Blickpunkt:
Portraits
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Im Blickpunkt - Portraits werden Persönlichkeiten vorgestellt, die auf unterschiedlichste Weise das kulturelle Leben gestalten und bereichern - dabei oftweit über die Landesgrenze hinaus wirkend. Grundlage für diese Portraits ist ein Fragebogen.
Inhaltsverzeichnis
Sissi Perlinger - Aber eigentlich fand ich King Kong noch bezaubernder

1

Stoppok - Dieser ganze Papierkram liegt mir nicht

2

Thomas Grasberger - Die Dummheit der Welt in Grünpflanzen umwandeln

3

Konstantin Moreth – Eine Ode an die Poesie

4

Jasmin Bayer – Jazz, Jazz, Jazz …...

5

Franziska Wanninger - Je nach Verkehrslage

6

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Donnerstag 08.09.2016
Sissi Perlinger - Aber eigentlich fand ich King Kong noch bezaubernder
Sissi Perlinger polarisiert. Und das ist gut so! Für die einen ist sie eine „postfeministische Entertainerin“ (Spiegel), für die anderen ist sie ganz einfach ein „Allround-Talent“ (Berliner Kurier). In ihrer beruflichen Vita ist nachzulesen, dass sie Kabarettistin, Comedian, ernste Schauspielerin,  Sängerin (mit dreineinhalb Oktaven), Tänzerin, Musikerin, Buchautorin, Kostümdesignerin, Moderatorin, Bühnenschamanin, Skurril Entertainerin sei. Noch Fragen?
Auf jeden Fall tourt „Prinzessin Lillifee“, wie sie sich selbst nennt, seit Jahrzehnten quer durch die Republik und zeigt „Wie Lachen das Altern erleichtert“ (Deutschlandfunk). Das Publikum ist begeistert und altert tatsächlich leichter! Geboren in Furth am Wald hat sie schon von Kindesbeinen an getanzt und gesungen. „Ich habe natürlich die gesamte Faschingskiste meiner Mutter aufgetragen. Ich bin sehr gern mit bodenlangen Abendkleidern – mit einem Papageien auf dem Hut und einem kleinen Waschbär auf der Schulter – herumgelaufen.“ Daran hat sich bis heute nur wenig geändert. Am Freitag 16. September ist Sissi Perlinger mit ihrem Programm „Ich bleib dann mal jung“ zu Gast im Stockwerk Gröbenzell.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Sissi Perlinger: Meine Seele hat sich Eltern rausgesucht, die mich in Frieden gelassen haben.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
SP: Ich möchte mein Publikum inspirieren und so dolle zum Lachen bringen, dass ihr Immunsystem 2 Wochen lang gestärkt ist.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
SP: Keine, daran merke ich dass ich mit dem was ich tue auf dem richtigen Dampfer bin.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
SP: Das meine Hände mit den Schlagzeugstöcken inzwischen echt schnell wirbeln können und dass ich plötzlich Dinge spiele, die ungeplant einfach aus mir raus brechen.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
SP: Wenn mir ne geile Pointe einfällt und ich laut lachen muss.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
SP: Ich mache nur noch selber Musik, das Hören strengt mich an seit dem ich 3 Jahre lang einen schweren Tinnitus hatte.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
SP: Ich lausche gerne den gezupften Klängen meiner Nylon Gitarre.“

KK: Was lesen Sie momentan?
SP: Ich habe grade durch Zufall aus verschiedensten Richtungen 4 Bücher von Luisa Francia bekommen.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
SP: Nix mehr. Ich arbeite seit vielen Jahren daran mich nicht mehr aufwühlen zu lassen, sondern mir nur noch beim Ärgern zuzuschauen und dann eine lustige Kabarett Nummer darüber zu schreiben.

