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Landsberg: Duo Runge & Ammon - Emanzipiert

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Gröbenzell: Ventus Quintett & Clemens Zeilinger – Verschworene Gemein...

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Fürstenfeld: Latvian Blues Band – Soviel Feuer war selten

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Landsberg: Familie Flöz - Theater von hinten

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Germering: Philipp Stauber Quartett – Beschwingte Lektionen

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Landkreis Fürstenfeldbruck: Eine Hochburg des Jazz

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Samstag 07.10.2017
Landsberg: Duo Runge & Ammon - Emanzipiert
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Landsberg. Der Jazz wird auch als die Klassik des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Das bedeutet, der Jazz ist, nach Jahrzehnten hartnäckigen Emanzipationsbestrebungen, endlich außerhalb seines Refugiums, als ein Teil der Hochkultur anerkannt. Insofern werden ihm heute nicht nur die Pforten der heiligen Musentempel, die bisher fast ausschließlich den hochsubventionierten Philharmonien und Sinfonieorchestern vorbehalten waren, zu recht geöffnet. Es kommt immer öfter vor, dass Instrumentalisten der Klassik sich bekannten und weniger bekannten Kompositionen des Jazz annehmen, und diese sehr individuell und befreit interpretieren. Umgekehrt gab es interessanterweise nie irgendwelche Berührungsängste.
Das Duo Runge & Ammon, gestern Abend Gast der Rathauskonzerte Landsberg, bewegt sich schon eine Weile im musikalischen Schnitt- und Spannungsfeld beider Stile. Und dies mit großem Erfolg. Der Cellist Eckart Runge und der Pianist Jacques Ammon verbinden die Stringenz klassischer Notationen mit der Freiheit zeitgenössischer Improvisationen auf eine sehr subtile Weise. So zeigte allein schon die Auswahl ihres Repertoires, mit welcher Offenheit bzw. mit welchem Anspruch sie die Fusion dieser beiden musikalischen Eckpfeiler der westlichen Musikwelt angehen. Und sie stellten sie nicht nur vergleichend neben-, sprich hintereinander. Bei ihnen gingen Georg Friedrich Händel und George Gershwin ineinander über, fanden Christoph Willibald Gluck und der Sinti-Swing eines Bireli Lagrene einige bemerkenswerte Gemeinsamkeiten. Und Chick Coreas Komposition „Spain“ kann man sowieso getrost als einen Genre übergreifenden Klassiker bezeichnen.
Runge, Gründer des weltweit gefeierten Artemis Quartett, kam an diesem Abend die Rolle des Stimmführers zu. Er schwelgte in den wunderbaren Melodien, mal hingebungsvoll berückend, mal raffiniert improvisierend. Seine Interpretationen der klassischen Vorgaben wirkten gelöst und frei, die der Jazzkompositionen vermittelten etwas von einer dringlichen Verspieltheit. Mit dem aus Chile stammenden Jacques Ammon, mit dem Runge schon seit über zwei Jahrzehnten gemeinsam musiziert, besitzt der Cellist einen Partner, der die Harmonien sicher setzt, der für all die unterschiedlichen Themen eine stabile Grundlage schafft. Und der auch selbst für kurze Momente zu brillieren versteht.
Überhaupt fiel auf, dass es, im Gegensatz zu vielen Jazz-Live-Einspielungen, keine langen solistischen Ausflüge gab. Im Vordergrund stand der Dialog beider Instrumentalisten. Gemeinsam zirkelten sie die tänzerischen Rituale, beherrschten fast blind die vielen Tempo- und Richtungswechsel, suchten eine ständige unvoreilige Übereinkunft und vermittelten letztendlich eine an Spannung und intuitivem Anspruch reiche Musik. Statt Pathos eine erfrischende und lebendige Interpretation, deren Transparenz und große Intensität das Publikum begeisterten. Selbst Astor Piazzollas Tango Nuevos entwickelten eine melancholische Magie, strahlten in einer suggestiven Schönheit und wirkten in diesem Kontext völlig klischeefrei. Ein anderes