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Museen Buchheim Museum: BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
Ausstellung im Buchheim Museum vom 28. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018

Die Sammlung „Die Maler der Brücke" von Hermann Gerlinger kommt ins Buchheim Museum! Die Sammlungen Buchheim und Gerlinger ergänzen sich auf das Trefflichste. Buchheim kann mit glanzvollen frühen Hauptwerken der Brücke-Künstler punkten. Gerlinger erschließt das Thema systematisch in seiner gesamten historischen Tiefe und in der gesamten Breite der Gattungen. Die immer noch wachsende Sammlung umfasst mehr als 1.030 Titel, darunter Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken, Dokumente, Skulpturen, Kunsthandwerk und derzeit 48 Gemälde der Brücke-Künstler. Mit dem Umzug der Bestände des Würzburger Sammlers nach Bernried und die Zusammenführung mit der Sammlung Buchheim wird die Bedeutung des Buchheim Museums als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland weiter ausgebaut. Es kann nun seinen Schwerpunkt „Brücke" mit mehr als 2000 Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe belegen. Die Ankunft wird mit der Auftaktausstellung BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM – einer großen monografischen Zusammenschau beider Sammlungen zum Thema „Brücke“ – gewürdigt. Diese spektakuläre Vereinigung wird sich auf über 1.500 Quadratmeter erstrecken.

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried

Bilder:

Erich Heckel, Kinder, 1910, Öl auf Leinwand, Sammlung Hermann Gerlinger © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Am Waldteich, 1910, Öl auf Leinwand, Buchheim Museum der Phantasie © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Zwei Mädchen am Wasser, 1910, Öl auf Pappe, Sammlung Hermann Gerlinger © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen
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Museen Kochel Franz Marc Museum: Paul Klee - Landschaften
Paul Klee - Landschaften
Eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis

Franz Marc Museum
25. Februar - 10. Juni 2018

Paul Klee, dessen Oeuvre über 10.000 Werke umfasst, hat sehr viele Landschaften gemalt. Dies ergibt zumindest ein Blick in sein Werkverzeichnis, wo der Begriff Landschaft in zahlreichen Bildtiteln vorkommt. Nur sehr selten wird er allerdings auf konkrete Orte bezogen, wie es bei einem traditionellen Verständnis der
Bildgattung zu erwarten wäre. Noch weniger entsprechen die Werke selbst dieser Erwartung.
„Landschaft“ ist bei Paul Klee kein wirklicher, sondern ein imaginärer Ort, der die allgemeine Vorstellung von Landschaft als Folie nutzt, um eine „kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis zu unternehmen“.
In seinem ersten kunsttheoretischen Text, „Schöpferische Konfession“ (1920) nutzt Klee das Bild der Reise, um den Rezipienten seiner Werke mit der zeitlichen Dimension der Bildbetrachtung vertraut zu machen und ihm die Assoziationsbreite der bildnerischen Zeichen zu vermitteln: „Entwickeln wir, machen wir unter Anlegung eines topographischen Planes eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis. Über den
toten Punkt hinweggesetzt sei die erste bewegliche Tat (Linie). Nach kurzer Zeit Halt, Atem zu holen. (Unterbrochene oder bei mehrmaligem Halt gegliederte Linie.) Rückblick, wie weit wir schon sind. (Gegenbewegung). Im Geiste den Weg dahin und dorthin erwägen (Linienbündel). Ein Fluß will hindern, wir bedienen uns eines Bootes (Wellenbewegung). Weiter oben wäre eine Brücke gewesen (Bogenreihe).“...
Der Spaziergang in einer Landschaft wird zum Gleichnis der Bildbetrachtung, die sich ebenso Schritt für Schritt vollzieht, wie die Erschaffung des Kunstwerks. Die spielerische Distanzierung von dem traditionellen Verständnis der Landschaftsmalerei ermöglicht es Klee, immer wieder neue Varianten dieser Gattung zu entwerfen und sich dabei völlige Freiheit von möglichen Naturvorbildern zu schaffen oder diese ganz zu verwerfen und sich nur auf imaginäre Bilder zu beziehen.
Die Ausstellung im Franz Marc Museum lädt dazu ein, den poetischen Text Paul Klees neben seinen Bildern zu betrachten und zu lesen und dabei die Vielfalt seiner Landschaften zu entdecken. Im Katalog, wie
an den Wänden der Ausstellungsräume wird der Text Paul Klees „inszeniert“. Die Buchstaben geraten in Bewegung und nehmen den  Ausstellungsbesucher mit auf die Reise durchs Bild.

Mit über 60 Exponaten stellt unsere Ausstellung eine kleine Landschaftstypologie Paul Klees vor. Von dem
„Blick auf einen Fluß“ (1912) und anderen, durch die sehr spezifische Auseinandersetzung Klees mit dem Impressionismus geprägten Naturstudien ausgehend, führt sie über die frühen, durch die Begegnung mit Kandinsky inspirierten Aquarelle, etwa „Die Erinnerung an Romanshorn“ (1913) oder „Friedhofsbau“ (1913), zu Bildern, die sich von einem traditionellen Verständnis der Gattung endgültig lösen. So könnte die Darstellung „Winterlich“ mit Klees Kommentar (landschaftlich, abstract) von 1923 eine Illustration der „kleinen Reise ins Land der besseren Erkenntnis“ sein. Auch „Burglandschaft m .d. schwarzen Blitz“ (1920), die „ Landschaft mit gelbem Kirchturm“ (1920) oder „Dünenlandschaft“ (1924) zeigen einen spielerischen, ironischen Umgang mit dem Konzept Landschaft. Schließlich kann Landschaft zum Synonym für Sinneseindrücke, Träume oder psychische Befindlichkeiten werden, etwa in der Zeichnung „Landschaft in Adur“ (1939), oder dem Gemälde „Landschaft für Verliebte“ (1924).

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Sammlung Moderne in der Pinakothek der Moderne statt. Dort wird parallel vom 01.03. bis 10.06.2018 die Ausstellung „Paul Klee, Konstruktion des Geheimnisses“  gezeigt. Die beiden Projekte verbindet ein gemeinsames  Begleitprogramm.

Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10
82431 Kochel am See

Bilder:

Paul Klee, Ohne Titel (Schwarzes Herz und schwarzer Baum), 1939, 347 (Y 7)
Privatbesitz, Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee, Ermüdung in einer weitläufigen Stadt, 1915
Aquarell, Bleistift und Feder, 20 x 26,4 cm
Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano
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Kinder Münchner Theater für Kinder: Oh, wie schön ist Panama
Oh, wie schön ist Panama

Der kleine Bär und der kleine Tiger leben gemütlich in ihrem kleinen Haus am Fluss. Eines schönen Tages angelt der kleine Bär eine Kiste, die so wunderbar nach Bananen duftet und auf der „Panama“ zu lesen ist. So beschließen die beiden Freunde kurzerhand, nach Panama zu ziehen.

Auf ihrem Weg treffen sie eine fleißige Maus und eine Kuh, für die nichts wichtiger ist, als Milch zu geben, einen listigen Fuchs, der es auf eine Gans abgesehen hat, einen lustigen Hasen und einen gastfreundlichen Igel. Schon bald merken Tiger und Bär, wie wichtig es ist, echte Freunde zu haben und zusammen erleben sie viele Abenteuer.

Aber ob es in Panama wirklich besser ist als daheim? Vielleicht ist „Panama“ einfach da, wo man sich wohl fühlt.

Geeignet ab 4 Jahren
Dauer: 1:45 Stunden
Beginn: 10.00 Uhr

Münchner Theater für Kinder
Dachauer Str. 46
80335 München

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Zugabe Landsberg Filmforum: LOVING VINCENT
LOVING VINCENT
Vincent van Goghs Leben in dessen eigenen Bildern erzählt.

Das Leben des Malers, der 1890 im Alter von nur 37 Jahren starb, wurde bereits mehrere Male verfilmt, so werkgetreu wie hier wurde es aber nie nacherzählt. Dafür setzen die Regisseure Dorota Kobiela und Hugh Welchman auf einen so simplen wie genialen Kniff: Sie erwecken van Goghs Gemälde zum Leben und betten ihre Story in berühmte Bilder wie „Weizenfeld mit Krähen“, „Das Nachtcafé“ oder das „Porträt des Dr. Gachet“ ein. Im Mittelpunkt steht der Postbotensohn Armand Roulin (den van Gogh auch porträtiert hat), der nach dem Tod des Malers Recherchen über dessen tragisches Ende anstellt. Dafür fährt er ins beschauliche Auver-sur-Oise, aus dem Biopic wird ein Detektivfilm. Das ist visuell überwältigend, oft tieftraurig und fernab von oberflächlicher Heldenverehrung. Ein faszinierendes Psychogramm eines verkannten Außenseiters. Unbedingt sehenswert!
R+B: Dorota Kobiela, Hugh Welchman - Mit :Douglas Booth, Chris O´Dowd u.a. - GB/Polen 2017, L: 95 Min.