KK: Was freut Sie ungemein?
SP: Wenn Leute mir sagen, dass meine Show das Schönste war, was sie je gesehen haben. Dann bin ich sehr glücklich, weil die ganze Liebe, die ich da rein gesteckt habe, angekommen ist.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
SP: Ich habe früher alle meine Kostüme selber gemacht, heute habe ich Profi Schneider am Start aber ich bastele mir noch immer gerne alle möglichen privaten Sachen zusammen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
SP: Adrien Brody in King Kong. Er ist so wunderbar verliebt in Naomi, aber eigentlich fand ich King Kong noch bezaubernder.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
SP: Ich trinke sehr viel Tee, aber am Nachmittag auch gerne mal nen Kaffee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
SP: Ich würde gerne eine Maschine erfinden, mit der man Plastikmüll zu stabilen Platten pressen kann, um dann daraus Häuser bauen zu können. Dann könnte man in Indien sehr vielen Menschen ein Dach über´m Kopf geben und der Müll würde weniger werden.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
SP: Ich war schon als Kind ein Einzelgänger und bin nur allein im Wald rum gestromert.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
SP: Das ist völlig unberechenbar! Es ist oft gut wenn Trubel herrscht und ich mich nur hinsetze und zuschaue, aber ich lebe auch oft Monate lang sehr zurückgezogen und arbeite täglich viele Stunden, da werden die Synapsen auch gut geölt. Wichtig ist immer was zum Aufschreiben dabei zu haben.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
SP: Ich habe eine private Facebook Seite und kenne alle meine Freunde wirklich persönlich. Was die so posten ist sehr informativ hochinteressant und inspirierend. Das lese ich immer wieder sehr gern.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
SP: Ich würde den kleinen freien Theatern und Musikbühnen viel mehr Subventionen zukommen lassen, denn dort entsteht Kunst, die unseren Alltag reflektiert und die Themen behandelt, die die Menschen heute beschäftigen.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
SP: Jeden Tag ein Hühner Dapperl in die richtige Richtung.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
SP: Ich möchte mit meiner englischen Show endlich auf Welt-Tournee gehen.
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Montag 29.08.2016
Stoppok - Dieser ganze Papierkram liegt mir nicht
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Stefan Stoppok ist deutscher Liedermacher. Hört man seine Songs – am besten Live – dann will die Bezeichnung nicht immer passen. Denn Stoppok ist ebenso Rocker, als auch Entertainer, er erinnert mal an Helge Schneider, dann wieder spielt er Blues oder einen schnoddrigen Reggae. Seine Texte sind wie die Bücher von Wilhelm Genazino: Hart an der Realität, humorvoll bis satirisch, geduldig, erfolgreich, individuell, manchmal traumverloren. Ein singender Flaneur und genialer Schwarzmaler, der das Leben so nimmt wie es ist – aber Haltung zeigt.
Seit 2008 kommen Stoppok & Artgenossen nach Landsberg und geben ein ganz besonderes Konzert. Zwischen zehn bis fünfzig Musiker teilen sich dann die Bühne im alten Stadttheater und lassen die fast vergessene Sessionatmosphäre wieder aufleben. Am 2. Oktober ist es wieder soweit. Diesmal sind als Gäste mit dabei: Arthur Brown (ja, genau der von THE CRAZY WORLD OF ….), Christina Lux, Martin Gallop & Azhar Kamal. Eine illustre Schar wie immer, die viel (gute) Musik und Spaß verspricht (Es gibt noch einige Stehplätze!!! Zu reservieren hier!

KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Stoppok: Der frühe Tod meines Vaters, ich war 12 und ich fing an, intensiv Musik zu machen, um den Schmerz auszuhalten. Dann waren meine Jahre als Straßenmusiker mit Sicherheit auch sehr ausschlaggebend für meinen weiteren Werdegang.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ST: Dazu habe ich keine klare Vorstellungen.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ST: Mit dem Finanzamt, bzw. mit der Buchhaltung – dieser ganze Papierkram liegt mir nicht. Sonst gibt es so gut wie keine Widrigkeiten.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
ST: Eine Studiosession in Jackson Brownes Groovemaster Studio in Santa Monica, Los Angeles.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ST: Eindeutig die Momente auf der Bühne!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ST: Jede Form von Musik, bei der man klar spüren kann, dass da jemand mit ganzer Seele dabei ist.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ST: Da es nicht alles auf Vinyl gibt, hält es sich die Waage.

