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Samstag 25.05.2019; Uhrzeit: 20:00 Uhr
Olching KOM: „Philosokomiker“ Peter Spielbauer - Alles Bürste!
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Foto: Thomas Degen
„Philosokomiker“ Peter Spielbauer - Alles Bürste!
Eine Veranstaltung im Rahmen der Kreiskulturtage Fürstenfeldbruck

Jahrzehntelang selbst in den Ungenauigkeiten und Unsicherheiten unserer Existenz schwimmend, ist es dem Worttänzer und Objekttäter Peter Spielbauer mit seiner finalen Erkenntnis „Alles ist eine Bürste!“ gelungen, endlich Klarheit und Halt in unser flüchtiges Dasein zu blasen. Peter Spielbauer sieht das Große Ganze, zweifelt zwar, ob das Große Ganze auch ihn sieht, gibt jedoch nie auf und sieht in der geschickten Verknüpfung von Umwegen den bequemen Teppich des intellektuellen Wohlbefindens. Mit großem körperlichen Einsatz und dem exzessiven Gebrauch spärlichster Requisiten (ein Tuch, ein Stab, ein Stein, ein Irrtum) tuchstabirrt er durch seinen Spielbauer-Kos-mos. Kein Fitzel Dreck ist ihm zu gering, keine Goldstandard-Krone zu unantastbar. Alles hängt mit allem zusammen und wenn man et-was sucht, ist es egal, wo man sucht, weil gefunden wird es sowieso woanders.

Kulturwerkstatt Olching am Mühlbach
Hauptstraße 68,
82140 Olching
Mittwoch 29.05.2019; Uhrzeit: 20:00 Uhr
Landsberg: Otto Lechner meets Sväng
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Photo by Klaus Tauber
Otto Lechner meets Sväng
„Crazy moments“
Ein Akkordeon trifft auf vier Mundharmonikas

Der Titel „crazy moments“ ist ein ganz besonderes Understatement. Denn wenn Österreichs Akkordeonvisionär Otto Lechner auf die finnischen Mundharmonika-Artisten von Sväng trifft, ist nicht nur überbordende Spielfreude und Lust am musikalischen Experiment Programm. Die fünf Herren beherrschen ihre artverwandten Instrumente atemberaubend und verfügen allesamt über schrägen Humor. Aber sie nehmen doch bei aller Neigung zur spielerischen Leichtigkeit ihre Kunst (auch!) ernst und fordern ihr Publikum gerne auf, die Ohren für noch nicht Gehörtes zu öffnen! Gemeinsame Konzerte sind bisher eine sehr rare Angelegenheit, waren aber bei den unüberhörbaren Gemeinsamkeiten nur eine Frage der Zeit. Dass angeblich das Erarbeiten des Repertoires und die Probenarbeit ausschließlich bei kollektiven Saunabesuchen betrieben wurden, weisen Sväng und Otto Lechner entschieden von sich. Für verrückte, aber auch berührende und in jedem Fall intensive Momente ist bei diesem Konzert mit Sicherheit gesorgt! (Saunakleidung nicht zwingend erforderlich.)

Otto Lechner Akkordeon, Stimme
Eero Turkka chromat. & diaton. Mundharmonikas
Eero Grundström chromat. & diaton. Mundharmonikas
Jouko Kyhälä Harmonetta
Pasi Leino Bassharmonika

Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
Samstag 01.06.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Freising: KRAAN und AMON DÜÜL II
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Foto KRAAN: WOLF-PETER STEINHEISSER Foto AMON DÜÜL: Frank Schindelbeck
Sensationskonzert der legendären Bands

KRAAN und AMON DÜÜL II

beim Uferlos Festival 2019!

Ein denkwürdiges Konzert der Extraklasse steht an! TopAct!

