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Inhaltsverzeichnis
Chris Minh Doky New Nordic Jazz „Transparency“

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Ruben Blades & Chucho Valdes

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OHRENGLÜCK 49: Pure Desmond "Audry"

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David & Danino Weiss Quartett „Violets For Your Furs“

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Karl Seglem „Nunatak – Eine Erzählung“ & „Hopp (And...

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OHRENGLÜCK 48: Violaine Cochard & Édouard Ferlet "Plucked ’n Dance"

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Samstag 15.12.2018
Chris Minh Doky New Nordic Jazz „Transparency“
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Chris Minh Doky spielt Bass. Geboren in Dänemark als Sohn einer Popsängerin und eines aus Vietnam stammenden Gitarristen, zog es ihn nicht einmal zwanzigjährig mitten hinein in das Eldorado des Jazz, nach New York. Hier wollte er sich beweisen, seinen Platz in der überaus reichen und herausfordernden Szene finden. Ganz dem Motto verpflichtet: Wer sich in New York durchsetzt, der gehört zu den Großen seines Fachs. Schnell sind auch einige der führenden Instrumentalisten des Jazz auf diesen jungen Mann aufmerksam geworden, haben ihn als Sideman für ihre Bands gewinnen können. Neben Mike Stern, Michael Brecker und David Sanborn gehörten auch Ryuichi Sakamoto und David Sylvian zu seinen frühen Arbeitgebern – bis Chris mit eigenen Bands und Projekten für Aufmerksamkeit sorgte.
Mit seinem Trio New Nordic Jazz ist der Bassist auf Spurensuche nach der eigenen Identität. Da er immer als ein amerikanischer Musiker wahrgenommen wurde, war es ihm jetzt Wunsch und Bedürfnis sich seiner dänischen Wurzeln bewusster zu werden. „Was bedeutet es, dänisch und aus den nordischen Ländern zu sein?“, war seine Ausgangsfrage. Und so entstand schon auf dem Debüt dieses Trios der Versuch, die Natur des europäischen Nordens zum Ausdruck zu bringen.
Auf dem hier vorliegenden „Transparency“ geht Minh Doky noch einen Schritt weiter und charakterisiert in neun Kompositionen die  Lebensweise und das menschliche Miteinander in seinem Geburtsland. „Ich versuche, es aus der Perspektive einer Familie zu beschreiben“, erläutert er den kompositorischen Vorgang. Und so sind Titel wie „Brother“, „Daughter“, „Son“ oder auch „Mother“ entstanden. Musikalisch klingt das Ergebnis wunderbar fließend, mit einem starken individuellen Ausdruck. Die Aufnahmen berühren in ihrer eleganten Intimität, selbst dann, wenn sie von klaren, herzhaften Improvisationen durchtränkt sind. Minh Doky widersteht aber jedem Versuch einer romantischen Nabelschau. Es sind poetisch brillante, ganz subtil herausgearbeitete Studien, deren melodische Verschlingungen die Einbildungskraft beflügeln. Wunderbar seine selbstbewussten Bass-Exkursionen, die den Stücken eine dunkle, tieftönende Wärme verleihen. So sind musikalische Seelenlandschaften entstanden, die dank der großartigen Zusammenarbeit mit Pianist Peter Rosendal und Schlagzeuger Jonas Johansson zur vollen, einfühlsamen Blüte gelangen.

Wer wissen möchte, wie sich das New Nordic Jazz Trio Live anhört, der kann Chris Minh Doky, Peter Rosendal und Jonas Johansson am Mittwoch, 19. Dezember um 21.00 Uhr in der Münchner Unterfahrt erleben „Ich verspreche Ihnen/Euch, dass wir alles getan haben, um den Jazz-Spirit bestmöglich zu verbreiten. Wir freuen uns, Ihnen „Transarency“ zu präsentieren“, beschreibt der Bassist die Herangehensweise an dieses Album. Dann mal nichts wie hin!
Jörg Konrad

