Blickpunkt:
                                                                                                                                                                                                         4 JAHRE  KULTKOMPLOTT                          1. März 2013 - 1. März 2017                                                                                                                                                     
Aktuelle Veranstaltung
heute
Kinder Gauting Bosco: Herbert & Mimi: Allein daheim!
Herbert & Mimi: Allein daheim!

Vormittags- und Nachmittagsvorstellung: Wunderbares Clownspektakel für alle ab 4 Jahren
Kaum ist die Katze aus dem Haus, feiern die Mäuse eine Party! Herbert und Mimi sind allein daheim. Eigentlich sollten sie schlafen. Aber das Sandmännchen ist schon wieder fort, und um müde zu werden, spielen die beiden ein Spiel. Und dann noch ein Spiel und entdecken dabei die Freude des Gewinnens und das Leid des Verlierens. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es sein sollte. Das totale Chaos. Doch mit Hilfe des Publikums richten sich Herbert und Mimi im Durcheinander so ein, dass die Welt wieder in Ordnung ist.

Wunderbares Clownspektakel – virtuos, akrobatisch und zum Zerkugeln!
Ab 4 Jahren

Spiel HELGA JUD & MANFRED UNTERLUGGAUER

bosco Bürger- und Kulturhaus
 Oberer Kirchenweg 1
 82131 Gauting
Aktuelle Veranstaltung
heute
Konzert Fürstenfeld: Die Nacht der Musicals
Die Nacht der Musicals

Die Nacht der Musicals entführt Sie auf einen Streifzug quer durch die bunte Welt der Musicals. Unterstützt durch ein Tanzensemble, nehmen Sie die Schauspieler mit in die unterschiedlichsten Stücke. Angefangen mit der nervenaufreibenden Geschichte der schönen Wirtstochter Sarah und dem Grafen von Krolock in "Tanz der Vampire“, bis hin zur spannenden Lebensgeschichte der deutschen Rocklegende Udo Lindenberg in "Hinterm Horizont“. Auch die Songs der schwedischen Pop-Gruppe ABBA aus "Mamma Mia“ und die mitreißende Musical-Komödie "Ich war noch niemals in New York“ sind Teil der Show. Von gefühlvollen Balladen aus "Elisabeth“ oder "Evita“ bis hin zu kraftvollen Rhythmen aus "Der König der Löwen“ ist bei dieser Gala alles vertreten.

Veranstaltungsforum Fürstenfeld
Fürstenfeld 12
82256 Fürstenfeldbruck
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heute
Zugabe Gauting Bosco: Gerd Holzheimer: Ich bin's - Wiedergeburt des Individuums in der Renaissance (4)
Gerd Holzheimer: Ich bin's - Wiedergeburt des Individuums in der Renaissance (4)

Von Dante, Boccaccio und Petrarca war schon die Rede im bosco in der Reihe "Vom christlichen Abendland". Diesmal geht es mehr um die Philosophie, die sich in den italienischen Stadtrepubliken des 16. Jahrhunderts ausgebildet hat. „Nicht die Urteile sind bedeutend, die Dante fällt. Bedeutend ist das unbedingte Wandern können des inneren Blicks.“ (My Heilmann: Florenz und die Medici).
Die Zentralperspektive zieht ein in die bildende Kunst und in die Architektur, der Mensch steht im Mittelpunkt. Hat man an der Antike also auch ein Vorbild, an das man sich halten kann, so ist doch mit diesem Aufbruch ein ungeheurer Wagemut verbunden, sich in dieses Neuland zu begeben, in dem noch keiner war – eine Wüste aus Leerstellen sozusagen, für die eine neue Form gefunden werden muss. Den ungeheuren Schritt, der da gewagt wird, illustriert unter anderem ein Text, den der italienische Humanist und Philosoph Giovanni Pico de Mirandola (1463 – 1494) geschrieben hat (1496 veröffentlicht). Er denkt so „über die Würde des Menschen“ nach: „Als Gott alle Dinge geschaffen hatte, dachte er schließlich daran, den Menschen zu schaffen. Aber er hatte keine Form mehr für ein neues Geschöpf, noch Stoff, mit dem er das neue Kind begabte, noch einen Raum, wo er als Betrachter des universums hätte Platz finden können.“ Es ist praktisch schon alles besetzt, jeder Raum und auch jede Form. Also setzt der Schöpfer den Menschen in die Freiheit, was für ein gewaltiger Wurf. Er setzt ihn in die Mitte der Welt und gibt ihm „keinen festen Sitz, keine eigene Gestaltung“, alles muss oder darf der Mensch sich selbst schaffen, ohne Schranken, nur nach seinem eigenen Willen. Dem Menschen, so jubelt Mirandola, ist „gegeben zu besitzen, was er sich wünscht, zu sein, was er will.“ So fordert es auch der Philosoph Wilhelm Schmid für die Jetzt-zeit: „Dort wo das Herkömmliche fragwürdig wird, wird die Gestaltbildung zur Aufgabe, die kaum je abzuschließen ist.“

Reihe: Wie hätten wir's denn gern? Modelle für Staat und Gesellschaft.
Konzeption & Moderation: GERD HOLZHEIMER
Sprecherin: GESCHE PIENING

bosco Bürger- und Kulturhaus
 Oberer Kirchenweg 1
 82131 Gauting
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heute
Konzert Bad Tölz: Pippo Pollina – Palermo Acoustic Quintet Tour 2017
Pippo Pollina – Palermo Acoustic Quintet Tour 2017

Nach einer künstlerischen Pause in 2015 & 2016, kehrt Pippo Pollina 2017 wieder zurück auf die Bühne. Im Februar 2017 kommt er wieder in den Isarwinkel und wird in Bad Tölz, zusammen mit seinem Palermo Acoustic Quintet, auftreten.

Für 2017 hat er neben der Tour auch ein neues Album angekündigt, worauf wir sehr gespannt sind! Auf diese neue, faszinierende, musikalische Reiseetappe freut sich nicht nur Pippo Pollina sondern auch seine Fans!

Seine unbändig kontinuierliche Kreativität ist es, mit der Pippo Pollina uns besticht und immer wieder überrascht! Sei es mit lyrischen Balladen, poetischen Protestliedern, bis hin zu fetzigen Ohrwürmern. Er hat viel zu sagen, spricht eine wundervolle Sprache, ist sensibel und zart.

Immer verschmelzen seine einzigartige, kraftvolle Stimme und die Instrumente zu einer harmonischen Einheit. Die geballte Ladung an hochkarätigen Musikern, die ihre Instrumente mit einer Leichtigkeit und Professionalität beherrschen, rundet seine Musik ab.

Ein MUSS für all jene, die ihn seit Jahren treu begleiten, oder vor kurzem entdeckt haben.

Kurhaus Bad Tölz
Ludwigstr. 25
83646 Bad Tölz
Aktuelle Veranstaltung
heute
Zugabe München Literaturhaus: »Das Herz ist ein einsamer Jäger« – Ein Abend zum 100sten Geburtstag von Carson McCullers
»Klassiker des Monats«
»Das Herz ist ein einsamer Jäger« – Ein Abend zum 100sten Geburtstag von Carson McCullers mit Manuela Reichart
Lesung: Leslie Malton

Als 1940 ihr erster Roman »Das Herz ist ein einsamer Jäger« erscheint, ist sie erst 23 Jahre alt und sofort ein Star auf der literarischen Bühne Amerikas. Vor 100 Jahren wurde die große amerikanische Erzählerin Carson McCullers geboren, deren schmales, aber bedeutendes Werk heute in einem Atemzug mit dem von William Faulkner, Tennessee Williams und Ernest Hemingway genannt wird. Ursprünglich Konzertpianistin, fand sie im Schreiben ihre Ausdrucksform für die Motive ihres Lebens: Liebe und Existenzialismus, Einsamkeit und immer wieder: ihr sich verweigernder Körper. 1967 stirbt sie im Alter von nur 50 Jahren. Wir hören Passagen aus »Die Ballade vom traurigen Café« und anderen Werken, gelesen von der Schauspielerin Leslie Malton, vorgestellt von der Literaturwissenschaftlerin Manuela Reichart.

Stiftung Buch-, Medien-
und Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München
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heute
Museen Bernried Buchheim Museum: HUNDERTWASSER
HUNDERTWASSER
SCHÖN & GUT

Die Ausstellung des Buchheim Museums zeigt den »ganzen Hundertwasser«. Ohne die dankenswerte Unterstützung von ›Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung‹ in Wien wäre dies nicht möglich gewesen. Von 22 Leihgebern sind 125 originale Werke von Hundertwasser aus allen Gattungen zusammengekommen: Malerei, Druckgrafik, Tapisserien, Architekturmodelle sowie eine Pflanzenkläranlage und eine Humustoilette. Die breite Auswahl repräsentiert die gesamten Spannbreite seines Schaffens in den Jahren von 1951 bis 2000.
Nicht nur der Künstler, sondern auch der Kunsttheoretiker, der politische Aktivist und der Philosoph Hundertwasser kommt hier in seinen tiefsten Beweggründen zur Geltung. Vor uns steht ein Mensch, der die existenziellen Fragen des Lebens ernst nimmt und der in seiner künstlerischen Arbeit unermüdlich um Lösungsansätze ringt.
Die Probleme, die ihn umtrieben, sind heute aktueller denn je. Der britische Starphysiker Stephen Hawking sprach jüngst die Warnung aus, dass es nach jetzigem Stand der Dinge »beinahe Gewissheit« sei, dass sich der Mensch, wenn er nicht grundlegend seine kulturellen Praktiken ändert, in den nächsten 1.000 bis 10.000 Jahren durch Atomkrieg, Erderwärmung, durch gentechnisch erzeugte Viren oder sonstige technologische Entwicklungen selbst auslöscht. Dass »wir die erste Generation« sind, »die den Klimawandel erlebt, und die letzte, die dagegen etwas unternehmen kann«, verdeutlichte Barack Obama anlässlich des zurückliegenden Pariser Klimagipfels.
Wie kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts trat Hundertwasser für die Bewahrung der Erde und der Menschheit vor dem Untergang ein. Hundertwasser entwickelte eine Strategie der ästhetischen Antizipation. Ihm war klar, dass vor der tatsächlichen Lösung eines Problems der Ausweg aus der Misere bildhaft vor Augen geführt werden muss. Er nahm das Gute im Schönen der Kunst vorweg. Mit Gemälden, Grafiken, Architekturen und Worten wies uns die »schönen Wege«, die zu einer Welt führen, in der es sich zu leben lohnt. Durch die sinnliche Kraft seiner Werke ist es ihm gelungen, die Menschen auf der ganzen Welt für seine Ideen zu begeistern. Diesem Impuls möchte das Buchheim Museum neue Geltung verschaffen.

