Blickpunkt:
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Zugabe Olching KOM: BLOCKFLÖTEN WORKSHOP - Ensemblespiel und Einzelunterricht mit Tatiana Flickinger
BLOCKFLÖTEN WORKSHOP - Ensemblespiel und Einzelunterricht mit Tatiana Flickinger

Zielgruppe:
Fortgeschrittene Spieler, die Spaß am gemeinsamen Musizieren haben, erarbeitet werden Werke für 1-16 Blockflötenspieler


Zeitrahmen:
Samstag, 01. Oktober
von 10:00 Uhr – ca. 21:00 Uhr mit gemeinsamer Mittagspause
Sonntag, 02. Oktober
von 10:00 Uhr - 15:00 Uhr –
16.00 Uhr kleines Abschlusskonzert der Teilnehmer


Bei der Anmeldung sollten folgende Angaben gemacht werden:

Welche Instrumente können mitgebracht werden?
Ist Einzelunterricht gewünscht? (pro Teilnehmer max. 45 Minuten Einzelunterricht, der Schwerpunkt liegt auf der Ensemblearbeit)
Gibt es schon zusammengehörige Ensembles?
Übernachtungsmöglichkeit für Teilnehmer gewünscht? Private Unterbringung oder Hotel?
E-Mail Adresse und  Telefonnummer unter der sie erreichbar sind


Teilnehmerzahl: mindestens 12, maximal 16

Anmeldung über
Gabriele Frank -  PRO Kultur GbR -Pfarrstr. 84 - 82140 Olching –
Tel. 08142-488321oder 0160-8448205
E-Mail: gabi.frank@gmx.de


Veranstalter: 11-11-MusikKultur e.V. in Kooperation mit PRO Kultur GbR
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Konzert Pasinger Fabrik: Trouble Shooters: All About Soul
Trouble Shooters: All About Soul
Fast schon traditionell geben die Trouble Shooters bei ihrem Herbstgastspiel in der Pasinger Fabrik die Antwort auf die Frage: Was ist Soul?
Wenn Funk-Rhythmen auf Blues-Skalen treffen, wenn sich scharfe Bläser-Riffs gegen den Druck der Rhythmus-Gruppe stemmen, wenn die Wände wackeln und die Tische tanzen: Dann ist das Soul!
Und die TroubleShooters aus München sind definitiv eine der heißesten Soulbands der Stadt!
Ihr Programm entführt in die sechziger Jahre, führt in einem Bogen über die Siebziger und die Achtziger bis hinein in die Neuzeit. Klassiker von Wilson Pickett, Aretha Franklin oder den Blues Brothers verbinden sich im Setup der Band harmonisch mit den auf die Tanzfläche treibenden Songs von Tower of Power, Incognito, dem frühen Phil Collins oder Jamiroquai.
Stilsicher arbeitet sich die 13-köpfige Münchner Formation durch die Jahrzehnte - mit einem stets geltenden Versprechen: Soul macht Spaß! Dem Dutzend oben auf der Bühne und dem Publikum unten im Saal.
Das ist Soul!

Ort: Wagenhalle

Pasinger Fabrik GmbH
Kultur- und Bürgerzentrum der Landeshauptstadt München
August-Exter-Str. 1 (S-Bhf. Pasing)
Information und Abendkasse Tel. 82 92 90 79
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Theater Landsberg Stadttheater: F.C.F. - Der Kanzler oder die Göringcollection
F.C.F. - Der Kanzler oder die Göringcollection

Monolog von „Snowdance“-Preisträger Andreas Arnstedt mit Mathieu Carrière
Friedrich Christian Flick (F.C.F.) ist die Hauptperson in Andreas Arnstedts Zeitstück über persönliche Schuld und nationales Vergessen, über die Macht der Politik und die Ohnmacht rechtlicher Grundsätze, aber auch über die Endlichkeit der Schuld des Einzelnen im Kreislauf der Geschichte.
2004 wurde die umstrittene Flickausstellung im Hamburger Bahnhof Berlin eröffnet. Während der Senat von Berlin und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gegen alle Einwände und Bedenken an der umstrittenen "Flick Collection" festhielten, war es Kanzler Gerhard Schröder, der durch sein persönliches Eingreifen den bisherigen Blick auf die deutsche Nachkriegsgeschichte zum Nachteil der Opfer veränderte. Das Hofieren F.C.F.‘s durch die Rot-Grüne Bundesregierung und nahezu alle Oppositionsparteien ließ den Ruf nach einer späten Entschädigung der Zwangsarbeiter verblassen, die Forderung nach einer Begleitausstellung über die Herkunft der Flickmillionen gar lächerlich wirken.
Der Kanzler eröffnete als Festredner die Ausstellung eines Mannes, dessen Vermögen zum Großteil aus der Arbeit von Zwangsarbeitern stammte und der diesen historischen Fakt nie anerkannte. Minister, die sich Macht ihres Amtes schützend vor F.C.F. stellten, die Forderung der Zwangsarbeiter ignorierten und Entschuldigungen als "unnötige Bußrituale" bezeichneten, stimmten hier mit dem Geschichtsbild der erstarkten NPD überein.
Nach dem verspäteten Aufschrei des Zentralrates der Juden, der Begriffe wie "Blutgeld" in die Öffentlichkeit brachte, sah sich die Berliner Regierung zu einer Stellungnahme genötigt, die letztendlich den geschichtsvergessenen Politiker entlarvte.
Andreas Arnstedt, der beim letzten „Snowdance Independent Film Festival“ in Landsberg den Preis für die beste Regie („Der Kuckuck und der Esel“) bekam, hat diesen Text eigens für und mit Mathieu Carrière inszeniert. Eine einmalige Gelegenheit für die Landsberger diesen außergewöhnlichen Schauspieler bei uns zu erleben. Im Anschluss an die Aufführung besteht Möglichkeit zu Gespräch und Diskussion mit Autor und Darsteller.
Es spielt Mathieu Carrière
Text und Regie: Andreas Arnstedt

