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13. Jan Vogler & Ismo Eskelinen „Songbook“
14. Wynton Marsalis „Bolden“
15. Watermelon Slim „Church of the Blues“
16. Gianluigi Trovesi & Gianni Coscia „La Misteriosa Musica Della Regina...
17. Maria Farantouri & Cihan Türkoglu „Beyond The Borders“
18. Avishai Cohen „Arvoles“
Dienstag 16.07.2019
Jan Vogler & Ismo Eskelinen „Songbook“
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Jan Vogler ist der Cellist für das Besondere, für das künstlerisch Herausfordernde, für das musikalisch Überraschende. Es ist noch gar nicht solange her, da hat der Berliner mit dem Schauspieler Bill Murray ein Album veröffentlicht, bei dem es Musik von Bach, Beethoven und Schostakowitsch gab und zugleich Texte von Hemingway, Miller und Whitman gelesen wurden. Die FAZ schwärmte in Bezug auf diese Einspielung damals von einem „transatlantischen Glühen“, im Spiegel war anlässlich eines Konzertes der beiden in der Elbphilharmonie von einem „denkwürdigen Abend“ zu lesen.
Nun hat sich Jan Vogler in New York mit dem finnischen Gitarristen Ismo Eskelinen zusammengetan, um in dieser nicht unbedingt alltäglichen Besetzung innerhalb der Klassik ein musikalisch wunderbar flüssiges, wie auch sinnliches Album einzuspielen.
Allein das Repertoire auf „Songbook“ ist außergewöhnlich. Neben Maurice Ravel und Erik Satie, Henry Mancini und Astor Piazzolla befinden sich mit Paganinis „Cantabile, MS 109/Op. 17“ und Friedrich Burgmüllers „Three Nocturnes“, sowie Radames Gnattalis „Sonate for Guitar and Cello“ selten interpretierte Kompositionen für Cello und Gitarre im Programm.
Vogler und Eskelinen finden musikalisch vom ersten Ton an zueinander. Ihre Instrumentalstimmen greifen auf das vertrauteste ineinander, schaffen eine Stimmung von Eleganz und Leidenschaft. Egal ob es sich um das wunderbar einschmeichelnde „Moon River“ handelt, das staccatohafte „Bordel 1900“, oder das minimalistische „Gymnoprdie No. 1“. Hier sind zwei hinreißende Solisten am Werk, die genauso im Miteinander überzeugen, die intelligent wie sentimental zu spielen verstehen und mit ihrer Musik immer einen Hauch Leichtigkeit vermitteln. Sie illustrieren die Partitur mit individueller Empathie, formulieren gelassen und souverän. Ein offener, ein intensiver Dialog, den die beiden führen. Intime Kunst – an der wir alle teilhaben dürfen.
Jörg Konrad

Jan Vogler & Ismo Eskelinen
„Songbook“
Sony
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Freitag 12.07.2019
Wynton Marsalis „Bolden“
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Charles Joseph „Buddy“ Bolden hat den Jazz erfunden! In New Orleans, am 13. Mai 1896 um 13.05 Uhr Ortszeit - als er nämlich dem Geiger seiner bis dato Band kündigte und in seinem neuen Orchester ab diesem Moment in die Walzer und Mazurken Blue Notes einbaute. Von diesem rätselhaften Kornettisten, dessen Instrument, wenn er es spielte, laut Musikerkollegen so klang „wie die Flosse eines Hais, die das Wasser durchschneidet“, gibt es unzählige Anekdoten, nur ein verschwommenes Foto, kein einziges Tondokument. Er erlernte das Handwerk des Friseurs, war musikalischer Autodidakt, Frauenschwarm und landete mit gerade einmal dreißig Jahren für den Rest seines Lebens im Irrenhaus. Ob die diagnostizierte Schizophrenie mit seiner Trunksucht zusammenhing? Man weiß es nicht. Sein Grab ist unbekannt.
Im Frühjahr ist in den USA der Film „Bolden“ angelaufen. Regisseur Dan Pritzker hat das Leben dieses Ausnahmekünstlers in Szene gesetzt. Die Musik zu diesem Biopic hat kein geringerer als Wynton Marsalis eingespielt.
