Endlich!! Die Museen beginnen ihre Türen und Tore zu öffnen. Bitte beachten Sie bei den jeweiligen Ausstellungen die Hygienekonzepte der Museen. Wir werden diese, soweit möglich, in unsere Ankündigungen mit aufzunehmen!
Museen heute

Münchner Stadtmuseum: Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre

Welt im Umbruch.
Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre
Münchner Stadtmuseum
verlängert bis 02. Mai 2021
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr   

Die Ausstellung "Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre" beleuchtet eine Zeit der Extreme und Gegensätze, voller Hoffnung und Elend, Licht und Schatten, die auch Assoziationen an die Gegenwart wecken. Im Dialog zwischen Malerei und Fotografie stellt die Ausstellung Höhepunkte einer Kultur vor, die künstlerisch voller Innovationen steckte und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus mehrten. Die moderne Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit in der Malerei und des Neuen Sehens in der Fotografie strebte eine sachliche und realistisch-veristische Wiedergabe des Bildgegenstands an. Charakteristisch ist der kühle distanzierte Blick auf das Geschehen, der die Welt ohne Illusionen, nüchtern und weitgehend emotionslos erfasst. In Abkehr von dem hymnischen Pathos des Expressionismus richteten die Maler*innen nunmehr ihre Aufmerksamkeit auf vermeintlich Banales, auf den Alltag der Großstadt und auf "hässliche" Sujets.
Wie die Malerei befand sich auch die Fotografie Anfang der Zwanziger Jahre im tiefgreifenden Umbruch. Statt malerischer Unschärfe, die eine Nähe zur Kunst des Impressionismus und Symbolismus suggerierte, bekannten sich die modernen Fotograf*innen zur Bildschärfe und zu einer unmanipulierten Darstellung der Wirklichkeit.
Zeitgenössische Kunstkritiker wie Adolf Behne oder Paul Westheim haben auf die Präsenz einer fotografischen Ästhetik in der Malerei der Neuen Sachlichkeit schon frühzeitig hingewiesen. Zu dieser Präsenz des Fotografischen zählen die wirklichkeitsgetreue Wiedergabe von Stofflichkeit, Materialität und Oberflächentextur, außerdem die Fragmentierung und Isolierung des Gegenstands, oder die Wahl von Nah-, Auf- und Schrägsichten, welche die Komposition in einen dynamischen Bildraum verwandeln.

Die figurative Malerei und Fotografie der 20er Jahre verbindet die Rückbesinnung auf den Gegenstand. Technische Apparate oder gewöhnliche Alltagsobjekte wurden mit liebevoller Hingabe zum Detail wiedergegeben. Dieses Bekenntnis zur „Ordnung der Dinge“ geht in der Malerei einher mit einer Rückbesinnung auf handwerkliche Traditionen. Mit Hilfe der altmeisterlichen Öllasurtechnik ließen sich beispielsweise Gegenstände wirklichkeitsnah darstellen und zugleich jede gestische Spur zugunsten einer glatten Oberfläche tilgen. Die besondere Eigenschaft, die Oberfläche und Gestalt prägnant zu erfassen, prädestinierte die Fotografie für den Einsatz in der Reklame im Wechselspiel mit moderner Typografie und Bildmontage. Diese allgegenwärtige Ästhetisierung des Alltäglichen fand bei Zeitgenossen nicht nur Zustimmung, sondern rief auch Kritik hervor. Walter Benjamin beispielsweise warf dem Fotografen Albert Renger-Patzsch Verklärung und Verschleierung der eigentlichen Realitätsverhältnisse vor und kritisierte die neusachliche Fotografie als modische Affirmation der bestehenden Ordnung im Kapitalismus. Diese Systemkritik schloss in den Zwanziger Jahren auch die allgemeine Technikeuphorie in einer modernen Industriegesellschaft mit ein. Die vielfach als Maschinenkunst bezeichnete Fotografie schien besonders dafür geeignet, die Welt der Technik und die Stätten der industriellen Produktion bildlich zu erfassen. Doch auch Maler wie Carl Grossberg widmeten sich in ihren Werken dem Innenleben von Fabrikanlagen wie Kessel, Druckwalzen oder Gasometer. Die Schattenseiten einer technisierten Gesellschaft blieben in der Malerei und Fotografie jedoch weitgehend ausgespart.

Die Ausstellung spürt diesem künstlerischen Dialog zwischen Malerei und Fotografie erstmals mit besonderem Fokus auf sieben Kapitel nach: Stillleben/Die Dinge, Maschinenkunst und Technikkult, Akt und Selbstbildnisse, Individualporträt und Typenbildnis, Architektur/Stadtansicht sowie politische Collagen. Das letzte Kapitel präsentiert Arbeiten von Karl Hubbuch, Georg Scholz und John Heartfield, in denen sich die gesellschaftliche Entwicklung in der Weimarer Republik kritisch verdichtet.

Ausstellung und Publikation präsentieren Werke von Künstler*innen, die in Deutschland zwischen 1920 und 1935 gelebt und gewirkt haben. Neben circa 250 Fotografien, Gemälden und Grafiken werden auch die wichtigsten Fotopublikationen der Zeit zu sehen sein. Die Künstler*innen der Ausstellung sind u.a. Aenne Biermann, Erwin Blumenfeld, Otto Dix, Hugo Erfurth, Carl Grossberg, George Grosz, Florence Henri, Hannah Höch, Karl Hubbuch, Germaine Krull, El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Walter Peterhans, Max Radler, August Sander, Georg Scholz, Sasha Stone, Umbo.
Die Kunstwerke stammen aus mehr als 30 privaten und öffentlichen Sammlungen wie Berlinische Galerie, Galerie Berinson Berlin, Museum Folkwang Essen, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Museum Ludwig Köln, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Pinakothek der Moderne München, Sammlung Dietmar Siegert München, Von der Heydt-Museum Wuppertal sowie dem Münchner Stadtmuseum.

