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                 INTERVIEW MIT JOSEPH HADER, MARIA SCHRADER UND
             JAN SCHOMBURG ANLÄSSLICH IHRES GEMEINSAMEN FILMS
                        "VOR DER MORGENRÖTE" IN DER RUBRIK "FILM"!

Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oft weit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.

Inhaltsverzeichnis:

Fritz Scheuermann - Wie ein Gärtner seine Saat ausbringen

1

Heiner Brummel - Den interkulturellen Dialog fördern

2

Edwin Kimmler - Es gibt da draußen sehr viel Interessantes zu entdeck...

3

Christian Gruber - Kammermusiker mit Leib und Seele

4

Stephanie Lottermoser - Die besten Einfälle unter Stresseinfluss

5

Willy Astor - Es gibt verdammt viele gute Nachrichten

6

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Fritz Scheuermann - Wie ein Gärtner seine Saat ausbringen

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Fritz Scheuermann ist Schauspieler, Kabarettist und Zimmermann. Vielleicht ist letzteres der Grund für seine Bodenständigkeit, egal ob er im Film oder auf der Bühne auftritt. Geboren 1968 in München hat er nach seiner Tischlerlehre am ARTEMiS Schauspielstudio das real zu bearbeitende Werkstück Holz gegen die doch eher abstrakteren Drehbücher und Regieanweisungen eingetauscht. Mit Erfolg - wie sich zeigte. „Da san mer alle, i waaß noch, am Ring, am Heldenplatz gestandn. Man hat gfühlt, man is unter sich, es war wie beim Heurigen, wie aan riesiger Heuriger - aber feierlich, aan Taumel. Die Deitschn san einmarschiert, mit klingendem Spiel... die Polizei is gestandn, mit ihre Hakenkreuzbinden - furchtbar, furchtbar das Verbrechen, wie man diese gutgläubigen Menschen in die Irre geführt hat! Der Führer hat’s geführt, aber a Persönlichkeit war er!“, ist der Beginn des bitterbösen Monologs „Der Herr Karl“ von Helmut Qualtinger, den Fritz Scheuermann am 24. Juni um 20 Uhr im Veranstaltungscentrum Puchheim (PUC) vortragen wird.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Fritz Scheuermann: Glück. Zufall. Die Suche nach etwas Neuem. Ich bin ja ein Spätberufener, der auf der Suche dann eher zufällig mit der Schauspielerei in Berührung gekommen ist. Und da hat es mich dann gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
FSch: Dass das Publikum einen schönen, kurzweiligen und vielleicht auch etwas nachdenklichen Abend hat. Ohne dabei den Zeigefinger zu heben.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
Fsch: Vor Auftritten habe ich immer Lampenfieber. Ansonsten versuche ich, mich nicht zu sehr mit Widrigkeiten zu befassen. Das lenkt ab.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
FSch: Wie sehr und wie schnell sich die Welt verändert. Nix ist fix. Im Positiven wie im Negativen. Und manches dabei macht mir Angst.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
FSch: Wenn ich eine Zusage für eine Rolle bekomme, mir ein Veranstalter wie demnächst im PUC sein Ja-Wort gibt. Das freut mich.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
FSch: Musik, natürlich. Wer hört keine Musik? Die Musikrichtung ist bei mir stark von den Gefühlslagen abhängig. Also Querbeet. Sehr gerne allerdings Austropop, Seiler&Speer, Falco, Ambros oder 5/8erl in Ehr‘n.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
FSch: Ich bin ja analog aufgewachsen und besitze tatsächlich auch noch Schallplatten (aber keinen Schallplattenspieler). Deswegen CD bzw. Internet.

KK: Was lesen Sie momentan?
FSch: Beruflich: Drehbücher. Privat aktuell eine Biographie über Gert Fröbe.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
FSch: Wenn Menschen um den heißen Brei herumreden und nicht in der Lage sind Position zu beziehen.

KK: Was freut Sie ungemein?
FSch: Wenn ich spielen darf. Kaffeetrinken am Elisabethmarkt in München und dabei die Leute zu beobachten, die vorbeigehen, fahren oder wie auch immer...

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
FSch: Ja. Möbelstücke. Ich bin ursprünglich gelernter Zimmerer und Holz ist ein angenehmer Werkstoff.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
FSch: Al Pacino in „Der Duft der Frauen"

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
FSch: Kaffee; Espresso

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
FSch: Eine Aufräummaschine. Für Geschirr, Haushalt und den täglichen Kleinkram...

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplaner?
FSch: Eindeutig Teamplayer. Auch wenn man letztendlich wie beim KARL dann alleine auf der Bühne steht, ohne ein gutes Team und Kollegen wird es schwierig.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
FSch: Manchmal beim Fahrradfahren. Beim beobachten von Menschen…(siehe Kaffeehaus. Und das freut mich dann)

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
FSch: Blogs eigentlich gar nicht. Websites je nach Interessenlage, oft die der FAZ, SZ, Der Standard.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
FSch: Kann man an einem Tag etwas bewirken?  Ich glaube nicht. Aber vielleicht kann man wie ein Gärtner seine Saat ausbringen und schauen ob diese in einiger Zeit aufgeht… Wer weiß.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
FSch: Der Mann, der rückwärts Fahrrad fuhr.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
FSch: Ich versuche im hier und jetzt zu leben. Was kommt, kommt… Und dann schauen wir mal.


