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1. Frankfurt am Main: MONETS KÜSTE. DIE ENTDECKUNG VON ÉTRETAT
2. Lenbachhhaus München: Franz Wanner - Eingestellte Gegenwarten
3. München: HAAR – MACHT – LUST
4. München Kunstfoyer: Lisette Model
5. Lenbachhaus: Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter
6. Potsdam Museum Barberini: Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismu...
Montag 23.03.2026
Frankfurt am Main: MONETS KÜSTE. DIE ENTDECKUNG VON ÉTRETAT
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MONETS KÜSTE.
DIE ENTDECKUNG VON ÉTRETAT

Ausstellung vom 19. März bis 5. Juli 2026
Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie Frankfurt am Main

Frankfurt am Main, 11. Februar 2026. Der Küstenort Étretat wird zum Mythos – und fasziniert bis heute. Die Felsen von Étretat, in der Normandie an der Atlantikküste gelegen, zogen im 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler in ihren Bann. Das Städel Museum präsentiert vom 19. März bis 5. Juli 2026 eine große Ausstellung über die künstlerische Entdeckung des einstigen Fischerdorfes und seinen Einfluss auf die Malerei der Moderne. In Frankfurt sind rund 170 herausragende Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und historische Dokumente aus führenden französischen,
deutschen und weiteren internationalen Museen sowie aus Privatsammlungen zu sehen, darunter allein 24 Werke von Claude Monet.
Étretat spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung einer neuen Malerei, die als Impressionismus in die Geschichte der Kunst einging. Das Interesse der Künstler galt vor allem der charakteristischen Klippenlandschaft, die als aufregend schön und bedrohlich zugleich wahrgenommen wurde. Maler und Schriftsteller reisten nach Étretat und machten den abgelegenen Ort durch ihre Werke über die Grenzen Frankreichs hinaus berühmt. Mit der zunehmenden touristischen Erschließung um 1850 entwickelte sich Étretat zu einem beliebten Seebad und zu einem Treffpunkt für Künstler, Intellektuelle und das Pariser Bürgertum: Gustave Courbet malte hier seine berühmten Wellenbilder, Guy de Maupassant erhob Étretat literarisch zu einem Sehnsuchtsort und der Gentleman-Gauner Arsène Lupin, die Romanfigur von Maurice Leblanc, hortete hier seine Kunstschätze. Auch der aufstrebende Maler Claude Monet war von der einzigartigen Steilküste mit ihren drei Felsentoren – der Porte d’Amont, der Porte d’Aval und der Manneporte – derart fasziniert, dass er ihr etliche Gemälde widmete. Unter dem Eindruck der sich stets verändernden Licht- und Wetterverhältnisse begann Monet in Étretat Motivreihen zu malen – eine Arbeitsweise, die sich später zu seinem Markenzeichen entwickeln sollte.
„Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ wird gefördert durch die Fraport AG, die Fontana Stiftung, den Städelschen Museums-Verein e. V. und das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Die Ausstellung vereint neben Werken von Eugène Delacroix, Gustave Courbet, Claude Monet und Henri Matisse eine Vielzahl weiterer wichtiger Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst – von Johann Wilhelm Schirmer und Eugène Le Poittevin über Camille Corot und Eugène Boudin bis hin zu Elger Esser. Gemeinsam verdeutlichen die Arbeiten die anhaltende Faszination, die dieser Ort bis heute ausübt. Die Leihgaben stammen unter anderem aus den Staatlichen Museen zu Berlin, dem Fitzwilliam Museum in Cambridge, dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery of Canada in Ottawa sowie dem Musée d’Orsay in Paris.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, betont: „Mit unserer großen Sonderausstellung im Frühjahr 2026 widmen wir uns erstmals der Entstehung des Mythos Étretat. Der Küstenort mit seinen markanten Felsentoren und dem einzigartigen Licht fasziniert Künstler seit dem 19. Jahrhundert und hat bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. In Étretat entwickelte Claude Monet seine berühmten Motivreihen, die den Impressionismus entscheidend prägten. Besonders stolz sind wir, dass zwei herausragende Werke aus der Städel-Sammlung, die in Étretat entstanden sind, den Ausgangspunkt der Schau bilden: Monets Mittagessen und Gustave Courbets Woge. Ergänzt werden sie durch hochkarätige internationale Leihgaben, darunter allein 24 Werke von Monet. Unser herzlicher Dank gilt allen Leihgebern sowie unseren Förderern für ihre großzügige Unterstützung. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Besucherinnen und Besuchern der bis heute anhaltenden Faszination Étretats nachzuspüren.“
„Claude Monet und die Künstler dieser Ausstellung waren Reisende, die die Einzigartigkeit der Küstenregion um Étretat in ihrer Kunst festhielten. Reisen und Kunst verbinden, inspirieren und stärken den internationalen Austausch von Wissen und Innovation. Menschen weltweit zu verbinden, ist uns als Fraport AG ein wichtiges Anliegen. Unsere langjährige Partnerschaft mit dem Städel Museum steht dafür und für unseren Anspruch, kulturellen Dialog zu stärken. In dieser Ausstellung sehen wir diese Ziele in besonderem Maße erfüllt und unterstützen das Städel Museum daher
sehr gerne“, erläutert Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, das Engagement.
„Es ist ein großer Gewinn für unsere Stadt, dass wir die Ausstellung ‚Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat‘ in Frankfurt zeigen können. Das Städel Museum steht für hervorragende wissenschaftliche Arbeit, die mit vielfältigen Bildungsangeboten an eine breite Öffentlichkeit vermittelt wird. Die Schau ist das Ergebnis erfolgreicher deutsch-französischer Zusammenarbeit: Gemeinsam mit den Museumskollegen unserer Partnerstadt Lyon haben die Städel-Kuratoren eine kunst- und kulturhistorische Ausstellung entwickelt, die die vielfältigen, teils auch weitreichenden Auswirkungen der Popularisierung eines Ortes nachvollziehbar werden lässt. In diesem Frühjahr ist Frankfurt einmal mehr ein kultureller Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher der Region und weit darüber hinaus“, so Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Musée des Beaux-Arts de Lyon.

Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie
Dürerstraße 2
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen:

- Claude Monet
Étretat. Die Felsnadel und das Felsentor von Aval, 1885
Öl auf Leinwand, 65,1 x 81,3 cm
Clark Art Institute, Williamstown, acquired by Sterling und Francine Clark, 1933
Foto © The Clark Art Institute

- Claude Monet
Steilküste von Aval, 1885
Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm
Foto © Hasso Plattner Collection

- Claude Monet
Stürmisches Meer bei Étretat, 1883
Öl auf Leinwand, 81,4 x 100,4 cm
Musée des Beaux-Arts de Lyon
Foto © Lyon MBA – Photo Martial Couderette

- Claude Monet
Raue See, 1881
Öl auf Leinwand, 60 x 73,7 cm
National Gallery of Canada, Ottawa
Foto © MBAC

- Eugène Delacroix
Étretat. Die Porte d’Aval, um 1840 oder 1846
Bleistift, Aquarell und Gouache auf Papier, 15 x 20 cm
Musée Marmottan Monet, Paris, legs Michel Monet, 1966. Inv. 5034
© Musée Marmottan Monet
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Montag 23.03.2026
Lenbachhhaus München: Franz Wanner - Eingestellte Gegenwarten
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Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten

Ausstellung vom 24. März bis 19. Juli 2026
Lenbachhaus München

Eine Schutzbrille aus Plexiglas steht am Anfang der Ausstellung „Eingestellte Gegenwarten“ von Franz Wanner (*1975, Bad Tölz). Die Brille wurde bei Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen geborgen. Über die inhaftierte Person, die zur
Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt war und mit der Brille ihr Augenlicht schützte, gibt es bislang keine auffindbaren Informationen. Ihr Wunsch, sich zu schützen, zeigt sich bis heute an diesem Objekt.