Hundertwasser und Buchheim
Als Verfechter einer selbstbestimmten Kreativität fand Friedensreich Hundertwasser in Lothar-Günther Buchheim einen prominenten Mitstreiter. Hundertwasser stellt 1972 die Forderung nach dem »Fensterrecht« für jeden: »Jede Art der individuellen Gestaltung ist besser als der sterile Tod. Es ist dein Recht, dein Fenster und, soweit dein Arm reicht, auch die Außenseite so zu gestalten, wie es dir entspricht.« Und Buchheim erklärt es zu seiner Mission, »die Leute dazu zu ermutigen, ihren eigenen Augen und ihren eigenen Sinnen zu trauen und selber zu entscheiden, woran sie sich delektieren wollen«. Im 2001 gegründeten Buchheim Museum wird die Phantasie zum Prinzip erhoben. Der Besucher soll aus dem Alltag ausbrechen und eintreten in eine ästhetische Wunderwelt, in der er emotional wie gedanklich neue Wege gehen kann. »Think big!«, war Buchheims Parole, zu der keiner besser passt als Hundertwasser!
Schon früh fanden die beiden Querdenker zusammen. Am 21. Juni 1964 trafen sich Hundertwasser und Buchheim auf der Biennale in Venedig. Sie schlossen einen Buchvertrag ab. Am 24. Juni und am 10. Juli 1964 folgten zwei Besuche Hundertwassers bei Buchheim in Feldafing. Im Buchheim Verlag erschien dann Hundertwassers erste farbig bebilderte Monografie. Zwischen 1974 und 1983 wurden 20 Postkarten sowie acht Jahreskalender mit Hundertwasser-Motiven im Buchheim Verlag herausgegeben. Die im Buchheim Archiv erhaltenen Briefe und Postkarten Hundertwassers zeugen von einem engen Arbeitsverhältnis. Es geht oft um Fragen der Druckqualität. Hundertwasser war schließlich zufrieden mit dem, was Buchheim lieferte: »Endlich komme ich dazu, Ihnen den Eingang des Buches zu bestätigen, ich muss Ihnen gratulieren. Es ist wunderbar geworden«, schreibt er am 2. September 1964. Es besteht Einvernehmen zwischen den beiden Querdenkern. »Der Buchheim ist ein toller Mann, der alles tut und alles kann«, schreibt Hundertwasser auf eine Postkarte an Buchheim.
Nun, 16 Jahre nach Hundertwassers Tod, neun Jahre nach jenem Buchheims und 52 Jahre nach dem Kennenlernen der beiden, findet endlich eine Hundertwasser-Ausstellung im Buchheim Museum statt.

Exponate
125 Arbeiten, davon 27 Gemälde, 66 Grafiken, 15 Umweltposter, 1Tapisserie, 2 Knüpfteppiche, 10 Architekturmodelle, 1 Humustoilette, 1 Pflanzenkläranlage, 1 Verschimmelungsmanifest und 1 Kappe sowie zahlreiche Texte des Künstlers.

Kooperationspartner, Mitwirkende, Leihgeber
HUNDERTWASSER SCHÖN & GUT wurde von Daniel J. Schreiber, dem Direktor des Buchheim Museums, eigens für Bernried kuratiert. Die Ausstellung ist dem Engagement vieler Personen und Institutionen zu verdanken. Kooperation ist »Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung« in Wien, namentlich Joram Harel, Andrea Fürst, Doris Truppe und Herr Bilinski. Hubert Lechner und Stefanie Holtkamp von Lorenz & Zeller in Inning haben den Katalog und die Ausstellungsgrafik gestaltet. Andrea Fürst und Stephan Thomas haben den Katalog lektoriert. In der Druckerei zu Altenburg, namentlich durch Jens Sippenauer, ist das Buch schließlich entstanden. Claudia Neumeier sorgt dür den Auftritt der Ausstellung in den Social Media. Das ganze Unternehmen gebündelt und zum Erfolg geführt hat schließlich das Team des Buchheim Museums.
Leihgeber der Ausstellung sind: Baha Fine Art Kunsthandel, Wien; Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Pinakothek der Moderne; courtesy Die Galerie Frankfurt am Main; Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien; Hamburger Kunsthalle; Osthaus Museum Hagen; Private Collection, Great Britain, courtesy Galerie Thomas, Munich; Privatsammlung LMV; Privatsammlung Süddeutschland; Sammlung Christian Baha; Sammlung Würth; SE – Sammlung Essl, Klosterneuburg / Wien; sowie acht weitere private Sammler aus Europa, die namentlich nicht genannt werden wollen.