Der ebenfalls aus New Orleans stammende Trompeter gehört zu den großen Bewahrern des Jazz, den das TIME MAGAZIN vor einigen Jahren sogar zu den 25 einflussreichsten Amerikanern zählte. Er hat Kompositionen für große Orchester, für Big Band, Quartett, Quintett, aber auch für Streichquartett und Kammerensemble geschrieben und ist für seine Arbeit bisher neun Mal mit dem Grammy und sogar als erster Jazzmusiker mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Nun also Filmusik. Und natürlich stürzt sich Marsalis mit seiner Band (Wycliffe Gordon, Vincent Gardner, Michael White, Ted Nash u.v.a.) kopfüber und mit jeder Menge Leidenschaft in jene Zeit, als der Jazz zu Beginn des letzten Jahrhunderts das Laufen lernte.
Ob Marsalis auf diesen Aufnahmen dabei so klingt, wie eben jener Buddy Bolden, ist zu Recht fraglich. Aber wie er die großen Klassiker des Jazz, „Basin Street Blues“, „Muskrat Ramble“ oder der bis heute, was die Urheberschaft betrifft, umstrittene, aber nicht wegzudenkende „Tiger Rag“ interpretiert, das hat Stil, das hat Klasse. Fast alle Kompositionen sind von Marsalis neu arrangiert. Dabei hat er ihnen ihre Authentizität belassen, vielleicht für etwas mehr Transparenz gesorgt, sie leicht veredelt und dadurch für ein neues Publikum zugänglicher gemacht. Seine Trompetenparts sind geschliffen, sein Ansatz ist, wie immer, perfekt. Bleibt nur noch zu klären, wann der Film auch in deutschen Kinos anläuft.
Jörg Konrad

Wynton Marsalis
„Bolden“
Blue Engine
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Freitag 28.06.2019
Watermelon Slim „Church of the Blues“
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Seine Stimme hat die Klarheit eines Bergsees und die Intensität eines startenden Düsenjets. Sein Slidespiel kommt einem schneidenden Blizzard gleich und wenn seine Band so richtig in Schwung ist, könnte sie es locker mit einem Triceratops aufnehmen – wenn es diesen heute noch gäbe.
Bill Homans, besser bekannt als Watermelon Slim, beglückt mit dem neuen Album „Church Of The Blues“ sicher nicht nur seine Fangemeinde. Sondern mit großer Sicherheit auch all jene, die den Bluesman aus Boston hier zum ersten Mal hören. Denn er schafft auf ganz wunderbare Weise eine Stimmung, die die Authentizität des traditionellen Blues in unsere schnelllebige, wie manchmal auch substanzarme Zeit mit Entschiedenheit hinüberrettet.
Seine einstigen Heroen waren Muddy Waters, Buddy Guy und B.B. King. Doch von ihnen hat sich Slim freigespielt, hat seinen eigenen kantigen, von Leidenschaft und Musikalität gekennzeichneten urbanen Stil gefunden. Über 20 Mal wurde Watermelon Slim bisher für den Blues Music Award nominiert. Auch auf „Church Of The Blues“ zelebriert er überzeugend mit aller Hingabe das Hochamt des Blues – als wäre dies das letzte Album seines Lebens.
Erfahrungen und Verrücktheiten hat er in seinem Leben genug gesammelt. Sich einst als GI für den Vietnam-Krieg freiwillig meldend, zählt er heute zu den entschiedensten (organisierten) Kriegsgegnern in den USA. Er war Trucker und Sozialaktivist, hat auf einer Farm für Wassermelonen gearbeitet (daher sein Künstlername), später Journalistik und Geschichte studiert und gehört heute aufgrund seines außergewöhnlich hohen IQs der Mensa International, einem Verein für hochbegabte Leute, an.
Das alles hält ihn aber nicht davon ab „patzig“ und „provokant“ zu klingen, den Alltag der Straße in schnoddriger Poesie zu besingen und und das definierte 12-taktige-Schema aufzubrechen. Bei Watermelon Slim ist der Blues nun einmal Lebensphilosophie, aber auch ein Ritual einer außen stehenden Seele, der die individuelle Freiheit und der Glaube an die Erlösung durch Musik weit wichtiger sind, als jeder kommerzielle Erfolg.