Das Material, aus dem die Brille besteht, wurde 1933 von der deutschen Firma Röhm & Haas unter dem Markennamen „Plexiglas“ vorgestellt und ab 1936 fast ausschließlich in der Rüstungsindustrie für Flugzeugfenster verwendet. In Propagandaausstellungen des NS-Staats wurden die technischen Möglichkeiten des schattenlosen Materials angepriesen. Heute bestehen unterschiedlichste Gegenstände aus Plexiglas, vom Polizeischild bis zur musealen Vitrinenhaube. In der Ausstellung werden solche Gegenstände, losgelöst von ihrer ursprünglichen Funktion zu Verwahrstücken, die den Ausstellungsraum als Tatort markieren.

Im Nazismus wurden im Namen des „Kunstschutzes“ auch in Museen wie dem Lenbachhaus Zwangsarbeiter*innen eingesetzt, etwa zur Evakuierung von Kunstwerken bei Luftangriffen, wie Franz Wanner in seinen künstlerischen Analysen erforschte und erstmals öffentlich macht.
Franz Wanner interessiert sich für die Lücke zwischen Realität und Selbstdarstellung der Bundesrepublik. Dafür recherchiert er deren Geschichte und betrachtet aufmerksam, wie diese für die Gegenwart beschönigt, bereinigt und instrumentalisiert wird. Die Ausbeutung von Arbeitskraft ist das zentrale Thema seiner Ausstellung am Lenbachhaus: Im Nazismus war der Einsatz von Zwangsarbeiter*innen in allen gesellschaftlichen Bereichen weit verbreitet. Auf den massiven Strukturen der Zwangsarbeit im Nazismus fußten später die Anwerbeabkommen mit Italien, der Türkei, Griechenland und Jugoslawien. So wurden die Menschen, die ab 1955 angeworben wurden und nach Deutschland zogen, teils in ehemaligen NS-Baracken untergebracht, die als „Gastarbeiterlager” bezeichnet wurden; die gesetzliche Grundlage der Abkommen basierte auf einer NS-Verordnung aus dem Jahr 1938.

Durch seinen prüfenden Blick auf heutige staatliche Institutionen wie den Geheimdienst und die Polizei, die Verzahnung von universitärer Forschung und Rüstungsindustrie, sowie Deutschlands aktive Rolle in der auf Abwehr ausgerichteten Migrationspolitik der Europäischen Union fragt Wanner, wo und wie sich der Nazismus von einst im Wirtschaftsliberalismus von heute fortschreibt.

Als Artist in Residence des Harun Farocki Instituts entwickelte Franz Wanner die Ausstellung „Mind the Memory Gap“ für das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin. Die Ausstellung am Lenbachhaus beruht auf dieser früheren Präsentation.
Die begleitende Publikation „Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten“ ist in Kooperation mit Kunst Meran Merano Arte im Hirmer Verlag erschienen.
Kuratiert von Stephanie Weber

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Luisenstraße 33
80333 München

Abbildungen:

- Franz Wanner, Aus der Serie / From the series, Musterfolien (Sample Slides), 2024-2025.
© Franz Wanner

- Franz Wanner, Mind the Memory Gap, 2022,
Video (Farbe, Ton) / Video (color, sound), 13:30 Min. / 13:30 min.
© Franz Wanner
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Donnerstag 19.03.2026
München: HAAR – MACHT – LUST
HAAR – MACHT – LUST

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Ausstellung vom 20. März bis 04. Oktober 2026

Haare sind weit mehr als ein modisches Ausdrucksmittel. Sie erzählen von Schönheit und Begehren, Macht und Ohnmacht, von Anpassung und Rebellion. Dabei wirken sie als universelle Sprache, die seit Jahrtausenden soziale, kulturelle und politische Fragen verhandelt. Mit HAAR – MACHT – LUST präsentiert die Kunsthalle München eine thematisch gestaltete, kulturübergreifende Ausstellung, die die vielschichtigen Bedeutungen von Kopf- und Körperhaar beleuchtet. Zu sehen sind über 200 historische und zeitgenössische Werke aus bedeutenden internationalen Sammlungen wie dem Prado, dem Louvre und dem Rijksmuseum. Die Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten,
Schmuckstücke, Möbel, Designobjekte und Couture-Kreationen entfalten ein facettenreiches Panorama berührender und überraschender Geschichten rund um das menschliche Haar.