Eine Ausstellung des Münchner Stadtmuseums in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Kunst Forum in Hamburg­.   

Die Ausstellung wurde kuratiert von: Dr. Ulrich Pohlmann, Sammlung Fotografie und Dr. Kathrin Baumstark, Bucerius Kunst Forum, Hamburg

Abbildung:
Georg Scholz, Selbstbildnis vor der Litfaßsäule, 1926,
Sammlung Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
© Staatliche Kunsthalle Karlsruhe


Inzidenzwert über 50
Liegt der Inzidenzwert für München über 50 sind Terminbuchung und Kontaktnachverfolgung notwendig.

    Eine Terminbuchung ist ausschließlich telefonisch über unseren Buchungsservice möglich:
    Tel.: +49-(0)89-233-27979 oder +49-(0)89-233-27978, Montag bis Freitag 10.00 – 17.00 Uhr.
    Für die Buchung eines Zeitfensters benötigen wir von jeder Person Vor- und Nachnamen, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
    Innerhalb Ihres gebuchten Zeitfensters von 20 Minuten melden Sie sich vor Ort an und erwerben anschließend Ihr Ticket an der Museumskasse. Bitte bezahlen Sie nach Möglichkeit bargeldlos. Wir akzeptieren alle EC- und Kreditkarten außer American Express. Anschließend begeben Sie sich in die Ausstellung, um Menschenansammlungen im Foyer und in den Treppenhäusern zu vermeiden. Bitte planen Sie für Ihren Besuch in der Ausstellung ca. 90 Minuten ein.

Inzidenzwert unter 50
Liegt der Inzidenzwert für München unter 50 ist der Museumsbesuch ohne Terminbuchung möglich.

Wir arbeiten daran einen Online-Shop für die Ticketbuchung aufzubauen.


Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Museen heute

München Haus der Kunst: Phyllida Barlow. frontier

Phyllida Barlow
frontier
10. März bis 25. Juli 2021
München Haus der Kunst

Mit dieser umfassenden Schau eröffnet das Haus der Kunst eine Reihe von Ausstellungen im repräsentativen Ostflügel des Hauses, die zeitgenössischen weiblichen Stimmen gewidmet sind. Mit ca. 100 Werken – darunter monumentalen Skulpturen aus wegweisenden Ausstellungen der letzten zwei Jahrzehnte sowie einer reichen Auswahl an Zeichnungen – ist dies die bislang größte Überblicksschau in Phyllida Barlows Karriere.

Für das Haus der Kunst produziert Phyllida Barlow eine neue Version des nicht erhaltenen Schlüsselwerks „Shedmesh“ aus dem Jahr 1975 („Shedmesh“, 2020). Weitere großformatige Skulpturen wie „untitled: towerholder“; 2020 (700 x 180 x 200 cm) und „untitled: catchers“; 2020 (600 x 300 x 300 cm pro ‚Fänger‘) entstehen ebenfalls eigens für diese Schau. Andere wie „Untitled: parasols“ (2007) werden neu ausgeführt („untitled: parasols“; 2020), an die Räume im HdK angepasst (wie „untitled: stockade2015“) oder erweitert. So wird „untitled: blocksonstilts“; 2018-2019 nun aus fünf Blöcken bestehen, statt aus drei.

Bekannt ist Phyllida Barlow (geb. 1944 in Newcastle-Upon-Tyne) für ihre imposanten und zugleich scheinbar labilen Installationen aus leuchtend bemalten Industrie- und Alltagsmaterialen, die spielerisch die Grenzen von Masse, Höhe und Raumvolumen testen. Pyllida Barlow betont mit ihrem Werk die Erfahrung unterschiedlicher Medien und Materialprozesse anstelle von offen metaphorischen oder biografischen Lesarten. Zu den von ihr verwendeten Materialien gehören Überreste und Wertstoff-Müll, wie man ihn an der Peripherie des Alltags findet (z.B. Bitumen, Beton, Glas, Stahldraht, Papier, Tücher, Polyurethanschaum, Latex, Polyethylen, Schaumstoff und Industrieklebstoff). Materialien, die traditionell mit den bildenden Künsten assoziiert werden wie Holz, Stein und Leinwand, findet man bei Barlow hingegen nur in Armaturen oder Requisiten.

Die Begegnung mit einem Kunstwerk von Barlow hat eine räumliche, zeitliche und imaginäre Dimension. Denn zusätzlich zur faktischen Zeit, die man benötigt, um eine Skulptur zu umrunden, stellt sich ein Gefühl der Kollision von Vergangenheit und Zukunft ein. Denn ein Teil von Barlows Skulpturen besteht aus dem Material früherer Werke. Folglich birgt jede bereits vorhandene Skulptur das Potenzial, in einer zukünftigen Arbeit recycelt zu werden. Dieser Vorgang von Produktion, Zerstören und Rekonstruktion spiegelt die natürlichen Rhythmen von Entstehung, Wachstum und Zerfall unserer Welterfahrung. Er „legt auch die Frage nahe, ob die Aufgabe zeitgenössischer Bildhauer*innen möglicherweise eher im Erzeugen einer bestimmten Erfahrung besteht als darin, eine schon jetzt überfrachtete Welt mit weiteren Objekten zu beschweren“, so Kurator Damian Lentini.

