Musik war schon im Elternhaus ein wichtiger Teil seines Lebens: „Mein Vater war seit Mitte der 1950er Jahre Jazzfan, und ich weiß noch genau, wie es in seinem Zimmer ausgesehen hat, und ich höre den Sound von John Coltrane, Ben Webster oder Wes Montgomery. Außerdem Blues, viel schwarze amerikanische Musik, und von meiner Mutter mehr Rock 'n Roll und Pop der 60er Jahre“, erzählte er vor Jahren in einem Interview.
Schon während seiner Schulzeit war er dann als Straßenmusiker unterwegs, spielte in düsteren Clubs, verkommenen Hinterhöfen und auf kleinen, unscheinbaren Bühnen. Er zog anschließend durch die europäischen Großstädte und besuchte in den USA die Wiege seiner Blues und Soul-Helden in Memphis, New Orleans und Chicago.
All diese Erlebnisse flossen in seine ersten Songs, die schon auf seinem Debüt „The Gypsy Soul of Tiwayo“ 2019 für Aufsehen sorgten. Er wurde von Cody Chesnutt, Sting, Seal, Marcus Miller und Norah Jones als Warm-up ihrer Konzerte geschätzt und erhielt sogar einen Vertrag beim legendären Blue Note-Label.
Nun, einige Jahre später, sorgt er mit seinem neuen Album „Outsider“ erneut für Aufsehen. Sein Retro-Soul orientiert sich dabei nicht an dem geschmeidigen, häufig mit großem Aufwand produzierten Motown-Sound. Tiwayo liebt das Einfache, das Beseelte und die Klarheit am Soul. Seine Songs sind wie kleine, funkelnde Diamanten, seine Stimme ist rau, dunkel und geht unter die Haut. Vielleicht ja eine exotische Mischung aus der Melancholie eines französischen Chansoniers, dem gegerbten Leben eines erfahrenen Rhythm and Blues Sängers und der stolzen Magie des Gospel. Fast könnte man Tiwayo als einen modernen Brauchtumspfleger des Soul bezeichnen.
Viktor Brauer
Tiwayo
„Outsider“
Record Kicks
„Outsider“
Record Kicks
