Frisuren spielen seit jeher eine zentrale Rolle in der Kommunikation von sozialem Status und gesellschaftlichen Normen. Schon im Alten Ägypten färbten sich Menschen die Haare und trugen Perücken – und bis heute gilt sorgfältig zurechtgemachtes Haar als Zeichen von Selbstinszenierung
und Zugehörigkeit. Die Gestaltung von Kopf- und Körperhaar prägt dabei auch Vorstellungen von Geschlecht und gesellschaftlicher Rolle – indem sie diese bestätigt, hinterfragt oder, wie etwa im Drag, bewusst überzeichnet. Anhand von Abbildungen außergewöhnlich behaarter Menschen reflektierten Künstlerinnen und Künstler über Jahrhunderte hinweg die Grenze zwischen Natur und Kultur.

Darüber hinaus spürt die Ausstellung der besonderen Faszination nach, die Haare auf Menschen ausüben. Sie stehen für Schönheit und Attraktivität – und tragen zugleich eine innere Ambivalenz in sich. In Darstellungen von Figuren wie Maria Magdalena oder Medusa verkörpern
sie zugleich Anziehung und Abschreckung. Haare können auch als Quelle von Kraft erscheinen – wie in der biblischen Geschichte des Samson, dessen Stärke in der Länge seines Haars begründet liegt. Dass sie ein Leben lang – dem Volksglauben nach sogar über den Tod hinaus – weiterwachsen, macht sie zu einem Sinnbild menschlicher Vitalität. Seit der Renaissance dienten Haare deshalb auch als Liebespfand oder als Erinnerung an Verstorbene.

Gleichzeitig zeigt der Rundgang, dass Haar immer auch ein Mittel des Widerstands war – ob in den rebellischen Frisuren der Hippies und Punks oder im unbedeckten Haar der Frauen bei den jüngsten iranischen Protesten für Freiheit und Menschenrechte. Selbst die Haarstruktur – etwa bei Schwarzem Haar – kann zum politischen Symbol werden: Charakteristische Frisuren wie der Afro-Look werden zum Zeichen von kultureller Identität und Selbstermächtigung. Umgekehrt galt es über Jahrhunderte als Akt der Demütigung und Unterwerfung, jemandem die Haare
abzuschneiden.

In der Ausstellung vertreten sind neben Objekten aus Frühgeschichte und Mittelalter unter anderem Werke von: Sandro Botticelli (1445–1510), Filippo Negroli (ca. 1510–1579), Giorgio Vasari (1511–1574), Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682), Jacques-Louis David (1748–1825), Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875), John William Waterhouse (1849–1917), Alfons Mucha (1860–1939), Albert Weisgerber (1878–1915), J. D. ’Okhai Ojeikere (1930–2014), Herlinde Koelbl (* 1939), VALIE EXPORT (* 1940), Pieter Hugo (* 1976), Simone Haack (* 1978) und Laetitia Ky (* 1996).
Begleitend erscheint im Hirmer Verlag eine umfassende und reich bebilderte Publikation, die den thematischen Rundgang vertieft und mit wissenschaftlichen Essays erweitert. Kurztexte zu ausgewählten Werken beleuchten Hintergründe und eröffnen Einblicke in faszinierende Geschichten rund um das Haar.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80 333 München


Abbildungen:?

- Unbekannt
Kopf eines Genius (Fundort: Nimrud/Kalchu), 883-859 v. Chr. (Assurnasirpal II.)
Stein-Alabaster, 61 x 41 x 4,5 cm
Staatliche Museen zu Berlin, Vorderasiatisches Museum, Foto: Olaf M. Teßmer, CC BY-SA 4.0

- Laetitia Ky
Fighter, 2023
C-Print auf Diasec-Plexiglass Satin, 75 x 50 cm
Courtesy LIS10 Gallery
© Laetitia Ky

- Sandro Botticelli (zugeschr.)
Profilbildnis einer jungen Frau, 1475 – 1480
55,4 x 43 cm
Foto: Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Christoph Schmidt; Public Domain Mark 1.0

