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Inhaltsverzeichnis
Innehalten im Sommertrubel: Christina von Bitter im Kloster Beuerberg

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Museum Fürstenfeldbruck: Identitäten: Wald - Bilder

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Ein Vermeer in München: Die Briefleserin in Blau

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Grande Dame der feministischen Kunst: Jutta Koether im Museum Brandhorst

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Johannes Grützke in Penzberg: Begriffe weg. Neugier her!

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Geiger und Buchheim: Farbe tanken und Geburtstag feiern

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Mittwoch 15.08.2018
Innehalten im Sommertrubel: Christina von Bitter im Kloster Beuerberg
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Skulpturen verbinden sich mit ihrer Umgebung. Skulpturen treffen Aussagen über den sie umgebenden Raum. Was aber ist, wenn der Raum selbst eine Skulptur ist? Und wie gestaltet man das Innere dieser Raumskulptur, die ebenfalls auf ihre Umgebung reagiert? Mit „Raum im Raum“ hat die Münchner Künstlerin Christina von Bitter ihre Ausstellung im Gartenpavillon des Klosters Beuerberg überschrieben – eine schmerzhaft schöne Antwort auf einen höchst ungewöhnlichen Ort.

Christina von Bitter, geboren 1965 in Erlangen, kann in ihrer Vita ein Praktikum im Tarot-Garten von Niki de Saint Phalle auflisten und ein Studium der Bildhauerei bei Lothar Fischer, dessen Meisterschülerin sie auch war. Es ist also kein Wunder, dass sie selbst ortsbezogene Kunstwerke von bezaubernder Poesie und gleichzeitig von großer formaler Stimmigkeit zu schaffen weiß. In Beuerberg zeigt sie eine von der Vergangenheit des Klosters leise umfangene Anordnung, die vieles offen lässt und doch eine schlüssige Aussage über den sie umgebenden Raum trifft: eine Art Hortus Conclusus für den modernen Menschen, der hier für einen Moment seiner Welt der Zerstreuung entfliehen und innehalten darf.

Seit 1846 lebten im Kloster Beuerberg Salesianerinnen in strenger Klausur. Nachdem sie die Profess abgelegt hatten, sahen die jungen Frauen ihre Familien nicht mehr wieder. Mit Besuchern durften sie nur durch ein Eisengitter und einen dunklen Vorhang sprechen. Kam doch einmal ein Arzt oder ein Handwerker in die Klostergebäude, wurden die Schwestern durch ein Glockenzeichen gewarnt. Die meiste Zeit des Tages waren sie zum Schweigen verpflichtet, deshalb kommunizierten sie untereinander mit Glockenzeichen und handgemalten Schildchen. Listen mit den zu verrichtenden Arbeiten, Pläne für die Anlage des Gartens, Zettel und Tafeln  regelten den Alltag. 2014 verließen die letzten hochbetagten Schwestern Beuerberg und wurden in Altenheime verschiedener Orden untergebracht. Das Diözesanmuseum Freising übernahm die historischen Gebäude, in denen von den Betten und Betstühlen der Schwestern bis zur Speisekammer noch jedes kleinste Ding an seinem Platz war, und zeigt seither in den Sommermonaten vielbeachtete Ausstellungen über das Leben der Frauen hinter den dicken Klostermauern, die sie von der Welt abschirmten.

Noch heute gelangt man nur durch ein Tor, über einen Hof und an der schmalen Klosterpforte vorbei in den inneren Bereich des Klosters, der um einen Kreuzgang angeordnet ist. Die Gebäude stammen aus der Barockzeit und haben sich, so scheint es zumindest, mitsamt ihrem Inventar seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr verändert. Im Klostergarten wachsen in ordentlich angelegten Beetreihen die Bauernblumen, auch Kräuter und Gemüse werden dort noch angebaut. Wie eine Setzung erscheint in dieser üppig blühenden Idylle das schwarze Pavillongebäude, das vom Münchner Architekturbüro Deubzer, König und Rimmel ursprünglich für die Umbauphase der Alten Pinakothek konzipiert und jetzt hierher transferiert wurde. So abweisend und hermetisch das hölzerne Gebäude von außen wirkt, so spektakulär ist es in seinem Inneren: Das durch die Längsschnitte einfallende Licht der Nachmittagssonne zeichnet Ornamente auf den Betonbeton, lässt den Raum flirren und verleiht ihm zugleich eine sakrale Feierlichkeit. Dieser Raum ist mehr als Ordnung und Kontext: Er ist eine ebenso kühne wie zurückhaltende Raumskulptur, die genau jenes Drinnen und das Draußen thematisiert, von dem das Klosterleben über die Jahrhunderte bestimmt wurde.