Stadttheater Landsberg am Lech
Schlossergasse 381 a
86899 Landsberg am Lech
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Kabarett Maisach: Helmut A. Binser
Kabierett: Helmut A. Binser

Mit seinem mittlerweile dritten Bühnenprogramm „Wie im Himmel“ geht Helmut A. Binser ab 2016 auf Tour und man darf sich auf viele neue Gschichten und Lieder des gemütlichen Waidlers freuen.
Binser ist ein bayerisches Original: lebenslustig, humorvoll und zünftig, sein Bühnenauftritt so lässig und selbstverständlich als hätte er nie etwas anderes gemacht. Mit seinem neuen Programm „Wie im Himmel“ bespielt er ab 2016 spitzbübisch und voller Leidenschaft die Kabarett- und Wirtshausbühnen Bayerns und Österreichs.
Aus dem Kofferraum seines alten Daimler-Benz holt er Gitarre und Ziehharmonika und schon gehts los mit vielen großen und kleinen Anekdoten aus Binsers scheinbar beschaulichem Lebensumfeld. Jetzt Mitte dreissig - die Lausbubenjahre sind gezählt - findet sich der ehemalige Rockmusiker plötzlich zwischen Gartenpflege, Thermomixpartys und verpassten Biotonnenabholterminen wieder. Er erklärt, wie man den Besuch beim Hausarzt gekonnt durch eigene Recherche im Internet und am Stammtisch verhindert, zitiert aus seinem Beziehungsratgeber „Vom Hackstock zum Frauenversteher“ und philosophiert treffend über seinen Lieblingssport Fussball, den er überwiegend liegend vor dem Fernseher ausübt.  

Bräustüberl Maisach
Hauptstraße 24
82216 Maisach
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Museen Rosenheim Lokschuppen: WIKINGER!
WIKINGER!

Mächtig, mutig, männlich. Die Wikinger stehen für Abenteuerlust, für Wissbegierde und Macht, wir assoziieren mit ihnen Hörnerhelme, blutige Streitäxte und viel Met: Dass es sich hier um Klischees handelt, ändert nichts an unserer Faszination für sie.
Vom 11. März bis zum 4. Dezember 2016 dreht sich im Ausstellungszentrum Lokschuppen in Rosenheim alles um die „WIKINGER!“. Die große Erlebnisausstellung gewährt einzigartige Einblicke in ihre sagenumwobene Welt. Die Inszenierung von weit über 500 ausgestellten Originalen aus der Wikingerzeit ermöglicht jedem Besucher ein unmittelbares und wirklichkeitsnahes Bild der Seefahrer aus dem Norden - eingebettet in ein einmaliges Ausstellungsdesign. Sie erzählt die beeindruckende Erfolgsstory der „Wikinger“. Von Beutezügen, vergrabenen Schätzen, von Strategie, von Glaube, Gefahr und Kampf, von starken Wikingerinnen oder von den „Pferden der Meere“, wie sie selbst ihre Schiffe nannten. „WIKINGER!“ beantwortet Fragen, erklärt Zusammenhänge und Beweggründe und klärt zugleich populäre Irrtümer auf.
Auf 1.500 Quadratmetern zeigt die derzeit deutschlandweit größte Wikinger-Schau, dass die wahre Geschichte der skandinavischen Völker im Frühmittelalter noch spannender ist als alle Mythen, die sich um sie ranken.
Das Ausstellungszentrum Lokschuppen präsentiert zum Teil erstmals ausgestellte Wikinger-Originalobjekte aus dem Lunds Universitets Historiska Museum in Schweden und Leihgaben aus zwanzig weiteren namhaften europäischen Museen.