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Heiner Brummel - Den interkulturellen Dialog fördern

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Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Veranstaltungsforums Fürstenfeld veranstaltet der Theaterverein Fürstenfeldbruck vom 28.6. bis zum 30.7.2016 das internationale Tanzfestival „DanceFirst“. Dieses Festival wird nicht nur tanzbegeisterte Zuschauer aus der Region anziehen, denn dank der Unterstützung des Veranstaltungsforums und vieler anderer Förderer kommt die Tanz-Elite der Welt nach Fürstenfeld. Vier exzellente internationale Tanzproduktionen stehen auf dem Programm, die alle zum ersten Mal in Bayern zu sehen sind. Zwei weitere Tanzabende sind dem bayerischen Choreographie-Nachwuchs und der regionalen Tanzszene gewidmet. Workshops und tanzpädagogische Projekte für deutsche und ausländische Jugendliche ergänzen das Programm.
Künstlerischer Leiter des Festivals „DanceFirst“ ist Heiner Brummel.

KultKomplott: Herr Brummel, seit 2010 sind Sie künstlerischer Leiter von „theater fürstenfeld“ in Fürstenfeldbruck. Sie haben seit Bestehen der Reihe die größten deutschen Theater, wie das Hamburger Thalia Theater, das Berliner Ensemble, das Schauspiel Frankfurt, das Maxim Gorki Theater Berlin, um nur einige wenige zu nennen, in die Region geholt. Was genau sind für Sie die persönlichen Beweggründe, gemeinsam mit dem Veranstaltungsforum Fürstenfeld und dem Theaterverein Fürstenfeldbruck das Tanzfestival „DanceFirst“ im Juni/Juli auf die Bühne zu bringen?
Heiner Brummel: Neben dem Theater hat mich der Tanz schon immer fasziniert. Im Tanz kann man seinen Körper spüren, seine Bewegungslust ausleben und intensive sinnliche Erlebnisse genießen. Sich über Bewegungen auszudrücken und dabei Gemeinschaft zu erleben, ist meines Erachtens ein elementares menschliches Bedürfnis.  Auch der professionelle Tanz entspringt diesem Bedürfnis und entwickelt zugleich Techniken, die den Gefühlen und Erlebnissen eine körperliche Gestalt geben. Der Tanz braucht keine Worte. Ob Freud oder Leid, Mut oder Angst, Wirklichkeit oder Traum, er verkörpert unser Innenleben. Je phantasievoller und virtuoser die Bewegungen und Choreographien sind, umso berührender und mitreißender wird der Tanz. Dank der Lebendigkeit und hohen künstlerischen Qualität sollen auch die Festival-Aufführungen zu einem außergewöhnlichen sinnlichen Erlebnis werden.
Die Körpersprache des Tanzes ist universell, sie verbindet unterschiedliche Individuen und Kulturen. Wenn sich z.B.  eine Gruppe im gleichen Rhythmus bewegt, motiviert dies auch andere Menschen, diesen Rhythmus aufzunehmen. So wird unsere Wahrnehmung  für zwischenmenschliche Gefühle sensibilisiert. In einer rational geprägten Welt, in der sich trotz Globalisierung immer tiefere Gräben zwischen Nationen, Kulturen oder Religionen auftun, können sinnliche Kommunikationsformen wie der Tanz dazu beitragen, dass sich Menschen begegnen. Deshalb wollen wir mit dem Festival auch den interkulturellen Dialog fördern.
Im Unterschied zu einzelnen Aufführungen verstärkt ein Festival die inspirierende, verbindende Wirkung des Tanzes, weil die Zuschauer innerhalb eines Monats ganz unterschiedliche künstlerische Stile und Kulturen erleben. Auch wenn wir  nicht die ganze Vielfalt heutiger Tanzformen zeigen können, spiegeln die verschiedenen Produktionen doch den Reichtum und die Kreativität der heutigen Tanzszene wieder. Das Areal des Veranstaltungsforums bietet zudem beste Voraussetzungen, damit die Aufführungen nachwirken. In einem kommunikativen Ambiente kann man mit Künstlern und anderen Zuschauern ins Gespräch  kommen, sich über das Gesehene austauschen und ein ausgelassenes  Tanzfest feiern.
Die durchweg positiven Zuschauer-Reaktionen auf die vergangenen Tanzgastspiele stimmen mich optimistisch, dass auch die Festival-Aufführungen das Publikum begeistern, zumal sich alle Vorstellungen durch große Lebendigkeit,  virtuose Tanzkunst und eine überwältigende Sinnlichkeit auszeichnen.

KK: Sie haben in Ihrer Theaterreihe ja schon mehrfach Tanzgruppen präsentiert. Welchen Stellenwert hat Ihrer Meinung nach das heutige Tanztheater ganz allgemein?
HB: Der heutige, zeitgenössische Tanz zeichnet sich durch Vielfalt und Grenzüberschreitungen aus. Er hat Elemente der bildenden Kunst, des Theaters und der Musik-Avantgarde integriert und diesen Kunstformen neue Impulse gegeben. Deshalb war und ist der Tanz in meinen Augen die stärkste Innovations-Quelle der darstellenden Kunst. Auch in den Kulturinstitutionen hat sich diese Entwicklung niedergeschlagen. Die Tanzsparte ist an vielen Theatern zum festen Bestandteil geworden. Choreographische und tänzerische Ausdrucksformen haben selbst im literarischen Theater Einzug gehalten. Vor allem in der Auseinandersetzung mit neuen Medien reagiert der Tanz  auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Seine Darstellungsweisen sind zeitgemäß  und erreichen auch ein junges Publikum.
Mit der Globalisierung sind in den letzten Jahren verstärkt interkulturelle Tanzprojekte entstanden, in denen unterschiedliche Tanztraditionen und Stile aufeinandertreffen oder neue Medien und Populär-Kulturen einfließen. Dadurch wurde der Tanz noch internationaler und facettenreicher.  Als wichtiges Medium des kulturellen Dialogs bringt er Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, die international besetzten Tanzkompanien sind beste Beispiele für eine gelebte Völkerverständigung. Dieser integrativen Bedeutung des Tanzes wollen wir bei der Programmauswahl unseres Festivals auch Rechnung tragen. Die Aufführungen sind hinsichtlich der Ästhetik und künstlerischen Mittel zwar sehr verschieden. Die Suche nach interkulturellen Ausdrucksformen und der Glaube an die sinnliche, emotionale Kraft des Tanzes zeichnet jedoch alle Produktionen aus.