Chris Minh Doky New Nordic Jazz
„Transparency“
Red dot/Warner
Autor: Siehe Artikel
Mittwoch 12.12.2018
Ruben Blades & Chucho Valdes
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Diesmal unternehmen wir musikalisch eine transatlantische Reise - mitten hinein in den latainamerikanischen Kontinent. In Panama und auf Kuba sind Salsa und Merengue, Rumba und Son die angesagten musikalischen Stile. Hierbei handelt es sich um kulturelle und stilistische Einflüsse, die aus dem karabischen Raum stammen und von großer rhythmischer, melodischer, formaler und auch choreographischer Variationsbreite leben.
Aus Panama stammt einer der bekanntesten und beliebtesten Salsa Musiker überhaupt: Ruben Blades. Dieser 1948 geborene Superstar und Volksheld war in seinem Leben Postzusteller, Jurastudent, Schauspieler, Komponist, Dozent, Parteigründer, Tourismusminister, UN-Sonderbotschafter, ja, nach ihm wurde 2011 auch eine neu entdeckte Tarantula-Art benannt. Doch eines ist Ruben Blades während der ganzen Jahre, bis heute kontinuierlich geblieben: Einer der besten, leidenschaftlichsten und erfolgreichsten Salsa Sänger. Ihm wurde in der Saison 2014/15 die Ehre zuteil, mit dem mittlerweile schon legendären JAZZ AT LINCOLN CENTER ORCHESTRA unter Wynton Marsalis in New York zu arbeiten. Mit dabei waren einige von Ruben Blades engsten Musikerfreunden einer Heimat, die der jazzausgerichteten Großformation das richtige Salsa-Feeling verpassten.
Das Repertoire auf „Una Noche Con Ruben Blades“ haben der Salsa-König Blades und die Jazz-Koryphäe Wynton Marsalis zusammengestellt. Es besteht sowohl aus treibenden, straff organisiertem Salsa und einigen zeitlos swingenden Klassikern des Jazz. Die Arrangements für dieses musikalische Gipfeltreffen schrieb durchgehend Carlos Henriquez. Ein kompliziertes Geflecht aus fiebrigen Rhythmen, synkopisch pulsierende Harmonien, messerscharfen Bläserattacken und jeder Menge mitreißender Improvisationen sind die Grundlage, die Ruben Blades vocal veredelt. Musik in einer berauschenden Vollendung. Mitreißend, pfiffig, originär.
Chucho Valdes ist als Gründungsmitglied der Band Irakere international bekannt geworden. Diese Formation spielte afro-kubanischen Jazz und trat mit riesigem Erfolg von 1973 an auf allen großen Festivals der Welt auf. Musikalisch ist der Patriarch des kubanischen Jazz, wie Valdes schon genannt wurde, auch als Solist seiner kubanischen Heimat immer treu geblieben. Sein gerade erschienenes Album „Jazz Batá 2“ macht deutlich, dass Valdes das Piano beherrscht wie kaum ein zweiter. Aber er spielt hier nicht, wie so häufig in der Vergangenheit, teuflisch virtuos. Er nutzt den rhythmischen Unterbau der Batás, das sind zweifellige Sanduhrtrommeln, der Kongas, Bongos und des Bass, um eine irrsinnig vertrackte Musik zu spielen. „Das Klavier ist natürlich ein harmonisches Instrument, aber es ist auch perkussiv und man kann damit Schlagzeug spielen“, sagte Valdes kürzlich in einem Interview. Und so klingt das Albums manchmal wie mit einem großen Perkussionsorchester eingespielt, dann wieder schert Valdes hakenschlagend aus dem Rhythmusverbund aus, brilliert mit honigsüßen Melodien oder mit spartanischer Präzision, er zitiert manch großen Klaviervirtuosen des Jazz und glänzt mit individuellen Improvisationen in ungeraden Metren. Eine wunderbare, manchmal auch explodierende Musik für Kopf und Bauch. Vital, kalkuliert, elegant.
Jörg Konrad  