- Ernst Julius Hähnel
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716), Modell mit Büstenausschnitt für die Statue des Leibnizdenkmals in Leipzig, 1881–1883
Gips, 69,5 x 57,5 x 37,5 cm
Staatliche Kunstsammlungen Dresden/ Albertinum, Skulpturensammlung ab 1800
© Foto: Reinhard Seurig/ Hans-Jürgen Genzel
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Mittwoch 18.03.2026
München Kunstfoyer: Lisette Model
Lisette Model

Ausstellung vom 18. März bis 15. Juli 2026
Kunstfoyer Versicherungskammer Kulturstiftung

Mit ihren aufsehenerregend direkten Bildern verändert Lisette Model (1901–1983) die Fotografie schlagartig. Ihre unmittelbare, humorvolle, oft konfrontative, manchmal aber auch empathische Form der Wiedergabe revolutioniert die klassische Dokumentarfotografie. In ihren Aufnahmen von Straßenszenen und Porträts verbinden sich sozialer Realismus und emotionaler Ausdruck: „Schieß aus dem Bauch heraus!“ lautet ihr berühmtes Credo. Die Ausstellung vereint Models wichtigste Werkgruppen aus ihrem beinahe dreißigjährigen Schaffen zwischen 1932 und 1959, darunter auch bisher noch nie ausgestellte Arbeiten.
Lisette Model wird 1901 als Elise Amelie Felicie Stern (Seybert) in eine großbürgerliche Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln hineingeboren. Sie verfolgt zunächst eine musikalische Ausbildung und nimmt von 1919 bis 1921 an der von Eugenie Schwarzwald gegründeten progressiven Schwarzwaldschule an Kursen des Komponisten Arnold Schönberg teil. Der Kontakt zu Schönberg erweist sich für Models künstlerisches Schaffen als prägend. Nach dem Tod ihres Vaters übersiedelt Lisette Model mit Mutter und Schwester 1926 nach Frankreich, wo sie zur Fotografie findet.
1934 entsteht ihre erste umfangreiche Porträtserie reicher Müßiggänger in Nizza, die im aufgeheizten politischen Klima der Zeit als entlarvende Gesellschaftskritik Furore macht. Nachdem Model 1938 nach New York emigriert, kann sie sich in der Kunstszene als freiberufliche Fotografin für stilbildende Magazine wie Harper’s Bazaar rasch einen Namen machen. Sie fotografiert die Gegensätze urbanen Lebens: In schonungslosen Aufnahmen zeigt Model die arme Bevölkerung im Stadtteil der Lower East Side, in bissigen Porträts die Upper Class bei ihren Vergnügungen und in dynamischen Serien das pulsierende Nachtleben der Metropole. In den späten 1940er- und 1950er-Jahren entstehen erstmals Werkgruppen außerhalb New Yorks. Aufgrund politischer Repressalien während der McCarthy-Ära stagniert Models künstlerisches Schaffen.
Sie startet eine einflussreiche Karriere als Lehrende und prägt dadurch eine ganze Generation von Fotografen wie Larry Fink, Diane Arbus oder Bruce Gilden. In ihren öffentlichen Äußerungen und Interviews verschleiert Lisette Model Daten und Fakten ihrer Biografie. Sie wehrt sich gegen simplifizierende Interpretationen ihres Werks, vertuscht und marginalisiert aber auch Hinweise auf politisch brisante Arbeiten wie die Veröffentlichung ihrer Aufnahmen aus Nizza in der kommunistischen Publikation Regards Mitte der 1930er-Jahre.
Falls nicht anders vermerkt, handelt es sich bei den ausgestellten Fotografien um Silbergelatineabzüge.