Beispiel für die faszinierende Zusammenarbeit der beiden Solisten war „Blue In Green“, einer der ganz frühen modalen Kompositionen des Trompeters Miles Davis und erstmals veröffentlicht auf dem legendären „Kind Of Blue“-Album. Runge und Ammon trieben die Reduktion der Interpretation dieses Stückes bis an die Grenze. Die extreme Langsamkeit und verinnerlichte Hingabe an das Thema gaben dem Stück einen beinahe tranceartigen Charakter. In derartigen Momenten hilft weder eine umwerfende Virtuosität, noch eine Steigerung des Tempos. Hier zeigt sich, wie ein Duo miteinander harmoniert, wie intim es miteinander korrespondiert. In solchen Momenten löst sich jeder Diskurs, wo das Komponierte aufhört und wo das Improvisierte beginnt, von selbst auf.
KultKomplott
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Sonntag 01.10.2017
Gröbenzell: Ventus Quintett & Clemens Zeilinger – Verschworene Gemeinschaft
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Es nennt sich zwar Holzbläserquinett, aber so ganz exakt ist die Bezeichnung dann doch nicht. Denn zur klassischen Besetzung dieses kleinen Orchesters gehört, neben der Flöte, der Oboe, der Klarinette und dem Fagott, auch das Horn. Und das Horn ist ein Blechblasinstrument. Hier handelt es sich wohl um jene Ausnahme, die jeder Regel zu eigen ist. Und aus diesem Grund benennt man diese Art der Instrumentierung einfacher und passender auch nur Bläserquintett. Gestern Abend war mit dem Vintus Quintett eines der bekanntesten und gefragtesten Bläser-Kammermusik-Ensemble zu Gast in Gröbenzell. Auf dem Programm standen mit Joseph Haydn ("Divertimento B-Dur Hob. II: 46, „Choral St.Antoni“") und Ludwig van Beethoven ("Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott Es-Dur op. 16") zwei sich zu Lebzeiten leicht rivalisierende Komponisten. Nach der Pause dann gab es die "Serenade d-Moll op. 44" von Antonin Dvorák in der Bearbeitung von Mordechai Rechtmann.
Wie Gabor Lieli kurz erläuterte, gehörte die Bläserkammermusik in der Zeit ihres Entstehens, Ende des 18. Jahrhunderts, zu einer Art Populärkultur. Sie hatte unterhaltenden, kurzweiligen Charakter, wurde auch auf öffentlichen Plätzen vorgetragen, ganz anders wie die sinfonische Literatur oder die Oper. Trotzdem sind für diese Besetzungen nicht nur kleine musikalische Kostbarkeiten entstanden, sondern auch die bekannteren und schon damals berühmteren Komponisten haben sich mit dem Bläserquintett im Laufe der Zeit immer intensiver beschäftigt und für dieses Genre etliche, eben bis heute aufgeführte Kompositionen geschrieben.
Ob das "Divertimento B-Dur Hob. II: 46, „Choral St.Antoni“" tatsächlich von Haydn stammt, ist nicht ganz verbürgt. Auf jeden Fall hat dieses heitere, vergnügliche (Divertmento = Vergnügen) Stück Johannes Brahms im November 1870 in Wien entdeckt und den „Choral St. Antoni“, ein österreichisches Pilger- bzw. Wallfahrerlied, für seine Haydn Variationen genutzt. Das Ventus Quintett, mit seinem insgesamt sonoren und sehr reif wirkenden Klangbild, zeigte sich schon hier als eine verschworene Gemeinschaft, bestehend aus fünf einfühlsamen Individualisten. Das Ineinandergreifen der verschieden Instrumentalstimmen bestach durch eine Komplexheit und feinsinnige Klangfarbenartistik. Auch dann, wenn der österreichische Pianist Clemens Zeilinger sich in die Runde mit einbrachte, zeigt sich das Quintett offen für dessen Inspirationen und schloss den vergrößerten Instrumentalkreis musikalisch perfekt. Klarheit und zugleich eine gewisse Leichtfüßigkeit beherrschte die Interpretation der Beethoven-Komposition. Wunderschöne Melodien, forcierte Marschthemen, rhythmische Originalität zeichneten Antonin Dvoraks "Serenade d-Moll op. 44" aus. In der Bearbeitung des langjährigen Solofagottisten des Israel Philharmonic Orchestra Mordechai Rechtmann, erhielt das Stück eine flüssige, fast vollmundige, auf jeden Fall lebendige Note. Romantische Emotionen ohne jegliche versüßende Sentimentalität beeindruckten, wie auch die dynamische Spannweite des gesamten Spiels von Isabella Unterer (Oboe), Moritz Plasse (Flöte), Gábor Lieli (Klarinette), Markus Hauser (Horn) und Christoph Hipper (Fagott).