Ruben Blades
& Jazz At The Lincoln Center Orchestra with Wynton Marsalis
„Una Noche Con“
Blue Engine Records / Galileo

Chucho Valdes
„Jazz Bata 2“
Mack Avenue
Autor: Siehe Artikel
Donnerstag 29.11.2018
OHRENGLÜCK 49: Pure Desmond "Audry"
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Paul Desmond (1924-1977) war ein besonderer Saxofonist und ein ungewöhnlicher Mensch. 17 Jahre lang blies er das Altsaxofon im Dave-Brubeck-Quartett, für das er auch seinen großen Hit „Take Five“ schrieb. Er spielte unzählige bezaubernde, schwerelose Improvisationen, in denen sich oft raffinierte musikalische Konstrukte verbargen. Paul Desmond trieb die Coolness ins Extrem – und nannte sich selbstironisch den „wahren Underground“ der Jazzgeschichte.

Wahrscheinlich hätte er das Zeug gehabt zum großen Komponisten, zum Schriftsteller, zum Songtexter, aber er beließ es beim Saxofonspiel. Paul Desmond liebte außerdem Bücher, den Scotch, die Zigaretten. Er hauste im Chaos, schlief bis zum Nachmittag, ein notorischer Junggeselle. Dabei schwärmte er für schöne Frauen, Stars und Models, auch für die Gattinnen seiner Musikerkollegen. Seine besondere Leidenschaft galt der Schauspielerin Audrey Hepburn. Jahrelang soll er Hepburn aus der Ferne bewundert haben, ohne sie jemals anzusprechen.

Diese unglückliche Liebesfantasie hat die Musiker der Band Pure Desmond zu ihrem neuen Werk angeregt. Es ist ihre bereits siebente Album-Hommage an Paul Desmonds kühlen Sound und seine komplexe Persönlichkeit. Rund um Desmonds Stück „Audrey“, das bereits 1954 entstand, erfanden die Musiker acht eigene Stücke, deren Titel raffiniert auf den Saxofonisten und seine heimliche Liebe anspielen.

Lorenz Hargassner (Altsaxofon), Johann Weiß (Gitarre), Christian Flohr (Bass) und Sebastian Deufel (Schlagzeug) finden ihr klangliches Vorbild in Desmonds Quartett mit Jim Hall, das von 1959 bis 1966 bestand. Mit sanftem Jazzbesen-Swing und geschmackvollen Latin-Rhythmen beschwört die Band eine wohlig-abgründige Melancholie. Relaxt umspielen einander das weiche Altsaxofon und die perlende E-Gitarre. In dieses gefestigte, ein wenig aus der Zeit gefallene Klangkonzept von Pure Desmond passen sogar Stücke, die aus einer ganz anderen Stilistik kommen, etwa Fats Wallers „Jitterbug Waltz“, Ennio Morricones „Cinema Paradiso“ und selbst John Cages „Dream“, im Original eine Klavierkomposition, inspiriert von Erik Satie. Das Album „Audrey“ ist eine ebenso liebevolle wie hintersinnige Verbeugung vor dem Cool Jazz von einst.