AUSSTELLUNGSZENTRUM LOKSCHUPPEN Rosenheim
Rathausstraße 24
83022 Rosenheim
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Museen Landsberg Stadtmuseum: So ein Lech! Episoden und Stationen eines bayerischen Flusslaufs
So ein Lech! Episoden und Stationen eines bayerischen Flusslaufs

Ausstellung im Stadtmuseum Landsberg 30.4. - 30.10.2016

Der Lech mit seinem spektakulären Wasserfall am Landsberger Lechwehr ist zentral in der Stadt und im Bewusstsein der Landsberger präsent. Was wissen wir aber tatsächlich über diesen Fluss, der nicht nur für Bürger und Touristen das Stadtbild prägt, sondern ganz unterschiedliche Bedeutungen für seine Anwohner früher wie heute besitzt?

Es ist heute kaum noch vorstellbar, welchen Stellenwert der Lech früher für die Flößerei besaß: In der Blütezeit der Lechflößerei passierten über 4.000 Flöße den Fluss. Werkzeug, Votivtafeln und Warenbestellungen zeugen von einem Gewerbe, das für Dörfer wie Lechbruck die Haupteinnahmequelle war. Handwerksbetriebe und Mühlen nutzten die Wasserkraft. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es bayernweit etwa 6.400 kleinere und mittlere Wassertriebwerke zum Mahlen von Getreide, Sägen von Holz, Walken von Stoffen und zum Betreiben von Hämmern in Schmieden. Wehrbauten und Flussverbauungen versuchten diese Anlagen zu schützen, die durch das wiederkehrende Hochwasser des wilden Alpenflusses Lech stets gefährdet waren.

Die Flussdynamik eines Alpenflusses drückt sich im enormen Kiestransport aus, der mit seinen Umlagerungen für zahlreiche Flussarme, Kiesinseln und Biodiversität sorgt. Diesen Charakter als Alpenfluss hat der Lech in Bayern eingebüßt. Mit dem Staustufenbau im 20. Jahrhundert hat sich das Gesicht des Flusses und seiner Ökologie erheblich verändert. Gleichzeitig sind die aufgestauten Seen der zwanzig Staustufen zwischen Füssen und Augsburg touristisch beliebte Freizeitziele.

Über diese Veränderungen und verschiedenen Bedeutungen des Flusses für die Menschen, die an ihm leben, berichten Landschaftszeugen. Klement Sesar, Altbürgermeister von Peiting und ehemaliger Vorsitzender des Kreisfischereivereins Schongau, ist einer von ihnen. Ideengeber für das Interview-Projekt war der Verein Lebensraum Lechtal. Gemeinsam mit dem Museum haben Schüler der Montessori-Schule Inning das Projekt umgesetzt: Interviewtraining absolviert, Gespräche mit den Interviewpartnern geführt und sogar die Hörstücke selbst geschnitten.

Die Ausstellung „So ein Lech!“ zeigt historische Karten, Gemälde und Objekte, die aus den verschiedenen Museen entlang des Lechs stammen, so aus den Stadtmuseen Füssen, Schongau und Friedberg, dem Flößereimuseum Lechbruck oder dem Heimatverein Pfronten. Von der Quelle bis zur Mündung folgt der Besucher über Luftbildaufnahmen dem Lech und seinen Geschichten. Seine Schönheit lässt sich an ausgewählten Gemälden des 19. und 20. Jahrhunderts nachvollziehen.

Ob als Transportweg für die Flößerei in historischer Zeit, als Energielieferant in unserer eigenen oder als identitätsstiftende Landes- und Sprachgrenze, der Lech bietet ein interessantes Spektrum an Themen für ein breites Publikum. Auch für Familien mit Kindern gibt es in der Ausstellung viel zu entdecken, „Herbert der Hecht“ hält kleine Arbeits- und Suchaufträge bereit. Neben den Führungen durch die Ausstellung sind Ausflüge an den Lech, z.B. auf dem Lecherlebnispfad, zur Erkundung seltener Tier- und Pflanzenarten im Angebot.


So ein Lech! Episoden und Stationen eines bayerischen Flusslaufs
Ausstellung  30.04.2016 - 30.10.2016
Stadtmuseum Landsberg,
Von-Helfenstein-Gasse 426
86899 Landsberg am Lech
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Museen Starnberg Museum Starnberger See: „Franz Graf von Pocci – Ein Multitalent vom Starnberger See“
„Franz Graf von Pocci – Ein Multitalent vom Starnberger See“

Vom 24. Juni bis 23. Oktober 2016

Franz Graf von Pocci (1807–1876) gehört zu den kulturell bedeutendsten und schillerndsten Persönlichkeiten der bayerischen Geschichte. Allein die vielfältigen Bezeichnungen, die ihm in Buchtiteln zu Teil werden, wie z. B. „Simplizissimus der Romantik“, „Dichter“, „Zeichner“, „Kompositeur“, „Musiker“, „Jugendschriftsteller“, „Oberhofmarschall“, „Kinderfreund“, „Kasperlgraf“, „universelles Talent“, „Freund der Musen“, „Zeremonienmeister“, „Künstler“, zeigen wie facettenreich Pocci war. 

