenes kleines Haus am Lemströmkanal erwarb. Dorthin, wo seiner Meinung nach „der beste Platz auf der ganzen Welt zum Malen“ war, lud er später seine Künstlerfreunde ein. Es kamen schwedische, finnische und auch estnische Künstler, die sich jedes Jahr während der Sommermonate in den umliegenden Gehöften einmieteten. Über die Hälfte von ihnen waren Frauen, die sich weniger der Landschaftsmalerei als figürlichen Motiven widmeten. Ihnen begegnete man hier in dieser Zeit ungewöhnlich vorurteilsfrei.
In Önningeby waren die Künstler überwältigt von der Reinheit der unberührten Natur, den Felsen, dem Wald und der unvergleichlichen Flora, dem besonderen Licht des Nordens und den Farben. Gleichzeitig schätzten Sie die Ruhe der Ostsee-Inseln am Eingang des Bottnischen Meerbusens, die ungestörtes Arbeiten ermöglichte. Zentrum der Künstlerkolonie, die rasch auch durch Presseberichte bekannt wurde, blieb Westerholms gemütliches Zuhause ›Tomtebo‹, wo er und seine Frau Hilma als liebenswürdige Gastgeber jeden willkommen hießen, der über die Jahre dort eintraf. Zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens wurde hingegen der schwedische Maler Johan Axel Gustaf Acke (1859–1924), eine redselige und humorvolle Persönlichkeit. Die Jahre von 1886 bis 1892, in denen er nach Önningeby kam, gelten als die lebhaftesten in der Geschichte der Künstlerkolonie, die sich wie viele andere mit Beginn des Ersten Weltkriegs auflöste.


Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3
85221 Dachau

Bilder:

-  HSjöstrand
Strandlandschaft1890
Start: Freitag 03.11.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Donnerstag 22.02.2018
Dachau Neue Galerie: Finnische Künstler und ihre Landschaft
Bilder
Bilder
Bilder
Finnische Künstler und ihre Landschaft

Neue Galerie Dachau
Ausstellung vom 3. November 2017 bis 25. Februar 2018

Auch wenn die meisten Finnen inzwischen in der Stadt leben, gelten sie als besonders naturverbundenes Volk. Zwar hat sich das Land der Rentiere, Wälder und tausend Seen im hohen Norden Europas längst zu einer modernen, global ausgerichteten High Tech-Nation entwickelt, doch ist diese Verbundenheit mit der Natur auch in der zeitgenössischen Kunst der Finnen zu spüren, die nicht selten von intensiver Naturerfahrung gespeist wird. Zum hundertsten Jahrestag der Unabhängigkeit Finnlands am 6. Dezember zeigt die Neue Galerie Arbeiten von acht Künstlern, die in und außerhalb Finnlands leben und sich in ihren Arbeiten immer wieder mit ihrer (Wahl-)Heimat beschäftigen.
Während Aki Koskinen und Kjell Ekström sich in ihren stillen Winterlandschaften von der unmittelbaren Umgebung inspirieren lassen, abstrahiert Tiina Lamminen den Blick auf den See vom immer gleichen Standort aus. Anna Kiiskinen betrachtet die Natur in ihren Bildern im Spiegel einer Wasseroberfläche während sich Talvikki Lehtinen in ihren Bronzeskulpturen auf einfühlsame Weise feinsten Pflanzenstrukturen widmet. Essi Utriainen schmilzt aus winzigen Glassplittern glitzernde Landschaftsidyllen zusammen und Marko Lampisuo führt in seinem Video eindrücklich die Kürze der Tage durch alle Jahreszeiten hindurch vor. Ergänzend dokumentiert Albert Braun als „Außenstehender“ kritisch die aktuelle Situation um das Gelände des geplanten dritten Kernkraftwerk Hanhikivi, das – aus deutscher Sicht – die großflächige Zerstörung sensibler Ökosysteme mit sich bringt.