Wenn sich Phyllida Barlow selbst über die Begriffe Beinahe-Kollision („near miss“) und Missverstehen äußert, beschreibt sie damit indirekt auch das Miteinander von Skulptur und Betrachter*in. Während Machbarkeit, Zweckmäßigkeit und Effizienz für Barlow Forderungen des Alltagslebens sind, deren treuer Helfershelfer das Verständnis ist, bildet das Missverstehen „eine Art Lebensform. Es ist die dunkle Seite … wo uneingeschränkt Irritationen und Abschweifungen herrschen und ihre eigenen Hierarchien und Kollisionen zwischen Ordnung und Chaos etablieren.“ Sie schließt: „Das Land des Missverstehens ist wahrscheinlich eine Art Hölle, doch für mich ist es zweifelsohne auch der Himmel.“

Wiederholt sind ihre Skulpturen so beschrieben worden, als seien es menschliche Wesen. Gemeinsam sei beiden eine gewisse Unbeholfenheit oder Plumpheit, manchmal „ein knollen-, ja cartoonhaftes Erscheinungsbild“ (Briony Fer). In der Schwebe bleibt, ob Barlows Installationen Orte der Gefahr oder der Geborgenheit sind: Balkone, auf denen niemand steht; Markisen, die niemandem Schatten spenden; Bühnen und Türme, auf die niemand steigen, die niemand betreten kann; ein Container, der niemals Schutt transportieren wird; Säulen und Sockel ohne tragende Funktion. Noch dazu bieten sich all diese Objekte oft überdimensional und folglich für die Betrachter*innen in Untersicht an. So stellt sich ein bestimmtes Kindheits-Gefühl ein, das sich aus den Komponenten Kakophonie, Wuchern sowie der Offenbarung von Fehlern und Schwächen zusammensetzt. Charakteristisch und faszinierend ist dabei die gestische Sicherheit, Präzision und Sorgfalt, mit der die Künstlerin dieses oft komödiantische Scheitern in Szene setzt.

Barlow kommentiert mit ihrer Methode auch den konservativen Ansatz ihrer meist männlichen Zeitgenossen, der sich in den 1960er-Jahren hemmend auf skulpturales Schaffen nicht nur in Großbritannien ausgewirkt hat. Gleichzeitig überwindet sie ihn souverän. Als Beispiel hierfür kann ihr beeindruckendes Werk „untitled: 100banners2015“ dienen, das den Auftakt der Ausstellung bildet. Auf eine Reihe dünner, mit Farbflecken übersäter Holzstangen aufgespannt und mit leuchtend orangefarbenen Sandsäcken am Sockel garniert, präsentiert „untitled: 100banners2015“ eine Kavalkade von Farben und Texturen, deren Anblick derartig in Bann zieht, dass man einen Augenblick braucht um zu erkennen: Der Weg in die Ausstellung ist fast vollständig versperrt. Auch 2011, bei ihrer Beteiligung an der Ausstellung „Skulpturales Handeln“ im Haus der Kunst hatte Barlow den Raum auf ähnliche Weise verstellt.

Statt sich auf künstlerische Strömungen einer früheren Generation zu beziehen, beginnt Phyllida Barlow ihr Schaffen direkt mit dem Themenkomplex städtischen Wiederaufbaus in der Nachkriegszeit. Sie sieht ihr Werk auch nicht im Kontext von Geschlechterzugehörigkeit. Zwar hat sie sich über die Ausstellungen der 1960er-Jahre enttäuscht gezeigt und Schweißen, Gießen und Konstruieren mit Fiberglas und Harz als „vorwiegend männliche Aktivitäten“ bezeichnet (Buchbeitrag „Hearsay, Rumours, Bed-sit Dreamers and Art Begins Today“, 2003). Doch spielt Geschlechterzugehörigkeit seit den 1970er-Jahren für sie keine Rolle mehr. Entscheidend wird für sie vielmehr der Einfluss von Künstler*innen wie Alberto Giacometti, Jean Fautrier, Pablo Picasso, sowie von Eva Hesse oder Louise Bourgeois.

Phyllida Barlow selbst experimentiert, statt im herkömmlichen Sinne bildhauerisch tätig zu sein. So hat sie unter Einsatz der für sie typischen Werkstoffe und Kompositionstechniken in einer über fünfzigjährigen Laufbahn den Skulpturbegriff unermüdlich immer weiter gedehnt und eine einzigartige Formensprache entwickelt.

Sehr eigen ist ebenfalls ihr Verständnis von Zeichnung. Barlows Zeichnungen entstehen häufig erst, nachdem ein Werk geschaffen ist; sie sind somit kein herantastendes Planen, sondern auf produktive Weise nur „halb erinnerte Dinge“. Die Auswahl von Zeichnungen in der Ausstellung reicht von den frühen 1960er-Jahren bis heute.

Kuratiert von Damian Lentini
Kuratorische Assistenz: Lisa Paland

Abbildung:
Phyllida Barlow. frontier
Installationsansicht / Installation view
Haus der Kunst, 2021
Foto: Maximilian Geuter


Bitte buchen Sie für Ihren Besuch ein Ticket über Xing-Events. Die Verfügbarkeit von Tickets an der Museumskasse ist abhängig vom Inzidenzwert der Stadt München. Übersteigt die Inzidenz den Wert 50 wird der Großteil des Ticketverkaufs über Xing-Events gesteuert, an der Kasse sind dann nur noch wenige Tickets erhältlich. Sie können uns hierzu gerne kontaktieren: mail@hausderkunst.de bzw. +49 89 21127 113.
Die aktuell gültige 7-Tage-Inzidenz finden Sie unter: www.muenchen.de/corona


Stiftung Haus der Kunst München, gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH
Prinzregentenstraße 1,
80538 München