KK: Wie sich in der Vergangenheit zeigte, konnten Sie mit den Auftritten der Gruppe Aterballetto aus Italien, der Gauthier Dance Company aus Stuttgart, oder der Compagnie 111 aus Frankreich selbst dem
tanzunerprobte Publikum Begeisterungsstürme entlocken. Was glauben Sie fasziniert die Menschen derart an körperlicher Bewegung?

HB: Wie schon zu Beginn ausgeführt, sind die begeisterten Zuschauer-Reaktionen vor allem auf die Faszination der sinnlichen Erlebnisse und die kommunikative Kraft des Tanzes zurückzuführen. In vielen Bereichen unseres modernen Lebens sind Rationalität und Kalkül die Garanten für Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung. Die emotionalen Bedürfnisse bleiben dabei nur allzu oft auf der Strecke. Deshalb sehnen wir uns nach körperlicher Nähe und sinnlichen Erlebnissen, nach Begegnungen, in denen wir unsere Gefühle mit anderen teilen können,  in denen wir Orientierungen für die Bewältigung unseres Lebens finden. Kunst und Kultur im allgemeinen und Tanz im besonderen kann Erfahrungen ermöglichen, in denen solche Begegnungen Wirklichkeit werden. Wie beschrieben kann der Tanz Gefühle oder Erlebnisse verkörpern, in denen sich die Zuschauer wiederfinden. In einer Tanzaufführung kann ein Zuschauer sogar eine berührende sinnliche Erfahrung machen, die er mit anderen teilt, ohne unmittelbar mit dem übrigen Publikum oder den Künstlern in Beziehung zu treten.
Natürlich besitzt der Tanz auch eine große erotische Ausstrahlung. Wenn Körper miteinander kommunizieren, sich Blicke treffen, sich Arme sanft auf Hüften legen oder Tänzer ihre Partnerinnen schwerelos auf Händen tragen, ist das nicht nur ein schönes ästhetisches Erlebnis. In diesen Momenten macht Tanz auch an!
Ein weiteres Faszinosum des Tanzes ist die visuelle Kraft der Körperbilder. Der Tanz spricht durch Bewegungen und Gesten. Damit aktiviert er die unbewussten, sensitiven Seiten unserer Persönlichkeit. So können kraftvolle Hebungen und Sprünge den Traum vom Fliegen oder ein intensives Duett die Facetten der Liebe lebendig werden lassen. Immer obliegt es der Phantasie und dem Einfühlungsvermögen des Zuschauers, inwieweit er seinen  Assoziationen Raum gibt. Dabei muss er seine Vorstellungen in Beziehung setzen zum Gesehenen. Dieser Prozess ist ein sehr kreativer Akt und kann einen sinnlichen Flow von Erlebnissen, Träumen oder Gefühlen frei setzen, der äußerst lustvoll und befriedigend ist.


KK: Jetzt bringen Sie mit Les 7 Doigts de la Main aus Kanada oder Compagnie Accrorap aus Frankreich absolute Ausnahmeensembles nach Fürstenfeldbruck. Nach welchen Kriterien haben Sie das Programm von „DanceFirst“ zusammengestellt?
HB: Das wichtigste Kriterium ist für mich immer die künstlerische Qualität. Das gilt gleichermaßen für Tänzer wie für Choreographen. Tänzer müssen durch ihr technisches Können und ihre persönliche Ausstrahlung überzeugen. Choreographen beindrucken durch phantasievolle, aussagekräftige Bilder und kreative Bewegungsabfolgen.  Zudem begeistert mich ein spannungsreiches Zusammenspiel von Bewegung, Raum, Licht und Musik.  Diesen Ansprüchen genügen alle eingeladenen Tanzensembles. Sie bieten internationales Spitzenniveau.
Wie oben erwähnt, möchte ich auch Aufführungen zeigen, in denen  unterschiedliche kulturelle und stilistische Tanzformen aufeinander treffen. So verbinden sich in „Cuisine & Confessions“ der kanadischen Gruppe 7 Doigts de la Main Akrobatik, Tanz und Theater zu einer ganz neuen interdisziplinären Kunstform. Gleichzeitig erzählen die Darsteller mit diesen Mitteln freud- und leidvolle, komische und ernste Geschichten aus dem Leben einer bunten Multi-Kulti-WG. Ähnliches gilt für die Gruppe Accrorap, die in ihrem Stück „The Roots“ Hip-Hop und zeitgenössischen Tanz verknüpft und dabei eine sehr assoziative Reise in die eigene Tanz- und Lebensgeschichte unternimmt. Da der Choreograph Kader Attou und die meisten Tänzer nordafrikanische Wurzeln haben, spiegeln sich in den Tanz-Szenen auch die Probleme, Wünsche und Werdegänge von Migranten wieder, während die südafrikanische Tänzerin und Choreographin Dada Masilo in „Swan Lake“ und „Carmen“ zwei berühmte Werke der westlichen Hochkultur auf ganz neue Weise interpretiert und diese gleichzeitig in die explosive Welt Afrikas holt.
Die interkulturelle Ausrichtung des Programms hat auch eine große stilistische Vielfalt zur Folge. Vom klassischen Ballett über Formen des zeitgenössischen Tanzes, Streetdance-Kulturen wie dem Hip Hop bis hin zu traditionellen europäischen(Flamenco) und afrikanischen Tänzen reicht die Palette. In der Verbindung der verschiedenen Elemente entstehen neue innovative Tanzformen, die sehr spannend sind und die Entwicklungen unserer globalisierten Welt wiederspiegeln.
Da ich mit den Aufführungen auch ein breiteres Publikum für den Tanz begeistern möchte, sollen die Produktionen auch für möglichst viele zugänglich sein. Das bedeutet keinen Verzicht auf ein hohes künstlerisches Niveau und auch keine Anbiederung an publikumswirksame Formate der Massenmedien. Ich glaube vielmehr, die ausgewählten Aufführungen werden viele Zuschauer erreichen, weil sich niemand der Wirkung erstklassiger Tänzer entziehen kann, weil zahlreiche Szenen und Choreographien berührende sinnliche Erlebnisse vermitteln  und alle Stücke in Geschichten und Bildern von Menschen erzählen, deren Leben man verstehen und teilen kann.