FILMFORUM im Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381
86899 Landsberg am Lech
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Kinder Münchner Marionettentheater: Die Abenteuer der kleinen Maus
Die Abenteuer der kleinen Maus

„Jeden Tag ein neues Abenteuer“ ist das Motto unserer kleinen Maus. Und so ist es fast selbstverständlich, dass sie beim gemütlichen Morgenfrühstück mit ihrem Mäusefreund Freddy von zwei ausgesprochen lästigen Katern überrascht wird und sich die beiden nach einer wilden Jagd in einem Kanalschacht vor ihren Verfolgern verstecken und dort einen Ausweg aus ihrer misslichen Lage finden müssen. Leider ist dabei die unfreundliche Kanalratte keine große Hilfe - aber die kleine Maus hat eine Idee: eine auf dem Kanalwasser treibende Kiste wird schnell ein Boot für Freddy und so schwimmt zumindest dieser schon einmal einem Fluchtweg aus dem Kanal entgegen. Während unsere Heldin auf ein geeignetes Wasserfahrzeug wartet, kommt es zur Begegnung mit einem sehr hilfsbereiten Gullimonster, das ihr den richtigen Weg an die frische Luft erklärt. Hoffentlich hat auch Freddy die richtige Abzweigung genommen. Auf den Wellen schaukelnd kommt sie nach einiger Zeit an einen Lagerplatz im Hafen. Dort warten viele Kisten mit Spielsachen, die alsbald in ein Spielwarengeschäft transportiert werden sollen. Kasperl Larifari, eine Lokomotive, ein Teddybär und die Puppe Lisa befinden sich in diesen Kisten. Durch die Hilferufe der Maus aufmerksam geworden, retten sie die kleine Maus aus ihrer schwankenden Kiste. Ehe unsere kleine Maus wieder richtig durchatmen kann, befindet sie sich mit den anderen Spielsachen auf dem Weg ins Spielwarengeschäft.


für Kinder ab 4 Jahren

Münchner Marionettentheater, Blumenstraße 32 (Nähe Sendlinger-Tor-Platz)

Beginn: 15.00 Uhr

Dauer: ca. 90 Min. inkl. Pause





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Kinder Fürstenfeld: Die Kuh, die wollt ins Kino gehn
Die Kuh, die wollt ins Kino gehn
Das Sternschnuppe Kult-Familien-Musical

„I geh heut no ins Kino!“, sagt die Kuh zu den anderen Kühen. Aber die lachen sie nur aus, denn sie scheitert ja schon am elektrischen Weidezaun. Doch irgendwie schafft es dier Kuh, auszubrechen, und macht sich für ihren großen Traum vom Kino in Dirndl und Stöckelschuhen auf den langen Weg in die Stadt. Unterwegs trifft sie erst die albernen Knödel Fritz und Franzisco, die grad aus der Disco kommen. Dann kann sie nur mit Not dem scheinheiligen Metzger-Schwein entkommen. „Mei, das war sauknapp!“ Zum Glück nimmt sie dann Rosa mit ihrem roten Roller mit in die Stadt: „Mei, da is was los! Die Häuser! Die Autos! A Brunnen, der springt und a Treppn, die fahrt!“ Mit der Tram schafft sie’s endlich bis zum Kino! Aber dann: „Oh, mei! Die Schlang‘ ist lang!“ Ausverkauft?

Sechs Schauspieler (u. a. Constanze Lindner als „Die Kuh“) und eine vierköpfige Live-Combo begeistern in einer fulminanten Inszenierung von Regisseurin Ruth-Claire Lederle.

Für Menschen ab 4 Jahren, Dauer ca. 65 Minuten ohne Pause

Fürstenfeld 12,
82256 Fürstenfeldbruck
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Tipp Olching KOM: Michael Lerchenberg & „eberwein“
Michael Lerchenberg & „eberwein“:
Ludwig Thoma - Ein schwieriger Bayer

Lerchenbergs "Theater am Tisch" präsentiert den wohl größten Literaten Bayerns zwischen Königreich und Weimarer Republik: Ludwig Thoma. In Hochsprache und Dialekt hat der brillante Satiriker den Mächtigen seiner Zeit "heimgeleuchtet". Seinen zuweilen derben Bajuwarismus hat er bewusst als Waffe eingesetzt und ist gegen Spießertum, bürgerliche Doppelmoral, preußischen Militarismus, Zentrumspartei und Sozialdemokratie, Pfarrer – ja gegen fast alles ins Feld gezogen. Michael Lerchenberg ist Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Intendant. Bayernweit wurde er als Darsteller des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und als Bruder Barnabas beim alljährlichen Starkbieranstich auf den Nockherberg in München bekannt. Begleitet wird Michael Lerchenberg von "eberwein". Das sind Marlene Eberwein (Konzertharfe), Matthias Klimmer (Klarinette) und Max Seefelder (Kontrabass) mit Grenzgängen in farbige Crossover-Klangwelten aus Polka, Klezmer, Tango oder Jazz.

Kulturwerkstatt Olching am Mühlbach
Hauptstraße 68,
82140 Olching
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Kinder Unterhaching: Urmel aus dem Eis
Urmel aus dem Eis
von Max Kruse

Bühnenfassung von Frank Pinkus
Die Bühnenflöhe des Theater in der Au e.V. spielen für Kinder ab 4 Jahren
Regie: Christian Janda, Inge Kuhn
Der liebenswert verwirrte Professor Habakuk Tibatong lebt gemeinsam mit seinem Pflegesohn Tim auf der Insel Titiwu und hat den Tieren das Sprechen beigebracht.
Eines Tages wird ein Eisberg mit einem Urzeit-Ei an den Strand geschwemmt, aus dem ein seltsames Geschöpf schlüpft: das Urmel! Recht vorlaut, aber unglaublich bezaubernd, sorgt das Urmel nun für Wirbel.
Alles verläuft gut, bis König Pumponell erscheint, der das Urmel jagen möchte. Mit Unterstützung seiner Tiere, die alle einen entzückenden Sprachfehler haben, kämpft der Professor für die Rettung des Urmels. Schließlich befreien die Tiere sogar den König aus einer eingestürzten Höhle, worauf er erkennt, dass die Tiere den Menschen ebenbürtig sind.

Kubiz
Jahnstraße 1,
82008 Unterhaching
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Zugabe Olching KOM: Michael Lerchenberg & „eberwein“
Michael Lerchenberg & „eberwein“:
Ludwig Thoma - Ein schwieriger Bayer

Lerchenbergs "Theater am Tisch" präsentiert den wohl größten Literaten Bayerns zwischen Königreich und Weimarer Republik: Ludwig Thoma. In Hochsprache und Dialekt hat der brillante Satiriker den Mächtigen seiner Zeit "heimgeleuchtet". Seinen zuweilen derben Bajuwarismus hat er bewusst als Waffe eingesetzt und ist gegen Spießertum, bürgerliche Doppelmoral, preußischen Militarismus, Zentrumspartei und Sozialdemokratie, Pfarrer – ja gegen fast alles ins Feld gezogen. Michael Lerchenberg ist Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Intendant. Bayernweit wurde er als Darsteller des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und als Bruder Barnabas beim alljährlichen Starkbieranstich auf den Nockherberg in München bekannt. Begleitet wird Michael Lerchenberg von "eberwein". Das sind Marlene Eberwein (Konzertharfe), Matthias Klimmer (Klarinette) und Max Seefelder (Kontrabass) mit Grenzgängen in farbige Crossover-Klangwelten aus Polka, Klezmer, Tango oder Jazz.

Kulturwerkstatt Olching am Mühlbach
Hauptstraße 68,
82140 Olching
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Kabarett Gauting Bosco: Django Asül: Letzte Patrone
Django Asül: Letzte Patrone

Letzte Patrone ist eine Ansammlung von Streifschüssen. Ein irrer Mix aus Satire und Volkstheater. Zeitlos, aber aktueller denn je!
Letzte Patrone – das hört sich wahrlich martialisch an. Aber das Publikum braucht keine kugelsichere Weste, nur gut trainierte Lachmuskeln, um dieses Programm zu überstehen. Der Ausgangspunkt: In einem Zeitungsartikel liest Django Asül, dass das deutsche Volk im Schnitt jedes Jahr einige Tage älter wird. Doch dann dämmert es dem Protagonisten: Selbst wenn der Durchschnittsdeutsche nur einige Tage pro Jahr älter wird, altert Django Asül dennoch pro Jahr gleich ein ganzes Jahr!
Auf gut Deutsch: Ihm läuft die Zeit davon! Also geht es darum, die Restlaufzeit sinnvoll zu nutzen. Und so begibt sich der Hauptakteur auf eine Gedankenreise, die ihn alles Mögliche streifen lässt bei dem Versuch, sinnstiftend zu sein. Ausgehend von seinem Mikrokosmos Hengersberg blickt Django Asül auf den Makrokosmos und stellt dabei Fragen vom Hier und Jetzt bis zum Woanders und Früher.

Das Resultat? Letzte Patrone ist eine Ansammlung von Streifschüssen. Ein irrer Mix aus Satire und Volkstheater. Zeitlos, aber aktueller denn je!