Neue Galerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 20
85221 Dachau

Bilder:

- Aki Koskinen
Den Waldsehen, 2017

- Anna Kiiskinen
Steine, Wasser, Himmel

- Ekström
Inseln im Winter
Foto Peter Brunner
Start: Freitag 10.11.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Montag 11.12.2017
Gilching Rathaus: Hermann Altenburger „Poetische Bilderwelten“
Hermann Altenburger
"Poetische Bilderwelten"

Gilching Rathaus
Ausstellung vom 10. November bis 11. Dezember

Seine künstlerische Ausbildung begann Hermann Altenburger bei Prof. Heinz Butz an der Werkkunstschule in Augsburg. Anschließend folgte von 1961-1964 das GRAPHIK-Design-Studium bei Prof. Karl-Hans Walter an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.
Von 1965-1973 arbeitete Hermann Altenburger zunächst als Werbegraphiker und Zeitschriftengestalter in München. 1972 publizierte er sein erstes Bilderbuch im Rowohlt Verlag. Ab 1974 war er als Illustrator und Graphik-Designer freiberuflich tätig. Seine zahlreichen Kinderbücher, die er als Autor und Illustrator veröffentlichte, sind sowohl national als auch international in namhaften Verlagen erschienen. Seit einigen Jahren widmet sich Hermann Altenburger ausschließlich der Malerei. Seit 2000 hat sich Hermann Altenburger in zahlreichen Kunstausstellungen beteiligt und seine Bilder in diversen Einzelausstellungen präsentiert.

Die Ausstellung kann während der Rathaus-Öffnungszeiten vom 10.11. bis 11.12.2017 besichtigt werden:
Mo, Di, Do, Fr 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Mi 07:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Do 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Gemeinde Gilching
Rathausplatz 1
82205 Gilching
Start: Freitag 10.11.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 16.09.2018
München Pinakothek der Moderne: HELLA JO NGERIUS & LOUISE SCH OUWENBERG. BEYOND THE NEW
Bilder
Bilder
HELLA JONGERIUS & LOUISE SCHOUWENBERG. BEYOND THE NEW
PINAKOTHEK DER MODERNEDIE NEUE SAMMLUNG – THE DESIGN MUSEUM

10. NOVEMBER 2017 – 16. SEPTEMBER 2018 (PATERNOSTER-HALLE)

Die niederländische Produktdesignerin Hella Jongerius und die Designtheoretikerin Louise Schouwenberg sind eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwickeln. Die Neue Sammlung – The Design Museum präsentiert bereits seit 2015 ihr zehnmonatiges Ausstellungsformat für zeitgenössische Designpositionen in der zweigeschossigen Paternoster-Halle in der Pinakothek der Moderne, deren architektonische Besonderheit vor allem durch die stete Bewegung der beiden Paternosteraufzüge definiert wird.Hella Jongerius hat insbesondere durch ihre charakteristische Arbeitsweise, eine Verbindung aus Handwerk und industriellen Prozessen, sowie durch ihre markanten Textil- und Farbentwürfe internationale Anerkennung erlangt. Louise Schouwenberg ist Kunst- und Designtheoretikerin und leitet den Fachbereich für Contextual Design an der renommierten Design Academy in Eindhoven. Jongerius und Schouwenberg verfassten 2015 das Manifest „Beyond the New. A Search for Ideals in Design“, welches sie auf dem Salone del Mobile in Mailand vorstellten. Darin kritisieren sie das vorrangige Interesse der Produktindustrie an der Idee des ewig Neuen um der Neuheit willen und plädieren stattdessen für eine wahrhaftige kulturelle Innovation.Die Idee des Neuen wird in der Ausstellung nun auf das Museum und seine Sammlung übertragen. Wie ist Design hier definiert? Wie unterscheiden sich die Anforderungen des Marktes von denkulturellen Ansprüchen des Museums? Kann kulturelle Innovation im Museum verortet sein?  „Ja und Nein”, sagen Jongerius und Schouwenberg. „Auf der einen Seite ist das Museum der ideale Ort, um die vielfältigen kulturellen Bedeutungen von Design verständlich zu machen. Der Besucher kann hier nachvollziehen, welche Exponate zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung das Ergebnis einer kulturellen Innovation waren und im Laufe der Zeit nichts an Bedeutung eingebüßt haben. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, ob in einem Museum die Diskrepanz zwischen Design als kulturellem Artefakt und Design als kommerziellem Gut überzeugend veranschaulicht wird. Kann das Museum tatsächlich Erkenntnisse über die Bedeutung von Design im Alltagsleben der Menschen vermitteln, wenn die Objekte im musealen Kontext ihres Funktionswertes beraubt sind?”Ein thematischer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Aspekt des Sammelns und Ausstellens in der Neuen Sammlung – The Design Museum vor dem Hintergrund ihrer geschichtlichen Entwicklung. Anhand verschiedener Installationen wird beleuchtet, wie unterschiedliche Kontexte die Wertschätzung funktionaler Dinge beeinflussen können. Jongerius und Schouwenberg: “Designobjekte sind Vermittler zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Sobald man sich ihrer enormen Wirkung bewusst wird, erkennt man auch welche Entwürfe hochwertiger undbedeutungsreicher sind als andere.”