KK: Welche Schwierigkeiten mussten Sie bei der Organisation bzw. Verpflichtung der internationalen Ensembles aus dem Weg räumen?
HB: Die größte Schwierigkeit war sicherlich, mit relativ geringen finanziellen Mittel ein erstklassiges Programm zusammenzustellen. Da geht zunächst Qualität vor Quantität. Zudem muss man potentielle Geldgeber und Förderer mit Leidenschaft davon überzeugen, dass dieses Festival ein erfolgreiches und nachhaltiges Kulturevent werden kann, das viele Menschen erreicht und begeistert. Ich freue mich sehr, dass wir neben dem Veranstaltungsforum und anderen öffentlichen Einrichtungen viele regionale Stiftungen und Förderer für das Projekt gewinnen konnten.
Als nächstes muss man internationale Spitzenkompanien davon überzeugen, nach Fürstenfeldbruck zu kommen. Durch die vergangenen erfolgreichen Gastspiele hat sich Gott sei Dank herum gesprochen, dass es in Fürstenfeld ein tanzbegeistertes Publikum gibt und wir als Veranstalter eine professionelle Betreuung gewährleisten können. Mit dem wachsenden Vertrauen in unsere Arbeit und dem Wissen um unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten sind einige Gruppen dann auch bereit, finanzielle Abstriche zu machen.
Schließlich müssen alle in Frage kommenden Produktionen darauf hin geprüft werden, ob sie in dem engen Zeitfenster des Festivals auch verfügbar und auf der Stadtsaal-Bühne realisierbar sind. Angesichts des engen Terminplans im Veranstaltungsforum und der technischen Anforderungen einiger Aufführungen ist das nicht immer einfach.
Aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel stand auch kein großer Personal-Stab bereit, um das Festival vorzubereiten. Deshalb ruhte die meiste Arbeit auf relativ wenigen Schultern. Ohne das  ehrenamtliche Engagement des Theatervereins hätten nicht alle Aufgaben bewältigt werden können.

KK: Was erwartet das Publikum beim 1. „DanceFirst“ -Festival im Veranstaltungsforum Fürstenfeld?
HB: Die Besucher des Festivals können sich auf mitreißende Aufführungen freuen. Alle Produktionen sprühen vor Lebendigkeit und die Tänzer präsentieren ein außergewöhnlich hohes technisches Können. Mit Dada Masilo und dem Tänzer-Paar Lucia Lacarra und Marlon Dino kommen auch absolute Weltklasse-Tänzer nach Fürstenfeld, die dank ihres ungemein energetischen bzw. ästhetischen Tanzstils jeden Zuschauer begeistern werden. Alle Kompanien überzeugen zudem durch ihr wunderbares Ensemble-Spiel. Da greift ein Rädchen ins andere. Die Gruppe 7 Doigts de la Main(CAN) verbindet Akrobatik, Tanz und Theater zu einer choreographischen Sinfonie, die gleichermaßen verblüfft wie verzaubert, im Stück „The Roots“ der Compagnie Accrorap (F) zieht die Zeit- und Lebensreise von zehn außergewöhnlichen Hip-Hop-Tänzen wie ein Fluss vorbei, der mit Stromschnellen, Wasserfällen und stillen Passagen immer neue Höhepunkte bereit hält, während das Ensemble von Dada Masilo (ZA) in ihren leidenschaftlichen, frechen Klassiker-Interpretationen die geballte afrikanische Lebensfreude und Power auf unnachahmliche Weise mit den romantischen und dramatischen Liebesgeschichten westlicher Hochkultur vereint.
Gleichzeitig sind die Aufführungen so unterschiedlich, das das Publikum ein sehr abwechslungsreiches, vielschichtiges Programm genießen kann, dass viele Facetten des heutigen Tanzes präsentiert. Denjenigen, die noch mehr über die Aufführungen erfahren wollen, empfehle ich, sich die ausführlichen Beschreibungen und Infos im Festival-Programmheft (noch nicht erschienen) und auf der Festival-Website unter www.dancefirst.de anzuschauen. Dort sind auch Fotos und Videoclips der einzelnen Produktionen hinterlegt. Letzteres gilt auch für den Tanzabend Bavarian Summit, der neben dem schon erwähnten Weltklasse-Paar Lucia Lacarra und Marlon Dino vier verheißungsvolle junge Choreographen aus Bayern präsentiert, deren Arbeiten ebenso wie die internationalen Gastaufführungen die ganze Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes zeigen und zudem mit erstklassigen Tänzern des Bayerischen Staatsballetts, der Ballettakademie München besetzt sind.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich den Abend Made in FFB, an dem fünf verschiedene Tanzstudios der Region mit ihren besten Tänzern und Stücken beweisen werden, wie lebendig und anspruchsvoll auch die regionale Tanzszene ist. Neben den bayerischen Nachwuchs-Choreographen war es mir ein besonderes Anliegen, die regionalen Tanzgruppen einzubeziehen, weil ihre kontinuierliche Arbeit vor Ort wesentlich dazu beiträgt, dass vor allem Kinder und Jugendliche an den künstlerischen Tanz heran geführt werden. Als professionelle Kursleiter sind sie auch hauptverantwortlich für vier tanzpädagogische Sozialprojekte, in denen deutsche und ausländische Jugendliche  mit minderjährigen Flüchtlingen zusammenkommen, um gemeinsame Tanz-Präsentationen zu erarbeiten.
Abschließend möchte ich alle tanzbegeisterten und interessierten Leser herzlich einladen, unser Festival zu besuchen. Es soll möglichst vielen Besuchern offen stehen und dem Publikum erlebnisreiche Aufführungen und Begegnungen bescheren. Wir möchten kein abgehobenes ‚Insider-Festival‘ veranstalten, sondern mit den verschiedenen Veranstaltungen auch tanzunerfahrene Besucher ansprechen. Ich glaube, dass auch diese ihr Kommen nicht bereuen werden.