Verein Bosco-Service-Team
Oberer Kirchenweg 1
82131 Gauting
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Konzert Fürstenfeld: Sven Schwannberger
Sven Schwannberger
Divino Claudio − Unerwartetes aus dem Schaffen Claudio Monteverdis
Alte Musik in Fürstenfeld

Sven Schwannberger, Tenor und Laute / Masako Art, Barockharfe / Elizabeth Rumsey, Lirone

Sven Schwannberger verbindet in seinem Programm berühmte Werke Claudio Monteverdis ("Lettera Amorosa“, "L´Orfeo“) mit seinen weniger bekannten Werken. Selten gehörte Kompositionen wie Monteverdis frühe dreistimmige Motetten, original verzierte Musik oder zeitgenössische Übersetzungen erklingen ebenso wie sein venezianisches Spätwerk. Sven Schwannberger ist Spezialist für Kunst und Musik der Spätrenaissance und frühen Barockzeit und unterrichtet an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis. Dort erlangte auch Masako Art ihr Diplom an der Barockharfe und wirkte seither bei zahlreichen Konzerten, CD-, Radio- und Fernsehaufnahmen mit. Elizabeth Rumsey begleitet mit ihrem versierten Gambenspiel (u.a. Vielle, Lirone) Ensembles in Europa und Australien.

Fürstenfeld 12,
82256 Fürstenfeldbruck
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Konzert Landsberg Stadttheater: Fünferl
Fünferl

"Um a Fünferl a Durchanand" - Lieder- Dramen- Blasmusik

Das darf im Jahresprogramm der Kleinkunstbühne inzwischen nicht mehr fehlen: diese ganz besondere Mischung aus herrlich leichtem Nonsens und nahezu philosophischem Tiefgang wie es sie in dieser Ausprägung wahrscheinlich nicht nur in Bayern, aber hier ganz besonders gibt. Noch besser, wenn das Ganze (volks)-musikalisch unterlegt ist. Fündig wurden die Programm-Macher in „Fünferl“, die – und da ahnt man schon, wohin die Reise gehen könnte – ihre Premiere 2010 im „Herzkasperlzelt“ auf der Oidn Wies´n erlebten.

Dem Programmtitel folgend gibt es auf der Bühne ein deftiges musikalisch-theatralisches Durchanand:  Blasmusik, Lieder, Literatur, Theater, Klamauk, Unfug, Betrachtungen über die Unausweichlichkeit des Lebens und über die Leichtigkeit des Seins. Irrwitzige Posaunensoli mischen sich mit bodenständiger Weltsicht, es geht um die Liebe und um das Sterben, um das Reden und um das sich Versprechen, um vorher und danach, um „mei is des schee“ und „Schmarrn!“. Und plötzlich zwitschern die Vögel! Eine g’schamig Verliebte wird zur Schönheitskönigin, ein verstorbener Großvater zur Nahrungsquelle, ein Scheidungsanwalt zum Liebhaber, You Do Something To Me, dazu eine willige Waltraud, wallende Weißwürst oder wollerne Wegweiser und dazwischen: Musik, Musik, Musik. Dass trotz des prallen Geschehens die Linie nicht verloren geht, ist der Klasse der Protagonisten zu verdanken.

Johanna Bittenbinder, die in einer ganzen Reihe Rosenmüller-Filmen agierte, gehört spätestens seit sie 2014 für die weibliche Hauptrolle in „Zwei Allein“ für den Deutschen Fernsehpreis als beste Schauspielerin nominiert wurde, zu den bekannten Gesichtern des Genres. Und auch Heinz Josef Braun ist regelmäßig in TV und Kino zu sehen, gerne auch, wenn es bayrisch-schräg zugeht. Weniger bekannt: Braun war jahrelang Bassist in der bayrischen Kultgruppe „Haindling“.

Musikalisch stehen den beiden Sebi Tramontana, der zu den herausragenden Posaunisten im Bereich improvisierte Musik zählt und Andreas Kroll, jahrelang Ensemblemitglied bei der Gruppe Die Interpreten. Und: Kroll ist Archivar des Karl Valentin-Musäums.

Alles in allem eine Besetzung, die einen höchst vergnüglichen Abend in Aussicht stellt.

Stadttheater Landsberg
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Theater Pasing Fabrik: La Cenerentola
La Cenerentola

Anlässlich der Wiederaufnahme im Winter zum 20-jährigen Jubiläum präsentiert Münchens Kleinstes Opernhaus einmal mehr ein Meisterwerk von Rossini – und erinnert damit an seine Geburtsstunde. Mit Rossinis „Die Italienerin in Algier“ hat 1997 auf der Pasinger Opernbühne alles angefangen. Seitdem wird mit ungebremstem Engagement und Leidenschaft das Konzept der Kammeroper umgesetzt. Das Pasinger Opernhaus hat sich seither einen großen Freundeskreis erspielt und ist aus dem Münchner Opernleben nicht mehr wegzudenken. Prinz Ramiro muss heiraten. Ihm bleiben noch drei Tage, um nicht nur irgendeine Braut zu finden, sondern auch noch die Richtige. Sein Freund Alidoro will die perfekte Kandidatin unter den Töchtern des Don Magnifico entdeckt haben. Und so begibt sich Don Ramiro in das heruntergekommenen Anwesen des Barons - natürlich nicht ohne einen ausgeklügelten Plan, um die Redlichkeit seiner Töchter auf die Probe zu stellen: Er lädt zu einem Ball, auf dem sein Diener Dandini als falscher Prinz für Ablenkung sorgt, während er in der Kleidung seines Dieners die Baronessen in Augenschein nimmt. Als jedoch unerwartet eine prächtig gekleidete fremde Dame auf dem Ball erscheint, steht die Welt des Prinzen Kopf. Die Fremde gleicht bis aufs Haar der ärmlichen Dienstmagd aus dem Hause Magnifico, die Don Ramiro von Anfang an bezaubert hat. Wer ist die namenlose Schöne und wieso muss sie das Schloss so übereilt verlassen? Mit „La Cenerentola“ wird es sehr märchenhaft in der Wagenhalle der Pasinger Fabrik: Julia Dippel, die bereits mit ihren Inszenierungen von Mozarts „Don Giovanni“, Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ und zuletzt Dvoráks „Rusalka“ begeisterte, bringt nun eine Märchenwelt mit einem wildem Verwirrspiel, tiefen Gefühlen, einem Happy End und zauberhafter Musik auf die Bühne.
Das Arrangeur-Team, bestehend aus dem musikalischen Leiter Andreas P. Heinzmann und dem Flötisten Jörg-Oliver Werner, weiß dabei das Publikum musikalisch in eine Märchenwelt eintauchen zu lassen. Regie & Textfassung: Julia Dippel
Musikalische Leitung: Andreas P. Heinzmann
Arrangement: Jörg-Oliver Werner & Andreas P. Heinzmann
Ausstattung: Claudia Weinhart SängerInnen: Herfinnur Árnafjall, Maria Margarethe Brunauer, Anna-Louise Costello, Sven Fürst, Philipp Gaiser, Bernd Gebhardt, Tohru Iguchi, Hitomi Kawai, Stefan Kastner, Roxana Mihai, Giancarlo Paola, Yvonne Prentki, Carolin Ritter, Andreas Stauber, Kevin Traugott, Simone Werner, Paul Wiborny
Es spielt das 10-köpfige Orchester von Münchens Kleinstem Opernhaus.
Eine Veranstaltung der Pasinger Fabrik GmbH Pasinger Fabrik GmbHAugust-Exter-Straße 1
81245 München
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Theater Pasing Fabrik: La Cenerentola
La Cenerentola