KK: Was lesen Sie momentan?
ST: Nix. Ich bin überzeugter Nicht-Leser, außer die Tageszeitung und natürlich Briefe und E-Mails.....

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ST: Dummheit gepaart mit Ignoranz!

KK: Was freut Sie ungemein?
ST: Wache Menschen, die Verantwortung für sich und andere übernehmen.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
ST: Möbelstücke schon viele, Tische, Bänke, Regale, Schränke und Kleidungsstücke nur selber entworfen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
ST: Ralf Richter in „Bang Boom Bang“.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
ST: Kaffee!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ST: Ein Anti-Grützen-Programm!

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ST: Schwer zu sagen, ich kann beides gut!

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ST: Es gibt keine spezielle Situation dafür.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ST: Tagesschau.de

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ST: Jegliche Form von Kultur gleichermaßen subventionieren.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ST: Kann ich hier nicht schreiben, sonst klaut mir einer den Titel, der ist genial!

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ST: Noch mindestens 20 Jahre genauso wie bisher!
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Mittwoch 03.08.2016
Thomas Grasberger - Die Dummheit der Welt in Grünpflanzen umwandeln
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Thomas Grasberger hat 2001 eine „Gebrauchsanweisung für München“ veröffentlicht. Später folgten dann „Grant. Der Blues des Südens“, „Flins. Das Geld des Südens“ und „Stenz. Die Lust des Südens“. Wer sich mit der bayerischen Seele und Kulturgeschichte beschäftigt – egal wo auf dieser Welt – für den sind Grasbergers unterhaltsame Bücher eine Pflichtlektüre.
Thomas Grasberger arbeitet seit langem für den Bayerischen Rundfunk (Bayern 2), für den er Radio-Reportagen und Features macht. Seine Themen reichen von der bayerischen Zeit- und Kulturgeschichte über Reisereportagen bis zu Wissenschaftsthemen. Er lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen in München.
Am 21. September wird der 1964 in Altötting geborene Journalist und Autor in Fürstenfeld im Rahmen der Reihe „Literatur in Fürstenfeld“ den fundierten Faktenreichtum dieser bayerischen Kultur- und Sittengeschichte dem Publikum nahe bringen.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Thomas Grasberger: Erstens: Eine gelungene Zeugung, für die ich meinen Eltern danken möchte. Zweitens: eine gelungene Geburt, für die ich meiner Hebamme danken möchte. Drittens: eine alltagsphilosophische Grundausbildung, für die ich meiner Großmutter danken möchte, die mich früh lehrte, dass es zwar nirgendwo so zugeht wie auf dieser Welt, man darüber aber nie den Humor verlieren darf.
Und viertens: Oberst Stanislaw Petrow, der am 26. September 1983 kurz vor Mitternacht als leitender Offizier in der Kommandozentrale der sowjetischen Satellitenüberwachung bei einem Fehlalarm der Atomraketenwarnsysteme die Nerven behielt und so vermutlich den Ausbruch des Dritten Weltkriegs verhinderte. Ohne Petrow wäre ich wohl nicht geworden, was ich bin. Er soll damals übrigens in die Runde seiner Mitarbeiter gerufen haben: "Hinsetzen! Weiterarbeiten!" Ein schönes Motto, wie ich finde! Vor allem in aufgeregten Zeiten.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
ThG: Ziel meiner Tätigkeit ist neben Völkerverständigung und Weltfrieden vor allem die Befreiung der werktätigen Massen Norddeutschlands aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit, insbesondere was ihr Bild von Baiern und seinen Bewohnern angeht.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
ThG: Mit der Weichbodenrolle meines Bürostuhls. Die hat schon mehrere Male den Versuch unternommen, sich vor Dienstschluss unerlaubterweise vom Fußkreuz zu entfernen – was die Statik des Stuhls und den Schaffensprozess des Autors erheblich beeinträchtigt. Ich hab ihr mehrere Abmahnungen erteilt. Bisher vergeblich.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt.
ThG: Das Gehen mit den Füßen hat mich unlängst wieder stark beeindruckt. Vor allem an den Fersen. Es hat mich aber auch sehr bewegt: Genau gesagt, 27 Kilometer weit. Das war die erste Etappe einer Fernwanderung in Richtung Bodensee, die ich gerade mit meinem jüngeren Sohn unternehme.