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Edwin Kimmler - Es gibt da draußen sehr viel Interessantes zu entdecken

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Edwin Kimmler ist Autodidakt. Damit gehört der Multiinstrumentalist einer aussterbenden Spezies an. Musiker, die sich ohne akademische Ausbildung allein ihrer Leidenschaft verpflichtet fühlen. Das klingt schon einmal nach Blues. Aber Kimmler spielt auch Soul und Swing, Boogie und Ragtime, Calypso und Bossa. Und das alles auf Gitarren, Klavier und Mundharmonika. Seit 1978 hat er über 3000 Konzerte gegeben. Am Donnerstag, 21. April kommt punkt 19.30 Uhr noch eines hinzu: In Germering. Hier, im Nachtasyl der Stadthalle, gastiert Edwin Kimmler erstmalig und hat zudem ein neues Programm im Gepäck …...

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Edwin Kimmler: Im zarten Alter von 8 Jahren kam ich durch einen damaligen Freund, der Gitarre spielte, mit Musik in Berührung, ohne zu jener Zeit zu wissen, ob ich dafür talentiert bin! Aber ich spürte was in mir, was mich dann nicht mehr los ließ!

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
EK: Ich freue mich einfach über jeden, der offen ist für Künstler, die abseits des Mainstreams ihren eigenen Weg gehen und deshalb in der Regel sehr authentisch sind!

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
EK: Als Künstler, der nicht in den großen Medien vertreten ist, habe ich natürlich immer wieder mit den Problemen mangelnder Popularität zu kämpfen und das auch jetzt in meinem 38. Bühnenjahr

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
EK: In meiner konzertfreien Zeit im Januar und Februar dieses Jahres sind mir 3 wie ich finde sehr gute neue Kompositionen gelungen! Darüber freue ich mich riesig!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
EK: Kreativität, stehende Ovationen nach Konzerten, ein fertiggestelltes neues Album!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
EK: Ich höre viel Musik und unterstütze Künstler und kleine Plattenlabels, die Musik präsentieren, die authentisch ist und aus einem inneren Bedürfnis sich musikalisch auszudrücken resultiert.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
EK: Beides.

KK: Was lesen Sie momentan?
EK: Ich schätze Bücher sehr, habe aber ehrlich gesagt wenig Durchhaltevermögen ganze Bücher zu lesen, was ich sehr schade finde! So begrenzt sich mein Leseeifer mehr auf Fach-Zeitschriften und Fach-Bücher, in denen ich mir bestimmte Artikel rauspicke!

KK: Was ärgert Sie maßlos?
EK: Ingnoranz und Intoleranz.

KK: Was freut Sie ungemein?
EK: Menschen, die mir offen und interessiert begegnen, wo es um ein Miteinander und nicht Gegeneinander geht.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
EK: Leider nein.....dafür habe ich wohl kein Talent!

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
EK: Da gibt es nun nicht den bestimmten! Grundsätzlich geht es mir so wie in der Musik, ich schätze die „kleinen“ und leidenschaftlichen Filme, die es in entsprechenden Programm-Kinos zu sehen gibt! Die haben zumeist für mich weitaus mehr Tiefgang, als es das Mainstream-Kino zu bieten hat! Da geht es noch um wirkliche Geschichten, die berühren und nichts mit oberflächlichem Klamauk oder schnell vergänglichen Knall-Effekten zu tun haben!