Über 40 Jahre lang diente er den bayerischen Königen Ludwig I., Maximilian II. und Ludwig II. 1830 bekleidete er zunächst das Amt des Zeremonienmeisters, wurde 1847 zum Hofmusikintendanten ernannt und 1864 zum  Oberstkämmerer. Eine besondere Beziehung verband Pocci zu König Ludwig I., den er mehrfach auf Reisen nach Italien begleitete.   

Neben seinen zahlreichen Aufgaben am königlichen Hof fand der Schlossherr von Ammerland am Starnberger See (den Besitz hatte bereits Poccis Vater 1842 von König Ludwig I. als Lehen erhalten) Zeit, ein umfangreiches künstlerisches Werk zu schaffen. Bekannt ist Pocci vor allem als Schöpfer der Figur des „Kasperl Larifari“, des Stars des Münchner Marionettentheaters, bei dessen Gründung 1858 er tatkräftig half und für das er über 40 Stücke schrieb.

Generationen von bayerischen Kindern sind mit den Abenteuern von Larifari und seiner Gretel groß geworden. Aufgrund der Popularität der Figur des bauernschlauen Kasperls wurde Pocci auch als „Kasperlgraf“ bezeichnet.

Weniger bekannt ist, dass Pocci zahlreiche Gedichte verfasste und über 600 Musikstücke komponierte, darunter eine Version des Volkslieds „Wenn ich ein Vöglein wär“. Häufig illustrierte er die Veröffentlichungen seiner Dichtungen und Kompositionen selbst, war aber auch für seine Freunde als Illustrator tätig.   

Ein ganz besonderer Charme geht von seinen Karikaturen aus. Schon als Jugendlicher hat er die Gäste seines Elternhauses aufs Korn genommen und sie unter Betonung ihrer Eigenheiten porträtiert. Später waren es vor allem Freunde, hohe Würdenträger und Hofräte sowie Mitglieder verschiedener (Männer-)Clubs in München, wie etwa der  „Gesellschaft der Zwanglosen“  oder der  Gesellschaft „Alt-england“, die von ihm mehr oder weniger spöttisch und hintersinnig, in jedem Fall aber mit viel Humor zeichnerisch charakterisiert wurden – sich selbst eingeschlossen.

Die Mitgliederlisten dieser geselligen Vereine lesen sich wie ein „Who is Who“ der Münchner Gesellschaft. Als ein Karikaturist der ersten Stunde zeichnete Pocci für die ab 1844 erscheinenden Münchner „Fliegenden Blätter“ humoristische Illustrationen. Mit dem Charakter des „Staatshämorrhoidarius“ setzte er darin dem bayerischen Beamten ein Denkmal, indem er den Alltag und die Mentalität eines „typischen“ Staatsdieners auf das Korn nahm.

Darüber hinaus hinterließ er Land-schafts- und Architekturzeichnungen, in denen er unter anderem seine Heimat am Starnberger See porträtierte. Sie sind heute wertvolle Dokumente zur Lokalgeschichte. Zu erwähnen sind ferner Scherenschnitte und  sogenannte Klecksographien. Selbst aus diesen, zeittypischen Arbeiten spricht sein unerschöpflicher Humor.   

Die Ausstellung zeigt das Leben und Werk von Franz Graf von Pocci in all seinen Facetten und gibt dabei tiefe Einblicke in die Seele des Ammerlander Multitalents.

Museum Starnberger See
Possenhofener Straße 5
82319 Starnberg
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Museen Buchheim Museum Bernried: BRÜCKE UND DIE LEBENSREFORM
BRÜCKE UND DIE LEBENSREFORM

Das Ziel der Reformbewegung - die Wiederherstellung einer ursprünglichen Harmonie zwischen Mensch und Natur - gehörten in den Jahren nach der Jahrhundertwende zum ideellen Gemeingut des Bildungsbürgertums. Vegetarismus, FKK-Kultur, Hippie-Bewegung und Bio-Kult sind auf der einen, die völkische Bewegung auf der anderen Seite ihre Kinder. Die Ausstellung zeigt an Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, aber auch an angewandter Kunst, wie weit die Kunst der Brücke-Gründer von der Lebensreform beeinflusst ist. Die aus Leihgaben und Sammlungsstücken zusammengesetzte große Sonderausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Kirchner-Archiv.

In 2014/15 wurde in der Galerie Henze & Ketterer in Bern eine Ausstellung zum Thema „Brücke“ und Lebensreform gezeigt. Zu sehen waren dabei auch Kirchners Fotos, die die Verbindung zwischen Kunst und Leben im Sinne der Lebensreform dokumentieren, sowie dessen Zeichnungen aus dem Architekturstudium. (Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.)

Wie die anderen „Brücke“-Gründer Heckel und Schmidt-Rottluff hat auch Kirchner bei dem Reformarchitekten Fritz Schumacher Architektur studiert. Dieses Studium umfasste nicht nur den Entwurf von Gebäuden, sondern auch den Innenausbau und den Bau von Möbeln und ist Teil des Versuchs der Lebensreform Arbeit und Leben, Stadt und Natur zusammenzubringen.

