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Konzert heute

Unterhaching: Christine Eixenberger

Christine Eixenberger
In ihrem aktuellen Solo-Programm erzählt Christine Eixenberger, wie es ist, nicht mehr solo zu sein. Die Beziehung ist stabil, der Wohnungsmangel auch, also zieht der Lebensgefährte bei ihr ein. Aus "Ich und Du" wird ein "Wir" – mit allen Konsequenzen.

Aber auch das hat die Künstlerin voll unter Kontrolle. Na ja, fast. Mit großer Tatkraft und unerschütterlichem Optimismus trotzt sie nicht nur den kleinen Krisen in ihrem frischgebackenen Duo-Haushalt, sondern auch den großen dieser Welt, denn sie weiß: Das Große spiegelt sich im Kleinen und umgekehrt. Künstliche Intelligenz, Lieferkettenengpässe und überbordende Bürokratie? All dem begegnet die pragmatische Kabarettistin mit robuster Handwerkerattitüde und einem Biotech-Labor im Kühlschrank.

Mit viel Humor stellt sich die scharfzüngige Kabarettistin in turbulenten Zeiten den Herausforderungen der fortgeschrittenen Paarwerdung – tiefgründig, kurzweilig und sehr, sehr lustig.

Die Vollblutentertainerin Christine Eixenberger, ausgezeichnet mit dem Bayerischen Kabarettpreis, begeistert auch mit vielseitigen Rollen in Film und Fernsehen, u.a. als Gastgeberin der BR-Satire-Show "Nachsitzen".

Kultur- und Bildungszentrum Unterhaching (KUBIZ)
Jahnstraße 1
82008 Unterhaching
Konzert heute

Neubiberg: Duo Philipp Jonas und Maximilian Schairer

Duo Philipp Jonas und Maximilian Schairer
Geprägt durch jahrelange Erfahrungen als Solisten und im Orchester, überzeugen die Musiker des seit 2016 bestehenden Duos Jonas-Schairer mit ihrer natürlich frischen Spielfreude, gepaart mit hohem künstlerischem Niveau und einer großen Klangfarbenpalette. Beide Musiker sind internationale, mit Stipendien geförderte Preisträger und widmen sich in ihrer Zusammenarbeit vorrangig anspruchsvoller Kammermusik von der Klassik bis hin zur Moderne. Ihre Leidenschaft zeigt sich auch bei ihrer Suche nach interessanten und seltenen Stücken. Musikalische Inspiration erhielt das Duo u.a. von Silke Avenhaus, Julia Fischer, Michael Hauber und Florian Wiek.

Das Duo Jonas-Schairer trat in Kammermusikreihen und Festivals in Deutschland und Italien auf, u.a. bei Roma Tre Orchestra, beim Montecastelli Chamber Festival und in der Allerheiligen-Hofkirche in der Münchner Residenz. 2019 erhielten sie ein Kulturstipendium für eine Konzerttournee nach Indonesien. 2021 erschien ihr Debütalbum „Clair de Lune“, das u.a. auf BR-Klassik, SWR2 und rbb-Kultur gesendet wurde. Auf Spotify wurde ihre Aufnahme von „Clair de Lune für Violine und Klavier“ bisher 290.000-mal gestreamt.

Ihre aktuelle Tournee „Kammermusik im Dialog“ ist ein Potpourri vielschichtiger Musikliteratur für Violine und Klavier aus den Jahren 1720 bis 1904. Auf dem Programm stehen bekannte und weniger bekannte Werke von A. Vivaldi, A. Dvo?ák, F. Schubert, F. Chopin, P. Mascagni, C. Saint-Saëns, J. Massenet, P. de Sarasate und V. Monti.
Haus für Weiterbildung
Rathausplatz 8
85579 Neubiberg
Konzert heute

München: Markus Kreul trifft Adele Neuhauser

Markus Kreul trifft Adele Neuhauser
Ein forscher Gang und die tiefe Stimme sind ihre Markenzeichen, aber auch das mitreißende Lachen hat Adele Neuhauser nie verlernt. 
Die Schauspielerin verhehlt nicht, dass sie in jungen Jahren heftig mit dem Leben gehadert hat und fand doch ihren Weg zum persönlichen Glück. Neben ihrer Familie und der Freude am Beruf sind die Natur und Musik ihre Quelle für Kraft, Hoffnung und Zufriedenheit. 
Charmant und unverblümt erzählt sie im Gespräch mit dem Pianisten und Moderator Markus Kreul aus ihrem bewegten Leben - mit ganz persönlicher Livemusik.

Zum geselligen Ausklang des garantiert unterhaltsamen Abends gibt es ein gemeinsames Abendessen. 
Münchner KünstlerhausLenbachpl. 8, 80333 München-Altstadt-Lehel
Zugabe heute

Planegg: Richard Oehmann präsentiert

Richard Oehmann präsentiert
Richard Oehmann, seit 2018 Autor und Regisseur des legendären Nockherberg-Singspiels, öffnet seine Schatzkiste der politischen Satire. Erleben Sie unveröffentlichte Liedtexte, verworfene Szenen und Passagen aus zwei abgesagten Singspielen, direkt vorgetragen von dem Mann, der seit Jahren die mächtigsten Politiker Bayerns „derbleckt“.

Auch besonders bejubelte Passagen werden nochmals zum Besten gegeben. Vom „Autoschmuser-Andi“ Scheuer, seiner „Hubertät“ Aiwanger bis zu König „Söderich“ – Oehmann präsentiert ein höchst unterhaltsames Potpourri aus Gereimtem und politischen Ungereimtheiten der letzten Jahre. Zwischen den satirischen Passagen gewährt er zudem kurze Einblicke in seine Arbeit am Nockherberg.

Als langjähriges Mitglied im Autorenteam am Nockherberg, Sänger und Texter der Band Café Unterzucker und als eine Hälfte von Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater kann Richard Oehmann kreativ aus dem Vollen schöpfen. Er wurde unter anderem mit dem Schwabinger Kunstpreis, dem Poccipreis und dem Bayerischen Dialektpreis ausgezeichnet.
Kulturforum PlaneggPasinger Str. 8, 82152 Planegg
Konzert heute

Gersthofen: Tarja

Tarja
Tarja kehrt 2026 mit voller Kraft auf die Heavy-Bühne zurück. „Frisson Live 2026“ markiert den Beginn eines neuen künstlerischen Kapitels – kraftvoll, dynamisch und emotional aufgeladen.

Das Publikum erwartet: Packende dynamische Spannungsbögen. Von intimen, fragilen Momenten bis zu eruptiven Refrains. Eine Setlist aus neuem Material und Karriere-Highlights

Parallel zur Tour veröffentlicht Tarja ihr brandneues Studioalbum – ihr erstes vollständiges Album im härteren Klangspektrum seit sieben Jahren. Mit neuer Energie und künstlerischer Entschlossenheit knüpft sie damit an jene klangliche Intensität an, die ihre Karriere maßgeblich geprägt hat.

Sieben Jahre nach ihrem letzten vollständigen Studioalbum im härteren Klangspektrum tritt Tarja mit erneuerter Intensität ins Rampenlicht. Die neue Tour steht für eine Produktion, die auf starke Kontraste setzt: zwischen Zerbrechlichkeit und Wucht, zwischen cineastischer Atmosphäre und kompromissloser Metal-Energie.
Stadthalle GersthofenRathausplatz 1, 86368 Gersthofen
Kabarett heute

Garching: Helmut Schleich

Helmut Schleich
Helmut Schleich zählt unbestritten zu den markantesten und schärfsten Stimmen des bayerischen Kabaretts. In seinen Programmen verschmelzen bissige politische Satire, tiefgründige Charakterstudien und eine unvergleichliche Wandlungsfähigkeit zu einem fulminanten Bühnenereignis. Ob als bärbeißiger Grantler oder in seiner legendären Parodie von Franz Josef Strauß, Schleich hält der Gesellschaft und der Politik den Spiegel vor, ohne dabei jemals den Humor zu verlieren. Er gräbt tief im bayerischen Sumpf, blickt aber ebenso scharf auf das globale Zeitgeschehen. Mit einer Mischung aus intellektuellem Scharfsinn zerpflückt er die Absurditäten des Alltags und entlarvt die Phrasendrescherei der Mächtigen. Ein Abend mit Helmut Schleich ist mehr als ein bloßes Pointenfeuerwerk: Es ist eine Einladung zum Mitdenken und zum genussvollen Entlarven unserer Welt.
Bürgerhaus GarchingBürgerplatz 9, Telschowstraße 4, 85748 Garching bei München
Konzert heute

Augsburg: Carla Lina

Carla Lina 
Die Augsburger Pop-Künstlerin Carla Lina kündigt für den 16. Oktober 2026 ihre bislang größte Heimshow in der Kantine Augsburg an. Nach einem ausverkauften Release-Konzert in der SoHo Stage vor zwei Jahren folgt damit der nächste Schritt: Mit voller Bandbesetzung aus Keyboard, Bass und Drums bringt sie ihre Musik auf eine Bühne, die fast viermal so viele Besucher fasst. Der Ort hat für die Künstlerin eine besondere Bedeutung. Während ihrer Studienzeit in Augsburg war sie hier – damals noch als Yum bekannt – selbst regelmäßig auf der Tanzfläche. Heute steht sie genau dort mit ihrer eigenen Show auf der Bühne. Carla Lina verbindet in ihrer Musik Dance-Pop mit emotionalen Balladen und einer unverwechselbaren Soul-Stimme. Schon als Kind stand sie auf der Bühne des Augsburger Stadttheaters und sang in Opernproduktionen wie Otello und Tosca. Heute verzeichnet ihre Musik als unabhängige Künstlerin über eine Million Streams auf Spotify und YouTube, mehrere Nominierungen bei den German Songwriting Awards, Radio- Airplay unter anderem bei Bayern 3, zahlreiche Online- und Medienberichte, Einsätze ihrer Songs im Einzelhandel sowie eine Social Media-Community von über 10.000 Followern. Gemeinsam mit ihrer Band präsentiert sie ein rund 90-minütiges Konzert, das die ganze Bandbreite ihres Sounds zeigt – von Gänsehautmomenten bei Songs wie „If I Lose You“ bis zu tanzbaren Tracks wie „It Will Be Alright“, die das Publikum garantiert in Bewegung bringen. Auch neue Releases und bislang unveröffentlichte Songs werden an diesem Abend erstmals live zu hören sein. „Augsburg ist der Ort, an dem für mich alles begonnen hat – meine ersten Songs, meine ersten Auftritte und meine ersten musikalischen Schritte. Diese Show fühlt sich für mich wie ein echter Full-Circle-Moment an. Genau hier mit meiner eigenen Show auf der Bühne zu stehen, bedeutet mir unglaublich viel.“ Für Carla Lina wird der Abend damit zu einem ganz besonderen Heimspiel in Augsburg – und zu genau der Art von Konzert, für die sie steht: „I want to see people dance or cry to my songs.“
KantineHalderstraße 1, 86150 Augsburg
Konzert heute