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
EK: Beides.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
EK: TV- und Radio-Formate, die ein Forum bieten für Künstler aus allen Bereichen, denen es vor allem um die Kunst geht und erst in zweiter Linie um kommerzielle Inhalte

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
EK: Ich würde mich sehr freuen, wenn es wieder mehr Leute gäbe, die einfach mal Künstlern eine Chance geben, die wenig mediale Unterstützung haben! Es gibt da draußen sehr viel Interessantes zu entdecken, das dürft ihr mir glauben!!!!!!!! Von daher würde ich mir wünschen, vom Einzelkämpfer mehr zum Teamplayer zu werden!

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
EK: Meine Kreativität kann ich überhaupt nicht planen...das passiert meistens wenn ich es überhaupt nicht erwarte!

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
EK: Ich lese gerne Beiträge über Musik und beschäftige mich auch viel mit Instrumenten und den entsprechenden Internet-Seiten dazu

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
EK: Oh, ich würde mich sofort darum bemühen, dass es wieder mehr Unterstützung für Kultur im allgemeinen gibt, so daß Kulturämter und kleine Bühnen wieder die Möglichkeit bekämen, Veranstaltungen anzubieten, die nicht sofort ein großer finanzieller Erfolg sein müssen, sondern durch Aufbau-Arbeit gedeihen können!

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
EK: „Ich bin meinen Weg gegangen“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
EK: Solange es mir mein Körper erlaubt auf der Bühne zu stehen und mich musikalisch weiterzuentwickeln.


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Christian Gruber - Kammermusiker mit Leib und Seele

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Christian Gruber ist seit 2008 künstlerischer Leiter des Landsberger Festival Faszination Gitarre. Vom 7. bis zum 10. April findet heuer diese weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Veranstaltung nun schon zum 5. Mal statt. Bestehend aus Workshops und Konzerten widmen sich außergewöhnliche nationale und internationale Stars der Gitarrenszene einem aufgeschlossenem und interessierten Publikum.  Christian Gruber, der seit über dreißig Jahren im Gitarrenduo Gruber & Maklar  an renommierten Spielstätten wie der Manhattan School of Music in New York,  dem Tschaikowsky-Saal der Philharmonie in Moskau, der Gendai Guitar Hall in Tokyo oder im Concertgebouw in Amsterdam Erfahrungen sammelte, konnte hier freundschaftliche Beziehungen zu Gitarristen unterschiedlichster stilistischer Ausrichtung knüpfen und sie als Lehrer oder musikalische Gäste für sein Festival in Landsberg gewinnen. So konnte hier eine Begegnung zwischen Profis und Gitarrenschülern und einem begeisterungsfähigen wie enthusiastischen Publikum entstehen, die mittlerweile Tradition hat.
Das diesjährige Programm:
Donnerstag, 07.04.2016, 20.00 Uhr
Guitar Gala Night / Gitarrenduo Gruber & Maklar; Amadeus Guitar Duo.
Freitag, 08.04.2016, 20.00 Uhr
Tilman Hoppstock, Gitarre & Peter Wolf, Cello; Atanas Ourkouzounov, Gitarre & Mie Ougura, Querflöte.
Samstag, 09. April 2016, 11.00 Uhr
Immer wieder Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Fakstheater Augsburg.
Samstag, 09.04.2016, 20.00 Uhr
Pavel Steidl, Tschechien.
Sonntag, 10.04.2016, 15.00 Uhr
Die Teilnehmer der Workshops präsentieren die Stücke, die sie gemeinsam mit den Dozenten erarbeitet und verfeinert haben, außerdem hören Sie das Ergebnis der Arbeit des Gitarrenensembles.
Sonntag, 10.04.2016, 19.00 Uhr
Sandra Rumolino, Gesang; Kevin Seddiki, Gitarre, Zarb.
Mehr Infos unter: http://faszination-gitarre.de/category/konzerte/


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Christian Gruber: In erster Linie meine Familie, in der immer viel musiziert und gesungen wurde.
Meine Eltern konnten wunderschön miteinander singen, meine Mutter hatte eine glockenreine Stimme, mein Vater hat hervorragend Zither gespielt und konnte auf der Gitarre begleiten. Meine beiden älteren Brüder begannen auch schon sehr früh Instrumente zu lernen, Akkordeon, Geige, Klavier, Bass. Da war also immer Musik, und die Begeisterung am gemeinsamen Musizieren hat mich bis heute geprägt.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ChG: Meine Arbeit ist ja geteilt in mehrere Bereiche: Als Musiker,  der auf der Bühne steht, möchte ich mein Publikum erreichen und mit meiner bzw. unserer Musik berühren. Wenn ich Konzertakquise betreibe möchte ich den Veranstalter erreichen und ihn überzeugen uns einzuladen. Als Pädagoge möchte ich meinen Schülern helfen, die in ihnen steckenden Anlagen voll entfalten zu können.  Und als Organisator des Festivals möchte ich viele Facetten des Instruments Gitarre einem breiteren Publikum präsentieren und den musikalischen Nachwuchs fördern. 

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ChG: Einerseits als Künstler kreativ zu bleiben und intuitiv zu arbeiten, andererseits  den Konzertbetrieb, und alles was damit zusammenhängt, am Laufen zu halten, ist manchmal nicht ganz einfach.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
ChG: Kürzlich wurde ich von einem höllischen Lärm aus dem Schlaf gerissen, Als ich aus dem Fenster schaute, war ein sehr altes Haus in der Nachbarschaft bereits zur Hälfte abgerissen. Nach einer Stunde war das Haus dem Erdboden gleich, das hat mich irgendwie beeindruckt!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ChG: Wenn ich beim Üben oder auf der Bühne einen Zustand erreiche, wo meine Vorstellung mit dem, was ich gerade tue, deckungsgleich wird. Dann erlebe ich die Musik und bin sozusagen im Hier und Jetzt. 