Hans-Jürgen Schaal
Mehr vom Autor: www.hjs-jazz.de

Pure Desmond
"Audrey"
Major Music
Autor: Siehe Artikel
Sonntag 25.11.2018
David & Danino Weiss Quartett „Violets For Your Furs“
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Seit Jahrzehnten sind es die Mitglieder der Familie Weiss, die dem Sinti Swing eine sprudelnde Unvergänglichkeit angedeihen lassen. Häns`che Weiss, Traubeli Weiss, Lulu Weiss, Martin und Jordan Weiss und nun David & Danino Weiss. Sie alle wandeln musikalisch auf den Spuren ihres großen Idols Django Reinhardt, dem Ahnherrn und Spiritus Rector des Sinti Swing. Und wie all ihre Vorfahren sind natürlich auch David & Danino wie selbstverständlich Autodidakten und haben die Musik seit ihrer Geburt wörtlich im Blut. Und zudem einen prächtigen Mitteilungsdrang, der vielleicht auch eng mit dem Bedürfnis zusammenhängt, etwas Nachhaltiges hinaus in die Welt zu transportieren und damit Bleibendes zu hinterlassen.
Für ihr Debüt-Album „Violets For Your Furs“ haben sie ein Quartett zusammengestellt und zusätzlich ein paar Freunde ins Studio eingeladen. Gemeinsam musizieren sie mit einer Unbeschwertheit und Lebendigkeit, mit einem Drive und einer wohltuenden Hingabe, die einfach ansteckt. David Weiss spielt Akkordeon, Danino Weiss das Klavier. Beide zeigen sie ihre seelische Verwandtschaft, spielen sich mal die herausfordernden, mal die melodischen Ideen zu, verarbeiten Kompositionen des unvergessenen Michelle Petrucciani, arrangieren bekannte Standards von Arthur Schwartz & Howard Dietz neu, verbeugen sich vor Hans-Günther Kölz, einer Akkordeon-Koryphäe aus Schwaben und interpretieren natürlich auch eigene, in halsbrecherischem Tempo gespielte Stücke. Zwar gehört „Violets For You Furs“, was die Stilistik betrifft, eindeutig in die Jazz-Abteilung. Aber das besondere an dieser Musik ist ihre Geschlossenheit, ihr gemeinschaftliches Miteinander – trotz manch mitreißender Improvisation. Es ist Jazz von seiner stimmungsvollen, von seiner zugänglichen, von seiner beschwingten Seite. 
Jörg Konrad  

David & Danino Weiss Quartett
„Violets For Your Furs“
GLM
Autor: Siehe Artikel
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Dienstag 06.11.2018
Karl Seglem „Nunatak – Eine Erzählung“ & „Hopp (And Smile) / Monster Jazz“
In den letzten Jahren wird wieder einmal lautstark diskutiert, ob denn politische Statements, oder ganz persönliche Haltungen und Überzeugungen in der Musik im allgemeinen und speziell im Jazz etwas zu suchen haben. Das erinnert stark an die Auseinandersetzungen in den 1960er Jahre, als, bis auf wenige Ausnahmen, diese Dinge einfach zusammengehörten. Nun also auch heute: Darf oder muss Musik Stellung beziehen? Sollten sich ihre Akteure vom politischen Tagesgeschehen inspirieren lassen, oder sollte es gar ihr Anliegen sein, gesellschaftliche Prozesse mit ihrer Kunst zu beeinflussen?
Karl Seglem gibt auf diese Frage seine ganz persönliche Antwort. Der norwegische Saxophonist und Ziegenhornbläser hat dieser Tage zwei Alben vorgelegt, die einerseits seine Liebe zur Musik verdeutlichen und gleichzeitig seine Sorge um den Zustand dieser Welt zum Ausdruck bringen - ohne dabei in Betroffenheitsritualen zu erstarren.
An „Nunatak – Eine Erzählung“ hat Seglem drei Jahre gearbeitet. Grundlage für dieses intensive Album ist die für alle Menschen spürbare Klimaveränderung, als Ergebnis einer nie dagewesenen Umweltverschmutzung. „Die Meere auf der ganzen Welt ersticken an Plastik. Die Polkappen schmelzen. Der Planet wird wärmer. Das alles hat Auswirkungen auf meinen Lebensstil und meine Lebensphilosophie. Auf meine kreativen Kräfte und meinen Glauben. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Was kann ich anders als recyceln, weniger kaufen, aufhören, Essen wegzuwerfen, aufhören zu fliegen?“, fragt er in einem Interview. Nun, er spielt mit seiner Musik gegen diesen Zustand an, macht aufmerksam, sensibilisiert für diese Themen. Das klingt provozierend und poetisch, energiegeladen und berührend still, virtuos und auch wieder ganz bescheiden. Es sind Gegensätze, die der 57jährige mit seiner großartig aufspielenden Band vereint, instrumental als auch mental. Akustische und elektronische Instrumentierung, traditionelle nordische Folklore und urbaner zeitgenössischer Jazz – alles gehört eben in den musikalischen Kosmos des Norwegers.
So auch Musik für Kinder. Für die hat sich Seglem mit dem Schweizer Pianisten Christoph Stiefel und einer kleinen Band zusammengetan. Der Saxophonist gibt schon seit über 20 Jahren Konzerte in norwegischen Schulen. Was er hier im reinen Jazzkontext versucht, ist der spielerische Umgang mit Musik in seinen unterschiedlichsten Formen. Es wird lustvoll improvisiert, Melodien bekommen immer wieder neue Wendungen, Rhythmen wechseln, das Ernsthafte besitzt in dieser Musik einen humorvollen und manchmal schon kindhaften Unterton. Die Texte, sehr erfrischend von Jullie Hjetland Jensen vorgetragen, entstammen einer Erzählung von Karl Seglem selbst.
Wer wissen möchte, wie Karl Seglem & Band Live klingt: Am 15. November ist das Sextett Gast der Reihe JAZZ AROUND THE WORLD im Puchheimer Kulturcentrum PUC. Beginn: 20.00 Uhr. Sehr empfehlenswert!
Jörg Konrad