Stegen: Peter Karp Band - Ana Popovic

Peter Karp Band - Ana Popovic
Inninger Bluestage 

Peter KarpDie Peter Karp Band ist ein amerikanisches Roots-Blues Projekt des preisgekrönten Singer-Songwriters Peter Karp aus Nashville. Sein unverwechselbarer Stil verbindet lyrisches Songwriting, Slide-Gitarre, Piano und energiegeladene Bühnenpräsenz – oft beschrieben als „soul-beeinflusster Americana-Blues-Rock“.
Für die Europatour wird Karp von Mark Johnson (Delta Moon) an E- und Slide-Gitarre begleitet sowie von den beiden italienischen Brüdern Marco und Paolo Xeres, die seit Jahrzehnten international touren. Karp bezeichnet diese Bandbesetzung als „die beste, mit der ich je gespielt habe“.

Ana PopovicAna Popovic ist eine preisgekrönte Blues-Gitarristin, bekannt für eine Mischung aus funkigem Electric-Sound, Slide-Gitarre, Jazz-Elementen und kraftvollen, souligen Vocals. Ihre beeindruckende Bühnenpräsenz macht sie zu einer starken Stimme der modernen Blues-Szene.
Von Bruce Springsteen als „eine verdammt gute Gitarristin“ gelobt, wurde sie siebenmal für den Blues Music Award nominiert und war als einzige Frau Teil der Experience-Hendrix-Tour. Ihre Alben erhielten internationale Anerkennung, darunter ein Nr.-1-Platz auf den Billboard Blues Charts.
Mit ihrem 2025 erschienenen Album Dance to the Rhythm setzt sie ein positives musikalisches Statement. Popovic tourt weltweit, spielt große Festivals, wird von renommierten Marken unterstützt und teilte die Bühne mit Legenden wie B.B. King und Joe Bonamassa. Sie lebt in Los Angeles. 
LoisachhalleHammerschmiedweg 6, 82515 Wolfratshausen
Zugabe heute

Germering: G-Town Slam

G-Town Slam
Der Poetry Slam in der Stadthalle Germering

Wortwitz, Emotion und unvergessliche Momente – willkommen zum G-Town Slam, dem Poetry Slam in der Stadthalle Germering! Erleben Sie fantastische Bühnenpoet*innen aus ganz Deutschland sowie talentierte Sprachkünstler*innen aus der Region, die ihre selbstgeschriebenen Texte auf die Bühne tragen, um das Publikum zu begeistern.

Welcher Text bringt zum Nachdenken, welcher Auftritt zum Lachen, wer holt sich den Sieg? Seien Sie dabei und entscheiden Sie selbst. Ihr Applaus bestimmt mit, wer am Ende gewinnt. Durch den Abend führen Ko Bylanzky und Mate Tabula.

Wer selbst Lust hat aufzutreten, schickt einfach eine E-Mail an: gtownslam@gmx.de
Stadthalle GermeringLandsberger Str. 39, 82110 Germering-Unterpfaffenhofen
Konzert heute

lching: Hey HÄNS

Hey HÄNS
Hey HÄNS spielen eine einzigartige Mischung aus Pop und Weltmusik. Eingängige Songs, außergewöhnlich arrangiert, virtuos gespielt auf bayerisch gesungen. Für die vier studierten Musiker und Freunde begann alles mit der Lust gemeinsam Musik zu machen. Häns Czernik ist die Stimme der Band und spielt außerdem Gitarre, Klarinette und Sax. 2022 erhielt er den Kultur-Anerkennungspreis des Landkreises Freising. Sandra Riegers zauberhaftes Geigenspiel, Anne Stehrer am Bass und Multiinstrumentalist Sascha Ibl an Drums und 
Gitarre machen den Sound von Hey HÄNS einzigartig und komplett.
Die Instrumentierung mit Geige, Gitarre, Holzgebläse, Bass und Gesang sorgt für eine Klangvielfalt, die mal treibend und kraftvoll, mal leise und nachdenklich wirkt. Auf der Bühne entstehen daraus unvergessliche Konzerte mit großer Nähe zum Publikum.
Rthaussaal GilchingRathausplatz 1, 82205 Gilching
Konzert heute

Unterföhring: The Irish Folk Festival 2026

The Irish Folk Festival 2026
Seit über 50 Jahren bringt das Irish Folk Festival die bekanntesten und erfolgreichsten irischen Gruppen auf Tournee in Europa ? und erobert immer wieder aufs Neue die Herzen der Menschen für die Grüne Insel, ihre Tradition und Lebensfreude! Die diesjährige Tournee steht unter dem Motto „Gold dust in your pocket“: Glück, das man mit anderen teilen kann, ist immer stärker als das, was man allein erlebt.

Die Tournee präsentiert vier Programmteile, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich am Höhenpunkt des Abends zu einem schillernden Regenbogen verbinden. Denn ein irischer Mythos besagt, dass am Ende des Regenbogens ein Schatz verborgen ist. Dieser Schatz ist ein Symbol für Sehnsucht, Glück und den Traum vom Unerreichbaren. Vielleicht ist es genau das, was uns fasziniert: dass man sich auf die Suche macht – wohl wissend, dass das Ende des Regenbogens nie zu finden ist. Gehen Sie mit uns auf die Suche!
Bürgerhaus UnterföhringMünchner Str. 65, 85774 Unterföhring
Zugabe heute

Miesbach: Murzarellas Music-Puppet-Show

Murzarellas Music-Puppet-Show
Jeder kennt Bauchredner – mit Murzarella alias Sabine Murza erleben Sie die Kunst des Bauchgesangs!
Die preisgekrönte Bauchsängerin ist in all ihrer Vielseitig­keit vor allem eines: ein Phänomen.
Murzarella singt nicht nur selbst, sie lässt ihre Puppen singen.

Da gibt es Kalle, die Kanalratte und Heavy-Metal-Fan, Frau Adelheid, die Opern schmetternde Diva und Dudu, der freche Kakadu und Möchtegern-Schlager-Star.
Die selbstbewussten Puppen sind das Highlight einer Show voller Rasanz in bester Comedy-Manier.
Sie begeben sich mit Murzarella in witzige, wortgewaltige Dialoge, unterbrochen von gelungener musikalischer Performance – alles live!
Sie werden Ihren Augen nicht trauen, garantiert.
Kulturzentrum Waitzinger Keller Miesbach
Schlierseer Str. 16
83714 Miesbach
Konzert heute

München: Tradition und Transformation - Taiwan Improvisationsprojekt

Tradition und Transformation
Taiwan Improvisationsprojekt
3PEOPLEMUSIC ist ein einzigartiges Kammermusik-Ensemble, das sich aus drei Musikern zusammensetzt, die auf traditionelle chinesische Instrumente spezialisiert sind: dem Guzheng-Künstler KUO Jing-mu, der Zhongruan-Spielerin PAN I-tung und dem Dizi- und Xiao-Interpreten JEN Chung. Die Gruppe verbindet fundiertes Fachwissen in klassischer chinesischer Musik mit zeitgenössischen Perspektiven. Seit seiner Gründung im Jahr 2013 setzt sich 3PEOPLEMUSIC für eine vielversprechende Zukunft der traditionellen chinesischen Instrumente in der aktuellen taiwanesischen Musikszene ein. Dank herausragender spieltechnischer Fähigkeiten, eines facettenreichen und kultivierten Klangspektrums sowie eines Repertoires, das unterschiedlichste Stile und Genres umfasst, bewegt sich das Trio mühelos zwischen Improvisation und genreübergreifenden Darbietungen sowie zwischen zeitgenössischen Werken und Weltmusik. Ihre Auftritte überbrücken Generationen und Grenzen und demonstrieren eindrucksvoll die enorme Vielseitigkeit traditioneller Musik und Instrumente. Gunnar Geisse ist Musiker, Improvisator, Komponist und Performer im Bereich der experimentellen und improvisierten Musik, der Elektronik sowie der Neuen Musik. Er hat ein komplexes Instrumentarium entwickelt, das aus E-Gitarre, elektronischer Klangerzeugung und digitaler Signalverarbeitung besteht und das er als „Laptop-Gitarre“ bezeichnet. Geisse hat mit nahezu allen renommierten deutschen Sinfonieorchestern sowie mit internationalen Improvisatoren aus aller Welt zusammengearbeitet. Seine Arbeit als Komponist und Interpret ist auf über 40 CDs sowie in 30 Hörspielen dokumentiert.