Biografie
Friedrich Stowasser wird am 15. Dezember 1928 in Wien als einziges Kind des Ingenieurs Ernst Stowasser und dessen Ehefrau Elsa geboren. • Ende 1929, 13 Tage nach Friedrichs erstem Geburtstag, verstirbt der Vater an einem Blinddarmdurchbruch. • 1935 lässt ihn die jüdische Mutter »sicherheitshalber« katholisch taufen. Der Junge entwickelt künstlerisches Talent. • 1936 kommt er siebenjährig für ein Jahr in die Montessori-Schule in Wien. Dort werden ihm im Zeugnis ein außergewöhnlicher Farben- und Formensinn bescheinigt. • Nach dem »Anschluss« Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich im Jahr im März 1938 wird der Neunjährige mit seiner Mutter in die Obere Donaustraße zu Tante und Großmutter zwangsumgesiedelt. • 1939 tritt er mit zehn Jahren zum Schutz seiner Verwandtschaft in die Hitler-Jugend ein. Er wechselt auf eine öffentliche Wiener Schule. • 1943 werden 69 Familienangehörige der Mutter deportiert und getötet, darunter auch Tante und Großmutter. Trotz schwieriger Lebensbedingungen kann der Jugendliche seine Begabung weiterentwickeln. Er zeichnet viel mit Buntstiften nach der Natur.
Stowasser schließt 1948 am Bundesrealgymnasium Wien die Schule mit der Matura ab. • Nach seinem Schulabschluss beginnt er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Robin Christian Andersen, das er jedoch nach drei Monaten wieder abbricht. Eine Ausstellung von Walter Kampmann in der Albertina und Ausstellungen von Egon Schiele hinterlassen bei ihm einen nachhaltigen Eindruck. • Als junger Künstler erhält er 1949 im Salzburg Seminar auf Schloss Leopoldskron die Gelegenheit, einen programmatischen Vortrag mit dem Titel »Art is Always Changing « zu halten. Er entwickelt seinen eigenen Stil und beginnt im Juli damit, seine Werke mit »Hundertwasser« zu signieren. Er leitet die Silbe »Sto« aus dem Russischen ab und übersetzt sie mit »Hundert«. Etymologisch korrekt ist jedoch die Herleitung von »Stowasser« aus dem tirolerischen Dialektwort für »Stauwasser«.
Hundertwasser begibt sich auf Reisen nach Italien. In Florenz lernt er den französischen Maler René Brô kennen und folgt ihm 1950 nach Paris. Seinen Versuch, an der École des Beaux-Arts in der Klasse von Maurice Brianchon zu studieren, sieht er schon am ersten Tag als gescheitert an. • Angeregt durch Brô beginnt Hundertwasser 1951, seine Kleidung und Schuhe selbst herzustellen. Er verbringt Winter und Frühjahr in Marokko und Tunesien. • Im Art Club Wien hat Hundertwasser 1952 seine erste Einzelausstellung. Dort hält er die Eröffnungsrede »Mein Bestreben, mich vom allgemeinen Bluff unserer Zivilisation zu befreien«. Im selben Jahr folgt eine Ausstellung in der Galerie Sandri in Venedig. Vorübergehend arbeitet Hundertwasser in einem abstrakt-dekorativen Stil.
Hundertwasser entdeckt 1953 die Spirale als zentrales Motiv für sein Werk. Er arbeitet in Brôs Studio in Saint-Maurice östlich von Paris. Er hat seine zweite Ausstellung im Art Club Wien. • Der italienisch-französische Galerist Paul Facchetti eröffnet am 29. Januar 1954 eine erste Einzelausstellung in Paris. Der Künstler nimmt erstmals an der Biennale in Venedig teil. Bei einem Rom-Aufenthalt erkrankt er an Gelbsucht. Er verbringt den September und Oktober im Spital Santo Spirito. Währenddessen malt er viele Aquarelle und entwickelt die Theorien des »Transautomatismus« und der »Grammatik des Sehens«. 1955 widmet der Mailänder Avantgardegalerist Carlo Cardazzo Hundertwasser eine Ausstellung. 1956 begegnet er in Paris dem Kunsttheoretiker Pierre Restany. Zusammen mit ihm veröffentlicht er die beiden kunsttheoretischen Texte »La visibilité de la création transautomatique« und »Cinéma individuel transautomatique« in den Zeitschriften »Cimaises« beziehungsweise »Phases«. Im Sommer heuert Hundertwasser als Matrose zusammen mit seinem Künstlerfreund Hans Neuffer auf der S.S. Bauta an und fährt mit ihr von Söderhamn in Schweden nach Kingston Upon Hull in England. Er lernt den Hamburger Sammler Siegfried Poppe kennen.
Zusammen mit Restany veröffentlich er 1957 seine Schrift über »Die Grammatik des Sehens«. Für die Ausstellung in der Galerie St. Stephan schreibt er den Katalogtext »Meine Augen sind müde«. Hundertwasser kauft La Picaudiere, ein Haus in der Normandie. Er beginnt, programmatisch Bäume zu pflanzen. Der Wiener Avantgardegalerist und Priester Monsignore Otto Mauer zeigt in seiner Galerie St. Stephan eine Ausstellung mit Hundertwassers Malerei. • Hundertwasser verliest am 4. Juli 1958 auf einer von Otto Mauer organisierten Tagung in der Benediktinerabtei Seckau in der Steiermark erstmals sein berühmtes »Verschimmelungs-Manifest gegen den Rationalismus in der Architektur«. Am 11. Juli und am 26. Juli 1958 folgen weitere Verlesungen in der Galerie van de Loo in München und in der Galerie Parnass in Wuppertal. In diesem Jahr heiratet Hundertwasser die 16-jährige Herta Leithner in Gibraltar. Die Ehe wird zwei Jahre später geschieden.
Auf Empfehlung Poppes wird Hundertwasser am 15. Oktober 1959 Gastdozent an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Zusammen mit Bazon Brock und Herbert Schuldt initiiert er die Aktion einer »Endlosen Linie«, die am 18. Dezember 1959 beginnt. Sie gerät zum Skandal und wird am 20. Dezember unterbunden. Wegen des Abbruchs der Aktion legt Hundertwasser am 22. Dezember seine Dozentur nieder. Im September 1959 gründet er zusammen mit den Künstlerkollegen Arnulf Rainer und Ernst Fuchs in Wien das »Pintorarium« als universelle Anti-Akademie aller kreativen Richtungen. • Im Rahmen des von dem Dichter Alain Jouffroy und dem Künstler Jean-Jacques Lebel angestoßenen »Anti-Proces« zwischen dem 29. April und dem 9. Mai 1960 beweist Hundertwasser mit seiner »Brennessel-Aktion« in Paris, dass unabhängiges Leben möglich ist.
Am 14. Februar 1961 kommt Hundertwasser für einen längeren Aufenthalt nach Japan. Anlass ist eine Einzelausstellung in der Tokyo Gallery, die im Mai beginnt. Angeregt durch die Transkription seines Namens ins Japanische ändert er seinen Vornamen Friedrich in Friedereich ab. Er unternimmt eine Malreise in die nördlichste japanische Präfektur Hokkaidō. Gemeinsam mit der japanischen Studentin Yuko Ikewada kehrt er mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Europa zurück. • 1962 heiraten die beiden. Sie mieten ein Wohnatelier in der Casa de Maria auf der Giudecca in Venedig. Am 15. Juni wird die Biennale in Venedig eröffnet. Im österreichischen Pavillon wird Hundertwassers erste Retrospektive gezeigt, die sich zu einem großen internationalen Erfolg entwickelt.
In der Galerie Aenne Abels in Köln findet 1963die erste Einzelausstellung Hundertwassers in Deutschland statt. • Am 21. Juni 1964 treffen sich Friedensreich Hundertwasser und Lothar-Günther Buchheim auf der Biennale in Venedig. Sie schließen einen Buchvertrag ab. Gemeinsam mit Yuko Ikewada besucht Hundertwasser am 24. Juni 1964 die Buchheims in Feldafing am Starnberger See. Sie bleiben eine Nacht. Dann reist das Paar nach Hannover zu Wieland Schmied, dem damaligen Leiter der Kestner-Gesellschaft, der dort die erste große Hundertwasser-Ausstellung zeigt. Am 10. Juli 1964 folgt ein zweiter Besuch bei den Buchheims. Im Buchheim Verlag erscheint Hundertwassers erste farbig bebilderte Monografie. Das Vorwort stammt von Wieland Schmied. Überdies werden in der Folge Jahreskalender und Postkarten mit Hundertwasser-Motiven im Buchheim Verlag aufgelegt. Auf der Documenta III werden im Fridericianum Gemälde von Hundertwasser gezeigt. Begleitend zur Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft erscheint ein erster ¼uvre-Katalog. Hundertwasser kauft die nicht mehr in Betrieb befindliche Hahnsäge im dünn besiedelten niederösterreichischen Waldviertel. • Die von Wieland Schmied organisierte Wanderausstellung findet 1965 eine erfolgreiche Fortsetzung im Moderna Museet in Stockholm. • Die Ehe mit Yuko Ikewada wird 1966 geschieden. Der österreichische Filmemacher Ferry Radax dreht den ersten Dokumentarfilm über Hundertwasser in La Picaudière und im Waldviertel.
Am 12. Dezember 1967 hält Hundertwasser anlässlich einer Aktion des »Pintorariums« in der Galerie Richard P. Hartmann in München seine berühmte »Nacktrede für das Anrecht auf die Dritte Haut«. Hundertwasser bereist Uganda und den Sudan. Eine Hundertwasser-Ausstellung wandert durch Galerien in Paris, London, Genf und Berlin. • Am 25. Januar 1968 führt er eine »Nacktdemonstration gegen den Rationalismus in der Architektur« im Internationalen Studentenheim in Wien durch. Am 9. Februar 1968 verliest er im Presseclub Concordia sein Manifest »Los von Loos. Gesetz für individuelle Bauveränderungen oder Architektur-Boykott-Manifest«. Er hat erste Ideen für konkrete Bauprojekte.
1969 überführt er den 1910 gebauten hölzernen Salzfrachter »San Giuseppe T« von Sizilien nach Venedig. Er bereist Nordkalifornien und bereitet für die Art Gallery der University of California in Berkeley eine Ausstellung vor, die auch noch zu Museen in Santa Barbara, Houston, Chicago, New York und Washington wandern wird. Er ändert seinen Vornamen von Friedrich in Friedensreich. Von 1969 an lebt Hundertwasser drei Jahre lang hauptsächlich auf seinem Schiff. In Venedig entstehen viele Aquarelle, Gemälde und Siebdrucke. Hans Brockstedt in Hamburg wird sein Galerist. • Die Zusammenarbeit mit dem Verlag Günter Dietz GmbH Offizin in Lengmoos in Bayern beginnt 1970. In Venedig betätigt sich Hundertwasser als »Baumdoktor«. Der deutsche Filmemacher Peter Schamoni beginnt mit den zwei Jahre dauernden Dreharbeiten für den Film »Hundertwassers Regentag«. • 1971 arbeitet der Künstler bei Dietz an einem Poster für die Olympischen Spiele in München. Zusammen mit Schamoni und dem österreichischen Maler und Fotografen Manfred Bockelmann reist Hundertwasser mit seinem Schiff entlang der Küste Dalmatiens.
1972 stirbt Hundertwassers Mutter. In diesem Jahr lernt er Joram Harel kennen, der sein Freund und Manager wird. Hundertwasser vollendet den vierjährigen Umbau der »San Giuseppe T« zur »Regentag «. Er reist mit dem Schiff nach Elba. Er veröffentlicht das Manifest »Dein Fensterrecht – Deine Baumpflicht«. Mit Architekturmodellen und -entwürfen demonstriert er in der österreichisch-deutsch-schweizerischen TV-Spielshow »Wünsch Dir was« für Dachbewaldung und individuelle Fassadengestaltung. • In Zusammenarbeit mit den besten japanischen Holzschneidern und Druckern entsteht 1973 der druckgrafische Zyklus »Nana Hyaku Mizu«. Er nimmt an der Triennale in Mailand teil. Dort lässt er 15 »Baummieter« durch Fenster in Häuser der Via Manzoni pflanzen. Der Künstler reist auf die Kapverdischen Inseln und nach Auckland, wo eine Wanderausstellung durch neuseeländische Museen beginnt. Er entdeckt Neuseeland für sich. Jetzt und in den Folgejahren erwirbt er in der Bay of Islands in Neuseeland mehrere Grundstücke, die schließlich das gesamte Kaurinui-Tal umfassen. Mit Grasdächern, Pflanzenkläranlagen, Sonnenkollektoren und Wasserrad arbeitet und lebt er dort in und mit der Natur.