Anlässlich der Wiederaufnahme im Winter zum 20-jährigen Jubiläum präsentiert Münchens Kleinstes Opernhaus einmal mehr ein Meisterwerk von Rossini – und erinnert damit an seine Geburtsstunde. Mit Rossinis „Die Italienerin in Algier“ hat 1997 auf der Pasinger Opernbühne alles angefangen. Seitdem wird mit ungebremstem Engagement und Leidenschaft das Konzept der Kammeroper umgesetzt. Das Pasinger Opernhaus hat sich seither einen großen Freundeskreis erspielt und ist aus dem Münchner Opernleben nicht mehr wegzudenken. Prinz Ramiro muss heiraten. Ihm bleiben noch drei Tage, um nicht nur irgendeine Braut zu finden, sondern auch noch die Richtige. Sein Freund Alidoro will die perfekte Kandidatin unter den Töchtern des Don Magnifico entdeckt haben. Und so begibt sich Don Ramiro in das heruntergekommenen Anwesen des Barons - natürlich nicht ohne einen ausgeklügelten Plan, um die Redlichkeit seiner Töchter auf die Probe zu stellen: Er lädt zu einem Ball, auf dem sein Diener Dandini als falscher Prinz für Ablenkung sorgt, während er in der Kleidung seines Dieners die Baronessen in Augenschein nimmt. Als jedoch unerwartet eine prächtig gekleidete fremde Dame auf dem Ball erscheint, steht die Welt des Prinzen Kopf. Die Fremde gleicht bis aufs Haar der ärmlichen Dienstmagd aus dem Hause Magnifico, die Don Ramiro von Anfang an bezaubert hat. Wer ist die namenlose Schöne und wieso muss sie das Schloss so übereilt verlassen? Mit „La Cenerentola“ wird es sehr märchenhaft in der Wagenhalle der Pasinger Fabrik: Julia Dippel, die bereits mit ihren Inszenierungen von Mozarts „Don Giovanni“, Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ und zuletzt Dvoráks „Rusalka“ begeisterte, bringt nun eine Märchenwelt mit einem wildem Verwirrspiel, tiefen Gefühlen, einem Happy End und zauberhafter Musik auf die Bühne.
Das Arrangeur-Team, bestehend aus dem musikalischen Leiter Andreas P. Heinzmann und dem Flötisten Jörg-Oliver Werner, weiß dabei das Publikum musikalisch in eine Märchenwelt eintauchen zu lassen. Regie & Textfassung: Julia Dippel
Musikalische Leitung: Andreas P. Heinzmann
Arrangement: Jörg-Oliver Werner & Andreas P. Heinzmann
Ausstattung: Claudia Weinhart SängerInnen: Herfinnur Árnafjall, Maria Margarethe Brunauer, Anna-Louise Costello, Sven Fürst, Philipp Gaiser, Bernd Gebhardt, Tohru Iguchi, Hitomi Kawai, Stefan Kastner, Roxana Mihai, Giancarlo Paola, Yvonne Prentki, Carolin Ritter, Andreas Stauber, Kevin Traugott, Simone Werner, Paul Wiborny
Es spielt das 10-köpfige Orchester von Münchens Kleinstem Opernhaus.
Eine Veranstaltung der Pasinger Fabrik GmbH Pasinger Fabrik GmbHAugust-Exter-Straße 1
81245 München
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Kabarett Garching Bürgerhaus: Knedl & Kraut - "Lachlederne Wirtshausmusi"
Knedl & Kraut - "Lachlederne Wirtshausmusi"

„Lachlederne Wirtshausmusi“

„Im Wirtshaus bin i wia z`Haus“ heißt ein alter Spruch. Wenn man - wie das Trio - seine Wirtsstub‘n noch dazu selbst dabei hat, wird es besonders gesellig. Toni Bartl, Daniel Neuner und Juri Lex klopfen Sprüch‘ am Stammtisch, singen lebendige Wirtshauslieder und spielen derart virtuos auf, dass buchstäblich die Hütte wackelt! Die drei Stammtischbrüder haben sich voller Inbrunst dem Kampf gegen das Stammtischsterben verschrieben und lassen die Tradition des Derbleckens, Singens und Musizierens im Wirtshaus auf originelle Art und Weise wieder aufleben. Gekonnt spannen sie den Bogen zwischen Alt und Neu. Die Musikanten:
Toni Bartl „Hannesla“ aus Partenkirchen hatte nach mehr als einem Dutzend sehr erfolgreicher Programme nun auch die Idee zu Knedl & Kraut. Als Weltmeister der diatonischen Harmonika von 1996 bereichert er das Trio mit seiner Virtuosität.
Daniel Neuner „Schnitzer“ aus Garmisch verleiht dem Programm mit seinem witzigen und urbayerischen Charme die ganz besondere Note. Knedl & Kraut ist ihm „wie auf den Leib geschnitten“!
Juri Lex ist ehemaliger Gymnasial- und Waldorfflehrer und stellt seine Talente als Multiinstrumentalist in diversen Shows von Toni Bartl unter Beweis.

Also, unbedingt vorbeischaun, sonst versäumt‘s was!

Bürgerhaus Garching
Bürgerpl. 9,
85748 Garching bei München
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Museen Buchheim Museum: BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM !
Ausstellung im Buchheim Museum vom 28. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018

Die Sammlung „Die Maler der Brücke" von Hermann Gerlinger kommt ins Buchheim Museum! Die Sammlungen Buchheim und Gerlinger ergänzen sich auf das Trefflichste. Buchheim kann mit glanzvollen frühen Hauptwerken der Brücke-Künstler punkten. Gerlinger erschließt das Thema systematisch in seiner gesamten historischen Tiefe und in der gesamten Breite der Gattungen. Die immer noch wachsende Sammlung umfasst mehr als 1.030 Titel, darunter Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken, Dokumente, Skulpturen, Kunsthandwerk und derzeit 48 Gemälde der Brücke-Künstler. Mit dem Umzug der Bestände des Würzburger Sammlers nach Bernried und die Zusammenführung mit der Sammlung Buchheim wird die Bedeutung des Buchheim Museums als Hauptmuseum des deutschen Expressionismus in Süddeutschland weiter ausgebaut. Es kann nun seinen Schwerpunkt „Brücke" mit mehr als 2000 Werken der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe belegen. Die Ankunft wird mit der Auftaktausstellung BRÜCKENSCHLAG. GERLINGER + BUCHHEIM – einer großen monografischen Zusammenschau beider Sammlungen zum Thema „Brücke“ – gewürdigt. Diese spektakuläre Vereinigung wird sich auf über 1.500 Quadratmeter erstrecken.

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Am Hirschgarten 1
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Erich Heckel, Kinder, 1910, Öl auf Leinwand, Sammlung Hermann Gerlinger © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Am Waldteich, 1910, Öl auf Leinwand, Buchheim Museum der Phantasie © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Zwei Mädchen am Wasser, 1910, Öl auf Pappe, Sammlung Hermann Gerlinger © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen
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Museen München Lenbachhaus: Gabriele Münter
Gabriele Münter

Bevor Gabriele Münter sich der Malerei zuwandte, hatte sie bereits fotografiert, um 1900 und zwar
zum ersten Mal in den USA. Bald wird sie anfangen zu malen, fast täglich, ihr Leben lang. Und Gabriele Münter geht ins Kino! Sie war eine offene und experimentierfreudige Künstlerin, vieles, was sie geleistet hat, ist bisher nur wenig wahrgenommen worden, weil ihr Werk meist durch den engen Fokus ihrer Biografie und ihrer Beziehung zu Kandinsky interpretiert wurde.
Bis heute sind daher fast nur ihre Bilder aus der Zeit des »Blauen Reiter« im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen. Und so ist der Name Münter vorwiegend mit dem deutschen Expressionismus assoziiert, mit Murnau und dem Münter­ Haus. Münters Werk ist jedoch deutlich facettenreicher, fantasievoller und stilistisch breitgefächerter als bisher bekannt. Mit der ihr im Lenbachhaus gewidmeten Ausstellung wollen wir diese reduzierte Rezeption ihrer Arbeit erweitern. Wir wollen die Komplexität und Eigenständigkeit von Münters Schaffen anhand kunsthistorischer Fragen sichtbar machen und neu bewerten.
Im Mittelpunkt der Schau wird ihr malerisches Oeuvre stehen, welches in verschiedenen thematischen Sektionen präsentiert wird. Von den klassischen Gattungen wie Porträt und Landschaft über Interieur, Abstraktion bis hin zum »Primitivismus« werden wir das reiche Gesamtwerk der Künstlerin vorstellen.
Da Münter ihre künstlerische Laufbahn mit der Fotografie begann, was nachhaltige Spuren in ihrer Malerei hinterließ, werden wir auch eine kleine Sektion dieser Technik widmen. Wir zeigen daher Fotografien, die sie 1899/­1900 während ihrer Reise in die USA geschaffen hat. Zudem wird ihr frühes Interesse für das neue Medium »Film« durch Filmstationen dokumentiert. Ein großer Teil der 130 Gemälde in der Ausstellung wurde noch nie oder letztmals vor Jahrzehnten der Öffentlichkeit präsentiert. Er stammt aus dem Nachlass der Künstlerin, der sich inder Gabriele Münter­ und Johannes Eichner ­Stiftung befindet. Diese Werke werden durch internationale und selten ausgestellte Leihgaben ergänzt.
Die Ausstellung wird durch die Städtische Galerie im Lenbachhaus und durch die Gabriele Münter­ und Johannes Eichner­ Stiftung erarbeitet und findet anlässlich des 140. Geburtstags von Gabriele Münter und des 60. Jubiläums ihrer Schenkung 1957 von Werken der Blaue Reiter ­Künstler an das Lenbachhaus statt.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
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Museen Dachau Gemäldegalerie: Önningeby - Eine Künstlerkolonie auf den finnischen Ålandinseln
Önningeby
Eine Künstlerkolonie auf den finnischen Ålandinseln