KultKomplott
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Freitag 29.09.2017
Fürstenfeld: Latvian Blues Band – Soviel Feuer war selten
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Fürstenfeld. Lettland – die große Unbekannte. Auch was die Musikszene betrifft. Zwar war Riga vor wenigen Jahren Kulturhauptstadt Europas. Doch trotz einer langen wie spannenden Landesgeschichte weiß man in Mitteleuropa insgesamt nur wenig über diesen zentral-baltischen Staat.
Wohingegen die Letten sehr genau beobachten, was im Rest der Welt so vor sich geht. Und diese Beobachtungen fließen auch ein in die eigene, gegenwärtige Kulturszene. Die Latvian Blues Band ist so ein Beispiel hierfür. Da steht auf der einen Seite die eigene Volksmusik, traditionsreich, virtuos und atmosphärisch sehr positiv gestimmt. Auf der anderen Seite sind die sechs Musiker von richtig knalligem Südstaatenrock begeistert, sie haben einen hörbaren Bezug zu Gospel und Soul á la Ray Charles, sind begeisterte Improvisatoren und lieben mit Sicherheit den Spaß und Nonsens, den die Blues Brothers einst berühmt machten. Und das alles miteinander in Bezug gebracht – so konnte der gestrige Abend mit der Latvian Blues Band eigentlich nur ein voller Erfolg werden.
Sicher bedient sich das Sextett auch an manch abgedroschenem Klischees des mittlerweile altehrwürdigen Rock`n Roll Circus. Aber wer ihn mit derartiger Leidenschaft, Hingabe und Spitzfindigkeit zelebriert, der begeistert sein Publikum zu recht. Janis „Bux“ Bukovskis, Frontmann und Blues-Vollblut, bringt seine Botschaften auch ohne Mikro unters Volk. Und noch immer klingt seine Stimme in solchen Momenten beeindruckend vital und modulationsfähig. Seine Balladen sind wie der Schmelz zartbitterer Schokolade. Sehnsucht und Herzschmerz, routiniertes Geflunker und ohrwurmartige Eingängigkeit sind bei ihm nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite: Temperament, Musikalität und augenzwinkernder Größenwahn. Wenn er und Orgelspieler und Saxophonist Artis Locmelis richtig Gas geben, dann kocht der Saal. Die Band vermittelt Spaß und Freude und hat mit diesem musikalischen Gebräu ganze Erdteile begeistert. Selbst das verwöhnte Publikum beim Chicagoer Bluesfestival wollte die LBB nicht mehr von der Bühne lassen. Und auch In Fürstenfeld, bei Blues First, war es ähnlich. Soviel Feuer war selten.
Jörg Konrad
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Montag 25.09.2017
Landsberg: Familie Flöz - Theater von hinten
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Landsberg. Die Zahlen sind verwirrend: 3 Personen spielen mit 29 Figuren mindestens 6 Geschichten vor und hinter der Bühne in knapp 90 Minuten. Das Publikum ist sich anschließend einig: Einfach Großartig, dieses Theater von hinten! Dem Ensemble Familie Flöz ist mit dem Stück „Teatro Delusio“ am gestrigen Sonntagabend im Landsberger Stadttheater eine poetische Herausforderung und triumphale Meisterleitung gelungen. Bestes Beispiel für modernes humanistisches Theater. Denn im Mittelpunkt steht der Mensch, oder sagen wir besser: stumme Menschen, deren gesamtes Tun sich aus ihrer Körpersprache und ihrem Kostüm ableitet. Egal welchem sozialen Status sie angehören, egal welchen Geschlechts sie sind, egal welche sexuelle Ausrichtung sie leben, egal welchen persönlichen Geschmacks sie frönen. Das muss an einem denkwürdigen Wahlabend wie diesem auch einmal gesagt werden. Das "Teatro Delusio" als ein gleichberechtigtes Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Die (mindestens) 6 Geschichten des Stückes sind eingebettet in eine Inszenierung, die das Publikum hinter der Bühne erlebt. Nichts da, von glitzerndem Scheinwerferlicht und perfekt gestalteter Rolle. Die Handlung gestaltet sich Backstage. Und vielleicht wird der eine oder andere anschließend auch kein Theater mehr erleben können, ohne an "Teatro Delusio" zu denken, wo das Geheimnisvolle öffentlich wird.