Das Ausstellungskonzept besteht darin um den Kern von „Brücke“-Arbeiten aus der Expressionismus-Sammlung des Museums Buchheim, dem Kirchner Museum Davos und dem Bestand der Galerie Henze & Ketterer, die Ausstellung einerseits um Exponate und Dokumentationsmaterial aus dem Bereich der Lebensreform zu erweitern.

Andererseits soll die Ausstellung auch auf die lokale Verbindung des Raums München zur Lebensreform eingehen: Die erste Lebensreformkolonie des Gründervaters der Lebensreform Karl Wilhelm Diefenbach befand sich in Höllriegelskreuth, die Verbindung zwischen der Schwabinger Bohème (Otto Gross, Erich Mühsam, Gräfin zu Reventlow, Oskar Maria Graf, Leonhard Frank etc.) und der Lebensreformkolonie auf dem Monte Verià war fest etabliert. Gusto Gräser, der Eremit vom Monte Verità, war genauso wie der Lebensreformkünstler Fidus, Schüler von Diefenbach und in München eine Stadtbekannte Persönlichkeit.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Reaktion der Lebensreform auf die widrigen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Industrialisierung in Fabriken und Büros. Im Zentrum dieser Reaktion steht die körperliche Gesundheit durch Sport, Tanz, Wandern, Bewegung und Ernährung, aber auch die gesunde Umwelt, was sich einerseits durch ein „Zurück-zur-Natur“ andererseits durch eine lebenswertere Gestaltung der Städte ausdrückt und schliesslich zur Idee der ästhetischen Durchgestaltung der gesamten Lebenswelt führt. Dies zeigt sich in der Dresdener Gartenstadt Hellerau, die Leben und Arbeit, Natur und Stadt, Architektur und Design verband und zugleich die Geburtsstädte des deutschen Ausdruckstanzes war.

Inhaltlich zeigt sich die Verbindung der „Brücke“-Künstler zur Lebensreform in der Darstellung von Gruppen nackter Badender, die im Zusammenhang mit der Freikörperkultur zu sehen sind, der (körperlich noch unverbildeten) Jugend und bei Kirchner in der Darstellung von Sport und expressionistischem Tanz bei Mary Wigman, Gret Palucca oder Rudolf von Laban. Als Suche nach einer ursprünglichen und einfachen Lebensweise manifestiert sich die Lebensreform im Interesse der „Brücke“ an primitiver Kunst genauso wie am Leben von Bauern und Fischern der Heimat. Im Atelier als Gesamtkunstwerk mit seinen bemalten Wänden, selbstgebauten Möbeln, Holzfiguren und Gemälden realisieren die „Brücke“-Künstler auf ihre Weise die lebensreformerische Utopie der Durchgestaltung des Lebens.

Formal manifestiert sich der Geist der Lebensreform bei den Brücke-Künstlern im Bewusstsein von Materialität, Körperlichkeit und Performativität des Kunstschaffens: Im Holzschnitt, der dem Künstler eine Kraftanstrengung abverlangt, die in den Bearbeitungsspuren in Form von Splittern und grober Bearbeitung sichtbar bleibt und im Bewegungszeichnen, der unmittelbaren Wiedergabe des bewegten Körpers am Badesee oder in den Ateliers.

Im institutionellen Rahmen zeigt die Ausstellung erstmals den kulturgeschichtlichen Zusammenhang, in dem die Kunst der „Brücke“ entstanden ist. Die Themen der Lebensreform: Gesundheit, Ernährung, Ökologie und die Frage nach einer gelungenen Gestaltung des eigenen Lebens sind darüber hinaus heute aktueller denn je.

Fotonachweis:
1. Ernst Ludwig Kirchner: Harem, 1922, Öl auf Leinwand
Privatsammlung

2. Ernst Ludwig Kirchner: Interieur mit Maler, 1920, Öl auf Leinwand
Galerie Henze & Ketterer AG, Wichtrach/Bern

3. Karl Schmidt-Rottluff: Herbst am Vietzker See, 1926, Aquarell und Pinsel in Tusche auf festem, leicht genarbtem Papier
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2016 - Galerie Henze & Ketterer AG, Wichtrach/Bern

4. Emil Nolde: Erste Menschen, 1922, Öl auf Leinwand
© Nolde Stiftung Seebüll / Foto: Fotowerkstatt Elke Walford, Dirk Dunkelberg / Nolde Stiftung Seebüll

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried
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heute
Museen Bernried Buchheim Museum: WON ABC & FRIENDS - KUNST AUS MÜNCHENS UNTERGRUND
WON ABC & FRIENDS - KUNST AUS MÜNCHENS UNTERGRUND