Kunstfoyer
Versicherungskammer Kulturstiftung
Thierschplatz 6
80538 München

Abbildungen:

- Badende auf Coney Island, Coney Island, 1939-1941
© Estate of Lisette Model, courtesy of Baudoin Lebon and Avi Keitelman

- Frau mit Schleier, 1949
© Estate of Lisette Model, courtesy of Baudoin Lebon and Avi Keitelman

- Nice Flowered Dress, Promenade des Anglais, 1934-1937
© Estate of Lisette Model, courtesy of Baudoin Lebon and Avi Keitelman

- Sängerin im Metropole Cafe, New York City, 1946
© Estate of Lisette Model, courtesy of Baudoin Lebon and Avi Keitelman
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Mittwoch 11.03.2026
Lenbachhaus: Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter
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Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter

Ausstellung vom 10. März bis 05. September 2026
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Vision. Sie hatten das gemeinsame Ziel, die Kunst zu erneuern und die Gesellschaft zu verändern.
Besonders wichtig in diesem Unterfangen waren die beiden Ausstellungen der Redaktion Der Blaue Reiter in München 1911–12. Der Titel nahm explizit Bezug auf das Vorhaben des Almanachs: Dieses programmatische Jahrbuch etablierte den Blauen Reiter als Teil eines weltweiten, epochen- und gattungsüberschreitenden Kunstschaffens. Der Blaue Reiter war jedoch mehr als das: Er basierte auf einem Netzwerk des Austauschs, das kulturelle Unterschiede als kreative Ressource verstand. In einem transnationalen Dialog – vom Deutschen Kaiserreich und Frankreich bis ins Russische Reich und in die USA – schufen die Beteiligten neue Bildsprachen für eine sich wandelnde Welt. Viele von ihnen lebten unkonventionelle Lebensentwürfe, stellten Geschlechterrollen in Frage und suchten nach neuen Formen der Darstellung jenseits bürgerlicher Normen.
Die Ausstellung rückt ihre wegweisenden Errungenschaften in den Mittelpunkt – von Franz Marcs symbolischer Farbtheorie über Wassily Kandinskys Abstraktionen bis hin zu Alexander Sacharoffs performativen Grenzüberschreitungen. Besonderes Augenmerk gilt den Künstlerinnen, die – für ihre Zeit ungewöhnlich sichtbar – eine zentrale Rolle in der Bewegung spielten. Neben Gabriele Münters expressiver Malerei treten ausdrucksstarke Selbstporträts von Elisabeth Epstein, die dramatischen Gemälde der Kosmopolitin Marianne von Werefkin und Maria Franck-Marcs hintergründige Stillleben und utopische Kinderwelten.
Bedeutende Neuzugänge zur Sammlung des Lenbachhauses wie die großformatigen abstrakten Kompositionen von Wilhelm Morgner oder sozialkritische Werke von Emmy Klinker und Albert Bloch sind erstmals zu sehen. Mit über 150 Arbeiten eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf eine der bedeutendsten Bewegungen der europäischen Avantgarde und zeigt, wie aktuell ihre Fragen nach Emanzipation, ästhetischer Praxis und gattungsübergreifenden Innovationen auch heute sind. Der Blauen Reiter verstand Kunst als Botschaft und nicht als bloßes Problem der (schönen) Form. So beschreibt Else Lasker-Schüler 1911 in einem Gedicht die Suche nach einem weiteren Horizont mit den Worten: „Über die Welt hinaus.“
Mit Werken von: Albert Bloch, Erma Bossi, Wladimir Burljuk, Heinrich Campendonk, Robert Delaunay, Elisabeth Iwanowna Epstein, Otto Freundlich, Maria Franck-Marc, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Emmy Klinker, Moissey Kogan, Alfred Kubin, Else
Lasker-Schüler, August Macke, Franz Marc, Wilhelm Morgner, Gabriele Münter, Jean-Bloé Niestlé, Alexander Sacharoff, Marianne von Werefkin und andere.

Die Ausstellung findet im Rahmen der Vorbereitungen unseres Jubiläums „100 Jahre Lenbachhaus 1929 / 2029“ statt.
Eine Kooperation des Lenbachhauses und der Gabriele Münter- und Johannes-Eichner Stiftung. Mit freundlicher Unterstützung von Förderverein Lenbachhaus e. V.
Kuratiert von Melanie Vietmeier und Matthias Mühling
Kuratorische Assistenz: Johannes Michael Stanislaus

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33,
80333 München

Abbildungen:

- Wilhelm Morgner, Ornamentale Komposition XIII, 1912,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich,
Ankauf des / Acquisition of Förderverein Lenbachhaus e. V. 2024