KRAAN
Was wäre die Geschichte der deutschen Rockmusik ohne Kraan? Zweifelsohne nicht nur unvollständig, sondern vor allem um ein besonders buntes, höchst kreatives Kapitel ärmer.
Kraan verschrieben sich von Beginn ihrer Karriere an einer spannenden Fusion aus Rock, Jazz und Ethno-Einflüssen und fügten ihrem Sound später US-Mainstream- und Soul-Elemente hinzu. Ihren Stil nannten sie kurz und ergreifend ´Wintrup Musik`, benannt nach ihrem Domizil im Teutoburger Wald. Eine kleine Erbschaft im Mai 1970 war quasi die Initialzündung der Band. Die vier Ur-´Kraaniche` Peter Wolbrandt, Jan Fride, Hellmut Hattler und Alto Pappert warfen ihr Geld zusammen und kauften sich eine Anlage plus einen Bandbus. Ihr Debütalbum nahmen sie in einer 2-tägigen (!) Studiosession auf und pflegten auch sonst den Hang zur Spontaneität. Die Galionsfiguren bei Kraan waren Bassist Hellmut Hattler und Gitarrist Peter Wolbrandt, gleichzeitig die beiden Hauptsongschreiber der Band.
Kraan genossen das Leben einer musikalischen Kommune. Ein stillgelegtes Weidegut, ein anno 1871 erbautes Fachwerkgebäude mit etwa 4000 Quadratmeter Land, einsam am Rande des Teutoburger Waldes gelegen, war in den Siebzigern ihr Zuhause. Das ehemalige Pferdegestüt hatte Graf Metternich den Musikern zur Verfügung gestellt – kostenlos und ohne Bedingungen. Dort wohnten sie mit 13 Gleichgesinnten (vier Musiker, der Manager, zwei Roadies, drei Frauen, drei Kinder und etliche Katzen und Hunde.
In den kommenden Jahren entwickelte sich die Band zu einer der außergewöhnlichsten deutschen Formationen.
„Lange Kollektiv-Improvisationen zwischen Jazz, Rock und Blues werden mit spielerischer Leichtigkeit für ein paar Takte von arrangierten Teilen unterbrochen“, schrieb das Magazin „Sounds“ im November 1975. „Da zeigt sich echtes Können und die Kraan-Leute verwirklichen ihre ausgefallenen musikalischen Ideen mit derart viel Einfühlungsvermögen und Präzision, als wollten sie augenzwinkernd an den Genius eines Frank Zappa erinnern.“
Seit Anfang 2008 wurde der längst in der Luft liegende Wunsch verwirklicht, auch Live wieder freier und den Fähigkeiten der Urmitglieder entsprechender aufzuspielen. Seither besteht KRAAN aus den drei Gründungsmitgliedern Peter Wolbrandt, Hellmut Hattler und Jan Fride Wolbrandt, absolvierten gefeierte Tourneen und veröffentlichten 2011 in dieser Besetzung ihr aktuelles Albums mit dem Titel „Diamonds“, das hochmodern und trotzdem 100% nach KRAAN klingt und damit deutlich zeigt, dass diese Band offenbar keinerlei Zeitschema zu unterliegen scheint; immerhin wird kein Prädikat im Zusammenhang mit KRAAN so oft gebraucht wie das Wort „zeitlos“.

AMON DÜÜL II
"Kein Vietnam mehr, keine Unterdrückung, keine leere und sinnlose Disziplin. Liebe und Verständnis waren der Traum einer erwachenden und von Hoffnung bestimmter jugendlichen Vision", beschreiben Amon Düül das Klima, das zur Zeit ihrer Gründung herrschte.
Unschwer zu erkennen: Das war Ende der 60er Jahre. In einer Kommune in Herrsching bei München entsteht 1967 ein musizierendes Kollektiv, das sich nach dem altägyptischen Wind- und Fruchtbarkeitsgott Amun und dem türkischen Begriff für Mond, Düül, benennt. Mit Auftritten bei Demos und Happenings macht es sich bald einen Namen, wobei die Richtung und auch das Line-Up deutliche Schwankungen erfahren.
1968 kommt es bei den Essener Songtagen zur Spaltung. Ein Teil der Mitglieder möchte weiter improvisieren und sich in keine Songstruktur zwängen lassen, der andere setzt dagegen eher auf so etwas wie Musikalität. Die erste Gruppe behält den ursprünglichen Namen und erfreut sich in der linken Szene einer gewissen Popularität. Sie steht der Kommune 1 in Berlin nahe, zählt Uschi Obermayer (Tamburine) zu ihren Mitgliedern, nimmt Filme und vier Alben auf, darunter "Collapsing / Singvögel Rückwärts" und "Disaster - Lüüd Noma", bevor sie 1970 auseinander geht.
Die zweite Gruppe um Chris Karrer (Gitarre, Saxophon, Gesang), Peter Leopold (Schlagzeug), Lothar Meid (Bass), John Weinzierl (Gitarre) und Renate Knaup (Gesang) hängt ein römisches zwei an den Bandnamen. Ihren ersten Auftritt in Essen beschreibt die FAZ vernichtend als "ein halbstündiges musikalisches Nichts", doch ihr Debütalbum "Phallus Dei" (1969) macht Amon Düül II schlagartig berühmt. Der 21 Minuten lange Titelsong katapultiert sie national in eine Liga mit Pink Floyd.
Mit ihrem zweiten Album "Yeti" (1970) gelingt Amon Düül II der Durchbruch in Großbritannien. Auf der Suche nach dem "Treffpunkt zweier Parallelen in der Unendlichkeit" (Karrer) folgen Schlag auf Schlag weitere Alben, wobei die Besetzung immer wieder Änderungen und Ergänzungen erfährt und viele Mitglieder auch bei anderen Projekten tätig sind.
Fest steht, was die Zeitschrift Melody Maker 1969 bei der Veröffentlichung von "Phallus Dei" schrieb: Amon Düül sei die erste deutsche Gruppe, die "einen eigenen Beitrag zur internationalen Musikszene geliefert" hat.

