Wer das Trio Deadeye ähnlich im Vorfeld einschätzte, der liegt, zumindest bei „In Orbit“ goldrichtig. Gitarrist und Komponist Reinier Bass (geb. 85), Keyboardspieler Kit Downes (geb. 86) und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel (geb. 81) spielen auf „In Orbit“ eine deutlich stimmungsvolle, um nicht zu sagen exzentrische Musik. Keine freien Improvisationen und keine elektronischen Minimal-Tracks. Stattdessen von Blues und Rock beeinflusste Strukturen, bei denen es mit Sicherheit nicht schadet, sie laut zu hören. Ihre deutlichsten Markenzeichen: Ungerade Metren und scharfgeschliffene Solostimmen.
Auf Klangfarben oder hypnotisch angehauchte Melodien legt das Trio zumindest auf „In Orbit“ keinen all zu großen Wert. Diese drei Musiker wollen unbändig spielen, suchen auf ihren Avant-Rock-Reisen das Abenteuer, oder zumindest akustische Herausforderung. Sie bringen ihre jeweiligen Erfahrungen aus etlichen anderen Projekten mit, in denen sie integriert sind, und lassen hier doch wieder etwas völlig Neues entstehen. Auf jeden Fall finden ihre musikalischen Einfälle und klanglichen Provokationen, sowie ihr hoher spieltechnischer Qualitätsstandard, eine vollkommene Einheit. Dabei beeindrucken die Intensität und das Energielevel des im einem Kölner Studio eingespielten Albums. Vielleicht als Ergebnis eines ständigen, kreativen Reibungsprozesses der Persönlichkeiten und ihren tatsächlichen Visionen untereinander. Am Ende steht jedoch: Absolut empfehlenswert.
Jörg Konrad
Deadeye
„In Orbit“
Budapest Music Center Records (BMC)
„In Orbit“
Budapest Music Center Records (BMC)