Zunächst scheint es unmöglich, diesem Raum noch etwas hinzufügen zu wollen. Die Bildhauerin Christina von Bitter hat sich für zwei monumentale weiße Kleiderplastiken entschieden, die sich mit weiteren weich schwingenden Linien, Strukturen und Öffnungen an diesem festlichen Lichtspiel beteiligen und doch gleichsam Behausungen bilden. Nichts an ihnen erinnert an die schwarze Nonnentracht und an das Eingesperrtsein der Schwestern, sie könnten tröstliche Schutzmäntel für ihre einsamen Seelen, Ballkleider für ihre seltenen Mußestunden sein. Christina von Bitter ist eine Meisterin der Leichtigkeit – und auch diesem Raum ist sie auf höchst überzeugende Weise mit leichter Hand begegnet. Zwei minimalistische Bronzefiguren und einige wenige ihrer aus Draht geformten und mit Papier bespannten Objekte ergänzen ihren „Raum im Raum“: ein Zwitterwesen aus Ofen und Haus in der Ecke, eine beinahe lebendige Teekanne und eine luftige Gitarre vor dem schwarzen Raster der Wand.

Die Ausstellung „Raum im Raum“ von Christina von Bitter ist noch bis zum 7. Oktober 2018 jeweils von Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr zu sehen, ebenso wie die Ausstellung „Das Spiel beginnt!“ über das Leben der Klosterschwestern in Beuerberg. Während der Öffnungszeiten wird auch in der ehemaligen Klosterküche mit frischen und biologischen Zutaten gekocht, gegessen wird im Garten oder an den langen Tischen des Refektoriums.

Katja Sebald


Kloster BEUERBERG
Königsdorfer Straße 7,
82547 Eurasburg-Beuerberg
Autor: Siehe Artikel
Freitag 10.08.2018
Museum Fürstenfeldbruck: Identitäten: Wald - Bilder
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Fürstenfeldbruck. Der Wald ist in aller Munde. Und das in den unterschiedlichsten (kulturellen) Bereichen. In Peter Jacksons Tolkien-Verfilmung „Herr der Ringe“ erwacht zum Beispiel ein Heer von Bäumen zum Leben und zieht, als Symbol für den Erhalt der Umwelt, in die Schlacht gegen Isenbart. Die amerikanische Autorin Annie Proulx hat im letzten Jahr den grandiosen Roman „Aus hartem Holz“ vorgelegt, in dem sie nordamerikanische Natur- und Menschheitsgeschichte über drei Jahrhunderte anhand des Waldes erzählt. Wolfgang Voigt alias GAS veröffentlichte ebenfalls im letzten Jahr sein Meisterwerk „Narkopop“, eine Symphonie des Waldes in Ambient- und Technotextur.
In der Malerei spielte der Wald als Motiv der Sehnsuchtslandschaft und als Bewahrer des Friedens und Zeichen der Abkehr vom weltlichen Getriebe, hingegen schon immer eine tragende Rolle. Von den Romantikern Caspar David Friedrich und Ludwig Richter über die Realisten Gustav Courbet und Jean-Baptiste Camille Corot bis hin zu den Joseph Beuys und Gerhard Richter. Noch bis zum 14. Oktober ist im Museum Fürstenfeldbruck die Ausstellung „Identitäten: Wald-Bilder“ zu sehen. Eine Schau, in welcher der Wald in seinen unterschiedlichsten Wahrnehmungen über die Jahrhunderte dargestellt wird.
Die Museumsleiterinnen Angelika Mundorff und Eva von Seckendorff haben eine sehenswerte und wunderbar gestaltete Sittengeschichte des deutschen Waldes in der Malerei zusammengetragen. Akribisch, kenntnisreich und ästhetisch anspruchsvoll. Der Wald als Ort des Erhabenen, des Patriotischen, der Wildnis, der ökonomischen Interessen und des Märchens. Die Kategorien wiederum sind nicht zusätzlich in Stile oder Epochen eingeteilt, sondern stehen für die jeweilige Thematik. Somit sind die subjektiven Sichtweisen der Künstler deutlich herausgearbeitet, was dem Titel „Identitäten“ trefflich entspricht. Ob als Metapher für Sinnliches, als herausfordernde Realität oder als abstrakte Perspektive. Es sind Interpretationen, die in ihrer jeweiligen Komposition und Struktur Auskunft über das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Kunstwerk geben. Gerade der Naturbegriff erscheint heute mehr denn je konfliktbeladen. Insofern ist diese Ausstellung eine Herausforderung, die Sichtweisen wirken zu lassen und sich mit ihnen auch auseinanderzusetzen.
An den einzelnen Werken wird die seelische Grundstimmung der Maler, Grafiker und Fotografen deutlich. Ängste und Hoffnungen, der Wald als Hort des Überlebens, als Symbol mächtiger Naturgewalten, als Metapher für Freiheit und Widerstand. Es handelt sich somit immer um Grundfragen menschlicher Existenz.
Ausgestellt sind Werke von Gabriele Münter, Gerhard Richter, Fritz von Uhde, Willy Reinhardt oder dem Niederländer Adriaen van de Velde. Insgesamt 125 Objekte, wobei die Hälfte Leihgaben aus dem gesamten Bundesgebiet sind. Natürlich gibt es auch Gemälde, die in den Waldgebieten rund um Fürstenfeldbruck entstanden sind, wie eine Arbeit von Otto Kubel unter dem Titel „Maisacher Wald“ oder von Ludwig von Senger. Vielleicht als eine Art Einladung, die Wälder  vor den Toren des Museums persönlich zu erforschen.
Gerhard von Keußler


