In seiner Graphic Novel „CHET NOIR“ lässt Illustrator und Autor Holger Klein die letzte Woche im Leben des Jazztrompeters Chet Baker Revue passieren. Der 13.05.1988 ist für Jazzfans ein Tag, den man nicht so leicht vergisst. Der einzigartige Trompeter wird nach seinem Fenstersturz vor einem Hotel in Amsterdam tot aufgefunden. Geschickt verwebt Holger Klein in seinem Buch Rückblenden, die Chet einer geheimnisvollen Anhalterin auf dem Weg nach Rotterdam zu seinem letzten Konzert erzählt. Es begann ursprünglich alles 1952 im Tiffany Club mit Charlie Parker, dann das Gerry Mulligan Quartett, die Fotosession mit Halima, die William Claxton ikonisch einfing, über Paris, London, Italien, immer wieder seine Drogenexzesse bis hin zu den letzten Begleitern seines Lebensweges. Die Geschichte, mit dynamisch angelegten, teils überlappenden, Panels, ist immer wieder unterbrochen durch atmosphärische One-Pager, die das Auge zur Ruhe kommen lassen. Man muss ab und zu verschnaufen bei dem rasanten Erzähltempo oder besser, der Lebens- und Leidensgeschichte von Chet Baker. Einmal angefangen, mag man das Buch nicht mehr weglegen. Es zieht den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann. Der Kunstgriff mit der fiktiven Anhalterin, die mehr weiß als Chet ahnt, ist genial und begleitet den Trompeter so bis zu seinem letzten Atemzug. Das Hardcover Buch umfasst 152 Seiten Jazz pur, fesselnd, biografisch mit fiktionalen Elementen im Stile eines Film Noir, sauber recherchiert und wunderbar aufbereitet. „Mr. Chet“ hätte diese Graphic Novel sicherlich gefallen!
Von Holger Klein gibt es, by the way, ebenfalls erschienen im Kult Verlag, das jazz inspirierte Abenteuer „Tödliches Spiel“, auch über einen Trompeter, der aus dem Fenster stürzt, aber das ist eine andere Geschichte.
TEXT: Thomas J. Krebs
Holger Klein: Chet Noir
ist als Hard Cover erschienen bei Kult Comics
ISBN 978-3-96430-498-8

