Für die »Conservation Week« – eine Aktionswoche für den Umweltschutz in Neuseeland – gestaltet Hundertwasser 1974 Poster. Eine Wanderausstellung durch australische Museen startet. In der Graphischen Sammlung Albertina in Wien ist eine Ausstellung des grafischen Werks sowie eine Auswahl des Jugendwerks zu sehen. Das grafische Werk reist danach als Wanderausstellung bis 1992 durch über 80 Museen und Galerien in 15 Ländern. Hundertwasser segelt mit der »Regentag« nach Tunis, Zypern und Israel. • Er zieht 1975 in den »Giardino Eden«, einen Palazzo mit großem Garten in Venedig. Im Haus der Kunst in München findet eine Hundertwasser-Retrospektive statt. Er veröffentlicht das Manifest »Humus Toilette«. Hundertwassers zweite japanische Holzschnittmappe »Midori No Namida« erscheint. Im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris beginnt die Weltwanderausstellung »Österreich zeigt den Kontinenten Hundertwasser«, die bis 1987 in 27 Ländern und 43 Museen gezeigt wird. Hundertwasser überquert mit der »Regentag« 1975 den Atlantik und segelt über die Karibik und durch den Panama-Kanal in den Pazifik. • 1976 fährt der Künstler mit dem Schiff von Tahiti über Rarotonga nach Neuseeland.
Hundertwasser spricht 1977 in Paris vor der ersten Tagung der UNESCO zum Thema Umwelt. Nach zwei Unfällen muss er zwei Monate im Kawakawa Hospital in Neuseeland verbringen. Er folgt seiner Weltwanderausstellung nach Asien und Südamerika. • 1978 verbringt er die Wintermonate mit seinem Freund Brô im Waldviertel. Er entwirft in Venedig die Friedensfahne für das Heilige Land mit grünem arabischen Halbmond und blauem Davidstern auf weißem Untergrund, die von dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky an die Staatsoberhäupter des Nahen Osten geschickt wird. Hundertwasser veröffentlicht sein Friedensmanifest. Er reist in den Senegal, für den er Briefmarken gestaltet. • Hundertwasser schafft 1979 fünf Münzobjekte, die ihm als »Eintrittsgeld ins Paradies« gelten. Er verliest sein Manifest »Die Scheißkultur – die heilige Scheiße« in Pfäffikon am Zürcher See. Reisen führen ihn nach Korsika, New York, San Francisco, Tahiti und Neuseeland.
Zu Beginn des Jahres 1980 reist Hundertwasser nach Katar, Sri Lanka, auf die Malediven und nach Neuseeland. In Wien präsentiert er fünf Modellentwürfe für das »Hundertwasser-Haus«, eine Wohnhausanlage der Gemeinde Wien an der Ecke zwischen Löwengasse und Kegelgasse. Er gestaltet das Umwelt-Poster »Arche Noah 2000« für Deutschland. Den Sommer verbringt er malend auf der südfranzösischen Insel Porquerolles. Am 18. November 1980 findet in Washington, D.C., der »Hundertwasser Day« statt, anlässlich dessen 100 Bäume auf dem Judiciary Square gepflanzt werden. Er spricht im US Senat, im Corcoran Museum und in der Philipps Collection über Ökologie, gegen Kernkraft und für eine natur- und menschengerechtere Architektur.
Am 14. Mai 1981 wird Hundertwasser der Große Österreichische Staatspreis 1980 verliehen. Aus diesem Anlass hält Hundertwasser eine Rede gegen Kernkraft und über »Die falsche Kunst«. Hundertwasser wird zum Leiter der Meisterschule für Malerei an die Akademie der Bildenden Künste in Wien berufen. Er hält Vorträge über Umwelt, Architektur und Kunst in Köln, München, Frankfurt, Graz, Wien, Ost-Berlin, Hamburg. Zusammen mit Brô reist er nach Indien, Nepal und Neuseeland. • Als »Architekturdoktor« gestaltet er die Fassade der Rosenthal-Fabrik in Selb um. Die Zusammenarbeit mit dem Architekten Peter Pelikan am »Hundertwasser-Haus« beginnt. Er hält Umweltschutzreden und gestaltet Friedens- und Umwelt-Plakate. Er reist nach Chiang Mai, Sardinien, Tahiti und Neuseeland. In San Francisco findet vom 5. bis 12. Dezember 1982 eine »Hundertwasser-Woche« statt. • Anlässlich des 35-jährigen Bestehens der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gestaltet Hundertwasser 1983 eine Briefmarkenserie. Der Grundstein des »Hundertwasser-Hauses« in Wien wird gelegt. Hundertwasser gestaltet die Fassade des Silos im Hafen von Krems in Niederösterreich um. Er schafft das Freiluftmodell des »Hoch-Wiesen-Hauses« für die IGA in München. Er entwirft die »Koru-Fahne für Neuseeland« mit dem Motiv eines entrollenden Farns. Schließlich reist er nach Kenia, zu den Seychellen und nach Neuseeland.
1984 arbeitet Hundertwasser auf der Baustelle des »Hundertwasser-Hauses«. Der Künstler lebt in Neuseeland, Tahiti, Venedig und in der Normandie. Gemeinsam mit den österreichischen Künstlern Arik Brauer, Ernst Fuchs und Alfred Hrdlicka tritt er in der BR-Fernsehsendung »Der Fall der Avantgarde« auf. Er nimmt aktiv an den letztlich erfolgreichen Aktionen zur Rettung der Hainburger Au teil, einer naturbelassenen Flusslandschaft an der Donau in Niederösterreich, die durch ein geplantes Wasserkraftwerk gefährdet war. Aus Protest zerreißt er seinen Österreichischen Staatspreis vor laufender Kamera. • Hundertwasser arbeitet das ganze Jahr 1985 auf der Baustelle des »Hundertwasser-Hauses«. Der französische Kulturminister Jack Lang nominiert ihn zum Officier dans l‘ordre des Arts et des Lettres. Am Jahresende reist er wieder nach Neuseeland. • Für Australien entwirft Hundertwasser 1986 die »876 Uluru Flag«. Er arbeitet an der Gestaltung des Covers der Brockhaus-Enzyklopädie. Am 17. Februar wird das »Hundertwasser-Haus« den Mietern übergeben. Er reist von Neuseeland über Australien, Indien und Nepal nach Europa.
1987 gestaltet Hundertwasser die Plakate für den avantgardistischen Vergnügungspark »Luna Luna« von André Heller. Er entwirft die Neugestaltung der St. Barbara Kirche in Bärnbach in der Steiermark sowie den Neubau der Kindertagesstätte Heddernheim in Frankfurt. • 1988 reist er nach Neuseeland. Er leitet im Rahmen der Internationalen Sommer-Akademie in Salzburg einen Lehrgang für natur- und menschengerechtere Architektur mit Efthymios Warlamis und Irenäus Eibl-Eibesfeldt. Hundertwasser startet seine Kampagne gegen die Einführung neuer Autokennzeichen mit schwarzen Buchstaben und Ziffern auf weißem Grund. Nach langem Zögern nimmt er die Einladung des Wiener Bürgermeisters Helmut Zilk an, die architektonische Gestaltung des Fernwärmewerkes Spittelau in Wien zu übernehmen. Im September kann die St. Barbara Kirche geweiht werden. Am 20. Dezember wird der Grundstein für die Kindertagesstätte in Heddernheim in Frankfurt gelegt.
Die Brockhaus-Enzyklopädie mit dem von Hundertwasser gestalteten Cover erscheint im November 1989. Er hält die Eröffnungsrede auf der Art Basel und nimmt am Symposium »Die Grüne Stadt« in Baden in der Schweiz teil. • Im Frühjahr 1990 hält Hundertwasser sich in Neuseeland auf. Er arbeitet an immer mehr Architektur-Projekten, so am KunstHausWien, der Raststätte Bad Fischau, dem Fernwärmewerk Spittelau, der Wohnanlage »In den Wiesen« in Bad Soden, dem Einkaufszentrum »Village« beim »Hundertwasser-Haus« in Wien und der Winzerei Napa Valley in Kalifornien. • Das KunstHausWien wird mit einer permanenten Hundertwasser-Ausstellung sowie Wechselausstellungsräumen am 9. April 1991 eröffnet. Mit der Umgestaltung der Anlage »Wohnen unterm Regenturm« in Plochingen, Baden-Württemberg, sowie der Gestaltung des Thermendorfes Blumau in der Steiermark kommen weitere Architekturprojekte hinzu. • 1992 wird das Fernwärmewerk Spittelau fertiggestellt. Hundertwasser hält sich in Japan auf. In Tokio wird eine Hundertwasser-Ausstellung zum Thema Ökologie und Architektur gezeigt.
1993 arbeitet Hundertwasser in Neuseeland an der »Hundertwasser-Bibel«. Er gestaltet den Einband des lateinisch-deutschen Schulwörterbuchs »Der kleine Stowasser«. Er verfasst ein Manifest gegen den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union. Darüber hinaus gestaltet er die Krebsstation der Universitätsklinik in Graz. Das österreichische Fernsehen widmet Hundertwasser zum 65. Geburtstag eine Feiertagsmatinee im Theater in der Josefstadt. • Der »Spiralfluss-Trinkbrunnen« an der Spittelwiese in Linz und die Brunnenanlage in Zwettl werden 1994 eröffnet. Die Plochinger Wohnanlage wird eröffnet. • 1995 fertigt Hundertwasser Entwürfe für die Umgestaltung des Martin-Luther-Gymnasiums in Wittenberg. Die »Hundertwasser-Bibel« erscheint. Er entwickelt eine Erlebnisarchitektur für das Kindermuseum Kids Plaza im japanischen Osaka. Ferry Radax beginnt mit den dreijährigen Dreharbeiten für den Dokumentarfilm »Hundertwasser – Leben in Spiralen«.
Das von Hundertwasser gestaltete Donauschiff »MS Vindobona« wird 1996 eingeweiht. • Hundertwasser präsentiert 1997 seinen Architekturentwurf der »Wald-Spirale von Darmstadt«. Die erste Baustufe des »Hügelwälderlandes« des Rogner-Bads in Blumau wird eingeweiht. Die Bauarbeiten am Martin-Luther-Gymnasium in Wittenberg beginnen. Im Rahmen der Briefmarkenmesse Philatelia in Köln werden Hundertwassers Briefmarkenentwürfe ausgestellt. Er fährt mit »La Giudecca«, einem kleinen aus Venedig stammenden Stahlschiff, zur Urupukapuka Insel im Norden Neuseelands. Er reist nach Singapur und anschließend anlässlich der Fertigstellung der Winzerei im Napa Valley nach Kalifornien, San Francisco und New York. • In dem Lissabonner Bahnhof Estaçao do Oriente wird 1998 sein Keramik-Fries installiert. Hundertwasser gestaltet ein Plakat zur Unterstützung der Bewaldung der Wüste Negev in Israel. Das Museum auf der Mathildenhöhe in Darmstadt veranstaltet eine Hundertwasser-Retrospektive. In Japan finden im Isetan Museum of Art in Tokio, im Museum Eki in Kioto sowie im Sakura City Museum of Art in Chiba Hundertwasser-Ausstellungen statt.
Hundertwasser widmet sich 1999 folgenden Architektur-Projekten: der Wohnanlage »Die Grüne Zitadelle von Magdeburg« mit Hotel und Geschäften in Magdeburg, dem »Ronald-McDonald-Haus« in Essen und dem Bahnhof in Uelzen. Er arbeitet am Bau der von ihm um
gestalteten Kawakawa Public Toilet in Neuseeland. Er beschäftigt sich mit der Überholung seines Schiffes »Regentag« und entwirft das Layout für seinen Catalogue Raisonné. Er verfasst ein Manifest gegen Gen-Manipulation. In Japan finden fünf Museumsausstellungen statt. • 2000 verfasst er Kommentare zu vielen seiner Werke für den Catalogue Raisonné. An Bord der Queen Elizabeth 2, vor Brisbane im australischen Queensland, verstirbt Hundertwasser am 19. Februar 2000 71-jährig an Herzversagen. Er wird in Aotearoa, wie Neuseeland von den Māori genannt wird, auf eigenem Land im Garten der glücklichen Toten ökologisch begraben. Auf seiner Grabstelle wächst ein Tulpenbaum.