Abbildungen:

Paul Wilhelm Keller-Reutlingen (1854-1920)
Schafe im Wald
Öl auf Leinwand, 80x120 cm
Sparkasse Fürstenfeldbruck

Fritz Baer
Waldlandschaft
Öl/Karton, 47x58 cm
Museum Fürstenfeldbruck
Autor: Siehe Artikel
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Samstag 28.07.2018
Ein Vermeer in München: Die Briefleserin in Blau
Man muss nach Frankfurt fahren, nach Dresden, Berlin oder Wien. Oder gleich nach Amsterdam, London oder New York. In München gibt es nämlich keinen. Zumindest normalerweise gibt es in München keinen Vermeer: In diesem Sommer aber ist zur Wiedereröffnung der Sammlungsräume in der Alten Pinakothek die berühmte „Briefleserin in Blau“ zu Besuch in der Stadt. Die kostbare Leihgabe aus dem Rijksmuseum Amsterdam wird von einem umfänglichen Rahmenprogramm aus Führungen, Vorträgen und Konzerten begleitet. Der Münchner Schriftsteller Ludwig Steinherr widmet der „Briefleserin in Blau“ einen ganzen Gedichtband, der soeben in der „Lyrikedition 2000“ erschienen ist. Ein Vermeer in München: Das ist eine Besonderheit, die gebührend gefeiert werden muss. Ein Blick auf das Bild im Rubens-Saal der Alten Pinakothek ist aber darüber hinaus ein ganz besonderes persönliches Erlebnis, das man jedem Kunstliebhaber, ja eigentlich überhaupt jedem, ans Herz legen möchte.

Wie immer bei Vermeer sind Komposition und Farbgebung ebenso delikat wie wirkungsvoll. Wie immer sind seine Frauengestalten in häuslicher Umgebung dargestellt. Jedes einzelne der sorgfältig arrangierten Objekte von der Schatulle und der Perlenkette auf dem Tisch über Kleidung und Frisur der gemalten Frau bis hin zu der Landkarte an der Wand im Hintergrund sind bis ins Kleinste analysiert worden. Vor allem das blaue Jäckchen erregte das Interesse von mehr oder weniger berühmten Betrachtern des Bildes. Verbirgt das weite Kleidungsstück eine Schwangerschaft und ist diese Schwangerschaft der Grund für den Brief mit offensichtlich amourösem Inhalt? Oder ist es einfach nur das im 17. Jahrhundert übliche Bettjäckchen, wie es von Frauen des wohlhabenden Bürgertums getragen wurde? Und dann dieses Blau: Von allen Malern seiner Zeit erzielte nur Vermeer diesen ganz und gar unvergleichlichen Blauton von geradezu magischer Strahlkraft. Bei der jüngsten Restaurierung des Gemäldes im Jahr 2011 konnte zumindest dieses Geheimnis gelüftet werden: Der Maler verwendete dafür sogenanntes „Ultramarin“, hergestellt mit Blaupigmenten aus Lapislazuli. Die besten Sorten dieses gesteinsartigen Materials kamen schon seit dem Mittelalter aus Afghanistan „über das Meer“ – daher der Name – nach Venedig. Ein zusätzlichen Effekt erreichte Vermeer durch eine besondere Maltechnik und vor allem dadurch, dass er das kostbare Blau auf eine kupfergrüne Farbfläche auftrug.

Aber das ist noch lange nicht alles: Das eigentlich Wunderbare bei Vermeer ist das Licht. Stets lässt er es durch eine natürliche Lichtquelle von links in seine Bildräume eintreten. Auf einigen anderen Gemälden ist am linken Bildrand ein geöffnetes oder auch geschlossenes Fenster sichtbar, etwa bei der nicht minder berühmten Darstellung des „Milchmädchens“. Es scheint, als wären seine Bilder an dieser Stelle von hinten erleuchtet. Auch die „Briefleserin“ steht im Licht eines Fensters, auch wenn es nicht explizit zu sehen ist. Ein ebenso kühles wie weiches  Tageslicht ergießt sich in den Raum und gleitet über alle Gegenstände, es inszeniert den kostbaren Brief in den Händen der lesenden Frau und ihr konzentriertes Gesicht mit den halb geöffneten Lippen, es verfängt sich in ihrer Kleidung und bringt ihre blaue Jacke zum Leuchten, auch die Perlenkette auf dem Tisch glänzt in diesem Licht. Forschung und Fachliteratur können das Bild zwar erklären – den Zauber, der von der „Briefleserin in Blau“ ausgeht, wird man erst erfahren, wenn man davor steht.