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
ThG: Am Abend den Laden zuzumachen und genau zu wissen, wie es am nächsten Tag weiter geht.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
ThG: Klassik.

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
ThG: Radio.


KK: Was lesen Sie momentan?
ThG: „Windgeflüster – chinesische Gedichte über die Vergänglichkeit“. Übersetzt vom Münchner Sinologen Thomas Höllmann.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
ThG: Maßlos ärgert mich, wenn ich mich wieder einmal maßlos geärgert habe. Da geht dann nämlich fast kein Ende mehr her. Was aber gottseidank (und meiner Frau sei Dank) mit zunehmendem Alter immer seltener vorkommt.

KK: Was freut Sie ungemein?
ThG: Wenn ich mich wieder einmal maßlos nicht geärgert habe. Das freut mich dann sehr.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
ThG: Nein, ich habe zwar viel Schönes gemacht – am schönsten sind meines Erachtens meine beiden wunderbaren Söhne. Dafür waren allerdings weder Kleidungs- noch Möbelstücke erforderlich.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
ThG: Am liebsten sehe ich den Dings, den ... no, wie heißt er denn gleich wieder. Na, sie wissen schon, der in… Dings… mitgespielt hat... Ja genau, der.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
ThG: Beides, gleichermaßen; aber nie gleichzeitig!

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
ThG: Einen Apparat, der die Dummheit der Welt in Grünpflanzen umwandeln kann. In Biergartenkastanien zum Beispiel.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
ThG: Ich habe im Dialog mit mir selbst schon genügend Auseinandersetzungen: Da brauch ich doch keine Dritten! Aber im Ernst: Ich arbeite bei Gelegenheit auch sehr gern mit Kollegen zusammen.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
ThG: Beim Gehen. Beim Duschen. Beim Schlafen – letzteres sorgt sogar für die besten Einfälle. Die sich dann leider oft als Ausfälle erweisen, weil sie mir in der Früh nicht mehr einfallen.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
ThG: Tages- und Wochenzeitungen, Presseschauen, Wissenschaftsseiten und Newsticker. Und als Löwen- Fan natürlich „dieblaue24.com“.

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
ThG: Ich würde dafür sorgen, dass jeder bayerische Staatsbürger mindestens einmal die Staatliche Münzsammlung in München besucht haben muss.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
ThG: „Kreuzweis! Ihr Grasberger“

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
ThG: Lang und unübersichtlich.
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Samstag 16.07.2016
Konstantin Moreth – Eine Ode an die Poesie
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Fotos: Saskia Pavek
Konstantin Moreth hat vor zwei Jahren sein eigenes „professionelles freies Theaterensemble“ gegründet, die Moreth Company. Der am Schauspiel München ausgebildete Theatermacher spielte unter anderem am Residenztheater München,  am Schauspielhaus Zürich, am Prinzregententheater München und am Metropoltheater München. Hinzu kommen etliche Rollen fürs Fernsehen und in der Vergangenheit schon einzelne Inszenierungen. Der heute am Ammersee lebende Moreth hat mit seiner Company im Landsberger Stadttheater eine Heimat gefunden. Hier probt er mit seinem Ensemble, hier kommen Neuinszenierungen erstmals auf die Bühne – wie jetzt „Cyrano“. Am 27. Juli hat dieses Stück im Amphytrion des Stadttheater Landsberg Premiere und läuft dann an gleicher Stelle insgesamt sieben Mal. (Termine unter: www.morethcompany.de)