Grundlage für die unterschiedlichen Geschichten in dem von Michael Vogel inszenierten Stück, ist das Verschmelzen von Illusion und Realität. Da ist die Geltungssucht des einen Bühnenarbeiters contra der Tagträumerei seines Kollegen; da wäre der verwirrte erste Geiger des Orchesters, der den Orchestergraben vergeblich sucht; da haben wir Ruhmsucht und die unerwiderte Liebe als Motor des persönlichen Tuns; da ist die Geschichte des kleinen Theatergespenstes, das die gesamte Szenerie in Gang bringt und am Laufen hält und da haben wir das eigentliche (unsichtbare) Stück auf und das Sichtbare hinter der Bühne. Oder umgekehrt? Selbst Theaterleiter Florian Werner wird in dieses Konzept mit eingebunden. Er moderiert den Abend vor, oder ist es eher doch hinter der Bühne an? Hier wird mit verschiedenen Ebenen gespielt, wird Humor und (Selbst-) Ironie zum großen Thema. Es ist der befreite Blick von außen, der all dies möglich und vielleicht auch besser macht. Egal ob als Schauspiel, Singspiel, Slapstick, Clownerie oder Artistik. Poesie findet man überall auf der Welt. Die Kunst ist es, sie zu finden.
Jörg Konrad
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Samstag 23.09.2017
Germering: Philipp Stauber Quartett – Beschwingte Lektionen
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Philipp Stauber gab, als er zehn Jahre alte war, als Berufswunsch „Beatle“ an. So sehr hatten es ihm die „Fab Four“ angetan. Er konnte sich nicht einmal entscheiden, wer von den Vieren er sein wollte. Später war dann Wes Montgomery sein Held. Der Jazz-Gitarrist, über den Joachim Ernst Berendt einmal sagte, er habe den eigentlichen Zündsatz für die Gitarrenexplosion in den 1960er Jahren gebildet. Gitarrist ist Stauber dann auch geworden – bis heute.
Am gestrigen Abend gastierte der in Vilseck geborene mit seinem Quartett in der Germeringer Stadthalle und eröffnete die Herbst/Winter-Saison der Reihe „Jazz It!“. An seiner Seite: Der organisierte Saxophonist Till Martin, Bass-Professor Thomas Stabenow und der Münchner Schlagzeuger Bastian Jütte.
Es wurde ein Abend der Standards und Komponisten wie Johnny Mercer, Thelonious Monk, Ram Ramirez oder Charlie Parker. Zusätzlich einige Eigenkompositionen aus Staubers Feder, die ihn als einen hervorragenden Notensetzer auszeichneten. Die Spielweise des Quartetts pendelte zwischen Swing und Bop, mit einer ordentlichen Prise Bossa Nova. Beschwingte Lektionen gab die Formation, die deutlich machten, wie zeitlos diese Form des Musizierens bis heute ist. Historische Rekonstruktionen, die etwas Heiteres, oder zumindest Positives ausstrahlten.
Stauber zeigt sich dabei als ein sehr unaufgeregter, aber musikalisch klar artikulierender Instrumentalist. Die Nervosität des Bop erdet er hör- und spürbar im Blues und zeigt bei seinen virtuosen Künsten immer eine gewisse mitreißende Eleganz. Der Gitarrist gehört mit Sicherheit zu den beeindruckendsten Charakteren auf seinem Instrument. Er versteht es ausgezeichnet, sich zwischen Sensibilität und Dynamik raffiniert zu positionieren. Und dann hat er natürlich noch seine Band an der Hand. Till Martin, am Saxophon wie eh und je verlässlich, und mit dem notwendigen Risiko jeden Chorus gestaltend. Er beherrscht die geflüsterten Finessen innerhalb eines Solos ebenso, wie die energischen Statements. Ein Musiker, der gruppendienlich spielt und sich stets im Sinne des Gesamtanliegens der Formation einbringt. Ganz ähnlich wie die beiden Rhythmiker Thomas Stabenow und Bastian Jütte. Sie weben dauerhaft an einem brodelndem, wie statisch verlässlichen Unterbau. Sie werfen sich die Ideen zu, suchen dezent die Lücken für kurze solistische Ausflüge und wissen auch längere Freiräume spannend und herausfordernd auszufüllen. Insgesamt kein neuer Sound. Aber ein tolles Konzert.