Katalog
Zur Ausstellung erscheint im Buchheim Verlag ein Katalog mit Texten von Daniel J. Schreiber und Friedensreich Hundertwasser. 192 Seiten mit über 150 Abbildungen zum Preis von ¤ 29,95. (ISBN 978-3-7659-1093-7)

Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried


Copyright-Vermerke für Bilder siehe oben

Bild 1:
Friedensreich Hundertwasser (608) DAS ENDE DER GRIECHEN, OST- UND WESTGOTEN, Mischtechnik, 1964, 49 x 68 cm, Privatsammlung, © 2016 Namida AG, Glarus

Bild 2:
Friedensreich Hundertwasser (781) GRÜNE STADT, Mischtechnik, 1978, 97 x 145 cm, Baha Fine Art Kunsthandel, Wien, © 2016 Namida AG, Glarus

Bild 3:
Friedensreich Hundertwasser (637A) Wartende Häuser, 1973, japanischer Farbholzschnitt, gedruckt von Nakamura Jr. Tokio, Die Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung, Wien © 2016 Namida AG, Glarus
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Museen Dachau Gemäldegalerie: Ekensund im Kreis der Künstlerkolonien an der Ostsee
Ekensund im Kreis der Künstlerkolonien an der Ostsee
18. November 2016 – 5. März 2017

Seit 1875 entwickelte sich das Fischerdorf Ekensund am Nordufer der Flensburger Förde zu einem beliebten Aufenthaltsort von Künstlern aus allen Zentren des deutschen Kaiserreichs. Die charakteristischen, tief herabgezogenen Dächer der Ziegeleien, der geruhsame Fährbetrieb und das emsige Treiben der Fischer boten den Malern eine Fülle von Motiven und sorgten dafür, dass der Küstenort an der Ostsee auch unter auswärtigen Künstlern bekannt wurden.
Als Begründer der Künstlerkolonie gilt der Maler Heinrich Rasch, der 1875 erste Zeichnungen und Ölstudien von Ekensund anfertigte. Sein Kollege Gustav Schönleber kam im gleichen Jahr. Als Lehrer für Landschaftsmalerei an der Akademie in Karlsruhe empfahl er seinen Studenten Ekensund als Studienort für den Sommer. Bald erweiterte sich der Kreis der Künstler, die sich alljährlich zu Freilichtstudien an der Flensburger Förde einfanden um Berliner und Düsseldorfer Maler. Auch Eugen Dücker, einer der führenden Landschaftsmaler der Zeit kam an die Flensburger Förde. 1885 zählte Arthur Langhammer, später einer der Hauptvertreter der Künstlerkolonie Dachau, zu den Künstlern, die sich im Gasthof von Heinrich Schumann einquartierten, der zum geselligen Treffpunkt der Künstler geworden war. Otto Heinrich Engel, der von 1892 bis 1910 jedes Jahr aus München nach Ekensund kam, wurde zum Mittelpunkt der zweiten Generation von Künstlern, zu der auch die bekannten Maler Alexander Eckener, Jacob Nöbbe, Erich Kubierschky, Walter Leistikow und Carlos Grethe gehörten.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs leitete das Ende der Künstlerkolonie ein, das mit dem Niedergang der Freilichtmalerei einherging. Mit der Volksabstimmung 1920 wurde Nordschleswig und damit auch Ekensund an Dänemark abgetreten, woraufhin die deutschen Künstler fern blieben oder auf die andere Seite der Grenze zogen. Die ehemalige Künstlerkolonie geriet in für viele Jahre in Vergessenheit.

Die Gemäldegalerie Dachau zeigt ca. 80 Gemälde und Graphiken aus Ekensund sowie exemplarische Ansichten aus Ahrenshoop und Hiddensee, zwei weiteren deutschen Künstlerkolonien an der Ostsee.

Bilder: Heinrich Petersen: Angeln Flensburger Hafen um 1890 / Jacob Nöbbe: Fischerbrücke 1895 / Jacob Nöbbe: Gelbes Meer 1898 / OHEngel: Blick auf die Ostsee 1898.

Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3
85221 Dachau
Di-Fr 11-17, Sa, So, Feiertag 13-17 Uhr
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Museen München Literaturhaus:
"Der ewige Stenz"
Helmut Dietl und sein München


Erstmals in einer großen Ausstellung zu entdecken: Helmut Dietl als Literat und als literarische Figur. Mit seinen Kultserien prägte er wie kein anderer das München-Bild der Siebziger- und Achtzigerjahre. Und er erfand eine geradezu mythische Stadt: die der legendären, von ihm liebevoll-ironisch inszenierten Bussi-Bussi-Schickeria.
Am 30. März 2016 jährte sich der Todestag des großen Filmregisseurs und Autors zum ersten Mal. Tamara Dietl, seine Witwe, stellt dem Literaturhaus nun den bislang unbekannten Nachlass mit vielen überraschenden und kuriosen Stücken zur Verfügung: darin u.a. die berühmte gelbe Chinalackdose aus »Der ganz normale Wahnsinn«.

Dietl, geboren 1944 in Bad Wiessee, in München »sprachlich imprägniert« (Patrick Süskind), studierte Theaterwissenschaft und war Regieassistent an den Kammerspielen, bevor er über die Liebe zum Fernsehen kam und schließlich mit den Serien »Münchner Geschichten« (1974), »Der ganz normale Wahnsinn« (1979/80), »Monaco Franze« (1983) und »Kir Royal« (1986) deutsche Fernsehgeschichte schrieb. Über die Stadt München sagte er:


    »Ich wollte sie besitzen wie eine Geliebte«.

»Der ewige Stenz«, der in Varianten in allen frühen Werken Helmut Dietls die tragende Rolle spielt, ist immer auch sein Alter Ego. Die Ausstellung zeigt, wie sehr Leben und Werk bei Helmut Dietl eins waren: Sein Leben inszenierte er wie einen Film, seine berühmten Fernsehserien – allesamt Autorenfilme avant la lettre – schöpften aus autobiographischem Fundus.

Großartig ergänzt werden sie durch die unvollendet gebliebenen Erinnerungen aus dem Nachlass, die im September unter dem Titel »A bissel was geht immer« im Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen (Buchpremiere am 22.9.2016 im Literaturhaus München). Hier beschwört Dietl mit genauem Blick und dem ihm eigenen Humor seine frühe Kindheit in Laim und in Gräfelfing, das Aufwachsen ohne Vater, aber mit drei wichtigen Frauen: der Mutter und den beiden Großmüttern. Seine Jugend im Schwabing der Sechzigerjahre, die ersten literarischen Versuche mit Gedichten und parallel dazu das Entdecken von Theater und Film durch Elfie Pertramer und Walter Sedlmayr.

In der Ausstellung gibt es also viel Neues, Berührendes, Überraschendes über Helmut Dietl zu sehen, mit all den Ingredienzen, die Dietls Klatschreporter Baby Schimmerlos in »Kir Royal« so beschreibt:


    »Ein bissl Geld, ein bissl Sex, ein bissl Tragik, ein bissl Traum, Märchen, Monarchie, Hochfinanz, Industrie, ein bissl Perversität, das wär’ eine Mischung.«

Eine Mischung, der Helmut Dietl ein filmisches Denkmal gesetzt hat, mit unvergesslichen Protagonisten, die das Publikum bis heute amüsieren, rühren und vor allem unterhalten.

Medien-und Literaturhaus München
Salvatorplatz 1
80333 München
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Museen München Lenbachhaus: FRIEDRICH WILHELM MURNAU - EINE HOMMAGE
FRIEDRICH WILHELM MURNAU
EINE HOMMAGE

“Ich versuche, in jedem meiner Filme künstlerisches  Neuland zu entdecken und neue  künstlerische Ausdrucksformen zu finden.” (Friedrich Wilhelm Murnau 1928)

Mit NOSFERATU, FAUST, DER LETZTE MANN, SUNRISE und TABU schrieb Friedrich Wilhelm Murnau Filmgeschichte. 21 Filme drehte er zwischen 1919 und 1930 in Deutschland, Amerika und Tahiti. Ursprünglich hieß der große Regisseur der Stummfilmzeit Friedrich Wilhelm Plumpe. Seinen Künstlernamen gab er sich nach einem wunderbaren Sommer, den er im Jahr 1910 in Murnau verbracht hatte, dem berühmten, auch vom “Blauen Reiter” und der Kunstszene der Moderne heimgesuchten oberbayerischen Ort.
Das Lenbachhaus, mit seinem Schwerpunkt auf der Kunst des Expressionismus, widmet Friedrich Wilhelm Murnau eine Ausstellung, die sich als Hommage an dessen innovative Filmsprache und die einzigartige globale Wirkung der frühen Filmkunst versteht. Murnau, der unter anderem Kunstgeschichte studiert hatte, schöpfte in seinen Filmbildern immer wieder aus der Geschichte der bildenden Kunst. Andererseits sind die Kunstschaffenden der 1920er Jahre gerne und viel ins Kino gegangen. Unter den Künstlerinnen undKünstlern des Lenbachhauses sind solch frühe Cineasten vertreten; Gabriele Münter und Rudolf Schlichter gehören zu ihnen. Die starken Verbindungen zwischen den Künsten werden nicht in einer akribischen Einflussgeschichte nachgewiesen, wir haben uns für einen anderen Zugang entschieden: Die Ausstellung zeigt Film mit Film. Das Lenbachhaus hat zeitgenössische Regisseurinnen und Regisseure eingeladen, sich in Filmessays und Kurzfilmen mit Friedrich Wilhelm Murnau zu beschäftigen. Alexander Kluge, Ulrike Ottinger, Guy Maddin und Evan Johnson, Luc Lagier sowie ein Team der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film untersuchen in insgesamt fünf Beiträgen jeweils ein Werk Murnaus mit filmischen Mitteln. Die Auswahl der Werke, darunter NOSFERATU, FAUST und TABU, bestimmt auch die Materialien,
die zusätzlich in der Ausstellung zu sehen sind: Zeichnungen und Fotografien von Murnau und einigen seiner Mitstreiter, darunter Albin Grau, Hans Natge und Robert Herlth. Parallel zur Ausstellung im Lenbachhaus bietet das Münchner Filmmuseum die seltene Gelegenheit, in einer umfassenden Retrospektive alle
erhaltenen Filme Murnaus zu sehen, in besten Kopien und begleitet von international renommierten Stummfilmmusikern.