Lothar-Günther Buchheim hatte den Wunsch, dass »etwas vom Geist der Brücke« in sein Museum kommen solle. Er meinte damit vor allem den für die jungen expressionistischen Künstler so typischen revolutionären Drang. »Arm- und Lebensfreiheit gegenüber den wohlangesehenen älteren Kräften« wollte sich die 1905 gegründete Gruppe verschaffen. Heute gehören ihre Werke selbst zu den Monumenten der Kunstgeschichte. So stand es für Buchheim außer Frage, dass seine mittlerweile hoch verehrte Expressionistensammlung durch einen antimusealen Kontext verlebendigt werden müsse. Diesem Diktum folgend, präsentiert das BUCHHEIM MUSEUM eine Ausstellung von Münchner Streetart-Künstlern. In Abgrenzung zum etablierten Kunstbetrieb und oftmals auch am Rande oder jenseits der Grenzen der Legalität, haben sie ihre Kunst auf den Wänden des öffentlichen Raums zur Entfaltung gebracht. Wie bei der Brücke und der Pop-Art sind es aktuelle, lebensnahe Themen, die sie beschäftigen, von der Gesellschaftskritik bis hin zur Comicrezeption. Angeregt durch die New Yorker Graffiti-Sprayer der 1980er-Jahre hat sich in den vergangenen 35 Jahren in München eine lebendige Streetart-Szene entwickelt, die höchste internationale Anerkennung genießt. Die in Zusammenarbeit mit Lothar Keuler und der Galerie Richter & Masset entstandene Schau ist der erste Versuch, diese dynamische Kunst unserer Region in einem Museum zur Darstellung zu bringen.

 

Bereits vor zwei Jahren ist ein polnischer Militärhubschrauber im Park des BUCHHEIM MUSEUMS gelandet. Im Auftrag der Galerie Richter & Masset war er von Münchner Sprayern unter dem Motto »From War to Peace« in ein Kunstwerk verwandelt worden. Zu dem Team rund um den »Großmeister« WON ABC gehören auch BEASTIESTYLEZ, CASIEGRAPHICS, DOG ISK und I ARE UGLY. Zusammen mit anderen Münchner Untergrund-Künstlern treten sie nun im Vortragssaal und in den Fluren des BUCHHEIM MUSEUMS auf. Neben den genannten Hubschrauber-Künstlern sind ebenfalls mit Arbeiten vertreten: 420 FAYS, BAK PBS, BURNZ FEINKOSTPARANOIA, CAZE RIC ABC, CEMNOZ, CHEECH, COSMIC, CPT73, ESCAPE, FLIN, FRANKY ABC, GJELI ABC, KASSAN, LEWY, LORENZO BENZO, NOISE, PIANO RIC, ROSK MOR, SAMIR ABC TSR, SATONE, SHAMEZ ABC, SINE, SONIC ABC TSR, START, THOMAS WERNER, THRILLKISS, VINCE ABC TWS, ZEMENT, ZLEP und Z-ROK. Geboten werden in ihrer Schau Hauptwerke des Untergrundes, made in Munich: rollende Ghettoblaster, besprayte Legozüge, zwei echte Autos, ein besprayter Münchner S-Bahn-Wagen und andere Graffitiwerke als Bildtafeln ebenso wie Kultfilme rund um das Streetart-Milieu und eine wochenlange Live Performance von WON ABC, der eine 22 Meter breite Wand des BUCHHEIM MUSEUMS besprayt.

Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See
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Museen München Alpines Museum: Standpunkt. Jürgen Winkler 1951 - 2016
Ausstellung des Fotografen Jürgen Winkler im Alpinen Museum des DAV

Standpunkt. Jürgen Winkler 1951 - 2016

Jürgen Winkler ist der Prototyp des »Bergfotografen«, des Bergsteigers mit der Kamera: Mit seinen Aufnahmen von Bergen und Menschen hat er alpine Kulturgeschichte geschrieben. Zahlreiche Motive sind zu Ikonen des neuzeitlichen Bergsteigens geworden. Über Jahrzehnte hat Winkler den Alpinismus mit der Kamera begleitet, auch und gerade außerhalb von Bergsteiger-Kreisen hat er das Bild der Berge geprägt. In einer großen Retrospektive zeigt das Alpine Museum in München das vielfach ausgezeichnete Werk Jürgen Winklers aus den Jahren 1951 bis 2016. Die Ausstellung ist ab dem 21. Juli zu sehen.

„Bergsteigen und Fotografieren passen nicht gut zusammen“, sagt Winkler selbst. „In der Regel muss ich entscheiden, ob ich das eine oder das andere tue.“ Gelernt hat er aber beides: Jürgen Winkler (*1940) ist ausgebildeter Fotograf und geprüfter Bergführer, also ein Meister der Kamera in den Alpen ebenso wie auf über 100 Trekkingreisen in den Gebirgen der Welt.

Handwerkliches Können, Originalität und Reflektiertheit definieren Winklers fotografischen Standpunkt. Die erste Retrospektive seines Gesamtwerks schlägt den Bogen von den Schwarzweißaufnahmen der 1950er-Jahre bis zu neuesten Arbeiten mit der Digitalkamera. Weitere Schwerpunkte bilden Porträts von Menschen im Himalaya und in den Anden, Natur-Stillleben und das vielschichtige »andere Bild« der touristisch versehrten Bergwelt.