Luitpoldhalle
Luitpoldstraße 1
85356 Freising
Mittwoch 05.06.2019; Uhrzeit: 20:00 Uhr
Fürstenfeld: Burgtheater Wien - Vor Sonnenaufgang
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Burgtheater Wien
Vor Sonnenaufgang

Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann

Inszenierung: Du¨an David Pařízek

Mit einer schlüssigen Neubearbeitung hat der Autor Ewald Palmetshofer Hauptmanns Sozial-Drama in die Jetztzeit geholt, so dass dessen desillusionierender Blick auf Menschen und Verhältnisse in unserer von Unsicherheit und Polarisierung geprägten Gegenwart hochaktuell erscheint.

Firmen-Gründer Egon Krause hat sein florierendes Unternehmen an den Schwiegersohn Thomas übergeben und sich mit Ehefrau Annemarie aufs Altenteil zurückgezogen. Der ehrgeizige Thomas will als Mitglied einer rechtspopulistischen Partei auch politisch Karriere machen. Seine Frau Martha trägt derweil den zukünftigen Stammhalter im Bauch und auch deren Schwester Helene ist nach einem Ausbruchversuch in den Schoß der Familie zurückgekehrt. Alle scheinen glücklich und zufrieden. Aber warum verbringt der Familienpatriarch die Abende mit seinen Saufkumpanen, warum flüchtet sich seine Frau in Konsum- und Kochorgien, warum treibt Martha die Angst um ihr ungeborenes Kind um, warum stellt Thomas seiner Schwägerin Helene nach und warum sehnt diese sich nach einem freieren Leben? Diese Fragen werden noch drängender, als der linke Journalist Alfred Loth bei seinem ehemaligen Studienfreund Thomas auftaucht, um zu erfahren, warum dieser nach rechtsaußen gerückt ist.

Zwischen Komik und Tragik, Leidenschaft und Apathie, Sehnsüchten und Illusionen nehmen die vielschichtigen Figuren dank großartiger Schauspieler Gestalt an. Die gedemütigte Annemarie wird vom harmoniesüchtigen Muttertier zum aufgebrezelten Möchtegern-Vamp, die hochschwangere Martha von der statusbewussten Ehefrau zur frustrierten Alkoholikerin, der smarte Jungunternehmer Thomas vom lustgetriebenen Pantoffelhelden zum eiskalten Karrieristen, der sich mit dem verunsicherten Idealisten Alfred ein denkwürdiges politisches Wortgefecht liefert, während sich Helene in Alfred verliebt und Hoffnung auf ein glücklicheres Leben aufkeimen lässt.

„Schärfer kann man unserer Zeit kaum den Spiegel vorhalten. Ein großer Theaterabend“ (Wiener Zeitung)

„Theater braucht kongeniale Interpreten. Und wenn das der Fall ist wie an diesem Abend, dann möchte man sie feiern und vergöttern“ (FAZ)

Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Fürstenfeld 12
82256 Fürstenfeldbruck
Donnerstag 06.06.2019; Uhrzeit: 19:30 Uhr
Germering: Omer Klein Solo
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Omer Klein Solo

DAS 100. KONZERT DER REIHE JAZZ IT!!!!!!!!!!

Omer Klein gilt als einer der aufregendsten und originellsten Musiker auf den internationalen Jazzbühnen. Der in Düsseldorf lebende israelische Pianist und Komponist hat bisher sieben eigene Alben veröffentlicht. Sein jüngstes Album „Sleepwalkers“ erschien im Februar 2017. Omer Klein ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe. Seine Musik schöpft aus zahlreichen Inspirationsquellen – aus israelischen Schlagern, moderner Konzertmusik, jüdischer Liturgie und natürlich vielen Facetten des Jazz.
Der internationale Star tourt als Solist und mit seinem Trio um die Welt.