- Wilhelm Morgner, Ornamentale Komposition XV,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich,
Ankauf des / Acquisition of Förderverein Lenbachhaus e. V. 2024

- Wassily Kandinsky, Romantische Landschaft, 1911,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich,
Gabriele Münter Stiftung 1957

- Wassily Kandinsky, Impression III (Konzert), 1911,
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich,
Gabriele Münter Stiftung 1957
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Freitag 27.02.2026
Potsdam Museum Barberini: Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland
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Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland

Ausstellung vom 28. Fabruar bis 07. Juni 2026
Museum BarberiniHumboldtstraße 5-6, 14467 Potsdam

Die Malerei, die im Frankreich der 1860er Jahre aufkam, zeichnet sich durch den Einsatz kräftig leuchtender Farben sowie eine energische, skizzenhafte Pinselführung aus. Mit Max Liebermann (1847–1935) als ihrem Vorreiter wurde die revolutionär neue Strömung auch im deutschen Kaiserreich seit den 1870er Jahren zur tonangebenden Avantgarde. Motivisch setzten sich die Künstlerinnen und Künstler mit einer Vielzahl von Themen auseinander – von sonnendurchfluteten Landschaftsdarstellungen und stimmungsvollen Figurenbildern bis zu sorgfältig arrangierten Stillleben.

Max Liebermann war der Wegbereiter der ersten künstlerischen Avantgarde in Deutschland. Mit seinem frühen und richtungsweisenden Blick nach Frankreich leitete er eine Erneuerung der Malerei ein, die den deutschen Impressionismus nachhaltig prägte. Die Ausstellung Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland im Museum Barberini zeigt vom 28. Februar bis 7. Juni 2026 mit über 110 Werken aus mehr als 60 internationalen Sammlungen die bislang größte Präsentation zur Entwicklung des Impressionismus in Deutschland. Im Zentrum steht Liebermann in seinen Rollen als Künstler, Sammler und Präsident der Berliner Secession, der entscheidende Impulse für die Internationalisierung des deutschen Kunstbetriebs gab.

Zugleich macht die Ausstellung sichtbar, wie eine neue Generation von Malerinnen und Malern – inspiriert von der französischen Moderne – Themen wie pulsierende Stadtansichten, Freizeit- und Naturdarstellungen, Kinderportraits und Theaterszenen künstlerisch weiterentwickelte. Neben Schlüsselwerken von Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und Fritz von Uhde werden auch Arbeiten weiterer bedeutender und neu zu entdeckender Künstlerinnen und Künstler gezeigt, darunter Philipp Franck, Dora Hitz, Gotthardt Kuehl, Sabine Lepsius, Maria Slavona und Lesser Ury.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Sie ist eine Zusammenarbeit mit dem Museum Frieder Burda, Baden-Baden, wo sie vom 3. Oktober 2025 bis 8. Februar 2026 zu sehen ist.

Museum Barberini
Humboldtstraße 5-6,
14467 Potsdam

Abbildungen:

- Maria Slavona
Stillleben vor rotem Hintergrund, 1911
Öl auf Leinwand, 80,5 × 100 cm
Stiftung Schlösschen im Hofgarten, Wertheim am Main
© Photo: H. Hünnerkopf

- Philipp Franck
Wannsee, 1915
Öl auf Leinwand, 81 × 89,3 cm
Privatsammlung, Frankfurt am Main
© Photo: Kunsthaus Lempertz/Saša Fuis Photographie, Köln

- Max Liebermann
Mein Haus in Wannsee mit Garten, um 1926
Öl auf Leinwand, 70,5 × 90,2 cm
Privatsammlung


- Max Liebermann
Biergarten „De Oude Vink“ bei Leiden, 1905
Öl auf Leinwand, 71 × 88 cm
Kunsthaus Zürich

- Max Liebermann
Blumenstauden am Gärtnerhäuschen nach Osten, 1923
Öl auf Leinwand, 55,5 × 75,5 cm
Privatsammlung

- Max Liebermann
Freistunde im Amsterdamer Waisenhaus, 1881/82
Öl auf Leinwand, 78,5 × 107,5 cm
Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e. V.
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