Jörg Konrad
 
Watermelon Slim
„Church of the Blues“
Northern Blues
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Dienstag 25.06.2019
Gianluigi Trovesi & Gianni Coscia „La Misteriosa Musica Della Regina Loana“
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Wenn sich Gianluigi Trovesi und Gianni Coscia aufmachen, um gemeinsam zu musizieren, dann kann man sich auf ein lebenspralles, sinnliches, intelligentes, wie auch höchstvergnügliches Musikabenteuer einstellen. Und wenn sich dann beide noch, wie im vorliegenden Fall, auf ihren vor drei Jahren verstorbenen gemeinsamen Freund Umberto Eco berufen, dann wird es zusätzlich noch wunderbar melancholisch. „La Misteriosa Musica Della Regina Loana“ ist dem aus dem Piemont stammenden Universalgelehrten gewidmet. In seinem teils autobiographischen Roman „Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana“, dem diese Aufnahme zugrunde liegt, geht es Eco, neben vielen anderen kleinen Nuancen, um die „Natur der Erinnerung“.
„Wir haben versucht, einige der unzähligen musikalischen Hinweise des Buches so gut wir konnten und ohne Anspruch auf Vollständigkeit durchzugehen“, erläutert Gianni Coscia. „In einigen Fällen haben wir auch ein paar Dinge eingefügt, die der Autor sicherlich im Sinn hatte, aber nicht explizit zur Sprache brachte.“
Gab es auf ECM bisher schon einmal eine Interpretation von Glenn Millers Schmachtfetzen MOONLIGHT SERENADE oder Spencer Williams Paradenummer BASIN STREET BLUES? Man müsste in den Archiven suchen – und würde bei ersterem wahrscheinlich nicht fündig. Oder?
Trovesi & Coscia – das sind Klarinette & Akkordeon, das sind aber auch Kopf und Bauch (wobei die Zuständigkeiten wechseln), konzentriertes Handwerk und flüchtige Eingebung, elegische Melancholie und jubilierende Ausgelassenheit, hintergründiger Humor und ernsthafte Auseinandersetzung. Für die beiden Instrumentalisten gibt es aber nie ein Entweder-oder. Für sie spielt sich das (auch musikalische) Leben zwischen den Polen ab, ist Kommunikation immer ein Austausch, ein Aufeinander-zugehen. Man trifft sich in einem Dazwischen, mal stärker von der einen Seite beeinflusst, mal sich mehr zur anderen Seite hingezogen. Man könnte auch sagen, Trovesi und Coscia loten mit ihrer Musik das Leben in seiner Ganzheitlichkeit aus. Sie übersetzen Erinnerung, Haltungen und Tatkraft in berührende Klänge, füllen den Äther mit individuellen Synenergien. Das klingt mal folkloristisch, mal nach Filmmusik, dann hält wieder der Blues Einzug, ehe ungezwungen und fröhlich improvisiert wird. Für dieses Erlebnis gebührt den beiden Italienern Hochachtung – und Dank.
Jörg Konrad

Gianluigi Trovesi & Gianni Coscia
„La Misteriosa Musica Della Regina Loana“
ECM
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Donnerstag 20.06.2019
Maria Farantouri & Cihan Türkoglu „Beyond The Borders“
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Hier vereinen sich Geschichte und Gegenwart, bekommen unterschiedliche Kulturen einen gemeinsamen Nenner, haben Grenzen allein noch symbolischen Charakter. Im Mittelpunkt des neuen Albums „Beyond The Borders“ von Maria Farantouri steht das Überwinden von ausgrenzenden Gegensätzen. Die griechische Sängerin vereint in ihrer Person und in ihren Liedern scheinbare Unversöhnlichkeiten und auseinanderstrebende Unstimmigkeiten, sie überbrückt Widerstände, macht Mut für (Mit-)Menschlichkeit, ohne dass es ihr dabei an Haltung und Überzeugungen mangelt.
Für ihre stillen Hymnen humaner Gesinnung hat sie im vorliegenden Fall ein länderübergreifendes, zwischen Orient und Okzident angesiedeltes Ensemble zusammengestellt, das sich traditionellen und zeitgenössischen Liedern aus Griechenland, der Türkei, aus dem Libanon und Armenien widmet. Die Stimmung, die dieses kleine aber feine Orchester mit Saz und Kopuz (Cihan Türkoğlu), Cello (Anja Lechner), Kanon (Meri Vardanyan), Ney (Christos Barbas) und Perkussion (Izzet Kizil) vermittelt, ist gekennzeichnet von Stolz und Schwermut, von Freude und Leidenschaft, von Mut zu einfacher Schönheit und kluger Dramaturgie. Auf diese Weise werden geschickt und überzeugend Gegensätze überwunden, bleibt trotzdem das Individuelle autark und das Solidarische exemplarisch.