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Bilder:

- Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Foto / Photo: Roel van Tour

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg. Beyond the New. Installationsansicht.
Foto: Labadie / Van Tour
Start: Donnerstag 23.11.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.11.2017
Berg am Starnberger See: PopUp Kunst mit Sabine Zimmermann & Hans Panschar
Bilder
Bilder
PopUp Kunst mit Sabine Zimmermann & Hans Panschar

Zum dritten Mal öffnet sich der Berger Marstall als außergewöhnlicher Kunstort: Mit Sabine Zimmermann und Hans Panschar begegnen sich diesmal zwei ungewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten. Die Malerin und der Bildhauer zeigen im November vier Tage lang Arbeiten, die nicht nur von der Natur inspiriert sind, sondern selbst Wind und Wetter gesehen haben und von stürmischen Zeiten erzählen. Die Band „Silverfish Surfers“ wird im Rahmen der Ausstellung eines ihrer seltenen Konzerte spielen: Sturm, Gesang, viele Gitarren, keine Bläser und prima Punkrockreggaemetal.


Sabine Zimmermann
wurde 1971 in Waiblingen geboren. Nach einem Studium an der Freien Kunstakademie und an der Fachhochschule für Kunsttherapie in Nürtingen arbeitete sie unter anderem als Kunsttherapeutin in einer psychiatrischen Klinik. Seit einiger Zeit lebt sie als freischaffende Künstlerin in Paris. Die Malerin ist fasziniert von Wasser in all seinen Aggregatzuständen, von der Weite des Meeres, vom Strömen, Rinnen und Fließen, von Regen, Schnee und Eis. Ihre Bilder entstehen vorzugsweise im Freien, wo sie experimentelle Prozesse mit gezielten gestalterischen Eingriffen verbindet. Sie setzt die Leinwände dem Wetter aus, sodass Rinnsale entstehen und Schneeflocken Spuren hinterlassen, Farben gefrieren und zu Frostblumen erstarren.


Hans Panschar
wurde 1962 in München geboren. Nach einer Ausbildung zum Bootsbauer und Schreiner bereiste er mehrere Jahre auf einem selbstgebauten Segelboot die Welt, bevor er sich 1995 in Allmannshausen niederließ. Seit vielen Jahren verarbeitet er Treibholz und Strandgut zu erzählerischen, manchmal aber auch äußerst sperrigen Objekten voller Sehnsucht nach dem Meer. Mit seinem „Transatlantischen Flaschenpostprojekt“ wurde er weit über die Region hinaus bekannt. In diesem Sommer wurde eine seiner Bootsskulpturen zugunsten der Initiative „Kinder helfen Kindern“ in der Elbphilharmonie in Hamburg versteigert. Boote, Häuser, Stühle und Bücher sind seit langem wiederkehrende Themen in seinem bildhauerischen Werk: Die Dinge, die der Mensch macht, stehen dabei für den Menschen selbst.