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Buchheim Museum Bernried: ERICH HECKEL. EINFÜHLUNG & AUSDRUCK

ERICH HECKEL. EINFÜHLUNG & AUSDRUCK
Buchheim Museum der Phantasie
Ausstellung verlängert bis 06. Juni 2021
Im fünfzigsten Jahr seines Todes widmet das Buchheim Museum Erich Heckel, dem großen Maler und Graphiker des Expressionismus, 1883 in Döbeln geboren und 1970 am Bodensee gestorben, eine umfassende Retrospektive. Dank der Zusammenführung der Sammlungen Gerlinger und Buchheim ist jedes Jahr seines langen Schaffens zwischen 1903 und 1968 mit Werken präsent. Die Ausstellung macht Heckel als empathischen, psychologisch reflektierten und nicht zuletzt als sehr belesenen Künstler erfahrbar. In den wenigsten Fällen ist sein Werk illustrativ, und doch sind die literarischen Einflüsse in Heckels künstlerischem Werk spürbar. So richtet die Ausstellung ein besonderes Augenmerk auf Heckels Dialog mit Nietzsche, Dostojewski, Jean Paul, Hölderlin, Rilke und anderen. Die Schau umfasst Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken. Mit 400 Arbeiten erstreckt sie sich über die beiden großen Säle des Museums. Durch eine Gegenüberstellung von graphischem und malerischem Werk wird deutlich, wie sehr sich diese beiden Gattungen im Werk des Künstlers gegenseitig befruchten. Damit ist auch Heckels bedeutender Beitrag zur Begründung der Moderne in Deutschland markiert. Seine Auseinandersetzung mit dem Holzschnitt nahm wesentlichen Einfluss auf Entwicklung des sich um 1910 etablierenden gemeinsamen Malstils der Künstlergruppe »Brücke«, die Heckel 1905 mitbegründet hatte.


Abbildung:
Erich Heckel
Figuren am Strand, 1912
Öl auf Leinwand
Sammlung Hermann Gerlinger im Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
© Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen; VG Bild-Kunst, Bonn
Reproduktion: Archiv Hermann Gerlinger

Für einen sorgenfreien Kunstgenuss soll unser Hygienekonzept sorgen.
Es gelten Abstandsregeln, FFP2-Maskenpflicht, eine Einbahnregelung, eine Besucherzahlbegrenzung von 150 sowie eine Aufenthaltsdauer von maximal zwei Stunden.
Solang die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Weilheim-Schongau zwischen 50 und 100 liegt, können wir Sie nur einlassen, wenn Sie hier ein Online-Ticken gebucht haben.Wenn der Inzidenzwert unter 50 sinkt, möchten wir Sie dennoch um Buchung von Online-Tickets bitten. Andernfalls können wir wegen der Begrenzung der Besucherzahl nicht gewährleisten, dass wir Sie einlassen können.Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihre Daten erfassen müssen, da wir die Nachverfolgbarkeit garantieren müssen.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See
Museen heute

Buchheim Museum Bernried: WIND. JAHRESAUSSTELLUNG DER GEDOK

WIND. JAHRESAUSSTELLUNG DER GEDOK
Buchheim Museum der PhantasieAusstellung bis 09. Mai 2021

Die GEDOK, 1926 als »Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen« gegründet, ist als Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. bis heute das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Kunstgattungen. Die Jahresausstellung 2020 der GEDOK München findet im Buchheim Museum und im umliegenden Park statt. Durch einen Wettbewerb werden die teilnehmenden Künstlerinnen ermittelt. Ihr gemeinsames Thema ist der Wind – vom Hauch bis zum Hurrikan.

Es gibt viele Begriffe, welche die unterschiedliche Intensität von WIND beschreiben: Windstille, Lufthauch, Brise, Böe, Sturm, Windhose, Orkan, Hurrikan, Taifun. Aber auch in unserem täglichen Sprachgebrauch finden sich zahlreiche Wortkombinationen, poetische Assoziationen und Sprichwörter: von einer „windigen Konstruktion" nehmen wir in der Regel Abstand, ebenso von „wer Wind sät, wird Sturm ernten". Hingegen sind „frischer Wind" oder die „sturmfreie Bude" stets willkommen.

In seiner ursprünglichen Bedeutung beschreibt das Wort WIND als „wehen / blasen" ein meteorologisches Naturphänomen der Bewegung von Luft. Luft per se ist allerdings nicht sichtbar. Doch wie kann man etwas Unsichtbares, etwas nicht Greifbares sichtbar machen und künstlerisch darstellen? Mit dieser Fragestellung beschäftigen sich 36 künstlerische Positionen, die von einer Fachjury für die diesjährige Jahresausstellung der GEDOK München ausgewählt wurden.

2020 jährt sich der Geburtstag der GEDOK-Gründerin Ida Dehmel (1870-1942) zum 150. Mal. Die Gründungsidee ist eng mit der Entstehung der Moderne in der Kunst verbunden und bot seit 1926 eine erstmalige übergreifende Verbindung aller Kunstsparten in einem Verein für Künstlerinnen. Aus diesem Grund liegt der Fokus der Gesamtpräsentation WIND - neben verschiedenen Einzelpositionen - auf einem interdisziplinären Ansatz: So sind zahlreiche Ausstellungsbeiträge durch Vernetzung und Kooperation vieler der teilnehmenden Künstlerinnen entstanden.
In der Ausstellung wird WIND in all seinen Facetten erlebbar gemacht: als Urgewalt und Naturphänomen, aber auch im übertragenen Sinn als Stimmungsbarometer, als Symbol für Aufbruch und Veränderung, für Übergänge und Bewegung. Dabei werden auch immer wieder Zwischenräume und die mögliche Flüchtigkeit von Außenhülle und Innenleben ausgelotet.
All diese zeitgenössischen Positionen sind dabei eine Fortführung und Weiterentwicklung einer längeren Tradition. In der neueren Kunstgeschichte finden sich viele Ausprägungen der Windkunst, die aufgrund ihrer Natur meist kontinuierlichen Veränderungsprozessen unterliegen. Unter der Verwendung von Luft als primärem oder zumindest wichtigem Gestaltungsmittel experimentierten Jean Tinguely und Alexander Calder bereits in den frühen 1960er Jahren als zwei Hauptvertreter der kinetischen Kunst in ihren fragilen Objekten mit Bewegung – und auch mit Luft. Auch in der Land Art von Künstlern wie Walter de Maria und James Turrell spielte der Wind eine (wenn auch untergeordnete) Rolle. Licht und vor allem die mit Wind verbundene Bewegung war ein zentrales Charakteristikum der ZERO-Gruppe um Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker.