KultKomplott: Herr Moreth, in diesem Jahr bringen Sie mit ihrer Company „Cyrano“ auf die Bühne, oder sagen wir besser in den Garten des Landsberger Stadttheaters, diese 1897 in Paris uraufgeführte Mantel- und Degen-Komödie. Im letzten Jahr waren es „Gefährliche Liebschaften“. Was reizt Sie an diesen doch etwas älteren Stoffen?
Konstantin Moreth: Das Zeitlose, das Moderne an diesen literarisch großartigen Vorlagen. Die grundlegenden Menschheitsthemen sind doch immer die gleichen.
In „Cyrano“ beispielsweise das Thema „Schönheit“: Was zählt als attraktiv, was als hässlich. Liebt man jemanden wegen seiner inneren Werte, oder doch eher wegen seiner äußeren Wohlgestalt? Bin ich hässlich, weil ich mich so fühle? Oder macht ein brillanter Geist jemanden attraktiv? Akzeptiere ich mich so, wie ich bin? - das sind alles Fragen, die den modernen Menschen genauso umtreiben.
Wenn es gelingt, sich in einem Jahrhunderte alten Stoff wiederzufinden, scheint mir das noch reizvoller als in einem heutigen. Was nicht heißt, dass ich keine aktuellen Stücke inszeniere, ich mache das sogar relativ häufig.

KK: Vor zwei Jahren haben Sie ihre eigene Theater-Company gegründet. Was war Ihre Intention hierfür?
KM: Die künstlerische Unabhängigkeit. Den Gedanken, mit einem Stamm von Leuten, die sich teils über Jahre zusammengefunden haben, die Stücke zu realisieren, die wir uns aussuchen, hatte ich schon eine ganze Weile. Nun haben wir es einfach mal gewagt und sehen, wie weit wir damit kommen.

KK: „Cyrano“ ist die zweite Inszenierung der in Landsberg ansässigen Company. Wie schätzen Sie die bisherige Arbeit und Entwicklung diese mutigen Unternehmens ein?
KM: Erfreulicherweise wurden die „Gefährlichen Liebschaften“ vom Landsberger Publikum sehr gut aufgenommen. Wir haben ja vier Vorstellungen gespielt, die sehr gut besucht bis ausverkauft waren. Auch die persönliche Resonanz des Publikums war mehr als erfreulich. Das macht natürlich Mut, weiter zu arbeiten.
Für die Beteiligten war es bisher eine schöne, sicherlich manchmal anstrengende Erfahrung, da wir ja vieles selbst stemmen müssen, für das es an einem  festen Haus Mitarbeiter gibt. Da sind alle gefragt auch mal zu bügeln, Requisiten zu besorgen oder Kaffee zu kochen.
Wenn ich mir die künstlerische Arbeit betrachte, so ist es genau, wie ich es mir vorgestellt habe: In entspannter Atmosphäre entwickeln wir unsere Stücke, die Schauspieler können sich mit all ihrer Kreativität einbringen, und ich setze den inszenatorischen und konzeptionellen Rahmen.

KK: Welche Unterstützung haben Sie für diese Arbeit bisher erfahren und wo sehen Sie gibt es noch Handlungsbedarf?
KM: Wir haben schon sehr viel Unterstützung von verschiedenen Seiten  bekommen: Allen voran Florian Werner, der Leiter des Stadttheaters und sein Team, Sabine März-Lerch, die Vorsitzende des Freundeskreises des Theaters TILL, und der Freundeskreis selbst. Letztes Jahr wurden wir zudem von dem Verein „Kultur und Leben e.V. und der Hans-Heinrich-Martin-Stiftung finanziell großzügig gefördert. Eine regelmäßige Förderung aus öffentlichen Mitteln streben wir natürlich an, wie auch den Verkauf von Vorstellungen im deutschsprachigen Raum. Da sind wir noch sehr am Anfang.