Stadthalle Germering
Landsberger Str. 39
D-82110 Germering

Mittwoch 12.06.2019; Uhrzeit: 20:00 Uhr
Peißenberg: Claus von Wagner - Theorie der feinen Menschen
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Claus von Wagner - Theorie der feinen Menschen

Claus von Wagner (Jahrgang 1977, geb. in München) wächst auf als Juristensohn norddeutscher Eltern im oberbayerischen Miesbach. Das prägt. Schon während der Schulzeit verfasst er satirische Texte, die seine Mitschüler zu Recht begeistert verreißen. Sie sind auf hochdeutsch. Sein erstes Soloprogramm hat 1997 Premiere. Nach dem Abitur studiert er Kommunikationswissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Medienrecht an der LMU in München. Auch in seiner Magisterarbeit bleibt er dem Kabarett treu – er verfasst sie zum Thema „Politisches Kabarett im deutschen Fernsehen. Zwischen Gesellschaftskritik und Eigenwerbung.“ Dabei führt er leitfadengestützte Interviews u.a. mit Gerhard Polt, Volker Pispers und Georg Schramm. Das sind folgenreiche Begegnungen mit prägenden Vorbildern. Während und nach seinem abgeschlossenen Studium schaut er sich im Journalismus um (Süddeutsche Zeitung, Antenne Bayern), entschließt sich aber für den seriöseren Weg: den als Kabarettisten. Als solcher bringt er mehrere erfolgreiche Programme auf die Bühne, die mit vielen renommierten Preisen ausgezeichnet werden. Neben seiner Sololaufbahn gründet er 2004 zusammen mit Philipp Weber und Mathias Tretter das gefeierte „Erste Deutsche Zwangsensemble“. Zwischendrin findet er seit 2008 jede Woche (!) die Zeit, einen zeitkritischen Kommentar für seine vielgehörte Kolumne „Das Tagebuch des täglichen Wahnsinns“ auf Bayern3 zu verfassen. Zuletzt macht Claus von Wagner mit seinem Programm „Theorie der feinen Menschen“ Furore, einer kritischen Aufarbeitung der Finanzkrise. Die Finanzmärkte reagieren wie erwartet: gar nicht und illustrieren damit sehr gut die Grenzen von politischem Kabarett. Seit 2012 ist Claus von Wagner festes Ensemblemitglied der „heute show“ (ZDF) und damit mitverantwortlich für die Absetzung der FDP im Jahr 2013. 2014 wird er zusammen mit Max Uthoff neuer Gastgeber der Kabarettsendung „Die Anstalt“ im ZDF. Claus von Wagner lebt und arbeitet in München. Urlaub macht er da, wo auch die Kanzlerin Urlaub macht. Getroffen hat er sie noch nicht.

Tiefstollenhalle Peißenberg
Tiefstollen 5,
82380 Peißenberg
Samstag 22.06.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Buchheim Museum: ERWIN PFRANG. GEDACHT DURCH MEINE AUGEN
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ERWIN PFRANG. GEDACHT DURCH MEINE AUGEN

Ausstellung vom 16. März bis 23. Juni 2019
Buchheim Museum Bernried

Erwin Pfrang ist vor allem in den USA und in Deutschland bekannt. Die New York Times bescheinigt ihm für die Ausstellung seiner Zeichnungen zum »Ulysses« von James Joyce in der David Nolan Gallery 1992 »ein brillantes Solo-Debüt«. 1994 stellt er in der Neuen Pinakothek in München seinen Zyklus »Odysseus und kein Ende« aus. Das MoMA erwirbt 2002 seinen Zyklus »Colazione con Sant‘Agata«. 2007 werden die mit Tusche bezeichneten Ziegenhäute seines »Hades«-Zyklus in der Pinakothek der Moderne in München präsentiert.
Das Buchheim Museum betritt dennoch in zweierlei Hinsicht Neuland mit dem Künstler. Die Gemälde, die in den letzten zehn Jahren zunächst in Catania, dann ab 2010 in Berlin entstanden, wurden noch nie zuvor in einem Museum gezeigt; und noch nie zuvor wurde der große Sonderausstellungssaal des Buchheim Museums für einen Künstler geöffnet, der in keinem Bezug zur Sammlung steht. Dass dies nun endlich passiert, ist gut so, denn Lothar-Günther Buchheim selbst war mitnichten an einer »starren Präsentation eines Kunstschatzes« interessiert. Vielmehr lag ihm an einem »lebendigen Museum«.
Mit seinem Motto »Gedacht durch meine Augen« ist Pfrang seinem  Joyce treu geblieben. Er sammelt Eindrücke aus der alltäglichen Anschauung, dem unmittelbar Erlebten, bei einem Blick aus dem Fenster oder in den Spiegel, aber auch aus Zeitschriften sowie Filmen und lässt diese dann in das kompositorische Muster seiner Gedanken einfließen.