Auch viele zeitgenössische Positionen greifen das Naturelement in ihrer Arbeit auf und nutzen die mit Wind oft verbundene poetische Leichtigkeit und metaphorische Bedeutung dabei ebenso wie seine unbändige Naturkraft. So erschuf Anish Kapoor 2003 in der Galleria Continua einen knapp 10 Meter hohen Tornado aus Dampf.
Teilnehmende Künstlerinnen

Bianca Artopé
Silke Bachmann
Annegret Bleisteiner
Gabi Blum
Sieglinde Bottesch
Nena Cermak
Christine Demmel
Dorothea Dudek
Dorothee Eberhardt-Lutz
Ruth Effer
Judith Egger
Sophie Epp
Ana Feiner-Zalac
Katja Fischer
Sabine Fockner-Götze
Dorothea Frigo
Renate Gehrcke
Suse Güllert
Ursula Haas
Gertrud Hahn
Hong Yun He
Tanja Hemm
Barbara Christine Henning
Barbara Hesse-Bachmaier
Cordula Hofmann-Molis
Monika Humm
Christiana Jöckel
Sabine Jörg
Rosa Maria Krinner
Inge Kurtz
Patricia Lincke
Ina Loitzl
Nina Annabelle Märkl
Petra MoßhammerMasako Ohta
Monika Olszak
Kaja Plessing
Ulrike Prusseit
Hilla Rost
Katharina Schellenberger
Anna Schölß
Nina Seidel-Herrmann
Eva Sindichakis
Rose Stach
Cosima Strähhuber
Susanne Thiemann
Barbara Yurtdas
Elke Zauner

Die Ausstellung im Buchheim Museum Bernried wird kuratiert von Ergül Cengiz und Katia Rid.
Abbildung:
Dorothea Dudek
Im Wind, 2019
Öl auf Leinwand

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Buchheim Museum der PhantasieAm Hirschgarten 1,
82347 Bernried am Starnberger See

Museen heute

Museum Fürstenfeldbruck: Frau darf … 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie

Frau darf … 100 Jahre Künstlerinnen an der Akademie
Museum Fürstenfeldbruck
Ausstellung verlängert bis 26. September 2021

Im Herbst 2020 jährt es sich zum hundertsten Mal, dass Frauen an der Münchner Akademie der Bildenden Künste zum Studium zugelassen wurden. Widerstrebend musste die Akademieleitung dem hartnäckigen Drängen der Künstlerinnen nachgeben. Dies war Ergebnis der Revolution von 1918 und der Weimarer Verfassung, die den Frauen die lang erkämpfte formale Gleichberechtigung brachte.

Wie die meisten Lebensbereiche war auch die Kunst bis weit ins 20. Jahrhundert überwiegend eine Männerdomäne. Die Ausstellung thematisiert die Ausbildungsmöglichkeiten der „Malweiber“, die frühe Frauenbewegung im München, das Ringen um die Zulassung an die Akademie, die Studienbedingungen der ersten Künstlerinnen und macht sichtbar, wie hart umkämpft der Kunstmarkt in den 1920er Jahren war.

Die Ausstellung begibt sich auf Spurensuche jener Künstlerinnen, die vor 100 Jahren hoffnungsvoll ihr Studium begannen. Zwölf unterschiedliche Künstlerinnenbiographien zeigen, mit welchen Vorurteilen Frauen zu kämpfen hatten und welchen Themen sich die Künstlerinnen widmeten. Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste erfolgt, spürt den Wegen der Malerinnen nach, sie erinnert dabei auch an unterschiedliche Frauenschicksale dieser „verschollenen Generation“, die zwischen zwei Weltkriegen ihren Platz suchten.

Abbildungen:
Marianne Euler-Henselmann
Stillleben, um 1935,
Privatbesitz
Foto: Wolfgang Pulfer

Daisy Campi
Malven, um 1931
Privatbesitz
Foto: Franz Kimmel

Der am 4. März 2021 neu aufgestellte Stufenplan der Bundesländer bestimmt ausdrücklich, dass Museen unter den ersten Kultureinrichtungen sind, die geöffnet werden dürfen. Wenn auch mit kleinen Einschränkungen, da der Landkreis Fürstenfeldbruck mit einer 7-Tage-Inzidenz von 54,09 (Stand 9.3.2021) über der „magischen“ 50er-Marke liegt.
Gesetzlich vorgeschrieben ist eine vorherige Anmeldung des Besuchs unter 08141/61 13 13 oder gerne auch unter museum@fuerstenfeldbruck.de.
Für einen sorgenfreien Kunstgenuss sorgt unser bewährtes Hygienekonzept. Weiterhin gilt auch die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske.

