Erik Satie ist so etwas wie der Popstar der klassischen Musikszene. Sein Einfluss auf zeitgenössischen Jazz, Rock, Minimal und Ambient ist so groß, wie der keines anderen seiner Komponistenkollegen. Eine Inspirationsquelle der Moderne, und das, obwohl er schon seit über einhundert Jahren Tod ist. Gelebt hat Satie größtenteils wie ein Boheme. Er arbeitete als Pianist unter anderem im Pariser Nachtkabarett Le Chat Noir, wo er, wie manch böse Zungen behaupten, „schlecht gespielt, aber hervorragend getrunken“ habe. Aber diese Anstellung verschaffte ihm auch die Möglichkeit zu experimentieren und seine gewonnenen Erfahrungen mit der leichten Muse später in seine Kompositionsarbeit einfließen zu lassen. Satie als innovativer Querdenker, dessen Spuren deutlich bis in die Gegenwart weisen.
Jüngstes Beispiel hierfür ist das transatlantische Trio Riverso. Ryan Keberle (Posaune), Frank Woeste (Klavier) und Vincent Courtois (Cello) widmen sich auf ihrem Album „Between Two Silences“ dem französischen Komponisten. Aber nicht, in dem sie seine Stücke neu bzw. anders interpretieren. Die drei haben eigene Kompositionen geschrieben und sich dabei spirituell von Satie leiten lassen. „Between Two Silences“ klingt mit seinen komplexen Motiven und den eher verspielten Improvisationen nach einer Art Kammerjazz. Obwohl viel ausgeschrieben ist, tasten sich die drei Solisten vorsichtig an die Kompositionen heran. Das klingt zum Glück nie perfekt, sondern lebt immer von einem dynamischen Charakter. Die Musik ist nicht nur in ständiger Bewegung, sie verändert auch Farbe und Form, ver- und bezaubert, verführt und beeindruckt mit ihrer Eleganz und Ästhetik. Ein kleines, ein stilles Meisterwerk – mit Sicherheit ganz im Sinn von Erik Satie.
Jörg Konrad
Reverso
„Between Two Silences“
Alternate Site Records