KK: Am 27. Juli ist Premiere für „Cyrano“. Was kann das Publikum erwarten?
KM: Einen prallen Theaterabend voller Komik, Drama und Herz, eine rührende, tiefkomische und auch traurige Liebesgeschichte und last but not least eine Ode an die Poesie.

KK: Gibt es schon Pläne für die Zukunft?
KM: Es gibt natürlich jede Menge Ideen, seit langem habe ich ein großes Shakespeare-Projekt vor, das einen Großteil der Company-Spieler involvieren könnte, aber was die nächste Produktion sein wird, ist noch offen.
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Donnerstag 07.07.2016
Jasmin Bayer – Jazz, Jazz, Jazz …...
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Jasmin Bayer hat dieser Tage ihr erstes Album als Jazzsängerin veröffentlicht. Und das gleich beim renommierten Label Enja Records aus München. Noch vor Ihrer Karriere als Model, Schauspielerin und Mutter von drei Kindern infizierte sie sich am Virus des Swing. Und diese anschließend ausgebrochene (chronische) Obsession hält bis heute an. Mit ihrer nuancenreichen Stimme und der rhythmisch entspannten Phrasierung steht sie in der Tradition großer Vocalistinnen – ohne diese zu imitieren! Mit lasziver Transparenz und aufreizender Schlichtheit durchmisst sie stimmlich die eigenen Kompositionen und Standards des Great American Songbooks. Sie verzaubert mit ihren ruhigen Balladen und regt an, mit den treibenden Up tempo Nummern
Jede Jazzsängerin braucht, um ihre Hochform zu unterstreichen, einen überragenden Pianisten. Den hat Jasmin Bayer in Davide Roberts. Er begleitet mit der Souveränität eines Solisten. Jedoch zurückhaltend, mit selbstbewußtem Anschlag. Und dann ist da noch, neben dem Rhythmusgespann Chris Lachotta (Bass) und Christos Asonitis (Schlagzeug) endlich wieder Peter Tuscher zu hören. Er gehört zu den begnadetsten Trompetern nicht nur im deutschsprachigen Raum und gibt mit seinen Beiträgen Jasmin Bayers Debüt ein ganz spezielles Funkeln, das zwischen Melancholie und Leidenschaft strahlt und der Musik eine zusätzliche Tiefe vermittelt.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Jasmin Bayer: Bei uns zuhause hieß es meist: Das geht jetzt nicht. Genau davon hatte ich genug!

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
JB: Menschen inspirieren, vom Leben inspiriert zu sein.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
JB: Es wird schwerer, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
JB: Dass unsere  CD "Summer Melodies" so gut ankommt, international Beachtung findet. Auch asiatische Länder lieben unseren Straight Ahead Jazz! Unsere eigenen Songs für das Publikum zu spielen und sie wollen mehr davon, ist, was ich mir immer gewünscht habe!

KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
JB: ...wenn Publikum und Band eins werden!

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
JB: Höre sehr gerne sexy black Soul. Und Jazz, Jazz, Jazz...

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
JB: CD.

KK: Was lesen Sie momentan?
JB: Goethes Gedichte, das ist momentan das Richtige. Den Gedichtband kann ich beiseite legen und wieder aufnehmen, ohne dass ich den Faden verliere wie bei einem Roman. Goethe in allen seinen Schaffensphasen finde ich hochinteressant und aktuell und inspirierend.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
JB: Wenn Menschen psychische Blockaden als gegeben und als unabwendbare Tatsachen akzeptieren, ohne zu hinterfragen, woher sie kommen und wie man sie auflösen kann.