Viel ist mittlerweile über Jan Vermeer geschrieben wurde, lange Zeit aber interessierte sich niemand für diesen Maler, der 1632 in Delft geboren wurde und dort 1675 starb. Nur wenige Bilder haben sich von ihm erhalten, die Zahl der gesicherten Werke schwankt zwischen 34 und 37. Es war der französische Kunstkritiker Théophile Thoré-Bürger, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Vermeer „wiederentdeckte“ und das Moderne in seinen Bilder beschrieb. Damit weckte er nicht zuletzt das Interesse der Impressionisten an Vermeers einzigartiger Licht- und Farbmalerei. Auch Vincent van Gogh sah 1888 die „Briefleserin in Blau“ im Rijksmuseum in Amsterdam und schrieb daraufhin an seinen Freund Émile Bernard: „Kennst du einen Maler namens Vermeer? Er hat die würdevolle und schöne Figur einer schwangeren Holländerin gemalt. Die Farbenskala besteht aus Blau, Zitronengelb, Perlgrau und Weiß. Es ist wahr, in den wenigen Bildern, die wir von ihm haben, kann man alle Farben der Palette finden; aber es ist eben doch charakteristisch für ihn, daß er Zitronengelb, ein stumpfes Blau und ein helles Grau kombiniert.“ In Amsterdam kann man die „Briefleserin in Blau“ immer treffen – in München jedoch nur noch wenige Wochen bis zum 30. September 2018.

Das Rahmenprogramm findet sich hier: https://www.pinakothek.de/ausstellungen/vermeer-briefleserin-blau. Der Lyrikband „Briefleserin in Blau“ von Ludwig Steinherr ist im Allitera-Verlag erschienen.

Katja Sebald

Zur Wiedereröffnung der Sammlungsräume der Alten Pinakothek hat das Publikum vom 03. Juli bis 30. September 2018 die einmalige Gelegenheit, die weltberühmte „Briefleserin in Blau“ des holländischen Malers Johannes Vermeer (1632 -1675) in München zu erleben.

Abbildung:
Johannes Vermeer
Briefleserin in Blau, um 1663
Öl auf Leinwand, 46,5 cm x 39 cm
Rijksmuseum Amsterdam, Leihgabe der Stadt Amsterdam (Vermächtnis A. van der Hoop)
© Rijksmuseum, Amsterdam

Alte Pinakothek
Barer Str. 27
80333 München
Autor: Siehe Artikel
Montag 25.06.2018
Grande Dame der feministischen Kunst: Jutta Koether im Museum Brandhorst
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Das Museum Brandhorst feiert in diesem Sommer mit einer großen Retrospektive die Künstlerin Jutta Koether. Der Zeitpunkt hätte kaum besser gewählt sein können: Die #MeToo-Debatte hat eine neue Phase des Feminismus eingeläutet und wird – hoffentlich – die Welt verändern. Die 1958 in Köln geborene Jutta Koether ist nicht nur Malerin, sondern tritt auch als Performance-Künstlerin und Musikerin auf, ebenso bezeichnet sie ihre politischen Aktivitäten und ihre publizistische Arbeit als Teil ihrer künstlerischen Praxis. Ihre Gemälde werden meist als feministische Antwort auf den von Männern dominierten Neo-Expressionismus in der Kölner Szene der späten Achtziger Jahre eingeordnet.

Kaum eine andere Künstlerin habe unser heutiges Verständnis von Malerei und von der Kulturlandschaft seit den 1980er Jahren so entscheidend geprägt wie Jutta Koether, heißt es in der Pressemitteilung des Museums. Sie sei „eine der relevantesten Malerinnen der letzten Jahrzehnte“. Gleichzeitig wird jedoch darauf hingewiesen, dass unter den insgesamt 150 Werken in dieser Ausstellung ein erheblicher Teil noch nie ausgestellt wurde oder nach der ersten Präsentation nicht mehr zu sehen war. Tatsächlich wurde Koether, anders als etwa Rosemarie Trockel, weniger vom Kunstmarkt als von der Szene wahrgenommen, weniger als Malerin, sondern eher als radikale Performerin und feministische Autorin. So mag es zunächst durchaus befremdlich wirken, ihr malerisches Werk – bewusst wird in einer chronologischen Abfolge auch das Frühwerk gezeigt – im musealen Kontext und strikt abgetrennt von ihren übrigen Aktivitäten zu sehen. Daran ändern auch die ebenfalls ausgestellten Assemblagen mit Punk-Devotionalien und in Acryl eingegossenen Accessoires von Performances nichts. Erst zum Abschluss der Ausstellung im Oktober soll es in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen und der Akademie der Bildenden Künste München eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Konzerten und Performances geben.