Besetzung
Chung, Jen – Chinese flute
Xiao – Chinese Vertical Bamboo
I Tung, Pang – Zhongruan (chin. Langhalslaute)
Jing Mu, Kuo – Guzheng (chin. Zither)
Gunnar Geisse – Elektronik
Einstein KulturEinsteinstraße 42, 81675 München
Kabarett heute

Fürstenfeld: Stephan Zinner - Prachtexemplar

Stephan Zinner
PrachtexemplarEine kabarettistische Lesung mit Musik
Stephan Zinner (Lesung, Gesang, Gitarren) / Maxi Pongratz (Akkordeon) / Matthias Meichelböck (Flügelhorn)

Als Schauspieler, Kabarettist und Musiker weiß Stephan Zinner: Das härteste Publikum wartet zuhause – die eigene Familie. Trotzdem stellt er sich gerne den Herausforderungen als Koch von trendigem Soulfood, Fahrdienstleiter, Christbaum-Chefeinkäufer, Heimwerker und Schwiegersohn. Dafür bekommt er zwar nicht immer Applaus, die Verletzungsgefahr ist hoch und die Gage niedrig, aber ein Lächeln ist eh viel mehr wert. Da hält man sogar die Welt da draußen aus, voller Scheuklappenträger auf ihrem eiligen Weg zur Selbstoptimierung. Und Zinner stellt sich die großen Fragen der Menschheit: Ist ein Wurstsalat eine Bowl? Was hat der Familienkalender mit dem Raum-Zeit-Kontinuum zu tun? Sind Laufbänder totbringende Höllenmaschinen? Und warum schwimmt im Weißbier eine Orangenscheibe?

Mit feinsinnigem Humor beantwortet Stephan Zinner diese und viele weitere Fragen auf grandios komische Weise. Musikalisch wird er dabei unterstützt von Maxi Pongratz am Akkordeon und Matthias Meichelböck am Flügelhorn. Mit ihrer Band "Koflgschroa" sind die zwei Oberammergauer Vollblut-Musiker dem Publikum auch jenseits des Spotify-Universums bestens bekannt.
Veranstaltungsforum Fürstenfeld Fürstenfeld 12, 82256 Fürstenfeldbruck-Fürstenfeld
Konzert heute

Dachau: Sifters

Sifters
Sifters ist ein internationales Trio aus der Gitarrenlegende Marc Ducret (Frankreich), der aufstrebenden Schlagzeugerin und Komponistin Kate Gentile (New York City) und dem Tenorsaxophon-/Klarinettenvirtuose Jeremy Viner (Berlin). In ihrer energiegeladenen Musik erkunden diese Musiker facettenreiches Terrain, mit freier Improvisation, die aus kompakten kompositorischen Meisterwerken jedes einzelnen Mitglieds entsteht.

Gentile und Viner entwickeln ihr Spiel seit über einem Jahrzehnt gemeinsam in Gentiles Bands Find Letter X und Mannequins und spielen außerdem zusammen mit Matt Mitchell und Anna Webber. Ducret bringt eine breite Palette an Harmonien und Texturen mit, die Viners abstrakte Melodik in einen Kontext setzt. Ducrets Groove-Gespür harmoniert auf einzigartige Weise mit Gentiles Gespür für polyrhythmische Zeitströme und schafft so treibende Untertöne, die die Musik in einem einzigartigen rhythmischen Universum verankern.

Dieses beeindruckende Ensemble erzeugt einen ebenso komplexen wie intensiven Klang, der die Avantgarde mit roher, explosiver Energie und unheimlichen, rätselhaften Passagen verbindet. Intellektuell anregend und tiefgreifend fesselnd, schwelgt Sifters in der Erkundung bisher unerforschter Klangwelten.

Line up:
MARC DUCRET – guitar
JEREMY VINER – tenor sax, clarinet
KATE GENTILE – drums
Kunstwerke DachauThomas-Schwarz-Straße 22, 85221 Dachau
Konzert heute

Feldafing: RENNER

RENNER
Zwei Bru?der und eine Wesensverwandte: mit dem Trio „RENNER“ stellt sich an diesem Abend eine ungewo?hnliche Konstellation vor. Die Besetzung Posaune-Bass-Schlagzeug ist na?mlich nicht inflationa?r ha?ufig in der Jazzgeschichte zu finden. Moritz Renner, Tabea Kind und Valentin Renner nutzen die Ra?ume, die sich ohne Harmonie-Instrument auftun, trefflich. Im Zusammenspiel der Drei entsteht die perfekte Symbiose zwischen Freiheit und durchgetakteter Pra?zision. RENNER steht für packende Soli, stimmungsvolle Kompositionen und eine Unbedingtheit und Leichtigkeit im Zusammenspiel, die oft langjährige Bands nicht gefunden haben. Stets ist zu ho?ren, wie nahe sich die Instrumentalist*innen stehen.

An diesem Abend stellen die Gewinner des „European Young Artist Jazz Award 2026“ und „Biberacher Jazzpreis 2024“ ihr Debütalbum „Never Ending Story“ vor. Eine musikalische Dokumentation des Lebens zweier Brüder, die derselben Leidenschaft nachgehen: der Musik. Was das Publikum bei der anstehenden Tour erwarten kann, beschreibt der Bayerische Rundfunk so: „In dieser Musik steckt eine unglaubliche Energie, Kreativita?t und Kommunikation. So unglaublich lebendig, spannend und gleichzeitig auch wahnsinnig scho?n (...). Da fehlte gar nichts und es war in vollendeter Scho?nheit zusammengefu?gt.“
Moritz Renner - Posaune
Tabea Kind - Bass
Valentin Renner - Schlagzeug
    
Bürgersaal im Rathaus Bahnhofsplatz 1 
82340 Feldafing 
Theater heute

Landsberg: Ninotschka

NinotschkaVon Melchior Lengyel
Moreth Company
Aus diesem Stück machte Billy Wilder das Drehbuch zu Ernst Lubitschs gleichnamigen Film.

Ein charmantes Lustspiel über Kommunisten und Kapitalisten und vor allem den Zauber von Paris: Ninotschka, eine linientreue Kommunistin, wird im Mai 1934 als “Sonderbeauftragte zur Rückführung russischen Eigentums aus dem Ausland” nach Paris abkommandiert. Sie hat in der Stadt an der Seine, die zwischen den beiden Weltkriegen als “Hauptstadt der russischen Diaspora” galt, eine heikle Mission zu erfüllen. Wertvolle Bilder aus dem Besitz der enteigneten Großfürstin Tatjana müssen unverzüglich nach Moskau zurückgeführt werden. Und die drei abtrünnigen Kommissäre, die dem kapitalistischen Luxus erlegen sind und im Champagner schwimmen, müssen von der strengen Kontrolleurin mit aller Härte zur Raison gebracht werden. Doch die Stadt heißt Paris, Ninotschka ist eine Frau und es kommt, wie es kommen muss. Die Liebe des charmanten Barons Leon Dagoult setzt alle Parteistrategien der strammen “Genossin” außer Kraft und verwandelt sie von der linientreuen Parteisoldatin zu einer Frau, die den verrücktesten Hut von Paris kauft…

Das Stück entfaltet seine Kraft in seinem unverblümten polit-satirischen Unterton, es ist auch eine Kritik auf totalitäre Systeme, die Lengyel mit klugen Pointen, slapstickhafter Situationskomik à la Marx-Brothers, feinfühligem Humor und liebenswerten Charakteren klar formuliert. Keiner der Figuren gelingt es, die Linientreue zu ihrem jeweiligen System – Kommunismus oder Kapitalismus zu bewahren. Ihre Menschlichkeit macht ihnen immer einen Strich durch die Rechnung.
Stadttheater LandsbergSchlossergasse 381, 86899 Landsberg am Lech
Kabarett heute

Ebersberg: Werner Meier

Werner Meier
Echt?! Du schlägst die Zeitung auf, schaust auf dein Handy und denkst: ‚Des gibt‘s doch net! Hat der des wirklich gsagt? Is des a Fake oder was Echts? Is de KI was Guats oder Schlechts? Geht‘s immer weiter nach rechts? Ist Musk-ulin jetzt wieder in? Und is der Mo ein globales Risiko?‘

Werner Meier, der feinsinnige Kabarettist und Liedermacher, stellt sich den großen Fragen und dem Blues unserer Zeit entgegen, bewaffnet nur mit seinem Humor, seinen treffsicheren Pointen und seiner groovigen Gitarre. Er lädt ein zu einem Streifzug durch analoge Zufluchtsorte im digitalen Alltagswahnsinn, in seinen Kraftraum Garten und ganz intime Wohlfühloasen, besingt Lust und Liebe, Helden und Idioten und die lange Liebe der letzten Exoten.
Aber – ist das alles überhaupt noch vom Meier selbst erdacht und handgemacht, oder schon alles von KI oder ‚Woswoaßi‘? Nein, mit Garantie:

Ein echter Meierabend in seiner genialen Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang erwartet Sie. Wer‘s nicht glaubt, fragt halt nach bei ChatGPT.
Altes Kino EbersbergEberhardstraße 3, 85560 Ebersberg
Konzert heute

Olching: BLUESCATS TRIO FEAT. RALF GROTTIAN

BLUESCATS TRIO FEAT. RALF GROTTIAN
Freuen Sie sich auf eine mitreißende Show, bei der die Magie des Blues in ihrer schönsten Form lebendig wird - mit dem Bluescats Trio und Ralf Grottian. Gemeinsam erobern die vier Musiker die Herzen des Publikums im Sturm! Das Bluescats Trio verbindet die Tradition des klassischen Gitarrentrios mit modernen Einflüssen aus Blues, Jazz und Soul. Jens Filser ist ein renommierter Gitarrist und Sänger, Mickey Neher ein vielseitiger Drummer und Sänger. Till Brandt ist der Kopf der Bluescats und bringt mit seinem kraftvollen Bass und mehrstimmigem Gesang eine besondere musikalische Finesse und einen Hauch von Jazz in das Trio. An diesem Abend darf man darüber hinaus Ralf Grottian auf der Bühne begrüßen: Meister der Mundharmonika und leidenschaftlicher Blues- und Roots-Musiker. Mit seiner beeindruckenden Spielweise begeistert er das Publikum und bringt eine besondere Note in diese Blues-Show. Ein Erlebnis für alle Blues-Fans! 
Kulturwerkstatt am Olchinger Mühlbach (KOM)Hauptstraße 68, 82140 Olching
Konzert heute

Habach: KATIE HENRY

KATIE HENRYModerner Blues & Bluesrock 

Katie Henry ist eine vielseitige US-amerikanische Blues- und Bluesrock-Musikerin, die sich als Sängerin, Gitarristin, Pianistin und Songwriterin einen Namen gemacht hat. Aufgewachsen in New Jersey, kam sie früh mit klassischem Blues, Rock und Americana in Berührung. Ihr Stil verbindet erdigen Blues mit modernen Rock-Elementen, Soul-Grooves und emotionalem Songwriting. Besonders auffällig ist ihre Fähigkeit, zwischen Gitarre und Klavier zu wechseln und beiden Instrumenten eine gleichwertige Ausdruckskraft zu verleihen. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie durch Veröffentlichungen bei Ruf Records sowie durch Auftritte im Rahmen der Blues Caravan Tour. Ihre Alben zeichnen sich durch starke Kompositionen, persönliche Texte und eine klare künstlerische Handschrift aus. Katie Henry steht für zeitgemäßen Blues, der Tradition respektiert und zugleich neue Wege geht. 