FRIEDRICH WILHELM MURNAU 1888–1931
Friedrich Wilhelm Murnau wurde am 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld geboren. Ab 1907 studierte er Literatur und Kunstgeschichte in Berlin und Heidelberg. In Berlin lernte er den Dichter Hans Ehrenbaum-Degele kennen, der zum engsten Freund seines Lebens wurde. Ehrenbaum-Degeles Familie akzeptierte Murnau als zweiten Sohn. Wohl im Sommer 1910 reisten sie zusammen in das oberbayerische Murnau, ein wichtiger Ort für die zeitgenössische Kunstszene, zu der auch die Mitglieder des späteren „Blauen Reiter“ gehörten. Max Reinhardt gab damals im Garten der Villa des Architekten Emanuel Seidl Shakespeares „Sommernachtstraum“ als Naturtheater. In der Folge nahm Plumpe den Künstlernamen „Murnau“ an. Der Namenswechsel ermöglichte ihm die Distanzierung von seiner Familie und ein selbstbestimmtes Leben, zu dem seine Homosexualität und eine künstlerische Laufbahn – zuerst als Schauspieler – gehörten. Zurück in Berlin wurde Murnau Mitglied von Max Reinhardts Bühne und baute sich ein breites Netzwerk in der Theater-, Literatur- und Kunstszene auf.
Den Ersten Weltkrieg erlebte Murnau im Ersten Garderegiment zu Fuß und ab 1917 bei der Fliegertruppe, zuletzt als Internierter in der Schweiz. In Luzern führte er bei zwei Theaterstücken Regie. Die Familie seines gefallenen Freundes Hans Ehrenbaum-Degele überließ ihm nach dem Krieg ihre Villa im Grunewald als Wohnsitz; dort lebte er in den frühen 1920er Jahren mit dem Maler und Musiker Walter Spies zusammen.
Ab 1919 war der Film Murnaus Wirkungsfeld. Leider sind seine ersten Filme nicht erhalten, es existieren nur zeitgenössische Kritiken sowie gelegentliche Werbematerialien und Fotografien, Drehbücher und Plakate, aus denen sich Rückschlüsse auf das Frühwerk ziehen lassen. DER GANG IN DIE NACHT, bereits seine siebte Regie-Arbeit, wurde im Januar 1921 in Berlin uraufgeführt und ist der früheste erhaltene Murnau-Film. Mit NOSFERATU (1922) drehte er sein heute bekanntestes Werk.

Murnau kooperierte mit den besten Kameraleuten seiner Zeit, unter ihnen Fritz Arno Wagner, Carl Hoffmann, Charles Rosher und Karl Freund, der für DER LETZTE MANN (1924) die „entfesselte Kamera“ entwickelte. Für seine Filme engagierte er die prominentesten Schauspieler: früh schon gehörten Conrad Veidt, Fritz Kortner und Eugen Klöpfer dazu. Er arbeitete mit Alfred Abel, Max Schreck, Lil Dagover, Werner Krauß, Gösta Ekman und entdeckte Camilla Horn. Emil Jannings war der Hauptdarsteller in drei Filmen Mitte der 1920er Jahre. Drehbücher schrieben Carl Mayer, Henrik Galeen und Thea Harbou. Die künstlerische Ausstattung besorgten Albin Grau, Robert Herlth, Rochus Gliese und Walter Röhrig.
Die Innovationskraft und der Erfolg seiner großen ufa-Filme DER LETZTE MANN (1924), TARTÜFF (1925) und FAUST (1926) beeindruckten den amerikanischen Produzenten William Fox,der Murnau für Hollywood engagierte. Dort konnte er SUNRISE (1927) mit einem riesigen Budget und größter künstlerischer Freiheit drehen. In der allerersten Oscar-Verleihung im Jahr 1929 wurden SUNRISE als bester Film und Janet Gaynor als beste Darstellerin ausgezeichnet.
In der Folge wurden Murnau der rasche Wechsel zum Tonfilm und der finanzielle Druck der Studios zum Verhängnis. Für die nächsten Filme THE FOUR DEVILS (1928) und CITY GIRL (1930)hatte er nicht mehr die künstlerische Vollmacht. Enttäuscht entschloss sich Murnau zu einer Südseereise, um auf Tahiti möglichst unabhängig einen Film zu realisieren: TABU (1931). Dessen Premiere erlebte er nicht mehr, am 11. März 1931 starb Murnau nach einem Autounfall in Santa Barbara, Kalifornien.


ALEXANDER KLUGE
Auf Anregung des Lenbachhauses hat Alexander Kluge einen Kurzfilm zu Friedrich Wilhelm Murnaus FAUST (1926) geschaffen. Titel: HOMMAGE FÜR F. W. MURNAU: NOTIZEN ZU FAUST. EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE, 2016
Eine Auswahl aus neuen Geschichten, die in einer eigenen Broschüre erscheinen (und hier auch
beigelegt sind), begleitet seine Videoinstallation.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
80333 München
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Museen Museum Fürstenfeldbruck: Leidenschaft für Heilige
Leidenschaft für Heilige
25 Jahre Museum Fürstenfeldbruck

Mit großer Leidenschaft und kunsthistorischer Kenntnis sammelte der Fürstenfeldbrucker Bäckersohn und Geistliche August Aumiller (1868-1929) Skulpturen und Gemälde von heiligen Männern und Frauen. Mit seinen Erwerbungen aus Klöstern und Kirchen, von Händlern und Bauern brachte er es auf eine Sammlung von über 2000 Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Zeit des Rokoko.

Im Fürstenfeldbrucker Kulturleben spielte Aumiller eine wichtige Rolle. Als Hofkaplan der königlichen Landhofkirche Fürstenfeld erwarb er zahlreiche Objekte aus der säkularisierten Zisterzienserabtei Fürstenfeld und betrieb zusammen mit Brucker Bürgern die Gründung eines historischen Museums.

Neuerwerbungen und Bestände des Museums Fürstenfeldbruck, Leihgaben aus dem Diözesanmuseum Freising und aus Privatbesitz gewähren erstmals Einblick in die hochwertige Sammlung, die nach dem Tod des Geistlichen zerstreut wurde.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Funktionen der Heiligen im Wandel der Zeit, zeigt, wie sich Heilige „zu erkennen geben“ und thematisiert Heiligenschein und Märtyrertod unter aktuellen Gesichtspunkten.

Katalog zur Ausstellung ¤ 8,90

Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein museumspädagogisches Programm.


Museum Fürstenfeldbruck
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck
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Museen Kunsthalle München: SPANIENS GOLDENE ZEIT - DIE ÄRA VALAZQUEZ IN MALEREI UND SKULPTUR
SPANIENS GOLDENE ZEIT - DIE ÄRA VALAZQUEZ IN MALEREI UND SKULPTUR

Das Siglo de Oro, Spaniens  Goldenes Zeitalter, zählt zu den faszinierendsten Kapiteln der abendländischen Kunstgeschichte. Ausgerechnet  im 17. Jahrhundert, als das bis dahin mächtigste Land Europas zusehends seine politische Vorherrschaft verlor, erreichte seine Kunst ihre größte Blüte mit Werken solcher Meister wie El Greco (1541–1614), Diego Velázquez (1599–1660), Francisco de Zurbarán (1598–1664) oder Bartolomé E steban Murillo (1617–1682). 

Die Ausstellung präsentiert anhand von  Gemälden und Skulpturen ein überraschend facettenreiches Panorama des spanischen Siglo de Oro , wie es bislang in diesem Umfang außerhalb Spaniens nicht zu sehen war.  Neben den großen Namen gilt es auch, hierzulande kaum bekannte Meister wie Juan van der Hamen (1596–1631) Alonso Cano (1601–1667)  oder Claudio Coello (1642–1693) zu entdecken. Erstmals in Deutschland werden außerdem bedeutende Bildhauer wie Gregorio Fernández (1576–1636), Juan Martínez Montañés (1568–1649) und Luisa Ignacia Roldán (1652–1706) vorgestellt. Insgesamt versammelt die Ausstellung  rund hundert Meisterwerke aus internationalen Sammlungen, u.a. aus dem Museo del Prado in Madrid,  dem Museo Nacional de Escultura in Valladolid, dem Metropolitan Museum of Art in New York und  dem Musée du Louvre in Paris.