Maria Farantouri gilt als die Stimme Griechenlands. Seit über fünf Jahrzehnten prägt sie mit ihren engagierten Liedern als eine Art Botschafterin die Kulturszene des südosteuropäischen Staates. Von Beginn an ihrer Karriere hat sie sich dabei nicht gescheut, auch politisch Stellung zu beziehen, gegen jede Form der Gewalt und Ungerechtigkeit anzusingen und für eine Völkerverständigung auch als Person einzutreten.
Noch in Zeiten der Diktatur musste sie, gemeinsam mit Mikis Theodorakis, mit dem sie damals eine enge musikalische Freundschaft verband, ihre Heimat verlassen und ins Ausland fliehen. Sie lebte bei Freunden in Paris, später in London, sie trat für die damals noch breite Massen mobilisierende Friedensbewegung ein und kehrte erst 1975, nach dem Ende der Militärherrschaft, in ihre Heimat zurück, wo sie sich in der Folge auch politisch, als Abgeordnete der sozialdemokratischen PASOK-Partei einbrachte.
Trotz dieses aufregenden Lebens hat Maria Farantouri weder ihren Idealismus verloren, noch Überzeugungen eingebüßt. Vielleicht ist ihre Stimme nicht mehr ganz so kraftvoll und eindrucksvoll. Aber sie vermittelt noch immer diese lyrische Intensität, mit der sie sämtliche Schattierungen des Lebens zum Ausdruck bringt und dabei die Balance zwischen Emphase und Intimität auf wunderbare Weise hält.
Jörg Konrad

Maria Farantouri & Cihan Türkoglu
„Beyond The Borders“
ECM
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Freitag 14.06.2019
Avishai Cohen „Arvoles“
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Der Einfluss israelischer Musiker auf den Jazz ist momentan enorm. Und immer wieder rücken neue Instrumentalisten nach. Avishai Cohen, der Bassist, nicht zu verwechseln mit dem Trompeter gleichen Namens, hat in den letzten Jahren mit einigen Alben den Graben zwischen Jazz und Pop überbrückt. Mit der Zeit schien sich Cohen aber immer mehr in Richtung Mainstream zu entwickeln. Seine letzte Aufnahme „1970“ war dann, auch aufgrund der Gesangsarrangements, die stärker ins Zentrum seiner Musik gerückt sind, doch eher etwas für Freunde seichter Soul-Musik.
Auf dem neuen Album ARVOLES nun zeigt er sich wieder als großartiger Bassist, der sein Trio in die inspirierenden Zwischenwelten von Jazz, Folklore und Klassik führt. Zugleich hat die Musik einen unglaublichen Groove, begeistern die ungeraden Rhythmen, die Geschlossenheit und die Dynamik der Band.
Ausgehend vom Klaviertrio, Cohen hat für ARVOLES den aserbaidschanischen Elchin Shirinov als Klavierspieler und den in Israel beheimateten Noam David am Schlagzeug gewinnen können, gibt es mit Björn Samuelsson einen Posaunenspieler und mit Anders Hagberg einen Flötisten. Die beiden letzteren erweitern das Klangspektrum enorm und bringen immer wieder neue Farben ins musikalische Spiel.
Cohen greift in seinen Kompositionen tief in das historische Jazzarchiv, zitiert Bop und Swing, reichert diese mit orientalischen Klängen an und wagt auch immer wieder einen Blick in die überreiche südamerikanische Musikkultur. Die vertrackten und meist kraftvollen rhythmischen Strukturen bringen in „New York 90`s“ einen Hauch Fusion mit ins Spiel. Auf dem verspielten „Elchinov“ klingt sein Trio fast wie eine der akustischen Bands von Chick Corea, bei dem Cohen einige Jahre als eine Art „Hausbassist“ fungierte. Der einstige Bauarbeiter und Möbelpacker macht einfühlsam hörbar, welchen Einfluss Klassiker wie Bach, Mozart oder Brahms auf ihn bis heute ausüben („Childhood“). Und auf „Wings“ klingt das Quintett wie eine wunderbar, leicht dahin eilende Jazzband, die in der Lounge eines Edelhotels zu fortgeschrittener Stunde spielt. Auf ARVOLES paaren sich Charme, Temperament und Melancholie und somit ist diese Aufnahme im Vergleich mit „1970“ die eindeutig interessantere, spannendere, die zugleich schon jetzt neugierig auf Kommendes macht.
Jörg Konrad

Avishai Cohen
„Arvoles“
RazDaz
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Autor: Siehe Artikel
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