Gemäldegalerie Dachau
3. November 2017 bis 11. März 2018

Die Künstlerkolonie Önningeby wurde von dem bekannten finnischen Landschaftsmaler Victor Westerholm (1860–1919) begründet, der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und die Académie Julian in Paris besucht hatte. Er kam 1880 zum ersten Mal auf die Ålandinseln, wo er ein malerisch gelegenes kleines Haus am Lemströmkanal erwarb. Dorthin, wo seiner Meinung nach „der beste Platz auf der ganzen Welt zum Malen“ war, lud er später seine Künstlerfreunde ein. Es kamen schwedische, finnische und auch estnische Künstler, die sich jedes Jahr während der Sommermonate in den umliegenden Gehöften einmieteten. Über die Hälfte von ihnen waren Frauen, die sich weniger der Landschaftsmalerei als figürlichen Motiven widmeten. Ihnen begegnete man hier in dieser Zeit ungewöhnlich vorurteilsfrei.
In Önningeby waren die Künstler überwältigt von der Reinheit der unberührten Natur, den Felsen, dem Wald und der unvergleichlichen Flora, dem besonderen Licht des Nordens und den Farben. Gleichzeitig schätzten Sie die Ruhe der Ostsee-Inseln am Eingang des Bottnischen Meerbusens, die ungestörtes Arbeiten ermöglichte. Zentrum der Künstlerkolonie, die rasch auch durch Presseberichte bekannt wurde, blieb Westerholms gemütliches Zuhause ›Tomtebo‹, wo er und seine Frau Hilma als liebenswürdige Gastgeber jeden willkommen hießen, der über die Jahre dort eintraf. Zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens wurde hingegen der schwedische Maler Johan Axel Gustaf Acke (1859–1924), eine redselige und humorvolle Persönlichkeit. Die Jahre von 1886 bis 1892, in denen er nach Önningeby kam, gelten als die lebhaftesten in der Geschichte der Künstlerkolonie, die sich wie viele andere mit Beginn des Ersten Weltkriegs auflöste.


Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3
85221 Dachau

Bilder:

-  HSjöstrand
Strandlandschaft1890
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Pinakothek der Moderne: HELLA JO NGERIUS & LOUISE SCH OUWENBERG. BEYOND THE NEW
HELLA JONGERIUS & LOUISE SCHOUWENBERG. BEYOND THE NEW
PINAKOTHEK DER MODERNEDIE NEUE SAMMLUNG – THE DESIGN MUSEUM

10. NOVEMBER 2017 – 16. SEPTEMBER 2018 (PATERNOSTER-HALLE)

Die niederländische Produktdesignerin Hella Jongerius und die Designtheoretikerin Louise Schouwenberg sind eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwickeln. Die Neue Sammlung – The Design Museum präsentiert bereits seit 2015 ihr zehnmonatiges Ausstellungsformat für zeitgenössische Designpositionen in der zweigeschossigen Paternoster-Halle in der Pinakothek der Moderne, deren architektonische Besonderheit vor allem durch die stete Bewegung der beiden Paternosteraufzüge definiert wird.Hella Jongerius hat insbesondere durch ihre charakteristische Arbeitsweise, eine Verbindung aus Handwerk und industriellen Prozessen, sowie durch ihre markanten Textil- und Farbentwürfe internationale Anerkennung erlangt. Louise Schouwenberg ist Kunst- und Designtheoretikerin und leitet den Fachbereich für Contextual Design an der renommierten Design Academy in Eindhoven. Jongerius und Schouwenberg verfassten 2015 das Manifest „Beyond the New. A Search for Ideals in Design“, welches sie auf dem Salone del Mobile in Mailand vorstellten. Darin kritisieren sie das vorrangige Interesse der Produktindustrie an der Idee des ewig Neuen um der Neuheit willen und plädieren stattdessen für eine wahrhaftige kulturelle Innovation.Die Idee des Neuen wird in der Ausstellung nun auf das Museum und seine Sammlung übertragen. Wie ist Design hier definiert? Wie unterscheiden sich die Anforderungen des Marktes von denkulturellen Ansprüchen des Museums? Kann kulturelle Innovation im Museum verortet sein?  „Ja und Nein”, sagen Jongerius und Schouwenberg. „Auf der einen Seite ist das Museum der ideale Ort, um die vielfältigen kulturellen Bedeutungen von Design verständlich zu machen. Der Besucher kann hier nachvollziehen, welche Exponate zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung das Ergebnis einer kulturellen Innovation waren und im Laufe der Zeit nichts an Bedeutung eingebüßt haben. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, ob in einem Museum die Diskrepanz zwischen Design als kulturellem Artefakt und Design als kommerziellem Gut überzeugend veranschaulicht wird. Kann das Museum tatsächlich Erkenntnisse über die Bedeutung von Design im Alltagsleben der Menschen vermitteln, wenn die Objekte im musealen Kontext ihres Funktionswertes beraubt sind?”Ein thematischer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Aspekt des Sammelns und Ausstellens in der Neuen Sammlung – The Design Museum vor dem Hintergrund ihrer geschichtlichen Entwicklung. Anhand verschiedener Installationen wird beleuchtet, wie unterschiedliche Kontexte die Wertschätzung funktionaler Dinge beeinflussen können. Jongerius und Schouwenberg: “Designobjekte sind Vermittler zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Sobald man sich ihrer enormen Wirkung bewusst wird, erkennt man auch welche Entwürfe hochwertiger undbedeutungsreicher sind als andere.”

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

Bilder:

- Hella Jongerius & Louise Schouwenberg – Beyond the New
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Foto / Photo: Roel van Tour

Hella Jongerius & Louise Schouwenberg. Beyond the New. Installationsansicht.
Foto: Labadie / Van Tour
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München: Thomas Feuerstein - Prometheus Delivered
Thomas Feuerstein
Prometheus Delivered

Projekt
Aus Stein wird Fleisch. In seinem spektakulären Projekt „Prometheus delivered“ inszeniert Thomas Feuerstein ein faszinierendes Laboratorium aus blubbernden Bioreaktoren, geheimnisvollen Flüssigkeiten, Pump- und Schlauchsystemen. Sie winden sich um eine klassizistische Marmorskulptur des Prometheus und mäandern durch die gesamte Ausstellung. Es ist die erste institutionelle Einzelausstellung des österreichischen Künstlers in München. Die ERES-Stiftung freut sich, mit Thomas Feuerstein einen der bedeutendsten zeitgenössischen Akteure an der Schnittstelle von Kunst und Naturwissenschaft präsentieren zu können.

Ausgangspunkt der prozessualen Skulptur ist die Zersetzung einer Prometheus-Replik nach Nicolas-Sébastien Adam (1762). Wundersame Protagonisten dieser Verstoffwechselung sind steinfressende (chemolithoautotrophe) Bakterien. Sie verwandeln Marmor zu Gips und werden in einer weiteren komplexen Transformation selbst zur Nahrung menschlicher Leberzellen. Der dem Prometheus-Mythos innewohnende Kreislauf von Zerstörung und Neuerschaffung wird in einem biochemischen Prozess nachgebildet. Zeus kettet Prometheus als Strafe dafür, dass er den Menschen Feuer und damit Technologie brachte, an den Kaukasus. Ein Adler reißt ihm die Leber aus dem Leib – doch wächst sie jede Nacht wieder nach. Endpunkt von Thomas Feuersteins „Prometheus delivered“ ist – in Analogie zum Mythos – ein Bioreaktor, in dem humane Hepatozyten heranwachsen und die schließlich eine neue dreidimensionale Leberskulptur bilden. Wie in der Antike wird die Leber zum Organ und Medium der Zukunftsschau. Denn Feuerstein lässt mit seiner Installation in eine künftige Gesellschaft blicken, die sich nicht länger von Tieren und Pflanzen, sondern möglicherweise von eigenen Körperzellen ernährt.

Die Ausstellung zeigt die Geschichte über Zeichnungen und Objekte, vertont sie über eine literarische Fiktion in Form eines Hörspiels und performiert sie über biochemische Prozesse. Neben fundierten naturwissenschaftlichen Fakten ist die Schau auch Science-Fiction-Story und Splattermovie am Abgrund zum Horror.

Der an der Schnittstelle von angewandter und theoretischer Wissenschaft arbeitende Künstler Thomas Feuerstein (*1968, lebt in Wien) verschränkt in seinen Projekten Erkenntnisse aus Philosophie, Kunstgeschichte und Literatur mit Biotechnologie, Ökonomie und Politik. Daraus entwirft er ein künstlerisches Narrativ, das Fragen nach existenziellen Grundparametern und dem Ursprung von Leben eröffnet.

ERES-Stiftung
Römerstr. 15
D–80801 München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Haus der Kunst: Kiki Smith - Procession
In über drei Jahrzehnten hat die amerikanische Künstlerin Kiki Smith (geb. 1954 in Nürnberg) ein facettenreiches Werk geschaffen, das sich mit den politischen und sozialen, den philosophischen und spirituellen Aspekten der menschlichen Natur befasst. Ihre analytische Durchdringung des Körpers - ohne Scheu vor Tabus und Grenzen der Scham - stellt die Bedingungen menschlichen Daseins zur Diskussion: Alter, Tod und Sterben, Verwundung und Heilung, Ganzheit und Fragmentierung, Sexualität und Geschlecht, Identität und Erinnerung. Dabei nutzt Kiki Smith neben der Skulptur eine Vielzahl anderer Medien, insbesondere Zeichnung, Radierung und Lithografie, auch Buch, Fotografie und Video. Sie verwendet eine Fülle von Materialien, z.B. Bronze, Gips, Glas, Porzellan, Papier, Pigment, Aluminium, Latex, Federn, Haar und Bienenwachs.