„Kraftvolle Stimme, beeindruckende Instrumentenvielfalt, voller Emotion und Energie“ 

Besetzung: 
Katie Henry           Lead-Gesang, Gitarre & Piano 
George Moye        Bass  
Matt Kimathi         Schlagzeug & gelegentliche Gitarre  
Eric Cannavaro     Orgel & Keyboard  
Richard Pappik     Percussion  
Michael Murauer   Gitarre 
Village im Kulturtal ObermühleObermühle 1, 82392 Habach
Theater heute

Augsburg: Tanz auf dem Vulkan

Tanz auf dem VulkanEine musikalischer Theaterabend im Jazzclub Augsburg

Spiel und Gesang Dani Nering und Matthias Klösel, Piano Fred Brunner
Regie Gianna Formicone.

Die 20er Jahre der Weimarer Republik werden oft die goldenen Zwanziger genannt. Diese Bezeichnung ist irreführend. Die Zeit ist geprägt von politischen Straßenkämpfen, Hyperinflation, politischer, sozialer und kultureller Unsicherheit. Zugleich sind die 20er Jahre eine Zeit umwälzender Neuerungen. Das Radio wird Massenmedium, das Kino erlebt einen Siegeszug, das Automobil erobert die Straßen. Die Frauen werfen das traditionelle Rollenbild ab und erkämpfen sich neue Freiheiten. Theater, Kino und Literatur erleben eine ungeheure Blüte.

Anhand einer Brieffreundschaft zwischen den beiden Protagonisten Anton und Erika werfen wir ein Schlaglicht auf diese turbulenten Jahre zwischen Nachkriegselend und Weltwirtschaftskrise, auf kurze Blüte und raschen Niedergang. Die Texte der beliebten Schlager zeichnen die Lebensgier, die Lust aufs sexuelle Abenteuer und den unbedingte Willen sich zu amüsieren nach.
Spiel und Gesang: Dani Nering und Matthias Klösel, Piano - Fred Brunner,
Jazzclub AugsburgPhilippine-Welser-Str. 11, 86150 Augsburg
Museen heute

Rosenheim Lokschuppen: RÖMER – Gesichter eines Weltreiches

RÖMER – Gesichter eines Weltreiches

Ausstellung vom 20. März 2026 bis 01. August 2027
Lokschuppen Rosenheim

Aufstieg. Blütezeit. Zerfall. Die Geschichte des Römischen Reiches über rund 1.400 Jahren in einer Ausstellung zusammenzufassen, scheint eine herausfordernde Aufgabe. Von einem weit verzweigten Straßennetz über technische und architektonische Innovationen bis hin zu einer gemeinsamen Sprache und einem allgemeingültigen Rechtssystem. Das Imperium hinterließ sichtbare Spuren, die Europa bis heute prägen. Der Lokschuppen Rosenheim richtet deshalb seinen Blick auf den Menschen.
Die neue Ausstellung „RÖMER – Gesichter eines Weltreiches“, die vom 20. März 2026 bis zum 1. August 2027 zu sehen ist, führt die Besucherinnen und Besucher durch die römischen Provinzen. Faszinierende Alltagsgegenstände, Schatzfunde, Werkzeuge, Schmuck, Kinderspielzeug und vieles mehr vermitteln das Leben in der Antike. Mit anschaulichen Hörgeschichten bekannter Fantasy-Schriftstellerinnen und -schriftsteller und einigen Originalen zum Anfassen macht sie die verstaubte Vergangenheit buchstäblich begreifbar. Interaktive Stationen wie die weltgrößte Römerstadt aus LEGO®, an der jeder mitbauen kann, ein digitales Wagenrennen im Circus Maximus und eine ganz analoge römische Spielemeile runden das Erlebnis ab.

Die Antike zum Anfassen
Die RÖMER-Ausstellung verfolgt bewusst einen erlebnisorientierten Ansatz. Statt langer Wandtexte stehen Ausprobieren und Mitmachen im Vordergrund. Besucherinnen und Besucher können beispielsweise Mosaiksteine zu Mustern legen, auf Wachstäfelchen schreiben oder römische Gewandung anprobieren. Auch ein römisches Marschgepäck lässt sich anheben – eine Erfahrung, die den Alltag eines Legionärs unmittelbar nachvollziehbar macht. Besonders ungewöhnlich ist, dass in vielen Räumen ein originales römisches Objekt berührt werden darf. Münzen, Fibeln, Keramikscherben und Ziegel vermitteln so einen direkten Zugang zur Vergangenheit.
Beim digitalen Wagenrennen im Circus Maximus schlüpfen Besucherinnen und Besucher selbst in die Rolle eines Wagenlenkers. Auf der Rennbahn sorgen Äpfel für zusätzlichen Schub, während Pfützen den Wagen ausbremsen.
Ein spektakulärer Höhepunkt der Ausstellung ist zudem die 45 Quadratmeter große idealtypische Römerstadt „LOCDVNVM“ aus über einer halben Million LEGO®-Steinen. Gäste bauen einzelne Gebäudemodule, die anschließend vom Lokschuppen-Team im großen Stadtmodell platziert werden. Zur Belohnung darf eine Münze geprägt werden.

Funde, die Geschichte erzählen
1.228 Exponate aus rund 30 Museen und Privatsammlungen sind in der Ausstellung zu sehen, viele davon erstmals öffentlich. Zu den besonderen Highlights zählt der monumentale Augsburger Siegesaltar, ein etwa 1,70 Meter hohes Steinmonument aus der Spätantike. Die weiteste Anreise hatten die spektakulären Metallobjekte eines Wagengrabs aus dem ungarischen Nationalmuseum. Berührende Mumienporträts geben einem das Gefühl, Auge in Auge antiken Menschen gegenüberzustehen. Luxuriöse Grabbeigaben mit einer Vielzahl herausragender filigraner Gläser aus dem Gräberfeld in Krefeld-Gellep zeigen den Reichtum nördlich der Alpen in der Spätantike. Heraus sticht der einzigartige Rüsselbecher!
Darüber hinaus sind zahlreiche Alltagsgegenstände ausgestellt: römische Öllämpchen, Feldflaschen, Fibeln, Götterstatuetten, Münzen oder alles, was man sonst zum Leben brauchte.
Aufgrund der langen Laufzeit der Ausstellung werden einige Objekte im Verlauf der Zeit ausgetauscht. So gibt es immer wieder neue Exponate zu entdecken, darunter später im Ausstellungszeitraum die vergoldete Replik des Pferdekopfs von Waldgirmes oder ein spektakulärer Schatzfund mit silbernem Klappstuhl aus der Pfalz.
Das Imperium vor der eigenen Haustür
Zweifelsohne waren die Römer in unserer Region überaus präsent, was sich in zahlreichen Siedlungen und Fundstellen zeigt. Deshalb darf sie in dieser Ausstellung auch nicht fehlen. Die Brücke in Pfaffenhofen am Inn, nördlich des Rosenheimer Stadtgebiets, gab Pons Aeni – also Brücke über den Inn auf Latein – seinen Namen. Dies war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Provinz.
Besonders bedeutend waren in Rosenheim außerdem die Töpfereien von Westerndorf, die zu den wichtigsten Produktionsstätten römischer Keramik in Raetien gehörten. Ihre Produkte wurden weit über die Region hinaus gehandelt.

Die Protagonisten der Ausstellung
Wann ist man eigentlich Römer? Rechtlich ist das einfach zu beantworten: wenn man das römische Bürgerrecht erhält. Zum Beispiel nach 25 Jahren Dienst im Militär. Als Römer fühlte man sich sicherlich aber schon viel früher durch Kultur und Lebensart. Als Römer oder Römerin musste man nicht zwangsläufig in Rom geboren sein. Die emotionale Ebene wird in der Ausstellung durch den besonderen Erzählstrang fiktiver, aber historisch fundierter Persönlichkeiten beleuchtet. Ihre einfühlsamen Geschichten wurden von zehn bekannten Fantasy-Autorinnen und -Autoren, darunter Bernhard Hennen, Theresa Hannig oder Markus Heitz, geschrieben. Schwarz-Weiß-Porträts und Hörgeschichten erwecken sie zum Leben.
Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, dass die Menschen der Antike uns näher sind, als man vielleicht denkt: Sie haben gelacht, gedacht, gehofft, gefeiert und sich verliebt – und ihren Alltag mit denselben menschlichen Emotionen gelebt wie wir heute.

Ein Blick auf die Gegenwart
Die Ausstellung beginnt und endet mit Fragen, die auch heute noch aktuell sind: Woran glaubst Du? Was ist Dir wichtig? Zum Abschluss gelangen Besucherinnen und Besucher in einen Raum, der den Niedergang des Imperiums symbolisiert. Eine zerbrochene Statue und das Forum Romanum in Trümmern stehen sinnbildlich für das Ende einer Epoche. Aber lebt das Reich nicht eigentlich noch viel länger weiter?
Noch einmal werden dort die zentralen Identitätsfaktoren des römischen Reiches aufgegriffen und Sie selbst müssen aktiv werden: Welche dieser Faktoren haben für Sie heute noch Bedeutung?

Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24,
83022 Rosenheim
Museen heute

Murnau Schlossmuseum: Paul Klee - Der Poet des Blauen Reiter

Paul Klee
Der Poet des Blauen Reiter

Ausstellung vom 26. März bis 26. November 2026
Schlossmuseum Murnau

Am 1. Juli 2023, zum 30-jährigen Bestehen des Museums, übergab die KK-Stiftung Murnau dem Schloßmuseum Murnau seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Die Werke, die aus dem engen Kontext der legendären Murnauer Malaufenthalte von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910 stammen und wie die Arbeiten von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin unmittelbar in Beziehung zu den Ereignissen um die Redaktionssitzungen und die Herausgabe des Almanachs Der Blaue Reiter 1911 stehen, zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus.
Diese Arbeiten werden nun in Dialog gesetzt zu dem Schaffen Paul Klees, der innerhalb der Künstler und Künstlerinnen des Blauen Reiter eine Sonderstellung einnimmt. Das Ehepaar, das seine Blaue Reiter-Sammlung in die KK-Stiftung überführt hat, stellt für diese Sonderschau zusätzlich ausgewählte Arbeiten aus seiner Paul Klee-Sammlung zur Verfügung.
In der Gegenüberstellung mit Gemälden von August Macke, Robert Delaunay, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wird Klees enge Verbundenheit mit dem Künstlerkollektiv um den Blauen Reiter deutlich und seine Position zwischen Inspiration und künstlerischer Eigenheit nachvollziehbar.
So unmittelbar und nachhaltig der schöpferische und geistige Einfluss seines Umfelds ihn seinen unverwechselbaren Stil finden ließ, so singulär steht er künstlerisch mit der Vergabe seiner Bildtitel.

Kunstwissenschaftler, Sammler und Händler verweisen Klees fantasievolle Bildtitel immer gerne in Poesie-Nähe: Rhythmie der Fenster und Tannen, Guter Fischplatz, Das Fest der Astern, Ein Genius serviert ein kleines Frühstück und auch die Schicksal-Stunde des Kaisers sind Bildtitel, deren Motive sich erst in der weiteren Auseinandersetzung mit dem Werk klären.
Die Auswahl der Werke beleuchtet nahezu jede Entwicklungsphase im Schaffen von Paul Klee. Ihren Anfang nimmt die Ausstellung mit Klees Aquarell „Hamammet“, das 1914 während der gemeinsamen Tunesienreise mit August Macke und Louis Moilliet entstand, führt über die sogenannten zerschnittenen Werke wie Garten, 1918, und Schicksal-Stunde des Kaisers, 1922, hin zu den späteren Arbeiten wie Städtebild Graben, 1931, und Figur im Garten, 1937.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
82418 Murnau

Abbildungen:

- Paul Klee, Waldvogel, 1920, 81, Bleistift und Aquarell auf Gaze auf Papier, KK-Privatsammlung  
Museen heute

Pinakothek der Moderne: CONVIVIUM - NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT

CONVIVIUM
NAHRUNGSSYSTEME AM LIMIT

Ausstellung vom 24. April bis 18. Oktober 2026
Architekturmuseum in der Pinakothek der Moderne

Die sichere und gerechte Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrung hängt von einem System globaler Netzwerke ab: Bäuer*innen, Fischer*innen, Züchter*innen, Händler*innen, Transportunternehmen, Märkte und industrielle Verarbeitungsbetriebe sind darin eng verknüpft. Sie produzieren und vertreiben aber nicht nur das, was für die menschliche Ernährung notwendig ist. Sie werden durch die kapitalistische Wachstumslogik motiviert, immer mehr Produkte zu herzustellen, die durch Überkonsum zu falscher Ernährung und zu einer massiven Verschwendung von Nahrungsmitteln führen. Doch dieses System kommt durch die Klimaerwärmung, politische und ökonomische Faktoren aktuell an seine Grenzen. Viele Meere sind bereits überfischt, fruchtbare Ackerböden werden überbaut oder erodieren und ganze Landstriche verwüsten, weil es nicht genug regnet. Zugleich trägt die Nahrungsproduktion selbst durch den wachsenden CO?-Ausstoß massiv zum Klimawandel bei – ein Teufelskreis, der immer spürbarer wird. Kaum ein Land der Erde kann seine Bevölkerung noch aus eigenen Ressourcen ernähren.
Die Ausstellung präsentiert in zwölf Kapiteln Beispiele dafür, wie unsere Lebensmittel heute produziert und vertrieben werden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Europa, doch die globalen Zusammenhänge werden stets einbezogen. Ziel der Ausstellung ist es, die räumlichen und technischen Grundlagen unserer Nahrungsproduktion sichtbar zu machen – und zu zeigen, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für die Zukunft ergeben.

Kurator*innen: Andjelka Badnjar und Andres Lepik
Co-Kurator*innen für den Ausstellungsteil „Das Tier ist anwesend“: Víctor Muñoz Sanz und Sofia Nannini

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München
Abbildungen: 
- Ein Regenwasserteich, der zur Bewässerung der Pflanzen genutzt wird, mit einem Gewächshaus im Hintergrund, in dem Tomaten angebaut werden, Kirchweidach, Bayern.
Standbild aus dem Kurzfilm „How Does Food Enter the City?“, TUM-Masterprojekt „About Food and Spaces. Exhibit Design“ zusammen mit Nicole Humi?ski und Nikolai Huber. Thiade Langenhan, 2025.
Museen heute

Museum Brandhorst: Carrying

Carrying

Ausstellung vom 14. Mai bis 08. November 2026
Museum Brandhorst

Mit „Carrying“ präsentiert das Museum Brandhorst ein Ausstellungsprojekt, das Räume innerhalb und außerhalb des Hauses aktiviert. Werke der internationalen Künstlerinnen Hêlîn Alas, Cana Bilir-Meier, Louise Lawler, Kate Newby, Tiffany Sia, Jaune Quick-to-See Smith und Leyla Yenirce besetzen historisch aufgeladene Orte und Transitzonen des Museums sowie den öffentlichen Raum. Architektonische Interventionen, Performances, Malereien sowie Sound- und Filmarbeiten treten in Dialog mit dem Museum und befragen die Verschränkung von militärischer und kultureller Macht.

Ausgangspunkt ist das Gelände, auf dem sich heute das Museum Brandhorst, die Pinakothek der Moderne und weitere Institutionen des Kunstareals befinden. Dort stand früher die Prinz-Arnulf-Kaserne, auch „Türkenkaserne“ genannt. Der Name des 1826 errichteten Militärkomplexes geht auf Kriegsgefangene zurück, die Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Osmanischen Reich zur Zwangsarbeit nach Bayern gebracht wurden. Diese Geschichten haben sich in Orts- und Straßennamen wie der „Türkenstraße“ und dem „Türkentor“ eingeschrieben.

Welche Geschichten werden erzählt, wer erzählt sie und wie? Die eingeladenen Künstlerinnen nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage, wie sich Geschichte und Erinnerung mit teils erfundenen Erzählungen verweben und über Bilder, Medien und Monumente weitergetragen werden. Verschiedene Deutungen überlagern historische Realitäten von Gewalt, Ausbeutung und kultureller Aneignung und schreiben sich bis heute als Muster fort – von der sogenannten „Gastarbeiter“-Ära bis zu andauernden Debatten um territoriale Grenzen, Migration und Zugehörigkeit. Insbesondere dort, wo Krieg und Kultur ihre tatsächliche Verwobenheit verschleiern, gewinnen diese Fragen neue Dringlichkeit.

An spezifischen Orten wie Cy Twomblys „Lepanto“-Saal oder dem „Türkentor“ begreift „Carrying“ das Museum als einen Resonanzraum, in dem die Institution ihre eigene Geschichte und Identität untersucht – und lokale Ansätze mit globalen Fragestellungen verbindet.
Einige der Werke sind anlässlich von „Carrying“ entstanden und stehen in unmittelbarem Austausch mit ihrem Ausstellungsort.

Als Teil der Ausstellung findet ein umfangreiches Programm mit Artist Talks, Dialogformaten, Workshops und Filmprogrammen statt.
Kuratiert von: Franziska Linhardt

Museum Brandhorst
Theresienstraße 35a,
80333 München

Abbildungen: 
- Jaune Quick-to-See Smith 
Trade Canoe: Don Quixote in 
America, 2024–2025 
© Courtesy the estate of the 
artist und Garth Greenan 
Gallery, New York . 
Museen heute

Frankfurt Städel Museum: ELMGREEN & DRAGSET - STILLLEBEN MIT GEMÜSE

ELMGREEN & DRAGSET
STILLLEBEN MIT GEMÜSE

Ausstellung vom 20. Mai 2026 bis 17. Januar 2027
Städel Museum Frankfurt am Main

Elmgreen & Dragset (Michael Elmgreen, *1961 und Ingar Dragset, *1969) arbeiten seit Mitte der 1990er-Jahre zusammen und zählen zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstlern. Obwohl sie oft als Bildhauer bezeichnet werden, sind sie in einem weiten Spektrum tätig, das auch
Installation, Performance und Architektur umfasst. Ihre Werke hinterfragen gewohnte räumliche Strukturen und laden sowohl öffentliche als auch institutionelle Orte atmosphärisch auf. Vom 20. Mai 2026 bis 17. Januar 2027 verwandelt das in Berlin lebende und arbeitende Künstlerduo das Städel Museum in ein faszinierendes Spiel aus Realität und Illusion. Die Ausstellung „Stillleben mit Gemüse“ präsentiert Skulpturen und Installationen von Elmgreen & Dragset, die mit der Architektur und der über 700 Jahre umfassenden Sammlung des Städel Museums in einen Dialog treten und neue Perspektiven eröffnen.
Elmgreen & Dragset arrangieren ihre figurativen Skulpturen so, dass sie das Publikum aktiv in das Erzählen von Geschichten einbeziehen. Indem sie den Blick der Besucher lenken und verschieben, rücken die Künstler alltägliche, leicht übersehene Momente in den Fokus und verwandeln diese in poetische Szenen, die gleichermaßen von Kritik und Humor geprägt sind. Mit ihrer durchdachten Art der Präsentation stellen Elmgreen & Dragset auf anschauliche statt didaktische Weise dringliche Fragen zu sozialen Strukturen sowie in Konventionen und institutionellen Routinen verankerten Verhaltensmustern. Das Künstlerduo beleuchtet auch, wie Museen unsere Wahrnehmung der Kunstgeschichte prägen. Subtil unterlaufen sie traditionelle Präsentationsformen und experimentieren mit den Regeln der Ausstellungsgestaltung.