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ChG: Ich höre verschiedenste Arten von Musik: Symphonische Musik, Kammermusik, Klaviermusik, Jazz, Folk, je nach Stimmung.  Die Musik, die mich vielleicht am stärksten berührt ist von Franz Schubert.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ChG: Meistens CD, weil´s einfach praktischer ist.

KK: Was lesen Sie momentan?
ChG: „Mönch und Krieger“ von Konstantin Wecker

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ChG: Ich kann mich oft maßlos über Kleinigkeiten aufregen, während ich bei wirklich gewichtigen Sachen eher die Fassung bewahre. Am meisten ärgert mich aber, wenn ich mich über Nichtigkeiten ärgere, weil ich dann in einen negativen Zustand gelange, der meiner Seele und letztlich meinem Körper schadet.

KK: Was freut Sie ungemein?
ChG: Da gibt es viele Dinge: Einen freundlichen Menschen zu treffen, mit der Familie einen schönen Abend - am besten mit Musik - zu verbringen, ein tolles Konzert zu erleben, bei schönem Wetter in der Natur zu sein und und und … .

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
ChG: Das einzige was ich bisher selbst gemacht habe, waren Regale.  Ansonsten kleinere Bastelarbeiten oder gröbere Sachen am Haus. An Möbel traue ich mich nicht so recht ran.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
ChG: Reese Witherspoon in  „Walk The Line“ als June Carter Cash. Danny Kaye in „Der Hofnarr“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
ChG: Ausschließlich Tee. Können Sie sich vorstellen, dass ich in meinem Leben noch nie einen Schluck Kaffee getrunken habe?

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ChG: Strahlungsfreie Mobiltelefone.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ChG: Beides. Ich liebe es selbstständig zu sein und meinen Tagesablauf meistens selbst bestimmen zu können. Beim Musizieren bin ich absoluter Teamplayer, Kammermusiker mit Leib und Seele.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ChG: Es muss irgendetwas sein, wo das Bewusstsein auf Empfang schalten kann. Das passiert oft beim Joggen, manchmal  aber z.B. auch, wenn man gerade einen interessanten Artikel gelesen hat, der gar nichts mit dem Thema zu tun hat. Also immer dann, wenn man den Fokus nicht darauf richtet, jetzt einen genialen Einfall zu haben.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ChG: Blogs lese ich so gut wie keine. Webseiten je nachdem, mit was ich mich gerade beschäftige. Da ist das Internet schon eine große Hilfe.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ChG: Mit einem  „Tag der Kultur“  würde ich Künstler und kleinere Veranstalter unterstützen, die für unsere Kulturlandschaft wertvolle Arbeit leisten, aber normalerweise von den Subventionsgeldern, die in große Opernhäuser oder Kulturgroßprojekte fließen, nichts abbekommen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ChG: „I verzupf mi“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ChG: Wenn ich mal laut träumen darf, dann möchte ich mich wieder mehr auf die kreative Seite meiner Arbeit konzentrieren,  weniger organisieren, mehr arrangieren, komponieren, nach ausgefalleneren Programmen und Besetzungen suchen. Und ein Sekretariat würde für mich die ganze organisatorische Arbeit erledigen.


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Stephanie Lottermoser - Die besten Einfälle unter Stresseinfluss

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Stephanie Lottermoser spielt Saxophon und sie singt. Von der sogenannten Jazzpolizei hält sie wenig. Sie liebt die Freiheit dieser Musik und die Randbereiche des Jazz, wie Soul und Funk. Da wundert es nicht, dass sie bis heute von ihrem 6-monatigem Pariser Stipendium schwärmt. Hier, an der Seine, ist ein idealer Tummelplatz für alle jazzenden Groove-Freaks. Und dass die Münchnerin Chansons mag, wundert spätestens jetzt nicht mehr. Musikalisch dokumentiert hat Stephanie Lottermoser ihre Kunst zuletzt auf der CD „Paris Song Book“ (Downhill Records). Wer sie Live hören möchte, der sollte am Donnerstag, 14. April ins Puchheimer Kulturcentrum PUC kommen. Die Reihe „Jazz Around The World“ präsentiert das Stepahnie Lottermoser Quintett

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Stephanie Lottermoser: Meine Familie (im positivsten Sinne!). Ansonsten: jeder und alles Gute/weniger Gute/Schlechte und einfach so Geschehene.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
StL: Wen: Alle die das wollen. Was: Meine Musik mit allem was dazu gehört weiterentwickeln und damit automatisch auch mich selbst.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
StL: Chauvinismus, Sexismus.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
StL: Mein 6-monatiger Aufenthalt in Paris an der „Cite International des Arts“.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
StL: Das Komponieren an sich und wenn diese Musik dann gespielt wird und sich im Zusammenspiel weiterentwickelt, wenn Menschen auf Konzerte kommen um meine Musik zu hören und Freude daran haben, wenn ich beim Spielen alles um mich herum vergesse und nur bei/in der Musik bin.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
StL: Ich höre sehr viel und sehr gerne Musik, v.a. gehe ich auch so oft wie möglich auf Konzerte -
v.a. Jazz, Funk, Soul, Pop, Country, Blues.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
StL: Eher CD, aber eigentlich höre und kaufe ich ich die meiste Musik über Itunes, weil das unterwegs einfach am praktischsten ist. Aber die Tonqualität von Vinyl erreicht das beides leider nicht...!