KK: Was freut Sie ungemein?
JB: Dass Liebe durch das Miteinanderteilen MEHR wird.

KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
JB: Kleider und Oberteile habe ich selbst entworfen und genäht. Glasregal und Schränke designt und anfertigen lassen.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie inwelchem Film beeindruckt?
JB: Nicolas Cage in "Leaving Las Vegas", denn er wird zum Charakter, den er darstellt in aller Konsequenz.

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
JB: Kaffee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
JB: Dass man sich und Dinge „beamen“ kann.

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
JB: Bin ein Teamplayer, nur im Team macht es auch Spaß, Erfolge zu teilen. Wir sind alle voneinander abhängig und verwandt als menschliche Wesen.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
JB: In alltäglichen Situationen werde ich manchmal geradezu überfallen von Melodien und Themen und Ideen für Songtexte. Dann muss ich ganz schnell ein ruhiges Plätzchen finden um das gleich auf mein Handy aufzunehmen.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
JB: Komme gerade gar nicht dazu...

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
JB: Zu verkünden, dass Kultur nichts anderes ist, als das angehäufte Menschsein!

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
JB: „Was ich tat und sich ergab“.

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
JB: Persönlich: Mit meiner Band zu touren, mit meinem Pianisten Davide Roberts Jazzsongs zu schreiben, Platten aufzunehmen, neue Menschen, neue Musiker, neue Umgebungen zu erkunden und mich ganz dem Publikum und dem Jazz hinzugeben. Universell: Wir Menschen werden lernen müssen, einander zu unterstützen und zu fördern. Dann hätten wir, was wir anstreben: Kraft und Liebe.
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Donnerstag 09.06.2016
Franziska Wanninger - Je nach Verkehrslage
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Franziska Wanninger hat im letzten Jahr das „Kleine Scharfrichterbeil“ in Passau erhalten - nachdem sie zuvor schon andere bedeutende Kabarettauszeichnungen erhalten hat. Die aus Oberbayern stammende Wortakrobatin hat in der Vergangenheit nicht nur erfolgreich ihr Studium für das Lehramt an Gymnasien in Deutsch und Englisch absolviert. Nebenher hat sie auch noch ein Schauspielstudium absolviert, in Los Angeles und Washington D.C. gelebt, arbeitete mehrere Jahre bei Radio Charivari Regensburg und als Sprecherin für Radiowerbung. „AHOIbe - Guad is guad gnua“ ist ihr zweites Soloprogramm, mit dem sie seit über einem Jahr erfolgreich durch Deutschland und Österreich tourt. Am 23. Juni ist Franziska Wanninger zu Gast in der Germeringer Stadthalle.


KultKomplott: Welche Faktoren waren ausschlaggebend, dass Sie wurden, was Sie heute sind?
Franziska Wanninger: Mut, eine große Portion Naivität und viel Glück.

KK: Wen bzw. was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?
FW: Andere Menschen zu unterhalten, anzuregen und zu berühren.

KK: Mit welchen Widrigkeiten müssen Sie sich bei Ihrer Arbeit am häufigsten auseinandersetzen?
FW: Gottseidank sehr selten: Mit grantigen Wirten, schlechten Technikern, eiskalten Garderoben.

KK: Welche Erlebnisse haben Sie zuletzt stark beeindruckt?
FW: Eine Reise in die Mongolei. Die Menschen dort sind ohne Misstrauen und derart herzlich und liebenswert, dass es einem die Schuhe auszieht.
       
KK: Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?
FW: Zum Einen die leisen Momente auf der Bühne, bei denen man spürt, dass man die Menschen berührt und dann die Rückmeldung nach dem Auftritt, wenn viele sich durch mein Programm so angesprochen fühlen, dass sie den Drang haben, noch mal mit mir zu reden. Das ist sehr schön und sehr echt.