Die Ausstellung wird durch die Förderung der Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, der SEB und des Städelschen Museums-Vereins e.V. ermöglicht und erfährt darüber hinaus Unterstützung durch die New Carlsberg Foundation und der Danish Arts Foundation.

Im Unterschied zu anderen Ausstellungen erstreckt sich „Stillleben mit Gemüse“ über das gesamte Städel Museum. Zwei große Installationen in der Sammlung Gegenwartskunst bilden den Kern der Präsentation, die sich mit Skulpturen und Interventionen der Künstler durch das gesamte Haus bis in die benachbarte Liebieghaus Skulpturensammlung entfaltet. Die Ausstellung lädt die Besucher zu einer Schatzsuche ein und stellt sie in den Mittelpunkt. Die Kunstwerke von Elmgreen & Dragset können an ungewöhnlichen Orten entdeckt werden, oft in einem fast surrealen Dialog mit den Werken der Städel Sammlung.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Das Städel Museum ist international für seine hochkarätige Sammlung bekannt, zu der seit 2020 auch die im Garten präsentierte Bronzeplastik Si par une nuit d’hiver un voyageur von Elmgreen & Dragset gehört. Umso mehr freue ich mich, dass wir das weltweit gefeierte Künstlerduo nun mit einer umfassenden Ausstellung im Städel präsentieren können. Mit feinsinnigem Humor und der Fähigkeit, durch minimale Eingriffe große Erzählungen zu entfalten, verändern Elmgreen & Dragset den Blick auf unsere Sammlung von den Alten Meistern über die Moderne bis zur Gegenwart und schenken unserem Publikum auf seinem Weg durchs Museum ganz außergewöhnliche Momente.“
„Besonders von zeitgenössischer Kunst kann ein kraftvoller Impuls ausgehen, der neue Perspektiven auf Vertrautes eröffnet. Das Künstlerduo Elmgreen & Dragset lädt mit seiner Ausstellung im Städel dazu ein, die Sammlung des Museums auf unerwartete Weise neu zu entdecken. Es ist uns eine große Freude, diese Präsentation von internationaler Wirkung zu unterstützen und damit auch die Bedeutung Frankfurts als Standort für herausragende Projekte der Gegenwartskunst zu bekräftigen“, sagt Susanne Völker, Geschäftsführerin Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH.
Svenja Grosser, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Sammlung Gegenwartskunst: „Elmgreen & Dragset gelingt es, durch nuancierte
Verschiebungen vertraute museale Strukturen neu erfahrbar zu machen. Durch ihre gezielten Interventionen eröffnen sie Zwischenräume und hinterfragen gewohnte Blickrichtungen und Erwartungen. Das Herzstück der Ausstellung bilden die beiden großangelegten, begehbaren Installationen The Cloud und Garden of Eden, die nicht zuletzt einen kritischen Blick auf die Spannungen zwischen Arbeit und Luxus, Ambition und Illusion werfen. Das Museum wird dabei zur Bühne von Elmgreen & Dragset und ihrer künstlerischen Praxis, in der nichts so eindeutig ist, wie es zunächst scheint.“

Umgebungen des Alltags
Das Zentrum der Ausstellung bilden die beiden großformatigen Installationen The Cloud (2026) und Garden of Eden (2022), die durch einen Szenenwechsel alltägliche Umgebungen zwischen Arbeit und Luxus, Ambition und Illusion wiedergeben. Auf dem Weg in die Gartenhallen und die Dauerausstellung der Sammlung Gegenwartskunst durchquert der Besucher The Cloud, das an ein minimalistisch eingerichtetes Restaurant oder eine elegante Flughafenlounge denken lässt. An einem der Tische sitzt eine Frauenskulptur aus Silikon (The Conversation, 2024). Ihr
Smartphone zeigt einen Facetime-Anruf, in dem ihr Gesprächspartner von seiner Arbeit als Künstler und von einer gescheiterten Liebesbeziehung erzählt. Sechs runde Gemälde der Serien Sky Targets (2025/26) und Flight Trackers (2025/26) schmücken die Restaurantwände. Die Bilder sind auf hochglanzpolierten Edelstahlplatten gemalt, deren Oberflächen die Umgebung teilweise spiegeln und einen Dialog mit dem permanent installierten Mosaic Mirror Wall Piece (1991–2012) von John M. Armleder eingehen. Persönliche Identität und Ortsgebundenheit scheinen sich in The Cloud aufzulösen, sodass nur noch eine glatte, austauschbare Kulisse für gehobene Gastronomie bleibt – oder ein Ort, um gesehen zu werden, Selfies zu machen und seinen Besuch in den sozialen Medien zu dokumentieren. Eine Etage tiefer im Eingangsbereich der Gartenhallen präsentieren Elmgreen & Dragset eine leere Bürolandschaft mit Reihen identischer Bürozellen, die den Raum streng und symmetrisch strukturieren. Mit den verlassenen, beengten Arbeitsplätzen thematisiert Garden of Eden die Strapazen zeitgenössischer Lohnarbeit, die von
Monotonie und Anonymität geprägt ist, und deutet an, dass das Versprechen von sozialem Aufstieg und Fortschritt ein fragiles Konstrukt ist. Der endlose Kreislauf aus Erholung und Arbeit wird in Uncollected (2005) aufgegriffen. Das Gepäcklaufband transportiert eine einzelne Reisetasche in einer endlosen Schleife unter der Treppe und verbindet das untere und das obere Stockwerk thematisch miteinander.

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

Abbildungen: 
- The Visitor mit Stillleben mit Gemüse
Elmgreen & Dragset
The Visitor, 2025
Bronze, Lack
178 x 61 x 33.5 cm
- Elmgreen & Dragset
Social Media (Terrier), 2022
Gebürsteter Edelstahl, Lack, Motor, Harz und Kunstfell
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Elmar Vestner
- Elmgreen & Dragset
Still Life (Bullfinch), 2024
Bronze, Lack und animatronischer Vogel
7 x 14 x 23 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Elmar Vestner
Museen heute

Murnau Schloßmuseum: Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer - Freund und Mäzen des Blauen Reiter

Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer
Freund und Mäzen des Blauen Reiter

Vom 21. Mai bis 08. November 2026
Schloßmuseum Murnau

Das Schloßmuseum Murnau rückt mit seiner neuen Sonderausstellung einen faszinierenden Menschen ins Rampenlicht, der der Forschung bislang weitgehend verborgen geblieben ist: Der Theaterkritiker und Kunstschriftsteller Alfred Mayer (1860–1932), der als Förderer und Mäzen namhafte Kulturschaffende um sich versammelte. Im Besitz des Schloßmuseums befinden sich drei Künstleralben und ein Fotobuch aus dem Nachlass Mayers und seiner Tochter Eva (1917–2008). Die Alben kamen 2015 bzw. 2024 auf zwei unterschiedlichen Wegen, aber beide Male als Schenkung aus Privatbesitz, in die Sammlung des Museums.

Beim Durchblättern der Bücher zeigt sich, dass diese drei Künstlerbände weit mehr sind als bloße Gästebücher; sie gleichen künstlerischen Poesiealben, in denen Maler, Schriftsteller, Theaterleute, Komponisten sowie Musiker Alfred Mayer ganz persönliche Zeugnisse ihres Wirkens – von handschriftlichen Notaten über Collagen bis hin zu filigranen Zeichnungen – widmeten. Die Namen lesen sich wie ein Who's Who der damaligen Kunst- und Kulturszene: Else Lasker-Schüler, Klabund, Joachim Ringelnatz, Arthur Schnitzler, Heinrich Mann, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, Marieluise Fleißer, Hannah Höch und viele mehr.

Doch wer war Alfred Mayer, der sich mehr als Freund und Vermittler, denn als Zentrum eines Netzwerkes sah und am Ende seines Lebens gerne noch eine Stiftung zur Unterstützung bedürftiger Künstler ins Leben gerufen hätte? Mayer war Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Frankfurt.

Statt der vorgezeichneten Laufbahn im Familienunternehmen zu folgen, zog es ihn zum Theater und zur Kunst. Als er 1886 nach Berlin ging, war er zwar zunächst als Kaufmann tätig – doch kaum finanziell abgesichert, machte er seine Passion zum Beruf und wurde Kritiker (im Laufe seines Lebens werden es mehr als 100 Veröffentlichungen sein). In Berlin lernte er u. a. den Theaterregisseur Max Reinhardt kennen.

Ab 1906 lebte Mayer als Kunstschriftsteller, Theaterkritiker und Sammler in München-Schwabing. Hier war er eng verbunden mit den Künstlern des Blauen Reiter und besaß u. a. Kandinskys Impression I, 1910 (im Zweiten Weltkrieg zerstört), Paul Klees Stillleben mit Distelblüte, 1919, sowie laut den Erinnerungen seiner Tochter Eva und der Schauspielerin Berta Drews, die zeitweilig bei ihm zur Untermiete wohnte, vier „starkfarbige Frauenköpfe“ von Alexej von Jawlensky. Seine zwischen 1900 und 1931 geführten Alben sind ein faszinierender Spiegel der damaligen Künstlerszene und geben z. T. Einblick in Werke, die zu jener Zeit im Entstehen begriffen waren.

Auch das Fotoalbum birgt Überraschungen. Neben Aufnahmen u. a. von Franz und Maria Marc, Kandinsky, Werefkin, Jawlensky, Arthur Schnitzler, Lotte Pritzel und Olaf Gulbransson finden sich darin zwei Fotografien von der Puppenmacherin Hermine Moos. Lachend steht sie auf einem Balkon, neben ihr ein selbst konstruiertes menschliches Skelett – die Unterkonstruktion für die lebensgroße Puppe, die sie 1918 im Auftrag Oskar Kokoschkas nach dem Vorbild Alma Mahlers schuf.