Charakteristisch waren auch für den Kölner Neo-Expressionismus Figürlichkeit und spontaner Ausdruck sowie eine nicht selten aggressive Geste, durchaus typisch sind auch Querverweise auf die Kunstgeschichte. Koether zitiert in ihren Arbeiten nicht nur Poussin, Balthus, Cézanne, Van Gogh und Freud, sondern auch Texte von Walter Benjamin. Bei den frühen Arbeiten erscheint jedoch die Malerei geradezu zweitrangig gegenüber den eingearbeiteten Textbotschaften. Farbintensive und wirklich malerische Bilder entstanden, nachdem die Künstlerin Anfang der 1990er Jahre nach New York gezogen war. In dieser Phase finden sich nun Motive aus Popkultur und Literatur. New York und seine Szene sei untrennbar mit ihrer Arbeit verbunden, sagte Koether einmal. Performance und Musik sind ab etwa 2000 ihr Schwerpunkt geworden.

Das malerische Werk von Jutta Koether soll in dieser Ausstellung als programmatisch weiblich dargestellt werden: Sie habe sozusagen gegen einen männlich dominierten Kanon der Kunstgeschichte „angemalt“ und deshalb bewusst Motive von Künstlerinnen wie Georgia O’Keeffe, Eva Hesse oder Louise Bourgeois aufgegriffen. Auch die intensive Beschäftigung mit der Farbe Rot sei so zu interpretieren: Je nach Kontext stehe das Rot für „Schmerz, Scham, Hysterie, Intensität, Aggression, Provokation, Schminke, Begehren, Weiblichkeit“. Geschlechtsteile, Menstruationsblut, Eizellen und Embryonen lassen sich in diesen vielfältig roten Gemälden ebenfalls identifizieren.

Als Höhepunkt der Ausstellung soll jedoch der titelgebende 15-teilige Gemäldezyklus „Tour de Madame“ verstanden werden, mit dem Koether auf Michel de Montaigne als gedankliches Vorbild verweist. Formal jedoch bezieht sie sich auf Cy Twomblys Lepanto-Raum im selben Haus. Die aufwendige Präsentation im Zentrum des Untergeschosses greift sogar die Architektur des eigens für Twomblys Bilder geschaffenen Raums auf. Der von Koether neu erschaffene Bildzyklus solle ihre eigene „Schlacht mit der Malerei- und Kunstgeschichte“ vor Augen führen: Es ist eine mit eher zeichnerischer Geste und mit dünner blasser Farbe entstandene, aber höchst komplexe  Bildgeschichte, durch die man sich „hindurchlesen“ muss. Danach aber sollte man unbedingt noch einen Abstecher zu Twomblys Bildern im Obergeschoss machen und in ihrer ebenso kraftvollen wie anrührenden Opulenz schwelgen.

Katja Sebald


Die Ausstellung JUTTA KOETHER - TOUR DE MADAME ist noch bis zum 21. Oktober 2018 im Museum Brandhorst in der Theresienstraße 35a in 80333 München zu sehen.


Abbildung:
Jutta Koether
Untitled, 1987
Öl auf Malkarton 18 x 24 cm
Courtesy of the artist and Galerie Buchholz, Berlin/Cologne/New York
Autor: Siehe Artikel
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Dienstag 13.03.2018
Johannes Grützke in Penzberg: Begriffe weg. Neugier her!
Diese Ausstellung ist ein Schock. Der Maler stürzt sich förmlich auf seine Betrachter: Als grimassierender Alter, als eitler Fatzke, als halbnackter Poser. In grellen Farben, in riesigen Formaten und von einer Fleischlichkeit, die man am ehestens noch mit den Schlachthausbildern von Lovis Corinth vergleichen kann. Und dazu schreit er auch noch: „Werdet wie ich: Johannes Grützke!

Keine Frage, mit dieser ersten Ausstellung im bislang eher beschaulichen Museum Penzberg ist der neuen Interimsleiterin Freia Oliv ein großer Wurf gelungen – und das auch noch in einem atemberaubenden Tempo: Erste Kontaktaufnahme mit dem Galeristen am 6. Januar, Ausstellungseröffnung am 9. März. Der mehr als straffe Zeitplan ist den etwas krausen Entscheidungen des Penzberger Stadtrats hinsichtlich alter und zukünftiger Leitung des Museums geschuldet. Oliv aber verschwendete keinen einzigen Arbeitstag und griff umgehend den Vorschlag ihrer Vorgängerin auf, mit der Galerie Klaus Kiefer in Essen in Kontakt zu treten, die den 2017 verstorbenen Berliner Maler Johannes Grützke vertritt. Eine Woche später saß sie im Zug nach Essen und wählte rund sechzig Arbeiten für eine Ausstellung aus.