KK: Hören Sie Musik und wenn ja, welche Art von Musik mögen Sie besonders?
FW: Ich höre gerne Musik. Zuhause nur manchmal, im Auto aber sehr viel. Gefallen tut mir alles Mögliche, von jung & bayerisch, südamerikanisch, rockig, chansonesque, klassisch bis STS am Lagerfeuer. Wichtig ist, es muss zur Stimmung passen und auf meinen langen Autofahrten durch Bayern verfällt man da schon mal - je nach Verkehrslage - in unterschiedliche Stimmungen. ;-)

KK: Hören Sie eher CD oder Vinyl?
FW: CD.

KK: Was lesen Sie momentan?
FW: Gerade habe ich das Buch "Alle Toten fliegen hoch" von Joachim Meyerhoff in einem Zug durchgelesen. Die beiden anderen Bücher von ihm habe ich schon vorher verschlungen.

KK: Was ärgert Sie maßlos?
FW: Es gibt ja leider täglich tausend Ungerechtigkeiten da draußen. Das beginnt aber auch schon im Kleinen. Rasend macht es mich zum Beispiel, wenn jemand eine Kassiererin oder eine Bedienung schlecht behandelt.

KK: Was freut Sie ungemein?
FW: Wenn mir jemand Blumen schenkt.
 
KK: Haben Sie jemals ein Kleidungs- bzw. Möbelstück selbst gemacht?
FW: Ich habe schon einige alte Möbel wieder hergerichtet, aber gemacht noch nicht. In der Grundschule haben meine damals beste Freundin und ich die Outfits für unseren Flohmarktstand selbst "genäht", die Nähte waren derart professionell, dass ich nach einer Stunde fast in Unterhosen dastand.

KK: Von welchem Schauspieler / welcher Schauspielerin sind sie in welchem Film beeindruckt?
FW: Da gibt es so viele. Zuletzt wahrscheinlich Lars Eidinger in "Familienfest".

KK: Trinken Sie lieber Tee oder Kaffee?
FW: Kaffee.

KK: Was würden Sie gern erfinden, was es Ihrer Meinung bisher noch nicht gibt?
FW: Eine Kleidung-zusammenfalt-und-wieder-aufräum-Maschine. Im Prinzip alles, das den leidigen Haushalt schöner macht. ;-)

KK: Fühlen Sie sich eher als Einzelkämpfer, oder Teamplayer?
FW: Es kommt auf die Situation an. Als Solokabarettistin bin ich zwangsläufig Einzelkämpferin und muss mich auf mich konzentrieren, liebe es aber mal mit Kollegen im "Team" zu spielen oder Ideen zu entwickeln.

KK: In welcher Situation haben Sie die besten Einfälle?
FW: Wenn die Deadline immer näher rückt werde ich von Tag zu Tag kreativer.

KK: Welche Websites oder Blogs lesen Sie?
FW: Süddeutsche und Zeit Online und was man über Facebook so mitbekommt (Der Postillon etc.)

KK: Was würden Sie ändern, wenn Sie für einen Tag Staatsminister für Kultur wären?
FW: Das würde dann ja auch die Bildung einschließen. Da gäbe es eine Menge!
    -Unbedingt mehr fähige Bildungsbegleiter und Theater- oder Musikprojekte in sozialen Brennpunkten.
    -Eine wirkliche Reform für das Gymnasium
    -Mehr Fördergelder für kleinere Bühnen und dass die Betreiber solcher Bühnen mehr gewürdigt werden in Form von Preisen etc. 
    -Günstige Kleinkredite für Kulturschaffende
  u.v.m.

KK: Wenn Sie eine Autobiographie schreiben würden, wie wäre der Titel?
FW: Haha. Keine Ahnung, das überlege ich mir dann, wenn es soweit ist. ;-)

KK: Wie stellen sie sich die Zukunft vor?
FW: Gut. Was anderes bleibt mir nicht übrig. ;-)
Autor: -
KultKomplott versteht sich als ein unabhängiges, kulturelle Strömungen aufnehmendes und reflektierendes Portal.