Wie Pfrang durch seine Augen denkt
Hören Sie sofort auf zu lesen! Pfrang ist kein Freund kunsthistorischer Prosa. Wenn Sie ihn verstehen wollen, schauen Sie sich seine Bilder an. Wer dann noch Fragen hat, darf an dieser Stelle weiterlesen. Diese Ausstellung ist eine Aufforderung, sich dem Sinn-lichen zu widmen. Denn es ist der Ursprung allen Denkens. Trotzdem ist es ganz nützlich, das ein oder andere über den Künstler zu wissen. Wo kommt er her? Welche Anregungen hat er aufgenommen? Was bewegt ihn? Und warum denkt er durch seine Augen?

Musikalische Konditionen
Pfrang kommt aus einer Musikerfamilie. Der Vater war Kaffeehaus-Pianist, der Großvater Volks-schauspieler und Sänger. Auch seine Gemälde unterlägen »musikalischen Konditionen«, sagt der Künstler. Die Augen des Betrachters entfal-te-ten beim Wandern über die Bilder musikalische Dynamik: »ausschwärmende, stürzende, sich verkrampfende Bewegungsabläufe, die einem Rhythmus folgen«.

Gemalte Gedankengänge
Pfrang studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Mac Zimmermann. Zimmermann war ein deutscher Vertreter des Surrealismus. In Anlehnung an Sigmund Freud ging es den Surrealisten darum, Verdrängungen zu enthüllen, das Unbewusste bewusst zu machen. Mit Zimmermann verbinde ihn künst-lerisch nichts, sagt Pfrang. Die Surrealisten versuchen durch automatische Malweise die Vernunft auszuschalten. Sie möchten intuitiv erträumte Gebilde aus dem Unter-bewusstsein bergen und sie auf die Leinwand bringen. Bei ihm gebe es da nichts zu entdecken, sagt Pfrang. Das Unbewusste sei ihm stets bewusst gewesen. Seine Bilder sind Ergebnisse des intensiven Nachdenkens über die Menschen, die ihm begegnen. Er erstattet malerisch Bericht bis in die letzte Windung seines Gehirns hinein. Dabei ist er gnadenlos ehrlich, vor allem mit sich selbst.

Vieldeutigkeit, Offenheit
An der Akademie fühlte sich Pfrang durch Rudi Tröger inspiriert, dessen Werk mit den üblichen Begriffen wie Realismus, Expressionismus oder Surrealismus nicht beizukommen ist. Wider-sprüchlichkeit, Vieldeutigkeit, Offenheit, das sind die Leitideen Pfrangs. Seine Bilder sind gespickt mit absurden Pointen. Das Kind geht am Stock und die Oma spielt Fußball. Die Geisteskranken sind die einzigen Normalen im wahnsinnigen Treiben der Welt.

Sammler des Alltäglichen
Pfrang sammelt Eindrücke im unmittel-baren Erleben des Alltags, sei es bei einem Blick aus dem Fenster oder in den Spiegel, aber auch beim Lesen von Zeitschriften oder beim Fernsehen. Er tastet seine Umgebung auf Gesichter, Figuren, Tiere und Sachen ab. Die so gewonnenen Motive verweben sich mit Erinnerungen und Vorstellungen zu malerischen Kompositionen. Oft spielen seine Frau, sein Sohn, seine Tochter, seine Mutter, sein Vater und seine Hunde darin eine wichtige Rolle. Auch tauchen jene »Schläfer« immer wieder auf: Obdachlose, Arbeitslose, Hoffnungslose, denen er in Catania Unter-schlupf gab. Hinzu kommen Passanten, Nachbarn und Bekannte. Auch die auf den Bildern wieder-gegebenen Orte sind unmittelbar erlebt. Es ist spürbar, ob es sich um einen Schauplatz in Italien, Rumänien oder Berlin handelt.

Literarische Erzählmuster
Wir sehen in Pfrangs Bildern städtische Brachflächen, Straßenzüge, Interieurs oder Farbräume, bevölkert von Gestalten aller Art, Kuscheltieren, Barbiepuppen, Comicfiguren, Hunden, anderen Tieren und vor allem Menschen. Alles ist wiedererkennbar, alles stammt aus dem Leben, und doch ist alles ganz anders, als wir es gewohnt sind. Die Größen-verhältnisse der Bildelemente passen nicht zueinander. Der sie umgebende Raum muss sich krümmen und biegen, um sie alle aufzunehmen. Wo wir Zusammenhänge erwarten, bestehen keine. Wo wir sie nicht vermuten, zeigt Pfrang Zusammen-hänge auf. Er lässt Figuren in Beziehung treten, die eine emotionale Grundhaltung teilen, die Ähnliches durchleben, die in dieselbe Richtung schauen oder aber aversiv aufeinander reagieren. Seine Bildkompositionen gleichen literarischen Erzählmustern, die Lebensläufe parallel verfolgen und dann, an einer vom Autor gesetzten Stelle, in Beziehung zueinander treten lassen. Pfrang liest viel. Ein besonderes Verhältnis hat er zu James Joyce.