In Evas Mayers Album, das sie 1926 – im Alter von neun Jahren – zu führen begann, haben sich die Künstler kindgemäß mit z.T. vielfarbigen Gouachen und Aquarellen verewigt. Marianne von Werefkin schuf für Eva eine Kartenspielerrunde, Conrad Felixmüller porträtierte das Mädchen mit gebrochenem Arm und die Schauspielerin Grete Jacobsen zeichnete ihr zu Ostern einen Hasen in den Arm.
Ausgehend von diesen vier Alben spürte das Schloßmuseum Murnau – in Zusammenarbeit mit Expertinnen der Theater-, Literatur- und Kunstwissenschaft – Mayers Wirken als Sammler und Mäzen nach. Bereichert um verdichtende Leihgaben, stellt die Sonderausstellung eine bemerkenswerte Persönlichkeit in den Mittelpunkt, die bislang kaum im Blick der Forschung stand.

Unser großer Dank gilt den Schenkenden der Künstleralben, Frau Christel Moosbauer, die uns eines der Gästebücher von Alfred Mayer, das Künstleralbum von Eva Mayer und das Fotobuch überlassen hat, sowie Herrn Dr. Bernd und Frau Barny (†) Fäthke, die uns das noch fehlende Gästebuch als Schenkung übergaben.

Für den Ausstellungskatalog schrieben Autoren aus den Bereichen Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. Die begleitende Publikation wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung, München.

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
82418 Murnau

Abbildungen:
- Alexander Sacharoff, Bühnenbildentwurf für die Oper Turandot von Busoni, um 1917, 2. Akt, Turandots Boudoir, Collage, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, G 14969 
Museen heute

Buchheim Museum: AUFRUHR DER FARBEN - Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der

AUFRUHR DER FARBEN - Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der "Brücke"

Ausstellung vom 23. Mai bis 15. November 2026
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried

Am 10. August 2026 jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Karl Schmidt-Rottluff. Aus diesem Anlass stellt das Buchheim Museum eine Auswahl seines bedeutenden »Brücke«-Bestandes Werken unmittelbarer Zeitgenossen und nachfolgender Generationen gegenüber, die maßgeblich von der Künstlergruppe beeinflusst wurden. Die Ausstellung versteht sich dabei nicht nur als Rückblick, sondern als lebendige Spurensuche nach den künstlerischen Nachwirkungen eines der wichtigsten Aufbrüche der Moderne.
Dank der umfangreichen Bestände aus der Sammlung von Diethild und Lothar-Günther Buchheim sowie der kürzlich erfolgten großzügigen Zustiftungen Joseph Hierlings und Paul Maria Wittmanns kann das Museum die Entwicklung des Expressionismus von seinen Anfängen bis weit hinein in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts nachzeichnen. Dabei wird in der Gegenüberstellung sichtbar, wie stark die Impulse der »Brücke«-Künstler über Generationen hinweg gewirkt haben. Es entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama künstlerischer Positionen, das die nachhaltige Wirkung dieses epochalen Aufbruchs vor Augen führt.
Neben den »Brücke«-Künstlern Karl Schmidt-Rottluff , Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde und Max Pechstein zeigt die Ausstellung eine Vielzahl weiterer Positionen, die in einen oft überraschenden Dialog mit ihnen treten. Darunter finden sich Namen wie Max Beckmann, Christian Rohlfs und Conrad Felixmüller aber auch Walter Becker, Grete Csaki-Copony, Thomas Niederreuther oder der Museumsstifter Lothar-Günther Buchheim selbst. Er trug nicht nur als Sammler und Kunstschriftsteller entscheidend zur Wiederentdeckung der Künstlergruppe in Deutschland nach 1945 bei, sondern war auch als Künstler einer ihrer glühendsten Verehrer und Nachfolger.
Allen in der Ausstellung gezeigten Werken gemeinsam ist die frei entwickelte Farbe als zentrales künstlerisches Ausdrucksmittel. In zunehmender Loslösung von traditionellen Bedeutungszuschreibungen und dem Postulat einer mimetischen Kunstau assung dient sie hier primär der Darstellung innerer Empfindungen, seelischer Zustände und unmi elbarer Emotionen. Die expressive Kraft der Farbe wird so zum Träger subjektiver Wahrnehmung und erö net dem Betrachter bis heute einen unmi elbaren Zugang zur Erfahrungswelt der Künstlerinnen und Künstler.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Abbildung: 
- Walter Becker, Trio 3, 1968
Öl auf Rupfen
95,0 x 110,5 cm
Sammlung Joseph Hierling im Buchheim Museum der Phantasie
© Andreas Hoelscher, Hohenschäftlarn; Reproduktion: Joseph Hierling
Museen heute

Haus der Kunst: „Steina: Playback“

„Steina: Playback“

Ausstellung vom 12. Juni bis 07. Dezember 2026
Haus der Kunst, München

„Steina: Playback“ zeichnet mehr als fünf Jahrzehnte des Schaffens einer Künstlerin nach, die als wegweisend für die Geschichte der Videokunst gilt. Steina (geb. Steinunn Briem Bjarnadóttir, 1940, Reykjavík), klassisch ausgebildete Geigerin, wandte sich 1970 dem Medium Video zu und näherte sich der Kamera wie einem Musikinstrument, das, in ihren eigenen Worten vom „majestätischen Fluss der Zeit“ geleitet wird. Bild und Ton werden in ihrer Arbeit austauschbar: Das elektronische Signal ist zugleich Bild und Klang, der Apparat zugleich Werkzeug und handelnde Instanz. Aus der Welt der Musik kommend, überträgt Steina Prinzipien des Spielens und der Performance auf ihre Kompositionen und auf die Echtzeitverbindung von Musikinstrumenten und Videotechnologien.

Playback, Wiederholung und die geschlossenen Zeitlichkeiten des Mediums haben lange bestimmt, wie Steina ihre Arbeit präsentiert. Im Haus der Kunst entfaltet sich die Ausstellung nicht als Chronologie, sondern als Umlaufbahn durch Steinas Kosmos: ihre erfundenen Werkzeuge, ihre projizierten Environments und die langen Kollaborationen, die ihr Werk geprägt haben. Von der Stimme über das Signal bis hin zum System folgt die Ausstellung Klang, Lebendigkeit und Technologie, die treibenden Kräfte, die sich durch ihr Schaffen ziehen. Die Ausstellung umfasst einundzwanzig Werke, die von frühen dokumentarischen Experimenten aus den späten 1970er Jahren bis hin zu großformatigen, projizierten Environments reichen. Zu sehen ist unter anderem „Outer Cosmos“ (2026), Steinas jüngstes Werk, das hier erstmals präsentiert wird. Die Arbeit knüpft an „Orbital Obsessions“ (1975–77) an und greift das ursprüngliche Filmmaterial – ein in Steinas Studio in Buffalo aufgenommenes Selbstporträt – nach Jahrzehnten erneut auf. Das Selbstporträt, bei dem mehrere Kameraansichten übereinandergelegt, rückgekoppelt und vervielfacht werden, steht nun im Zentrum eines größeren sphärischen Bildraums, um den das ursprüngliche Ausgangsmaterial zirkuliert.

Bereits seit den frühen 1970er Jahren spielt Steina eine zentrale Rolle bei der Etablierung von Video als künstlerisches Medium. 1971 gründete sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Woody Vasulka in New York „The Kitchen“, einen Ort für erweiterte Formen von Bild, Ton und Live-Performance. Er ging aus informellen Zusammenkünften in ihrem Atelier in der 14th Street hervor. „The Kitchen“ wurde zu einem gemeinsamen Arbeitsumfeld für eine aufstrebende Gemeinschaft von Videoschaffenden, visuellen Künstler*innen und experimentellen Komponist*innen, darunter Joan Jonas, La Monte Young und Alvin Lucier, deren Praxis Performance, Klang und das bewegte Bild eng miteinander verband. Die Abteilung Bildung und Teilhabe des Haus der Kunst greift diesen Geist der Zusammenarbeit in einem Programm öffentlicher Begegnungen auf, das auf den Prinzipien von Kollaboration, Spiel und einem offenen Umgang mit Werkzeugen und Wissen basiert.

„Steina: Playback“ wird vom MIT List Visual Arts Center in Zusammenarbeit mit dem Buffalo AKG Art Museum organisiert. Sie wird co-kuratiert von Natalie Bell, MIT List Visual Arts Center, und Helga Christoffersen, Buffalo AKG Art Museum. Die koordinierenden Kuratorinnen im Haus der Kunst sind Lydia Antoniou und Marlene Mützel.


Die Medienkünstlerin Steina verwandelt das Haus der Kunst mit ihren immersiven Sound- & Videolandschaften „Steina: Playback” ist die erste Retrospektive von Steina, einer wegweisenden Video- und Medienkünstlerin, in Deutschland und wird vom 12. Juni bis 7. Dezember 2026 im Haus der Kunst zu sehen sein.