Weg mit den erklärenden Texten von der Kunst, die Bilder selbst wirken lassen – das war die Devise der erfahrenen Kunstvermittlerin beim Aufbau der Ausstellung. Jetzt füllt Grützke alle Wände des engen Bergarbeiterhäuschens: Monumental bis an den äußersten Bildrand herangezoomt, nicht einmal die Brille findet Platz auf der mehr als zwei Quadratmeter großen Leinwand, der halbgeöffnete Mund ist ein riesiges rotes Loch. Der Erdgeschossraum ist eine einzige Selbstinszenierungsarena für diesen ebenso widersprüchlichen wie genialischen Maler, der sich mal als sterbenden Christus und mal als Protagonist eines Historienschinkens darstellt. Im ebenso riesigen Format schlachtet er als personifizierte Realität erst die Authentizität ab, wird wiederum von der „Idealität“erstochen und bleibt schließlich als Rückenfigur der Demut übrig, die freilich ebenfalls einen Mord an ihren Idealen begangen hat. Das Ganze ist ein plakativer Farbenrausch – aber zugleich von allergrößter malerischer Virtuosität. Grützke zitiert unverfroren aus der Kunstgeschichte, ahmt Malstile und Darstellungskonventionen nach, verfremdet sie aber im selben Atemzug so sehr, dass nichts als ein einziges großes Rätsel übrig bleibt. Er malt wieder und wieder sein eigenes Gesicht, häßlich, verzerrt, faltig und schrill. Er formt seinen Kopf in Ton, als Vollplastik und als Relief. Und als ob das alles noch nicht genug wäre: Auch auf den Texttafeln in den Gängen kommt er selbst zu Wort und darf dort sein Spiel mit subjektiven Realitäten fortsetzen. Er beschreibt sich in einem frech verbogenen Lebenslauf und behauptet: „Ich habe in meinem Leben noch kein Selbstporträt gemacht.“

Die Kuratorin hat sich voll und ganz auf diesen Künstler eingelassen. Und der Ausstellungsbesucher kann das Museum entweder fluchtartig verlassen – oder sich ebenfalls voll und ganz einlassen. Dann aber wird er im ersten Stock und ganz oben in den Dachstübchen einen  ungemein vielseitigen Künstler entdecken, einen der produktivsten Widerspruchsgeister, die Berlin je hervorgebracht hat, einen Maler und Zeichner, der sein Handwerkszeug meisterhaft beherrscht und es einsetzt, um sich abwechselnd ins Rampenlicht oder ins Abseits zu manövrieren. Die Zeitgeistströmungen des Kunstgeschehens interessierten den 1937 geborenen Maler, der unter anderem Schüler von Oskar Kokoschka war, nur insofern, als er sie mit einem einzigen Handstreich beiseite wischen konnte. Als Antwort auf die abstrakte Malerei gründete er seine „Schule der neuen Prächtigkeit“. Er sagte: „Begriffe weg. Neugier her!“ Und schließlich: „Ich bin jetzt soweit, dass ich es laut sage: Moderne Kunst ist Blödsinn. Ich habe damit nichts zu tun, ich bin kein moderner Künstler, ich bin Klassiker! Kunst ist nicht modern, sondern immer!“

Am Malen interessierte ihn das Prozesshafte, nicht das Ergebnis. „Malen ist Denken“, so sein Diktum. Auch an den Grenzen der Gattungen machte er keinen Halt: Er war ein brillanter Redner, trat als Musiker auf und arbeitete am Theater, wo er vor allem für Peter Zadek Bühnenbilder und Kostüme entwarf. Und wie gesagt, wer es bis ins oberste Stockwerk schafft, der wird ihn in dieser Ausstellung in jeder Etage, ja in jedem Raum neu entdecken – ganz zuletzt dann auch als höchst sensiblen Beobachter mit nur noch ganz leiser Ironie.