Museum Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld
Fürstenfeld 6
82256 Fürstenfeldbruck
Museen heute

Museum Campendonk: Hinter Glas gemalt. Geheimnisse einer Technik - verlängert bis 04.07.2021

Hinter Glas gemalt. Geheimnisse einer Technik
verlängert bis 04.07.2021

Das Geheimnisvolle der traditionsreichen Hinterglastechnik faszinierte Wassily Kandinsky, Heinrich Campendonk, Lily Hildebrandt und Walter Dexel zeit ihres Schaffens. Das transparente Material Glas verleiht dem Werk Glanz. Lichtbrechung und Spiegelung erzeugen eine besondere Strahlkraft. Keine andere Technik eröffnet so viele raffinierte Möglichkeiten wie das rückwärtige Malen auf Glas.
Selten stehen Maltechnik und Materialanalyse im Zentrum einer Ausstellung, obwohl sie wichtige und spannende Einsichten bieten. Diesen „Blick in das Kunstwerk“ möchte die Ausstellung „Hinter Glas gemalt. Geheimnisse einer Technik“ erstmals ermöglichen. Sie bildet den Abschluss eines dreieinhalbjährigen multidisziplinären Forschungsprojektes.
Nachdem die ursprüngliche Laufzeit (19.12.2020 – 11.04.2021) in den Lockdown gefallen ist, freut es uns umso mehr, dass die Ausstellung bis 4. Juli 2021 verlängert werden konnte. Großer Dank gilt an dieser Stelle unseren Leihgebern. Ein Forschungsprojekt – drei Disziplinen Dreieinhalb Jahre lang hatte das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk die Projektleitung des von der VolkswagenStiftung geförderten, multidisziplinären Forschungsprojektes „Hinterglasmalerei als Technik der Klassischen Moderne 1905 – 1955“ inne. Ziel des Projektes war es, ein umfassendes Bild der Verbreitung der Technik, ihrer Materialien und Fertigungsweisen im 20. Jahrhundert zu geben. Die Ergebnisse werden
nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Bis heute findet die Hinterglasmalerei wenig Anerkennung im kunsthistorischen Kanon. Doch weitaus mehr Künstler*innen als bislang angenommen haben sich im 20. Jahrhundert mit der Hinterglasmalerei als neuem Ausdrucksmedium befasst. Die Vielfalt an technischen
Möglichkeiten offenbaren die Hinterglasarbeiten der „Blauen Reiter“, von Künstler*innen der Berliner Galerie „Der Sturm“ wie Nell Walden und Erich Buchholz und vieler anderer Maler*innen – auch nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die besondere Herstellungsform eines seitenverkehrt angelegten Bildes blieb seit der Antike bis ins 21. Jahrhundert identisch, auch wenn sich Darstellungen, Materialien und künstlerische Techniken änderten. Dank der maltechnischen und materialanalytischen Untersuchungen von 66 hochkarätigen Kunstwerken renommierter Künstler*innen der Klassischen Moderne konnten detaillierte Unterscheidungen vorgenommen werden, die zu neuen Kategorien führten. In dreizehn Ausstellungskapiteln, darunter „Das Postulat der Farbe“, „Radierung“, „Spiegelbilder“ oder „Besondere Glasarten“, werden den modernen und zeitgenössischen Werken auch immer ihre historischen Vorläufer des
18. und 19. Jahrhunderts gegenübergestellt.
Der Ausblick auf zeitgenössische Hinterglasmaler wie Thilo Westermann, Jochem Poensgen und Emil Schult verdeutlicht die Aktualität der Technik. Anhand von zwei Filmen kann das Publikum hautnah den Malern Reinhold Nägele und Werner Schriefers bei der Arbeit zusehen.
Gestrichen oder gestupft – Kunsttechnologie und Materialanalyse Die zwischen den 1910er- bis in die 2010er-Jahre geschaffenen Exponate der Ausstellung spiegeln die unterschiedlichen künstlerischen Verfahren von Hinterglasmalerei wider.
Dabei geht die Kunsttechnologie den charakteristischen Spuren einer Künstlerhandschrift nach: Wurde die Malschicht gestrichen oder gestupft, ist diese fließend, dünn, dick oder pastos, ein- oder mehrschichtig? Zeigen sich maltechnische Besonderheiten wie der Einsatz
von Bronzefarben, Metallfolien oder Glanzpapieren? Details der bemalten Seite und Aufnahmen im Durchlicht geben ungeahnte Einblicke in eine
faszinierende Technik.
Die Materialanalyse hatte zum Ziel, mit den Möglichkeiten der instrumentellen Analytik möglichst umfassend die Farb- und Bindemittel der Hinterglasbilder zu identifizieren. Um die Vorgehensweise der Chemiker zu veranschaulichen, wird ein Raum der Ausstellung zum Labor.

Höchste Priorität hat für uns ein sorgenfreier und sicherer Museumsbesuch, dafür haben wir ein klares Hygienekonzept: Es gelten Abstandsregeln, FFP2-Maskenpflicht, ein ausgeschilderter Rundgang sowie eine Besucherzahlbegrenzung auf insgesamt 30 Personen im
Museum Penzberg und eine Begrenzung auf 6 Personen im Bergwerksmuseum.
Solange die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Weilheim-Schongau zwischen 50 und 100 liegt, können wir Besucher*innen in beide Museen nur einlassen, wenn diese sich telefonisch unter 08856 / 813 480 oder per Mail unter museum@penzberg.de angemeldet haben.
Auch bei einem Inzidenzwert unter 50 bitten wir um Anmeldung, um einen Einlass gewähren zu können.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihre Daten erfassen, da wir die Nachverfolgbarkeit garantieren müssen.