James Joyce
1992 erregte Pfrang Aufsehen mit seinen Zeichnungen zum »Ulysses« von James Joyce. Das Motto dieser Ausstellung »Gedacht durch meine Augen« ist dem »Ulysses« entnommen. Es steht im Kontext erkenntnistheoretischer Über-legungen, die Stephen Dedalus anstellt, eine Romanfigur, die autobiografische Züge trägt. Wie können wir etwas über die Welt außerhalb unseres Bewusstseins in Erfahrung bringen? Dedalus sucht bei Aristoteles nach Antworten. In seinem Buch »Über die Seele« legt der antike Philosoph dar, dass sich die grundlegenden Formen der Erkenntnis in den Gegenständen befinden. Mittels der Sinne hinterlassen sie Eindrücke in uns. Die Vor-stellungskraft konserviert diese, um sie dann der Vernunft zur gedanklichen Verarbeitung zur Verfügung zu stellen. Joyce interpretiert Aristoteles offener. Für ihn sind die Gegen-stände Zeichen, die Vorstellungen hervorrufen. Joyce beschreibt im »Ulysses« den Strom der gedanklichen Verarbeitung dieser Vorstellungen. Nicht über die Erlebnisse der Romanfiguren schreibt er, sondern über ihre Gedanken und Assoziationen.

Ursprung im Sinnlichen
Joyces erkenntnistheoretische Ansätze unter-scheiden sich von den aristotelischen. Aristoteles sieht eine substanzhafte Entsprechung zwischen Gegenstand und Vorstellung. Joyce stellt sich hier vielmehr einen freien Interpretationsprozess vor, der mit dem Lesen von Schriftzeichen zu vergleichen ist. Doch eines hat er ganz sicher von Aristoteles gelernt: Am Anfang steht immer der sinnliche Eindruck, ganz gleich, ob er durch Sprache, Text, Bilder oder Erlebnisse hervor-gerufen wird. »Gedacht durch meine Augen« – alle Vorstellungen und Gedanken entspringen dem Sinnlichen. Über diesen bedeutungsgenerierenden Bewusstseinsprozess wollen Joyce und Pfrang Bericht erstatten, der eine mit Worten, der andere mit Bildern.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried am Starnberger See


Abbildungen:

Erwin Pfrang
Requiem für V, 2018
© 2019 Erwin Pfrang

Erwin Pfrang
Schäferhundbesitzer nebst Ehefrau und Kind, 2016
© 2019 Erwin Pfrang

Erwin Pfrang
Ohne Titel, 2008
© 2019 Erwin Pfrang

Sonntag 23.06.2019; Uhrzeit: 00:00 Uhr
Penzberg: Stadt - Land - Werner Berg
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Stadt - Land - Werner Berg
Wahlheimat Expressionismus

Museum Penzberg – Sammlung Campendonk
Ausstellung vom 16. März bis 23. Juni 2019

Mit einer echten Entdeckung wartet das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk auf: »Stadt - Land - Werner Berg. Wahlheimat Expressionismus« heißt es von Samstag, 16.03.2019 bis Sonntag, 23.06.2019. Das österreichische Werner Berg Museum Bleiburg / Pliberk hegt einen in Deutschland weitgehend unbekannten Schatz, der direkten Bezug zum Blauen Land und den Expressionisten hat. Mit über 110 Werken aus Kärnten – Ölgemälde, Holzschnitte, Zeichnungen – wird das markante, ebenso zupackende wie packende Werk Werner Bergs (1904-1981) erlebbar. Ebenso seine Nähe zu Klassikern der Moderne und zu den Brücke-Künstlern, aber auch seine eigenständige, unverwechselbare Entwicklung. Arbeiten von Emil Nolde, Max Beckmann, Edvard Munch, Alfred Kubin und Oskar Kokoschka zeigen die Vernetzung des Wahl-Österreichers auf. Zudem ist Werner Berg typisch für die Biographien, die das kriegsgebeutelte 20. Jahrhundert schrieb. Nicht zuletzt sind Parallelen zur Vita und zum Werk Heinrich Campendonks zu entdecken. Gezeigt wird das auch anhand von Interventionen mit dem Werk Campendonks im Alt- und Neubau des Museums. In den drei Stockwerken des Altbaus ist die Ausstellung sowohl chronologisch wie thematisch gegliedert, der Rundgang entspricht zugleich einem Gang durch die Jahreszeiten. Begriffe wie Heimat, Alltag, bäuerliches Leben, Beziehungen und (Künstler-) Freundschaften, Grundfragen der Existenz und ihrer Fragilität werden dabei fokussiert.   