Katja Sebald

Museum Penzberg — Sammlung Campendonk
Am Museum 1, 82377 Penzberg

(Ehemalige Karlstraße 61)

Abbildungen:

Grützke Selbst 21.9.2012
© Galerie KK Klaus Kiefer

Grützke Selbst 27.8.1997  
© Galerie KK Klaus Kiefer  

Grützke Selbst 1995 groß
Autor: Siehe Artikel
Samstag 03.02.2018
Geiger und Buchheim: Farbe tanken und Geburtstag feiern
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Lothar-Günther Buchheim im Esszimmer seines Hauses, um 1980 © 2018 Buchheim Stiftung, Bernried am Starnberger See
Im Januar wurde der 110. Geburtstag von Rupprecht Geiger begangen, die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Lothar-Günther Buchheim finden im Februar statt. Der eine steht für den künstlerischen Neuanfang in der jungen Bundesrepublik, dem anderen ist die Wiederentdeckung und Bewahrung der expressionistischen Vorkriegsmoderne zu verdanken. Wie erst jetzt bekannt wurde, gab es eine direkte Verbindung zwischen den beiden so unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten: Geiger, damals noch in seiner ursprünglichen Profession als Architekt tätig, baute in den 1950er Jahren das Feldafinger Wohn- und Verlagsgebäude für Buchheim um und aus. Ob es auch hier zum Streit zwischen Bauherr und Architekt kam, ist nicht überliefert.

„Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft.“ So lautet eins der bekanntesten Zitate von Rupprecht Geiger, der im Dezember 2009 im Alter von fast 102 Jahren verstarb. Einen Großteil seines Lebens hatte er der Farbe Rot und deren Wirkung gewidmet. Man darf wohl glauben, dass er sein hohes Alter auch der Kraft dieser Farbe zu verdanken hatte. Fast bis ganz zuletzt hatte er jeden Tag in seinem Atelier gearbeitet. Sein wichtigstes künstlerisches Anliegen war die bedingungslose Ausbreitung von Farbenergie: Er verwandelte fluoreszierende Pigmente in leuchtendes Farblicht, seine Bilder sind wie kleine Sonnen, Kraftwerke und Lichtorte. „Farbe ist die Nahrung für die Augen“, sagte er. Und weiter: „Seele und Leben ohne Farben sind bedroht.“

Nach dem Krieg hatte sich Geiger intensiv der Malerei zugewandt, die Arbeit als Architekt trat nach und nach in den Hintergrund. Ab 1948 entstanden erste abstrakte Gemälde und eine Reihe irregulärer Bildformate, noch vor den sogenannten „shaped canvases“ des amerikanischen Malers Frank Stella. 1949 war Geiger Mitbegründer der Gruppe ZEN 49. Deren Mitglieder Willi Baumeister, Rolf Cavael, Gerhard Fietz, Rupprecht Geiger, Willy Hempel, Brigitte Matschinsky-Denninghoff und Fritz Winter hatten es sich zum Ziel gesetzt, die abstrakte Malerei einem breiteren Publikum zugänglich und damit verständlicher zu machen. Gerhard Fietz schrieb rückblickend über ZEN 49: „Jeder von uns Jüngeren stand an einem Nullpunkt. Und wir empfanden dies auch als ernste Aufgabe, ein neues Bild zu entwickeln, das eine Basis und Hoffnung für die Zukunft ist. Denn wir alle waren im Krieg gewesen und wollten ein neues, klares und ethisch eindeutiges Leben verwirklichen, das inhaltlich auch im Bild sich ausdrückt. Aus dieser Haltung heraus haben wir Maler uns auch zusammengefunden.“

Ab den 1970er Jahren beschäftigte sich Rupprecht Geiger zunehmend auch mit der Wirkung der Farbe in den Umraum und mit der körperlichen Erfahrung von Farbe. Die von ihm gestaltete rote U-Bahnstation Machtlfinger Straße, die sogar in einem japanischen Reiseführer als Sehenswürdigkeit erwähnt wird, kann man exemplarisch als solchen „Farbraum“ erleben. 2010 wurde zum ersten Todestag das Archiv Geiger in den ehemaligen Atelierräumen in Solln eröffnet. Es wird von Julia Geiger, der Enkelin des Künstlers, geleitet. Ihr ist es gelungen, eine Mischung aus professioneller Galerie und Museum einzurichten und zugleich das Atelier und seine besondere Atmosphäre so lebendig zu erhalten, als hätte Rupprecht Geiger es gerade erst nach seinem letzten Arbeitstag verlassen. Auch wenn die offiziellen Geburtstagsfeierlichkeiten vorbei sind, so ist das Archiv Geiger mit der neuen Präsentation unbedingt einen Besuch wert. Gerade an grauen Wintertagen kann man dort „Farbe tanken“.

Lothar-Günther Buchheim war ein Mensch, der alles andere als „Mainstream“ war: Er machte nie das, was alle machten, sondern ging immer seinen eigenen, meist widerständigen Weg – und das mit großer Konsequenz. Dieser Unbeirrtheit ist die unvergleichliche Sammlung zu verdanken, die er im Lauf seines Lebens zusammengetragen und zuletzt der Öffentlichkeit vermacht hat. Als in der Nachkriegszeit die gegenstandslose Kunst boomte, setzte er sich als Sammler, Verleger und Kunstbuchautor vehement für die figurative Malerei der deutschen Expressionisten ein. Und als Bauhaus und Funktionalismus angesagt waren, umgab er sich mit der sinnen- und farbenfreudigen Pracht alten Kunsthandwerks und anderen „unmodernen“ Dingen. Neben ihrer quantitativen Fülle zeichnet sich Buchheims Sammlung dadurch aus, dass sie mit dem Blick des Künstlers entstand: Er kaufte was ihm persönlich gefiel und was er für künstlerisch wertvoll hielt.