Obwohl Kiki Smith im Bewusstsein einer kunstinteressierten Öffentlichkeit präsent ist, fand die Wertschätzung ihres Werks in europäischen Museen vorwiegend in kleineren Projekten Ausdruck: in der Kestner Gesellschaft, Hannover (1998), im Ulmer Museum (2001), der Fondazione Querini Stampalia, Venedig (2005), im Museum Haus Esters, Krefeld, der Kunsthalle Nürnberg (2008), der Fundació Joan Miró, Barcelona (2009) und dem Palais des Papesses, Avignon (2013). Die Ausstellung im Haus der Kunst ist die erste größere Museumspräsentation in Europa. Die ausgewählten Werke verflechten sich zu einer Gesamtdarstellung des gedanklichen Kosmos der Künstlerin. Der Schwerpunkt liegt auf den Skulpturen vom Beginn der Werkentwicklung in den 1980er-Jahren bis zu jüngst entstandenen Arbeiten.

Der Titel der Ausstellung leitet sich etymologisch von „vorbeischreiten" (lat. procedere) ab; er stellt einen Bezug her zur Inszenierung des Künstlers Francis Alÿs aus dem Jahr 2002: Alÿs konzipierte den temporären Auszug von Kunstwerken aus dem MoMA wegen Baumaßnahmen als „The Modern Procession". Repliken bedeutender Werke von Alberto Giacometti oder Marcel Duchamp oder Pablo Picassos Gemälde „Demoiselles d'Avignon" wurden wie Reliquien durch die Straßen von New York getragen, mit Kiki Smith - für viele selbst eine Ikone der Kunst -, über den Köpfen thronend.

Die Werke der 1990er-Jahre zeigen isoliert einzelne menschliche Körperteile: Bauch, Kopf, Hände, Gedärm, oder Gefäße mit den Körperflüssigkeiten Blut, Schweiß, Milch und Tränen. Vom Ganzen abgetrennt präsentiert, wirken sie wie archäologische Funde, oder Reliquien. Dabei machen die Radikalität der Bilderfindungen und die Magie des Materials das Werk von Kiki Smith so einzigartig. Durch ihre Hingabe an das „Drama" des Körpers, vor allem des weiblichen Körpers, ist das gesamte emotionale Spektrum von Gewalt und Verletzlichkeit, von Harmonie und Geborgenheit gegenwärtig.

In diesen Werken kommen so unterschiedliche handwerkliche Techniken wie Glasbläserei, Glasmalerei, Herstellung und Verarbeitung von Porzellan, Gipsabguss, Papiermaché oder Filz zum Einsatz. Mit „Glass Stomach" (1985) präsentiert Kiki Smith den Magen als durchsichtiges Gefäß. Der organische Ort der chemischen Spaltung von Nährstoffen und ihre Umwandlung in Energie ist Laborgerät für alchemistische Experimente. Ihre Entscheidung für einen bestimmten Werkstoff bezeichnet Kiki Smith als „eine nützliche Art zu denken".

Von diesen anatomisch angelegten Darstellungen ausgehend hat sich im Werk der Kiki Smith seitdem ein Universum entfaltet, das von Mädchen und Frauen, Mischwesen, Tieren vieler Art, Gewächsen und Gestirnen bevölkert ist. Mit „Jersey Crows" (1995/2017) setzt Kiki Smith 20 Krähen, die Opfer von Pestiziden wurden und tot vom Himmel fielen, ein Denkmal. Eine solche Installation schafft Kreaturen, deren Habitat durch den Menschen bedroht ist, einen Raum der Wertschätzung, der an den Ritus des Übersetzens sowie an das Bewahren, an Totenbarke und Arche Noah, erinnert. Kiki Smith fragt nach unserem Verhalten gegenüber der Schöpfung. Die Haltung der Künstlerin ist klar: „Man beutet keine Natur aus, die zu einem spricht."

Die Ausstellung lässt diese Geschöpfe am Betrachter vorbeiziehen wie in einer Prozession. Oft sind die verschiedenen Wesenheiten ineinander verwoben: ein abgetrennter Kopf auf dessen Kinn ein Rabenvogel sitzt („Head with Bird II", 1994); oder eine Frau - die Künstlerin selbst -, die eine leblose Katze im Arm hält („Pietà", 1999); eine andere, deren Fuß wie bei einer Geburt noch mit einem Reh verbunden ist („Born", 2002). In der Ausstellung hat „Born", sowie die Skulptur von einer Frau, die dem Bauch eines Wolfes entsteigt („Rapture", 2001), umgeben von den Tapisserien einen ganzen Raum für sich. Die Begegnungen zwischen Mensch und Kreatur drücken Innigkeit und Vertrautheit aus. Insgesamt wird bei den Wesen von Kiki Smith die Grenze zwischen Mensch, Natur und Kosmos durchlässig.

Die Serie von zwölf Tapisserien ist hier erstmals vollständig ausgestellt. Bei ihrer ersten Reise nach Europa erfüllte sich die Künstlerin den Wunsch, die Tapisserien „Zyklus zur Apokalypse" zu sehen, die Herzog Ludwig I. von Anjou in den Jahren 1377-1382 für seine Residenz in Angers fertigen ließ. Dieser 140m breite Wandteppich stellt die Visionen aus der Offenbarung des Johannes dar. In ihrer eigenen Serie von Tapisserien erzählt Kiki Smith eine Art Schöpfungsgeschichte. Schlange, Wolf, Rabenvogel, Eva, Adam, Reh, Berge, Flüsse, Meer und Gestirn sind zu einem bekenntnishaften Weltentwurf verwoben.

Die Ausstellung wird von Petra Giloy-Hirtz kuratiert. Der Katalog erscheint bei Prestel, mit Beiträgen von Julia Bryan Wilson, Petra Giloy-Hirtz, Virginia Raguin und Ulrich Wilmes; gebundenes Buch, 224 Seiten, 23,0 x 27,0 cm, 110 farbige Abbildungen, ISBN: 978-3-7913-5625-9, 49,95 Euro.

Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Germany

Bilder:

Kiki Smith
Untitled
1995
Braunes Papier, Methylzellulose, Pferdehaar
134,6 x 45,7 x 127 cm
Photograph by Ellen Labenski, courtesy Pace Gallery
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Kiki Smith
Head with Bird
1994
Phosphorbronze und Silberbronze
30,5 x 30,5 x 16,5 cm
Unikat
Photograph by Ellen Page Wilson, courtesy Pace Gallery
© Kiki Smith, courtesy Pace Gallery
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Museum Brandhorst: SETH PRICE - SOCIAL SYNTHETIC
SETH PRICE
SOCIAL SYNTHETIC

Museum Brandhorst
Vom 21. Oktober 2017 bis 08. April 2018

Das Museum Brandhorst präsentiert die international erste Überblicksausstellung des US-amerikanischen Künstlers Seth Price (*1973). Die mehr als 100 Werke umfassende Ausstellung zeigt Skulpturen, Filme, Fotografien, Zeichnungen, Malerei, Videos, Kleider und Textilien, Web-Design, Musik und Dichtung. Price dringt seit seinen künstlerischen Anfängen programmatisch in Territorien jenseits der bildenden Kunst vor. Er greift die Produktions- und Vertriebsformen der Musikindustrie, der Modewelt und des Literaturbetriebs auf und nutzt ihre Dynamiken für seine Kunst. Dabei beschäftigt er sich mit den fundamentalen Veränderungen der visuellen Kultur, die mit der flächendeckenden Etablierung digitaler Medien der jüngsten Gegenwart einhergehen. Seth Price gehört jener Zwischengeneration an, die noch vor der Etablierung des Internets geboren wurde und seine Ausbreitung in allen Schritten hautnah miterlebt hat: die ersten Computerspiele und -programme der 1980er-Jahre, die demonstrativ ihre pixeligen Ästhetiken zur Schau stellten; das Internet als Ort politischer Utopien der 1990er-Jahre, die in der neuen Technologie demokratisierende Potentiale vermuteten; und schließlich die alle Lebensbereiche durchdringende Digitalisierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch Web 2.0 und Smartphone. Die Digitalisierung fungiert ab 2001 zunehmend als Katalysator aufziehender gesellschaftlicher Krisen, vom „War on Terror“, der auch als Krieg der Bilder geführt wurde, bis zu den Krisen des Finanzsystems. Die künstlerische Praxis von Seth Price entwickelt sichentlang dieser Konflikte und der Begehrensmuster, die das Leben in einer globalen neoliberalen Gesellschaft antreiben.Eines der zentralen Themen in Prices Arbeiten ist der bedrohte Status des Subjekts. Angesichts der dramatischen Umwälzungen einer mediatisierten Gegenwart zieht sich dieses Selbst zunehmend an seine Oberflächen zurück oder scheint in seiner Abwesenheit auf: die „Vacuum Forms“   (2004-12) zeigen in Kunststoff abgeformte Körperteile, die „Silhouettes“   (2007-09) greifen digitale Aufnahmen aus dem Internet auf, die intime Gesten menschlicher Verständigung – wie der Handschlag oder Kuss – nur noch als Negativraum fassbar werden lassen, und die im Untergeschoss des Museums Brandhorst gezeigten Leuchtkästen (2016-17) basieren auf fotografischen Studien menschlicher Haut, die sich auf kartographische Technologien der Firma Google stützen. Einige der Werke besitzen keine feste Form, sondern können je nach Raum und Kontext unterschiedlich installiert werden: Geknickt, gefaltet, ausgerollt oder zerknittert werden sie an Wände, Decke oder auf dem Boden platziert. Sie spielen nicht zuletzt auf die Flexibilität und Ortlosigkeit der digital zirkulierenden Bilddateien – im Falle der „Mylars“   (2004-8) handelt es sich um Stills aus dschihadistischen Propagandavideos – an. Die in der Ausstellung gezeigten Werke vermitteln ein Bild der emotionalen Landschaft des beginnenden 21. Jahrhunderts. Wir sehen Fleisch und Haut, kommerzielle Logos, Abfall und Trash, Mode und Design, Verpackungen, Horrorbilder, leuchtende Screens, Humor und Brutalität, Computerspiele und Luxusobjekte. Einzelne Arbeiten besitzen inzwischen einen geradezu ikonischen Status. In seinen „Bomber Jackets“   etwa reflektiert Price den Mechanismus ständiger Reproduktion und Umwertung im digitalen Zeitalter. Während des 1. Weltkriegs für Piloten entwickelt, wurde die Bomberjacke bald zum Emblem konkurrierender Identitätsmuster. Als Modeartikel wurde sie zum Aushängeschild von Subkulturen wie der Punk- und Skinheadszene. Später wurde sie zum Signet von Hetero- und für Homosexualität, und erlebt in den letzten Jahren ein Revival sowohl als Massenware wie als Haute Couture. Festgefroren in ein Objekt, der linke Ärmel hängt schlaff herab, zeigt die „Bomber Jacket“   die Hülle menschlicher Präsenz, die zunehmend von kommerziellen Interessen und gesellschaftlichen Vereinnahmungen bestimmt wird.