Museum Penzberg
Sammlung Campendonk
Stadt Penzberg
Karlstraße 25
82377 Penzberg


Abbildungen:

Ignaz und Daniel Preissler, Flusslandschaft mit Burg, 1.
Drittel 18. Jh., Sammlung Steiner © Foto: Simone
Bretz, Garmisch-Partenkirchen.

Nell Walden, Glasbild 42, 1918, Privatsammlung / Foto:
Simone Bretz, Garmisch-Partenkirchen.
Konzert

München Rathausgalerie: THE GLASS CAGE

THE GLASS CAGE

7 stunden live art-performance
(kein live streaming)
stefan winter (rauminstallation, regie)
fumio yasuda (komposition)
teodoro anzellotti (akkordeon, performance); gareth davis (bassklarinette, performance); julie läderach (cello, performance); sool park (dichtung, philosophie, performance); breeanne saxton (tanz, stimme, performance); geneviève strosser (viola, performance); eric zwang-eriksson (rhythmen, noise art, performance)
THE GLASS CAGE ist ein sieben-stunden-experiment. sieben künstler*innen performen sieben stunden lang in sieben gläsernen käfigen, voneinander getrennt, isoliert von der außenwelt. dem publikum wird die chance gegeben, individuelle kunstwerke, klangwerke in ihrem entstehen zu erleben, durch das eigene dasein, durch reine existenz ein teil dieses prozesses zu werden. the glass cage bietet den akteuren die möglichkeit, ihre kunst zu erforschen, zu entwickeln und ihren isolierten, doch sichtbaren raum zu nutzen.
THE GLASS CAGE beschäftigt sich sieben stunden lang mit der frage, ob man überleben kann, wie man überleben kann in einer welt der isolation, ausgegrenzt, einsam. sollen wir aus angst vor dem tod auf das leben verzichten? kann isolation die welt retten? performance kunst als spiegel der zeit.förderer (video-equipment): k-9 film-und tv produktion, münchen

rathausgalerie kunsthalle
marienplatz 8, 80331 münchen
www.muenchen.de/rathausgalerie
www.facebook.com/rathausgalerie.kunsthalle
Tipp

München Rathausgalerie: THE GLASS CAGE

THE GLASS CAGE

7 stunden live art-performance
(kein live streaming)
stefan winter (rauminstallation, regie)
fumio yasuda (komposition)
teodoro anzellotti (akkordeon, performance); gareth davis (bassklarinette, performance); julie läderach (cello, performance); sool park (dichtung, philosophie, performance); breeanne saxton (tanz, stimme, performance); geneviève strosser (viola, performance); eric zwang-eriksson (rhythmen, noise art, performance)
THE GLASS CAGE ist ein sieben-stunden-experiment. sieben künstler*innen performen sieben stunden lang in sieben gläsernen käfigen, voneinander getrennt, isoliert von der außenwelt. dem publikum wird die chance gegeben, individuelle kunstwerke, klangwerke in ihrem entstehen zu erleben, durch das eigene dasein, durch reine existenz ein teil dieses prozesses zu werden. the glass cage bietet den akteuren die möglichkeit, ihre kunst zu erforschen, zu entwickeln und ihren isolierten, doch sichtbaren raum zu nutzen.
THE GLASS CAGE beschäftigt sich sieben stunden lang mit der frage, ob man überleben kann, wie man überleben kann in einer welt der isolation, ausgegrenzt, einsam. sollen wir aus angst vor dem tod auf das leben verzichten? kann isolation die welt retten? performance kunst als spiegel der zeit.förderer (video-equipment): k-9 film-und tv produktion, münchen

rathausgalerie kunsthalle
marienplatz 8, 80331 münchen
www.muenchen.de/rathausgalerie
www.facebook.com/rathausgalerie.kunsthalle
Museen

Kunsthalle München: ERWIN OLAF. UNHEIMLICH SCHÖN

ERWIN OLAF. UNHEIMLICH SCHÖN
Kunsthalle München
Ausstellung vom 14. Mai bis 26. September 2021

In den Niederlanden gehört Erwin Olaf (*1959) zu den berühmtesten Künstlern der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste umfangreiche Einzelausstellung in Deutschland. Ausgewählte Fotografien, Kurzfilme, Skulpturen und MultimediaInstallationen aus über vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre.Den Abschluss der Ausstellung bildet seine neueste Serie Im Wald (2020), die eigens für die Retrospektive in der Kunsthalle entstanden ist.Für seine Werke entwirft Olaf bis ins kleinste Detail durchdachte Welten, die der unseren zwar zum Verwechseln ähnlichsehen, jedoch oftmals Rätsel
aufgeben: Hinter der makellosen Ästhetik, die der Filmund Werbeindustrie entlehnt ist, scheint Verdrängtes zu lauern. Auch entpuppt sich die Kulissenhaftigkeit seiner Inszenierungen oft als Hinweis auf Abgründiges. Der Fotokünstler setzt bewusst auf Irritationen, bedient sich vieldeutiger Symbolik und gestaltet seine Erzählungen bedeutungsoffen. So bleibt es dem Publikum überlassen, sich den Anspielungen gegenüber zu öffnen und die Leerstellen mit eigenen Assoziationen und Interpretationen zu füllen.