Im Jahr 2001 wurde Buchheims „Museum der Phantasie“ in Bernried eröffnet. Seine Entstehungsgeschichte reicht jedoch weit in die Siebziger Jahre zurück und ist eng verknüpft mit der ausgesprochen streitbaren Persönlichkeit des Museumsgründers, der 1995 seine Sammlung in eine Stiftung einbrachte und im Stiftungsvertrag genau festlegen ließ, wie sie, auch über seinen Tod hinaus, zu präsentieren sei. Heute ist das Buchheim Museum dennoch ein modernes und für den Leihverkehr offenes Haus, auch der erbittert geführte Zwist zwischen Buchheim und seinem berühmten Architekten Günter Behnisch ist längst Geschichte.

Lothar-Günther Buchheim wurde am 6. Februar 1918 in Weimar geboren und wuchs in Chemnitz auf. Er galt, wie er selbst stets betonte, als „malendes Wunderkind“ und arbeitete bereits als Schüler als Illustrator und Autor für Chemnitzer Zeitungen. 1939 begann er ein Studium der Malerei an der Dresdner Kunstakademie, das er ab 1940 zunächst bei Hermann Kaspar in München fortsetzte. Noch im selben Jahr wurde er zum Kriegsdienst einberufen. Vorwürfe, er habe als Marinekriegsberichterstatter der nationalsozialistischen Propaganda gedient, wies Buchheim stets weit von sich. In den Kriegsjahren entstanden Hunderte von Zeichnungen, Aquarellen und Fotografien sowie Buchmanuskripte, die Buchheims eigenes Oeuvre als Künstler und Autor begründeten. Bereits 1943 erschien sein Buch „Jäger im Weltmeer“, ein Bericht aus dem U-Boot-Krieg mit Fotodokumentation. Ab 1940 hatte Buchheim ein Domizil in Feldafing am Starnberger See, wohin er auch 1945 zurückkehrte, und wo er sich Anfang der 50er Jahre endgültig niederließ. Zwischen 1949 und 1951 unterhielt er eine Kunstgalerie in Frankfurt, wo er als einer der ersten im Nachkriegsdeutschland Ausstellungen von Künstlern wie Klee, Braque und Picasso zeigte. Die Bücher, die Buchheim über die „Brücke“-Maler, den „Blauen Reiter“, über Max Beckmann und Otto Mueller in den 50er Jahren schrieb, galten als Pioniertaten. In dieser Zeit sei es einfacher und billiger gewesen, Originale zu erwerben, als sich um Abbildungen und Bildrechte zu bemühen, sagte er über den Beginn seiner Sammlertätigkeit. Eine Beckmann-Radierung, so erinnerte sich Buchheim, war in der Anfangszeit „für 30 Mark zu ergattern“.

Nach Erfolgen als Kunsthändler und Verleger erwarb er mit seiner zweiten Ehefrau Diethild das Haus in Feldafing, dass er sich zur „Villa Buchheim“ umbauen ließ. Nach und nach füllte er es mit seiner opulenten Sammlung und machte es selbst zum Gesamtkunstwerk. 2007 verstarb der Hausherr. 2014 folgte die Witwe. Das marode Gebäude musste 2017 abgerissen werden, weite Teile seines überbordenden Innenlebens, darunter ganze Räume, sind ins Buchheim Museum umgezogen. Zu Buchheims 100. Geburtstag werden sie erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Katja Sebald


Ein Besuch im Archiv Geiger ist ohne Anmeldung immer montags von 10 bis 14 Uhr zum „Morgen Rot“ und dienstags von 17 bis 20 Uhr zum „Abend Rot“ möglich, individuelle Termine für Besichtigungen und Führungen kann man unter 089-72 77 96 53 oder info@archiv-geiger.de vereinbaren.

Die Geburtstagsfeier für Lothar-Günther Buchheim findet am 6.2.2018 statt: Ab 15 Uhr ist der Eintritt  ins Museum frei. Um 16 Uhr findet ein Rundgang durch die ins Museum übertragenen, originalen Räume des Feldafinger Wohn- und Verlagsgebäudes mit Museumsdirektor Daniel J. Schreiber statt. Um 17 Uhr berichtet der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber von seinen Abenteuern mit dem Museumsgründer und ab 17.30 Uhr gibt es eine Podiumsdiskussion mit Buchheim-Kennern.
Autor: Siehe Artikel
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