"In Wien habe ich zeichnen gelernt, stur und streng, in München wurde ›gesäbelt‹, ›gemoln‹", kommentierte Werner Berg seine Lehrjahre, die er an den Akademien der beiden Städte verbracht hatte. Reich an Erfahrungen in der Kunstszene, aber vom Studienbetrieb tief enttäuscht, zog er im Alter von 26 Jahren samt seiner Familie auf einen entlegenen Bauernhof in Südkärnten, um fortan unter einfachen Lebensbedingtheiten als Maler und Landwirt zu leben. Hier im Grenzgebiet zu Slowenien suchte er eine Existenz "nahe den Dingen" und wählte Motive aus dem ländlichen Milieu seiner unmittelbaren Umgebung, die er in expressiven Bildern festhielt. Als stiller Beobachter brachte er die vom arbeitsreichen  Leben geprägte slowenische Landbevölkerung und den vom Glauben bestimmten Alltag der Bevölkerung auf Papier und Leinwand. Seine innere Distanz erlaubte es ihm, die herbe Physiognomie der Einheimischen und das bunte Markttreiben in allen Facetten zu charakterisieren. Rege Briefwechsel und gegenseitige Besuche verbanden Werner Berg mit seinen Künstler- freunden, Literaten und Förderern wie Emil Nolde, Arnulf Rainer, Thomas Bernhard, Christine Lavant, Gabriele Münter, Erich Kuby und Wieland Schmied. Sie führten ihn immer wieder nach Berlin und in andere Großstädte, wo er an zahlreichen Ausstellungen teilnahm und Austausch fand. Heute genießt Werner Berg in Österreich große Anerkennung, wird jedoch – anders als zu seinen Lebzeiten – in Deutschland nur noch wenig wahrgenommen. Sein entschlossener Rückzug von der Stadt aufs Land und in die Berge erlaubte ihm, weitgehend als Selbstversorger den Alltag zu stemmen – ein Lebenskonzept, das bereits Künstler des frühen 20. Jahrhunderts umzusetzen versuchten und von Werner Berg bis in die letzte Konsequenz durchgezogen wurde. Sein umfassendes ¼uvre aus Ölgemälden, Aquarellen, Holzschnitten und Zeichnungen schildert das Auf und Ab einer bewegten Künstlerpersönlichkeit und ist Ausdruck einer gelungenen Verbindung von Kunst und Leben in einer selbstbestimmten Heimat.
 
Ein soziokultureller und pädagogischer Ansatz füttert das Konzept, das die Kuratorinnen Anne Funck und Friederike Breier mit der Museumsleiterin Freia Oliv erstellt haben – in Kooperation mit dem Kärntner Kurator des Werner Berg Museums Dr. Harald Scheicher, dem Enkel von Werner Berg. 
 

Museum Penzberg – Sammlung Campendonk 
Am Museum 1,
82377 Penzberg


Abbildungen:

- Werner Berg, Junge Familie (1932) © Bildrecht, Wien.

- Werner Berg, Liebe (1932) © Bildrecht, Wien
Freitag 28.06.2019; Uhrzeit: 20:00 Uhr
Stegen: Joscho Stephan Trio (Gipsy Jazz)
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Joscho Stephan Trio
(Gipsy Jazz)

Wie kein anderer prägt Joscho Stephan mit seinem Spiel den modernen Gypsy Swing: Durch seinen authentischen Ton, mit harmonischer Raffinesse und rhythmischem Gespür, vor allem aber mit atemberaubender Solotechnik hat sich Stephan in der internationalen Gitarrenszene einen herausragenden Ruf erspielt. Er versteht es wie kein Zweiter, aus der Vielzahl aktueller Gypsy Swing Adaptionen heraus zu ragen, indem er neben den vielen Interpretationen der bekannten Klassiker des Genres den Gypsy Swing mit Latin, Klassik und Pop liiert. Hier zeigt sich Stephans Stärke als kreativer Visionär. Und das begeistert das junge und alte Konzertpublikum gleichermaßen.

Seine beiden letzten Produktionen erfuhren eine besondere Anerkennung. Anfang 2015 wurde „Gypsy meets Groove“ ebenso für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert wie sein aktuelles Album „Guitar Heroes“, für welches er Gitarrengrößen wie Bireli Lagrène und Stochelo Rosenberg als Gäste gewinnen konnte.
Schon sein Debüt „Swinging Strings“ wurde 1999 vom amerikanischen Fachmagazin „Guitar Player“ zur CD des Monats gekürt. Das renommierte „Acoustic Guitar Magazine“ feiert Joscho Stephan als Gitarristen für die Zukunft der Gypsy Jazzgitarre.