ZWISCHEN POLITIK UND POESIE
"Ich ergreife Partei für die Freiheit. Die Freiheit des Individuums, das nicht von einer bestimmten Gruppe dominiert werden darf."
Bereits während seines Journalismus-Studiums, das Olaf 1980 in Utrecht abschloss, wurde ihm bewusst, dass er seine Geschichten nicht mit Worten, sondern mit Bildern erzählen wollte. Anfang der 1980er-Jahre veröffentlichte er in internationalen Publikationen der LGBTSzene erste dokumentarische Fotografien. Zeitgleich arbeitete er an Fotoserien, in denen er Fragen nach Demokratie, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aufwarf. Wie ein roter Faden zieht sich Olafs politisches und soziales Interesse durch sein Œuvre. Bis heute gehört er zu den prominenten Stimmen, die sich in den Niederlanden für das Recht des Einzelnen auf freie Entfaltung einsetzen. Im Kampf für Toleranz und Akzeptanz schreckt er vor keiner Kontroverse zurück.
In seinem Frühwerk nutzte der Künstler das Mittel der Provokation, um gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen. So etwa in seiner 1987/88 entstandene Serie Chessmen, die den Menschen als sexuelles Wesen in den Fokus rückt und ihn in subversiv erotischen Machtgefügen darstellt. Seit den 2000ern sind es vor allem Stimmungen und Gefühle, die er inszeniert – wie etwa das Weinen der ersten Träne nach einer erschütternden Nachricht in Grief (2007) oder den Zwischenzustand des Wartens in der gleichnamigen Serie Waiting (2014).
Aber auch konkrete politische Ereignisse greift Olaf wiederholt auf. In den Werkreihen Troubled, Awakening und Tamed & Anger (alle 2015) verarbeitet er beispielsweise die Pariser Anschläge von 2015 auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und das Kulturzentrum Bataclan.

Anlässlich des 60. Geburtstags des Künstlers zeigten das Kunstmuseum und das Fotomuseum in Den Haag 2019 eine äußerst erfolgreiche Doppelausstellung. Im selben Jahr wurden ausgewählte Fotografien Olafs im Rijksmuseum in Amsterdam ausgestellt. Bei der Eröffnung wurde er zum Ritter des Ordens vom Niederländischen Löwen geschlagen.
Mit rund 350.000 Besucher*innen jährlich ist die Kunsthalle München eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands. Hier, im Herzen der Münchner Innenstadt, werden pro Jahr drei große Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen gezeigt. Rund 1.200 m² Ausstellungsfläche sind mit modernster Museumstechnik ausgestattet und bieten Kunstwerken verschiedenster Gattungen eine würdige Plattform, sei es Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Kunsthandwerk, Design oder Mode. Monografische Ausstellungen und thematische Projekte wechseln sich dabei ab, aber auch interdisziplinäre Ansätze finden im vielseitigen Programm der Kunsthalle München ihren Platz.

Abbildung:
Berlin
Stadtbad Neukölln – 23rd of April, 2012
2012
© Erwin Olaf
Courtesy Galerie Ron Mandos Amsterdam
Aktuelle Hinweise

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
80333 München
Abzug
Sonntag, 18.04.2021

(Alp-)Traumhaft 53

Martin Gebhardt, München
(Alp-)Traumhaft 53
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Freitag, 16.04.2021

Bigband Dachau feat. Jimi Tenor: Live at Stadtheater Landsberg

20. Oktober 2019: Jimi Tenor & Bigband Dachau – Ein ohrenbetäubender Spaß Dies ist der Originalbericht des Mitschnitts LIVE AT STADTTHEATER LANDSBERG (erschienen am 21. Oktober 2019 unter www.kultkomplott.de & am 23. Oktober 2019 in der Augsburger Allgemeine Zeitung)Landsberg. Wer bei dem Wort Big Band an straighten Swing...
Film
Donnerstag, 15.04.2021

Arte: JACKIE

Die beliebte First Lady Jackie Kennedy sitzt neben ihrem Ehemann, dem US-Präsidenten John F. Kennedy, als am 22. November 1963 die tödlichen Schüsse fallen. In den Tagen nach dem Attentat befinden sich eine ganze Nation und die junge Witwe Jackie in Schockstarre und tiefer Trauer. Ein perfekt gezeichnetes Biopic, mit Natalie Portman in der Hauptrolle.Jackie Kennedy ist Anfang der 60er Jahre...
Echo
Mittwoch, 14.04.2021

Germering 15. Juni 2012: Jörg Schippas UnbedingT

Germering. Wieviel Zeit Jörg Schippa benötigte, um für sein von Klarinetten dominiertes Jazz-Quartett den passenden wie griffigen Bandnamen zu finden, ist nicht bekannt. Mit UnbedingT hat der Berliner Gitarrist, Komponist und Klangabenteurer jedenfalls den Kern seiner künstlerischen Ambitionen sprachlich konkret auf den Punkt gebracht. Und tatsächlich lag am...
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Dienstag, 13.04.2021

Mirko Bonné „Seeland Schneeland“

Sir Ernest Shackleton gilt nicht nur als einer der größten Abenteurer des letzten Jahrhunderts. Der gebürtige Ire wird, obwohl seine Antarktisreise während des 1. Weltkrieges im Südpolarmeer scheiterte, als einer der wichtigsten Expeditionsleiter und als Vorbild für ganze Generationen von heranwachsenden Naturforschern und (heutigen) Managern(!) verehrt. Grund hierfür waren sein...
Musik
Montag, 12.04.2021

Vor 62 Jahren: Art Blakey And His Jazz Messengers „Moanin'“

Das Schlagzeug war ihm nicht in die Wiege gelegt. Als Waise hatte der 1919 geborene Arthur William Blakey eine harte Kindheit. Er arbeitete schon mit zehn Jahren in den Kohlebergwerken von Pittsburgh, heiratete früh und war mit fünfzehn zweimal Vater. Die Vorzeichen für ein glückliches, sorgenfreies Leben standen schlecht. Blakey begann zu musizieren, probierte sich an...
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(Alp-)Traumhaft 52

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