Haus der Kunst | Nordgalerie
Prinzregentenstr. 1, 80538 München
Abbildungen: 
- Steina
Violin Power, 1970–78 (still).
Einzelkanal-Video mit Ton; 9:46 min.
Courtesy the artist and BERG Contemporary, Reykjavík
- Steina und Woody Vasulka, Matrix I, 1970–72. Erworben von The Museum of Modern Art, New York (The Jill and Peter Kraus Media and Performance Acquisition Fund); Tate, London, mit Mitteln bereitgestellt von Tate Americas Foundation; San Francisco Museum of Modern Art (Accessions Committee Fund purchase); und Pamela und Richard Kramlich und New Art Trust, 2020. Installationsansicht: Steina: Playback, MIT List Visual Arts Center, 2024. Foto: Dario Lasagni
Museen heute

Haus der Kunst: Maria VMier - I follow the wind through the stone

Maria VMier.
I follow the wind through the stone

Ausstellung vom 26. Juni 2026 bis 07. Februar 2027
Haus der Kunst München

Nur wenige Meter liegen zwischen dem Haus der Kunst und dem Eisbach. Der eine Ort ist ein Zentrum für zeitgenössische Künste, mit komplexer Geschichte. Der andere ein Seitenarm der Isar am Englischen Garten, weit über München hinaus bekannt für seine Surfwelle und das urbane Leben an seinen Ufern. Beide Orte haben ein Gedächtnis, das in Fundstücken, Oberflächen und den Erinnerungen der Menschen weiterlebt.
Diesem Gedächtnis spüren ab dem 26. Juni zwei Projekte im Haus der Kunst nach. Maria VMier wendet den Blick nach innen und widmet sich mit I follow the wind through the stone dem Haus der Kunst selbst. Für das neue Auftragswerk hat VMier das Gespräch mit den Menschen gesucht, die hier arbeiten – manche seit Jahrzehnten, andere erst seit wenigen Jahren. Ihre Erzählungen hat VMier in eine Auftragsarbeit übersetzt, die das Gebäude von einer Seite zeigt, die sonst verborgen bleibt. Mit „Tao Schirrmachers Sammlung. Eisbach Treasures" zeigt der Europameister im Flusssurfen erstmals in dieser Fülle jene Funde, die er seit 2008 vom Grund des Eisbachs birgt. So begeben sich Maria VMier und Tao Schirrmacher jeweils auf eigene Weise auf Spurensuche und öffnen zugleich den Blick für die vielen Geschichten, die zwei vertraute Orte in sich tragen.

Seit 2021 vergibt das Haus der Kunst jährlich ortsspezifische Aufträge an Künstler*innen, die den Personaleingang und darüber hinaus gestalten. Aus einer Idee der Pandemiezeit gewachsen, schenkt die Reihe dem Team beim täglichen Betreten des Hauses einen Moment der Inspiration und begleitet zugleich Künstler*innen aus München und der Region an einem entscheidenden Punkt ihrer künstlerischen Entwicklung. Auf Cyrill Lachauer, Jan Erbelding, Paul Valentin, Luisa Baldhuber und Gülbin Ünlü folgt nun Maria VMier.
Mit I follow the wind through the stone gestaltet Maria VMier (geb. 1985 in Passau), in New York lebend, das jährliche Auftragswerk des Haus der Kunst. Aus VMiers Begegnungen mit dem Haus und seinen Menschen ist eine Konstellation miteinander verbundener Werke entstanden, die sich vom Personaleingang über die Passage bis in die Mittelhalle erstreckt.
Am Personaleingang beginnend, hat VMier die großen Außenbuchstaben, die einst als Fassadenschriftzug dienten (2011 – 2020), neu zusammengesetzt und installiert. Aus ihrer Funktion entlassen, fügen sich die verwitterten Metallbuchstaben zu einer neuen Wendung, „Bauch der Kunst", die in den Bauch des Hauses führt und jenen gewidmet ist, die es täglich am Laufen halten. In der Passage, einem neuen Raum für Einzelprojekte, der an das Auditorium angrenzt, folgen zwei großformatige Zeichnungsinstallationen, die das Gebäude selbst zur Vorlage nehmen und seine Oberflächen in dichte Pinselarbeiten auf Papier übersetzen. In der Mittelhalle sowie dem Eingangsbereich tritt eine Serie kleiner Aluminiumskulpturen aus den Ecken und Ritzen der Marmorpfeiler hervor, inspiriert von den Fossilien im Saalburger Marmor. Das Material sollte der Mittelhalle Erhabenheit verleihen, während sie in den 1930er Jahren für nationalsozialistische Propaganda genutzt wurde. Irgendwo zwischen Gesicht und organischem Wuchs wirken die Skulpturen wie ein leises Aufbegehren im monumentalen Innenraum. Begleitend zur Arbeit erscheint ein eigens produziertes Künstler*innenbuch, das die aufgespürten Details des Hauses zum Mitnehmen festhält und in der Buchhandlung Walther König im Haus der Kunst zu finden ist.
Xue Tan, Leiterin Programm und Ausstellungen, Chefkuratorin: „Es ist außergewöhnlich, wie tief Maria VMier in die unbekannten Geschichten der Institution eintaucht – einerseits, indem sie den Menschen Anerkennung zollt, die sie tragen, und andererseits, indem sie ihren unausgesprochenen Geschichten eine Stimme verleiht. VMiers Arbeit eröffnet unerwartete Zugänge zur Geschichte des Haus der Kunst und offenbart die Institution als einen lebendigen, vielschichtigen Organismus."

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München


Abbildungen:
- Maria VMier,
linking one to the other, holding their difference [?], 2024-25,
Pigmentierte Kalligraphietinte, Tusche, Pigmente, Graphit, Vinyl und Acryl auf Butcher Paper,
500 × 355 cm
Foto: Maria VMier
Museen heute

Haus der Kunst: Tomás Saraceno - Verwobene Welten

Tomás Saraceno
Verwobene Welten

Ausstellung vom 17. Juli 2026 bis 07. Februar 2027
München Haus der Kunst

In der Ausstellung „Verwobene Welten“, die vom 17. Juli 2026 bis zum 7. Februar 2027 im Haus der Kunst gezeigt wird, verbindet der international renommierte, multidisziplinäre Künstler Tomás Saraceno Kunst, Architektur und Wissenschaft.
„Verwobene Welten“ zeichnet eine einzigartige Reise durch Tomás Saracenos Schaffen nach und markiert einen bedeutenden Schritt vorwärts, sowohl in seiner künstlerischen Entwicklung als auch in unserem Verständnis seines Werks. Sie vereint zwei zentrale Stränge seiner langjährigen Forschung – Aerocene und Arachnophilia – und präsentiert eine neue, zentrale sowie gemeinsam produzierte Auftragsarbeit: El Santuario del Agua (The Sanctuary of Water), ein permanentes Land-Art-Werk im Norden Argentiniens. Dieses entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Indigenen Gemeinschaften von Red Atacama aus Las Salinas Grandes als Teil einer Kampagne zum Schutz der angestammten Territorien der Region.
Die Ausstellung erstreckt sich über das gesamte Gebäude und umfasst luftbetriebene Skulpturen, gemeinsame Lebensräume verschiedener Arten sowie raumgreifende Environments. Diese verändern die Wahrnehmung der Räume des Haus der Kunst und laden Besucher*innen dazu
ein, ökologische und soziale Kräfte, die die Energiewende prägen, neu zu überdenken.
Aerocene ist eine interdisziplinäre Gemeinschaft, die 2015 von Tomás Saraceno ins Leben gerufen wurde und sich mit der Erforschung emissionsfreier Fortbewegungsarten befasst, um neue Formen ökologischen Handelns zu entwickeln. Aerocene-Skulpturen nutzen Luft, Sonnenstrahlung und Infrarotenergie, um Lebensformen zu imaginieren, die nicht von fossilen Brennstoffen abhängig sind.
Im Jahr 2020 stellte der Ballonflug von Aerocene Pacha in Argentinien 32 Weltrekorde auf und wurde damit zum nachhaltigsten Flug der Menschheitsgeschichte. Arachnophilia untersucht materielle, verhaltensbezogene und akustische Systeme über Artengrenzen hinweg und baut dabei auf langjährigen Forschungen zu Spinnen/Netzarchitekturen auf.
Die Ausstellung im Haus der Kunst umfasst neue Kunstwerke wie die immersive Multimedia-Installation Towards the Sanctuary of Water, die Innovationen aus Saracenos jahrzehntelanger Forschung präsentiert. In Zusammenarbeit mit der Aerocene Foundation entwickelt die Abteilung für Bildung & Teilhabe des Haus der Kunst zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm zum Mitmachen.

Andrea Lissoni, künstlerischer Geschäftsführer: „Das Haus der Kunst arbeitet mit lebenden Künstler*innen zusammen, um neue Stränge in der Kunstgeschichte zu ziehen und zu überdenken, wie Ausstellungen heute erlebt werden. Mit Tomás Saraceno wird das Gebäude zu einem Raum für die Auseinandersetzung mit ökologischen und sozialen Fragen, die über die Ausstellung selbst hinausgehen. Im Haus der Kunst ist alles Programm: ein lebendiges Netz aus Ausstellungen, Performances, Konzerten und Begegnungen, die sich gegenseitig verstärken und eine gemeinsame Erfahrung von Kunst und Ökologie gestalten.“
Kuratiert von Sarah Johanna Theurer und Andrea Lissoni.

Tomás Saraceno (*1973) ist ein in Argentinien geborener und in Berlin lebender Künstler, dessen Projekte Plattformen für ökosoziale und partizipative Begegnungen schaffen und regenerative Formen des Wissens fördern und verbreiten. Indem er verschiedene Maßstäbe und Spektren miteinander verbindet, zielt er mit seiner Arbeit – ebenso wie mit den transdisziplinären Gemeinschaften, die er gegründet hat und weiterhin unterstützt, darunter das Museo Aero Solar, die Aerocene Foundation und Arachnophilia – darauf ab, die Gegenseitigkeit und Verbundenheit mit anderen Lebewesen im Netz bzw. in den Netzen des Lebens zu vertiefen. Er hat international in bedeutenden Institutionen ausgestellt, darunter im Metropolitan Museum of Art in New York, im Palais de Tokyo in Paris und in den Serpentine Galleries in London. Zudem absolvierte er Residenzen am MIT in Cambridge, Massachusetts, beim CNES in Paris und bei der International Space University. Er hielt Vorträge beim World Economic Forum, bei TED und an der Harvard University und inszenierte Interventionen im Rahmen der COP20, COP21 und COP26.

Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München
Abbildung: 
- Tomás Saraceno. ON AIR
Webs of At-tent(s)ion, 2018                       
Ausstellungsansicht
Palais de Tokyo, Paris, 2018
Courtesy: der Künstler; Andersen’s Contemporary, Kopenhagen; neugerriemschneider, Berlin, Pinksummer Contemporary Art, Genua; Ruth Benzacar, Buenos Aires; Tanya Bonakdar Gallery, New York.
© Foto: Andrea Rossetti
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