Musikergrößen wie Paquito D’Rivera, James Carter, Charlie Mariano und Grady Tate zeigten sich nach gemeinsamen Auftritten begeistert. Auf dem australischen Kontinent war Joscho Stephan mit Martin Taylor und Tommy Emmanuel auf Konzertreise. Mit seinen eigenen Ensembles hat er auf vielen bedeutenden Festivals in ganz Europa gespielt. Auch in den USA konnte er mit Konzerten u.a. in Nashville, Chicago, San Francisco, Detroit oder im legendären Jazzclub Birdland und dem Lincoln Center in New York begeistern.

Alte Brauerei Stegen, 4-Säulensaal
Landsberger Str. 57,
82266 Inning/Stegen am Ammersee
Freitag 28.06.2019; Uhrzeit: 20:00 Uhr
Fürstenfeld: Danae Dörken - Eine Reise von Ost nach West
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Foto: © Martin Teschner
Neue Reihe im Veranstaltungsforum: Fürstenfelder Klaviersommer verspricht meisterhafte Klavierabende in sommerlicher Atmosphäre:

Danae Dörken
Eine Reise von Ost nach West

F. Liszt, B. Bartók, E. Grieg, C. Debussy, M. de Falla (Feuertanz)

Die deutsch-griechische Pianistin Danae Dörken wurde bereits als Siebenjährige vom legendären Geiger Yehudi Menuhin gefördert. Heute gastiert sie in wichtigen Sälen wie der Londoner Wigmore Hall und dem Wiener Konzerthaus sowie bei Festivals vom Kissinger Sommer bis zum Schleswig-Holstein Musik Festival. Eine Einspielung mit Klavierkonzerten von Mozart und Mendelssohn, die 2016 zusammen mit der Royal Northern Sinfonia entstand, erhielt glänzende Kritiken. Gemeinsam mit ihrer Schwester Kiveli spielt Danae Dörken regelmäßig vierhändig. Die beiden haben 2015 das Molyvos Festival auf der Insel Lesbos gegründet, als kulturelles Gegengewicht zu Finanzkrise und Flüchtlingsdrama.

„Poetisch und humorvoll zugleich gestaltet Danae Dörken die Töne aus, ausdrucksreich und anmutig, vollendet durchgeformt und doch graziöse Leichtigkeit ausstrahlend.“ (Allgäuer Zeitung)
„Sie ragt heraus aus der Masse – und das weniger durch technische Kabinettstückchen als vielmehr durch Tiefgang.“ (crescendo)

Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Fürstenfeld 12
82256 Fürstenfeldbruck
Samstag 29.06.2019; Uhrzeit: 19:00 Uhr
Iffeldorf: Ton Koopman und Tini Mathot &
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Ton Koopman und Tini Mathot - Cembalo
Klaus Mertens - Bassbariton
Barockorchester "Munich Baroque"
Cappella di Lasso
Iffeldorfer Meisterkonzerte
 
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
- Konzerte für zwei Cembali BWV 1060 und 1062
- Kantate „Der Friede sei mit dir“ BWV 158
u.a.
 
Er zählt zu den Pionieren der Alte-Musik-Szene: Ton Koopman, der 1944 im niederländischen Zwolle geborene Dirigent, Organist und Cembalist.
Es wurde mit einer solch einfühlenden ­Hingabe ­musiziert, mit so warmer Zuwendung auch für den Zuhörer gestaltet, dass dieser Abend zu den ­Iffeldorfer Glücksgriffen geriet. So urteilte die ­Presse über das  umjubelte Konzert Ton Koopmans bei den „Iffeldorfer Meisterkonzerten“ vor einigen Jahren. Wir freuen uns sehr, Koopman zusammen mit seiner Frau Tini Mathot und dem Bariton Klaus Mertens, mit dem ihm viele gemeinsame Projekte verbinden, wieder in Iffeldorf begrüßen zu dürfen.
Bach pur steht auf dem Programm - neben den ­Konzerten für zwei Cembali mehrere Kantaten, ­deren über Jahre erarbeitete Gesamteinspielung ­eines der großen und von Publikum und Presse ­begeistert aufgenommenen Projekte Ton Koopmans ist.
Begleitet werden die drei Musiker dabei von dem jungen Barockorchester „Munich Baroque“ und ­einem kleinen Kammerchor.

Iffeldorfer Meisterkonzerte
Auf der Trat 4
82393 Iffeldorf
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.