MUSEUM BRANDHORST
Türkenstraße 19
80333 München

Fotos:

- Different Kinds of Art, 2004 (Detail)
Vakuum-geformtes schlagfestes Polystyrol
82,6 x 129,5 cm
Collection of Candace and Michael Barasch, Courtesy of Petzel Gallery
© Seth Price

- Seth Price vor "Vintage Bomber, 2008"
Foto: Margarita Platis
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Haus der Kunst: Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst
Again and Again: Samlung Goetz im Haus der Kunst

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 08. April 2018

„Again and Again“ veranschaulicht, wie formale und räumliche Strategien der Wiederholung – wie etwa Loop, Mehrkanal-installationen, Split Screen, mehrfache Perspektiven oder Experimente mit Serialität – das erzählerische Instrumentarium digitaler Videoarbeiten der 1990er- und 2000er-Jahre erweitert haben. Die hier versammelten Arbeiten beschäftigen sich mit einem zersplitterten Bild vom Selbst um die Jahrtausendwende. Ein deutliches Interesse an Entwürfen von individueller und kultureller Identität verbinden die Künstlerinnen und Künstler mit einem analytischen Blick auf die Massenmedien, Genderforschung, wissenschaftlichen Fortschritt sowie auf ihr eigenes Medium, den Film. Schon die ersten Beispiele von Videokunst aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren zeigen, wie dieses Medium von Anfang an mit Ideen des Selbst verbunden war. Die Beziehung zwischen dem gefilmten Objekt (oft der Künstler oder die Künstlerin selbst), der Kamera und dem Wiedergabe-Monitor bedeutete, dass die Künstler die Bilder, die sie schufen, simultan anschauen und sofort mit ihrem eigenen Abbild interagieren konnten. Das führte dazu, dass der Wiedergabe-Monitor oft in das Kunstwerk selbst integriert wurde: Künstler benutzten ihn wie einen Spiegel. Diese Verschmelzung der physischen Reflexion mit dem kognitiven Akt der Selbstreflexion hatte zur Folge, dass in der Videokunst der psychologische Zustand elementarer Bestandteil des Werks geworden ist. Um diese Verquickung von Psychologie und bewegtem Bild geht es in den Arbeiten von Kristin Lucas, Doug Aitken und Tracey Emin. In „The Interview“ führt Tracey Emin beispielsweise einen psychoanalytischen Dialog mit sich selbst, der als Gespräch zwischen zwei verschieden gekleideten Traceys inszeniert ist. Die eine Tracey, die auf der Couch sitzt, repräsentiert das Irrationale, während die zweite den Advocatus Diaboli spielt und eine rationalere Version der Ereignisse vorbringt; eine Anordnung, die eindeutig freudianischen Konzepten verpflichtet ist. 

Eine kritische Analyse der Verbindung zwischen persönlicher Identität und Massenmedien prägt mehrere Werke in der Ausstellung, die populärere Formen der Mainstream-Bildproduktion unter die Lupe nehmen: Kino, Fernsehen und Werbung. Mathilde ter Heijne und Candice Breitz verwenden beispielsweise gefundenes Filmmaterial und Sampling-Techniken, um zu zeigen, wie die Medien die Entwicklung der weiblichen Identität beeinflussen. Für die Arbeit „Becoming“ (2003) schlüpft Breitz in die Rolle weiblicher Hollywoodstars, um die abgenutzten Klischees weiblichen Verhaltens im Kino zu analysieren. Der Titel bezieht sich auf das Buch „Das Andere Geschlecht“ (1949), in dem Simone de Beauvoir die Theorie aufstellt, "man wird nicht als Frau geboren, man wird es", sowie auf die populäre MTV-Show „Becoming“, die ehrgeizigen Fans die Gelegenheit bot, Musikvideos ihrer Lieblingsstars nachzustellen. Beim Betreten des Raumes begegnet man einer Hollywoodschau-spielerin, z.B. Meg Ryan, Cameron Diaz oder Julia Roberts, die stereotype und sexistische Sprüche rezitiert, wie sie im Mainstream-Kino oft vorkommen. Umrundet man die Installation, sieht man, wie Breitz diese Szenen in Schwarzweiß nachspielt und dabei besonders auf Körpersprache und Mimik achtet. In Kombination mit ihrem Kurzhaarschnitt und ihrem strengen weißen Hemd stellt Breitz' Nachahmung dieser Gesten die Absurdität von Hollywoods Simplifizierungen des Weiblichen bloß.  Die Arbeiten von Cindy Sherman, Mark Leckey, Ryan Trecartin und Brice Dellsperger sind weitere Beispiele für das sich stets wandelnde Verständnis von Gender-Identität in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren. In der fortlaufenden Serie „Body Double“ (1995) stellt Dellsperger bekannte Filme nach, indem er sich auf einen einzigen oder wenige Protagonisten konzentriert, die dann mithilfe visueller Effekte zur Replik werden. Für „Body Double #17“ stellt er David Lynchs Kultfilm „Twin Peaks: Fire Walk with Me“ (1992) nach.

Dabei lässt er nur zwei Schauspielerinnen auftreten: zwei Schwestern, die sich zwar ähnlich sehen, aber keine eineiigen Zwillinge sind. Szene für Szene werden sowohl Männer- als auch Frauenrollen immer nur von diesen beiden Frauen gespielt; Erwartungen des Publikums werden enttäuscht, da ihm jegliche visuellen Gender-Codes verweigert sind. Im Ergebnis muss der Betrachter ihr „wahres Geschlecht“ mittels Verhaltensdynamik und Handlungen der Charaktere bestimmen. Ryan Trecartin erweitert das Genderspektrum in seiner Arbeit „What’s the Love Making Babies For“ (2003), die sich gegen heteronormative Modelle sexueller Identität und traditionelle Vorstellungen von Fortpflanzung stellt. Indem er eine alternative, "faggy gay"-Existenz vorstellt, bezieht Trecartin kritisch Stellung gegen das klassisch heterosexuelle Familienmodell mit seinen Konnotationen von Selbstoptimierung und Erfolg. Auch Matthew Barneys einflussreicher „Cremaster Cycle“ und Bjørn Melhus’ Achtkanal-Installation „Again and Again (the borderer)“ (1998) befassen sich mit der Biologie der menschlichen Fortpflanzung und gehen auf potenziell verheerende Folgen der Reproduktionstechnologie zum Klonen von Menschen ein. Mit diesen Momenten einer Spaltung oder Replikation des Selbst veranschaulicht die Ausstellung, wie Medien und gesellschaftliche Konstrukten wiederkehrende Identitätsmodelle zyklisch fortschreiben. Das Spektrum von Konzepten des Selbst in „Again and Again“ reicht von Autobiografie und Geständnis (etwa bei Leckey oder Emin) über das Typologische bis hin zum Schematischen (wie bei Sherman oder Melhus). Indem die Arbeiten unterschiedliche Entwürfe persönlicher Identität zwischen Subjekthaftigkeit und Objekthaftigkeit vorstellen, hinterfragen sie den Stellenwert des Individuums am Anbruch des neuen Jahrtausends. Again and Again wird von Daniel Milnes kuratiert.