KK: Was lesen Sie momentan?
StL: Roger Willemsen: „Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament“; Hermann Hesse: „Das Glasperlenspiel“.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
StL: Die zunehmende rechte Gesinnung in Deutschland und Europa. Unreflektiertheit und Unüberlegtheit und daraus folgendes Handeln. ...in der Musik: Lounge-Versionen von großartigen Songs - neu eingesungen und unterlegt mit Elektrobeats.

KK: Was freut Sie ungemein?
StL: Menschen die helfen!!! Mein Freund, meine Familie, meine Freunde ...dass ich das tun kann/darf was ich tue.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
StL: Gemacht nicht, aber manchmal selbst geändert oder versucht zu ändern. Manchmal war´s danach besser, manchmal aber auch nicht mehr brauchbar ;-)

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
StL: Robert Redford in „All Is Lost“; Natalie Portman in „Black Swan“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
StL: Espresso!!!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
StL: Ein Mittel für mehr Offenheit.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
StL: Einzelkämpfer hinter der Bühne/um die Bühne herum; musikalisch und persönlich Teamplayer

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
StL: Nachts. Wenn ich Personen treffe die mich beeindrucken. Unter Stresseinfluss. In emotionalen Situationen (negativ und positiv).

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
StL: Nachrichten, Konzertveranstaltungsseiten, Modeseiten :-), Seiten über Paris.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
StL: Vielleicht etwas egoistisch oder lobbyistisch, aber: Mehr Subventionen für Jazz in Form von Konzertsälen, Werbe-/Imageförderung, Spielstättenförderung, Stipendien.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
StL: „Be yourself, no matter what they say“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
StL:  ... offen ….


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Willy Astor - Es gibt verdammt viele gute Nachrichten

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Willy Astor ist seit dreißig Jahren auf Bühnen unterwegs. „Er ist ein scharfsinniger Humorist“, sagt kein geringerer als Fredl Fesl über ihn. Dabei ist der vom Hasenbergl stammende Astor eine Art Spätberufener, der nach einer Werkzeugmacherlehre erst noch eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker abschloss. Aber dann wurde er Wortakrobat, Kabarettist, Komponist, Musiker. Ein hartes Stück Arbeit, übrigens, diese Wortreime. „Diese Wortspielnummern sind ein molekularer Prozess, fast eine feinstoffliche Arbeit“, erzählte Willy Astor in einem Interview. „Erst brauchst du eine Grundidee, dann gibt es eine Formelsammlung und dann versuchst du es charmant zusammenzubasteln, dass es humoristisch wird.“. Am 6. März ist Willy Astor zu Gast in Fürstenfeld und präsentiert sein Programm: Reim Time.

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Willy Astor: Ich wollte nicht als Nobody in einer Fabrik meine Seele verkaufen. Ich musste raus aus der Anonymität und aus einem vorbestimmten Leben mit Reiheneckhaus und Thuja-Hecke. Das war mein Antrieb...

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
WA: Ganz klar: Ich möchte die Leute glücklich machen - Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das ist ein schöner Sinn des Lebens, oder?

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
WA: Da gibt es so einiges: Reisestress, Packstress, der Autoverkehr oder technische Defekte während der Show. Aber das alles wird durch einen schönen Abend wieder relativiert. Die bedrückendste Zeit ist vielleicht während einer Schaffensphase, wenn mir grad nix einfällt. Bei mir kommt der Humor ja noch direkt vom Erzeuger...

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
WA: Dass es so viele tausende Helfer gibt, die sich um die Flüchtlinge kümmern - von Passau bis nach Berlin. Ohne diese Menschen würde schon lange Anarchie in Deutschland herrschen. Darum sollten sie auch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden...

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
WA: Wenn die Besucher grinsend und fröhlich das Foyer verlassen!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
WA: Ich höre viel Crossover: Also Bach und Mozart, aber auch die Black Eyed Peas, Chansons, Gitarrenmusik, etc...

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
WA: Mittlerweile wieder Beides! Ich habe mir auch wieder einen Plattenspieler gekauft.

KK: Was lesen Sie momentan?
WA: Meinen Söhnen die Leviten (lacht).

KK: Was ärgert Sie maßlos?
WA: Dass es so viele A....löcher gibt, wie bei der AFD. Und dass es in Deutschland und der Welt so viel Hass gibt.

KK: Was freut Sie ungemein?
WA: Dass es auch gute, verdammt viele gute Nachrichten gibt!

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
WA: Das nicht, aber eine große Wand in meiner Wohnung bemalt.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
WA: Robert De Niro und Al Pacino in „Heat“ und Katharine Hephurn in „Warte, bis es dunkel ist“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
WA: Ich liebe Kaffee. Tee trinke ich dann, wenn ich zu viel Kaffee getrunken habe.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
WA: Friedensmacher. Diese schöne Welt ist groß genug für alle und kann alle ernähren.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
WA: Beides: Als Solokünstler bist du oft alleine bei der Entstehung der Stücke. Das ist die Einsamkeit pur. On Tour sind wir ein kleines wunderbares Team - das macht riesigen Spaß.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
WA: Oft am morgen im Bett, wenn der Geist noch frisch ist.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
WA: Keine, ich bin old school. Da ist mir derzeit die Zeit zu schade. Ich bin nämlich gerade am komponieren.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
WA: Die kleinen Theater subventionieren.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
WA: „War doch viel Schönes dabei!“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
WA: Am liebsten rosig - auch für meine Kinder. Und dass ich im Alter einen Haufen Freunde um meinen Tisch setzen kann.


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