Entlang der Regierungszeiten von Philipp III. (1598–1621), Philipp IV. (1621–1665) und Karl II. (1665–1700) wird das Schaffen der  Künstler in ihrem historischen Kontext gezeigt.  Dazu zeichnet die Ausstellung am Beispiel der wichtigsten Kunstzentren Spaniens – Toledo, Valencia, Valladolid, Sevilla und Madrid – den historischen Wandel des Landes nach, dessen Kunstproduktion eng mit dem Niedergang des einstigen  spanischen Weltreiches im 17. Jahrhundert verbunden war: Staatsbankrotte, verlorene Kriege und die Pest setzten dem Land schwer zu. König und Kirche nutzten jedoch die Kunst als propagandis tisches Instrument, um Stärke und Stabilität zu signalisieren. Vom Hof in Auftrag gegebene Historienmalerei und Porträts  standen im Dienst der Repräsentation königlicher Macht. Auch opulent ausgestattete Stillleben eigneten sich, hohen gesellschaftlichen Status zur Schau zu stellen. Einen Großteil der Aufträge generierte die  katholische Kirche, die Malerei und vor allem Skulptur für ihre gegenreformatorischen Bestrebungen  nutzte: Religiöse Darstellungen sollten die Bevölkerung zum wahren Glauben führen . Eine zentrale Strategie war dabei die emotionale  Ansprache, ja Überwältigung der Betrachter durch drastische Schilderungen des Leidens Jesu und der Heiligen.  Bis heute entfaltet die Lebensechtheit vor allem  der polychromen Skulpturen dieser Zeit eine Wirkung, der man sich kaum entziehen kann. Es ist das Aufeinandertreffen von Realitätsnähe und theatralischer Inszenierung, von Irdischem und Himmlischen,  Profanem und Heiligem, das  die spanische Kunst dieser Zeit  so einzigartig macht. 

Die künstlerische Produktion des  frühen 17. Jahrhunderts war noch von einer großen regionalen Diversität gekennzeichnet , während es später zu einer  Fokussierung auf die Zentren Madrid und Sevilla kam. Die Schau beginnt mit El Grecos exzeptionellem Schaffen in Toledo, der einstigen spanischen Hauptstadt, die auch nach der Verlegung des Regierungssitzes nach Madrid 1561  ein wichtiges religiöses Zentrum blieb. Hier wie in Valencia und Sevilla war das Kunstschaffen vor allem von kirchlichen Auftraggebern bestimmt. Die von den Künstlern entwickelte  Bildsprache fand jedoch an jedem Ort ganz eigene Ausprägungen. Die Werke des in Valencia tätigen Francisco Ribalta (1565–1628) und des dort geborenen Jusepe de Ribera (1591–1652) zeichnen sich z.B. durch ihre  extreme Wirklichkeitsnähe bzw. die dramatischen Helldunkeleffekte  aus.

Sevilla war damals die einwohnerstärkste Stadt der iberischen Halbinsel  und führend im Handel mit den Kolonien. Neben den Werken für Klöster und Kirchen vor Ort  entstandauch eine große Anzahl von Exportware für die Übersee gebiete. Hier schuf Murillo neben religiösen Szenen seine schon damals sehr erfolgreichen  volkstümlichen Genrebilder mit sevillanischen Straßenjungen.  Von zentraler Bedeutung für die  etwas ältere Künstlergeneration von Zurbarán, Velázquez und Cano war der in der andalusischen Metropole arbeitende Maler und Kunsttheoretiker Francisco Pacheco  (1564–1644): Mit dem Ziel, die emotionale Wirkmacht der Kunst durch eine besonders lebensnahe  Wiedergabe zu steigern, etablierte er  neue Darstellungsweisen sowie innovative Techniken für die Polychromierung von Skulpturen. Sein Schüler und Schwiegersohn Velá zquez brillierte schon in seinen frühen Jahren in Sevilla unter anderem als Maler von sogenannten bodegones (Stillleben sowie Wirtshaus- und Küchenszenen). 

Madrid hatte sich durch die dauerhafte Etablierung des Hofes auch zum künstlerischen Zentrum Spaniens entwickelt. Hier führte Philipp IV. die  neue Ära der Kunstförderung fort, die von seinem Großvater Philipp II. mit seiner Sammeltätigkeit und der Ausstattung des  Escorial durch zahlreiche italienische  Künstler eingeleitet worden war. 1623 wurde der junge Velázquez zum Hofmaler ernannt, der als herausragender Porträtist dem bis dahin  einflussreichsten Hofkünstler Vicente Carducho (1576–1638) Konkurrenz machte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zählte  Madrid zu den bedeutendsten Kunststädten Europas, während die anderen  Metropolen des Landes an Bedeutung verloren hatten.

Aus dieser Blütezeit zeigt die Ausstellung Werke der Hofmaler Karls II. wie Francisco Rizi  (1608–1685), Juan Carreño de Miranda (1614–1685) und Claudio Coello, die unter anderem in der Nachfolge von Velázquez und Peter Paul Rubens  (1577–1640) stehen. Sie gehören zu den letzten Künstlern, die für die spanischen Habsburger tätig waren: Mit dem Tod Karls im Jahr 1700 fand auch das Siglo de Oro sein Ende.  Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft Seiner Majestät Felipe VI. König von Spanien und des  Bundespräsidenten Joachim Gauck. Eine Ausstellungskooperation mit der Gemäldegalerie– Staatliche Museen zu Berlin.

Bilder

1. Diego Velázquez
Die drei Musikanten, um 1616–1618
Öl/Leinwand, 90,4 x 113,2 cm
© Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie
Foto: Jörg P. Anders

2. Jusepe de Ribera
Vision des Belsazar, 1635
Öl/Leinwand, 52 x 64 cm
Galleria Arcivescovile, Mailand
© Arcidiocesi, Milano, Curia Arcivescovile / Paolo Manusardi

3. Juan Sánchez Cotán
Stilleben mit Wildvögeln, um 1600-1603
Öl/Leinwand, 67,8 x 88,7 cm
The Art Institute of Chicago
© The Art Institute of Chicago / Art Resource, NY / Scala, Florence

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
FÜNF HÖFE,
Theatinerstraße 8,
80333 München
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Museen Dachau Neue Galerie: BerufsBilder - Positionen zeitgenössischer Porträtfotografie
BerufsBilder
Positionen zeitgenössischer Porträtfotografie

August Sanders großangelegte Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts zählt zu den Meisterwerken der Porträtfotografie des vergangenen Jahrhunderts. Das Medium der Fotografie schien ihm besonders geeignet, ein Bild der Gesellschaft seiner Zeit festzuhalten, die sich aus verschiedenen Berufsständen zusammensetzte. Den Schwerpunkt seiner Aufnahmen bildet das ‚Berufsporträtʻ, das er von Bauern, Handwerkern, Arbeitern, Technikern, Akademikern aber auch Künstlern anfertigte. Sanders Werk, das bereits zu seiner Zeit auf große Resonanz stieß, wirkte auf viele nachfolgenden Fotografen inspirierend. Während Sander noch von der Einheit aus Person und Beruf ausging, die schon zu seiner Zeit durch die voranschreitende Industrialisierung und Bürokratisierung nur noch teilweise gegeben war, ist dies heute nur noch in Randbereichen zu finden. Nicht nur viele Berufe seiner Zeit sind längst verschwunden, auch die Zahl der vorhandenen Arbeitsplätze nimmt immer mehr ab. Das Ideal einer lebenserfüllenden Berufsarbeit ist aber nach wie vor aktuell.
Neben Aufnahmen von August Sander zeigt die Neue Galerie Arbeiten von Thomas Bachler & Karen Weinert, Herlinde Koelbl, Joerg Lipskoch, Hannes Rohrer, Stefan Schröder und Albrecht Tübke, die an Sanders ‚Berufsporträts‘ anknüpfend das Berufsleben ihrer eigenen Zeit reflektieren. Wie Sander wählen sie die serielle Darstellung, die zum Vergleich und somit zur Unterscheidung von typischen und individuellen Merkmalen innerhalb einer Gruppe einlädt. Inhaltlich und konzeptuell schlagen sie jedoch andere Wege als ihr Vorbild ein.

Fotos: Joerg Lipskoch: Schiffsmechaniker 2015 / Joerg Lipskoch: Hospizschwester 2015 / Steiffwerk_Giengen3318_-®_hannesrohrer Archiv / Albrecht Tübke: Caves 05 / Albrecht Tübke: Caves 07.

Neue Galerie Dachau
Konrad-Adenauer-Straße 20
85221 Dachau
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Museen München Haus der Kunst: Haus der Kunst – die Nachkriegsinstitution, 1945-1965
Haus der Kunst –  die Nachkriegsinstitution, 1945-1965

Die neue Präsentation der Archiv Galerie begleitet die Ausstellung "Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik 1945-1965", indem sie die institutionellen Erinnerungen dieser Zeit erforscht. Das Haus der Kunst hatte bereits in den 1990er-Jahren eine Pionierrolle inne. Mitte der 1990er-Jahre war es eins der ersten Häuser, die sich mit der eigenen, teils belasteten Geschichte beschäftigt haben und diese Geschichte nicht nur durch Publikationen, sondern auch am Ursprungsort lesbar gemacht hat. 

Dieses Vorgehen hat auch andere Institutionen ermutigt, ihre eigene Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus in den Blick zu nehmen.  Mit seinem 75-jährigen Bestehen (2012) hat das Haus der Kunst seine Vorreiterrolle weiter ausgebaut. Die Fragestellung kreist seit vier Jahren bereits um die Nachkriegszeit, vernachlässigte Themen wie die Entnazifizierung, sowie um dynamische Formen der Vermittlung und Präsentation von Archivmaterial. Nach 1945 war es Intention der Besatzungsmächte, München als Kulturhauptstadt von Süddeutschland zu re-etablieren. Allerdings waren die namhaften Museen durch Luftangriffe schwer beschädigt. Allein das Haus der Kunst hatte den Krieg beinahe ohne Schaden überdauert und bot großzügige Ausstellungsflächen.

Das Ausstellungsprogramm war Ausdruck der politischen und gesellschaftlichen Zielsetzung. Bereits seit 1946 organisierte man im Sinne der "Reeducation" im Haus der Kunst wiederKunstausstellungen. Gleichzeitig beherbergte das Gebäude noch ein Offizierskasino der amerikanischen Armee. Der endgültige Auszug der amerikanischen Armee erfolgte 1955. Im Mittelpunkt des neuen Projekts zur Nachkriegszeit steht die Produktion von Ausstellungen in den Jahren von 1946 bis 1965. Wenngleich nie explizit zum Thema erhoben, spielten Strategien zur Entnazifizierung eine Rolle; ausdrücklich angestrebt und kommuniziert war die Rehabilitation der Moderne in der Nachkriegszeit.  Entnazifizierung und Rehabilitation bezeichnen eine Entwicklung, die Anfang 1946 begonnen hatte.