Mit Arbeiten von:
Doug Aitken (*1968, Redondo Beach, CA)
Matthew Barney (*1967, San Francisco, CA)
Candice Breitz (*1972, Johannesburg)
Brice Dellsperger (*1972, Cannes)
Tracey Emin (*1963, Croydon)
Mathilde ter Heijne (*1969, Straßburg)
Mark Leckey (*1964, Birkenhead)
Kristin Lucas (*1968, Davenport, IA)
Bjørn Melhus (*1966, Kirchheim unter Teck)
Cindy Sherman (*1954, Glen Ridge, NJ)
Ryan Trecartin (*1981, Webster, TX)

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN


Bilder:

- Brice Dellsperger
Body Double 17 (Filmstill)
2001
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton)
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

- Bjørn Melhus
Again & Again (The borderer) (Filmstill)
1998
1-Kanal-Videoinstallation (Farbe, Ton), auf 8 Monitoren
Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Museum Fürstenfeldbruck: „…dann brach der Krieg herein!“
Sonderausstellung „…dann brach der Krieg herein!“
Grafische Arbeiten aus der Sammlung Kretschmer 1900-1918
26. Oktober 2017 bis 15. April 2018

Der europäische Kunstbetrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts war zum großen Teil geprägt vom Austausch zwischen den Kulturnationen. Fast alle Maler und Grafiker verbrachten einige Zeit in der Kunstmetropole Paris. In den großen Ausstellungen in Berlin und München fanden sich neben deutschen auch Künstler aus zahlreichen anderen europäischen Ländern. Walther Klemm (1883-1957), Margarethe Geibel (1876-1955), Karel Vik (1883-1964) und andere bedeutende Grafikkünstler zeichneten ein idyllisches Bild der Welt vor dem Ersten Weltkrieg mit traditionsreichen Städten, romantischen Landschaften und intakter Natur.

Der Erste Weltkrieg beendete jäh eine lebendige europäische Kunstszene und veränderte Leben und künstlerische Arbeit vieler Künstler nachhaltig. Der Kunstbetrieb – sofern er überhaupt noch stattfand – verlagerte sich auf die nationale Ebene. Insbesondere die Grafik diente allen Regimen als Propagandainstrument. Waren die Bestrebungen in der Kunst Deutschlands vor dem Krieg vom Stolz auf kulturelle Errungenschaften, auf Respekt vor Denkern und Künstlern geprägt, wurden aus bedeutenden Personen und Kunstwerken nun deutsch-nationale Leitbilder, mit deren Hilfe man einen Anspruch auf eine Vormachtstellung in der Welt abzuleiten suchte.

Viele Künstler waren Kriegsteilnehmer, manche auch offizielle Kriegsberichterstatter, und dokumentierten das Grauen des Krieges mehr oder weniger deutlich. In der Kunst Erich Gruners, Josef Weiszs, Raimund Moslers und vieler anderer fanden erschütternde Kriegserlebnisse bis in die 20er Jahre ihren Niederschlag. Die künstlerische Reflektion war zwar subjektiv, dennoch gab es Gemeinsamkeiten. Das Kunstschaffen änderte sich mit dem Krieg radikal - die Unbeschwertheit hatte es auf immer verloren.

Dr. Hans Kretschmer (1913-1992) war nicht nur ein beliebter Fürstenfeldbrucker Arzt, sondern auch ein passionierter Kunstkenner. Jede freie Minute widmete er seiner Tätigkeit als Sammler, ständig auf der Suche nach neuen Stücken. Kretschmer hinterließ über 3000 Blätter - Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen-  aus der Frühzeit druckgrafischer Verfahren im 15. Jahrhundert bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. 2005 übereignete die Familie die Sammlung an das Museum Fürstenfeldbruck. Für die aktuelle Ausstellung wurden von mehr als 30 Künstlern über 100 Blätter aus den Entstehungsjahren 1900-1918 ausgewählt.

Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck

Bildnachweis:

01 Brücke, Walther Klemm (1883-1957), Farbholzschnitt, Museum Fürstenfeldbruck

02 Kriegsgefangenen-Lager Krasnojarsk, Otto Schmatt, Farbholzschnitt, 1917, Museum Fürstenfeldbruck

03 Soldaten im Schützengraben, aus „Kriegstagebuch“, Erich Gruner (1881-1966), 1915, Holzschnitt, Museum Fürstenfeldbruck
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Haus der Kunst: Oscar Murillo & Polina Kanis
Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation

Kapsel 08 / Polina Kanis
The ProcedureMünchen

HAUS DER KUNST
Ausstellung vom 15. September 2017 bis 18. März 2018

Vom 15. September 2017 bis zum 18. März 2018 zeigt das Haus der Kunst die vierte Ausgabe seiner Kapsel-Ausstellungen. Diese Reihe eröffnet Einblicke in gegenwärtige künstlerische Produktionen und Methoden. Sie bietet jungen, international aufstrebenden Künstlern mit einer markanten konzeptuellen Vision die Gelegenheit, eine neue Arbeit zu entwickeln und vorzustellen. In diesem Herbst wurden der aus Kolumbien stammende, in London lebende Künstler Oscar Murillo (*1986) und die derzeit in Amsterdam lebende, russische Künstlerin Polina Kanis (*1985) eingeladen. 

Oscar Murillo
In nur wenigen Jahren hat Oscar Murillo eine der aufregendsten Positionen der Gegenwartskunst entwickelt. Seine ursprüngliche Fokussierung auf die Malerei hat er durch die Integration von Videos, Zeichnungen, Drucktechniken, Skulptur, installativen und performativen Elementen wesentlich erweitert.  Aufsehen erregend war seine Installation „Signalling devices in now bastard territory“ auf der 56. Biennale von Venedig (2015). Dort verhängte er den Zentralpavillon mit einer Reihe schwerer schwarzer Leinwände. Diese waren im selben Jahr erstmalig bei einer Präsentation in Bogotá aufgetaucht. Raumgreifend und extrem dicht, bestehen diese Installationen aus schweren, teilweise zerrissenen und wieder zusammengenähten Leinenstoffen, beidseitig mit schwarzer Ölkreide und Ölfarbe bemalt. Sie sind auf Stahlkonstruktionen drapiert, die an Obduktionstische oder an die Gerüste von Stockbetten erinnern, oder wie an Wäscheleinen aufgehängt, die den Raum ihrerseits neu ordnen. Historische, ökonomische, gesellschaftliche und philosophische Assoziationsfelder sind gegenwärtig: Waagen, die an industriell gefertigten Haken montiert sind, repräsentieren ein System des Messens; ein Gemisch aus Ton und Mais setzt skulpturale Akzente, Lebenszeichen ähnlich. Boden, Wände und Blickachsen verbinden sich zu einer vibrierenden Raumkonstellation. 

Polina Kanis

Für ihre Ausstellung im Haus der Kunst hat Polina Kanis erstmals eine Dreikanalinstallation geschaffen. Damit erweitert sie ihre bisherige filmische Praxis.  Die Protagonisten von Polina Kanis' bisherigen Filmwerken bewohnen geschlossene räumliche Systeme. Sie führen automatisierte und ritualisierte Handlungen aus, die von einer unsichtbaren Instanz gelenkt zu sein scheinen. Mit dieser Art Mikrokosmos drückt Polina Kanis ihr Interesse daran aus, wie architektonische Gegebenheiten Machtstrukturen begünstigten, Menschen beeinflussen und sogar pervertieren. Bereits in ihrem 2016 realisierten Projekt „The Shift“ diente ein Museumsgebäude als Ausgangspunkt für Reflexionen über Gemeinschaft und Isoliertheit. Auch in ihrer eigens für das Haus der Kunst neu geschaffenen Installation „The Procedure“ ist das Gebäude ein Museum, doch diesmal liegt es in Trümmern – es fiel einer nicht genauer benannten Katastrophe zum Opfer. Zwar werden Maßnahmen angestrengt um herauszufinden, was geschehen ist, doch bleiben diese vage und stumm. Alle Befragten antworten mit demselben Satz: „Ich habe nichts gesehen.“  Der Film führt den Betrachter in eine geteilte Welt. Das ehemalige Museum und der umgebende Wald sind zum Sperrgebiet geworden, die Zone und ihre Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Die Personen dürfen die andere Seite erst nach einem Verhör an der Grenze betreten, und vielleicht auch nur dann, wenn sie Artefakte aus dem Museum - die sie ausgegraben, gesammelt undherausgeschmuggelt haben –, zum Tausch anbieten.

HAUS DER KUNST
PRINZREGENTENSTRASSE 1
80538 MÜNCHEN

Bilder:

- Polina Kanis
Celebration
2014
HD Video, Loop
13:27 Min
Courtesy of the artist

- Polina Kanis
Eggs
2010
HD Video
17:16 Min
Courtesy of the artist

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter

- Kapsel 07 / Oscar Murillo
Going Forth: The Institute of Reconciliation
Haus der Kunst 2017
Installationsansicht/ Installation view
Photo: Maximilian Geuter
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.