Bergsteigen und Berglandschaften
Bekannt wurde Jürgen Winkler ab den 1960er-Jahren vor allem durch seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Die künstlerische und technische Herausforderung verlangt großes Können, sie ist darum für den Fotografen von besonderem Reiz: Vom Betätigen des Verschlusses bis hin zur fertigen Vergrößerung kann er die Entstehung des Bildes vollständig kontrollieren. Schwarzweißfotografie lebt von der Grafik, von Linien und Flächen, Licht und Schatten. Lohnende Motive finden sich oft dort, wo die Kontraste hart aufeinander treffen, idealerweise im verschneiten Gebirge oder im Gletschergelände.

Winkler zeigt Menschen als Besucher in einer überwältigenden Natur, beim Wandern und Klettern, mit Steigeisen, Eispickel und Ski. Selbst seine »Action«-Fotos sind sorgfältig komponiert, er spielt mit der Spannung zwischen extremer Nähe und Ferne, Schärfe und Unschärfe.

Das andere Bild der Berge
Bereits Anfang der 1980er Jahre fing Jürgen Winkler an, den banalen Alltag im zivilisierten Gebirge zu dokumentieren. Die »anderen Bilder« aus dem Lebens- und Transitraum, dem Wirtschafts- und Erholungspark Alpen stoßen bei Bewunderern seiner »schönen« Bergaufnahmen nicht selten auf Unverständnis. Dass die Dinge aussehen, wie sie aussehen, ist kein Verschulden des Fotografen, der sie zeigt. Winkler agiert als Dokumentar des „anderen Bildes der Berge“, der analysiert und nicht anprangert oder wertet.

Porträts aus dem Himalaya und den Anden
„Wenn man die Kamera auf eine Person richtet, die das nicht will, dann ist das immer ein aggressiver Akt“, so Winkler. Seine Porträts von Menschen in extremen Lebensräumen, im Himalaya und den Anden entstehen immer aus dem Dialog heraus. Den »Edlen Wilden« und seine exotische Kultur zu verklären, liegt Jürgen Winkler fern. Niemals sieht er sich als Jäger, der sein Motiv »erwischt« und dem ein guter »Schuss« gelingt.

Kaleidoskop
Seit 2012 fotografiert Jürgen Winkler mit einer Digitalkamera. Seine Motive sucht er nicht, sondern er findet sie - sehr oft in der nächsten Umgebung, im Alpenvorland zwischen Isar und Loisach. Es ist Fotografie im reinen Sinn: Zeichnen mit Licht, unbelastet von komplizierter Logistik, körperlicher Anstrengung und den Gefahren des Alpinismus.


Geboren in Berlin, wuchs Jürgen Winkler im nordhessischen Frankenberg an der Eder auf und begann nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt/Main als Achtzehnjähriger mit dem Bergsteigen.

Von 1962 an bildete Winkler mit dem Frankfurter Extrembergsteiger Pit Schubert eine leistungsfähige Seilschaft, die in den anspruchsvollsten Alpenwänden erfolgreich war. Bekannt wurde der bescheidene Spitzenalpinist jedoch nicht seiner vielen namhaften Bergfahrten wegen, sondern vor allem als Fotograf und Autor. Das gemeinsam mit Walter Pause herausgegebene Buch „Im extremen Fels“ wurde für eine ganze Generation deutschsprachiger Felskletterer zum wegweisenden Standardwerk. Die darin enthaltenen Bergaufnahmen machten Jürgen Winkler zusammen mit seinen Bildbänden und Kalendern zu einem der einflussreichsten deutschen Bergfotografen.

Nach einer Besteigung des Walliser Breithorns im Sommer 1958 lernte Jürgen Winkler das Klettern in den Felsen des Hunsrücks und des Taunus. Im Sommer 1962 holte er gemeinsam mit dem damals ebenfalls in Frankfurt lebenden Pit Schubert zu einem alpinen Rundumschlag aus: In der Predigtstuhl-Nordkante nahmen sie Tuchfühlung mit dem Kaiserfels auf, schoben die Fleischbank-Ostwand nach und avancierten zur Westwand des Totenkirchls. Die ersten Schritte im Steileis taten sie dann in der Wiesbachhorn-Nordwestwand und der Palavicinirinne, ehe Winkler und Schubert in die Brenta wechselten, wo die Foxkante an der Guglia und die Oggioniverschneidung an der Brenta Alta gemacht wurden. Es folgten die Königspitze-Nordwand, der Bumillerpfeiler am Piz Palü und die Badilewand. Nun fühlten sich die beiden erfahren genug, um es mit den großen Westalpenwänden aufnehmen zu können. Sie begannen mit der Lenzspitze-Nordwand. Im Montblanc-Gebiet glückte die 5. Begehung des gesamten Peuterey-Grates und die Durchsteigung des Walkerpfeilers an den Grandes Jorasses.