Karl Seglem
„Nunatak – Eine Erzählung“
Galileo

Karl Seglem & Christoph Stiefel Group
„Hopp (And Smile) / Monster Jazz“
Challenge
Autor: Siehe Artikel
Freitag 02.11.2018
OHRENGLÜCK 48: Violaine Cochard & Édouard Ferlet "Plucked ’n Dance"
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Der melodische Kern dieser Stücke kommt aus der Klassik – Purcell, Rameau, Satie, Bartók, Mussorgsky –, doch improvisiert wird mit allen Finessen des Jazz. Tänzerische Inspirationen – Höfisches neben Türkischem, Balkan neben Flamenco – verleihen der Musik ihren rhythmischen Nachdruck. Die perkussive Kraft der Tasten – Cembalo und Klavier – erzeugt sogar eine fast rockige Power, und die Verwicklungen dieser Duette führen auch in prickelnde, modernistische Dissonanzen hinein.

Kurzum: Wer dieses Album hört, kann alles auf einmal genießen. Klassische Anmut und rockende Motorik, jazzige Einfälle, wütende Tanzmusizierlust und atonale Kanten.

„Wir durchqueren die Zeit vom 13. bis zum 21. Jahrhundert, ohne jedoch festzulegen, in welcher Zeit wir genau sind“, sagt Édouard Ferlet. Die Zeit, das Genre, der Ort – in dieser überschäumenden Virtuosität verschwimmen die Grenzen. Violaine Cochard, die Cembalistin, ist Barock-Expertin, Kammermusikerin, Dirigentin. Édouard Ferlet, der Pianist, ist Jazzmusiker, Improvisator, Komponist. Die seltene Kombination ihrer beider Instrumente schlägt Brücken zwischen Barock, Romantik, Jazz und pulsierender Gegenwart. Alle 13 Stücke sind Kompositionen von Ferlet, den klassischen Vorlagen nachempfunden, aber in ganz neue Klang-Wirklichkeiten vordringend. Rameau im Fünfvierteltakt, Bartók mit zusätzlichen Klanghärten, ekstatische Tasten-Abenteuer.

Nach „Bach Plucked / Unplucked“ (2015) ist „Plucked ’n Dance“ das zweite Album des unerschrockenen Duos aus Frankreich. In vielen gemeinsamen Konzerten haben sie gelernt, maximal mutig und grenzenlos zu agieren. Die Bach-Cembalistin improvisiert mit Verve, der Jazzpianist findet zu neuer Subtilität. Bizarre Muster, treibende Rhythmen, spontane Interaktion. Ein Jungbrunnen für die Ohren.

Hans-Jürgen Schaal
Mehr vom Autor: www.hjs-jazz.de

Violaine Cochard & Édouard Ferlet
Plucked ’n Dance
Alpha-Classics
Autor: Siehe Artikel
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