Jörg Konrad
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Dienstag 05.09.2017
Landkreis Fürstenfeldbruck: Eine Hochburg des Jazz
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Derzeit laufen im Landkreis Fürstenfeldbruck drei(!) gestandene Jazzreihen, deren organisatorische Beständigkeit und musikalische Qualität wohl einmalig sein dürften. Luftlinie liegen die drei Spielstätten Puchheim-Germering-Fürstenfeld nur jeweils gute zehn Kilometer auseinander. Die Anzahl der Besucher beeinflusst diese Nähe jedoch nicht.
Die älteste Reihe existiert seit nun fast 20 Jahren in Puchheim. 1998 hat Alois Leibold vom ortsansässigen Kulturverein mutig ein Konzert organisiert – dem über 70 weitere folgen sollten. Das musikalische Spektrum reichte von Klezmer, über Tango bis hin zu Modern Jazz, Swing und Blues. Große Namen wie Pablo Ziegler, Dino Saluzzi, Franco Ambrosetti oder Charly Antolini begeisterten im Puchheimer Kulturcentrum (PUC) das Publikum. 2012 setzten dann Daniel Dinkel von Galileo Records aus Fürstenfeldbruck und der Leiter des JazzStreicherBigBand Bluestrings Frank Wunderer die Konzertreihe unter dem Titel JAZZ AROUND THE WORLD fort. Mittlerweile können die beiden ebenfalls auf über 30 Konzerte zurückblicken. Im Oktober beginnt hier die neue Saison (Programm siehe unten).
Voraussetzung für alle drei Reihen ist jeweils die reibungslose und offene Zusammenarbeit zwischen Veranstalter und künstlerischen Beratern. So steht in Puchheim von Beginn an der amtierende Kulturamtsleiter Michael Kaller hinter der Arbeit von Daniel Dinkel und Frank Wunderer.
In Germering hingegen trägt die Zusammenarbeit von Stadthallenchefin Medea Schmitt mit dem Jazzexperten Hans-Jürgen Schaal reife Früchte. Beide bringen es (bisher!) auf über zehn Jahre und fast neunzig Jazz-Veranstaltungen. Auf die Frage, was nach seiner Meinung den Erfolg von „JAZZ IT!“ mit kontinuierlich über 200 Abonnenten pro Saison ausmache, antwortete Hans-Jürgen Schaal KultKomplott in einem Interview: „Zuallererst und grundsätzlich ist das ein Erfolg des Jazz. Nicht umsonst ist dieses Genre auch nach über hundert Jahren noch so quicklebendig. Improvisierte Musik ist einfach das Spannendste, was man im Konzert erleben kann – jedenfalls viel spannender als die zehntausendste Reproduktion eines Mozart-Klavierkonzerts oder die aufwendige Live-Umsetzung eines schlichten Popsongs.“ Das neue Programm für Germering (2018) ist dieser Tage erschienen (siehe unten).
Im Fürstenfeld begann alles 2003 mit einem Soloauftritt des Pianisten Chris Jarrett. Leiter des Veranstaltungsforum Norbert Leinweber kooperierte am Anfang mit Loft Music, den Veranstaltern des damals noch existierenden Münchner Klaviersommers. Gemeinsam schuf man im wunderbaren Fürstenfelder Ambiente vor den Toren der bayrischen Landeshauptstadt ein Podium für europäischen Spitzenjazz. In fast 130 Konzerten waren unter anderen so herausragende Solisten wie Bobo Stenson, Younee, Renaud-Garcia Fonds, Enrico Pieranunzi, Jasper van`t Hof zu Gast. Mittlerweile hat Klangwort Entertainment um Irina Frühwirt die künstlerische Beratung übernommen. Und auch hier sprechen über 200 Abonnenten ein deutliche Sprache. Eben: JAZZ FIRST.
Wenn man dann noch bedenkt, dass in Maisach mit der Reihe BEER & GUITAR seit 2006 die „besten Gitarristen“ der Welt präsentiert werden, in Olching spontane Jazzkonzerte stattfinden und in Gilching (danke für den Hinweis - gehört natürlich zu Starnberg, aber hart an der Grenze ...) sich eine neue Reihe unter dem Titel MUSIK IM RATHAUS gerade erst etabliert, dann kann man ohne Übertreibung sagen: Der Landkreis Fürstenfeldbruck ist eine Hochburg der zeitgenössicshen Improvisation, von der manche Großstädte nur mehr träumen können.