Von 1965 an schoss Winkler die Wandfotos für das gemeinsam mit Walter Pause geplante Werk „Im extremen Fels“, das 1970 erschien und in den siebziger und achtziger Jahren zum Kultbuch der deutschen Kletterszene wurde. 1970 nahm Jürgen Winkler auch an der Herrligkoffer-Expedition zur Rupalflanke des Nanga Parbat teil; der Verlust eines Steigeisens beim Aufstieg zu Lager 4 vereitelte jedoch den Gipfelerfolg. Von 1971 an war Winkler vor allem als Trekkingführer für die Berg- und Skischule des Deutschen Alpenvereins (später Summit Club) tätig. Die fotografische Ausbeute dieser Reisen schlug sich unter anderem in den prachtvollen Bildbänden „Nepal“ (1976) und „Himalaya“ (2000) nieder. Kurz nach Erscheinen des letztgenannten Werks erhielt Jürgen Winkler einen Sonderpreis des Deutschen Alpenvereins für seine Verdienste um die Fotografie im Gebirge.

Infos zur Ausstellung
im Alpinen Museum, Praterinsel 5, 80538 München
vom 21. Juli 2016 bis 5. Februar 2017
• Kuratoren Axel Klemmer und Sabine Wimmer
• Öffnungszeiten: Di - So 10 - 18 Uhr
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Dachau Bezirksmuseum: Bierlokal
Bierlokal

29. Juli 2016 bis 29. Januar 2017
Bezirksmuseum Dachau


Bier zählt zum Erbe der Menschheit und ist in nahezu jeder Kultur bekannt. Seit rund 150 Jahren gehört es zu Bayern wie Dirndl, Lederhose und Fußball. Zum 500jährigen Bestehen des bayerischen Reinheitsgebots steht ganz Bayern 2016 im Zeichen des gelben Getreidesafts.

›Jedem sein(e) Maß‹: Dieses Wortspiel ist Bonmot und Konzept zugleich, erzählt doch die Ausstellung Bier lokal anhand von Biergefäßen aus fünf Jahrhunderten kurzweilige Historien und heimische Geschichten zum Bier, von Bräus, Wirtschaften und Zechern. Denn wenn auch von den ehemaligen Dachauer Sudhäusern schon lange keines mehr seinen Dampf in den Himmel schickt, prägen doch bis heute manche Brauwirtschaften, etwa der ›Unterbräu‹, der ›Hörhammer-‹ und der ›Zieglerbräu‹ das historische Bild Dachaus. Ihre Besitzer waren in der Regel ›g’standne‹ Persönlichkeiten, wie man in Bayern sagt. Andererseits hielt sich, aus der Sicht der Städter, lange das Klischee einer allzeit bierseligen männlichen(!) Landbevölkerung. Dieses Zerrbild des Bauerntölpels, der oft dem Dachauer Land zugeordnet wurde, fand in den Journalen und Blättern der damaligen Zeit massenhaft Verbreitung.

Zwei Ausstellungsstücke sind von besonderem Interesse: der imposante, im Original 22 m lange Wandfries ›Triumphzug des Gambrinus‹ des Malers Hermann Stockmann (1867–1938), der von den späten 1890er-Jahren bis zu seinem Tod in Dachau lebte, und ›Ein Münchner im Himmel‹ von Ludwig Thoma (1867–1921), der ebenfalls mit Dachau und seinem Hinterland vielfache Verbindungen hatte. Auch seine humoristische Satire, ein genial gezeichneter Animationsfilm, ist in der Ausstellung Bier lokal zu sehen. Dem Passauer Maler und dem Oberammergauer Literaten, die im selben Jahr geboren wurden, richtet das Bezirksmuseum Dachau zum 150ten Wiegenfest 2017 eine Geburtstagsfeier aus.



Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag 11-17 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag 13 – 17 Uhr
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Stadtmuseum: Shoot! Shoot! Shoot!
Shoot! Shoot! Shoot!
Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection

Die Ausstellung mit ca. 220 Fotografien aus der Nicola Erni Collection gibt Einblicke in die Welt der Kunst, Musik, Mode und des Films in den 60er- und 70er-Jahren in New York, London und Paris. Von Andy Warhols Factory, Truman Capote, den Rolling Stones, Twiggy bis zu Romy Schneider reicht das Panorama einer turbulenten, heute legendären Epoche. Die Fotografien stammen von Diane Arbus, Richard Avedon, Robert Mapplethorpe, Irving Penn, Gary Winogrand, Helmut Newton, Ron Gallela, David Bailey, Jeanloup Sieff, Bert Stern, Fred McDarrah u.v.a.

Münchner Stadtmuseum

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München


Bild 1
Paul Schmulbach, Guarding against the Godfather - Marlon Brando and Ron Galella
The Waldorf Hotel, New York, 1974
© Ron Galella, Ltd

Bild 2
David Bailey, Mick Jagger, Fur Hood, 1964, printed 2001
© David Bailey
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