In jenem Jahr änderte sich in Zusammenhang mit der Ausstellung "Bayerische Gemälde des 15. und 16. Jahrhunderts" die ursprüngliche Benennung "Haus der Deutschen Kunst" in "Haus der Kunst". Das inhaltliche Spektrum der ersten Präsentationen reichte von deutschen Altmeistern wie Albrecht Dürer über einen Peter Paul Rubens gewidmeten Saal bis hin zur Würdigung genau derjenigen Künstler, die von den Nationalsozialisten verunglimpft worden waren – etwa die Künstler des Blauen Reiters ("Der Blaue Reiter", 1949) sowie "Die Maler am Bauhaus" (1950). Diese Ausstellungen fanden im Westflügel des Gebäudes statt, der ab 1946 die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beherbergte. Verantwortlich war der Kunsthistoriker Ludwig Grote (1883-1974). Er prägte auf diese Weise in den ersten Nachkriegsjahren das Profil des Haus der Kunst als Ort der Moderne. Grote, der 1951 zum Direktor des Germanischen Nationalmuseums berufen wurde, war auch auf internationalem Parkett tätig, so u.a. als Kommissar der ersten bundesdeutschen Beiträge auf den Biennalen von São Paulo und Venedig. 

Über die Landesgrenzen hinaus suchten die Kuratoren mit dem Ausstellungsprogramm als Teil einer umfassenderen Neuausrichtung von Anfang an auch die internationale künstlerische Solidarität. Mit der Picasso-Retrospektive (1955), für die so berühmte Gemälde wie "Guernica" (entstanden 1937) und "Massaker in Korea" (entstanden 1951) nach München reisten, und der Ausstellung brasilianischer Kunst von 1959 setzten sie die entsprechenden Schwerpunkte. Die internationalen Beziehungen zwischen dem Haus der Kunst und Künstlern überall auf der Welt wurden seit den 1950er-Jahren maßgeblich vom damaligen Direktor Peter A. Ade (1913-2005) gestaltet. So wurde das Haus der Kunst ein wichtiger Ausstellungsort für Avantgarde-Kunst und kann als Fallstudie dienen für weitblickenden Umgang mit Kunst und die Wiederherstellung eines internationalen Renommees. Die neue Ausstellung der Archiv Galerie vollzieht diese Entwicklung nach.

Die Archiv Galerie versteht sich als dynamischer Speicher, dessen Erscheinungsbild sich jährlich wandelt. In Kooperation mit Martin Schmidl und Studenten der Akademie der Bildenden Künste München hat die Kuratorin Sabine Brantl ein Ausstellungsdisplay entwickelt, in dem Dokumente, Ausstellungskataloge, Plakate, Fotografien, Berichte und Filmmaterial aus den Jahren von 1945 bis 1965 eine Plattform für individuelle und kollektive Recherche bieten.  Die Präsentation entsteht in Unterstützung mit dem Archiv des Künstlerverbunds im Haus der Kunst München e.V. Archiv (vormals Ausstellungsleitung) und dem Archiv der Süddeutschen Zeitung

Bilder

1. Ausstellung brasilianischer Künstler
Installationsansicht, 1959
© Archiv des Künstlerverbundes im Haus der Kunst München e.V.

2. George Braques Ausstellung
Installationsansicht, 1963
© Archiv des Künstlerverbundes im Haus der Kunst München e.V.

3. Henry Moore Ausstellung
Installationsansicht, 1960
fotografie stefan moses

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen München Lenbachhaus: THOMAS BAYRLE
Thomas Bayrle

Thomas Bayrle (geb. 1937 in Berlin) verdankt die Kunstgeschichte das Bewusstsein für die Sinnlichkeit von Maschinen und die Ästhetik maschineller Produktion. Er ließ sich in den 1950er Jahren zum Weber und Grafiker ausbilden. Als einer der ersten Künstler in Deutschland arbeitete er mit computergenerierten Bildern und bediente sich des Prinzips des Seriellen, was ihn früh in die Nähe der amerikanischen Pop Art rückte. Bayrle befasst sich ästhetisch mit den sozialen Organisationsgesetzen von Individuum und Masse, wobei er seine Bildmotive der Alltagswirklichkeit des Menschen und der ihn umgeben den Waren- und Konsumwelt entnimmt.
Das Wachstum urbaner Strukturen sowie auf Massengebrauch angelegter Fortbewegungsmittel versteht er als einen Kreislauf, der zwar von der Wirtschaft angekurbelt wird, diese aber wiederum auch in Gang hält. Er beschäftigt sich mit diesen Strukturen einerseits kritisch,andererseits bewusst als Konsument und Teilnehmer. Auf der documenta 13 zeigte Bayrle aufgeschnittene Motoren in Betrieb, mit denen er die Ästhetik von Maschinen, aber auch den Lebensrhythmus und die Verfassung des Menschen in der Massengesellschaft visualisierte.
Bayrle stellte 2003 und 2009 auf der Biennale Venedig aus, sowie 1964, 1977 und 2012 bei der documenta Kassel.



Aktuelle Veranstaltung
heute
Museen Murnau: Arbeiten von Mariela Sartorius
Die Nase vorn

In einer Einzelausstellung im Murnauer Kunstverein sind im Februar 2017 Gemälde der Schriftstellerin und Malerin Mariela Sartorius zu sehen.

Die Münchner Schriftstellerin, Journalistin und Poetin Mariela Sartorius, einem größeren Publikum bekannt durch ihre erfolgreichen Bücher „Der weibliche EQ“, „Die hohe Schuleder Einsamkeit“ oder „Die hohe Kunst der Melancholie“, zeigt ihre Gemälde in einer Einzelausstellung im Kunstverein Murnau (Burggraben 4). Unter dem viel versprechenden Titel „Geheime Zeichen der Natur“ sind großflächige,monochrome Bilder gemalt mit breitem Strich zu sehen, weite Ausblicke wechseln sich mit kleinteiligen Strukturen ab.

Sartorius ist eine Spätberufene: Erst mit 70 Jahren machte sie ihre Leidenschaft zum zweiten Beruf. Die Vernissage ist am Freitag, 10. Februar 2017 um 19 Uhr, die Ausstellung läuft bis zum 25. Februar. Mit dem Porträt der Nase ihres Hundes wurde sie erst kürzlich im Münchner Kunstverein als beste Künstlerin der Ausstellung „Hayward &Tamayo“ gekürt. Jetzt bekommt Mariela Sartorius eine Einzelausstellung im Kunstverein Murnau.
Mariela Sartorius blickt auf eine erfolgreiche,über 50-jährige Karriere als Journalistin, Schriftstellerin und Poetin zurück. Ihr erfolgreichster Buchtitel ist „Die hohe Schuleder Einsamkeit“, sie ist Einzelgängerin aus Überzeugung. Ihre Reportagen, Porträts, Essays und Gedichte wurden in einigen der anerkanntesten deutschen Medien gedruckt, ihre Bücher in viele Sprachen, darunter koreanisch und chinesisch, übersetzt.
Kurz vor ihrem 70. Geburtstag plante ihr Verlag den nächsten Bestseller mit ihr. Doch sie wollte nicht mehr schreiben, trotz des Erfolgs. Sie hängte ihren Beruf an den Nagel – und entdeckte die Malerei für sich .
Der heute 74-Jährigen sieht man ihr Alter keinesfalls an. Sie wirkt um Jahrzehnte jünger, ihre Ausstrahlung kann man getrost als jugendlich bezeichnen. Halbe Sachen mochte sie nie. Und so ist es auch nur logisch, dass sie – anders als viele Hobbymaler, die im Alter ihre Liebe zu Pinsel und Leinwand als Zeitvertreib entdecken – aus ihrer Passion einen zweiten Beruf macht. An diesem Ziel arbeitet sie mit großer Disziplin, ständig entwickelt sie ihre Techniken und malerischen Fähigkeiten weiter. Unterricht nimmt sie bei den bildenden Künstlern Nicola Klemz und Tomas Nittner. Sartorius' Malerei ist geprägt von Neugier, Erfindungsreichtum, Fantasie, Mut zum Ausprobieren.
Aktuell arbeitet sie an einer neuen Serie: Sie besteht aus Experimentalarbeiten, deren Grundlage Fotos sind, die – oft extrem vergrößert – schon in sich Abstraktionen darstellen. Diese Fotos werden mit malerischen Mitteln weiter entwickelt und verfremdet. Foto und Acrylfarben beeinflussen sich gegenseitig. Allgemein betrachtet spiegelt ihre künstlerische Palette die Farben der Natur: Erdige Töne stehen im Wechselspiel zu eisblauen Gletscherimpressionen, schwarze Nacht kontrastiert mit dem Saft grünfrühlingshafter Gebilde.
In früher Jugend bereiste Sartorius auf Touren und Expeditionen mehrfach alle fünf Kontinente – und das Ende der 1950er Jahre, in einer Zeit, in der dies alles andere als selbstverständlich war. So wurde das Reisen in unbekannte Gefilde für sie prägend –und ist es bis heute, real oder bildlich. Mariela Sartorius' Bilder waren seit 2015 in London, Madrid, Santa Fe (New Mexico/USA) und München zu sehen.

Einzelausstellung im Kunstverein Murnau: 10. bis 25. Februar 2017
Vernissage: Freitag, 10. Februar 2017, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 15 - 18 Uhr und Samstag 11 - 15 Uhr
Kunstverein Murnau e.V.
Galerie am Gabriele-Münter-Platz
Burggraben 4
82418 Murnau
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.