JAZZ AROUND THE WORLD im Puchheimer Culturzentrum PUC:
17.10.2017: Black Market Tune
23.11.2017: Sarah-Jane Summers & Juhani Silvola
14.12.2017: Mames Babegenush


JAZZ IT! in der Stadthalle Germering:
22.09.2017: Philipp Stauber Quartett
27.10.2017 Peter Schärli Trio & Glenn Ferriss
15.12.2017 Max Hacker Trio
2018
12.01.2018 Denis Gäbel Quartet
13.04.2018 Trio Benares
14.06.2018 Andreas Schaerer & Lucas Niggli
20.07.2018 Daniel Erdmann´s Velvet Revolution
21.09.2018 Jason Seizer Quartet
26.10.2018 Joris Roelofs Trio
21.12.2018 Marialy Pacheco - solo


JAZZ FIRST im Veranstaltungsforum Fürstenfeld:
20.11.2017 Chris Gall & Bernhard Schimpelsberger
06.12.2017 Julian & Roman Wasserfuhr
2018
21.02.2018 Shalosh
18.04.2018 Julia Hülsmann & Torun Eriksen
16.05.2018 Benny Lackner Trio
13.06.2018 Malia


BEER & GUITAR in Maisach
20.10.2017 Abi Wallenstein & Ludwig Seuss
18.11.2017 Dave Goodman


MUSIK IM RATHAUS GILCHING
22.09.2017 Fei Scho
13.10.2017 Unterbiberger Hofmusik
17.11.2017 PAM PAM IDA
Autor: Siehe Artikel
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