Das Programm:
„PopUp Kunst mit Sturm und Gesang“ beginnt am Donnerstag, 23. November 2017, um 19 Uhr mit einer Vernissage.
Vom 24. bis zum 26. November ist die Ausstellung von Sabine Zimmermann und Hans Panschar jeweils von 14 bis 18 Uhr zu sehen.
Am Samstagabend, 25. November, um 20 Uhr beginnt das Konzert der „Silverfish Surfers“ mit anschließender Party, Unkostenbeitrag 5 Euro, nur Abendkasse!

PopUpKunst im Marstall,
Mühlgasse 7,
82335 Berg
Start: Donnerstag 23.11.2017; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Ende: Sonntag 26.11.2017
Berg Marstall: PopUp Kunst im Marstall
Bilder
Bilder
Bilder
PopUp Kunst im Marstall: Mit Sturm und Gesang
23. bis 26. November 2017 im ehemaligen Marstall von Schloss Berg, Mühlgasse 7, 82335 Berg


Mit Sabine Zimmermann und Hans Panschar begegnen sich im November zwei ungewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten zu „PopUpKunst mit Sturm und Gesang“ im Marstall. Die Malerin und der Bildhauer zeigen vier Tage lang Arbeiten, die nicht nur von der Natur inspiriert sind, sondern selbst Wind und Wetter gesehen haben und von stürmischen Zeiten erzählen. Die Band „Silverfish Surfers“ wird im Rahmen der Ausstellung eines ihrer seltenen Konzerte spielen: Sturm, Gesang, viele Gitarren, keine Bläser und prima Punkrockreggaemetal.

Sabine Zimmermann wurde 1971 in Waiblingen geboren. Nach einem Studium an der Freien Kunstakademie und an der Fachhochschule für Kunsttherapie in Nürtingen arbeitete sie unter anderem als Kunsttherapeutin in einer psychiatrischen Klinik. Seit einiger Zeit lebt sie als freischaffende Künstlerin in Paris. Die Malerin ist fasziniert von Wasser in all seinen Aggregatzuständen, von der Weite des Meeres, vom Strömen, Rinnen und Fließen, von Regen, Schnee und Eis. Ihre Bilder entstehen vorzugsweise im Freien, wo sie experimentelle Prozesse mit gezielten gestalterischen Eingriffen verbindet. Sie setzt die Leinwände dem Wetter aus, sodass Rinnsale entstehen und Schneeflocken Spuren hinterlassen, Farben gefrieren und zu Frostblumen erstarren.

Hans Panschar wurde 1962 in München geboren. Nach einer Ausbildung zum Bootsbauer und Schreiner bereiste er mehrere Jahre auf einem selbstgebauten Segelboot die Welt, bevor er sich 1995 in Allmannshausen niederließ. Seit vielen Jahren verarbeitet er Treibholz und Strandgut zu erzählerischen, manchmal aber auch äußerst sperrigen Objekten voller Sehnsucht nach dem Meer. Mit seinem „Transatlantischen Flaschenpostprojekt“ wurde er weit über die Region hinaus bekannt. In diesem Sommer wurde eine seiner Bootsskulpturen zugunsten der Initiative „Kinder helfen Kindern“ in der Elbphilharmonie in Hamburg versteigert. Boote, Häuser, Stühle und Bücher sind seit langem wiederkehrende Themen in seinem bildhauerischen Werk: Die Dinge, die der Mensch macht, stehen dabei für den Menschen selbst.

Mit „PopUp Kunst mit Sturm und Gesang“ öffnet sich der Berger Marstall bereits zum dritten Mal als außergewöhnlicher Kunstort. „PopUp Kunst mit Sturm und Gesang“ beginnt am Donnerstag, 23. November 2017, um 19 Uhr mit einer Vernissage. Vom 24. bis zum 26. November ist die Ausstellung von Sabine Zimmermann und Hans Panschar jeweils von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Am Samstagabend, 25. November, um 20 Uhr beginnt das Konzert der „Silverfish Surfers“ mit anschließender Party, Unkostenbeitrag 5 Euro.
„PopUp Kunst“ findet im ehemaligen Marstall von Schloss Berg, Mühlgasse 7 in 82335 Berg, statt und ist ein Kooperationsprojekt von Yearning Communications und Katja Sebald.
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.